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Episode #12

Wie analysiere ich mein Trainingsjahr?

08. October 2024

Die Offseason läuft auf Hochtouren, und es ist der perfekte Moment, um auf das vergangene Jahr zurückzublicken. In dieser Folge sprechen Björn und Niclas darüber, wie man sein Trainingsjahr sinnvoll analysiert, welche Schlüsse sich daraus ziehen lassen und wie man Rennen gezielt auswertet. Wir freuen uns auf euer Feedback und die wirklich wichtige Frage ist, mit welchem Superhelden könnt ihr euch identifizieren?

Transkript

Björn: Willkommen zum Aerotune Podcast, wo sich alles um Ausdauersport und Training dreht. Hier geben euch Sebastian Schluricke, Björn Kafka und Niklas Ranker wertvolle Tipps und Einblicke, die euch helfen, eure Performance auf das nächste Level zu bringen. So Björn, herzlich willkommen zu einer neuen Folge.

Niclas: Sehr schön, ich bin bereit mit 31 Minuten Verspätung. Vielen Dank fürs Warten.

Björn: Kein Problem.

Niclas: Die Welt musste gerettet werden. Ich war nicht daran beteiligt. Ich habe andere Dinge getan. Von daher, neues Thema.

Björn: Neues Thema, genau. Saisonrückblick. Also, was hat man in der Saison geleistet? Was hat man trainiert? Hatte man einen Trainingsrückschritt? Was hat man vielleicht verändert? Wie sind die Rennen gelaufen? Genau. Ja.

Niclas: Das ist ja bei Radsportlern und Ausdauersportlern, Triathleten allgemein so. Der gute Vorsatz ist nicht am 31. Dezember, sondern der ist Anfang November. Man zieht einmal einen roten Strich unter die Saison und sagt, das war nicht gut, das war gut. In der Regel sagt man, das war nicht gut. Ausdauersportler sind ja grundsätzlich Pessimisten, glaube ich zumindest, sonst würde man nicht Ausdauersport betreiben, weil wer will schon freiwillig fünf Stunden im dauerigen Rad fahren und schon psychisch ein Problem haben. Von daher reden wir grundsätzlich über Pessimisten. Und um das Ganze mal ein bisschen aufzudröseln, haben wir uns Gedanken gemacht und mal geschaut, wie ich bei Sportlern so eine Analyse mache. Das ist immer ganz nett, weil ich mich dann auch selber so ein bisschen hinterfrage, was schaue ich mir an, was schaue ich mir nicht an. Grundsätzlich schaue ich nicht immer alles gleich an. Also jemand, der schon, keine Ahnung, 5% Körperfett hat, als Worldtour-Profi, da rede ich jetzt nicht über das Gewicht. Von daher verlagert sich das Thema der Analyse immer auf verschiedene Schwerpunkte, die für den Sportler spannend sind, beziehungsweise für mich spannend, Stichwort Low Hanging Fruits, wo ist Potenzial, wo ist nicht Potenzial, da ist grundsätzlich der Weg der Analyse sollte dahin führen, was können wir besser machen und was kann man vor allem schnell besser machen und vor allem nicht mit dem Rotstift dran alles schlecht, sondern was war gut, was war, wo ist Potenzial, sagen wir es mal so.

Björn: Ja, und auch so ein bisschen, finde ich immer interessant, auch die Meinung von dem Sportler zu hören. Also was sind vielleicht Punkte, die er anbringt? Also wo hat er sich zum Beispiel sehr gut gefühlt? Wo dachte er, hätte er die beste Form vielleicht gehabt? Wo hatte er vielleicht von den Daten her aber wirklich die beste Form? Mhm. Was war vielleicht aus seiner Sicht das beste Rennen? Was war vielleicht aus der Trainersicht das beste Rennen? Das finde ich eigentlich auch immer ganz interessant, weil das, finde ich zumindest, mir relativ oft auffällt, dass der Sportler eine andere Meinung darüber hat, wann er am besten in Form war, als manchmal die nackten Daten das einfach sagen.

Niclas: Ja, definitiv. Und auch da dieser... negative Bias. Manche Sportler haben, wenn irgendwas nicht so richtig geil lief, war alles scheiße. Ich habe immer das Gefühl, es gibt zwei Arten von Sportlern. Es gibt die, die sich selber schlecht reden. Und die sagen, der Trainer ist schuld. Zum Glück habe ich da in der Regel ganz wenig von. Bis gar nicht. Weil ich mache ja keine Fehler. Der Trainer ist nicht schuld. Der Trainer ist nicht schuld. Nein, aber das muss man erstens, wenn man so eine Analyse macht, als Trainer und die präsentiert, muss man mit Kritik leben können. Und man muss in der Lage sein, das ist natürlich schwer, das irgendwie objektiv beurteilen zu können. Und sich vor allen Dingen auch dazu wappnen, das auch mit Zahlen, Daten und ähnlichen... zu unterlegen, was war gut, was war nicht so gut, nach dem Motto, dein Training war scheiße. Das lasse ich in der Regel nicht gelten, das passiert zu mir auch nicht. Von daher, ich finde es wichtig, genauso wie Trainingsinhalte, die man einem Sportler vermittelt, dem Sportler zu erklären, wie so etwas nicht so funktioniert hat, eventuell sogar das nochmal zu unterlegen mit Studien oder guck mal hier, da und das ist das passiert, guck mal auf deine Daten, auch deine Schlafdaten und du hattest Stress und so weiter, dass man da so ein Gesamtbild sich überlegt und nicht sagt, das war halt scheiße, weil Tagesform war nicht gut oder du hattest halt, keine Ahnung, irgendwie sowas, nichts an den Hand herbeigezogen. Das ist ähnlich wie Training. Wir machen jetzt Schwellentraining, weil Keine Ahnung. Wir wollen das und das erreichen. Und das ist dann, ich erlebe manchmal, wir machen Schwellentraining, damit deine Schwelle besser wird. Ist das überhaupt wissenschaftlich belegt? Kann man das? Das geht vor allen Dingen um, und da ist so ein Jahresrückblick für mich immer spannend, um das Verhältnis zu Sportler und Coach. Also da ist jemand, der macht sich mal wirklich Gedanken. Ich bin mit Sicherheit nicht immer der Allerbeste, der zu erreichen ist. Und solche Tage sind dann immer wichtig, dass man merkt, okay, der Sportler kriegt schon mit, dass ich mir Gedanken über ihn mache. Das, finde ich, ist ein wichtiger Punkt, dass die schon mitkriegen, diese Person, auch wenn in meinem Fall nicht immer super zu erreichen ist, dass man da mitkriegt, dass ich trotzdem an sie denke.

Björn: Ja, absolut. Also ich glaube, einer der größten Punkte für einen Sportler ist, glaube ich, dass er dir einfach vertrauen muss. Und wenn du zeigst, okay, ich sehe, was du da machst, ich sehe, welchen Fortschritt oder auch welchen Nicht-Fortschritt wir gemacht haben und ich habe mir deine Daten angeschaut, dann gibt das halt Vertrauen zu dem Sportler, weil er weiß, okay, du beschäftigst dich damit. Und ich finde, gerade bei neuen Sportlern, die man hat, muss man das manchmal am Anfang so ein bisschen unter Beweis stellen, dass man ihnen zeigt, okay, hier, ich schaue mir deine Sachen an, ich mache mir Gedanken darüber. Und dann habe ich mittlerweile Sportler, die halt einfach wissen, okay, der macht seinen Job gut, der weiß, was er da tut und dann... Ich würde jetzt nicht sagen, dass sie blind hinterherlaufen und einfach machen, was ich sage, aber es fällt ihnen leichter. Und ich glaube, diese Vertrauensbasis muss man sich auch über solche Gespräche dann einfach mit einem Sportler holen.

Niclas: Ja, definitiv. Was auch... Wichtig ist, ist... Oh, jetzt muss ich leider ganz kurz an die Tür. Das ist nämlich ein wichtiges Paket Laufräder. So, du darfst einen Monolog weiterführen.

Björn: Einen Monolog weiterführen. Wunderbar. Ja, also ich glaube grundsätzlich sollte sich der Sportler wie auch der Coach über so einen Saisonrückblick einfach Gedanken machen. Im Optimalfall schreibt man sich ein paar Notizen auf. Gerade sollte sich auch der Sportler die Notizen machen. Was sind denn vielleicht Sachen, die er sieht? Also wo sieht er Verbesserungspotenzial? Schlaf, Ernährung. Wenn er der Meinung ist, am Training könnte man was verbessern, vielleicht einfach sauber in den Zonen fahren. weniger Trainingspausen haben, gesünder durch eine Saison kommen, solche Sachen haben wir auch schon mal in der letzten Folge angesprochen, dass man Wenn man zum Beispiel gesundheitliche Probleme hat, auch mal zum Arzt gehen sollte und ein Blutbild machen sollte. Solche Sachen sollte sich der Sportler auf jeden Fall Gedanken drüber machen und der Trainer genauso. Und jetzt ist Pierre noch wieder zurück.

Niclas: Ja, tut mir leid. Ich habe neue Laufräder gekriegt. Was ich sagen wollte, bevor es geklingelt hat, ist Achtung! Ohren auf. Jetzt wird es ein bisschen, jetzt treffen wir nur eine kleine Zielgruppe, nämlich die Trainer, die jetzt zuhören. Grund Nummer eins für Trainerwechsel ist immer, ich habe meinen Trainer nicht erreicht und wir kommunizieren nicht richtig. Ich habe das Gefühl, der kümmert sich nicht um mich. Das ist Grund Nummer eins. Du kannst das beste Training der Welt schreiben, wissenschaftlich belegt, alles super. Wenn der Sportler das Gefühl hat, Du bist nicht für ihn da. Du guckst dir das nur so mit halbem Auge oder gar keinem Auge an. Dann bist du raus aus dem Spiel. Dann wechseln die. Von daher, ihr müsst kein geiles Training machen. Oder doch, ihr müsst schon ein gutes Training machen, bitte. Ihr solltet niemanden an die Wand fahren. Aber Trainer-Sportler-Bindung ist vor allen Dingen Kommunikation. Füreinander da sein. Das sehe ich immer. So, jetzt weiß ich nicht, was du gesagt hast, aber sollen wir jetzt mal so ein bisschen reintauchen... was ich mir so anschaue, worüber ich mir Gedanken mache?

Björn: Ja, voll. Ich hatte eigentlich einfach nur gesagt, welche Gedanken sich zum Beispiel der Sportler machen sollte. Okay. Aber fang du einfach mal an mit deiner Analyse, wie du das machst.

Niclas: Ja. Bevor wir so technisch werden, frag ich mich immer, sind wir besser geworden?

