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Episode #4

Der Powertest

26. October 202169 min

Heute erklären Björn und Sebastien ihren Powertest, der mittels Testfahrten eure VO2max, VLamax, Fatmax, Schwelle und vieles mehr berechnet. Dabei erklären die beiden, was die einzelnen Parameter bedeuten, die ihr in der Testauswertung erhaltet, wie sich daraus ein Training gestalten lässt und wie ihr damit ein individualisiertes Training gestalten könnt.

Transkript

Björn: Hi, dies ist der Aerotune Podcast mit Sebastian Schlurke und Björn Kafka. Dein Podcast für Aerodynamik und Ausdauertraining.

Sebastian: Hallo, liebes Publikum. Hallo, liebe Aerotuner und alle, die noch Aerotuner werden wollen. Wir haben heute... Da lachen wir und wollen alle, ne? Immer. Ja, wir haben heute einen neuen Podcast für euch und zwar wollen wir uns heute auf den Powertest konzentrieren und den mal so ein bisschen die Geheimnisse lüften, mal ein bisschen Hintergründe beleuchten, viel zur Durchführung sagen und auch einiges dazu, was unsere Auswertung und was ihr damit überhaupt anfangen könnt. Und Björn und ich haben uns ein paar Gedanken gemacht, wie wir das toll für euch aufziehen können und haben so eine kleine Struktur entwickelt und versuchen das mal einigermaßen gut für euch darzustellen. Aber was natürlich eigentlich ganz spannend war und wir haben ja schon mit dem guten Andreas Seewald darüber gesprochen, wie er sozusagen einer der Athleten von Björn, der jetzt bei der Cape Epic gestartet ist, Da wollte ich einmal ganz kurz mal von Björn schon mal vorweg wissen, wie war die Cape Epic für dich? Und vielleicht sagst du noch mal ganz kurz, was die Cape Epic überhaupt ist.

Björn: Ja, die Cape Epic ist ein achttägiges Etappenrennen, Mountainbike-Etappenrennen durch Südafrika. Wird auch gerne als das oder die Tour de France der Mountainbiker bezeichnet. Also extrem ist ein Teamrennen. Man fährt immer zu zweit, also man muss immer zu zweit ins Ziel kommen. Und ja, wer das gewinnt, vor allem so die letzten vier, fünf Jahre, wer das da gewinnt, der hat schon richtig was drauf. Also Nino Schurter hat das mehrere Male gewonnen. Jetzt die letzten Jahre Kulhavi, also wirklich richtig, richtig gute. Das Niveau ist einfach sehr hoch. Und wer das gewinnt, ist auch schon richtig guter. Und der Andi war dort mit seinem Teampartner, dem Matthias Stossek. Die lagen... Bis zur dritten Etappe auf Platz zwei haben die dritte Etappe dann sogar gewonnen und auch ein paar Sekunden noch rausgefahren, lagen ganz, ganz knapp hinter den ersten, haben es dann aber leider nicht ganz ins Ziel geschafft, weil der Matthias Stossek Magen-Darm bekommen hat und da mussten sie aussteigen, was sehr, sehr schade ist. Auf der anderen Seite, das Team, das jetzt den zweiten Platz belegt hat, das war das Team um Martin Frey herum mit seinem Teamkollegen Simon Stibian vom Team Bulls. Und das haben die ganz hervorragend gemacht. Die haben eine Etappe gewonnen und haben dann den Gesamtplatz zwei gesichert hinter Saru und Berkins und vom Team Specialized Songo. Und es ist einfach auch eine Wahnsinnsleistung gewesen. Ja, vor allem so eine Saison so abzuschließen mit Etappenerfolg und Gesamtplatz 2 bei der Epic ist schon richtig, richtig gut. Und zeigt eben, dass die Arbeit, die der Martin gemacht hat und auch der Simon. Der Simon wird aber nicht von mir trainiert, der wird von Tobias Blum trainiert, dass das richtig gepasst hat, dass die Parameter richtig eingestellt waren. Das freut einen dann so richtig, wenn das dann alles hinhaut und wenn auch die ganz, ganz Großen mit dem Andreas das nicht geschafft haben, aber dann das andere Team so erfolgreich ist.

Sebastian: Ja, was hat das Ganze mit dem Powertest zu tun? Das ist natürlich ein Tool, was du benutzt, schon lange für deine Athleten, um sozusagen eine Leistungsdiagnostik für die zu machen. Und ist halt auch mal wieder ein Ausrufezeichen dafür, was man alles erreichen kann über eine lange Zeit, wenn man das konsequent anwendet. Und da werden wir jetzt auch mehr erfahren. Nichtsdestotrotz, Cape Epic, geiles Event. Super Event. Übertragung, hat total viel Spaß gebracht, habe auch ab und zu reingeschaut, habe richtig mitgefiebert mit den Jungs, Abfahrten, sehr technisch, klasse Event, großartig, habe richtig mitgezählt und als da der Etappensieg von Andi Sebald da kam, da habe ich mir schon gedacht, so wow, die richtig krassen Etappen kommen noch und der Andi hatte ja auch noch den Tag vorher gesagt, so langsam bringt ihm das Spaß und da hatte ich mich schon darauf gefreut, dass das nochmal richtig spannend wird, ne? Und das war ja so oder so spannend und für dich natürlich als Trainer nochmal eine andere Perspektive und dann auch gleich noch mit dem anderen Team, was du ja sozusagen zum Teil zumindest betreust, schon eine spannende Geschichte. Gut, ja, das waren wir vielleicht allen so schuldig, die auch den Podcast mit dem Andi gehört haben, einmal ganz kurz zu hören, was da los war. Und ja, wie gesagt, großartige Saison, klasse. Und wir freuen uns, dass wir da helfen konnten. Und du hast da natürlich dann noch viel mehr sozusagen noch mit zu tun gehabt. Aber gut, wir kommen mal zurück zu unserem Hauptthema, nämlich dem Powertest. Und jetzt eine ganz kurze Frage an dich, Björn. Kannst du den Powertest in einem Satz erklären, was das ist?

Björn: Ich versuch's mal. Also der Powertest ist ein... Komplett automatisierter Test, ein Testmodell, das die metabolische Leistungsfähigkeit, also das, was dein Stoffwechsel kann, abbildet. Und zwar anhand von Leistungsdaten, die wir hochladen können, Leistungsdaten im Sinne von Watt. Oder auch, wenn wir Labordaten haben, VO2max und Laktatwert, also Vlamax. Das war ein langer Satz mit vielen Kommas, oder? Ja. Alles gut.

Sebastian: Ich meine, es ist ja auf eine bestimmte Art und Weise auch schon komplexer, das gesamte System. Wenn man das in einem Satz erklären kann, dann ist das schon anspruchsvoll. Man setzt natürlich auch immer so ein bisschen voraus, dass ein paar Sachen bekannt sind. Was ist denn ein metabolisches Profil? Du hast das Wort gerade verwendet sozusagen. Was ist Metabolik oder was darf ich mir so als Laienathlet unter Metabolik vorstellen?

Björn: Um es mal so ganz platt zu machen, unser Stoffwechsel oder die Energie, die wir benötigen, deshalb nehmen wir jetzt mal ein metabolisches Profil, setzt sich aus verschiedenen Parametern zusammen. Unser Körper ist praktisch wie so ein Hybridmotor. Und daraus diese einzelnen Hybriden, nenne ich sie mal, die können wir simulieren. Und da erstellen wir dann ein Profil. Wie setzt sich deine Gesamtleistung, deine PS zusammen? Aus welchen verschiedenen Modulen? Und das können wir anhand dieser Simulation praktisch berechnen. Also ich weiß, was du kannst und wie sich das zusammensetzt.

Sebastian: Ja, das hört sich echt spannend an. Und es ist ja im Grunde genommen auch so, das ist ja uns allen bewusst, irgendwie setzen wir Energie um, wir sind irgendwie Leistungsfähigkeit, wir bringen irgendwie Leistung zustande. Und dass das durchaus kompliziert sein kann, wie unser eigener Körper funktioniert, ist klar. Und dass das vielleicht auch nicht ganz so einfach, vielleicht auch nur mit einem Wert zu erklären ist, ist auch klar. Und der Powertest liefert genau das jetzt. der macht es auf jeden Fall noch mal eine Stufe besser als das, was man bisher so verwendet hat. Wenn man zum Beispiel sich die FTP überlegt, kann man jetzt mit dieser Simulation des Stoffwechselprofils wesentlich eindeutiger definieren, was du für ein Typ bist und wie du trainieren musst, wenn ich das richtig verstehe.

Björn: Ganz genau, so ist es ja. Ich habe die FTP, also die Schwellenleistung, diese ominöse Dauerleistung, für die es... ich glaube, fast 30 verschiedene Interpretationsmöglichkeiten gibt oder Formulierungen, die ist letztendlich nur eine Mischung aus verschiedenen Systemen. Also nehmen wir Elektro und Benzin, vielleicht noch Lachgas dazu. Und daraus setzt sich dann irgendwie diese FDP, diese Schwellenleistung zusammen. Und wir können herausdifferenzieren, zumindest aus welchen zwei Teilen sich diese FDP zusammensetzt. Was natürlich viel schöner ist, weil wir können uns vorstellen, dass eine Schwellenleistung sich ja aus ganz, ganz unterschiedlich zusammensetzen kann. Also ein Sprinter, kann die gleiche Schwellenleistung haben wie so ein Marathonfahrer. Heißt das jetzt, dass sie gleich trainieren sollen? Höchstwahrscheinlich nicht. Ja.

Sebastian: Und wenn ich jetzt so als Laie so einen Powertest mache, oder was heißt Laie? Letztendlich geht es ja darum, dass wir sprechen ja ein bestimmtes Klientel an, die irgendwie auch ihre Leistung messen und zumindest darüber Ahnung haben und auch feststellen, dass sie eine bestimmte Leistungsfähigkeit haben. Was habe ich denn für einen Vorteil? Oder wie hilft das in meinem Training, wenn ich einen Powertest mache? Oder sagen wir mal, bevor wir zu speziell werden und was man alles dafür machen muss, wie viel mehr Leistungszuwachs kann ich denn über ein paar Jahre haben?

Björn: Das ist immer schwer zu sagen. Kommt natürlich darauf an, wenn ich 10.000 Meilen oder mehr die Form ist, dann ist natürlich klar, kann ich da richtig was rausholen. Dann kann sich die Leistungsfähigkeit auch mal um 20, 30 Prozent innerhalb kurzer Zeit teilweise verbessern. Im Hochleistungssport, da geht es vor allen Dingen darum, herauszufinden, wie ich eine Leistungsfähigkeit designe, sage ich mal, um auf spezifische Anforderungsprofile die richtige Mischung aus Hybridmotor und Verbrenner hinkriege. Aber wenn ich einen Powertest mache und ich habe jetzt noch nicht so eine super Leistungsfähigkeit, weiß ich sofort mit dem Powertest, an welcher Schraube muss ich drehen? Was sind diese low-hanging fruits? die ich abgreifen kann, damit sich meine Leistungsfähigkeit möglichst schnell verbessert. Und das ist der Riesenvorteil. Ich weiß ganz genau, an welcher Schraube ich drehen muss.

