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Episode #18

5 Fragen, 10 Antworten

19. November 2024

In dieser Folge lernt ihr uns besser kennen! Wie letzte Woche angekündigt, beantworten wir heute fünf spannende Fragen, die euch einen Einblick in unsere Persönlichkeit und Motivation geben. Warum tun wir, was wir tun? Das erfahrt ihr hier. Wenn ihr noch mehr über uns wissen wollt oder eigene Fragen habt, schreibt sie uns gerne in die Kommentare. Viel Spaß beim Hören!

Transkript

Björn: Willkommen zum Aerotune Podcast, wo sich alles um Ausdauersport und Training dreht. Hier geben euch Sebastian Schluricke, Björn Kafka und Niklas Ranker wertvolle Tipps und Einblicke, die euch helfen, eure Performance auf das nächste Level zu bringen. So, guten Morgen Björn zu einer neuen Folge Aerotune Podcast. Heute ein bisschen früher am Start.

Niclas: Richtig, denn ich habe meine Termine, meine Tage sind ja immer so, vor allen Dingen morgens, montags, dienstags, sind ja immer sehr eng gepackt. Und jetzt muss ich ein bisschen umpacken, damit das alles passt. Deshalb halbe Stunde früher.

Björn: Halbe Stunde früher. Ich bin da immer flexibel. Du hast sogar verschlafen.

Niclas: Ja, das passiert mir nie. Also es passiert mir wirklich nie, aber ich habe mich wohl sonntags so fritte trainiert, dass ich echt fertig war. Geil. Und mich durch den Tag geschleppt habe.

Björn: Okay.

Niclas: Sehr schön. Sag mal, hast du eine Schildkröte auf deinem T-Shirt?

Björn: Ja, ich habe eine Schildkröte. Und vor allem, da steht drunter, I am Speed.

Niclas: Ah, okay. Ist geil, oder? Ja, ist gut. Ich dachte, diese Firma hätte immer einen anderen Slogan gehabt, sowas wie Just do it oder so.

Björn: Ja, aber diesmal I am Speed und ich habe das T-Shirt im Outlet Center in Zweibrücken gefunden. Das sind jetzt so zwei Sachen. Auf jeden Fall, ich fand das T-Shirt ziemlich geil. Ich finde, eine Schildkröte, wo I am Speed drunter steht, habe ich gebraucht.

Niclas: Sehr gut. Sehr gut. Wir haben so einen Podcast zu unserer eigenen Belustigung. Grundsätzlich immer. Niklas will jetzt Fragen stellen. Er will mich näher kennenlernen.

Björn: Nein, nein, nein. Also grundsätzlich finde ich sowas immer interessant, ja. Aber wir wurden dazu gefragt. Es gab einen Kommentar dazu. Richtig.

Niclas: Wir wurden mehrere Male schon, ich wurde auch schon mal gefragt. Ja, siehste. Wir sollen uns vorstellen, ne nicht vorstellen, sondern so gegenseitig Fragen stellen. Niklas hat das eingeworfen. Finde ich auch gut. Niklas ist tiptop vorbereitet. Niklas stellt die erste Frage, die ist mit Sicherheit total intelligent und ich versuche dann irgendwas zu antworten, aber dann eine schlaue Frage daraus irgendwie zu entwickeln, so Schwellendidaktik mäßig, dass ich dann so sage, okay, also eine habe ich, aber du fängst an. Okay, ich fange an. Ganz einfach, wie bist du zum Radsport gekommen? Oh, die Frage hätte ich auch gehabt. Das ist ja schon länger her bei mir. Ich hatte einen guten Freund. Wir haben jetzt leider nicht mehr viel Kontakt. Der war voll in der Mountainbike-Szene drin und der hatte so ein geiles Yeti. Und seine Freundin hatte einen Joe Eddy. Also so richtig Yeti hinten mit Ringlescheibe. Oder war es die Ringle? Oder Tioga? Ich weiß es nicht mehr. Also richtig heißer Scheiß. Und die haben auch immer alles in den USA bestellt. Und das war Anfang, Mitte 90er. Ich fand Mountainbiken aber nicht cool. Ich fand Rennradfahren geil. Und das war dann zu der Zeit, als Miguel Indorain noch die Tour de France gewonnen hat. Und dann fand ich das halt cool. Und dann habe ich mir mein erstes Rad zusammengespart, ein Jahr lang. Zusammengearbeitet und zusammengespart. Und das war da ein Basso Gap. mit Campagnolo Chorus, wobei die Kurbel war eine Dura-Ace, 175 und ich glaube ich hatte ein 54er Blatt und es gab früher keine Kleinblätter, es gab dann halt nur 39 oder 42 oder so weiter. Und genau, Bremsen waren auch Dura-Ace, lustigerweise. Und ich weiß noch, dass diese Ergo-Power-Dinger, dieses Schiff da vorne, das war damals auch ganz, ganz neu, achtfach noch. Da hat mir Roseversand damals die falschen geschickt, und zwar nicht Chorus, sondern Rekord. Und das war natürlich schon ein totales Upgrade, der Titanbolzen extra, der da drin war. Das Schöne an den Ergopowern war, zumindest an denen, dass man, wenn man kalte Finger hatte, sie nicht mehr mit dem Daumen schalten konnte, sondern mit der ganzen Handfläche, weil die Finger so kalt waren. Und die Schaltung so schwer ging. Das war mein erstes Rad. Und ich traue dem noch total hinterher, weil ich es verkauft habe. Schön. Ja, ich habe da so schöne Erinnerungen dran. Ich bin da mit 96 Teile der Tour nachgefahren und solche Scherze. Genau. Und ich war sogar bei Jan-Ulrichs Sieg dabei, sozusagen. Auf den Etappen. Auch auf der berühmten Etappe, als Udo Bölz quäl dich du Sau gesagt hat. Das war mein Einstieg, aber ich war nie so ein Ulle-Fan. Sondern ich fand natürlich Marco Pantani total cool. Und ich fand es natürlich faszinierend, wenn Menschen mit 7,4 Watt den Berg hochfahren. Die Zeiten sind zum Glück vorbei. Und vor allem Klassiker. Peter van Pettichem, natürlich, Ludo Dirksens gab es noch. Den fand ich auch echt faszinierend. Ja, das war so mein Einstieg. Und dann habe ich mich so Ich bin so ein bisschen rumgefahren. Es gab so eine ABC-Amateur-Klasse und so weiter. Ich konnte gut trainieren, aber schlecht Rennen fahren. Und alles das, was ich schlecht konnte, versuche ich den Leuten jetzt beizubringen, dass die Fehler nicht mehr gemacht werden. Das ist so mein Einstieg. Ich fand das einfach, die Dauer auf dem Fahrrad, vielleicht auch diese Einsamkeit, einfach mit sich und seinen Gedanken zu sein, Und dann ist man, wie alt war ich, so 15, 16, so die Zeit, ich bin relativ spät angefangen. Also ich war schon in der Oberstufe und da hat man ja auch andere Probleme und dann fährt man sein Problem davon sozusagen. Und ich habe auch Schule geschwänzt, da war dann trainieren, das war mir egal.

