Gravelrennen und der Tempoboost
In der neuen Folge A Faster You wird’s schnell und staubig! Björn und Niclas nehmen sich das Tempotraining vor – lange Zeit verschrien, vielleicht aber doch gar nicht so übel? Wer sollte’s machen, wer besser nicht, und warum man dabei nicht immer nur an Schwellenleistung denken muss. Danach geht’s ab ins Gelände: Gravel Racing steht auf dem Plan! Worauf man achten sollte, wenn der Untergrund wellig und das Rennen lang wird. Und zum krönenden Abschluss: Björn gibt Niclas Nachhilfe im Tandemfahren – Chaos, Lacher und ein bisschen Fachwissen inklusive.
Transkript
Björn: Willkommen zum FASTA-U-Podcast, wo sich alles um Ausdauersport und Training dreht. Hier geben euch Sebastian Schluricke, Björn Kafka und Niklas Ranker wertvolle Tipps und Einblicke, die euch helfen, eure Performance auf das nächste Level zu bringen. So, herzlich willkommen zu einer neuen Folge FASTA-U-Podcast. Guten Morgen, Björn. Guten Morgen. 1. Mai gut überstanden? Ja.
Niclas: Ja, ich finde den ersten Mai ja total faszinierend. Das ist ja ein Feiertag, der in Deutschland ja komplett unterschiedlich gefeiert wird. Absolut. Das finde ich faszinierend. Einmal so Rechte Arbeiter vertreten und so weiter. Oder die Rechte für Arbeiter. Arbeitskampf sozusagen. Dann gehen ja auch ab und zu mal Autos in Flammen auf. Und in Bayern allerdings werden Maibäume aufgestellt und alle haben Tracht und ihren Krempel an, was ich immer total verstörend finde, weil ich finde diese Volksfeste ja immer schwierig. Da muss ich immer an dieses Buch von... wie heißt er denn noch? Schirach, ja, denken, wo er diese Volksfestszene beschreibt und dann irgendein Verbrechen da begangen wird, ganz gruseliges Verbrechen. Und Volksfeste haben für mich immer diese kippende Stimmung, immer dieses von... Uftert da Musik und alles ausgelassen, aber da brodelt immer so ganz viel Übles im Hintergrund und dann ist auch immer viel Alkohol im Spiel. Von daher ist so, ist es für mich immer so schwer zu ertragen, solche Volksfest, ich finde die ganz gruselig. Ich bin dann Rad gefahren und dann kommst du dann in irgendeinen Ort, Höhenkirchen oder wie auch immer, das ist schon relativ südlich von, oder ein bisschen südlicher von München und da ist dann so richtig Bayern und da ist dann auch Geld und dann haben sie dann alle ihre Trachten an und dann stellen sie da einen Maibaum auf und du denkst, du merkst schon so richtig, es ist irgendwie unangenehm. Und die sperren auch einfach die Straße, so buff, dicht, kommst nicht mehr durch, gibst eine Umleitung, Ort wird einfach dicht gemacht.
Björn: Ja, das war tatsächlich gestern auf meiner Tour durch die Eifel auch so, aber das waren eher... besoffene Jugendliche, die auch einfach mit Ehrkämpfen und Bänken die Straße gesperrt haben und dann quasi Geld wollten dafür, dass man da durchfährt. Irgendwie, also dieses 1. Mai, ich sauf mir die Hucke voll und sperre irgendwelche Straßen, bin ich nicht so dabei. Keine Ahnung, braucht das nicht.
Niclas: Ja, ja, ja, ja. Genau, ja, ähm, Aber ich habe das wirklich genossen, ich bin 100 Kilometer gefahren, wow, auf Gravel, war jetzt nicht so einfach. Und ich habe viel über dieses Thema nachgedacht, über das wir heute reden werden, weil ich habe Niklas einfach ein Thema hingeworfen und ich habe da mit drei anderen Coaches gesprochen, drei Worldtour-Coaches sogar. Okay. Und... Das war ganz interessant. Das heißt, du möchtest jetzt erst mit... Ja, wir fangen jetzt leichter mal an. Ist ja scheißegal. Who needs structure, ja? Okay. Machen wir. Fangen wir an. Braucht kein Mensch, ja? Das ist genauso wie Mathematik. Es gibt uns immer nur eine gewisse Struktur. Und wenn man sich Mathematik ganz tief anschaut, dann merkt man, so viel Struktur ist manchmal gar nicht dahinter. Also, nee. Und zwar folgendes. Wir sind ja, wenn man sich so... grundsätzlich Ausdauertraining anschaut, gibt es ja immer viele Trends, brauchen wir gar nicht drüber reden, wir haben Low Carb, wir haben diese High Carb, wir haben Polarisieren, dann haben wir Double Threshold und und und. Zone 2. Zone 2, was auch Sinn macht. Jedes Training macht Sinn. So, jetzt pass auf, jetzt kombinieren wir mal zwei Welten und es ist mir ein bisschen aufgefallen, vor allem, wenn ich mit Läufern zusammenarbeite, oder Menschen, die grundsätzlich zu schnell fahren. So, Ja, schon so ein bisschen älter und eigentlich immer nur GA2 Tempo. Da passiert eigentlich in der Regel wenig. Die haben sich halt so total durchökonomisiert, aber... diesen vicious circle, diesen Teufelskreis sozusagen, kann man durchbrechen, indem man die halt so richtig voll karbt. Ich meine so richtig, richtig voll karbt. Wenn man sich mal anschaut, wie viel Kohlenhydrate in so einem Tempotraining durchfließen, jetzt gehen das auch mal schon locker über 100. Und da kam mir so ein bisschen die Idee, beziehungsweise es fiel mir auf, vor allem bei den Läufern, als ich dann anfing, gesagt habe, pass mal auf, wir ballern uns jetzt mal einfach so 90 Gramm Kohlenhydrate im Ausdauertraining, dass sie ja immer ein bisschen zu schnell laufen, rein. Ja. Und die sind total krass adaptiert, ja. Es gab so krasse Sprünge. Und dann habe ich, wenn man sich mal so Simulationen beziehungsweise Spiros anschaut, also lange Spiros, ja nicht nur so eine Rampe, sondern wirklich so super lange Stufen, dann sieht man halt, was geht da eigentlich so an Energie durch, beziehungsweise wie ist der Kohlenhydrat oder wie ist der Mix der... Denn Makronährstoffe, wobei da muss man auch immer ein bisschen aufpassen, was hat man davor gegessen, wie viele Tage hast du irgendwie gelebt und so weiter. Das beeinflusst sowas auch immer. Aber man sieht dann halt, dass in diesen Zone-3-Trainings doch relativ unverhältnismäßig viele Kohlenhydrate weggeballert werden. Und das ist ja Teufelszeug, das darf man ja nicht trainieren. Ich bin ja immer, ich bin kein Fan davon, muss ich sagen, weil ich bin Fan von jedem Training. Aber so durch Ökonomisierung von Sportlern habe ich das schon immer gerne genutzt. Jetzt habe ich mir überlegt bzw. habe dann gemerkt, dass wenn man die so vollstofft in diesen Bereichen, haben die krasse Adaption, die Sportler. Und das kam halt zu der Frage, funktioniert, machen wir hier gerade einen neuen Trend? Zone 3 Training, High Carb. Das ist die Frage. Pass auf, pass auf. Und dann habe ich die Frage halt mehreren Leuten gestellt. World Tour Coaches. Wirklich gut. Der erste sagt, Carbs and Magic funktioniert super. Erste Aussage. Richtig guter. Der zweite sagt, gar keine Frage, funktioniert super. Haben wir früher auch schon gemacht, weil wir die Werte zu hoch eingeschätzt haben. Und, Augen zwinkern, frag doch mal Uno X, die haben ja keine Schmerzen damit, wenn Fahrer auch eine 7 vor ihrem Gewicht haben. Also, da geht es halt auch mächtig ab. Und der dritte exakt das gleiche. Er sagte auch, funktioniert. Und dann guckst du dir mal so Renndateien an. Ist doch schon immer, immer wenn wir so, wenn ich mal so eine Aufsplittung von in welchen Zonen sind die Leute unterwegs im Rennen, relativ viel, brutal viel in Zone 3. Wieso trainieren wir das eigentlich nie? Wieso versorgen wir uns nicht in diesen Bereichen brutal hoch?