Sebastian: Okay. Das ist halt schon ein echter Knaller und eine coole Sache. Eine kurze Frage noch zum Powertest. Wie unterscheidet der sich denn sozusagen von anderen Leistungsdiagnosten? Oder wo sind die großen Vorteile von einem Powertest, wenn ich das jetzt zum Beispiel zu einer Spiroergometrie und Laktatstufentest sehe zum Beispiel?

Björn: Also der Also eine Spiroergometrie und Laktatstufentest, die haben immer ihre Berechtigung. Und die sind auch wichtig. Der Powertest ist insofern super und genial, dass ich ihn immer wieder reproduzieren kann. Ich habe idealerweise immer das gleiche Powermeter. Ich habe vielleicht auch immer die gleiche Strecke. Ich kann entscheiden, wann ich ihn mache. Wenn ich einen Tag habe, jetzt nicht so gut, vielleicht mal zwei Tage später. Ja, genau. Also ich habe praktisch mein Labor immer dabei. Das ist der Riesenvorteil. Dann ist dieser Test automatisiert. Das heißt, ich lade die Daten hoch und das Programm sagt mir sofort, Das sind deine Werte. Das ist deine maximale Sauerstoffaufnahme und das ist deine Faula Max. Das sind deine Trainingsbereiche. Gehen wir gleich nochmal ein bisschen genauer darauf ein. Also ich brauche keinen Diagnostiker. Ich spare mir diesen Zwischenschritt. Und die Interpretation wird praktisch von einem System übernommen und nicht von Menschen. Was ganz schön ist, weil manchmal will auch ein Diagnostiker... dass der Sportler besser wird, diese reine Interpretation fällt raus. Also das System sagt, du bist besser oder schlechter geworden. Knallharte Fakten. Was super ist, was für mich als Coach auch immer ein wichtiges Learning ist, Für mich ist, okay, wir haben jetzt diese Daten, was ist denn schief gelaufen oder was ist besonders gut gelaufen? Hat das Training so funktioniert, wie ich es mir gedacht habe? Ja, das sehe ich so, ja. Also man kann es immer zu Hause machen. Der Unterschied ist natürlich auch, wir messen kein Problem. wir haben keine Spiro, wir messen keinen Sauerstoff, keine Sauerstoffaufnahme real, wir rechnen es hoch, das können wir sehr gut machen und auch das Laktat, wir simulieren das Laktat anhand der Wattangaben oder der Wattleistungsfähigkeit des Sportlers heraus, das kann man auch gut machen und wir sparen uns schlicht und ergreifend den Gang zum Diagnostiker und wir sehen dann eben die Verhältnismäßigkeit nachher, wie hat sich diese Leistungsfähigkeit entwickelt und an welchen verschiedenen Hybridmotoren wurde eigentlich gearbeitet. Und das, dieser Langzeitvergleich ist eben das Schöne, das wir sehen. Und wenn man das alle acht Wochen machen kann, ist es eben, das ist eben realistisch zu machen. Man geht nicht alle acht Wochen zur Diagnostik. A ist der Weg zu weit, meistens, und B ist es auch eine Kostenfrage.

Sebastian: Okay, da sehe ich, da höre ich schon raus, so alle acht Wochen würdest du beispielsweise auch einen Powertest durchführen, um sozusagen zu sehen.

Björn: Ja, also alle acht bis zwölf Wochen lasse ich Powertests machen, beziehungsweise ich kann dann aus Rennen auch schon Kennzahlen rauslesen und sagen, okay, hier ist, was jetzt an der V2Max passiert, dann lasse ich nochmal irgendwie einen 12-Minuten-Test oder einen 20-Minuten-Test idealerweise fahren und gucke mal nach, okay, wie hat sich dann die V2Max entwickelt, das kann man auch in unserem Tool machen, ja, also alle zwölf Wochen findet in irgendeiner Form eine Überprüfung statt, ja.

Sebastian: Ja, und grundsätzlich, also wenn ich das richtig verstehe, ist es halt so, wir sind ja jetzt schon so ein bisschen im Testmodus drin. Es gibt so zwei Sachen, die mir dazu einfallen. Das eine ist halt so, alle zwölf Wochen so einen Test zu machen, heißt ja auch, dass man alle zwölf Wochen durchaus messbare Unterschiede feststellen kann und entsprechend natürlich auch eine Adaption seiner Trainingsbereiche braucht. Wenn wir jetzt so als Laie draußen nach Watt zum Beispiel trainieren, in bestimmten Zonen, dann kann das... innerhalb von diesen zwölf Wochen schon, wenn ich dann entsprechend gut trainiert habe, Effekte haben und dann könnte ich auch schon meine Trainingszungen anpassen, also vielleicht in anderen Wattbereichen schon trainieren, um dann auch ein Stimuli weiter zu haben und entsprechend trainieren zu können.

Björn: Ja, und ähm, Das muss man so ein bisschen selbst entscheiden oder beziehungsweise dann der Trainer. Am Anfang der Saison lasse ich sogar die Tests noch deutlich enger fahren. Wir wissen, dass bei Profisportlern die Leistungsfähigkeit dramatisch abnimmt, wenn die mal zwei Wochen nichts tun. Dann lasse ich die erst mal drei Wochen ganz, ganz easy trainieren. Dann fahren wir den ersten Test. Da haben wir nämlich schon eine leichte Adaption gehabt und dann fahren wir vier Wochen später wieder einen Test, weil die sich so schnell fit fahren, dass es gar keinen Sinn macht, so lange Zeitabstände zu haben. Nachher, wenn diese Kurve flacht einfach ab, Da werden die Tests ein bisschen weniger und dann schaut man wirklich nur daran, in welchen Nuancen hat sich dieser Sportler verbessert oder verschlechtert. Also man muss selber entscheiden, wenn ich merke, oh, das fühlt sich jetzt alles so viel einfacher an, jetzt fahre ich mal wieder einen Test, dann habe ich definitiv schon eine Adaption. Also man kann eine Adaption auch in zwei Wochen erreichen. Man kann auch zwei Wochen mega hart trainieren, eine Woche Pause machen und dann wieder einen Test machen, dann werde ich definitiv meine Leistungsfähigkeit in irgendeiner Form verändert haben.

Sebastian: Ein Aspekt, den ich auch noch nennen wollte, was unterscheidet den Powertest, ich komme ja aus der Aero-Schiene und ich sehe ja immer wieder, wie stark der Einfluss eines Powermeters ist, halt auch hinsichtlich der Messgenauigkeit und der Abweichung zwischen Testtag zu Testtag, wenn man alleine einen Powermeter tauscht und da ist natürlich eine wesentliche Komponente, Wenn ich den Test mit meinem eigenen Powermeter mache und mein Training auch mit diesem Powermeter steuere, dann habe ich natürlich einen ganz klaren Vorteil, dass ich ein und dasselbe Messinstrument sowohl zum Testen als auch zur Trainingsteuerung nutze, während ich, wenn ich zum Beispiel irgendwo anders einen Test zum Beispiel durchführe, ja nicht immer auf meinem eigenen Powermeter sozusagen diesen Test mache und da durchaus ja Unterschiede vorhanden sein können. Also muss man sich immer die Frage stellen, wo kauft man sich halt welchen Fehler ein. Das ist schon eine super Sache. Du hast zwei Begriffe genannt. Die wollte ich einmal ganz schnell aufgreifen, weil das sind ja so die Kernbegriffe des Powertests, nämlich die VO2max und die VOLAMAX. Und kannst du die vielleicht einmal in Bezug zur aeroben und anaeroben Stoffwechselleistung nennen? Das kennen viele, ja. Aeroben und anaeroben haben alle vielleicht schon mal gehört. Ja. Und du hast jetzt zwei neue Begriffe genannt, VO2 Max und Fowler Max. Kannst du die vielleicht einmal ganz kurz zusammenbringen? Gibt es da eine Zusammengehörigkeit?

Björn: Ja, die gibt es. Ich würde sie noch erst mal gar nicht zusammenbringen. Die VO2 Max, die kennen die Hörer sicher ein bisschen genauer. Um es mal ganz einfach runterzubrechen, die VO2 Max sind die PS-Begriffe. die man hat als Sportler. Je höher die V2 Max ist, desto besser bist du als Sportler. Man nennt es auch gerne das Brutokriterium der Ausdauerleistung. Da kommen dann so ominöse Zahlen wie 90 oder sowas. Da weiß man schon, okay, der hat einen großen Motor. Und die V2 Max ist praktisch die die Ökonomie dieses Motors, um es mal ganz platt zu sagen, also wie viel Sprit zieht denn dieser Motor? Die Faula Max stellt praktisch diesen Gegenpart, ich nenne es mal den anaeroben Part, wie viel Energiewert über diesen Part hergestellt. Um es nochmal ein bisschen genauer zu machen, die V-Lamax, die maximale Laktatbildungsrate, V als eine Flussrate, dann La für Laktat und Max, also der maximale Laktatfluss, zeigt an, wie viel Energie kann dieser Sportler aus Glucose aus Kohlenhydraten gewinnen. Also unser schnellster Treibstoff. Und die VO2 Max ist praktisch dieser ökonomische Stoffwechsel. Also der aerobe Stoffwechsel. Und beides zusammen ist eben dieser Gesamtmotor, der gesamte Antrieb, der die Reifen zum Rollen bringt. Und platt gesagt, gemischt, kommen wir dann irgendwann auf eine Schwellenleistung. Und die setzt sich eben aus diesen beiden Sachen zusammen.

Sebastian: Und wenn du jetzt diese beiden Begriffe genannt hast, V2max, Faulermax, die kann ich ja auch in so einem Spiroergometrie beispielsweise messen lassen oder Laktatstoffentest. Lassen Sie die Werte sich mit dem Powertest vergleichen? Sind die ungefähr auf einem Niveau? Passt das? Ja.

Björn: Also die VLA Max muss ich berechnen. Dafür gibt es spezielle Tests. Vor allem braucht man eine bestimmte Art der Berechnung, um das herauszukriegen. Vor allem die VLA Max. Das passt sehr gut. Also die VLA Max kann man wunderbar mit unserem System berechnen. Auch die VO2 Max, weil es Verhältnismäßigkeiten gibt, Bei der Wattproduktion, also wie viel Sauerstoff braucht mein Körper, um einen Watt zu produzieren? Und das können wir sehr, sehr gut reproduzieren.

Sebastian: Okay, gut, das habe ich schon mal verstanden. Das metabolische Profil, meine Stoffwechselsysteme, also wie bringe ich Leistung sozusagen auf die Pedale, kann ich halt durch VO2 Max und durch die Vola Max beschreiben. Ein Mischmotor, einer der so die VO2 Max erstmal grundsätzlich, die Größe des Motors und die Vola Max, die auch noch etwas darüber aussagt, wie hoch mein Verbrauch meiner Kohlenhydrate beispielsweise ist. Und hat die Faula Max, wenn du das so sagst, dann hat die Faula Max erstmal für mich nur einen negativen Charakter, weil die ja sozusagen sagt, dass ich damit Kohlenhydrate verbrauche. Hat die auch was Positives, wenn ich eine hohle Faula Max habe?