Björn: Ich hoffe, das hat jeder mal gemacht.

Niclas: Eigentlich weiß meine Lehrerin, meine Dänischlehrerin hat mich dann auch gesehen, das wäre da aber auch scheißegal. Und mein Physiklehrer fand das auch voll in Ordnung. Ich war einigermaßen gut in der Schule, in manchen Fächern zumindest.

Björn: Mein Rallye-Lehrer hat mich mal gefragt, weil ich anscheinend seinen Unterricht gestört habe, ob ich nicht lieber auf den Sportplatz gehen wollen würde, um Sport zu machen. Ich bin aufgestanden und bin gegangen.

Niclas: Ich habe ja die 13. Klasse wiederholt, die einzige Klasse. Meine Freundin hat mich verlassen. Ich bin an eine tiefe jugendliche Depression gefallen und fand Schule nur noch scheiße. Aber dann habe ich das Jahr wiederholt und mein Physiklehrer kam zu mir und hat gesagt, du brauchst keine Physik mehr machen, das läuft eh. Und dann habe ich dann meine, keine Ahnung, zwölf Punkte gekriegt. Und 13. Jahrgang, zweites Mal, war sehr entspannt. Okay. Ich weiß noch, dass ich nach der Mathe-Klausur bin ich aufs Rad gegangen, auf einem Specialized S-Works H-Tail M2 war das noch, das Material. Und dann bin ich mit diesem Rad in drei Tagen nach München gefahren von Husum. Das heißt jeden Tag 330 Kilometer mit Mountainbike. Mit Mountainbike. Okay. Und da waren Ritchie Z-Maxx 1,5er Reifen drauf, die natürlich tiptop rollten, aber leider auch tiptop pannanfällig waren. Und irgendwo bei Bamberg hat es mir auch nochmal die Speichen hinten rausgehauen. Musste ich dann nochmal irgendwie so notdürftig flicken, aber ich habe es geschafft. Und das Interessante war, ein Freund von mir, was heißt ein Freund? Das war eigentlich ein Freund-Arbeitgeber. Es gab einen Radler in Husum, das Rathaus, den gibt es jetzt immer noch, aber der wird nicht mehr von ihm, von dem Bernd Paulsen heißt der, ähm, geleitet und der hat gesagt, er fährt genau entgegengesetzt, er fährt von München los und wir hatten keinen irgendwie, ich meine, das war ja noch... Es gab damals nur Karten, ne? Das waren halt Karten, genau. Man hat Karten, aber man hat natürlich keine Karten gelesen. Weißt du, wie man früher navigiert hat?

Björn: Keine Ahnung, ich bekomme aus der Zeit Komod.

Niclas: Genau, aus der Zeit komme ich halt nicht. Und zwar habe ich es so gemacht, man hat sich die Karte angeschaut, man hat die Straßen rausgesucht, die so okay waren, also Bundesstraßen waren so, kann mal gehen, kann mal nicht gehen, wenn da ein Radweg dran ist. Und zwar hast du dir nur noch die einzelnen Namen der Orte rausgeschrieben, wo du hinfahren willst. Und dann hast du so einen Aufkleber auf deinem Oberohr gehabt, hast die einzelnen Namen drauf gehabt, Und dann bist du von Name zu Name gefahren. Wir haben dann gesagt, okay, wir treffen uns irgendwo. Keine Ahnung. Er ist, glaube ich, einen Ticken später losgefahren. Zumindest haben wir uns irgendwo bei Bamberg getroffen. Das Interessante war, die Straße war gesperrt. Und es war wirklich eine große Straße, die gesperrt war. Und ich dachte so, scheiß drauf, fahre ich jetzt einfach diese Straße lang. Und er hat genau das Gleiche gedacht. Und dann treffen wir uns so auf einer komplett einsamen Straße. Es war echt ein magischer Moment. Komplett einsame Straße. Und dann haben wir beide einen Flensburger Pilz dabei gehabt und haben uns dann so 20 Minuten hingesetzt, so relativ norddeutsch. Moin, moin. Ja, und wie läuft es? Haben wir das Bier getrunken und gesagt, ich gehe jetzt weiter. Jo, wir sehen uns nächste Woche wieder arbeiten. So, das war's. Geile Tour. Wie geil. Okay. Ja, jetzt bist du dran.

Björn: Gegenfrage. Wie ich zum Radsport gekommen bin? Richtig. Ich würde mal behaupten, tatsächlich durch meinen Opa, weil der immer Eurosport geschaut hat. Also bei dem lief wirklich immer Eurosport. Und dann lief da natürlich auch immer Radrennen. Und nach der Schule war ich halt immer bei denen. Die haben auf mich aufgepasst. Und dann habe ich halt mit meinem Opa Radrennen geschaut. Und mein Vater ist ab und zu im Saarland, vielleicht kennst du so, Sandwindel, Mountainbike-Marathon, kennt man sogar wahrscheinlich.

Niclas: Ja, da war ja auch mal World Cup vor vielen Jahren.

Björn: Genau, den ist er gefahren. Und dann wollte ich halt auch Mountainbike fahren. Wenn mein Vater das macht, ja gut, dann mache ich das auch. Und dann bin ich halt im Mountainbike-Verein. Ich weiß noch, mein Vater beschwert sich heute noch, er musste mich am Anfang echt viel die Berge hochschieben. Weil ich war, ich wollte zwar immer ins Training, aber ich wollte nie gern Berge hochfahren. Und so war das auf jeden Fall in den Anfangsjahren. Ich weiß aber auf jeden Fall, um die Pubertät rum habe ich fast keinen Sport gemacht. Also ich habe so, ich sage mal so zwischen 6 bis 12 Sport gemacht und dann so von 12 bis 18 wieder eigentlich gar nicht. Und dann gezockt. Gezockt und mit Freunden Alkohol getrunken. Das klingt nach einem guten Plan. Äh, Und Frauen hinterher geschaut, beziehungsweise damals Mädchen, ja. Ja. Und mit 18 bin ich dann in der 11. Klasse sitzen geblieben und dann war die Freundesgruppe so ein bisschen weg und dann habe ich halt wieder angefangen mit Radfahren. Also so richtig dann mit Radfahren und da habe ich mir dann auch in den Kopf gesetzt, okay, ich will gut werden. Ja. Und dann ist das auch relativ schnell von, ich gehe ein-, zweimal die Woche Radfahren auf, okay, Trainingsplan, direkt Powermeter gekauft, Abfahrt.