Björn: Ja, lässt sich ja normalerweise auch relativ leicht an Zahlen festmachen.

Niclas: Richtig, ja. Das machen wir gleich nochmal im Detail. Aber grundsätzlich bin ich besser geworden. Sind die Ergebnisse besser? Das würde ich noch viel breiter fassen. Bin ich gesünder? Geht es mir insgesamt besser? Wie ist meine Lebenssituation? Und das nochmal ein bisschen weiter oder mehr im Detail würde man sagen, schlafe ich besser? Ist meine Herzfrequenz anders? Habe ich Gewicht verloren? Habe ich Gewicht zugenommen? allgemeinen Fokus auf Gesundheit und Wohlbefinden. Das ist so das Erste, was ich mir anschaue, bevor ich anfange mit Trainingszeit, Distanzen, Energie, bla bla bla, sage ich, wie geht es denn uns allgemein? Und wenn man da sagen kann, ist okay, dann ist da schon mal 90% richtig gelaufen. Die erste Frage, immer. Besser geworden, nicht besser geworden. Fertig.

Björn: Absolut. Also gerade dieses mit, ist man gesund geblieben, ist finde ich bei den meisten Sportlern ja auch, gerade im Amateur- und Hobbybereich, ein Riesenpunkt. So mit Familie, mit einem 40-Stunden-Job oder vielleicht mehr. ist es halt auch einfach super schwierig, auch noch, keine Ahnung, 10 bis 15 Stunden zu trainieren und dann ein ganzes Jahr gesund zu bleiben. Also hatte ich gerade gestern einen Athleten, mit dem ich das Gespräch hatte, dass, ich sag mal, das größte Problem in der Saison, was jetzt kein Riesenproblem war, aber war einfach eine Krankheit zu einem sauunkünstigen Zeitpunkt, die dann mehr oder weniger die gute Trainingsleistung halt in den Schatten gestellt hat. Ja.

Niclas: Wenn man das hat, ist dann immer die Frage, wieso wird dieser Sportler, Sportlerin so oft krank? Ist es zu viel? Macht die Person zu viel? Ist das Training vielleicht nicht optimal geplant? Ist an der Ernährung irgendwas schief? Soll ich darüber irgendwas machen? Gibt es andere Gründe? Keine Ahnung, Schimmel im Haus? Es gibt ja echt abstruse Dinge, mal Blutbild anschauen zu lassen, weil... Jede verlorene Trainingswoche, also sagen wir mal, du bist krank, erkältet, dann kannst du eigentlich generell davon ausgehen, dir fehlen am Ende des Tages, zumindest in der gleichen Trainingsqualität, fehlen dir 20 Tage. Du bist sieben Tage irgendwie krank, da kannst du kaum was machen und dann brauchst du halt Plasma-Volumenverlust, Schlag-Volumenverlust, bla bla bla, Cardio-Output runter, ab Tag 20 bist du wieder da, wo du 20 Tage vorher warst. So hart ist das. Deshalb Minimierung von Krankheiten, ähnlichen Gedöns ist Formboost Nummer 1. Und dann lieber auf eine Stunde Training verzichten in der Woche, dafür aber dreimal im Jahr weniger krank sein, dann habt ihr schon den ersten Riesenfortschritt. Also das definitiv Krankheit. Bin ich krank? Bin ich nicht krank? Was kann ich daran eventuell verbessern?

Björn: Und an dem Punkt finde ich es halt immer interessant, dass ein Athlet, der das verstanden hat, dir auch öfter das Feedback gibt, ja, ich habe jetzt hier meine Stunde gekürzt, weil es wurde mir zu viel, was ich tendenziell sogar besser finde, weil nur der Athlet weiß, wie stressig ist meine Woche, wie viel war da gerade drumherum und der Athlet selbst muss halt die Entscheidung treffen, okay, da stehen jetzt vielleicht 14 Stunden, wenn ich aber nur 13 mache, dann bin ich nächste Woche gesund. Wenn ich vielleicht die Stunde länger noch draußen fahre, wo mir dann kalt wird, ich Hunger kriege oder ich zu gestresst bin, werde ich vielleicht nächste Woche krank und dann fehlen dir halt diese 20 Tage.

Niclas: Ja, Stichwort mündiger Athlet. Gute Athleten spüren halt selber, was ist zu viel, was ist nicht zu viel. Die spüren auch Trainingszonen. Da müssen wir gar nicht drüber reden. Die wissen, wo ist die Grundlage, wo ist sie nicht. Und ein Trainingsplan ist eine Idee, die auf dem besten Wissensstand des Coaches entstanden ist, dieser Plan, nach bestem Wissen und Gewissen und nach den Daten, die man aktuell zur Verfügung hat, versucht man, das beste Training für die kommende Woche zu bauen. Dass sich da eventuell was ändert zwischendrin, das kannst du am Sonntagabend oder Freitagnachmittag halt noch nicht voraussehen. Von daher... Der Athlet, Athletin, Hirn anschalten. Wenn man sich mies fühlt und vielleicht dir auch noch dein Variable irgendwie sagt, HRV ist gerade scheiße, vielleicht mal lieber ein bisschen weniger machen. Oder gar nichts tun. Oder wenn ich im Training eingehe, dann vielleicht sagen, vielleicht ein bisschen weniger. Trainer können sich ja selber nicht trainieren. Der Auffassung bin ich ja. Jetzt kleine Anekdote. Ich habe angefangen. Ich war ja krank, weil ich Kinder habe. Das ist meine Ausrede. Und Schule beginnt. Ich bin krank geworden und ich wollte eigentlich eine tolle Bikepacking Tour machen. Die habe ich mal aufgrund von Krankheit nicht machen können. Dann dachte ich mir, ich fahre jetzt wieder zu Hause mehr Rad und bin dann nach Krankheit und so langsam wieder einstiegen. Dachte ich mal, jetzt fahre ich mal wieder so, keine Ahnung, so zweieinhalb Stunden. Und wie man dann so naiv ist, Schüssel Müsli reinballern und los. Und dann hatte ich irgendwie nichts zu essen und das Malte war auch irgendwie leer, da war noch 20 Gramm drin. Da habe ich noch drei Schokoreiswaffeln mir eingesteckt und dachte, ich fahre jetzt eher so eine Gravel-Tour ist das. Das ist so Grundlage, ganz nett, so an der Isar runter. Und nach der Hälfte dachte ich so, eigentlich könnte ich jetzt nochmal zur Tankstelle und mir noch ein bisschen was zu essen kaufen. Aber dann habe ich gesagt, ey, ganz ehrlich, Björn, wo ist das Problem? Und dann fahre ich und 20 Minuten, bevor ich zu Hause bin, komme ich in so einen ultimativen Hungerast. Und zwar brutal, also wirklich so... Herzfrequenz hoch. Ich muss hier immer so einen ganz kleinen Hügel hoch. Der dauert eine halbe Minute, wenn überhaupt. Ich kam oben an, ich habe echt so über Kreuz geguckt. Mein Sohn saß noch am Essenstisch und hat so ein bisschen Hausaufgaben gemacht für Montag. Ich kam an, ich war vollkommen fertig, ich habe kein Wort mehr gesprochen. Ich habe noch nicht mal meine Klamotten mehr ausgezogen.

Björn: Das ist immer ein gutes Zeichen.

Niclas: Ich bin das Erste, was ich gemacht habe und das ist jetzt etwas, was ich nie machen würde. Meine Frau liebt Schoko-Gilet-Bananen. Ich bin da hingegangen und habe mir davon sechs Stück reingeballert. Das würde ich niemals machen. Ich war vollkommen, ich war durch. Ich war echt überkreuz. Ich dachte so, puh, okay. Dann habe ich mir diese Schoko-Gilet-Bananen reingeballert. Und dann habe ich irgendwie irgendwas anderes noch. Ich hatte, glaube ich, noch, genau, ich hatte noch so einen Saft, so einen Aloe-Vera-Saft, auch von meiner Frau. Würde ich auch nicht machen. Habe ich mir auch rausgenommen, so ein gezuckertes Zeugs halt. Und habe mich dann in meinen Schaukelstuhl gesetzt, mir so eine Steppdecke übergelegt, Klamotten nicht ausgezogen. Und saß, dann habe ich das irgendwie so langsam getrunken und dachte so, scheiße. Ich war durch, ich war fertig. Das war halt so ein klassischer Fehler von, ich höre nicht in meinen Körper. und mach einfach mal, weil ich denke, das passt jetzt schon. Von daher auch so ein bisschen, selbst mir passiert das, das eigene Körpergefühl einfach mal so überspielt, weil nach dem Motto, ey, ich kann auch so eigentlich sechs Stunden ohne Essen fahren, so früher hat man solche Sachen ja gemacht, oder einen Apfel nach drei Stunden essen und im Delirium ankommen, das hat man ja früher gerne mal gemacht, ist ja zum Glück heutzutage nicht mehr so. Und da, das war so dieser Gedanke, ich weiß es besser, obwohl ich, oder mein Gefühl sagt mir, eigentlich kann ich das, aber Objektiv betrachtet müsste ich natürlich wissen, das geht anders. Lustigerweise ist dieser Trainingseffekt nach solchen Fahrten ja immer ganz spannend. Achtung, nicht nachmachen, das ist jetzt ganz, ganz schlimm. Mein Körper macht dann so einen richtigen Switch, ja, so puff, sich so richtig komplett leer gefahren und glykolytische Rate mal so ganz kurz auf Zero gestellt. Und am nächsten Tag fährst du dann und bist dann das totale Moped. Da geht es dann auf einmal wieder. Aber ich muss sagen, ich wachte am nächsten Morgen auf und hatte so eine leichte Angst. Ich dachte so, ey, der Hunger war schon echt übel. Nicht, dass es mir nochmal passiert. Obwohl ich alles weiß. Ich weiß ja selber, wieso das passiert ist und so weiter. Bin ich mit dieser emotional aufgeladen in dieses Training gegangen und dachte so, uff, nicht, dass ich mich nochmal an die Wand fahre. Ich war dann auch schlau und der Wetter war eh scheiße an dem Tag, am darauffolgenden Bin dann in einen Café gegangen und habe mir eine Nussecke gekauft und einen Kakao getrunken und das Training ging super. Wenn man genug isst. Genau, wenn man genug isst. Immer in sich hineinhören. Fühlt sich das noch gut an? Fühlt sich das jetzt scheiße an? Natürlich nicht überinterpretieren. Und wenn man merkt, man hat A kein Bock mehr und man ist irgendwie zu platt, dann immer reduzieren. Darum geht es. Es geht nicht um die Erfüllung des Trainingsplans. Auch manche Menschen, Sportler sind ja so, der hat das jetzt aufgeschrieben, ich muss das jetzt auch machen. Da muss jetzt immer grün sein bei, keine Ahnung, TrainingPeaks oder welcher Plattform auch immer. Von daher, ja.