Björn: Genau, das war auch, als du mir gestern, war es gestern oder vorgestern, wo du mir auch die Frage gestellt hast und das erste, was ich gemacht habe, war, okay, macht ja, also ich bin erst in die Datei von einem Sportler reingegangen, der das Cape Epic gefahren ist, auch im Profibereich echt ganz gut gefahren ist und ich glaube, ich habe sogar in unseren Notizen aufgeschrieben, ich glaube fast 40% der Zeit, das ganze Cape Epic gesehen, ist der im Tempobereich gefahren.
Niclas: Klar.
Björn: Der fährt die ganze Zeit im Tempobereich. Und dann teilweise auch die ganze Zeit mit relativ niedrigen Kadenzen. Also irgendwas zwischen der 70 bis 85, was ja jetzt schon, wenn man sich insgesamt so die Kadenzen anschaut, eher zum niedrigeren Teil gehört. Das heißt, jeder, der Etappenrennen fährt, jeder, der lange Mountainbike-Rennen fährt, fährt sau viel Gravel-Rennen, fährt sau viel in diesem Bereich rum.
Niclas: Genau. Und die Frage ist natürlich, also dieses Training kann relativ kaputt machen und die Sauerstoffaufnahme so ein bisschen ruinieren, wenn du dich halt nicht richtig versorgst. Und wir sind ja jetzt gerade glücklicherweise in einem High Carb State. beziehungsweise, was heißt High Carb, wenn man sich mal anschaut, wie viel Kohlenhydrate dann da mal so durchfließen, ich kann ja mal so klicky-klacky machen, fällt mir gerade mal so ein.
Björn: Also wenn wir jetzt nur mal, also ich habe meinen Powertest gerade offen, wenn wir jetzt vom Tempobereich ausgehen, wären das bei mir 290, also das wäre dann so Ende Fatmax, bis dann 370, sagen wir mal 360 Watt vielleicht. Was verballerst du denn so bei 320 Watt? Bei 320 Watt, was haben wir da schon? Da gehen wir schon auf 97 Gramm Kohlenhydrate. Richtig.
Niclas: Aber halt auch noch 77 Gramm Fett. Ja, klar. Das ist jetzt einfach nur ins Blaue reingesprochen. Es gibt ja noch keine großartigen Studien dazu. Jetzt müssen wir Ben Drenister eigentlich mal anschreiben. Machen wir doch mal so eine Doppelblendstudie. Nochmal mit so Auswaschphasen dazwischen drin. Was passiert, wenn wir verschiedene Trainingsregime machen und das einfach mal ist so drei Wochen das Training und dann so mit 120 Gramm durchballern? Und dann hast du ja, smarterweise, mir ein schönes Bild geschickt von Cameron Wirth. Welcher Ironman war das?
Björn: Ich glaube, das war Texas gerade, oder? Wo Blumenfeld hat gewonnen. Blumenfeld hat gewonnen und Cameron Wirth hat in, ich glaube, 739 das Ding gefinisht und hat einen neuen Weltrekord über den Bikesplit rausgefahren. Ja. Ich glaube, ich bin mir jetzt gerade nicht ganz sicher. Naja, er hat leider nicht mit Powerdaten hochgeladen. Schade.
Niclas: Genau, aber der hat 200 Gramm Kohlenhydrate pro Stunde weggeballert.
Björn: Ja, und das finde ich auch so geil. Vor allem, er hat auch relativ klar beschrieben, wie er es gemacht hat. Also er hat bei der Auswahl der Gels auf Amex und noch eine Marke, die ich nicht kannte, gesetzt, weil die schon sehr viel Sodium, also sehr viel Natrium drin haben. Mhm. Und hat dann, also er hat nur Gels genommen, plus hat dann über die Flaschen, die er von außen bekommen hat, die dürfen ja an den Feed-Zonen Flaschen aufnehmen, und hat dort dann nur quasi Wasser geholt mit Elektrolyten drin, also auch nur mit Salz. Und hat halt versucht, auf 200 Gramm Kohlenhydrat pro Stunde zu kommen. Also er hat über den ganzen Bike-Split, meinte er, 900 und 28 Gels, also 40er Gels genommen. Krass. Und hat dann noch über die Flüssigkeit, die er aufgenommen hat, halt 1,5 Gramm Natrium aufgenommen, was auch schon echt viel ist. Also richtig viel Salz mit richtig viel Kohlenhydraten und richtig viel Wasser.
Niclas: Genau. Ja, genau. Das ist eigentlich so die Arbeitsbiothese. Jetzt dürft ihr alle, nachdem ihr einen Powertest gefahren habt oder das mal durch habt, testen lassen. Viel zu schnell fahren und viel zu viel essen dabei. Nein, also ich sehe das ja bei Sportlern, wenn wir in diesen Bereichen rumfahren und das mache ich dann schon. Ich sage mal, Fatmax fällt ja auch schon teilweise in diesen Bereich rein, wenn du schon so ein bisschen durchgegrillt bist. Hast du ähnliche Effekte und wenn man sich da richtig gut versorgt, dann geht bei diesem Training echt immer viel voran und das ist so das Erstaunliche. Also ich sag mal so, das gehört auf alle Fälle ins Trainingsrepertoire rein und nicht nur dazu, um durch zu ökonomisieren, sondern eventuell auch Anpassungen anzutreiben.
Björn: Also das Erste, was ich mir dabei gedacht habe, ist, als du das aufgebracht hast, war halt wieder das Ding, was du ja auch immer sagst, es gibt für jedes Training, gibt es den richtigen Zeitpunkt und auch den richtigen Fahrer. Ja. Wenn du jetzt ein Fahrer bist, der zum Beispiel Mountainbike-Marathon fährt und du stehst vor deinem Höhepunkt und du weißt, okay, du kannst vielleicht nicht um den Sieg mitfahren, das heißt, du hast vielleicht nicht vorne die, okay, du musst überschwellig bis Schwelle den Berg hochballern, musst dich dann irgendwie erholen und musst das einfach, solange es geht, irgendwie machen können, sondern du paced deine 100 Kilometer mit 2500 Höhenmetern alleine durch und Ja, dann ist halt Tempo bis Sweetspot eigentlich genau dein Bereich, wo du im Optimalfall das vorher trainieren solltest. Oder du fährst einen Ötzi. Ist ja genau dasselbe. Und wenn du dann das Training machst, plus du gehst halt hin und trainierst auch noch die hohen Kohlenhydrataufnahmen, wird das wahrscheinlich für dich nachher das perfekte Training sein, um deine beste Zielzeit über einen Ötzi zum Beispiel rauszuholen. Ja.
Niclas: Ja, und ich glaube, ich weiß, das funktioniert halt nur in Kombi mit super hohen Aufnahmen. Nicht nur im Rennen, sondern auch im Training. Also man sollte jetzt nicht anfangen, diese hohen Lasten zu fahren und dann nichts zu essen oder wenig zu essen. Das wird nach hinten losgehen, beziehungsweise dann wird man sich zumindest erstmal ein bisschen durchökonomisieren. Das kann auch schon sinnvoll sein. Von daher sind Kohlenhydrate der Schlüssel für... In diesem Falle. Oder wie der eine geschrieben hat, Carbs are magic. Von daher, ich bin ja auch ein großer Befürworter von dieser strategisch eingesetzten Carbaufnahme sozusagen.