Niclas: Ja, cool. Das ist ja wie bei Drogenabhängigen, man muss immer seine Bekannten und Verwandten ändern, dann läuft das auch.

Björn: Ja, das war mein Weg zum Radsport.

Niclas: Cool.

Björn: Okay, sollen wir die zweite Frage machen? Machen wir. Wieso hast du angefangen mit Coaching bzw. Radsporttrainer? Ja, mich hat das einfach interessiert. Total platt. Weil eigentlich kommst du ja aus der, ich sag jetzt mal blöd, Schriftsteller- oder Schreiberszene, whatever.

Niclas: Naja, auch nicht so richtig. Das ist ja alles so ein bisschen, das lief Hand in Hand. Ich... Wie soll ich das erklären? Ja, eigentlich, das ging wirklich Hand in Hand. Und zwar folgendes. Ich bin ja so, oder war, kann man sagen? Ich würde eher sagen, war. Ich war ja so richtig Hardcore-Lekastheniker. Ich weiß noch, ich kam in die sechste oder fünfte Klasse, heißt das ja. Das erste, was ich machen musste, war den Legasthenie-Test und alle möglichen anderen Tests. Und ich war halt nicht so richtig gut. Und irgendwann kam man in die Oberstufe und da wusste ich so, jetzt werden die Daumenstrauben angezogen. Und dann von der zehnten in die elfte rein. Dann wusste ich und irgendwie hatte ich auch, ich glaube ja, es war irgendwie so der Elementarbereich wurde irgendwie mitbewehrt, also wie gut ist deine Rechtschreibung, da hatte ich so die totale Panik und dann habe ich über die Sommerferien angefangen zu lesen und zwar, also ich meine nicht so ein bisschen, sondern so hardcore, ja. Richtig, richtig hardcore. Und dann habe ich den 11. Jahrgang irgendwie so halb gar geschafft, also was Deutsch anging. Und dann habe ich einen neuen Deutschlehrer gekriegt in der 12. und der war grandios. Und der hat mich eigentlich dazu gebracht... diese Schriftsteller-Ding zu machen. Es gab einen Literaturwettbewerb, der eigentlich für Erwachsene war. Und dann hat er mich da irgendwie angemeldet oder wir durften da mitmachen als Klasse oder jeder durfte was einreichen. Habe ich dann gemacht und dann gewonnen. Vollkommen irre. Und ja, da war ich dann im Landestheater ein paar Mal, musste da irgendwas vorlesen und dachte, das ist ja ein cooler Job. Mit Kraft meines Hirns kann ich was machen. Auf der anderen Seite bin ich natürlich auch so ein sehr mathematischer Mensch. Und ich fing dann auch zur gleichen Zeit an mit Radsport und fand, was im Körper passiert, ziemlich schön. Also wirklich schön, weil es für mich ein Faszinosum ist, wie das alles so funktioniert, leben grundsätzlich. Wie aus Energie. Sonne kommt auf die Erde runter und dann Blätter rein und das wird gegessen. Also ich finde es einfach ziemlich, ziemlich toll, wie so ein Stoffwechsel eigentlich funktioniert. Und dann habe ich mich für Radtraining interessiert. Ich habe viele Fehler gemacht. Ich habe viel gelesen. Es war natürlich auch zu einer Zeit, wo man viel trainiert hat, wenig gegessen und viel gedobt hat. Ja, und dann fing ich damit an. Und einer meiner ersten Sportler, die ich trainiert habe damals, da bin ich ja selber noch gefahren, das war dann Ende der 90er, das war Jan Oellerich. Der ist jetzt bei DT. Und der fuhr damals für ein Team, das hieß Stölting. Und aus dem Team Stölting gingen auch richtig, richtig viele. Also es war wirklich so die Kaderschmiede. Also Lennart Kemmner, Nils Polle, Silvio Herklotz, Ole Quast, Thomas Köb. Jetzt auch bei DT, by the way. Und ich habe mit Sicherheit noch ein paar vergessen. Phil Bauhaus war auch da. Genau, und da habe ich dann Leute trainiert und angefangen und mir das anzuschauen und das dann immer weiter verfallen hat. Dann kam irgendwann Marder dazu und dann hatte ich ja schon einen Job bei der Bike und da war so beide Welten verknüpft. Wobei mich das dann, dieses Schreiben für das Bike-Magazin hat mich dann irgendwann gelangweilt und Dann habe ich halt nur noch Training gemacht. Das hat mich intellektuell, das klingt ein bisschen hart, das hat mich intellektuell deutlich mehr gefordert als das Schreiben, weil ich meine, so ein Magazin kommt halt alle. Jeden Monat raus, die Themen werden nicht neu erfunden, du kannst dich nie so richtig ausdrücken, wie du bist. Und das Schreiben mache ich natürlich immer noch für mich privat. Also ich schreibe halt Geschichten, Kurzgeschichten, arbeite auch an einem Buch. Schon hier lange.

Björn: Ich glaube, seitdem wir uns kennen, erzählst du mir, dass du an einem Buch schreibst.

Niclas: Ja, ich muss halt mal den eigenen Druck aufbauen. Ja. Genau. Und ja, letztendlich Ende der 90er habe ich damit angefangen, einfach aus eigenem Interesse, nicht Interesse, sondern aus der Faszination heraus, wie das funktioniert und wie Menschen reagieren. Ja, das mache ich jetzt schon krass. Über 25 Jahre sozusagen. Ja, genau. So kam ich dazu.

Björn: Crazy. Interessant. Aber geht fast in die Richtung, wie ich dazu gekommen bin. Weil ich hatte... Boah, ich müsste jetzt nachzählen. Aber ich habe schon viele Trainer ausprobiert. Und gerade so die ersten zwei, drei... würde ich sagen, haben mich auch fast verheizt bekommen. Also gerade der erste aus dem Saarland. Nein, nein, nein, auf keinen Fall. Aus dem Saarland und der wohnt da. Die und die Adresse, nein. Der mit den bandierten Haaren. Also der hätte mich auf jeden Fall fast verheizt. Und dann habe ich den nächsten ausprobiert und wieder nicht so richtig zufrieden. Habe mir gedacht, okay, es muss ja besser gehen. Und das war dann irgendwann, ist das zu meinem Antrieb geworden, weil ich halt mehrere ausprobiert habe und immer gedacht habe, ja, aber das kann es ja nicht sein. Also wenn das wirklich das Beste ist, wie werden die dann alle so schnell? Und dann habe ich halt immer einen Trainer ausprobiert, habe mir angeschaut, was er macht. Und habe dann gedacht, okay, was können wir daran jetzt besser machen? Und aus diesem Antrieb, weil ich halt immer selbst besser werden wollte, habe ich halt immer geschaut, was machen die Trainer und was kann man daran dann wiederum besser machen? Teilweise fachlich super gut, dann war der Kommunikativ wieder nicht so gut. Und andere waren kommunikativ super, aber da war fachlich... Möchte ich da jetzt nicht so unterstellen, aber hat zumindest mir nicht so zugesagt beziehungsweise nicht so den Effekt gespürt oder teilweise negative Effekte gehabt. Und so habe ich einfach nur versucht, immer zu schauen, wie man es besser machen kann. Das hört sich jetzt fanboyig an, aber ich bin auf jeden Fall ja jetzt auch als Athlet bei dir gelandet und muss sagen, da... war ich dann auch schon sehr schnell sehr überzeugt, weil das halt immer Hand und Fuß hat was gemacht.