Björn: Funktioniert aber meistens nicht und gerade mit dem Thema Essen finde ich auch immer wichtig, Athleten beizubringen, so klar, da steht jetzt zum Beispiel bei einer Einheit 45 Gramm Kohlenhydrate drin, Wenn der Athlet aber nach zwei Stunden Hunger hat, dann fahr an die Tanke und iss, bevor du dich grau fährst, am nächsten Tag die Intervalle nicht klappen oder du vielleicht krank wirst, weil dein Körper an dem Tag halt mehr Energie braucht. Ja, dann fahr an die Tanke, Supermarkt, Bäcker, whatever und kauf dir was zu essen und iss und fahr dann erst weiter, wenn es dir besser geht oder du halt keinen Hunger mehr hast.

Niclas: Es gibt so schöne Hungerass-Stories. Ich glaube, ich... Kleiner Aufruf, schickt mal eure Hungerass-Stories auf Instagram zu euch. Ich habe noch so ein paar andere lustige auf Lager, die erzähle ich dann mal bei Gelegenheit. Es gab sehr, sehr amüsante Sachen, auch in der Zeit, als ich noch Schnellrad fahren konnte. Es sind so einige Hungeräste. Das war echt vollkommen skurril. Aber jetzt nehmen wir schon mal einen Schritt weiter. Wir haben ja ein bisschen kurz mal Reflexion, Fortschritt und Wohlbefinden, also wie geht es mir so allgemein, global betrachtet. Jetzt gucken wir trotzdem mal genauer auf die Daten, also was passiert da, was kann man nutzen und grundsätzlich ganz platt, ich gucke mir an, in welcher Plattform auch immer, ich benutze natürlich Aerotune. weil ich da über die AI auch immer sehe, wie eventuell sich die glykolytische Leistung, also VLOGMAX und die VO2MAX entwickelt haben im Schnitt. Das ist immer ein ganz cooler Indikator. Vor allen Dingen auch, welches Training hat funktioniert. Also Höhentrainingslage sieht man immer. Das gibt immer einen ziemlichen Boost dann in der VO2MAX. Das nimmt die AI richtig gut auf. Aber mal ein bisschen weiter weggesumt wieder, wie viel Zeit habe ich auf dem Rad verbracht. Wie viele Kilometer bin ich zum Beispiel gelaufen? Und das einfach mal in Vergleich zu setzen in dem Jahr davor. Und dann weiß man schon, eventuell bin ich durch mehr Volumen besser geworden. Oder durch mehr Kilometer. Das ist die erste Frage. Hast du mehr Stunden Training gemacht oder weniger? Hat es zu einem Leistungsfortschritt geführt? Ja oder nein? Erste total banale Frage. Wir beide haben uns ja vor kurzem in einem großen Zoom-Call getroffen. Mit Nachwuchssportlern, U19-Nachwuchssportlern. Und da haben wir uns mal das Trainingsvolumen angeschaut und haben festgestellt, da ist noch viel Potenzial. Also einfach mal nachschauen, wie viel habe ich denn gemacht und wie viel ist denn sinnvoll oder nicht sinnvoll. Auch da kann man bei Aerotune, da kriegt man immer so Vorschläge, so hier 12 Stunden in der Woche wäre das Optimum. Was berechnet ihr anhand der Proteinsynthese, die ihr beim Training so durchjagt? Also wie gut kann sich euer Körper noch erholen? Und mal gucken. Und wie viel ist dann auch wieder Rückblick verloren gegangen durch Krankheiten oder was weiß ich?

Björn: Zum Beispiel?

Niclas: Anmerkungen, Herr Ranker?

Björn: Anmerkungen? Ja, also ich versuche mit meinen Sportlern da dann immer zu schauen, erstmal wie viel Zeit in welchen Zonen irgendwie absolviert worden sind. Also haben sie sich an das Grundlagentempo gehalten, wurde zu schnell gefahren, zu langsam gefahren? Ja. finde ich auch immer ganz spannend, wenn der Athlet sagt, nee, er fährt immer locker Grundlage und man schaut dann mal rein und irgendwie viel zu viel Zeit im Tempobereich zum Beispiel, so, okay, er ist nicht locker genug gefahren, es war dann tendenziell immer zu schnell, ähm, Genauso auch zum Beispiel habe ich Athleten, die eher zu locker fahren. Denen muss man dann ein bisschen auf die Sprünge helfen, hier und da das Ganze ein bisschen hochschrauben. Und dann finde ich auch immer interessant zu schauen, wie du auch gerade angesprochen hast, mit den Stunden. Also wie viel hat er gemacht? Mit Aerotune kann man das ganz gut sehen. Dann auch, wie ist seine V2 Max? Davon hängt es ja im Endeffekt dann ab, wie viel er trainieren kann. Und haben wir da einfach, ich sag mal, wie du vorhin gesagt hast, Low Hanging Fruits, also können wir da möglichst schnell was dran verbessern. Einfach, wenn wir sein Training von den Zonen her ein bisschen umstellen, ihn ein paar Monate in den richtigen Zonen fahren lassen, hilft das meistens ja schon relativ schnell, den Athleten auf den richtigen Weg zu bringen. Wenn er die ganze Zeit viel zu schnell gefahren ist, ihn dann ein bisschen runter zu regulieren, dann klappen plötzlich auch die Intervalle wieder, er fühlt sich im Alltag besser, ist nicht die ganze Zeit schlapp. Solche Sachen kann man ja relativ schnell sehen und dann auch ganz gut anpassen, ohne jetzt irgendwelche weltbewegenden Trainings zu machen. Und ich glaube, das ist eigentlich das Wichtigste. Erstmal Grundlagen locker fahren. Ich habe zwei Athleten, bei denen ich das ganz lustig finde. Jedes Training sieht bei denen aus, als würden die Erg-Mode fahren. Die wohnen natürlich im Flachland und die haben es wirklich perfektioniert, ihre Grundlagen richtig zu fahren. Und die sind eigentlich auch das ganze Jahr über so weit gesund. Also bei denen funktioniert das. Wenn du nicht zu hart trainierst und dich an die Zone hältst, dann läuft das.

Niclas: Also immer merken, GA heißt Grundlagenausdauer und nicht gib alles. Auch diese Effekte manchmal. Genau, Stichwort Energieumsatz ist jetzt minimal nerdig. Also wie viel Energieumsatz pro Woche du in welcher Zone fährst, das ist immer so ein Stichpunkt. Das kann man bei uns ja auch, sieht man bei uns, wir geben das ja in Stunden an, aber eigentlich sind es Energieumsätze, wenn er jetzt irgendwie zwölf Stunden steht. Und du sollst es bei 200 Watt fahren, dann rechnest du 12 mal 200 mal 3,6 und dann hast du halt die Kilojoule, die du in der Woche idealerweise fahren kannst. Das rechnet das System halt schon mal so ein bisschen durch, da muss man sich wenig Gedanken machen. Darauf schaue ich, das ist mein Job, um zu sehen, läuft das? Das schaue ich sogar Woche zu Woche an und das schaue ich mir dann natürlich im Gesamtjahresrückblick an. Und wie du schon gesagt hast, ja, in welchen Zonen war ich unterwegs? Herzfrequenz, Leistungszonen. Grundsätzlich, es gibt keine guten und schlechten Zonen. Auch wenn dieses 80-20 polarisierend ja gerne benutzt wird. Sicher ein ganz guter, grober Ansatz. Und das ist auch global betrachtet im Austauschsport definitiv so, dass natürlich jemand, der unendlich viel Zeit hat, die meiste Zeit natürlich sehr locker trainiert. Klar, höchstwahrscheinlich über 90 Prozent der Zeit Rundlage fährt und dann nur noch 10 Prozent raufknallt. Und auch dieses Zone 3, 4, also Schwelle, Sweetsport, das ja auch gerne verteufelt wird. Wenn man sich mal Straßensportler anschaut, die verbringen doch relativ viel Zeit in diesen Bereichen. Ich sage nur, fahr mal ein Rennen oder eine Rundfahrt und versuche nicht, diese Zone zu treffen. Von daher... gibt es keine guten und schlechten Zonen. Ich würde immer, und das ist ja auch immer dieser Trainerwechsel, Trainerwechsel-Effekt, ich weiß nicht, haben wir darüber gesprochen?

Björn: Doch, wir hatten uns letzte Folge auch kurz angesprochen.

Niclas: Genau, also, wieso wird man besser? Weil ich was anderes mache. Von daher, auch da immer drauf schauen, wenn ich, was kann ich anders machen, um eventuell besser zu werden? Und wenn du dann einen kompetenten Trainer hast, oder ein System hast, das das schon erkennt, du machst vielleicht ein bisschen zu wenig hier und ein bisschen zu viel da, dann macht das definitiv Sinn.

Björn: Ich glaube, was die Sportler grundsätzlich erstmal verstehen müssen, ist, dass immer wenn im Internet irgendwie kursiert, ja, das und das ist die Trainingsverteilung, um besser zu werden, dass man grundsätzlich sagen kann, wenn du ein polarisiertes Training fährst, werden wahrscheinlich, bis auf jetzt die Profisportler, alle Sportler erstmal besser werden, weil das polarisierte Training, was machst du? Du fährst entweder sehr, sehr locker oder du fährst halt sehr, sehr hart. Das führt dazu, dass deine V2 Max besser wird. Und für alle, die quasi nicht austrainiert sind, ist eine Erhöhung der V2 Max erstmal immer irgendwo leistungssteigernd, weil sie dann mehr Energie umsetzen können, mehr trainieren können und halt gerade in den kürzeren Intervallen auf jeden Fall stärker werden. Und danach dieses mit den Zonen, ich glaube gerade auch durch diese Zonen, Podcast mit Pokerchar ist wieder, wo er erzählt hat, wie lange er in Zone 2 bei wie viel Watt fahren kann. Danach haben mir so viele Sportler geschrieben, ja, ist das bei uns Fatmax? Warum kann der so vielen und so hart fahren? Es ist halt immer wichtig zu schauen, okay, was muss denn der Athlet im Wettkampf liefern? Und was müssen wir dann daraufhin trainieren und wie müssen wir dann daraufhin trainieren? Ja. Und ich glaube, das muss man, wenn man versteht, okay, welche Zone brauche ich für mein Rennen oder welches Trainingsprofil brauche ich für mein Rennen, dann weiß man auch, okay, was muss ich dann dafür trainieren. Und für so einen Poker-Chall ist es ja im Endeffekt wichtig, der fährt den ganzen Tag am Feld und am Schluss muss er irgendwie eine Stunde all out den Berg hochknallen.