Björn: Die hat definitiv viele Vorteile. Erstens ist, es gibt, also klar, wenn ich jetzt einen Ironman mache, dann ist natürlich der geringe Kohlenhydratverbrauch Ideal. Als Ziel. Ob der Weg dorthin nur über eine niedrige Foulermax geht, dieser Trainingsweg, sei jetzt mal dahingestellt. Aber wenn ich jetzt Rennen habe, wo ich viel antreten muss, Straßenrennen, Cross-Country-Rennen, da brauche ich diese Fähigkeit eines hohen Laktataufbaus, eine hohe Laktatbewegungsreiter heißt, dass ich eine hohe anaerobe Kapazität habe, die mir relativ viel Spritzigkeit gibt. Wir müssen, um mal kurz das zu erklären, wir haben verschiedene Muskelfaser-Typen. Wir haben verschiedene Muskelfaser in unserem Körper, schnelle und langsame. Und die langsam bauen deutlich weniger Laktat auf. Und die schnellen deutlich mehr, um es mal ganz platt zu sagen. Wer viele schnelle Muskelfasern hat, baut auch mehr Laktat auf. Also wenn ein 400-Meter-Läufer ins Ziel kommt, dann läuft nur das Laktat aus den Ohren. Und wenn ein Marathonläufer 400 Meter läuft, da passiert nicht viel, weil der einfach die Fasern gar nicht hat. Und deshalb kann eine hohe Foul am Max positiv sein, wenn ich Rennen habe, wo ich kurze Antritte habe, vielleicht auch nur kurze Rennen, ja, 4000 Meter Einnahmeverfolgung oder sowas. Da brauche ich diese hohe Leistungsfähigkeit.

Sebastian: Das erklärt ja auch manchmal, also ich weiß, verschiedene Triathleten, vor allen Dingen Langdistanz-Triathleten, wissen das, wenn sie mal mit einem Radfahrer unterwegs sind, die so... eine höhere Foul am Max haben als die Triathleten und die dann auch mal anfangen zu spielen an den Bergen und mal anziehen und mal antreten, dass man da als jemand, der so gezüchtet ist, keine Kohlenhydrate mehr zu verbrennen, ganz schön am Arsch, würde ich fast sagen, weil die machen einen echt fertig. Diese ganzen Antritte, das geht gar nicht. Wenn man das aber dann mal schafft, die Leistung kontinuierlich sehr hoch zu halten, dann merkt man, dass die anderen Zum Leiden kommen.

Björn: Die Frage ist immer, wie erreiche ich das Ziel... ein schnelles Rennen abzuliefern, idealerweise. Welche Parameter brauche ich dafür? Und das hatten wir schon am Anfang. Wie designe ich meine Leistungszusammensetzung? Also brauche ich vielleicht für meinen Sport eine hohe V-O-2-Max? Wenn ich Kriterien fahre, brauche ich nicht mit einer niedrigen V-O-2-Max am Start stehen. Außer vielleicht, ich habe eine super hohe V-O-2-Max und fahre dann einfach mal alleine raus und niemand kommt mir hinterher und dann bin ich noch aerodynamisch top eingestellt, dann geht das vielleicht. Aber jeder Sport hat... eine gewisse Range an VO2 Max und Faula Max, die ideal sind.

Sebastian: Wir sprechen jetzt die ganze Zeit über diese VO2 Max und die Faula Max. Magst du mal Werte nennen, ganz kurz, für die VO2 Max? Was hat denn so ein Hobbysportler für eine VO2 Max? Bezogen auf sein Körpergewicht. Wir reden die ganze Zeit von einer VO2-Max bezogen aufs Körpergewicht. Was ist denn so eine normale Hobbysportler-Variante?

Björn: Was haben die an VO2-Max? Ganz unterschiedlich, ja. Also VO2-Max, das hatten wir übrigens noch nicht erklärt. Das ist diesmal nicht die Flussgeschwindigkeit, sondern das ist ein Volumen. O2, klar, Sauerstoff und dann die maximale Aufnahme. Ja. So ein Hobbysportler, der mal so einen Radmarathon fährt und vielleicht so ein Hobby-Triathlon, der hat so eine 50er, vielleicht auch. Und dann entsprechend, das kann auch, aber auch eine 50er, und hier kommen wir wieder drauf, es gibt auch Leute, die sind total niedrig dann in der Laktatbildung und die sind dann schon total durchökonomisiert. Und können mit einer sehr niedrigen, mit einem ganz kleinen Motor praktisch, total guten Triathlon überstehen. Und auch ganz vernünftig, weil die total ökonomisiert sind. Mit so einer 0,2er Laktatbildung. Aber ich sage mal so, so eine 50er, da bist du schon einigermaßen fit und machst Sport. Bei 60 wird es dann langsam echt mal spannend. Da hat man schon ambitionierte, richtig gute Sportler. Und ab 65 wird es dann, da haben wir dann Sportler, die... die richtig gut in den Wettkämpfen sind. 65, 70, 72, da haben wir dann schon Bundesliga-Fahrer auf der Straße und alles 75, 80, da gehen wir dann richtig in den Profisport rein. Zumindest im Straßensport. Auf der langen Distanz können die Sauerstoffaufnahmen niedriger sein. Da kannst du auch mit einer 68er und einer sehr niedrigen V-Lamax Top-Ergebnis einfahren. Was hat denn so ein Tour-de-France-Sieger für eine V-Lamax? Definitiv eine ganz, entweder eine super hohe 70er, also so eine 79er und eine sehr niedrige Faula Max, aber tendenziell eine über 80er Sauerstoffaufnahme und dann so eine 03, 04er, 035er Laktatbildungsrate.

Sebastian: Ja, das heißt auf jeden Fall. Du hast ja auch schon Werte genannt, die kommen mir so ein bisschen bekannt vor, weil die auch von unserer Webseite kommen. Da kann man sich das auch alles nochmal durchlesen, was wir sozusagen auch sagen. Und zwar das Beispiel mit einer 50er Sauerstoffaufnahme und einem sehr niedrigen Faulermax. Der hat nämlich so eine Schwellenleistung von 300 Watt. Das haben wir da auch mal ausgerechnet, um das auch mal transparent zu machen. Und dann haben wir auch, den nennen wir den Marathoner, weil der sehr ökonomisiert ist, also 300 Watt als Schwellenleistung. Wir haben aber auch jemand anderen, so einen Sprinter, der hat eine 60er Sauerstoffaufnahme. Hast du ja schon gesagt, dass der eigentlich ja schon vom Motor her schon eigentlich deutlich besser ist, der ja schon in den Amateursport sozusagen reingeht. Hat aber eine sehr hohe Laktatbildungsrate, nämlich 0,08er. Und wir nennen diese ganzen Zahlen, damit ihr euch damit ein bisschen bewusster werdet. Also wir versuchen so ein bisschen die Zahlen öfter zu nennen, damit ihr eine bessere Vorstellung darunter habt. Und der hat auch eine Schwellenleistung von 300 Watt. Und das ist ja total spannend, weil wenn ich jetzt zum Beispiel, wenn ich zum Beispiel ganz viel trainiere und immer das Gefühl habe, Mensch, ich entdecke mich irgendwie gar nicht weiter und ich habe eine 300-Watt-Schwellenleistung und mein Training passt eigentlich gar nicht mehr. Dieses Beispiel zeigt eigentlich, wie unterschiedlich sich die Leistung, du hast das ja Hybridmotoren genannt oder hybride Teile, sich zusammensetzen können. Die FTP dieselbe ist, aber diese Leistung, diese einzelnen Komponenten total unterschiedlich sind. Und da kann man sich natürlich schon vorstellen, die müssen wahrscheinlich komplett anders trainieren.

Björn: Ja, definitiv. Auch wenn sie eventuell das gleiche Ziel haben, jetzt mal gar nicht ganz weit weg von wir machen unterschiedliche Sportarten, sondern sie haben das gleiche Ziel, ein Ironman, müssen die komplett anders trainieren, unterschiedlich trainieren. Beim Marathoner würdest du sagen, okay, damit an der Sauerstoffaufnahme noch mal ein bisschen mehr passiert, Müssen wir dich vielleicht mal kurz unökonomisch machen und deine Laktatbildung hochtrainieren, was ein langer Weg ist? Finde ich total spannend.

Sebastian: Finde ich total spannend, weil ich halt weiß, dass so viele Langdistanz-Triathleten sich wahrscheinlich in der Faula Max so richtig durchökonomisiert haben und dann an einer bestimmten Stelle auch keine Weiterentwicklung mehr zu sehen ist. Und vielleicht sind die da auch in Endstation Faula Max.

Björn: Ja, klar. Und das ist dann am Ende des Tages der Begrenzer. Sport oder Training ist immer auch Trends unterworfen. Wir haben die ganze ketogene Ernährung, Nüchtern-Training und Ähnliches durch die Jahre jetzt durch alle Medien gejagt, gesehen. Und das führte dazu, dass die Leute definitiv an ihrer Faulermax ziemlich geschraubt haben, weil wer ohne Kohlenhydrate unterwegs ist. Der wird auch die Fähigkeit verlieren, vernünftige Energie dazu zu produzieren. Der Körper stellt sich um, sprich die Faula Max sinkt, aber damit beraubt man sich eventuell seiner Fähigkeit, die Gesamtmotorgröße zu verbessern. Man hat dann nur noch einen Lupo und den Lupo noch kleiner machen. Und der Sprinter hat eben den Porsche. Und den Porsche brauchst du dann nur noch ein bisschen tunen und ihn ein bisschen weniger Sprit fahren lassen.

Sebastian: Okay, das macht das Ganze natürlich total spannend. Also das heißt durchaus mal überlegen, wieder unökonomisch zu werden, damit ich halt wieder an meiner Größe meines Motors arbeiten kann und dann wieder rechtzeitig vor meinen Hauptwettkämpfen mich wieder effizienter machen und wieder ökonomischer. Ja. Ich hoffe, wir haben euch damit schon mal ein bisschen heiß auf den Powertest gemacht und das ist ja nur ein kleiner Auszug dessen, was man sich alles so betrachten kann. Deswegen gehen wir jetzt mal wirklich zu den spannenden Sachen über, direkt. Mehrwert haben wir verstanden. Wir können halt... uns deutlich besser trainieren, Leistungszuwecke sind deutlich besser da, man hat auch die Chance, seinen Leistungszustand zu überprüfen, auch seine Entwicklung zu überprüfen und dann gegebenenfalls zu reagieren. Ich meine, was gibt es denn Schlimmeres, als ich trainiere ein Jahr und dann stelle ich fest, okay, ich bin nicht besser geworden. Wäre doch schön gewesen, wenn ich ein bisschen früher schon mitbekommen hätte, dass das vielleicht nicht der richtige Weg für mich ist und dass ich anders trainieren muss. Und man kann auch von niemandem da draußen erwarten, dass man per se immer weiß, wie einer zu trainieren hat, wenn man kein metabolisches Profil von ihm hat. Von daher ist das schon eine super Sache, große Klasse. Dann hat man einfach mehr Stellenmittel, um sein Training zu steuern und dann halt auch erfolgreich zu sein. Weil es gibt letztendlich eine der Dinge, die wirklich Spaß bringt beim Sport, ist halt besser zu werden. Und das motiviert uns ja auch alle irgendwie. Also es gibt ja viele Arten, besser zu werden. Aber wir reden heute halt über das metabolische Profil. Was brauche ich denn, um so einen Powertest zu machen, Jörg?