Niclas: Gut, dass es einer glaubt.

Björn: Naja, du vermittelst zumindest, dass es Hand und Fuß hat.

Niclas: Jeder Trainer, ich glaube jeder gute Trainer und der das schon lange macht, Ich habe natürlich eine Struktur im Kopf und man sieht halt und man hat Muster und man hat vielleicht selber Programme dafür geschrieben. Aber ich würde sagen, ich bin an so einem Punkt, wo ich sage, ich weiß so viel, dass ich weiß, dass es... so komplex sein kann, dass ich es nicht weiß. Ich denke manchmal so krass, Wahnsinn, das ist so vielschichtig und es kann dies sein, es kann das sein. Aber das ist ja natürlich auch das, was Spaß bringt, sich den Kopf darüber zu zerbrechen, wenn irgendwas nicht läuft. Ich würde nicht sagen, es bringt mir Spaß, das wäre jetzt falsch. Aber das ist so das, was mich so ein bisschen... so ein bisschen reizt, ja, mit der ganzen Geschichte, irgendwas läuft nicht, ein Rennen lief nicht oder ein Sportler kommt zu mir, der es nicht so richtig gut hinkriegt oder scheiß Saison oder Karriereende und will nochmal einen abreißen. Das sind so die Themen, die ich spannend oder irgendwie, ne, Tour de France irgendwie ums Podium mit düsen, wie kann man da was entwickeln, Strategien und ähnliches. Das sind so die Themen, die ich super spannend finde und am liebsten aus einer Position heraus, die so ein bisschen Underdog-mäßig ist. Ich weiß nicht, ob das sinnvoll ist, weil man sich da natürlich total unter Druck setzt und man will immer mehr, mehr, mehr. Wir sind ja nicht dazu gebaut, glücklich zu sein, sondern wir sind halt darauf geprimed, unglücklich zu sein. Sonst würden wir halt nicht überleben. Hat natürlich was mit der Evolution zu tun. Oh, das ist eine Schlange, lass sie umarmen. Nee, lieber wegrimmen oder töten. Von daher, das Unglück ist wichtig. Aber ich habe gerade im Podcast gehört, der wurde mir geschickt. Und der Name, ich muss jetzt ganz kurz spicken. Ich fand den nämlich echt gar nicht schlecht. Der hieß irgendwas, jetzt gib mir mal eine Sekunde. Da ist es. So, jetzt müsste so die Einspielermusik kommen, die Fahrstuhlmusik. Ich habe übrigens mal einen Artikel über Fahrstuhlmusik geschrieben, von Zeit.de war das glaube ich, und da habe ich herausgefunden, wann Fahrstuhlmusik erfunden wurde. Egal, aber der... Artikel hieß, The Extraordinary Gift of Being Extraordinary. Of Being Ordinary. Es ging darum, einfach normal zu sein und zufrieden zu sein. Und diesen ganzen Drang immer irgendwie besser und so weiter. Und ich merke auch manchmal, dass einen das antreibt. Oder dass mich das antreibt, immer besser zu sein und mir natürlich auch immer ein Level höher zu setzen. Dann bist du einmal Weltmeister, dann wirst du nochmal Weltmeister werden. Das muss mindestens eine Top-5-Platzierung sein. Du wirst alle irgendwie immer super, super, super fit machen. Das setzt dann natürlich unter Druck und ist natürlich auch nicht so super gesund.

Björn: Ja, genau. Was ich finde, was die größte Herausforderung eigentlich im Coaching oder im Radsporttrainer sein, whatever, wie man es auch nennen will, was da immer das Schwerste ist, finde ich, du siehst den Sportler ja nicht jeden Tag. Und ein Gefühl dafür zu bekommen... wie sich quasi der Trainingsplan auf ihn auswirkt, ein Gefühl dafür zu bekommen, okay, was geht bei dem so im Alltag ab, weil nur weil bei dem einen jede Woche 25 Stunden fahren von mir aus funktionieren kann und er dadurch super gut wird, heißt das nicht, dass das bei dem anderen funktioniert und der wird vielleicht mit nur 15 Stunden super gut, weil er vielleicht auch mehr gar nicht in seinen Alltag reinkriegt, weil... Oder er auch, dass, ich sag jetzt mal, psychisch nicht schafft mehr, wie 15 Stunden zu trainieren, was nicht heißen muss, dass du mit 15 Stunden nicht Weltklasse werden kannst. Und da, finde ich, ist immer so die Krux am Coaching und das, was ich immer so geil finde daran, mit Sportlern zu arbeiten, dass du halt für jeden irgendwie versuchen musst, sein Optimum zu finden, wie es gerade mit seiner Situation, die er hat, perfekt für ihn laufen kann. Und Was ich gemerkt habe, ist, dass das Wichtigste, was der Sportler oder der Athlet eigentlich machen muss, offen zu seinem Trainer zu sein und ihm zu vertrauen. Also ihm zu vertrauen, dass wenn ich dir, also jetzt in unserem Beispiel, wenn ich dir quasi... Ehrlich sag, okay, wie geht es mir heute, was steht bei mir so in der Woche an, dass ich dir dann vertrauen muss, wenn ich dir alle Informationen gebe, du den für mich perfekten Plan quasi schreibst und dann ist es meine Aufgabe wiederum, den Plan einfach abzuarbeiten, so gut ich nun mal kann. Und wenn das mal nicht klappt, dann klappt es mal nicht und wenn ich vielleicht mal eine halbe Stunde länger fahre, dann fahre ich vielleicht mal eine halbe Stunde länger. Aber im Großen und Ganzen so, dass ich sage, zu 95 Prozent versuche ich jetzt, diesen Plan abzuarbeiten. Ich glaube, das ist so das Geheimrezept, nenne ich es jetzt mal, dass man besser wird. Weil nur dann kann dieses Zusammenspiel quasi immer richtig funktionieren.