Björn: Absolut. Ich glaube halt, wenn du jetzt ein Fahrer bist, der... schon Probleme damit hat, in seinem Grundlagenbereich immer seine 60 Gramm pro Stunde zu nehmen und du schon der Fahrer bist, der sagt nach Stunde vier Ja, okay, in der letzten halben Stunde die 60 Gramm muss ich jetzt nicht mehr nehmen, weil ich bin ja gleich daheim. wie du auch gesagt hast, dann ist das Training vielleicht für dich nichts. Lass lieber die Finger davon, fahr locker deine Grundlage und mach weiter polarisiert und mach deine 90 Minuten Hit drauf und dann wirst du damit wahrscheinlich besser fahren. Wenn du es aber hinkriegst, über vier, fünf Stunden deine 120 Gramm zum Beispiel zu nehmen und da auch nicht vorzurückschreckst, dann kannst du halt damit auch gerade Energieumsätze sehr gut trainieren. Du kannst da dich auch ökonomisieren und einfach deine Leistung wahrscheinlich, deine Zielleistung für den Wettkampf halt perfekt trainieren und auch ausbauen.
Niclas: Ja, definitiv. Da kann man noch ein bisschen mit den Kadenzen rumspielen. Sprich, welche Phasen will ich eigentlich ansprechen? Es geht ja vor allem immer um Energiefluss. Wie viel Energiefluss kann ich generieren, um Anpassungen anzutreiben? Und in diesen Bereichen habe ich halt einen relativ hohen Energiefluss und eventuell dann auch spannende Anpassungen. Aber wie immer alles in Maß. Das mal strategisch einbauen könnte spannend sein. wird definitiv Anpassung hervorrufen. Und deshalb give it a try. Jetzt haben wir einen neuen Trend ausgerüstet. Ich freue mich schon. Ich werde auch nächste Woche darüber nochmal reden. Im englischen Podcast. Ich habe nochmal mit einem anderen Podcaster gesprochen. Das ist was? Ja, wieso nicht? Einfach als... Aus Beobachtung und Quatschidee, wieso nicht? Ich glaube, da ist was dran. Glaube ich.
Björn: Ich bin mir ziemlich sicher, dass was dran ist, weil es hat... Es hat ja alles einen Einfluss. Man muss halt immer sehen, die Studien, die gemacht werden, da geht es ja immer darum, was hat denn den maximalen Einfluss. Und dann musst du aber schauen, kann der Sportler das überhaupt umsetzen. Und es gibt halt für jedes Training den passenden Sportler und die passende Situation. Und wenn du dann halt hingehst... das halt mit genügend Kohlenhydraten verpflegst, was bestimmt viele Studien noch nicht berücksichtigt haben, dann hast du auch halt nochmal ganz andere Effekte und eine andere Anpassung.
Niclas: Ja, ganz genau. So, damit sind wir schon durch, ne?
Björn: Zumindestens mit deinem Thema des Tempotrainings. Ja. Aber was ich noch ein bisschen ansprechen wollte, war, was wir ja auch letzte Woche angesprochen hatten, nach der Marathon-Folge kommt die Gravel-Folge. Und passt ja eigentlich ganz gut. Es ist jetzt gerade Tracker. Hast du Sportler am Start?
Niclas: Hans und Georg Egger natürlich.
Björn: Müsste ein gutes Rennen sein für Georg, oder?
Niclas: Ja, auch für Hans. Alban Lakata. Okay. Andi ist leider krank. Der wollte auch fahren, aber den hat es ein bisschen zerlegt. Und dann noch die Jill von Rose Racing Circle. Okay. Schauen wir mal. Ich hoffe, ich habe jetzt niemanden vergessen, aber ich glaube, das war ziemlich.
Björn: Also, Gravelrennen. Grundsätzlich, wie trainierst du die Leute da drauf? Wie siehst du so ein bisschen das Anforderungsprofil von Gravel-Rennen? Weil das finde ich eigentlich im Vergleich zum Beispiel zu Mountainbike-Marathon echt spannend.
Niclas: Da kommen halt zwei Welten zusammen. Wir haben auf der einen Seite den Mountainbike-Marathon-Aspekt und auf der anderen Seite auch den Straßenaspekt. Das heißt, du musst irgendwie in der Lage sein, im Feld zu fahren. Du hast einen hohen aerodynamischen Aspekt. Aber du hast natürlich auch einen technischen Aspekt. Und das macht die Sache eigentlich spannend. Von daher hast du da so deine drei Säulen, auf die du achten musst. Also erstmal Engine aufbauen, fahrtechnische Fähigkeiten aufbauen und dann auch noch aerodynamische Fähigkeiten aufbauen. Ich meine, wenn alles über 20 hat ja schon einen aerodynamischen Einfluss. Ja, genau. Von daher ist der Sport, das ist insofern ja noch total spannend, weil da ist halt noch super viel Potenzial. Es ist ja jetzt noch so, also jetzt kommen ja so langsam die Gravel-Experten, machen sich so langsam auf. Aber wir sehen ja immer noch, wenn die Straßen-Pros dann kommen, dann dominieren, dann dominieren ja dann trotzdem extrem in der WM oder so. Von daher bin ich mal gespannt, wie sich das weiterentwickeln wird. Er scheint, also Konzerne geben ja Geld rein, also die leben da ja auch ganz gut von, aber er steckt halt noch total in den Kinderschuhen. Und ich glaube, so ein paar eingefleischte Straßenfahrer, Straßenfahrerinnen sind immer noch so ein bisschen so, soll ich das machen oder soll ich das nicht machen? Ja, also von daher sehr spannender Bereich, weil wir... viel in die Trickkiste greifen können und müssen. Und Material natürlich, brutal. Also ich meine, auch da die Materialkenntnis... Ich finde, das sieht man so, wenn man so ein paar Namen in diesem Bereich sieht, dann denkst du so, der war doch nie gut. Also der war okay. Das war ein okayer Straßenfahrer, das war ein okayer Cross-Country-Mountainbike. Und dann fahren die da vorne irgendwie mit rum und du denkst so, okay, klar. Aber die haben einen Vorteil, weil sie sich mit dem Material wahnsinnig auseinandergesetzt haben und wahnsinnig viel auf diesen Pisten unterwegs sind. Also das ist definitiv ein Aspekt, den man nicht unterschätzen darf.
Björn: Ich glaube halt, was du ganz gut gesagt hast, ist, aktuell, wenn du dir die Gravel-Rennen anschaust, kannst du immer entweder sagen, okay, das ist jetzt quasi mehr ein Gravel-Rennen, was Richtung Straßenrennen geht und auch eher wie ein Straßenrennen gefahren wird. Also zum Beispiel... Letztes Jahr die World Series in Aachen wird halt eigentlich wie ein Straßenrennen gefahren. Oder zum Beispiel die World Series in der Schweiz letztes Jahr in Villar wird halt gefahren wie ein Mountainbike-Rennen, weil es halt vom Start an eigentlich hoch geht, in Singletrails reinging, über Wege ging, die halt vom Anforderungsprofil her, da hat Aerodynamik keine Rolle gespielt, weil es war so steil. Da ging es halt einfach nur darum, wer kann jetzt hier am längsten die Leistung treten. Und dann hast du halt meistens, finde ich, sieht man aktuell noch, gewinnen halt Leute, weil gut, Gravel ist auch zu jung, dass es reine Gravel-Fahrer gibt. Das heißt, entweder kommt derjenige irgendwie mit einem Straßen-Background oder mit einem meistens Mountainbike-Marathon-Background, die das aktuell noch gewinnen. Also wenn du dir anschaust, Europameister ist ja Martin Sturzek, einer der besten Mountainbike-Marathon-Fahrer. Weltmeister weiß ich gar nicht. Wird aber irgendein Straßenpro sein.
Niclas: Weltmeister letztes Jahr? Ja, ist doch Thunderpool, oder?
Björn: Ist amtierender Weltmeister Thunderpool? Ich glaube schon. Denkst du?
Niclas: Ja. Du bist doch Gravelman.
Björn: Warum bin ich jetzt Gravelman? Ja, tatsächlich, Thunderpool.
Niclas: Wer ist Zweiter?
Björn: Ich habe nur gegoogelt, wer... Warte, gibt es bestimmt. Florian Vermersch. Dritter Quinten Hermanns. Vierter Jasper Stolven. Fünfter Gian Vermersch.
Niclas: Er ist so eine schöne Mischung aus Cross und Straße.