Björn: Die richtige Motivation. Das ist richtig. Die haben wir jetzt ja schon mitgegeben. Das ist wie eine Klausur. Man muss immer sein Bestes geben. Man braucht einen Powermeter. Den sollte man kalibrieren vorher. Man sollte die Tage vorher jetzt nicht hart trainiert haben. Man sollte ausreichend Kohlenhydrat, also wirklich gut gegessen haben, damit die Leistungsfähigkeiten auch das widerspiegeln, was man kann. Und dann läuft das schon. Mehr braucht man nicht. Und dann werden diese Tests gefangen.

Sebastian: Okay, aber wenn du das so sagst, dann hätte das, wenn ich jetzt drei Tage davor hungern würde, hätte das schon einen Effekt auf meinen Körper.

Björn: Ja, definitiv. Aber das hat es auch, wenn du zur Spiro gehst. Ja, klar. Wenn ich zur Spiro gehe und ich habe drei Tage lang vorher schlecht gegessen oder zu wenig gegessen oder low carb gelebt, dann wird sich die Spiro etwas widerspiegeln, was eventuell in der Realität gar nicht vorhanden ist, wenn ich normal essen würde. Dann hätte sich auf einmal mein Fettstoffwechsel total geändert.

Sebastian: Ja, und man muss auch verstehen, das Modell ist ja so entwickelt worden, dass man sagt, jemand kommt ausgeruht mit vollen Speichern an und darauf ist halt das System sozusagen ausgelegt und man kann es halt manipulieren und das sollte man tunlichst nicht tun, weil wir wollen natürlich Werte haben, die reproduzierbar sind, mit denen wir dauerhaft arbeiten können und wo wir von auch einen Mehrwert haben. Wenn ich den Powertest, also du sagst, ich brauche einen Powermeter, ich muss am besten halt nicht mehr so hart trainiert haben, zwei, drei Tage Vorbereitung, gut Kohlenhydrate gegessen haben und dann so, jetzt kommt der Tag, jetzt möchte ich den Powertest machen, ich habe meinen Powermeter und nehmen wir mal an, ich will den jetzt draußen machen. Jetzt setze ich mich auf mein Fahrrad, habe meinen Powermeter dran, habe gut gegessen, habe noch eine Kohlenhydratflasche mit dabei. Wie führe ich den denn jetzt durch? Jetzt fahre ich raus mit dem Fahrrad und was mache ich jetzt?

Björn: Erstmal fahre ich mich ganz, ganz, ganz locker ein. Wirklich locker. Damit wir eine gute Sättigung, Sauerstoffsättigung im Muskel haben. Also warm fahren, ganz platt.

Sebastian: 30 bis 45 Minuten?

Björn: Ja, genau. Ganz, ganz easy. Dann höre ich kurz auf. Höre auf zu treten. Bleib kurz stehen. Dann fahre ich einen Sprint im Sitzen. All out, alles was geht. Im Sitzen aber. Für... 15 oder 20 Sekunden, ich habe es gerade nicht im Kopf. Zehn Sekunden. Zehn Sekunden doch nur, ah, sehr gut. Und dann rolle ich mich nochmal ein bisschen aus dazwischen. Ich glaube 15 oder 20 Minuten oder sogar 30.

Sebastian: Wir schreiben locker aus, fahren 20 Minuten. Also ihr hört schon an Björns Kommentar, dass es nicht in Stein gemeißelt ist. Also ein oder zwei Minuten mehr, das macht keinen Unterschied. Ich weiß, ihr wollt das immer sehr akkurat durchführen, finde ich super, aber da ist so ein bisschen Spiel möglich. Ein bis zwei Minuten, 10% Abweichung, da macht er nicht so viel Lust.

Björn: Genau, dann fahre ich diesen 4-Minuten-Test und ideal gepacet, ja, in einer Geschwindigkeit, die ich mir 4 Minuten zutraue. Dazu kann man dann immer mal schauen, bin ich schon mal sowas ähnliches gefahren, guckt man mal nach und dann fahre ich das, die ersten zweieinhalb Minuten versuche ich vielleicht ein bisschen konservativer ranzugehen und dann die letzten 90 Sekunden wirklich nochmal alles geben, was irgendwie drin ist und dann habe ich den ersten Testtag überstanden. Okay. Und am nächsten Tag fahre ich in den klassischen Zweig.

Sebastian: Dazu habe ich kurz noch Fragen, bevor du weitergehst. Lass mich ganz kurz meine Fragen machen. Eine Frage, warum muss ich das in dem Sitzen machen? Kann ich das nicht im Stehen machen? Im Stehen kann ich ja viel mehr Power raushauen und würde dann natürlich auch höhere Powerwerte sozusagen in meinem Powertest haben.

Björn: Macht das Sinn? Nein. Ich will eigentlich sehen, was deine Muskeln im Bein hinkriegen. Und auch nicht, ich will es ja auch gewichtsbereinigt haben. Ich will nicht, dass deine, keine Ahnung, wenn du 100 Kilo wiegst, deine 100 Kilo damit reindrücken. Klar wiegen deine Beine auch was. Aber ich möchte es gewichtsbereinigt haben. Idealerweise fahre ich den 4-Minuten-Test auch im Sitzen, um ganz ehrlich zu sein.

Sebastian: Also den kompletten 4-Minuten-Test im Sitzen fahren. Bloß nicht aufstehen. Okay, das ist insofern wichtig, dass das natürlich eure Leistungsfähigkeit viel besser widerspiegelt, als wenn ihr dabei aufstehen würdet. Lieber das im Sitzen machen, auch wenn die Leistungswerte nicht so hoch sind, aber das metabolische Profil, was berechnet wird, passt viel besser zu dem, was wir tatsächlich können. Und nicht zu anderen Sachen. Okay, das habe ich verstanden. Aber den 4-Minuten-Test, da habe ich nochmal eine Frage. Also 4 Minuten heißt ... Ich haue mir richtig auf die Fresse, die vier Minuten, haue alles raus, was ich kann und ich versuche, das möglichst konstant zu machen. Also jetzt kann man wieder sehr theoretisch werden, aber so grundsätzlich. Nehmen wir mal an, ich habe mal einen Vier-Minuten-Test gemacht. Ich kenne meine Leistungsdaten ungefähr. Nehmen wir mal an, ich kann vier Minuten 400 Watt fahren. Nehmen wir das mal rein hypothetisch an. fahre ich die ersten zweieinhalb Minuten ein bisschen mehr als diese 400 Watt, wenn ich das so als Zahl kenne, oder fahre ich ein bisschen weniger? Ich würde ein bisschen weniger fahren. 93. 93. Und dann, du hast gesagt, das sind die ersten zweieinhalb Minuten, und wenn ich dann noch kann, dann würde ich danach sozusagen versuchen, alles noch zu mobilisieren, was drin ist.

Björn: Ja.

Sebastian: Okay, das habe ich verstanden. Und diese vier Minuten ist natürlich eine harte Geschichte. Wenn ich jetzt Triathlet bin, ja, fahre ich die vier Minuten in Aero-Position?

Björn: Idealerweise ja, weil wenn ich meinen Wettkampf in Aero fahre, dann sollte ich auch wissen, wie meine Leistungsfähigkeit in Aero-Position ist. Wenn ich aber viel jetzt auf dem Rennrad trainiere, dann sollte ich vielleicht so den Test machen, in meiner Rennradposition. Da sprechen dann zwei Tests auf zwei verschiedenen Rädern. Sprich, auf beiden Rädern zu testen, um auf beiden Rädern zu wissen, okay, wie ist eigentlich meine Fähigkeit auf dem Rad und auf dem Rad.

Sebastian: Okay, und das ist ja auch insofern interessant, weil wenn ich jetzt ganz viel auf dem Rennrad trainiere, dann könnte ich ja den Powertest machen, um zu überprüfen, ob mein Training funktioniert, wie sich das entwickelt. Und auf der anderen Seite brauche ich aber auch den Powertest, weil das ist ja auch eine der coolen Features des Powertests. Ich kann ja zum Beispiel auch Berechnungen machen, also Simulation, mit welcher Leistung ich eine bestimmte Zeit fahren kann. Also es wäre schon interessant, um sozusagen Predictions zu machen für ein Rennen, mit welcher Leistung ich überhaupt an den Wettkampf gehen kann. Also auch dafür wäre dann der Powertest sozusagen auf dem Zeitfahrrad interessant. Ist denn da ein messbarer Unterschied zwischen Rennposition und Zeitfahrrad?

Björn: Wissen wir ja alle, ja. Also wenn ich auf dem, die Straßenfahrer kennen das deutlich besser als die Triathleten, weil die natürlich nicht so oft auf ihrem Zeitfahrrad unterwegs sind und dann denken die, hoho, 400 Watt Schwelle, das fahre ich jetzt auch mal auf meinem Zeitfahrrad und dann kommen sie eben mit 360 Watt am Ende an und merken auf einmal, ah, das ist irgendwie doch eine ganz andere Position, in der ich nicht so viel trainieren, vielleicht muss ich meine Leistungsfähigkeit da mal Überprüfen.

Sebastian: Okay, also das sind durchaus 10% Leistungsabfall, den du da ja gerade genannt hast, zwischen normaler Sitzposition und einer Aeroposition auf dem Zeitverband.

Björn: Ja, das kann passieren, wenn ich nicht angepasst bin und wenn die Aeroposition vielleicht zu extrem ist, dass ich meine biomechanische Leistungsfähigkeit so stark einschränke, um einen aerodynamischen Vorteil eventuell zu haben. Da muss ich da, sollte ich das auf alle Fälle wissen.

Sebastian: Ja, das Coole ist ja so, theoretisch mit dem Powertest und unserem Aerotest kannst du es ja ausrechnen. Du kannst ja wirklich überlegen, machst du einen Powertest in der Einsitzposition, machst du einen Aerotest dazu und könntest das auch nochmal wechseln und dir dann überlegen, was ist tatsächlich die schnellere Sitzposition auf dem Wettkampf.

Björn: Ja, wo kriege ich den größten... Biggest bang for the buck. Wo habe ich den größten Mehrwert? Das ist natürlich schon eine geile Nummer.