Niclas: Ja, das Vertrauen ist halt Dreh- und Angelpunkt von Coaching. Also mit Sicherheit werden KIs hervorragende Trainingsbilder schreiben. Und wir machen die ja selber arbeitslos, wenn wir daran arbeiten. Darauf wird es hinauslaufen, ganz klar. wie lang es dauern wird, bis wir dann auch ein menschliches Gegenüber oder ein künstliches Gegenüber haben, das hervorragend reagiert. Da werden sicher noch ein paar Jahre, wird es noch ein paar Jahre geben, fünf, zehn, keine Ahnung, irgendwie so weiter. Ja, muss man jetzt gucken, vielleicht auch viel länger, ja, wir wissen es nicht. Aber das ist es schon, dass da jemand ist und du hast das Gefühl, ich sag mal so, Ich glaube schon, dass KIs das können werden. Aber wenn du dir ein Bild eines Künstlers oder ein Musikstück anhörst, dann weißt du, dass da mit sehr, sehr viel Emotion dran gearbeitet wurde. Du bist dir sicher, dass dieser Mensch, der ist in der Lage, empathisch zu sein. Und er kann sich ausdrücken. Das wird eine Maschine nie können. Und allein dieses Gefühl zu haben, dass da jemand ist, der hat vielleicht das schon mal durchgemacht. Da hat sich schon mal die Frau, der Freund von dem getrennt. Der hat schon mal seinen Opa, Oma verloren. Das sind jetzt extreme Beispiele. Oder Eltern wäre ja noch schlimmer. Und mit diesem, du weißt, wenn ich mit dem rede, können wir auf einem Level zusammen reden. Vielleicht wird die KI auch eine schlaue Antwort geben und eine tolle Antwort. Aber du weißt, sie wird es nie gefühlt haben. Und ich glaube, dieses, ich sage mal, Menschliche, vor allem, wenn du das im Hinterkopf hast, zumindest in den Generationen, die aktuell leben und noch so aufwachsen, wie sie jetzt aufwachsen, die werden da, glaube ich, immer noch sehr stark an Menschen gebunden sein. Jetzt muss man sehen, wie es die nächsten Jahre sich entwickelt. Und junge Generationen, die einfach mit KI aufwachsen, ob denen das dann irgendwann wurscht ist und die glauben, die Gefühle, die eine Maschine ihnen entgegenbringt, sind die gleichen. Ja. Ja, so, jetzt wird es aber philosophisch.

Björn: Aber ich finde, weil wir ja auch gerade die letzte Folge über Musik gemacht hatten, dass ja auch schon die Psyche quasi mit reinging, ist das halt, finde ich, also für mich mittlerweile, was quasi so die letzte Stufe im Trainer- oder Coaching-Dasein so ausmacht, also... Kann dir dein Gegenüber glaubhaft vermitteln, okay, das ist jetzt gerade das Beste, was wir machen können und den Plan dahinter vermitteln. Und wenn du dann daran glauben kannst, dann funktioniert es auch, weil dieser psychische Aspekt macht einen riesen Unterschied, ob du jetzt die sauharten Intervalle fahren kannst oder ob du sie nicht fahren kannst. Wenn du anzweifelst, was das gerade das beste Training für dich ist, dann wirst du nicht 100% im Training rausholen können. Wenn ich aber glaube, okay, geil, das, was Björn da aufgeschrieben hat, ist das Beste, was ich heute machen kann, ja, klar fahre ich mir dann die Lichter aus. Und dann wird es auch besser. Und diesen Aspekt, finde ich, weiß ich nicht, ob das jemals eine KI hinkriegen kann. Das werden wir sehen. Ja, schauen wir.

Niclas: Gut. Wann war das jetzt hier? Das waren zwei.

Björn: Ich habe noch drei. Okay.

Niclas: Ich habe ja die Angst, dass die Leute da gelangweilt sind. Ah, nein. Okay, alles gut, weiter geht's. Wie sieht dein perfekter Abend aus? Mein Abend? Ja. Boah, meine Abende sind immer so kurz. Ich hätte nicht gesagt, das ist eine schwierige Frage, weil der perfekte Abend, ich kann dir das gar nicht so genau sagen.

Björn: Ich sage jetzt mal nicht so dein Alltag, aber wenn du jetzt sagst, okay, Du willst einen entspannten, ruhigen oder auch... Vielleicht muss dein Abend ja gar nicht entspannt sein, damit du ihn perfekt nennst. Aber was müsste an einem Abend stattfinden, dass du ihn perfekt nennst?

Niclas: Soll ich wie Harald Juncker antworten? Keine Termine und leicht an einem Tee? Nee, das ist nicht so.

Björn: Wenn es das ist.

Niclas: Nein. Ich würde es noch nicht mal auf Abend. Es gibt so perfekte Wochen. Und zwar... idealerweise alleine, sogar ohne Familie, das klingt jetzt ein bisschen hart, aber ich alleine mit ein paar guten Büchern irgendwo in der... Morgen Bus und Betag. Ich alleine irgendwo in einem kleinen Bergdorf auf Gran Canaria mit ein paar Büchern und Wandern gehen, lesen, laufen gehen. Radfahren brauche ich gar nicht. Und mich dann intellektuell so ein bisschen austoben. Das wäre so ideal. Und Abend würde ich sagen, ich habe viele perfekte Abende. Ich sitze in meinem Schaukelstuhl, höre Musik im Hintergrund, ein bisschen Jazz idealerweise und lese ein Buch. So, total banal. Aber das ist so, das ist echt cool. Und das habe ich oft, muss ich sagen. Und dann lese ich halt die Bücher, die mich interessieren und schmeiße die Bücher weg, die mich nicht interessieren. Das ist ganz gut. Okay.

Björn: Und bei dir? Perfekte Woche würde ich, glaube ich, sagen... irgendwie so am Wochenende ein geiles Rennen fahren, die Woche danach ein bisschen lustig trainieren gehen, also vor allem Mountainbike. Irgendwie mit ein, zwei, also es müssten schon ein, zwei Freunde auf jeden Fall dabei sein. Wenn ich jetzt gerade so zurückdenke, letztes Jahr, Ende 23 sind wir freitags sind wir Rock der Syr Marathon gefahren und sind dann noch eine Woche in Fréjus geblieben und da einfach ein bisschen mehr Lecker essen, Mountainbiken gehen, coole Trails fahren, irgendwie mal um eine 200 Kilometer Runde fahren. Das ist so die, würde ich schon sagen, die perfekte Woche. Der perfekte Abend, muss ich sagen, da muss ich immer an meine Canyon-Zeit zurückdenken. Irgendwie so um 17, 18 Uhr Feierabend machen, schnell heim, Runde aufs Rennrad mit ein paar Freunden, irgendwie so schnelle 60 Kilometer, noch eine Runde düsen und dann abends zusammen eine Pizza essen. das wäre der perfekte Abend.