Niclas: Das stimmt doch gar nicht, nicht eine Stunde. Der fährt doch schon über Kilometer 100 weg. Ja, okay. Das ist halt, also... Auch da, Zone 2, Fat Max und so weiter wird auch so als Magic Bullet gerade verkauft. Auch das stimmt nicht. Nein, es ist ein spannender Bereich. Ich glaube, ich hatte da vor kurzem mit Javier Solar ein bisschen geschnackt. der ja bei UAE der Trainer ist, den ich schon seit vielen Jahren kenne und wir uns immer gut austauschen. Ich finde diesen Bereich vor allem spannend für junge Sportler, die eine hohe glykolytische Leistung haben und eventuell noch nicht so gut mit der Laktatverwertung umgehen können. Das finde ich einen super Bereich. Hoch trainierte Sportler, klar, macht das Sinn, ja, aber... Gemach, gemach, ja. Also auch immer betrachten, ist das kontextbasiert, funktioniert das und wie viel hat man davon schon gemacht. Jetzt bin ich jetzt mal gemein, 80, 20, definitiv, funktioniert super. Wenn ich jetzt nur zwei Stunden Zeit habe in der Woche für Austausch, würde ich nur knallen. Ja, das ist dann... Nur rumballern, ja. Absolut. Da würde ich halt sagen, ich fahre so 100 bis 90 Prozent VH2 Max und... mache halt so anderthalb Stunden in diesem Bereich und den Rest kullere ich ein und kullere ich aus. Und dann habe ich definitiv das Beste rausgeholt. Bitte Vorsicht, dass Sie jetzt nicht gleich ins kalte Wasser steigen, aber auch immer schauen, wie viel Zeit bringt es mit. Und mit diesem Ansatz funktioniert das in der Regel relativ gut. Und auch da würde ich sagen, wenn du von Null kommst und wenig Ausdauersport gemacht hast, dann ist es erstmal vollkommen wurscht. was du machst, Hauptsache du machst was. Vor allen Dingen beim Laufen, da muss man nicht in Zonen schauen. Also wenn ich jetzt anfange zu laufen und ich laufe in die Grundlage, dann ist es halt so unendlich langsam. Das ist dann schon hohe Zone 2, würde ich sagen. Also auch da sehe ich nicht verunsichern lassen, jedes Training... ist erstmal anstrengend und man trifft vielleicht nicht leicht die Zonen. Wenn man mit einer 35er Sauerstoffaufnahme anfängt Sport zu machen, ist alles scheiße und anstrengend. Ist halt so. Einfach langsam.

Björn: Dann nimmt man quasi keinen Sauerstoff auf.

Niclas: Und vor allem beim Laufen, ja. Das ist, naja, da läuft man halt eine 37er Pace. Keine Ahnung, ist halt so. Ist ja auch okay.

Björn: Und das ist Anschlag. Ja.

Niclas: Schlimm, wenn's...

Björn: Wenn du jetzt zum Beispiel hingehst bei einem Sportler und diese Analyse machst, auf welche Zeitintervalle schaust du zum Beispiel? Also welche Daten schaust du dir dann explizit an, um wirklich messen zu können, okay, ist der Sportler denn besser geworden? Ja.

Niclas: Also erst mal, wenn ich Sportler analysiere, die ich trainiere oder grundsätzlich auch andere Sportler übernehme oder für irgendwelche Teams Daten analysiere, dann ist es so, ich schaue mir erst mal an, was so drei bis fünf Minuten, was ist der Sportler in der Lage zu leisten? Und dann so irgendwas zwischen 12, 20, 30 Minuten Dauerleistung. Und daraus sehe ich dann schon relativ gut, Vor allem, wenn die zeitlich auch eng aneinander liegen. Da ist ein 5-Minuten-Wert meistens noch ein bisschen besser als ein 4-Minuten-Wert, weil der 5er, wenn sie das im Stehen gefahren sind und so weiter und dann hast du auch Kreatinphosphat, das musst du auch noch ein bisschen rausnehmen. Von daher ist ein 5er dann manchmal ein bisschen ehrlicher. Ganz kurz, wieso schaust du dir 3-5 Minuten an? Nein, nicht 3 Minuten.

Björn: Du hast ja vorhin diese Range genannt, so um die vier bis fünf Minuten. Was sagt dir dieser Wert?

Niclas: Sauerstoffaufnahme, V2 Max. Wie groß ist der Motor? Haben wir da einen Sportler, der schon echt einen Riesenmotor hat? Und wie hat sich der entwickelt? Also bin ich 440 das eine Jahr gefahren und jetzt war ich 460. Dann weiß ich, ist okay. Nicht schlecht. Nicht ganz 5, aber ist okay. Da habe ich mich verbessert. Das ist auch ein guter Fortschritt. Oder 480 wäre natürlich auch super. Fast 10% drauflegen. Und der andere Wert, der längere Wert, vor allem dann, wenn der einzelne betrachtet wäre, klassischer 20-Minuten-Test, 30-Minuten-Test, Zeit fahren, all diese Sachen. Da sehe ich dann, wie effizient ist der Sportler, wie ist die glykolytische Leistung, Faulermax, ist da noch Potenzial. Ich hatte vor kurzem Daten von einer Sportlerin, die eine extrem hohe Faulermax hat. Da steht schon eine 7 vorne. Was im Frauenbereich auf jeden Fall schon Weltklasse ist. Aber die hat halt eine brutal hohe Laktatbildungsrate. Ist ja klar, wo die Reise hingeht. Und das ist auch immer so, diese Analyse, die wir mit Aerotune machen, beziehungsweise Aerotune trackt das ja auch die ganze Zeit, sagt man einfach, okay, wo geht die Reise hin? Klar kann man sich über Modelle jetzt aufregen, also Es gibt ja auch, Faulermax ist Käse, kann man die Faulermax berechnen und so weiter. Wenn wir es Watt pro Kilo, können wir auch genauso gut. Ich hatte vor kurzem eine Diskussion mit einem Worldtour-Coach, der halt eher so auf W-Prime und all diese Sachen schaut. Und habe gesagt, letztendlich ist es für mich relativ ähnlich. Du hast, wenn du dir die W-Prime anschaust, hast du halt ein Energiereservoir oberhalb der Schwelle und... Damit arbeitest du dann. Wie ist deine Leistungsfähigkeit? Und meine Laktatbewegungsrate sagt ja auch nicht viel anderes aus. Wie hoch ist deine glykolytische Leistung? Nur, dass wir halt auch noch daraus differenzieren, wie sieht es mit dem Kreatinphosphat aus? Wie viel Spritzigkeit hat der? Und das ist nämlich ein ganz spannender Punkt. Das sehe ich dann immer bei den Tests. wenn jemand zum Beispiel so einen richtigen Punch hat und ein richtig guter Sprinter ist, aber dann auch noch eine total niedrige Laktatwirkungsrate, dann sind die halt total talentierte Sportler. Die kommen halt über den Sprint nicht über die Laktatwirkung, sondern wirklich über ihren Kreatinphosphatgehalt. Und das sind dann meistens auch so Sprinter, die auch gute Zeitfahrer sind. Also Peter Sagan ist so ein Sprintertyp gewesen, der konnte halt super Berg fahren, der konnte total gut Zeit fahren und der kann auch sprinten. Also höchstwahrscheinlich gar nicht so eine hohe Laktatbildungsrate, sondern eher niedrig und das dann gepaart mit einer hohen Sauerstoffaufnahme. Also ich schaue mir die Parameter an, um zu wissen, wo die Reise hingeht. Und was lief gut und was lief nicht so gut im Training. Das ist so. Und dieser 4 Minuten Wert sagt dir dann vor allen Dingen aus, wie ist die Sauerstoffaufnahme, wie groß ist der Motor. Und da muss man jetzt auch nicht, Watt pro Kilo. Ganz einfach. Wie viel Watt pro Kilo kann ich über 5 Minuten bewegen? Wenn die Zahl hoch ist, 7, 8. Dann bist du halt gut dabei. Wenn die niedrig ist, weißt du, nicht so gut.

Björn: Wenn du jetzt sagen musst, okay, Training, was ist gut, was ist schlecht gelaufen? Jetzt mal unabhängig davon, wie oft der Sportler zum Beispiel krank war, was sind noch Dinge, die du dir am Training anschaust, um sagen zu können, okay, das Training lief gut oder das Training lief schlecht? Schaust du da nur drauf, hat er die Zonen getroffen, schaust du nur drauf, konnte er die Intervalle fahren, die du ihm quasi aufgeschrieben hast oder auf was schaust du noch?

Niclas: Ja, ich schaue mir natürlich die Zonen, ich schaue mir die Herzfrequenz an, ob die irgendwie wild rumdriftet und ich schaue mir die Trittfrequenz an.

Björn: Okay.

Niclas: Also das ist, ich finde es ein super spannender Bereich, Drehmomente. Es gibt ja auch so Quadrantenanalysen, ich glaube bei WKO5 oder Golden Cheetah, Aerotune hat auch eine Drehmomentkurve immer drin. Ich schaue mir an, bei wie viel Newton wird welche Leistung generiert. Und das dann pro Kilo. Ich finde, das ist ein wichtiger Aspekt. Und der wird immer weniger betrachtet. Also man hat das ja jetzt bei Pogacar gesehen, ein schönes Bild. Ich glaube, das war Marco Brenner, als er da den Berg hochgefahren ist und alle echt den dicken Gang gewirkt haben. Und Pogacar fährt halt mit 90er Frequenz einfach hoch. Und diese Fähigkeit, eine hohe Frequenz zu fahren, spricht natürlich dafür, dass er eine super hohe Sauerstoffaufnahme haben muss, ist wichtig, um deinen Muskel langfristig nicht zu ermüden. Bei einer Rundfahrt halt entscheidend. Macht das Sinn, da einen dicken Gang den ganzen Tag zu bewegen? Nee, macht das nicht, weil letztendlich wirst du so viele schnelle Muskelfasern ermüden, dass du nach zweieinhalb Wochen halt platt bist oder nach zwei Wochen und dann halt den Gang nicht mehr bewegen kannst. Und auch im Training dann, wenn ich in der Lage bin, viele hohe Intervalle mit hohen Intensitäten und einer hohen Frequenz zu fahren, dann wird auch das Training am nächsten Tag definitiv einfacher sein, weil ich mich besser erhole. Das ist für viele Sportler erstmal ungewohnt, weil hohe Frequenz heißt auch ein höherer Sauerstoffzug meistens und dann ist die Herzfrequenz halt höher und dann sind sie erstmal uuuuh. Aber ist ja kein Geheimnis, ich bin auch ein großer Trittfrequenzfreund und bei jedem, bei dem ich sehe, Die Trittfrequenz ist gerade so ein bisschen niedrig. Die jag ich halt. Als kurzes Nähkästchen Simon Schneller, der ja jetzt gerade auch noch World Cup da gewonnen hat in den USA. Oder heißt es World Series oder World Cup jetzt? World Series. World Series, okay. Den habe ich halt Trittfrequenz trainieren lassen. Die war mir halt zu niedrig. Wenn er Intervalle gefahren ist, wurde er halt eine 80, 85er Frequenz. Habe ich halt gesagt 95er.