Björn: Der erste, der glaube ich kein reiner Straßenprofi ist, ist auf Platz 10 Tönnerts. Der ist Cross-Profi.
Niclas: Ja.
Björn: Ja. Aber was ich sagen wollte ist, es gibt halt entweder den Kurs, der eher wie ein Straßenrennen gefahren wird und wenn dann natürlich Straßenprofis kommen, zerlegen die alles. Oder es gibt halt den Kurs, der eher wie ein Mountainbike-Marathon gefahren wird und dann gewinnen halt die Mountainbike-Marathon-Profis.
Niclas: Wobei EM war jetzt auch nicht so bombebesetzt, muss man ehrlich sagen. Wenn dann Mathieu am Start gewesen wäre, hätte er auch gewonnen.
Björn: Ja, Mathieu ist ja unfair. Wenn Mathieu, egal welches Rennen, der startet, der gewinnt.
Niclas: Ich glaube auch, wenn du die Top 3 nimmst von der WM, die fahren auch bei der EM super vorne mit.
Björn: Vermehrt war auch großer und Hermanns ist auch großer.
Niclas: Ja, ich glaube, es interessiert die. Die EM hat die halt null interessiert, muss ich leider sagen. Die war dünn besetzt. Ja. Keine Ahnung, Martin. Nein, das ist super. Trikot ist Trikot, würde ich gar nicht drüber sagen. Also ganz ehrlich, absolut nicht. Aber das war halt ein bisschen ein anderes Niveau, muss man mal ehrlich sagen. Das ist auch wie die Entwicklung beim Ironman. Da gab es halt drei, vier Superschnelle früher und jetzt hast du halt zehn Superschnelle oder 15 Superschnelle Sportler. Da wechselt es ja auch immer ordentlich durch. Also da ist halt die Leistungsdichte schon hoch, aber die Attraktivität der Rennen ist dann entscheidend. Und wenn du dann halt Straßenprofis hast, die halt sagen, passt gerade gar nicht in den Kalender rein, dann stehen die halt nicht bei der EM am Start. Ja.
Björn: Wahrscheinlich ist dann der EM-Titel einfach für die, hat keinen hoch genungen Stellenwert, als dass sie sagen, okay, dafür reise ich jetzt an.
Niclas: Höchstwahrscheinlich gibt es auch kaum Geld dafür. Also ich finde das Trikot ist ja schöner als das WM-Trikot, aber interessiert halt den Sponsor relativ wenig. Höchstwahrscheinlich. Ja.
Björn: Somit finde ich aber eigentlich, muss man sich, wenn man Gravelrennen fahren möchte, die Rennen raussuchen, die zu einem passen, die Sinn machen. Also entweder kommst du aus einer der zwei Richtungen und dann suchst du dir halt dafür die passenden Rennen raus oder du schaust halt, wie bist du vom Körper her. Also bin ich ein kleiner, leichter Fahrer, werde ich halt eher Gravelrennen raussuchen, die viele Höhenmeter haben. Bin ich ein großer, schwerer Fahrer, fahre ich halt lieber Aachen. Also dann halt eher die flacheren, straßenbedingten Kurse. Und dementsprechend, finde ich, sollte man sich auch immer Gedanken über das Material machen. Also entweder habe ich halt einen Kurs, der Richtung Mountainbike geht. Das heißt, da geht ja dann auch der Trend ganz klar hinzu, okay, ich fahre eher einen 2-1er-Mountainbike-Reifen. Die beliebten sind da, glaube ich, Thunderbird und Raceking. Oder man geht halt... eher auf die andere Richtung, wie auf einem Kurs wie dann Aachen. Und teilweise wird da ja teilweise noch ein Straßenreifen gefahren. Also die fahren dann mit einem 32er bis 35er Straßenreifen oder halt mit einem... sehr schmalen oder schmaleren Gravel-Reifen. Und das sind halt immer die Punkte, dass je nachdem, welcher Kurs man hat und je nachdem, wie viel Gravel, wirklicher Gravel drin ist, wie grob ist das Ganze, muss man sich halt über das Material Gedanken machen. Und ich glaube, das ist so ein bisschen der... Auch der Spaß an Gravel-Sport finde ich zumindest, dass du dich auch richtig verschätzen kannst. Wenn du einen falschen Reifen drauf hast, dann kann das Rennen halt voll nach hinten losgehen, weil du echt auf Geländepassagen keine Chance hast, wenn du nicht den passenden Reifen hast. Und umgekehrt, wenn du einen Mountainbike-Reifen fährst und du fährst die ganze Zeit nur asphaltierte oder sehr leichte Gravel-Wege, dann werden dir die anderen mit dem 35er, 40er Reifen wahrscheinlich einfach wegrollen.
Niclas: Ja, definitiv. Ja, kann man da sicher auch eine mega Wissenschaft draus machen, was das sehr total spannend ist. Da muss ich immer an, wer war es denn? Unser super Langläufer aus Norwegen, Biathlet, der mit 60 Paar Langlaufschienen an Testen gefahren ist. Diese Vorstellung, in so einem Wohnmobil irgendwie 60 oder 30 Paar hat er glaube ich dabei, Langlaufschienen dabei zu haben und sich dann für die Olympischen Spiele vorbereitet hat. Aber ähnlich kann man das sicher auch beim Gravel machen. Ich erlebe das gerade immer. Diese Professionalität finde ich teilweise total spannend. Ich erlebe das gerade bei Avancini. Ich kenne ihn ja jetzt schon ein bisschen länger. Was ich immer spannend an ihm finde, ist, der setzt sich wahnsinnig extrem mit Kursen auseinander. Er hat das schon immer gemacht. Sei es bei der WM, die er gewonnen hat, sei es im Cross-Country, sei es jetzt vor allem auf der Straße. Der wirklich scheut keine Mühen, sich da irgendwie, was sie sich jetzt hat, das Slowenien-Rundfahrt, dann fährt er halt einfach dahin und guckt sich diesen Kurs halt einfach brutal an. Also jede Kurve. Und der hat ja echt einen Aufwand. Das darf man nicht vergessen, das zu machen. Und das vermisse ich manchmal so ein bisschen. bei anderen Sportlern so nach dem Motto, passt schon, Kurs so ein bisschen abgefahren und so weiter. Je besser du eine Strecke kennst und deshalb gibt es auch so ein klassisches Heim-WM oder die Brasilianer fahren in Brasilien wahnsinnig gute World Cups. Sind die denn auch wirklich so gut? Klar sind die gut, ja. Aber können sie das auch in anderen europäischen World Cups dann so abziehen, wo sie die Strecken noch nicht so gut kennen? Es ist halt so die Frage, dieser Vorteil einer guten Streckenkenntnis wird immer noch total unterschätzt. Und ich finde, im Gravel ist es halt noch hundertmal interessanter. Du hast halt eine ewig lange Strecke. Das heißt, der Aufwand, so eine Strecke zu scouten, ist halt immens. Aber jeden Stein, jede Kurve, jeden Gullideckel, alles, was du kennst, jeden Anstieg, wo verpflege ich mich am besten und, und, und. Das ist halt schon extrem wichtig. Ich meine, auf der Straße, ja, was ein Aufwand betrieben wird, was Streckenkenntnis angeht, also da wird ja viel abgenommen, ist halt der... Die S, der dir dann sagt, was kommt, welche Passage, wo müssen wir vorne fahren und und und, da weißt du schon Bescheid, das wird im Gravel noch nicht geleistet. Gehe ich mal von aus, dass es da noch nicht so die Strukturen gibt, die dir sagen, okay, hier, da und da ist bei Kilometer da, müsst ihr da vorne sein und wird da auch als Team gefahren, das ist ja die nächste Frage, also wie weit ist das da schon verbreitet, das ist halt auch ein bisschen schwieriger, ist ja auch im Mountainbike-Marathon schwierig. Von daher Streckenkenntnis. Also eine Woche vorher anreisen macht halt schon mal Sinn, um sich das Ding mal genau anzuschauen und zu wissen, was auf einen zukommt. Das ist natürlich ein mega Aufwand. Aber für jemanden, der gewinnen will, finde ich, ist das eine sinnvolle Sache. Und dann auch zu wissen, welchen Reifen fahre ich.