Niclas: Bei mir, ich habe gerade festgestellt, bei mir sind Menschen immer ausgeklammert. Das stimmt aber nicht. Wenn ich Menschen, dann müssen, es sollte wenig mit Radsport zu tun haben, so hart das klingt. Ich würde dann gerne auch andere Menschen kennenlernen, die mich kopfmäßig so ein bisschen anders stimulieren, sage ich mal, fordern und so weiter und da Vielleicht auch mal irgendwo hingehen, nicht unbedingt Kino, da ist man ja immer irgendwie allein. Zu einer Lesung, keine Ahnung, wo man sowas, Theater, mein Gott, das klingt jetzt ja furchtbar. Aber irgendwo zufällig jemanden kennenlernen und ein interessantes Gespräch führen. Aber ich bin da so richtig raus aus solchen Sachen. Ob Mann oder Frau oder wie auch immer, ist ja vollkommen wurscht. Ich bin halt in meinen acht Quadratmetern in meiner Fahrradwelt-Bubble. Aber ich bin sonst happy. Ab und zu hat man ja auch andere Menschen um sich herum.

Björn: Ja, da ist aber jeder unterschiedlich. Als ich die Fragen mir abends überlegt habe, meine Freundin hat zum Beispiel auch eine völlig andere Antwort gegeben, wie ich jetzt. Aber das ist ja das Interessante, weil ich finde, es zeigt so ein bisschen vielleicht auch, was man für ein Mensch ist.

Niclas: Was hättest du mir gedacht, was Björn antwortet?

Björn: Also das mit dem Schaukelstuhl, Musik hören und ein Buch lesen, das hätte ich auf jeden Fall schon... Also so in die Richtung wäre es auf jeden Fall gegangen, ja? Ja. Spannend. Absolut. Gut. Okay. Vorletzte. Vorletzte.

Niclas: Worauf bist du am meisten stolz? Vollkommen banal, dass ich es irgendwie hinkriege, zwei Kinder aufzuziehen.

Björn: Das kann ich mir vorstellen.

Niclas: Das ist echt Major Achievement, muss ich sagen. Also das finde ich Hut ab. Zwei Menschen aufzuziehen und die... Ich kannte die Fragen übrigens vorher nicht, muss man dazu sagen. Aber es fällt mir gerade ein. Ja, also dass die happy sind und... Oder was heißt happy? Ja, dass man ihnen... das Rüstzeug mitgibt, dass sie ein gutes Leben machen. Und ich schaue mir an, was meine Kinder machen und ich finde es total cool, dass sie so ihr Ding machen. Ich habe ja nie ein Instrument gelernt und ich finde es total cool, dass meine Kinder beide von sich aus wahnsinnig viel Musik machen. Und sie haben ein totales Handyverbot. Ich bin da auch ein bisschen gemein als Papa. Vor allem als Papa, der alle technischen Finessen hat und immer das teuerste iPhone und alles. Das dürfen die halt nicht haben. Haben wir das letzte Mal schon drüber gesprochen. Ich finde aber cool, was die machen. Am Sonntag habe ich viel trainiert und draußen bei mir im Garten, so ein bisschen Functional Training, ein bisschen nicht, aber eine Stunde lang und habe mir ziemlich die Lichter ausgeschossen. Und mein kleiner Sohn war dabei. Und ich fand das sehr, sehr cool. Wir müssen ganz kurz unterbrechen, es hat geklingelt. So, I'm here, I'm back. Das war die Post, das war immer wichtig. So, genau. Also, vernünftige Menschen hinkriegen und eine vernünftige Ehe führen mit allen ihren Up and Downs. Auch da vor allen Dingen auch... vernünftig kommunizieren können und sich auf andere Leute einlassen. Und meine Frau hat ja nichts mit Radsport zu tun, was total toll ist. Und das eröffnet Perspektiven, die man vorher nicht hatte. Vor allem, wenn du mit jemandem zusammen bist, der... einen auch intellektuell fordert. Was jetzt nicht heißt, dass es sein muss, um Gottes Willen. Aber ich brauche das. Ich bin halt so ein Gehirnspringenball. Ich brauche Beschäftigung. Genau, das war's. Natürlich ist es super, dass ich Leute zur Weltmeisterin und so weiter mache. Das ist alles super, super, super toll. Aber was auch da hinzukommt, jetzt habe ich schon viele Sachen, auf die ich stolz bin, aber es trifft alles in die gleiche Kerbe. Und zwar geht es nicht darum... dass ich selbst stolz bin, sondern ich freue mich eher darüber, dass ich mit Menschen Dinge erreiche, die ungewöhnlich sind. Und auch aus verschiedensten Lebenssituationen. Und es macht mir total Freude, dass ich sehe, dass Sportler, egal ob sie jetzt gewinnen oder nicht gewinnen, oder wie auch immer, dass die sich als Menschen generell weiterentwickeln, mehr vom Leben wissen und vielleicht auch für die Zukunft besser mit Dingen umgehen können. Das ist so diesen Weg, den man zusammen geht und das finde ich irgendwie cool. Das bringt mir Spaß. Okay. Im Gegensatz zu, ich will alleine sein und auf Gran Canaria abhocken und brauche mal meine Ruhe, mag ich das trotzdem, dieses zusammen einen Weg beschreiten. Ambivalent. Krass. So, jetzt bist du dran. Boah. Willing 2024.

Björn: Nein, das habe ich ja verkackt. Stimmt. Nee, ich glaube, für mich ist es bisher zumindest, dass ich immer das gemacht habe, worauf ich Bock habe. Okay. Ja, also mir nicht quasi... Man muss dazu sagen, ich bin quasi davon geprägt, dass mein Vater immer wollte, dass ich ein Studium abschließe. Und der war immer sehr so, jetzt hast du das gemacht, dann musst du jetzt das machen. Und da hatte ich nicht so richtig Bock drauf und habe einfach mein Ding gemacht. Obwohl auch oft mein Umfeld gesagt hat, sicher, dass das gerade gut ist. Aber ich habe es einfach immer gemacht, worauf ich Lust habe.

Niclas: Kleine Achtung, kurz zwischenschieben, eine Info an alle werdende Eltern. Jetzt habt ihr zwei Beispiele. Niklas' Vater wollte immer, dass er irgendwie ein Studium macht. Meinen Eltern war es vollkommen scheißegal, was ich mache in meinem Leben und haben mich zu gar nichts irgendwie gezwungen. Und wir haben trotzdem beide sozusagen den gleichen Job.

Björn: Ja, genau. Das ist... Ja, hab ja sonst noch nichts Großes erreicht.