Björn: Also unter 90 würdest du sagen, ist zu niedrig und Ziel sollte Richtung 95, 100 sein.

Niclas: Ja, das ist natürlich auch individuell, aber wenn du siehst, dass jemand mit einer 80er Frequenz seine 40er, 20er fährt. Da würde ich schon mal höher gehen. Was aber per se nicht heißt, dass eine niedrige Frequenz schlecht ist. Um Gottes Willen. Anderes Szenario. Es gab gerade im August, glaube ich, kam jetzt eine Studie raus von, glaube ich, Clemens Hesse war dabei. Beteiligt Katharina Dunst, glaube ich, auch vom IAT. Jetzt bitte nicht festnageln. Aber letztendlich geht es darum, dass man in verschiedenen Zonen mit einer niedrigen Frequenz zum Beispiel einen geringeren Laktataufbau hat. Das findet in der Realität eher selten statt, aber es findet statt, zum Beispiel beim Zeitfahren. Wenn ich zum Beispiel jetzt dieses Attersee-Ding, der King of the Lake, fahre, macht es Sinn, das mit einer 90er-Frequenz durchzuspulen oder 95 oder sage ich, ich fahre das Ding mit einer 70er-Frequenz. Das hat auch aerodynamisch natürlich auch noch einen Aspekt. Also fahre ich mit einem relativ dicken Gang, 75, 78, 80, keine Ahnung, und wirke das Ding durch, habe dadurch aber einen geringeren Laktataufbau und ich meine, das fährst du dann in einer Stunde durch. Oder unter einer Stunde, wenn du schnell unterwegs bist, hast du halt alles zerstört, was da ist an Fasern. So what? Musst ja am nächsten Tag nicht wieder aufs Rad. Ist ja keine Tour de France Etappe. Von daher kann das auch sinnvoll sein, sich zu sagen, Drehmomente können auch spannend sein, um das mal zu trainieren. Ist der Sportler dazu in der Lage? Und achte ich als Trainer darauf, das auch mal in verschiedene Trainings einzubauen. Aber oftmals sehe ich eher, dass die Frequenz zu tief ist bei den Sportlern. Vor allem dann, wenn sie müde werden. Da musst du halt gegen antrainieren und vielleicht auch mal Kohlenhydrataufnahme anschauen. Ist die vielleicht zu gering gewesen und, und, und. Also Drehmomente schaue ich mir sehr, sehr gerne an.

Björn: Und dann auch immer wieder, hast du ja dann gerade durch die Beispiele auch gebracht, immer ein bisschen drauf schauen, was ist wiederum mein Anforderungsprofil. Also nicht für jeden wird dann der 90er, 95er die optimale Trittfrequenz sein, sondern wenn ich nur 60 Minuten Zeitfahren mache, dann ist es vielleicht einfach nicht mein Anforderungsprofil. Wenn ich wiederum, keine Ahnung, Etappenrennen fahre und jeden Tag meine Leistung bringen muss und schaue, dass ich möglichst wenig ermüde, gerade muskulär, dann ist es vielleicht doch wiederum mein Anforderungsprofil.

Niclas: Also Stichwort Cape Epic zum Beispiel. Achtung, jetzt bringe ich mal wieder ein bisschen Verwirrung rein. Cape Epic, das Mountainbikerennen, da musst du halt in der Lage sein, allein wegen des Geländes ein hohes Drehmoment eine Woche lang zu produzieren. Es ist schön, so oft wie möglich eine hohe Frequenz fahren zu können. Das sollte auch number one sein. Aber du musst auch in der Lage sein, ein relativ hohes Drehmoment zu generieren. Dann schaust du dir das nämlich mal an. Andi Seewald fährt den Berg da hoch. Und vielleicht so ein kurzer Berg. Oder Georg Egger, Marc Stutzmann, wie sie alle heißen. Und dann denkst du, die fahren ja sogar unter Schwelle da hoch. Das ist ja gar nichts. Wieso fahren die jetzt nicht mal mehr schnell Fahrrad? Kann doch nicht sein. Dann guckst du dir aber die Drehmomente an, dann fahren sie halt bei 60. Und dann merkst du, das ist halt von der Leistung her, von der Muskulatur, ist es eigentlich sogar überschwellig. Und diese Fähigkeit muss dann auch irgendwie trainiert werden, entweder im Training oder durch zum Beispiel Krafttraining. Du kannst ja das Drehmoment schön hochziehen, dass die Fähigkeit in der Lage ist. Also der Muskel muss auf verschiedene Möglichkeiten, vor allem für dieses Rennen, trainiert sein, damit er diese Leistung auch abrufen kann. Also immer nur trainieren. Also immer bedarfsorientiert arbeiten sozusagen. Das ist eigentlich so die Message. Und das, was du nicht kannst, wenn du daran arbeitest, wirst du definitiv einen Formschub haben.

Björn: Absolut. Okay, dann nächster Punkt, Rennanalysen. Wie schaust du dir ein Rennen an, analysierst das und wie?

Niclas: Ich würde noch ganz kurz, ich weiß gar nicht, ob wir darüber schon gesprochen haben, Veränderung des Trainingsansatzes. Also wenn ich mir das jetzt schon mal alles angeschaut habe, dann würde ich gucken, also was war gut, was war nicht so gut. Ich kann keine Frequenz fahren oder meine Sauerstoffausnahme ist nicht gut. was kann ich da mitnehmen für den Winter, fürs Wintertraining. Und da zum Beispiel sagen, okay, vielleicht fahre ich jetzt einfach mal eine höhere Frequenz. Vielleicht fahre ich mal, wenn du in Norddeutschland lebst, meine Frequenz war halt nicht so gut am Anfang, bin ich halt mit starrer Narbe gefahren. Also mein Kumpel, der hatte noch ein Rad mit einer starren Narbe und dann habe ich das genommen und bin dann über den Winter mit einer starren Narbe gefahren und da spulst du halt die ganze Zeit bei Rückenwind an der Nordsee mit einer 110er Frequenz rum und das musst du auch die ganze Zeit machen, sonst schiebt dir halt das Hinterrad hinten nach und dann fängst du halt an rumzuwackeln und es knallt von unten hoch. Von daher da mal überlegen, okay, das kann ich nicht gut daran, sollte ich jetzt im Winter arbeiten, habe ich ein Defizit in meiner Körpermitte, auch da, immer überdenken, kriege ich Rückenschmerzen, vielleicht soll ich da ein bisschen was tun, welche Möglichkeiten gibt es, vielleicht mal zum Physio gehen, vielleicht grundsätzlich bin ich im Core stabilmäßig echt unterentwickelt, denkt immer dran, wenn man kräftig mit dem Bein reintritt, dann muss die Energie auch irgendwie gehalten werden. Und jede Kraft hat eine Gegenkraft. Und du trittst halt kräftig mit dem Bein rein, dann sitzt dein Hintern auf dem Sattel, Hüfte. Und das muss ja alles stabilisiert werden, damit die Kraft auch wirklich ankommt. Und wenn ich jetzt anfange, mit meinem Rumpf hin und her zu wackeln, verpufft Kraft. Ich schiebe mich hoch, schlicht und ergreifend. Ich drücke ins Pedal und meine, ich drücke mit Rechtshauf und meine linke Hüfte schiebe ich ein bisschen hoch. Wenn ich das stabilisieren kann, habe ich halt einen Kraftvorteil. Also auch da kann es dann sinnvoll sein, um Leistung zu verbessern oder auch grundsätzlich, um sich wohler zu fühlen und keine Rückenschmerzen zu kriegen, da auch ein bisschen dran zu arbeiten. Muss ja jetzt nicht irgendwie ausgiebig sein, aber da siehst du ein kleines... Athletiktraining. Genau, kleines Programm, zwölf Minuten, dreimal die Woche, fertig, aus, alles gut, reicht, mehr muss ich nicht tun, oder habe ich Disbalancen, sollte ich da vielleicht mal dran arbeiten, wo kommen die her, kann ja ganz banale Sachen sein, können auch ganz kritische Sachen sein, sich das mal anschauen, wo das herkommt.

Björn: Also dann auch zum Beispiel Thema Bikefitting machen, je nachdem, sitze ich passend auf dem Rad, wo kommen die Schmerzen her, einfach nochmal mit jemandem Neutralen drüber zu sprechen, welche Probleme man hat und sich von außen vielleicht betrachten zu lassen. Und zu schauen, okay, welche Probleme habe ich? Wo kommen die her? Habe ich vielleicht Probleme mit den Füßen? Habe ich Probleme beim Sitzen? Schlafen mir die Hände ein? All solche Sachen kann man sich dann auch nochmal über den Winter anschauen. Und ist dann auch, glaube ich, sinnvoller, als irgendwie im April erst ein Bikefitting zu machen.

Niclas: Ja, genau. Also Veränderung des Trainingsansatzes ist immer, bei jedem meiner Sportler verende ich das Training. Immer. Weil sich der Sport, das haben wir das letzte Mal schon besprochen, verändert hat. Ich kann nicht das machen, was ich das Jahr davor gemacht habe. Ich muss ja jetzt nicht das Rad neu erfinden, sondern ich baue irgendwas um, wo ich sehe, da ist noch eine Nuance, an der Schraube können wir drehen. Und meistens fällt mir da relativ viel zu ein. Von daher, das ist etwas. Genau. Okay.

Björn: Dann jetzt zu dem Punkt Rennanalysen. Wie schaust du dir Rennen an und dann auch immer, schaust du dir erst das Rennen an und hörst dir dann die Meinung von dem Athleten an? Weil ich finde es immer ganz interessant, wenn man sich das, ich sag jetzt mal, die Daten zum Beispiel in TrainingPeaks oder auch in Aerotune erstmal anschaut. Aber ohne die Meinung von dem Athleten gehört zu haben, hat man, finde ich, immer schon mal ein anderes Bild dazu, als wenn man sich direkt nach dem Rennen die Sprachmemo von dem Athlet zum Beispiel anhört und der einem erzählt, ah ne, es war gar nicht gut. Man schaut sich aber die Daten an und denkt sich, naja, also war ja doch eigentlich ganz gut.