Björn: Das ist halt echt das Ding. Also dass du im Endeffekt... Sag ich mal, du musst ja fast drei Sätze haben. Also für richtig technisch anspruchsvolle Kurve brauchst du halt den Mountainbike-Reifen eigentlich. Du brauchst auch vor allem erstmal das Rad, wo ein 2.1er Mountainbike-Reifen reinpasst. Also da gibt es ja auch nur so weit... Der große deutsche Hersteller Canyon, hast du halt kein Rad, wo du einen guten 2-1er-Reifen reinkriegst, soweit ich weiß. Das kann nicht jedes Rad. Die meisten hören eigentlich bei, glaube ich, 50 auf. Du musst halt eigentlich einen 55er reinkriegen. Das heißt, du brauchst auf jeden Fall schon mal das Material dazu. Du brauchst eigentlich einen Mountainbike-Reifen, du brauchst einen schnell rollenden 45er und du brauchst eigentlich einen schnell rollenden 35er. So, das sind glaube ich so die Reifen, die du auf jeden Fall parat haben solltest. Und dann gegebenenfalls sogar noch mal was fürs Nasse, wo es dann halt auch echt drauf ankommt, was sind das für nasse Passagen. Also... Das ist halt wirklich spannend und ich finde, du siehst auch, wenn du dir die Ergebnisse anschaust, dass je nach Rennen, bis auf jetzt in der USA-Szene zumindest, also gerade so in der europäischen Szene, es wirklich auch noch keinen so richtigen Dominator gibt, der sagt, okay, ich gewinne hier jedes Gravel-Rennen, sondern es ist halt echt so durch die Bank weg. Teilweise kommt irgendein alter KT-Profi oder PKT-Profi noch um die Ecke, Gewinnt das Ding plötzlich. Ich glaube insgesamt, dieses Par-Normal-Team macht echt einen guten Job. Die sind bei fast allen Rennen sehr, sehr stark vertreten und haben echt oft Fahrer auf dem Podium. Dann Peter Wakocz macht auch grundsätzlich einen geilen Job. Also der fährt schon auch immer Top 5 meistens mit rum, wenn er am Start ist.
Niclas: Der hat auch einen geilen Hintergrund, ja, von Alpecin. Ja. Zu Canyon Mountainbike mit Andi und Marc Stutzmann, Martin Stoszek durch die Gegend geheizt. Aber es ist lustig, weil der war schon okay. Aber ich meine, im Vergleich zu den anderen dreien, die ich gerade genannt habe, halt weit, also nicht weit weg, aber schon weg. Und im Gravel ist er halt schon echt gut unterwegs.
Björn: Ja, der war aber, war der nicht bei der damaligen EM in Tschechien? Hat der da nicht eine Medaille geholt?
Niclas: Wo? Wo drin?
Björn: Malle Wilker, Mountainbike Marathon.
Niclas: Ich glaube, Rabensteiner hat gewonnen, richtig?
Björn: Rabensteiner hat auf jeden Fall gewonnen.
Niclas: Andi ist, glaube ich, 14. geworden mit Magen-Darm-Problem, weil er krank wurde. Oder ich glaube, er hat irgendwas falsch gegessen, da erinnere ich mich.
Björn: Ich glaube, es war ein Pole von JBG auf dem Podium. Und ich dachte, der dritte wäre Vagotsch gewesen.
Niclas: Keine Ahnung. Ich glaube, das ist... Egal.
Björn: Okay, aber grundsätzlich war Coach echt ein sehr starker Fahrer. Ja. Rose macht auch einen guten Job. Bitte?
Niclas: Rose.
Björn: Rose? Ja, absolut. Also gerade was Gravel angeht, durch die Bank weg, haben sie auch echt mittlerweile viele, viele gute Sportler. Auf der ganz langen haben sie immer Sebastian Preuer, dann haben sie jetzt Paul Voss und der Rose Racing Circle sind ja auch insgesamt echt, dort fährt... Rassmann, Frederik Rassmann, glaube ich, am stärksten. Der hat auch schon World Series Rennen gewonnen.
Niclas: Und hier der neue österreichische Meister, Pörsleberger.
Björn: Warum hat der eigentlich auf der Straße aufgehört?
Niclas: Das ist, glaube ich, eher die Frage, hat er noch einen Drop gekriegt auf der Straße?
Björn: Weiß ich nicht.
Niclas: Ist halt echt ein bitteres Pflaster auf der Straße. Oder für wie viel Geld willst du noch weiterfahren? Ich glaube, das ist auch die Frage. Ich glaube, sein letztes Rennen war dann oder seine letzte Saison. Ich glaube, da erinnere ich mich noch. Es war Tour of Austria, da ist er dann, der Rap hat dann noch den Bergpreis gewonnen und er ist dann dahinter irgendwie. Und er dann war irgendwann durch, dann ist er bei Bora, hat er höchstwahrscheinlich keinen vernünftigen Vertrag mehr gekriegt. Oder er hatte die Schnauze voll, keine Ahnung. Aber ich sehe das ja, dass... Da gibt es ja so viele neue, super junge, gute Fahrer. Ob das jetzt immer so die super Wahl ist, zu sagen, wir nehmen hier jetzt jemanden, der zwar eine geile Sauerstoffaufnahme hat und die Killerwerte, aber vielleicht menschlich noch nicht so weit und psychisch auch nicht so weit. Ein zweischweiliges Schwert, muss man sich überlegen. Aber definitiv, das ist ein hart umkämpftes Feld, weil von unten wahnsinnig viele gute nachrücken und drücken. Das sieht man ja in der ganzen Sportentwicklung. Von daher ist dann Gravel auch ein gutes Auffangbecken. Was heißt Auffangbecken?
Björn: Das hört sich negativ an.
Niclas: Die Fähigkeiten, die diese Sportler ja definitiv haben, da auch zu nutzen. Die sind meistens höchstwahrscheinlich, wenn die Karriere schon ein bisschen länger ist, die Laktatbildungsrate sicher schon ein bisschen nach unten geflogen und die Sauerstoffen haben auch ein bisschen nach unten. Von daher auf so ein langes Ding, ich meine Trucker, wie lange fahren die da? Sechs Stunden plus. Da kommt das diesen Sportlern natürlich total entgegen.
Björn: Absolut. Ich muss sagen, die meisten Travel World Series Rennen bewegen sich ja zumindest für die Topfahrer irgendwo zwischen 3 Stunden 30 und 4 Stunden. Die sind ja meistens nicht so lang. Aber diese außerhalb davon, die Rennen Die sind halt, finde ich, wirklich interessant. Also jetzt zum Beispiel das Trucker. Und eigentlich, muss ich sagen, die richtige Gravel-Szene findet ja eigentlich auch in den USA statt. Also mit dem Lifetime Grand Prix. Und das finde ich so ein bisschen schade, dass es halt auf der einen Seite den Lifetime Grand Prix in den USA gibt und auf der anderen Seite halt, ich sage jetzt mal so, für die Europäer, Blöd gesagt, die UCI Gravel World Series. Und dass man da nicht quasi einen echten Wettkampf findet, wo die USA-Jungs auch sagen, okay, wir kommen rüber oder die Europäer, sie gehen halt rüber. Das machen ja nur wenige. Ich glaube, Paul Voss und Vakoc sind so... Ah, und Don Ockelund. das sind so die drei, die mir einfallen, die halt auch wirklich in die USA gehen und halt auch die großen USA-Rennen mitfahren und dort halt auch in den Sieg mitkämpfen können, wenn Keegan einen schlechten Tag hat.
Niclas: Das fährt er eigentlich wieder.
Björn: Ja, Keegan fährt wieder und Keegan gewinnt auch wieder.
Niclas: Hat er jetzt. Er sitzt wieder auf dem richtigen Rad.