Niclas: Naja, immerhin hast du... Bist du dabei, ein vernünftiger Mensch zu werden? Ich finde, das ist schon ein... Nein, ernsthaft. Ich glaube, das ist schon immer, ja. Sachen differenziert aus verschiedenen Blickwinkeln sich anschauen zu können und empathisch genug sein, sich in andere Lagen reinzuversetzen. wenn man das hinkriegt, dann ist man schon mal auf einem richtig guten Weg, ein vernünftiger Mensch zu werden. Weniger ich-zentriert zu sein, dann läuft das in der Regel. Und da ist der Coach zu sein, der Coach zu sein ohne dieses, dieses greedy, das habe ich natürlich auch, ich will natürlich auch irgendwie, auch diese Ambivalenz, gegen die man kämpft, ich will natürlich auch ein toller Coach sein, ich will auch irgendwie was gewinnen. Ähm, Aber trotzdem zu sagen, hey, bleib mal cool, ist nur Radsport.

Björn: Ja.

Niclas: Genau. So, jetzt bin ich gespannt.

Björn: Auf welches Ziel arbeitest du gerade hin?

Niclas: Oh. Ja, ganz klar. Ich will halt mit 50 aufhören zu arbeiten und dann... Nee. Ähm... Ja, kann ich dir gar nicht so richtig genau sagen. Also ich habe immer Ziele im Kopf, aber die sind nie klar ausdefiniert. Ich habe vor vielen, vielen Jahren mit einem Freund, wir haben uns getroffen in Husum im Speicher. Erster Weihnachtsfeiertag, da ist immer große Party. Und er ist bei Google und da habe ich schon Radsport und so weiter gemacht. Und da hat er gesagt, was willst du denn machen? Und da habe ich so ganz entfernt, da habe ich dann so gedacht, ja, ich will halt bei der Tour de France irgendwie was, meinen Stempel mit aufdrücken und da arbeiten und so weiter oder mit Sportlern da. Und dieses Thema war auch immer irgendwie so leicht im Kopf. Und jetzt habe ich so in entfernter Zukunft, ich will noch mal. ein echt gutes Buch schreiben. Das ist so das Ziel, das ich habe. Es hat nichts mit Radsport zu tun, aber das ist so, ich will mir mein Coaching und wie das ist, das will ich in der gleichen Intensität machen und ich will auch nochmal natürlich tolle Titel holen und so weiter und mir bringt das super Spaß. Aber diese, da ist halt noch so ein anderer Björn Kafka, der nochmal was anderes kann. Und das ist so für die nächsten fünf Jahre so ein bisschen so das, woran ich nochmal ran gehen will. Kann auch gar nichts werden.

Björn: Mal gucken.

Niclas: Aber mir selber bringt es viel Spaß.

Björn: Okay.

Niclas: Bei dir? Also an Enkelkinder will ich auch haben. Da freue ich mich schon. Da habe ich voll Bock drauf. Jetzt bin ich, ey, mein Gott, ich bin ja Mitte 40. Ich darf da noch gar nicht dran denken. Aber ich stelle mir das relativ gechillt vor. Ich habe da Bock drauf. Weil es mir dann echt Spaß bringt.

Björn: Zum Beispiel bei Kindern bin ich mir gar nicht sicher, ob ich das könnte. Ich glaube, ich will versuchen, aus meinem Körper, und ich glaube, da ist vielmehr die Psyche der limitierende Faktor, versuchen, auf jeden Fall mal noch richtig schnell Rad zu fahren. Ja. Und ich glaube, ich hätte auch Bock, Sportler aus dem Jugendalter heraus zu entwickeln. Und das macht mir, finde ich, mit am meisten Spaß. Also irgendwie einen... Ich finde, man sollte nicht zu früh mit einem strukturierten Trainingsplan anfangen, weil es ja auch schon noch Spaß machen soll. Aber quasi möglichst früh einem Sportler beizubringen, wie er erfolgreich und vor allem auch mit Spaß gut werden kann. Und dass er das auch langfristig hinbekommt. Weil, was ich auch, finde ich, gesehen habe, zumindest bisher, dass die meisten, die unfassbar talentiert sind, es auch sehr gut hinkriegen, mit 17 und 18 keinen Bock mehr zu haben. Und da habe ich mir schon früher immer gedacht, hätte der vielleicht jemanden gehabt, der ihm so ein bisschen an die Hand genommen hätte, also einfach gezeigt hätte, mach mal November, Dezember, mach mal entspannt, ist jetzt gar kein Stress, geh einfach Radfahren, wie du Bock hast, geh Trails fahren, hab Spaß und wenn du im Januar anfängst zu trainieren und so, passt das auch. Also da so ein bisschen quasi Die Jugend zu fördern? Ja, keine Ahnung. Auf jeden Fall, das ist das, was mir auf jeden Fall mit am meisten Spaß macht. Und denen halt auch so ein bisschen das Gesamte so beizubringen. Also wie kriegen die es vielleicht hin, ein Studium zu machen und trotzdem gut zu werden? Und nicht nur dieses auf eine Karte setzen macht vielleicht... Vielleicht macht das Sinn, vielleicht muss man das auch machen. Aber ich glaube auch, man kann das auch so ein bisschen kombinieren. Und das ist das, was mir bisher zumindest mit am meisten Spaß macht. Und ich bin da aktuell zumindest auf jeden Fall sehr froh. Ich habe da so zwei, drei Sportler, mit denen ich da arbeiten kann. Das macht mir echt Laune. Ja, das ist auch echt ganz cool, weil die machen natürlich auch teilweise krasse Fortschritte. Innerhalb von einem Jahr, keine Ahnung, machen die ein Watt pro Kilogramm an der Schwelle, wo man sich so in meinem Alter denkt, so cool. Würde ich auch gerne.

Niclas: Das ist abgefahren, dass der Körper kann. Ja, guck mal, jetzt sind wir schon bei 43 Minuten und eigentlich hatte ich, ich hatte ja, wie schon mehrmals erwähnt, ich glaube, da habe ich ja gesagt, das interessiert auch keine Sau, was wir so machen. Aber jetzt hat es mich doch interessiert. Siehste? Ja, so ein Laber-Podcast nennt man das. Ich hatte ja dann noch gestern kurz reingeworfen, lass uns doch über die coolen Sachen und nicht coolen Sachen reden. Das werden wir nicht schaffen. Über Gadgets. Ich bin ja auch ein großer Gadget-Freund. Aber wir haben uns mal überlegt, es gibt ja so Dinge, die sind unverzichtbar, glauben wir zumindest. Und es gibt Dinge, die so mittelverzichtbar sind. Es gibt Dinge, die totaler Quatsch sind. Nein, Quatsch ist falsch. Die verzichtbar sind. Und da geht es dann um so Sachen wie, und das machen wir beim nächsten Mal dann, Herzfrequenzmessung, Gurt und Powermeter, was gibt es an Nutrition, so Malto, Fruktose, Eiweiße, Nahrungsergänzungsmittel und, und, und. Und dann gibt es halt auch so andere Sachen wie Rollentrainer, Moxie, Powermeter fürs Laufen, so wie Stride oder irgendwelche Whoop-Armbänder oder Aura Rings. Und dann gibt es auch noch andere Sachen, die halt noch weiter, ich sag mal, weg sind, wie... Blutzuckermessgeräte, Heatsensoren und so weiter. Und wir würden gerne mal ganz, ganz auf unsere Meinung sehr subjektiv darüber reden, was wir für sinnvoll erachten und vor allem für wen sinnvoll. Muss ich einen Heatsensor haben, wenn ich gerade anfange zu trainieren? Brauche ich einen Heatsensor, wenn ich schon total ausgereizt bin? Brauche ich einen Blutzuckermessgerät oder Sensor und so weiter? Und darüber werden wir das nächste Mal Intensiver reden. Gibt es noch eine total schlaue Frage, die ich jetzt stellen kann? Ich finde ja solche Sachen wie deine Top 5 Bücher. So was finde ich ja immer ganz spannend.