Niclas: Ich mache es sogar meistens anders.

Björn: Okay.

Niclas: Ich höre mir das gar nicht an. Der Athlet wird einfach ignoriert. Er wird einfach ignoriert. Erstens sind solche Rennen meistens emotional aufgeladen. Ob nur positiv oder negativ. Es gibt ganz wenig Sportler, die das nüchtern betrachten können. Als Andi Seewald Weltmeister wurde, da haben wir telefoniert und das Erste, was er gesagt hat, was können wir besser machen? Da habe ich gesagt, das und das und das. Ich glaube, da gibt es wenig Sportler, die das können. Ich schaue mir die Daten an, Und hinterlasse dann oftmals schon, also ich habe schon dann eine vorgefertigte Meinung, wie das Rennen lief. Und hinterlasse dann meistens sogar eine Nachricht, bevor wir, manche machen natürlich schon eine Nachricht, dann höre ich die natürlich schon, aber jetzt zum Beispiel Gravel WM, die Jungs, die da gefahren sind, ich schaue mir das an. Wie war das? Wie sind die gefahren? Wieso ist die Lücke aufgegangen? Wo war das Problem? Wie war die Startaufstellung? Ich habe das angeschaut, wie das Rennen lief. Es war halt super eng. Wenn du da nicht vorne warst, dann hast du halt keine Chance gehabt, wieder reinzukommen. Kleiner Sturz, zack, zack, Gruppe gegangen. Also ich meine vor allem so dieser Platz zwischen Van der Poel und so, brauchen wir nicht drüber reden. Da sind wir die Top Ten zu denen bis Platz 70. Die waren halt, ich glaube, so knapp zwei Minuten auseinander. Das ist ja nichts. Und dann hilft das, sich die Daten, ich gucke mir die an und sehe, okay, da ist das passiert, da ist das passiert und sage dann dem Sportler schon mal meine Meinung. Ich gucke mir die Herzfrequenz an, wie war die, war die die ganze Zeit hoch, dann weiß ich, okay, der war top versorgt, ging die irgendwann runter und die Leistung eventuell auch und in welchem Verhältnis, dann sage ich, okay, vielleicht ist er einfach ein bisschen eingegangen. Wenn ich Daten, ich lege auch Daten auch gerne mal übereinander, ich habe da habe ich ein programm für selber geschrieben dass man, ich lege mir dann mehrere GPX-Files, ich glaube, das kann man in Strava ja auch machen, aber ich lege mir mehrere Files übereinander und sehe dann anhand der GPS-Punkte, Strava Flyby heißt das, glaube ich, das sehe ich halt, wo wurde Zeit gewonnen, wo wurde Zeit verloren, aber ich sehe halt noch viel mehr. Ich sehe halt die ganzen Wattdaten, ich sehe die Trittfrequenzen, ich sehe Drehmomente und so weiter und kann daraus dann schließen, okay, da hat der Sportler ein Problem gehabt. Der ist halt nach drei Stunden eingegangen. Und dann, global betrachtet, wenn wir jetzt über Rennen über das ganze Jahr reden, gibt es etwas, wo der Sportler immer eingeht?

Björn: Also meinst du damit jetzt zum Beispiel immer nach drei Stunden, egal welche Leistung, egal wie es lief, nach drei Stunden ist immer Feierabend?

Niclas: Nach drei Stunden ist immer Feierabend und das sind auch so Dinge, die sich, also wieso ist das so und hat sich das manifestiert im Kopf? Wenn mir ein Sportler sagt, nach drei Stunden gehe ich immer ein, dann ist da manchmal schon so eine gewisse Angst beim Sportler und eine Erwartungshaltung. Jetzt wird es kritisch. Das muss man aus dem Kopf kriegen, wenn die Versorgung und alles gut ist und man alles optimiert hat. Im besten Falle passiert das einmal und dann sagt man als Trainer, deshalb liebe ich es ja auch Rennen zu analysieren, wenn irgendwas vor allem nicht lief. Das ist ja wie Spuren suche, ich liebe das. Und zu sagen, okay, pass auf, das ist der Grund. Zu wenig gegessen. Wie war deine Kohlenhydrataufnahme? Ganz klassisch. Oder zu wenig getrunken. Wie viel hast du getrunken? Oder welches Getränkepulver hattest du? Wie viel? Und dann sagt mir jemand, der hatte hier irgendwie 120 Gramm auf 500 Milliliter. Und dann sage ich, das ist, glaube ich, nicht mehr angekommen. Das könnte schwierig sein. Die Mischung war ein bisschen zu dick, das hat dir eher Wasser entzogen und dann hattet ihr noch 30 Grad. Dann hast du halt Krämpfe gekriegt. Fertig, aus. Und es kam auch nichts an. Es hatte eher Wasser entzogen. Kann man alles durchrechnen. Ist es Hypoton, Hyboton oder Isoton? Darauf sollte man achten. Und dann, wenn man merkt, das passiert einmal, gleich gegen Ansteuern, wenn das dann immer wieder passiert, dann kann das auch manchmal, und das habe ich auch schon erlebt, sich so ein bisschen im Kopf manifestiert haben. Der Sportler erwartet, dass er schlechter wird. Das ist wie der Sportler erwartet, dass er nicht gewinnen kann. Immer wenn ich mit Profis rede, dann sage ich, der Schritt von der Leistungsfähigkeit zum Sieg, das dauert nochmal ein, zwei Jahre. Die werden gar nicht besser, die lernen nur zu gewinnen. Das ist ein riesen Unterschied. Die trauen sich zu, zu gewinnen. Und da muss man sich als Sportler immer hinterfragen und dann auch als Trainer gucken, okay, der hat immer noch drei Stunden oder beim Marathon laufen, keine Ahnung, wieso geht der immer ein? Wenn man dann schon an Ernährung und was sich gedreht hat, dann ist es auch manchmal ein bisschen so eine Kopffrage. Wieso hat der Angst, da zu versagen? Da muss man dann mal ein ehrliches Gespräch führen. Woher kommt das?

Björn: Ja, also ich hatte gerade zum Beispiel dieses Jahr einen Sportler, wo man klar an den Trainingsdaten gesehen hat, er wurde besser, er konnte es aber einfach nicht im Wettkampf widerspiegeln. Und da habe ich dann einfach zum Beispiel den Ansatz gewählt, okay, der hat sich immer von den äußeren Faktoren sehr verunsichern lassen. Und dann muss man auch einfach mal den Ansatz wählen, okay, Du fährst jetzt zwar ein Rennen, aber wir fahren zum Beispiel mal die kürzere Distanz, dass du auch nochmal ein Erfolgserlebnis hast und nicht das Gefühl hast, okay, nach drei Stunden gehe ich ein, sondern dann fährst du jetzt mal nur zwei Stunden Rennen. Und die zwei Stunden Rennen fokussierst du dich nur auf dich. Hier, das sind die Daten. Im Optimalfall, wenn du einen perfekten Tag hast, kannst du die Daten treten. Und jetzt gehst du in das Rennen rein und du fährst einfach nur diese Daten. Du lässt dich von den äußeren Faktoren nicht groß beeinflussen. Ja. Und dann, wenn der Athlet dann im Optimalfall ein Erfolgserlebnis hat, dann kann er darauf wieder aufbauen. Er kriegt wieder Selbstvertrauen zu sich selbst, weil jetzt aus meiner Sportlerperspektive gesprochen, wahrscheinlich kann dein Körper, wenn das Training gut lief und du das Carbolo denn gut gemacht hast und die Vorbereitung klappt, kann der am Tag X, am Sonntag, die Leistung abrufen. Wenn du im Kopf aber nicht bereit bist, an dem Tag über vier Stunden diese Schmerzen einzugehen, und vielleicht auch nicht das Selbstvertrauen hast, okay, ich kann heute über 4 Stunden 300 Watt fahren, ja, dann wird es nichts. Dein Körper kann noch so gut sein, wenn der Kopf nicht bereit ist, 4 Stunden lang 300 Watt zu fahren, dann kriegst du das nicht hin. Und dann muss man da halt, wie du auch gesagt hast, schauen, okay, wie erarbeitet man sich das vielleicht.

Niclas: Ja, und da auch die Rolle des Trainers, so schön die Daten sind und ich bin definitiv sehr datengetrieben. Man ist auch immer so ein Stück weit Küchenpsychologe. Absolut. Und man muss auch sehr schnell erkennen... also wenn es dann echt tiefer wird, Stichwort Essstörung und Pipapo oder Essproblematik, das sind kompetenzbereite Bereiche, die darf man nicht rein, da muss man auch ehrlich sein und das habe ich auch schon öfters gemacht, da sage ich, du, ich glaube, das muss sich jemand anders anschauen und ich glaube, die Art und Weise, wie du Sport machst, ist, das ist eher destruktiv und auch das hatte ich schon, ich Ich erinnere mich an einen Sportler, Sportlerin. Ich habe die Daten gesehen. Ich habe den Gewichtsverlauf gesehen. Er hatte eine wahnsinnig niedrige Laktatbildungsrate, diese Person. Und das wies einfach extrem hohes Trainingsvolumen. Und extrem leichte, extrem niedrige Sauerstoffaufnahme, Probleme. Und dann fingen wir so ein bisschen an mit dem Training. Und dann habe ich festgestellt, die Person macht immer mehr, als sie eigentlich soll. Und nach zwei Wochen habe ich gesagt, pass auf, das wird gar nichts. Ich glaube, das sind ganz, ganz tiefe Sachen begraben. Und dann habe ich die Daten mal analysiert und genauer mit dieser Person gesprochen und gesagt... wieso machst du Sport? Ich habe eher so das Gefühl, dir geht es, klar, Leistung ist schon wichtig, aber dir geht es vor allen Dingen um dein eigenes Körperbild und um auch das Bild, das du vielleicht anderen vermitteln möchtest. Und dann habe ich die Zusammenarbeit beendet und die Person, glücklicherweise, hat sich auch in eine Betreuung gegeben. Und der geht es jetzt auch super oder deutlich besser, sagen wir es mal so, aber da war Sport halt ein Ventil, Und es ging nicht um Performance, sondern es ging darum, ich sage mal, sich selbst zu kontrollieren. Und in welcher Art und Weise man das tut. Manche Sachen sind besser, manche sind eher schlechter. Das ist ja eher ein Spektrum. Habe ich den Zwang, jeden Morgen mein Bett zu machen? Also wird ja gesagt, jeden Morgen Bett machen, tipptopp, dann geht es los und habe eine Struktur, einen Plan. So bin ich gar nicht und ich bin... auch immer noch einigermaßen glücklich. Und zu viel, also Struktur ist definitiv wichtig, aber zu viel führt dann auch irgendwann zu Einschränkungen und zu einer weniger Flexibilität und macht dann auch irgendwann krank. Und das sind dann so Bereiche, wenn ich merke, so, huff, Die Person hat echt Probleme damit, dass die das Training nicht machen konnte und zerfleischt sich deswegen. Da sind tiefere Probleme begraben. Und da muss man ehrlich sagen, was ist eigentlich los? Wie geht es dir? Lass das mal von einem Profi anschauen. Genau. Wie gesagt, Ausdauersport... Ist ja auch eine Flucht, ne? Wer fährt schon gerne bei fünf, sechs Stunden im Schnee, Regen, Fahrrad? Keiner.