Sebastian: Okay, gut. Das habe ich verstanden. Das heißt, das ist der erste Testtag. Ich weiß halt sozusagen drei Tage vorher easy machen, gut Kohlenhydrate essen, ausgeruht in den Test reingehen sozusagen. Dann habe ich halt die 30 bis 45 Minuten das Locker reinfahren. Dann bleibe ich stehen, mache den 10-Sekunden-Sprint aus dem Sitzen heraus. fahre danach noch mal locker weiter und führe dann den 4-Minuten-All-Out-Test durch. Hast du noch irgendwie was an der Hand? So, jetzt habe ich noch nie einen gemacht. Nehmen wir mal an, ich habe noch nie so einen 4-Minuten-Test gemacht. Ich habe auch keine Ahnung. Ich weiß aber, was meine Schwelle ist. Nehmen wir mal an, ich habe diese Schwelle von 300 Watt. Hättest du einen Tipp, wie ich anfangen soll, das zu pacen?

Björn: Das ist ein bisschen schwieriger. Ich sage mal so, wenn ich einen guten Sprint hinlege, was heißt jetzt ein guter Sprint, sollte man sich fragen, dann würde ich tendenziell ein bisschen höher pacen. Wenn ich merke, ich komme eigentlich gar nicht von der Stelle, dann sollte ich nicht so viel mehr als meine Schwellenleistung fahren, eventuell. Wir haben ja auch eine tolle Berechnung dazu auf unserer Plattform.

Sebastian: Ich habe ja diesen Marathoner und den Sprinter haben wir da und die haben ja beide 300 Watt Schwelle. Jetzt ist der Witz, wenn die vier Minuten fahren, der Marathoner, der kann 355 Watt fahren, so ungefähr. Und der Sprinter, der kann halt 435 Watt fahren. Der kann halt satte 80 Watt einfach mehr fahren. Und da sieht man halt auch schon einen großen Unterschied. Macht es natürlich auch ein bisschen schwieriger. Idee wäre halt, irgendwie in der Mitte da zu starten. Und wenn man den Test das erste Mal macht als Marathoner und dann da so mit 400 Watt da reingeht, dann wird man leiden.

Björn: Aber das ist halt die Learning-Kurve, die man dann das erste Mal hat. Richtig, definitiv. Und das Schöne an dem Power-Test ist ja, dass wir ihn einen Monat lang praktisch üben können. Also ich kaufe mir meinen Power-Monat Und wenn ich sehe, okay, der Test war jetzt richtig Käse. Ich kann das besser. Oder da kam jetzt ein Auto und da kam jetzt irgendwie dies und da kam jetzt irgendwie das. Dann kann ich das nochmal ein paar Tage später nochmal machen. Vor allem der Vier-Minuten-Test, der hat jetzt nicht so den riesen Einschlag auf den Körper. Den kannst du auch nochmal zwei Tage später wieder machen. Ja, okay. Gut, dann haben wir jetzt... Sagst du nochmal ganz kurz was? Ja, gerne. Wo führe ich den Test durch? Wir haben ja ganz viele Sportler, die sagen, hey, ich fahre das am Berg. Das kann ich besser. Da habe ich so ein bisschen Druck auf der Pedale und merke einfach, okay, jetzt muss ich drücken. Da fahre ich mehr Watt. Aber fahre ich das auch im Rennen? Es kommt wieder die Frage, was kann ich denn am Berg fahren, was kann ich auf der Fläche fahren?

Sebastian: Ja, ist ein Unterschied. Also versucht das dann eher daran orientiert zu machen, wo euer Wettkampf ist. Und wenn ihr Zeitfahrer seid und ein flaches Profil oder Ironman-Athleten habt und nicht unbedingt gerade auf Lanzarote starten wollt, dann wäre vielleicht ein Test in der Ebene sinnvoller, wenn ich jetzt ein Mountainbike-Profi bin, der letztlich... viel Zeit den Berg hochfährt sozusagen, da macht es vielleicht auch Sinn, das dann am Berg zu machen. Genau. Okay, gut. Dann haben wir den ersten Tag durch. Am zweiten Tag, was mache ich da?

Björn: Da haben wir den klassischen 20-Minuten-Test. Wir fahren uns wieder locker, locker, locker warm.

Sebastian: 30 Minuten haben wir hier stehen. Richtig. Dann haben wir so einen 5-Minuten-Test, der da nochmal drin steht, mit 80% der maximalen Stufenleistung des Powertests von Tag 1. Was bedeutet das?

Björn: Das heißt, ich fahre 80% der Leistung, die ich beim 4-Minuten-Test hatte. Ah ja, okay. Ja. Und Stufenleistung, da kommen wir gleich nochmal drauf zu, weil wir haben ja auch eine Indoor-Testvariante.

Sebastian: Ah, ja, okay, die erklären wir danach nochmal. Das heißt, ich fahre nochmal fünf Minuten. Warum mache ich das? Ist das wichtig? Kann ich das einfach weglassen? Oder wäre das blöd, das wegzulassen?

Björn: Nee, ich würde es definitiv machen. Erstens gibt dir das so ein bisschen das Gefühl für... okay, wie fühlt sich das an? Ist es viel zu viel? Der Muskel hat schon mal ein bisschen Laktat aufgebaut. Dadurch haben wir die verschiedenen Muskelfasern, die auch Laktat aufbauen, aber auch Laktat abbauen, kommen schon mal wieder in diesen leichten Abbau rein. Und wenn du den Test dann fährst, dann ist dein Muskel sozusagen vorbereitet für den Test. Okay.

Sebastian: Dann soll ich noch mal locker 15 Minuten fahren und dann kommt dieser 20-Minuten-Test. Ja. Was mache ich da in den 20 Minuten?

Björn: Genau, also da würde ich auch wieder ein bisschen konservativer starten, ähnlich wie beim 4-Minuten-Test. Ich fahre da die ersten 12, vielleicht 15 Minuten auf einer Zielleistung. die ein paar Watt weniger, fünf Watt weniger, als ich mir eigentlich wünsche zu fahren. Und dann fahre ich die letzten fünf Minuten oder acht Minuten noch mal ein bisschen mehr, dass wir nach hinten raus ein bisschen schneller werden, sozusagen ein negative Split, dass ich die Geschwindigkeit nach hinten raus hoch ziehe. Dabei bitte auch im Sitzen idealerweise alles fahren.

Sebastian: Also du formulierst das ja immer sehr nett, idealerweise. Fahrt ist ein Sitzen. Also nicht aufstehen, das verändert die Werte, das verändert den Test und das ist nicht das, was ihr sozusagen messen wollt. Das ist halt einfach der Spiegel, das ist das, was ihr an dem Tag könnt. Und ich weiß halt von einigen Profi-Triathleten, dass die das durchaus stresst, so ein Test. Also mal abgesehen davon, wenn man sowas in einem Labor macht, Und ein Laktatstufentest und man fährt da auch noch hin und man muss Geld bezahlen und man hat Aufwand und da hinzufahren, das erhöht ja nur den Druck sozusagen. Und bei so einem Profisportler kann ich mir vorstellen, okay, der Mehrwert ist halt einfach schon da, dass man auch sowas mal mit so einem Labor überprüft, aber jetzt so als Amateursportler beispielsweise. Dann so einen hohen Druck zu haben, neben all den Herausforderungen, die man ja in der Regel, weil man ja kein Profisportler ist, auch irgendwie noch normal Geld verdient und draußen unterwegs ist, dann diesen hohen Druck einzugehen, da weiß ich schon einige Leiden darunter. Was positiv ist, ist halt, man kann halt sagen, man schiebt das nochmal. Was ist denn so, jetzt mache ich am ersten Tag diesen 4-Minuten-Test, am zweiten Tag fühle ich mich nicht so gut, kann ich auch am dritten Tag den 20-Minuten-Test machen?

Björn: Klar, es muss einigermaßen dicht zusammenliegen. Wir haben manchmal Sportler, Oder ich habe Sportler, die sagen, hey, hier, das ist mein bester 4-Minuten-Wert. Und dann habe ich hier noch einen 20-Minuten-Test, der 4 Monate später gefahren wurde. Das ist nicht mehr aussagekräftig. Da habe ich, eventuell ist in diesen 4 Monaten unglaublich viel passiert. Laktatbewegungsrate total runtergegangen oder VO2max hat sich irgendwie verändert. Von daher, ich will ja ein... ein Abbild der Leistungsfähigkeit zu dem Zeitpunkt haben. Und ich will beide Motoren darstellen. Und das sollte einigermaßen dicht zusammenliegen. In einer Woche passiert nicht viel. In zwei Wochen passiert auch nicht so viel. Sollte einigermaßen dicht zusammenliegen, ja.

Sebastian: Also optimalerweise natürlich irgendwie so... Die beiden Tage hintereinander hat man das auch organisatorisch abgeschlossen und kann sich dann auch wieder anderen Sachen widmen sozusagen. Wenn aber mal der Schuh drückt und man wirklich am nächsten Tag sich nicht motivieren kann oder was weiß ich nicht, irgendwas dazwischen kommt, macht man den Tag später.

Björn: Ich habe auch viele Sportler, die sagen, pass auf, den 20-Minuten-Test kann ich nur am Wochenende fahren, weil da habe ich dann die und die Strecke und da ist dann weniger los am Samstag und die Straße ist super. Dann fahren wir meistens den 4-Minuten-Test an einem Donnerstag. Wow. Freitag Pause und dann fahren wir den 20er am Wochenende. Und der Vorteil daran ist dann, dass ich das Training dann noch ganz lange fahren kann. Ich kann dann 20 Minuten Test fahren und dann gehe ich eben noch drei Stunden trainieren oder vier Stunden, je nachdem.

Sebastian: Okay, gut. Also das habe ich soweit verstanden. Eine Frage noch. Indoor gibt es ja jetzt auch noch die Möglichkeit, das auf dem Fahrradergometer zu machen. Wie mache ich das?

Björn: Da haben wir unser schönes Protokoll erstellt, das man auch nachlesen kann. Letztendlich spannst du dein Rad in die Rolle ein und wir fahren wieder locker aufwärmen. 20 Minuten haben wir, glaube ich. Ja, 20, 30 Minuten, aber wirklich locker. Das ist ganz, ganz wichtig. Ganz, ganz locker. Dann haben wir wieder 10 Sekunden Sprint im Sitzen. Dann fahren wir uns ganz locker nochmal aus. 10 Minuten, 12 Minuten. Denk daran... Man sollte sich immer kühlen, weil die Körperkerntemperatur einen starken Einfluss hat bei solchen Indoor-Tests. Und dann fängt man einen Stufentest an, je nach Körpergewicht und Leistungsfähigkeit. Vielleicht fange ich den schon bei 60 Watt an, vielleicht erst bei 120 Watt. Und jede Minute steigere ich die Leistung um 20 Watt. Und zwar so lange, bis ich nicht mehr kann. Dann ist Ende. Das Schöne an dieser Zahl ist, um nochmal auf den 4-Minuten-Test zurückzukommen, die Werte, die ich zum Ende dieses Tests fahren kann, so die letzte Minute, vielleicht die letzten 2 Minuten, die kann man schon mal als groben Maßstab nehmen für die Outdoor-Testvariante. Für die 4 Minuten, die ich Outdoor fahren kann, ne? Ja, genau.