Björn: Er sitzt wieder auf dem richtigen Rad. Der hat Sea Otter, glaube ich, relativ dominant gewonnen. Was ja immer so das erste Rennen vom Lifetime Grand Prix ist und auch echt krasse Werte gefahren werden. und danach das Rennen glaube ich auch direkt gewonnen und dann das letzte hat glaube ich Matthew Beers gewonnen den Belgian Waffle Ride ist halt auch krass also ich finde bei Beers auf einem Gravel Rad sieht irgendwie falsch aus weil dieses Rad so minimalistisch unter ihm aussieht und der Typ ist einfach groß, schwer der war mal auf der Straße unterwegs und tritt dumm viel Watt für welches Team ist der auf der Straße gefahren?
Niclas: ich glaube für UAE
Björn: Nein, echt?
Niclas: Ganz am Anfang, ja. Krass. Oder ich bin mir nicht sicher, aber irgendwie habe ich das in Erinnerung. Aber der kann doch auch einfach stundenlang von vorne fahren, oder? Aber wenn du nicht gut genug bist, dann reicht es halt nicht. Dann musst du halt dreimal Cape Epic gewinnen. Das reicht auch nicht. Das interessiert dich nicht. Da kommt es wieder, ne? Wer kennt den Kurs denn besser als Matthew Beers? Keiner. Ja, das ist halt ein Riesenvorteil. Das ist schon krass.
Björn: Gut, hast du noch was zum Thema Gravelrennen? Das Einzige, was ich dazu noch sagen wollen würde, ist halt, teste die Aerodynamik.
Niclas: Oh ja, ich lege allen in den Ohren. Ich hatte jetzt gerade wieder einen Sportler, der hat zum Glück getestet. Gestern war ja auch Grand Prix in Nenzing, Vorarlberg, UCI 1.2, glaube ich. Und da hat dann einer, der hat vorher Aerotesten gemacht, was echt cool war. Und es ging eine Gruppe, eine etwas größere Gruppe, und der musste halt ranspringen. Und er sagte, es ging, ich bin oben am Berg drüber attackiert und bin dann in die Aeroposition gegangen, die ich getestet hatte mit 25er CDA-Welt, was schon echt ganz cool ist für Straßenrad. Ist jetzt auch nicht der größte Fahrer der Welt. Und er sagte, ich konnte es einfach zudrücken. Er sagte, das hätte ich halt ohne dieses Wissen, hätte ich es halt nicht gekonnt. Und das ist halt so brutal. Wenn du eine Aeroposition hast, wo du weißt, okay, die kann ich halt, die ist zwar extrem, aber die kann ich jetzt fünf Minuten fahren. Und schließt damit die Lücke. Ey, das ist doch der Hammer. Oder ich bin jetzt irgendwie vorne in der Verfolgung raus, beziehungsweise in der Spitzengruppe und kann diese Position, weiß ich, die kann ich halt 30 Sekunden im Wind drücken und dann gehe ich wieder hinten rein. Das ist ein Traum. Immer testen. Alles testen.
Björn: Also ich glaube, gerade im Gravel-Sport unterschätzt man das so ein bisschen, weil man denkt, ja, ist ja Offroad, ist ja nicht so wichtig. Aber du hast halt auf einem Rennen wie Aachen, glaube ich, irgendwie ein 35er-Schnitt über den Rennen. Klar hast du dann ein paar Passagen, die natürlich durch den Wald gehen und wo es hoch und runter geht, wo es dann nicht so drauf ankommt, wo du dann halt auch dein Rad schon noch so bauen musst, dass du das gut handeln kannst, gerade Offroad. Ja. Aber dann sind halt auch Passagen, wo du einfach wirklich aerodynamisch auf deinem Rad sitzen musst. Gerade wenn du jetzt aus einer Gruppe rausfällst oder zu einer Gruppe wieder hinspringen willst. Du musst wirklich gut aerodynamisch sitzen, weil es macht einen echt großen Unterschied, wenn du im flachen Halt 40 fährst. ob du eine Schrankwand bist oder ob du dich klein kriegst und ob dann auch diese kleine Position auch wirklich schnell ist. Und das weißt du halt nur, wenn du es getestet hast. Und ich glaube, das ist sowas, was viele Fahrer unterschätzen und einfach nicht machen, weil es ihnen nicht so bewusst ist, dass halt... Und es ist ja echt nicht schwer, das ordentlich mal ein bisschen durchzutesten. Welcher Helm passt denn? Macht ein Einteiler einen Unterschied? Dann diese... Unterhemden, die du teilweise unter den Einteiler ziehen kannst, wo deine Arme nochmal aerodynamischer werden, Schuhüberzieher, Arme rasiert, Beine rasiert, welche Flaschen hast du am Rad, wo ist deine Hydration positioniert, hast du eine Trinkblase, hast du einen Rucksack, zwei Flaschen, drei Flaschen am Rad, keine Ahnung.
Niclas: Immer testen. Es ist so hochgradig individuell. Also es ist auch so, man kann nicht pauschal sagen, das ist scheiße. Vielleicht kann man sich ein bisschen rauslehnen. Also ich meine, Windjacke ist immer scheiße. Windweste ist auch immer scheiße. Offen vor allem. Genau, offen vor allem. Also super Idee. Also Windweste, Windjacke sind immer scheiße. Das ist so diese Abrisskante einer Wildweste ist immer scheiße. Macht wirklich langsam. Also wirklich, wirklich langsam. Aber auch da testen, testen, testen und kostet nichts. Also kostet 25 Euro. Einmal rausgehen, sich damit auseinandersetzen und dann kriegt man halt mal schnell 20, 30 Watt geschenkt.
Björn: Absolut.
Niclas: Was Hammer ist. Und da muss man nicht mal, und das sagen wir ja auch immer, Material großartig testen, sondern Position testen. Wir haben ja jetzt, haben wir ja Jetzt kommen wir wieder zum Crazy Race. Abgesehen vom Trucker ist er jetzt auch zeitgleich Race Across Italy. Und da fährt der Daniel Steinhauser wieder, der ja bei dem ersten Versuch jetzt vor zwei Jahren knapp gescheitert ist. Mit Magen-Darm-Beschwerden sich, glaube ich, noch am zweiten Platz ins Ziel gequält hat. Letztes Jahr Fett in Führung, alles mega, mega, mega. und dann ist sein Materialfahrzeug kaputt gegangen, also hinten, die haben einen Unfall gebaut, Katastrophe, ein bisschen Führung und Und dann durfte er nicht weiterfahren, weil ohne Support darfst du nicht weiterfahren.
Björn: Ah, ist das wie bei Race Across America?
Niclas: Ja, ja, genau. Da haben sie das Wohnmobil gegen die Leinplanke gesetzt. Ich meine, das ist auch so richtig scheiße, so bitter. Naja, und jetzt ist der dritte Punkt, aber der ist halt aerodynamisch ziemlich durchoptimiert worden über die letzten zwei Jahre und fährt halt mit einem dementsprechend niedrigen CDA-Wert durch die Gegend. Wechselt das Rad halt permanent, also da wo es sich halt lohnt, fährt er auf dem Zeitfahrrad. Ich weiß nicht wie viele Kilometer, ich glaube wir haben 500 angesetzt. Und die anderen 250 fährst du halt auf dem normalen Straßenrad. Und das macht halt total viel aus. Und das ist geschenkte Geschwindigkeit.
Björn: Ja.
Niclas: Machen.
Björn: Absolut. Ich fand es super geil zu sehen in einem Dylan Johnson Video, wie zum Beispiel auch die Felge einen Einfluss darauf hat, wie der Reifen wiederum aufbaut. Und dann wiederum gibt es halt, wo zum Beispiel ein breiterer Reifen einfach besser mit der Felge abgeschlossen hat wie ein schmalerer Reifen und dann der breitere Reifen vom Rollwiderstand besser war und von der Aerodynamik besser war. Das ist halt auch so geil zu sehen. Das geht dann natürlich schon ins Geld, wenn du halt einen neuen Laufradsatz kaufen musst, um sowas überhaupt testen zu können. Aber grundsätzlich sind es halt so Sachen, die man halt einfach testen kann. Okay, welcher Reifen passt denn vom Rollwiderstand her, welcher Reifen passt denn von der Aerodynamik her. Wie ist meine Position? Welche Kleider trage ich? Welchen Helm? Handschuhe? Es gibt so viele kleine Sachen, die du da testen kannst und machen kannst, die nicht so viel Geld kosten.