Björn: Björn, das macht Spaß. Du musst das, also wir können das gerne nochmal im Winter zusammen machen. Ich zeige dir das. Das macht Spaß. Nein, ich weiß das ja auch nicht.

Niclas: Ich bin ja, ich mag Menschen ja nicht so gerne. Und daher liebe ich die Einsamkeit. Und vor allem, wenn ich dann noch zwei Kinder und eine Frau hier habe und alles tanzt um mich herum, dann ist es natürlich schon mal schön zu sagen, ich gehe alleine raus und das Wetter ist scheiße und es ist kein Mensch unterwegs. Das habe ich beim letzten Mal schon gesagt. Also das funktioniert nicht nur bei schönem Wetter und Sonnenschein, Winterlicht, sondern es funktioniert auch bei 3°C. Und sechs Windstärken von rechts. Auch da kann man sich wunderbar fühlen, weil man merkt, kein Mensch. Und jetzt kann ich die Gedanken fließen lassen.

Björn: Ich glaube, was das angeht, da muss man einfach für jeden Sportler so ein Gefühl dafür bekommen, was braucht er vielleicht. Es gibt ja Sportler, die zeigen dir einen Vogel, wenn du ihnen sagst, fahr fünf Stunden draußen. Und dann kann man für die auch einen angepassten Plan darauf schreiben.

Niclas: Ich fahre dann fünf Stunden drin, aber dann zeige ich dir auch einen Vogel. Das ist halt genauso bekloppt. Übrigens, ganz kurz, Achtung, jetzt mal hier so Zäsur, was wir noch machen müssen, du musst dir noch diesen Kohlendioxidmelder kaufen, damit wir den Sauerstoffverbrauch berechnen können in einem dichten Raum, um mal zu sehen, wie der Verbrauch ist. Und ob wir, ob dann die, das funktioniert halt nur bei, höchstwahrscheinlich nur bei gleichmäßigen Belastungen, ob man dann wirklich durch simulieren kann, das ist jetzt Grundlage Fatmax und so weiter. Machen wir. Müssen wir machen. Ich habe das schon, das Programm ist ready.

Björn: Okay. Ja. Ich bestelle den Sensor, dafür muss ich erstmal nochmal in der Lage sein, Fatmax zu fahren. Aber das kriegen wir auch hin.

Niclas: Alles gut, ne, Grundlage funktioniert auch. Ne, aber nochmal ganz kurz, wir waren bei Rennanalyse, das war jetzt eher so, jetzt sind wir weit weg geflogen, diese psychische Komponente und aber natürlich auch klar, Rennanalyse, Drehmomente, Herzfrequenz, Poweroutput. Renntaktik, ganz wichtig, bei Straße auch. Bist du halt super, super gut und kannst halt mega gut fahren, aber ballerst halt die ganze Zeit die Energie raus. Auch da liebe ich es ja, in Aerotune reinzuschauen. Und du hast verschiedene Daten von Sportlern und du siehst halt die ganze Zeit den Substratverbrauch. Nämlich der Mensch, der die ganze Zeit die Flaschen holen muss, von dem man nie was sieht in der Ergebnisliste, der sich halt echt den Arsch aufreißt, der da vorne rumballert. um irgendwie löcherdicht zu fahren und in der Ergebnisliste dann, wenn er überhaupt auftaucht oder nicht irgendwie das noch finnisch macht, da siehst du halt, der ballert halt die ganze Zeit da voll Energie raus, Kohlenhydrate und ist halt, da siehst du halt den Kohlenhydratverlauf, siehst du halt, okay, der ist eigentlich nach drei Stunden durch. Auch wenn er seine 100 Gramm oder 120 Gramm aufgenommen hat, der ist durch. Der kommt nicht mehr. Wo soll es auch herkommen? Und dann siehst du halt den anderen, der sich super gut bewegen kann, der keine Flasche holen muss, der keine Jacke wegbringen muss. Und dann denkst du, na klar, der fuhr halt erst die ersten drei Stunden mit dem Finger in der Nase rum und musste nichts tun. Das ist auch immer spannend, so analysetechnisch und auch Potenzial zu erkennen. Manche Sportler merken dann oder kriegen nicht mehr dieses Gefühl hin von... bin ich eigentlich gut? Und dann die Daten zu zeigen, pass auf, du bist eigentlich total gut, nur hast du halt einen Job, vor allem auf der Straße sieht man das halt ganz oft, du hast halt einen Job, der dir gar nicht ermöglicht, auch mal vorne rum zu ballern, weil du die ganze Zeit arbeiten musst. Und da auch, jetzt nicht nur der Domestik, der halt ganz viele Sachen machen muss, sondern auch, wie bewegen sich Sportler im Feld? Auch das sieht man immer sehr, sehr schön. Da nutze ich dann auch lieber eher die Kohlenhydrate als jetzt irgendwie Normalize Power und Abschnitte und Watt und dies und das. Ich meine, bei den Kohlenhydraten sehe ich es halt relativ gleich. Okay, Tank läuft leer. Kann sich dieser Sportler im Feld bewegen oder nicht? Sehe ich an der Energie. Wie viel hat er verbraucht? Wie viel hat er nicht verbraucht? Und auch da ist es immer wieder spannend zu sehen, wie... schlecht oder nicht optimiert teilweise Leistungswerte von Sportlern sind und die gewinnen Rennen. Das wird heutzutage immer schwerer. Aber trotzdem siehst du, ich sage mal, so einen flacheren, nicht maximal selektiven Kurs. Siehst du manchmal so, krass, der wurstelt sich da durch und gewinnt halt nicht, aber fährt so in die Top 15 rein. Denkst du, puh, cool. Und die können sich unglaublich gut bewegen. Und dann hast du den anderen, der halt mit einer 82er Sauerstoffaufnahme oder einer guten Laktatbewegungsrate, der kommt nicht ins Ziel. Aber der fährt halt, der ist halt umgestiegen vom Mountainbike-Cross-Country und geht jetzt auf die Straße. Und der steht am Start und dann geht es auf die Plätze fertig los. Der scheißt sich halt in die Hose, weil er permanent einen Dank hat zu stürzen. Und dann ist es ja auch nicht irgendwie hier, du, ich lasse dich hier rein, du darfst gerne vor mir fahren. Der scheißt drauf. Du wirst halt permanent weggeschoben. Ja. So, also auch das ist immer schön zu sehen. Jetzt vor allem auf die Straße bezogen. Ist der Sportler in der Lage, vor allem im Vergleich zu anderen Daten, es ist halt immer schön, wenn man Teams hat, ist der Sportler in der Lage, sich vernünftig zu positionieren? Oder anders, jetzt zum Beispiel Gravel-WM, vorne Leute haben und hinten Leute haben. Wie sieht die Leistungsfähigkeit aus? Da siehst du, die Top 15 oder Platz 10 bis 15, 20, die haben teilweise deutlich weniger Energie rausgeballert als die dahinter. Oder Platz 35 oder 34 bis 70 sind ja alle, glaube ich, als Ziel gleichzeitig gerauscht. Da siehst du halt einige, die sich halt echt den Arsch aufgerissen haben, so richtig rausgeballert haben und andere hingen halt hinten drauf. Haben eigentlich fast das gleiche Ergebnis, der eine sogar vielleicht besser, der eigentlich gar nichts getan hat. Oder WM, Marathon-WM siehst du auch, da hast du Andi Seewald hat halt ordentlich geklotzt und dann hast du halt andere, die hingen halt 30 Kilometer hinten drauf und haben einen toten Mann markiert und fahren halt, werden Weltmeister. Also auch das darf man nicht vergessen. Schwierig. Ja, genau. Aber das nimmt halt so ein bisschen die Augen. Und das zeigt aber auch, es ist ja nicht negativ, es zeigt vor allen Dingen auch... Wie clever fährt jemand? Hat dieser Sportler diesen Rennwitz? Oder, das ist auf der Straße, brauchst du das halt. Oder du hast auch ein super Team, das dich permanent irgendwo hin und her, taxifahrermäßig hin und her schiebt. Oder kommt dieser Sportler nur mit der Brechstange und sagt, okay, jetzt kommt der Berg. 10% oder 12%, da bringt auch Windschatten nicht mehr so viel. Ich baller einfach von vorne. Und wer mit kann, kann mit.

Björn: Ja, ich fand eigentlich gerade dieses mit der Brechstange, bestes Beispiel war das erste Cape Epic von Speed Company. Die haben es einfach die ganze Zeit mit der Brechstange gemacht und alle waren so ein bisschen überrascht davon. In den Jahren darauf hat es dann halt nicht mehr so gut funktioniert mit der Brechstange, weil die anderen Teams halt einfach auch wussten, okay, wir wissen jetzt, die werden das mit der Brechstange probieren und haben ihre Taktik daraufhin angepasst. Das ist auch immer, selbst im Mountainbike-Marathon, wo es ja im Endeffekt meistens der gewinnt, der die beste Leistung hat, aber selbst da machen dann so kleine taktische Sachen schon einen großen Unterschied.