Sebastian: Also die sind ungefähr in Range sozusagen. Ja. Okay, das ist eigentlich auch der einzige Unterschied sozusagen. Die Rampe ist natürlich toll, weil sie euch sozusagen geführt zu eurem Leistungsmaximum bringt. Während der 4-Minuten-Tests, habt ihr ja schon mitbekommen, da brauche ich so ein bisschen Know-how auch über meine eigene Leistungsfähigkeit und muss das so pacen können, während bei diesem Stufentest ich so gezielt abgeschossen werde. Weil irgendwann kann ich nicht mehr Und das hat aber den netten Vorteil, dass ich halt wirklich so strukturiert nach oben durchgeführt werde und mir nicht so viel Gedanken machen muss über mein Pacing sozusagen. Das muss ich ja beim 4-Minuten-Test. Wenn ich dann, okay, da unterscheidet sich eigentlich nur der Tag 1. Am Tag 2 mache ich jetzt den 20-Minuten-Test, den mache ich auch auf dem Fahrradergometer. Und wichtig wäre, hast du schon gesagt, wenn ich es richtig verstanden habe, sich gut zu kühlen dabei, ne?

Björn: Mega kühlen, ganz, ganz wichtig. Und da kann man auch nochmal ruhig einen Tag eventuell zwischen lassen, weil der Stufenfest kann schon zäh sein. Und locker warm fahren, kühlen, kühlen, kühlen, kühlen, ganz wichtig. Und das ist wie ein Test auf der Ebene. Das darf man nicht vergessen. Das ist wie ein Test auf der Ebene. Und es gibt einige Sportler, die sagen, ich fahre den 20er immer am Berg und da kriege ich immer mehr Werte raus. Ja, wenn sie den ähnlichen Test auf der Ebene fahren würden, würden vielleicht ähnliche Werte rauskommen. Und es ist auch immer eine Motivationsfrage. Und eins darf man nicht vergessen, wir haben auf der Rolle allein durch die Hitzeentwicklung haben wir immer leichte Leistungsverluste. Und da kommen wir wieder in diesen Bereich rein. Vielleicht sollte ich auf der Rolle andere Leistungswerte benutzen. als die Werte, die ich draußen fahre.

Sebastian: Okay, weil meine Kühlleistung halt schlechter ist. Genau. Kann es halt durchaus sein, dass ich andere Leistungsdaten auf der Rolle Indoor sozusagen bekomme. Jetzt wollt ihr ja aber auch Indoor zum Beispiel trainieren. Das heißt, ich würde so ein bestimmtes Segment, wo ich halt einfach Indoor-Training und Indoor-Sport mache, da teste ich mich halt Indoor. Und wenn ich dann nach draußen gehe, da mache ich halt direkt einen Outdoor-Test, um einmal zu sehen, wie ist mein Stand jetzt Outdoor. Und dann teste ich sozusagen Outdoor weiter und verlagere meinen Training dann.

Björn: Große Unterschiede sehen wir vor allem bei großen, schweren Sportlern, die eine deutlich höhere Wärmeleistung erzeugen. Die haben Indoor immer ein bisschen mehr Probleme. Und Outdoor fahren die dann total gut.

Sebastian: Der Motor überhitzt einfach schneller. Das hängt ja natürlich auch so ein bisschen mit der Oberfläche zusammen.

Björn: Oberfläche-Maßverhältnis ist ein bisschen anders, schlechter sozusagen. Wer klein und leicht ist, tut sich Indoor grundsätzlich ein bisschen einfacher.

Sebastian: Okay. Gut, jetzt habe ich den Test durchgeführt. Jetzt gehe ich auf die Webseite erotium.com, habe einen Powertest mir gekauft. Ein Powermans kann einen Monat lang Powertests hochladen, so wie ich möchte. Ich kann auch den Erotest nutzen, auch nur das an dieser Stelle. Und lade die Dateien hoch, kriege vollautomatisiert die Auswertung. Und jetzt sehe ich als erstes vier Schlüsselwerte. Wir haben schon darüber gesprochen. Ich sehe die VO2 Max. Ich sehe die VOLA Max. Wir planen auch demnächst noch eine Klassifizierung, damit ihr ein besseres Bild dafür habt, diese Werte so ein bisschen zu kategorisieren, damit ihr noch eine bessere Vorstellung habt, ob ihr Profi-Niveau oder etc. seid. Jetzt sehe ich meine Schwellenleistung, das ist dieser theoretische Wert über eine Stunde und ich sehe den Fatmax-Wert. Über den haben wir noch nicht gesprochen. Was ist Fatmax? Jetzt wären wir da irgendwie zum Beispiel bei so einem Marathoner, den wir angesprochen haben, der hätte jetzt irgendwie so eine Fatmax von 220 Watt ungefähr. was macht der mit diesem Fatmax-Wert? Was ist das Besondere vielleicht auch an der Fatmax?

Björn: Also beim Fatmax haben wir das, jetzt wird es kompliziert, nein, ich benutze das Wort nicht. Okay, gut, gut, gut, mach es einfach, mach es einfach, möglichst einfach. Ja, Fatmax haben wir praktisch, haben wir den Bereich, wo der Körper, Laktat am besten nutzt. Das maximale Pyruvat-Defizit, sorry. Könnt ihr jetzt schon wieder vergessen. Und macht das zu einem sehr, sehr spannenden Trainingsbereich. Das ist bei einem Sprinter, der kann sich da sehr lange drin bewegen in diesem Bereich. Bei einem total austrainierten Marathoner-Fahrer, da wird es mit einer hohen Sauerstoffaufnahme eventuell, da kann das dann schon, dann geht das schon fast in Intervallen über, weil das doch ein anstrengender Bereich ist. Aber hier haben wir einen idealen Trainingsbereich für die Anpassung der Grundlage. Okay.

Sebastian: Also das ist sozusagen der perfekte Bereich für Grundlage, wenn ich es richtig verstehe. Aber wenn ich so richtig trainiert bin, dann kann ich nicht die ganze Zeit in diesen Fatmax-Bereich fahren, weil die Leiste schon zu hoch sein könnte.

Björn: Ja, genau. Also das ist bei, ich sage mal so, ein austrainierter guter Sportler, 75er Sauerstoffaufnahme, 0,4er Laktatbildung, der kann dann auch schon mal, je nach Gewicht dann, die fahren dann auch schon mal 280, 300 Watt Fatmax-Bereich. Und das ist dann auch für die schon anstrengend, aber das fahren die dann in Intervallen. Das ist für andere die Schwellenleistung. Genau, die fahren dann dreimal 45 Minuten und ich meine mit 300 Watt durch die Ebene knallen, die fahren dann die ganze Zeit, 38, 39, ja. Ja. Das ist schon heftig. Und natürlich, man muss dabei auch essen. Und das sind Rennradfahrer, die du gerade erwähnst.

Sebastian: Weil wenn das nämlich Zeitfahrer wären, und wir haben auch einige davon, die knallen dann auf einmal die ganze Zeit mit 50 durch die Gegend, so halbwegs, dann wäre es halt echt unangenehm.

Björn: Ganz genau. Also Grundlage und Fatmax, das ist so dieser Bereich, wo wir... die besten Anpassungen der Ausdauerfähigkeit der VO2 Max haben. Und davon kann man eben ewig viel fahren.

Sebastian: Ja, das ist eine klasse... Wir kommen auch gleich nochmal dazu, weil wir nochmal ganz kurz über die Trainingsbereiche auch gleich sprechen wollen. Das sind aber sozusagen die ersten vier Werte. Und klassischerweise habt ihr da die Schwellenleistung. Das ist, wie gesagt, ihr seht, das ist ein theoretischer Wert, anhand dessen man nicht unbedingt sein Training steuern kann. Dafür haben wir die VO2max, die VOLAMAX, die Schwellenleistung so als Orientierung dessen, wo ihr euch so, wenn ihr euch mit anderen vergleichen wollt, was denn jetzt so die FTP ist, nochmal... Ein netter Wert, der auch helfen kann, auch insgesamt so ein bisschen die Leistungsfähigkeit auch schon darzustellen, ist schon mal eine erste Annäherung. VO2max, Vodamax ist dann halt einfach nochmal viel genauer. Und der Fatmax-Wert, habe ich verstanden, ist ein toller Bereich, um meine Grundlagen-Ausdauerfähigkeit zu trainieren. Ich muss nur gegebenenfalls aufpassen, dass, wenn ich schon sehr austrainiert bin, dass der Bereich tatsächlich auch nicht mehr dauerhaft von mir gefahren werden kann, sondern auch schon eher gezielt in Intervallnummern.

Björn: Und es ist auch, wie gesagt, dort haben wir eine sehr hohe Laktatverstoffwechselung. Das ist auch so ein Bereich, wo ich sage, okay, ich fahre jetzt harte Intervalle, wenn ich Intervalltraining mache und dann fahre ich gleich weiter im Fatmax-Bereich, um Laktat zu nutzen.

Sebastian: Okay, also das ist ein fortgeschrittener Modus, den du jetzt hier gerade schon mal nennst, also für all diejenigen. Wir werden da auch nochmal sicherlich eine Sendung machen, wo wir vielleicht auch mal nur über Lactat sprechen. Das wird ein bisschen nerdig vielleicht auch mal, aber vielleicht auch, um den Sachen ein bisschen auf den Grund zu gehen. Aber wir wollen jetzt... Nochmal versuchen, die Zeit, die wir jetzt haben, wir reden ja schon ganz schön lange, auch nochmal mehr noch zu den Punkten zu kommen, die ihr in den Ergebnissen sozusagen sehen könnt. Es gibt eine Darstellung, das ist die gleitende Leistung über die Zeit, das ist einfach sozusagen der Moving Average, die gleitende Leistung über die Zeit dargestellt, kennt ihr vielleicht auch von Strava, stellt das auch sozusagen dar und da sehe ich nochmal meine Leistung, also nur nochmal, damit man eine Vorstellung davon hat, was man sozusagen getan hat. Die nächste Grafik ist mein Energieverbrauch über die Leistung. Das ist natürlich so, wenn ich mir das nicht genauer anschaue, sind das erstmal so hübsche Kurven, die da jetzt so verlaufen. Auf der x-Achse ist da grundsätzlich die Leistung dargestellt und auf der y-Achse ist der Verbrauch dargestellt in Gramm pro Stunde. Und da steht sowas wie Fette, Kohlenhydrate und Proteine. Wenn ich das jetzt sozusagen nur mal rein mathematisch betrachte, heißt das so, X-Achse Leistung, mein Output und Y-Achse Verbrauch, wie viel ich verbrauche. Und dann kann ich schon durchaus sehen, wenn ihr auf der Description-Seite seid, dass da der Kohlenhydratverbrauch zwischen dem Marathoner und dem Sprinter wirklich unterschiedlich ist. Und Wenn, eine Sache so, ihr seid im Trainingslager, könnt ihr euch mal überlegen, wie viel Kohlenhydrate ihr so am Tag raushaut und ob das vielleicht Sinn macht, die auch nachzufüllen. Wie benutzt du beispielsweise diese Information, diese Kurve? Benutzt du die in deinem Training? Rechnest du damit was aus?