Björn: Ich weiß gar nicht, ob ich auf 5 Bücher kommen würde. Mach 2. Ich glaube, das Buch... Was mir am meisten als Sportler gebracht hat, ist Siegen ist Kopfsache.

Niclas: Ja, ich finde die Bücher von Matt Fitzgerald, ich habe mal ein Buch von ihm übersetzt. Ich finde amerikanische Bücher schwierig, weil die sich sehr wiederholen. Aber ich habe das Buch auch gelesen. How Bad Do You Want It heißt es, glaube ich, auf Englisch. Da ist es ein bisschen erträglicher, gefühlt.

Björn: Das fand ich ganz gut.

Niclas: Und Seelenkompass, was du mir empfohlen hast hier. Ah ja, das ist auch ganz gut. Fand ich auch ganz nett, weil es einen schönen Überblick gibt. Ja, jetzt bin ich überlegen. Ich finde Surely You're Joking, Mr. Feynman. Relativ gut. Es geht um Richard Feynman und was eher so ein bisschen biografisch ist. Sehr, sehr lustig. Sehr, sehr nett. Dann... Ich habe so viel gelesen. Es ist so schwer, sich darauf... Ja, so Sportbücher. Es gibt viele gute Sportbücher. Kann ich mich auf irgendeins einschießen?

Björn: Ich finde halt bei diesen Sportbüchern, finde ich halt die Sachen gut, die gerade wie jetzt zum Beispiel Siegen ist Kopfsache oder auch Seelenkompass, die so ein bisschen, ich nenne es jetzt mal das versteckte Potenzial deiner Psyche aufweisen. Ja. Dass wenn man sich damit auseinandersetzt, man insgesamt, glaube ich, vielleicht sogar noch mal mehr aus sich rausholen kann, wie einfach nur, okay, welche Intervalle machen mich jetzt besser? Und ich glaube, das unterschätzen manche Leute einfach, wie sie, wenn sie sich mit ihrer Psyche auseinandersetzen und vielleicht auch einen anderen Blick haben, auf dieses ganze Thema, wie gehe ich an Training heran, wie gehe ich an eine Extrembelastung auch mit meinem Mindset heran, glaube ich, kann das halt vielen einfach eine neue Tür öffnen.

Niclas: Ja, definitiv. Ich kann mich da schwer festlegen auf Bücher, weil es zu viele gibt. Und deshalb, ich sehe hier gerade, hier liegt immer Building the Modern Athlete, Scientific Advancement Advancements and Training Innovation by Vladimir Isurin. Ich finde es ein sehr gelungenes Buch, weil da viele Studien, zumindest damals, Sachen drin sind, die in der westlichen Welt nicht verfügbar waren. Viele DDR, viele UDSSR-Studien, die halt ganz spannend sind. Das war vor zehn Jahren echt ein gutes Buch. Ich weiß nicht mehr, wie up-to-date es jetzt ist oder beziehungsweise wie viel man auch im Netz findet. Das ist definitiv... Ich habe jetzt vor kurzem, das ist schon ein bisschen länger her, Der Plan gelesen, diese Entwicklung über das Team Wismar Lisebeik. Das war gut geschrieben. Also ich kann da schon, glaube ich, beurteilen, ob was gut geschrieben ist oder nicht. Und das war echt gut geschrieben. Jetzt habe ich gerade ein Buch, ich lese mehr und mehr jetzt gerade, von einer Autorin aus Husum, wo ich herkomme. Und Ich sah den Namen und dachte so, die kommt aus Husum. Die kam nachher aus Husum. Und das ist so, wow, das ist echt zäh. Also das ist schon gut geschrieben, aber die Geschichte geht nicht voran. Ich wühle mich mal weiter rein. Ist so ein bisschen deprimierend, wenn man so denkt, oh mein Gott, jetzt kommen wir zum Punkt. Da gibt es halt deutlich, also ja, fand ich jetzt nicht so hammermäßig. Und ich hatte jetzt, Murakami lese ich gerne. Kommt auch immer gut, ja.

Björn: Okay.

Niclas: Ja, gut. Nächste Woche Gadgets. Gadgets. Ja, und immer gerne alle aufgefordert Fragen stellen, wenn irgendwas ist oder wenn wir noch ein Mega-Gadget vorstellen sollen, das ihr noch irgendwie liegen habt und wir vielleicht schon mal in der Hand hatten. Ich hatte schon viele in der Hand und habe auch viel rumliegen. Auch wenn man irgendwelche Blutzuckersensoren, ich habe hier noch welche rumliegen, ich benutze sie halt nicht und ich finde sie auch nicht so, oh jetzt noch nicht spoilern. Ja genau, bestes Gadget ever hier, by the way, dieser Stift, der mich seit vielen Jahren begleitet, seit meiner Kindheit. Oberstufenzeit. Es gibt so Metallstifte von Rotring, 600er Serie. Jetzt weiche ich ganz doll ab. Die sind halt so built to last. Und ich weiß, dass diesen Stift oder diesen Kugelschreiber, Mine muss man natürlich wechseln, den werde ich auch meinen Kindern vererben. Und ich habe da mehrere von. Ich habe da vier oder fünf Stück von. Ich finde die total toll. Das ist so ein zeitloses Design. Die sind auch ein bisschen schwerer. Ja, wenn jemand ein geiles Gadget will, auch zu Weihnachten, kostet nicht viel. Bestes Geschenk ever. Ein Stift, der wirklich Freude macht. Der hält ewig, der kann alles und schön. Es gab früher mal Füller davon, die gibt es aber nicht mehr. Alright.

Björn: Und jetzt mit. Gut. Dann bis nächste Woche. Vielen Dank fürs Zuhören. Wir hören uns, Björn. Machen wir. Bis dann. Ciao, ciao.

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