Niclas: Klar, also es kommt auf den Kurs an. Ich meine, WM in Dänemark, da war der Kurs definitiv sehr taktisch. Dann jetzt die WM auch in den USA war das auch eher ein taktisches Rennen, also... Wer sich clever positionieren konnte, hat halt auch ein gutes Rennen gemacht. Nächstes Jahr wird das nicht passieren. Nächstes Jahr muss man das scheinbar sagen. Ehrlicher kann kein Kurs sein. Definitiv. Da freue ich mich schon drauf. Weil man da auch total ehrlich drauf trainieren kann, das finde ich total cool. Das ist halt simples Training. Das ist wie Krafttraining. Krafttraining ist scheißegal, was du machst. Solange du das Gewicht immer irgendwie raufpackst und es anstrengend ist, wirst du auch Muskulatur und Kraft zulegen. Und bei dem Wettkampf, klar, so einfach ist es jetzt nicht, aber da geht es halt einfach nur ganz banal um Watt pro Kilo. Wo ballere ich die raus? Und ich muss einfach den größten Motor von allen haben und dann werde ich da vorne auch vorne sein. Und das Ganze auch in der Höhe absolvieren können. Und das auch in der Höhe absolvieren können. Von daher, sehr, sehr ehrlicher Kurs, freue ich mich drauf. Man muss den Motor einfach nur richtig maximal hochschrauben und dann kann man auch ein gutes Rennen fahren. So, das war sozusagen die Rennanalyse im Jahresverlauf. Also kurz zusammengefasst, wo geht der Sportler ein und wieso geht der Sportler ein? Da haben wir Ernährung, da haben wir definitiv den Kopf, Renntaktik bzw. die Fähigkeit, sich im Feld zu bewegen und eventuell auch noch Material. Also fahre ich einen Scheißreifen, Das kann beim Straßensport schon mal spannend sein. Im Mountainbike genauso, wenn du andauernd platt hast. Klar, stimmt auch, habe ich andauernd platt. Und aerodynamische Fähigkeiten, auch auf der Straße wichtig, auch auf dem Straßenrad. Kann ich mich aerodynamisch auf mein Rad zusammenfalten und wenn ich in der Spitzengruppe unterwegs bin, habe ich halt ein CDA von, keine Ahnung, 28 und die anderen 35, dann hast du halt einen Vorteil. Das kann man... Alles anschauen, analysieren. Wir haben ja auch bei Aerotune sieht man das auch sehr schön. Oder wenn man es komplizierter machen möchte, kann man sich halt verschiedene Wattwerte übereinander legen von anderen Sportlern in anderen Programmen. Und dann sieht man halt, oh, der muss halt viel mehr Watt drücken, wenn der in der Spitzengruppe ist als der andere. Dann ist der andere wohl höchstwahrscheinlich und dann vielleicht bei ähnlichem Gewicht aerodynamischer. Und ja, das kann man sich dann auch nochmal zurecht vorstellen. zurechtlegen und das sind die Sachen, die ich mir anschaue. Ja, Aerodynamik spielt definitiv noch mit rein. So, haben wir schon lang.

Björn: Lange Folge.

Niclas: Total gemein, du wolltest doch noch deine ganze Rennanalyse der Saison machen.

Björn: Nein, alles gut. Aber jetzt für dich nochmal die abschließende Frage, welches, also wann sagst du zum Beispiel jetzt bei einem austrainierten Profisportler, es war eine gute Saison? Weil ich finde es teilweise sehr schwierig bei austrainierten Sportlern zu sagen, okay, war das jetzt wirklich eine gute oder eine schlechte Saison? Weil angenommen, die Leistungswerte wurden besser, der Sportler hat aber in den Rennen nicht abgeliefert. Aus, weil er zum Beispiel mental einfach nicht da war. Oder das Material auch nicht gestimmt hat, wenn du jetzt die ganze, ja, Pech hattest und dann dauernd platt gefahren bist. Also wie versuchst du das, ich sag jetzt mal, einem Sportler gegenüber auch zu verkaufen? Naja, aber ihm halt klarzumachen, okay, auch wenn das Ergebnis nicht stimmt, hier, du bist besser geworden.

Niclas: Genauso, genauso wie du das gesagt hast. Auch wenn das Ergebnis, wenn wir keine Platzierung haben, sind wir definitiv den richtigen Schritt gegangen. Also du bist leistungsfähig besser geworden, wir sollten uns jetzt fokussieren, erstens, ich bin da ganz platt, du kennst ja, du warst ja bei diesem Gespräch dabei, das sage ich dann zu diesen jungen Nachwuchshagern, Wir müssen Sauerstoffaufnahme bzw. Watt pro Kilo an dieser Leistung bis da und da hinkriegen. Dann sind wir in der Lage, auch da mitzufahren und dann Laktatwirkungsrate auch in diesem Bereich. Dann weiß ich, da sind wir schon mal gut davor. Das ist so das, was man erreichen möchte. Und dann schaut man sich den Verlauf an, ob man das hinkriegt. Oder auch nicht. Und dann das nächste, okay, jetzt sind die Rennen nicht passiert, woran lag das? Und das hat man dann analysiert und sagt, pass auf, Power ist da, das wollen wir halten, das müssen wir jetzt vielleicht, lass uns da noch 2-3% verbessern. Dann, ähm, Du kannst dich halt nicht im Feld bewegen. Ganz klassisches Beispiel. Da müssen wir dran arbeiten. Deshalb werden wir nächstes Jahr anfangen, indem wir in Belgien jetzt so Kirmesrennen fahren. Damit du einfach mal ein Gefühl kriegst oder ein paar Kriterien sonst wie. Damit du ein Gefühl kriegst für Positionieren und und und hektische Rennen. Das müssen wir verbessern. Oder im Mountainbike, du musst halt viel mehr Techniktraining machen. Was bringen dir 6,2 Watt an der Schwelle? Du verlierst 30 Sekunden in jeder Abfahrt, im Marathon oder was weiß ich. Auch das, daran würde ich arbeiten und dann Material, was können wir da verbessern? Ich finde, das ist immer relativ einfach zu argumentieren. Klar, die Ergebnisse sind noch nicht da, aber der Leistungszuwachs ist zu sehen. Jetzt müssen wir halt schauen und das ist halt die Aufgabe des Trainers. Oder eines reflektierten Athleten, der dann sagt, ey, ich habe das nicht hingekriegt. Dann kommt wieder der Trainer, der dann sagt, okay, ich habe aber die Idee, das machen wir jetzt so und so. Also von daher finde ich nicht so schwer. Sehr gut. Ich dachte, wir reden jetzt noch über Filme und so. Habe ich gemacht. Mit meinem Sohn. Da muss ich jetzt ganz kurz. Eigentlich wollte ich es irgendwie in die Off-Season. Dadurch, dass wir so voll in der Off-Season sind, habe ich mit meinen Söhnen jetzt, oder vor allem mit meinem kleinen Sohn gesprochen, der natürlich die meisten Filme nicht kennt. Wir haben über Helden gesprochen. Und welche Heldenfiguren, das ist auch immer wieder interessant, welche Heldenfiguren man denn toll findet. Ich meine, jetzt sind wir in so einer Off-Season, welche Filme schaut man sich an oder welche Filme haben einen geprägt? Da habe ich relativ viel drüber nachgedacht und ein paar Bücher gelesen. Und... Dann habe ich so nachgedacht, welche Helden finde ich cool? Ja, also so Superhelden. Und da habe ich meinen Sohn gefragt, was er so cool findet. Dann hat er halt Comicfiguren genannt, so Manga-Figuren, so Naruto oder sowas. Okay. oder Kaneda aus Akira, das darf man gar nicht lesen, aber er findet die Figur halt faszinierend. Und da habe ich so nachgedacht und gesagt, okay, also ich bin ja deutlich älter und ich bin halt so in so einer Zeit mit Terminator und Rambo und Stirb langsam und all diesen Sachen aufgewachsen. Und meine Heldenfiguren sind eher so Officer John McClane aus Stirb langsam. Es sind meistens Loser, die die ganze Zeit auf die Schnauze kriegen, das dann aber immer wieder packen, das Ruder rumzureißen. Oder Sarah Connor aus Terminator oder Ellen Ripley aus Alien. Also eigentlich Personen, die über sich hinaus wachsen. finde ich, sind die deutlich cooleren Heldenfiguren, jetzt weichen wir total ab, ja, und ich finde das halt echt ein spannendes Thema, ne, was das auch über einen selber aussagt, ja, welche Heldenfigur, mit welcher kann ich mich identifizieren, ja, kann ich mich mit Arnold in Predator identifizieren, der halt, echt die totale, klar hat er seine Probleme, aber er kämpft halt auch gegen so ein total krasses Monster. Oder anders, Steven Seagal in Under Siege, in Deutsch Alarmstufe Rot, auch ein super alter Film. Der sagt mir tatsächlich gar nichts. Weiß gar nicht, ob der gut gealtert ist, aber Steven Seagal in diesem Film mit Tommy Lee Jones, ein guter Schauspieler. Das Faszinierende ist, an diesem Film, es gibt glaube ich eine Szene, wo er sich leicht verletzt, aber Der rennt da durch und macht halt alles platt, die ganze Zeit. Und das ist eigentlich so, will man das sehen? Da ist gar nicht so diese Odyssee zu sehen. Der geht durch die Scheiße und packt es. Sondern das ist eigentlich ein normaler Typ, aber der macht halt alles platt. Und so Superhelden finde ich natürlich schon cool. Ich mag natürlich Marvel und lustig. Wir haben ja zwei Bibliotheken im Haus, einmal normal und dann haben wir oben ganz viele Comics, vor allem aber von meiner Frau. Ein paar habe ich auch dazu beigesteuert. so richtig so Superkräfte und so weiter oder super viel Kohle, so Bruce Wayne, Batman-mäßig, die haben mich nie so, ich lese das zwar gerne, aber die haben mich nie so gecatcht. Ich finde das so, die Identifikation findet da bei mir nicht statt. Ihr hättet jetzt alle schon vor fünf Minuten ausmachen können.

Björn: Absolut. Aber da muss ich tatsächlich sagen, ich habe alle Marvel-Superhelden-Filme gesehen, aber ich habe mir noch nie Gedanken gemacht, mit wem ich mich am ehesten identifizieren würde. Finde ich auf jeden Fall mal interessant. Vielleicht möchte ich die einfach nochmal alle schauen jetzt.

Niclas: Wie wäre es mit Hulk?

Björn: Oder Thor? Thor finde ich schon sehr lustig. Ich muss sagen, ich mag leider den Humor von Deadpool sehr.

Niclas: Echt gesagt, das ist an mir vorbeigegangen.

Björn: Habe ich nie geschaut. Ich vermute mal, der Humor ist speziell. Naja, okay.

Niclas: Gut, genug abschließende Worte.

Björn: Genug abschließende Worte. Sehr schön. Dann Björn, vielen Dank für die Folge. Wir hören uns nächste Woche wieder. Und dann schauen wir mal. Da reden wir über andere Sachen. Wir lassen uns ein gutes Thema einfallen.

Niclas: Und wir reden über Star Trek. Ich bin nämlich auch großer Fan von Ron-Luc Picard. Und das war es. Er würde jetzt sagen, abtreten oder dismissed. Viel Spaß.

Björn: Schönen Tag noch. Ciao, ciao.

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