Björn: Ja, das ist ja... ganz entscheidender Punkt, diese Kurve. Ich nutze die Kurve, um den Leuten, um den Sportlern gezielt die Grammangaben zu geben. Das ist ja, wir arbeiten Menschen zusammen und wir arbeiten auch mit vielen Dogmen, wir müssen uns diesen Dogmen auch stellen, dass wenig essen ist wichtig, nur so werde ich dünn und nur so werde ich leistungsfähig, das ist eben Quatsch. Wenn ich Anpassung haben will, sollte ich vielleicht auch das zuführen, was ich verbrauche. Und da kann man den Sportlern dann gezielt sagen, okay, so und so viel Gramm Kohlenhydrate, vor allem bei langen Einheiten macht es dann Sinn, denen die Kohlenhydratzufuhr genau zu sagen. Und auch, wenn man das Wort Fatmax hört, dann denkt man, haha, da fahre ich ja nur Fette. Nee, ist eben Quatsch. Auch hier haben wir immer einen Energiemix aus verschiedenen Stoffen, vor allen Dingen Kohlenhydrate und Fette. Und dann kann man den hoch trainierten Sportlern, die verbrauchen dann eventuell schon signifikant viele Kohlenhydrate auch im Fatmax. Und hier in unserem Beispiel sehen wir ja, dass der Marathoner in seinem Fatmax schon 60 Gramm verbraucht. Also selbst wenn der locker fährt, muss der die ganze Zeit nachessen. Nee, der Sprinter, sorry, und der Marathoner verbraucht eben weniger. Und das sieht man ja auch oft, wie du schon angesprochen hast am Anfang, Wenn der Triathlet mit den Straßenfahrern unterwegs ist und die die ganze Zeit immer draufdrücken, aber die Radsporter vergessen zu essen, dann wird der Triathlet irgendwann sagen, okay, so noch zwei, zweieinhalb, drei Stunden, jetzt fahren wir mal die ganze Zeit 35 weiter. Und dann werden die ganz schön leiden, wenn die nicht ganz viele Snickers unterwegs essen.

Sebastian: Ja, also das gibt schon echt einen super Einblick darüber, wie viel Kohlenhydrate ich tatsächlich verbrauche. Und als kleinen Hint sozusagen, auch zur Trainingsteuerung, und das ist eigentlich auch wieder ein fortgeschrittenes Thema, aber vielleicht magst du ganz kurz was dazu sagen. Wenn ich jetzt beispielsweise meine VO2max steigern möchte, ihr habt das jetzt so rausgehört, ihr sollt jetzt die VO2max steigern. Funktioniert das, indem ich zum Beispiel dann weniger Kohlenhydrate mir zufüge? Schaffe ich das dann, die VO2max zu steigern? Wenn ich jetzt zum Beispiel hochintensive Intervalle mache, aber ich esse halt per se einfach keine Kohlenhydrate und versuche nur komplexe Kohlenhydrate beim Training, keine Kohlenhydrate, hat das einen Effekt?

Björn: Wenn es ganz, ganz, ganz, ganz kurz ist eventuell. Also ich meine, wenn wir nur von so Rollentraining sprechen, über lange Zeit nein. Da wird die Faula Max sinken und die Faula Max nimmt dann auch höchstwahrscheinlich einen Sinkflug ein. Also das wird nicht funktionieren. Von daher nein. Grundsätzlich würde ich es nicht machen. Und man fühlt sich eben auch mies, weil diese glykolytische Leistung, die über Kohlenhydrate entsteht, wenn ich die nicht fütter, wenn ich nicht Kohlenhydrate nachschiebe, dann fehlen mir die einfach.

Sebastian: Und wenn ich an diesem hochintensiven Bereich arbeiten möchte, so um diesen Motor groß zu machen, dann brauche ich die Kohlenhydrate. richtig?

Björn: Ja, definitiv.

Sebastian: Okay, gut. Das heißt, man kriegt einen Einblick über den Kohlenhydratverbrauch, den ich sozusagen habe. Und ich kann mir so mal überlegen, wenn ich jetzt eine Ausfahrt draußen mache und ich fahre die ganze Zeit mit 200 Watt, schaut mal rein, wie viel Kohlenhydratverbrauch ihr tatsächlich habt. Und je nachdem, was ihr dann wollt, wenn ich das jetzt richtig verstanden habe, geht ihr halt neutral mit diesem Kohlenhydratverbrauch um. Das heißt, das, was ihr verbraucht, nehmt ihr auch zu euch. Und Oder aber, wenn ich gezielt V2max senken will, dann nehme ich vielleicht ein bisschen weniger Kohlenhydrate zu. Und wenn ich eher so in dem Bereich sein möchte, dass ich eher meine V2max steigere, dann esse ich vielleicht auch ein bisschen mehr Kohlenhydrate als das, was ich verbrauche. um einfach sicher zu sein, weil wenn ich jetzt 200 Watt fahre, ich fahre ja vielleicht nicht immer 200 Watt, fahre vielleicht auch mal ein bisschen mehr und dann kommen die anderen nochmal vorbei und dann muss ich nochmal zeigen, was ich kann oder so und will dann auch nicht gleich wie ein Depp dastehen und dann, okay, gut, habe ich verstanden. Dann habe ich verstanden so, das ist sozusagen mein Energieverbrauch, ich kriege echt einen guten Einblick und ich habe vielleicht auch die Möglichkeit auch mal so für meine Rennen zu planen und Wir werden ja auch mit der Plattform uns weiterentwickeln und wir wollen euch da auch das Bestmögliche bieten. Da könnt ihr gespannt sein. Wir werden euch da auch nochmal einen echten Mehrwert bieten, der zukünftig noch kommen wird, aber das teasern wir nochmal an einer anderen Stelle an. Nächstes Diagramm, maximale Leistung über die Zeit, da ist sozusagen eine Darstellung gegeben und man kann hier auch durchaus unterschiedliche Werte, wenn wir wieder auf dieser, lasst mich einmal schnell sehen, hier auf der Description-Seite, da gibt es den Sprinter und den Marathoner und man sieht halt, das habe ich ja gerade eben schon angesprochen, also über diese kurze Zeit kann der Sprinter halt deutlich mehr Leistung machen. Ich kann, wenn ich das jetzt richtig verstehe, so ein bisschen planen, mit welcher Leistung ich über eine bestimmte Distanz fahren kann, richtig?

Björn: Ja, absolut. Man muss dazu sagen, diese Grafik ist ein Modell, ein theoretisches Modell, das sich darauf beschränkt, dass ich nur eine gewisse Menge an Kohlenhydraten zur Verfügung habe, die ich brauche, um diese hohen Leistungen zu halten. Diese Ermüdung oder diese Leistungsfähigkeit so hoch zu halten, hat ja ganz viele Faktoren. Körperkerntemperatur, wie viel habe ich getrunken, Tagesform, Blutfluss, Motivation. Wir haben ja ein multifaktorales System.

Sebastian: Vielleicht auch der Stress, den ich noch gerade hatte. Was, glaube ich, aber wichtig ist, was man mitnehmen kann, und vielleicht stimmst du mir zu, ist, mehr als dieses Diagramm kriege ich wahrscheinlich nicht hin, oder?

Björn: Nein, das auf keinen Fall. Keine Chance. Es zeigt vor allen Dingen auch, und das ist das Schöne, wenn wir jetzt als Einzelsporter diese Auswertung haben, sehe ich, dass ich bei mehr Aufnahme von Kohlenhydraten meine Leistung auch länger halten kann. Und darum geht es mir vor allen Dingen. Die Sportler zu sensibilisieren, dass eine hohe Aufnahme mich auch weiterbringt. Früher hat man gesagt, 60 Gramm pro Stunde. Das, was die Leber praktisch abgeben kann unter Belastung, führe ich mir auch zu. Dann kamen wir irgendwann auf 90 Gramm. Studie von Joikendrup. Und dann, jetzt experimentieren wir mit deutlich höheren Aufnahmen. 110, 120 Gramm. Die Sporter, die Profis, die ich trainiere, wir nehmen 120 Gramm Kohlenhydrate pro Stunde im Rennen auf. Vor allem bei Etappenrennen. Und das ist immer noch nicht die Menge, die sie eigentlich verbrauchen im Rennen. Wir arbeiten immer mit einem Defizit. Und das wird eben hoffentlich gedeckt durch das Leberglykogen und das, was wir in der Muskulatur vorhin gespeichert haben. Das ist dann so die Planung, auch die Krux so ein bisschen.

Sebastian: Also wie stark möchte ich mich entleeren sozusagen? Wenn ich nur Rennrad fahre oder nur Mountainbike, dann kann ich natürlich sagen, ich haue alles raus, was da ist. Ich brauche Rennrad. Ich brauche ja nichts mehr. Beim Triathleten durchaus anspruchsvoller, der dann nämlich sich noch überlegen muss, wie möchte ich denn ins Laufen gehen? Möchte ich meine Kohlenhydrate schon komplett entleert haben und dann nicht beim Laufen nochmal? Oder macht es vielleicht mehr Sinn, Kohlenhydrate zu sparen, vielleicht nicht alles auf dem Fahrrad zu nutzen und dann halt einen hervorragenden Marathon zu laufen? Das kann ja auch eine Perspektive Da werden wir vielleicht auch nochmal eine Sendung drüber machen, was könnten Pacing-Strategien sein, um Best Practice zu haben, aber das übersteigt sozusagen jetzt gerade die Einführung in den Powertest. Ich will euch an dieser Stelle aber nur mal eine Zahl noch nennen. Also so ein Marathoner jetzt mit so einer 0,2er Faula Max und 50er Sauerstoffaufnahmen, der kann halt, wenn der keine Kohlenhydrate zu sich nimmt, aber seine Speicher komplett alle macht, der kann dann so ungefähr 200 Watt über 5 Stunden fahren, so theoretisch, als maximale Oberschranke. Wenn der aber sich jetzt 90 Gramm Kohlenhydrate zuführt, dann kann der schon fast 270 Watt zu sich nehmen. Also fast 70 Watt mehr, einfach über 5 Stunden, weil ich 90 Gramm Kohlenhydrate strikt von Anfang an pro Stunde zuführe. Und da sieht man schon den enormen Effekt von Kohlenhydraten und dass das dann auch schon sinnvoll ist, sich über... Ein verträgliches Kohlenhydrat für sich selbst Gedanken zu machen, also da kann man sich intensiv mit beschäftigen, wie mache ich meine Kohlenhydrate zuvor, wie schaffe ich das, viele Kohlenhydrate zu mir zu nehmen und auch darüber kann man eine eigene Sendung wieder machen, wie man seine Strategie macht, weil ihr seht, da ist super viel Potenzial einfach, wenn ich meine Kohlenhydrate aufnehme.