Niclas: Gibt es eigentlich noch diese Gummilippen, die man zwischen Felge und Reifen presst? Ich weiß nicht mehr, welcher Hersteller das war. War es Michelin? Ich weiß es nicht mehr. Keine Ahnung. Also, dass diese Kante halt nicht mehr großartig da ist, ist, glaube ich, auch verboten worden von der UCI. Aber es gab eine Zeit lang Leute, die haben sich dann Silikon dazwischen geschmiert.
Björn: Wird das nicht immer noch im Cyclocross-Sport gemacht, dass du quasi deine Reifen nochmal von außen abklebst?
Niclas: Ja, das kann sein.
Björn: Damit er dir nicht von der Felge springt?
Niclas: Das kann gut sein. Aber... Diese Kante zwischen Felge und Reifen, dass man die so ein bisschen weg macht. Dafür gab es extra so ein Gummi-Ding, das da drin war. An einem Reifen, ich weiß nicht mehr, welcher Hersteller das war. Ich bin mir sicher, das ist nicht sicher. Aber ich glaube, es war Michelin, die hatten da so ein Gummi-Ding für. Ja, aber es ist dann auch wieder so verschwunden. Okay. Ja, ganz kurz, wenn wir jetzt schon so ein bisschen Material, klar, Lenker, Pipapo, müssen wir nicht drüber reden, Übersetzung abhängig vom Terrain, dann Reifenwahl auch abhängig, Kette und so weiter. Saubere Antrieb, frische Kette, gewachste Kette. Alles durchgewachst, bitte, damit der ganze Mist noch nicht hängen bleibt. Und dann Batterien bitte geladen, Akkus geladen. Classic, ne? Kommst mit leeren Akkus an. Uh, ich hab nicht mehr geschaltet.
Björn: Ja, vor allem, gerade wenn ihr SRAM fahrt, auch mal in der App checken, wie viel eure Schaltgriffe noch haben.
Niclas: Ja. Ja. Ich bin ja ein Anachronist. Ich fahr ja alten Scheiß. Ich fahr ja gerne immer noch mechanisch, weil ich faul bin und mir wenig Gedanken machen möchte. Ich fahre ja auch immer noch gerne mal Felgenbremse, weil es ist halt alles idiotensicher. Wenn es kaputt geht, geht es halt kaputt. Ich fahre auch kein Tube, also Mountainbike fahre ich natürlich tubeless, aber auf dem Straßenrad fahre ich halt auch kein tubeless, weil ich keinen Bock habe, Reifen zu wechseln unterwegs. Es nervt mich kolossal an. Es gibt nichts Schlimmeres. Von daher bin ich da klassisch mit Schlauch unterwegs. Auf meinem Tandem genauso. Ich fahre, da fahre ich aber diese coolen Schläuche. Ey, ich bin Tandem-Fan.
Björn: Ich wüsste, dass du mal mit irgendeinem krassen Sportler von dir, du steuerst vorne und er tritt einfach hinten nur und dann irgendein Tandem-Rennen gewinnt. Das wäre so geil.
Niclas: Und dann aerodynamisch durchoptimiert. Ich hatte schon, das ist mein fünftes Tandem.
Björn: Okay, du hast Erfahrung in Tandems.
Niclas: Ich liebe Tandem fahren. Tandem ist das Geilste. Wieso ich das Tandem habe, ist eigentlich ganz simpel. Meine Frau fährt nicht so schnell Fahrrad wie ich. Und früher war der Unterschied halt noch eklatanter. als ich noch wirklich schnell Rad fahren konnte. Und ja, dann haben wir halt uns überlegt, wir kaufen uns ein Tandem. Dann haben wir uns erst mal eins ausgedient. Da war ich ja noch bei der Bike, bei dem Bike Magazin. Und das fanden wir ganz geil. Und dann haben wir uns gekauft. Mein erstes war ein Canon DL, ja. Das war ganz cool. Damit sind wir dann auch, haben wir so, bevor wir geheiratet haben, haben wir eine Durchquerung Deutschland, Dänemark bis nach Schweden hoch. Mit einem Tandem. Mit einem Tandem, ja. Und nur gezeltet. Ich glaube, einmal waren wir im Hotel, als das Wetter so katastrophal war. Und das war wirklich, das war auch, ey, das Zelt, das war halt so ein, da muss man sich schon sehr lieb haben, wenn man in diesem Zelt schlafen kann. Dabei muss ja alles super leicht sein. Ich glaube, so ein Hogan Ultralight von VAUDE, also das ist, da passen die Isomatten knapp rein. Genau, und dann hatte ich irgendwann Stevens. Das war aber nicht so geil, weil der Lenkwinkel scheiße war. Also das hat mich wirklich gestört. An sich war das Rad ein total schönes Rad, aber der Winkel war so scheiße, das Rad ist nicht mehr so weggekippt. Vollkommen unangenehm. Und jetzt, ich wollte ein Rennrad-Tandem und Rennrad-Tandems sind echt schwer zu kriegen. Beziehungsweise es gibt eigentlich, ich finde, also es gibt natürlich Santana als Hersteller, das ist so der Fahrradhersteller schlechthin, aber da bist du halt immer fünfstellig dabei. Also meistens. Und das, was du gebraucht hast, ist halt echt schon tausend Jahre alt und nicht mehr geil. Cannondale hat früher tolle Rennrad-Tandems gebaut, stellen sie aber, glaube ich, gar nicht mehr her. Zumindest findest du die nicht. Und da kriegst du ja auch nur noch gebraucht und auch viel zu viel Geld. Und ich habe bei der WM in Innsbruck, Straßen-WM, ganz zufällig, ich weiß gar nicht mehr, wo das war, in Garmisch oder so, so ein bisschen wieder irgendwie durchgefahren, habe ich ein Rennrad-Tandem gefunden von der Firma Chaka. Ich weiß nicht, ob du die kennst. Ich kenne gerade Santana nicht. Ach so, ja, Santana ist der Shit. Also da gibt es so richtig geile, so Titan mit Carbon und so, richtig, richtig fett. Santana veranstalten auch so Santana-Reisen. Dann fliegen die irgendwie nach, reiche Amerikaner fliegen dann nach Europa und machen dann 14 Tage Urlaub und fahren mit ihren Santana-Tandems durch die Gegend. Also die sind wirklich schon cool, die kannst du auch so zerlegen und so. Ich glaube Richie hat glaube ich auch noch ein Tandem.
Björn: Alter, ist das ja die Preise. Wolf Carbon, 12,6 Kilo für ein Carbon-Tandem. Weißt du, was das Ding kostet? 25.000? 21.000. Das ist geil, oder?
Niclas: Hey, das sind ja eigentlich zwei Räder, oder?
Björn: Ja, genau.
Niclas: Aber es gibt noch einen tschechischen Hersteller, Duratec.
Björn: Okay.
Niclas: Und die sind cool. Also das wäre so meine Wahl jetzt. Die sind auch preislich ungefähr ein Viertel davon. Die sind echt cool, wenn nicht sogar noch weniger. Aber zumindest habe ich dieses Chaka-Tandem mit komplett 105er richtig günstig schießen können. Und seitdem fahren wir das. Es ist ein super Rad. Das gefällt mir total gut. Ich glaube, die gibt es ja gar nicht mehr, den Hersteller. Die einzige Person, die diesen Hersteller kannte, war Mieke Kröger. Sie sagt, ah, cool, Chaka. Haben wir die früher auch gefahren. Hatten wir in unserem Team XY. Die kommen irgendwo aus der Pott-Gegend. Genau. Und seitdem fahre ich das, aber das nächste wird höchstwahrscheinlich ein Duratec werden. Du bist auf Santana, oder? Du bist fasziniert von Santana?
Björn: Ja, ich finde es gerade super krass, was die für Bremsscheiben auf dem Carbon-Teil haben.
Niclas: Das ist geil, ne? Das ist geil.
Björn: Die Bremsscheibe ist ungefähr... Das ist ein Pizzateller. Ja, genau. Das ist krass. Das ist wirklich ein Pizzateller. Also, Downhill-Bremsscheiben sind scheißdreck dagegen. Ja, genau. Die sind halt richtig groß. Alter, wie Ja, okay, das wäre, glaube ich, schon lustig. Ich finde das immer krass, wenn du bei irgendwelchen großen Mountainbike-Marathons am Start stehst und dann siehst, dass die Strecke, die du gerade mit dem Cross-Country-Fully fährst, Leute mit einem Tandem runterfahren oder fahren. Wo ich mir denke, sag mal, habt ihr den Schuss nicht mehr gehört? Seid ihr irre? Ihr sterbt dabei doch.
Niclas: Tandem auf der Fläche ist geil. Ja, auf der Fläche, aber doch nicht im Trail. Nee, im Trail nicht. Im Trail finde ich es scheiße. Also es gibt so Sachen, die sind echt ätzend im Tandem. Also das macht doch auch keinen Spaß mehr, oder? Nein, also das ist so, also bergauf Tandem ist echt, also da müssen halt beide fit sein. Ist einfach so. Das ist auch unangenehm, weil der Schwächere oder der Stärkere muss immer den Schwächeren hochziehen. Das nervt. Ich hatte das auf unserer langen Tandem-Tour mal, wir sind da so eine steile Rampe hochgefahren. Und dann hatten wir Gepäck drauf, keine Ahnung, 15 Kilo, 20 Kilo. Und das war halt so steil, dass meine Frau das halt aus eigener Kraft selber mit dem Fahrrad hätte gar nicht fahren können. Und es gab dann so eine Stelle, da habe ich gesagt, pass auf, du gehst runter, ich fahre das Rad jetzt hoch. Das ist einfacher für mich, als wenn du mit drauf sitzt. Dann habe ich das Rad halt hochgefahren. Das ist halt 30 Kilo Rad hochgefahren. Das geht schon. Ne, also Tandem. Übrigens auch, jetzt weichen wir ganz schön ab. Das Thema ist doch eh schon durch. Stimmt, fällt uns einfach nach 10 Minuten ab. Auf der Fläche ist halt Tandem killer. Du hast halt Windwiderstand, ist halt, wenn von frontal, ist halt geil. Und du ballerst da halt immer schön 40 durch die Gegend zu zweit. Das läuft schon ganz gut. Und musst halt gute Reifen drauf haben, stabilere. Ich glaube, ich habe so Conti irgendwas so mit allen Pannensicherheitssachen, die es so gibt. Sonst der Four Seasons war auch immer ganz cool früher. Der hat auch gut funktioniert. Und für alle, die unterschiedliche Leistungskategorien in der Partnerschaft vereinen, macht ein Tandem total Sinn. Finde ich auch besser als E-Bike, weil man kann immer ein E-Bike, ist halt bei 25 Schluss, meistens. Und der Sicherheitsaspekt ist auch, finde ich, echt ganz cool, weil der vorne sitzt, der kann in der Regel auch schon relativ gut Radfahren. Und dann musst du halt nicht permanent warten. Wenn du mal mit 80 irgendwie so eine Abfahrt runterknallst, dann musst du nicht 10 Minuten warten, weil die andere Person dann mit 30 runterzuckelt und die Bremsscheiben durchkocht.
Björn: Man muss aber auch sagen, die andere Person hinten muss bereit sein, mit 80 mit einem Tandem eine Abfahrt runterzuhacken.
Niclas: Ja, kenne ich. Augen zu. Björn, ich habe jetzt die Augen zugemacht. Ich weiß gar nicht mehr, was passiert. Ich höre, es ist nur noch ganz laut. Nicht gucken.
Björn: Ich glaube, ich will mal Tandem fahren. Tandem ist mega. Okay, ich glaube, lass mal Santana anschreiben. Wir brauchen ein Tandem.
Niclas: Oder Duratec. Jetzt geht es Duratec ein. Alle sind live dabei.
Björn: Moment, da kommt erst mal Duratec Laborbedarf.
Niclas: Nee, mit C. Nur C. Nicht Kirchholm Tech. Da kommt der Fumetscher. Mit dem habe ich gestern auch nachgedacht. Übern Fumic? Ja.
Björn: Der ist jetzt sportlicher Leiter bei... Cannondale? Bei Cannondale, ja.
Niclas: Oh, Wunder. Fumic. Aber sie fahren nicht mehr Flatterhosen. Ich glaube, dadurch hat er sich... Sein WM-Viertenplatz, ich glaube, es war in Norwegen, hat er, glaube ich, durch die Flatterhose verloren. Nee, da ist er gar keine Flatterhose gefahren, glaube ich.
Björn: Der ist auch in Pietermaritzburg damals Zweiter geworden, hinter der Schulter. Da ist er noch Flatterhose gefahren. Ja, Flatterhose ist halt Schwachsinn. Er hätte Weltmeister werden können.
Niclas: Ja. Der hätte besser fahren können ohne Flatterhose. Definitiv.
Björn: Das Duratec hier hatte ich sogar schon mal im Bikefitting, sehe ich gerade. Ich kenne das Rad. Ich hatte schon mal einen Paralympic-Athleten. Den haben wir auf seinen Tandem eingestellt. Geil, die Skips mit Rockshox-Gabel. Okay.
Niclas: Gut, wir hören mal auf. Ich habe nämlich schon das nächste Thema im Kopf. Ich hätte jetzt gerne angefangen, über diese Human Power Vehicles zu sprechen, also über diese Liegeräder, die vollverkleidet sind. So Milan und wie sie alle heißen.
Björn: Alter, mit denen kannst du auch so dumm rumbolzen.
Niclas: So 120 Watt und fährst halt die ganze Zeit 45.
Björn: Ja, auf dem Terranova Speedway hat ab und zu jemand damit rum, wo ich mir auch denke, das Ding rauscht einfach an dir vorbei.
Niclas: Irgendwas so. Ja, da müssen wir mal jemanden einladen. Ich habe übrigens zwei neue Gäste. Kann ich schon mal ankündigen? Wir haben noch mal Michael Liebesen im Podcast. Okay. Wir werden nur über Heat, Heat, Heat sprechen. Was mache ich bei großer Hitze? Wie bereite ich mich darauf vor? Was kann ich machen?
Björn: Da müssten wir aber eigentlich vorher mal noch eine Folge auf Deutsch machen, um überhaupt Heat-Training... Nee, nee, nee.
Niclas: Wir machen nicht Heat-Training. Wir machen, was mache ich bei Hitze. Nee, machen wir auf Englisch. Wir sind ein internationales Publikum. Kriegen wir hin. Sorry, so viel Arbeitsaufwand. Das tue ich mir jetzt nicht an. Und dann machen wir noch einen mit Raúl Celdrán von Cajarural. Ja, okay. Ist dort der Nutritionist und ist auch bei Klimatisa Coach. Ist auch, arbeitet zusammen mit Javier Solar sehr viel. Die haben ja zusammen die Firma Nature Training, glaube ich heißt es. Genau, den haben wir auch noch rein und dann gibt es auch nochmal Special Guest bei Gelegenheit. Aber die beiden werden so in den nächsten Wochen kommen, weil wir ja Anfragen haben, dass wir auch mal wieder englische Podcasts machen, was wir uns total gerne machen.
Björn: Gut. Sehr gut. Perfekt. Dann heute ein bisschen wilde Folge Tempotraining, Gravel und Tandem. Das ist geil. Perfekt. Vielen Dank fürs Zuhören, wenn noch jemand zuhört. Und dir Björn noch einen schönen 2. Mai. Genau. Ich gehe jetzt Blumen kaufen. Ah, super. Ich mache Carbo-Loading. Wir hören uns. Ciao.