Björn: Okay, ganz entscheidender Punkt. Wirklich testen, testen, testen. Jeder reagiert auch ein bisschen anders auf Kohlenhydrate. Das haben wir gerade wieder gesehen bei einigen Sportlern. Wir haben so ein bisschen mal die Glucose gemessen und auch gesehen, wie Sportler reagieren auf verschiedene Kohlenhydratquellen. Und das ist auch immer unterschiedlich. Aber da machen wir eine eigene Sendung ganz sicher nochmal drüber. Es gibt natürlich Kohlenhydrate, die sind verträglicher. Es gibt Kohlenhydrate, die sind nicht verträglicher. Also machen wir ganz in Ruhe. Aber grundsätzlich heißt Kohlenhydrate sind der schnelle Treibstoff. Viel davon rein, wenn ich hohe Leistung bringen will. Ganz einfach.

Sebastian: Okay, kommen wir zur nächsten Auswertung, die sozusagen uns der Powertest bietet. Das sind die Trainingszonen. Klar, wir kennen alle Trainingszonen. Wir haben da ganz klassisch... Lass mich mal schauen, welche Trainingszonen wir haben. Das sind die Regeneration, die Grundlage, Fatmax, wir haben Tempo, wir haben Sweetspot, kennt ihr ja oft, wir haben Schwelle. Es gibt auch, bieten wir auch an, Maximum Lactat Steady State. Das werden wir vielleicht auch nochmal separat behandeln. Das sprengt so ein bisschen den Zeitraum, weil wir schon lange unterwegs sind. Wir haben die VO2 Max 90, VO2 Max 90. Die Zonen werden euch angegeben. Ihr habt die Leistungsfaktoren, die ihr da drin sehen könnt. Wir haben euch auch extra nochmal dazu dargestellt, wie der Kohlenhydratverbrauch ist, damit ihr eine Vorstellung davon habt, wie viel Kohlenhydrate ihr da raushaut, auch wie die Fette bei euch sind. Und nochmal für die Profis unter euch, auch die Drehmomente, auch darüber kann man viel machen. Und vielleicht machen wir auch nochmal eine Sendung darüber, was Drehmomentechnische und was das für Effekte auf den Muskeln, und du hast es ja schon angesprochen, Muskelfasertypen sprechen wir hier speziell an, können das noch ein bisschen mehr steuern. Wenn du mit deinen Athleten trainierst, was sind deine Favoriten von diesen Trainingszonen? Also klar, sicherlich benutzt du alle mal, aber kannst du sagen, welche sind die Trainingszonen, die du am häufigsten anwendest?

Björn: Das, was man auch am durchführbarsten ist, und das ist in der Regel natürlich Grundlage und Fatmax. Da spielt die Musik. Es gibt ja diese 80-20, 90-10 Regelung, dann polarisiertes Training, wie es so schön heißt, aber auch da steckt nicht die volle Wahrheit hinter, aber wir sollten uns in diesen Bereichen viel bewegen. Das heißt, wir fahren viel Grundlage und wir fahren viel im In der VO2 Max beziehungsweise VO2 Max 90 und wenn wir dann eine Ökonomisierung haben wollen, sprich die Vola Max senken vor einem Wettkampf, also die acht Wochen vorher, dann kann ich mich in anderen Zonen bewegen, sprich in diesen Tempo-Bereich oder Sweet-Spot-Bereich, also um einfach... einen hohen Energiedurchsatz haben, den vielleicht nicht ganz auffüllen, um die Laktatbildungsrate da zu stimulieren.

Sebastian: Okay, das heißt, ich bin ein Athlet, der beispielsweise jetzt eine hohe Faula Max hat, möchte aber ein Langdistanzrennen machen oder ein sehr langes Rennen, dann sehe ich halt dazu, dass ich dann so zwei oder drei Monate beispielsweise vor meinem Hauptwettkampf sozusagen gezielt anfange, meine Faula Max zu senken, richtig? Wenn ich das so einigermaßen verstehe. Ja. Würde auch mit den Kohlenhydraten arbeiten sozusagen, vielleicht ein bisschen weniger versorgen als das, was ich verbrauche, muss aber immer noch sensibel damit umgehen und mich nicht in ein Übertraining reinbringen. Wenn ich aber zum Beispiel jemand bin, der sozusagen sehr niedrige Faula Max habe und noch relativ weit weg meine Wettkämpfe sind, dann fange ich halt an, vielleicht unökonomischer zu werden, VO2 Max in der Wanne zu machen und mich gut kohlenhydrattechnisch zu versorgen und vielleicht auch dann mal die Fatmax zu nutzen, ne?

Björn: Die immer nutzt, grundsätzlich. Und wer so richtig unökonomisch ist, da muss man auch mal über den Tellerrand schauen. Da muss man auch ganz andere Sachen machen, zum Beispiel klassisches Krafttraining, Hypertrophietraining, lange Pause dazwischen, um einfach diese FT2, diese glykolytischen Fasern, die viele Kohlenhydrate verbrauchen, ein bisschen zu stimulieren.

Sebastian: Du meinst jetzt diejenigen, die schon sehr ökonomisch sind?

Björn: Ja, genau. Die so eine sehr niedrige Faula Max haben? Genau. Um einen Effekt auf die VO2max zu haben. Da kann man jetzt richtig tief reingehen. Da gibt es Studien von David Bischoff darüber. Aber das würde jetzt den Rahmen komplett sprengen. Grundsätzlich höhere Faula Max heißt in der Regel auch einen guten Stimulus auf die VO2 Max.

Sebastian: Wir haben da in dem PDF-Report, der sozusagen da ist, stehen auch nochmal so ein paar Eckdaten zu diesen einzelnen Trainingszonen, wie man die benutzen kann und was sie für einen Effekt auf VO2 Max, Faula Max haben und wie ihr das mit den Kohlenhydraten handeln könnt. handeln könnt. Wir wollen an dieser Stelle, also auch da können wir eine ganze Sendung nochmal drüber machen, nur über Trainingszone und wie man Trainingszone clever einsetzt, um sein Training zu steuern. In der Regel überlassen ist es so, eure Trainer wissen das und ansonsten schaut euch das PDF-Dokument nochmal an und folgt unserem Podcast. Wir werden noch mehr dazu geben. Unsere Plattform wird sich auch weiterentwickeln und wir werden auch da Zug um Zug euch mehr Informationen bieten und auch mehr Hilfen geben, euer Training zu steuern. Jetzt kommen wir zu einer Grafik, die so die meisten Rückfragen sozusagen bietet, aber auch das meiste Know-how sozusagen darstellt. Und das ist so meine Trainingszeiten pro Woche. Kannst du mal ganz kurz erklären, wie dieses Diagramm sozusagen zu interpretieren ist?

Björn: Ja, also grundsätzlich muss man... Den Schritt hätten wir viel früher gehen sollen. Grundsätzlich. Worauf basiert das eigentlich, was wir hier gerade tun? Diese metabolischen Simulationen, das basiert vor allem auf der Arbeit von Professor Mader von der Sporthochschule Köln. Der hat den Anschluss gegeben und wir haben es dann alles verfeinert. Thomas Hauser hat dazu seine Doktorarbeit mal geschrieben. Und was wir jetzt bei diesen Trainings zonen, da geht es vor allem darum, wie viel Zeit kann ich in einem Bereich idealerweise verbringen, um eine gute Trainingsadaption zu haben. Das sagt es aus. Gemessen an dem Energieverbrauch. Berechnet an dem Energieverbrauch. Und dazu hat der Alois Marder auch einiges gemacht, wobei das nicht alles der Marder ja gerade ist, weil da gehört auch noch ein David Bishop dazu und ein George Brooks. Und das zeigt eben, Wie viel Zeit sollte ich in verschiedenen Zonen idealerweise verbringen, um eine Adaption zu erreichen? Und da sehen wir, wir haben Minimum und Maximum. Das ist eben berechnet anhand der Leistungsfähigkeit des Sportlers. Sagen wir, jetzt gehen wir hier in diesen Grundlagenbereich Base. rein und da sehen wir einen hellblauen und einen dunkelblauen Balken und der hellblaue Balken zeigt mir eben, okay, dieser Sportler sollte 17 Stunden verbringen und dann hat er schon eine richtig gute Anpassung, sollte aber nicht mehr als 21 Stunden machen. Das ist schon richtig viel. Wenn er jetzt einen reinen Grundlagenblock macht. Reiner Grundlagenblock, ja. Zeigt aber auch, wenn die Leute nämlich ins Trainingslager gehen und dann mal so irgendwie so 30 Stunden wegknallen, dann kann das schon mal viel zu viel sein und da vergessen sie, dann kommen die wieder und sagen, nach drei Tagen fahre ich mal wieder weiter, fahren sich aber permanent in so ein leichtes Übertraining rein, weil sie die Energieaufnahme höchstwahrscheinlich gar nicht mehr bereitstellen können. Dieses Problem haben wir oft im Profibereich, ja. Und dann kommen wir zu den nächsten Bereichen. Da sehen wir dann wieder diesen hellblauen und diesen dunkelblauen Balken, der immer sagt, das Minimum an Grundlagenzeit und das Maximum an Grundlagenzeit. Und daneben ist dann noch dieser Bereich Intervalle, jetzt haben wir hier einen Fatmax-Bereich, dann steht daneben, wie lang ist denn die ideale Zeit, die dieser Sportler im Fatmax-Bereich fahren sollte.

Sebastian: Und das ist pro Woche gemeint, also das heißt jetzt nicht am Stück einer Einheit, dass ich jetzt hier zum Beispiel sieben Stunden Fatmax fahren soll, sondern das ist die kumulierte Zeit, also alles zusammengezählt über eine Woche, was ich sozusagen in dem Bereich trainieren sollte. Den Max auch wieder, richtig?

Björn: Richtig, genau, absolut. Und das zieht sich so durch, ja. Also die Grundlagenzeit plus die Intervallzeit ist dann so die Gesamtzeit, die ich maximal verbringen sollte in diesem Bereich. Und dann kann ich nächste Woche gleich weiter trainieren, sofern ich dann immer genug esse. Wenn ich mehr mache, brauche ich mehr Erholung.

Sebastian: Ja, okay. Ich kann dann auch zum Beispiel sehen, wenn ich nur Base mache, kann ich ja sehr viel Base machen. Wenn ich jetzt aber zum Beispiel zu Fatmax dann wechsel, dann wird meine Basezeit weniger. Aber ich mache jetzt natürlich auch mehr sozusagen. Ich darf ja auch jetzt speziell Fatmax trainieren. Und insgesamt wird meine Trainingszeit vielleicht ein bisschen weniger, als wenn ich nur Grundlagenausdauer machen würde, weil ich auch ein bisschen intensiver trainiere. Ja, ganz klar. Und dann kann ich halt sehen, so, okay, Fatmax, wenn ich Speed-Sport trainieren möchte, weil ich zum Beispiel meine Fowler Max senken möchte, dann kann ich sozusagen speziell in diesem Speed-Sport-Bereich noch mal weniger trainieren. Also nicht mehr so viel Zeit wie im Fatmax-Bereich, weil es wird ja auch intensiver. Ja. Weniger Zeit, wenn ich zum Maximum Lactate Steady State, was auch immer das ist, gehe, dann noch weniger Zeit in dem Bereich. Schwelle sehe ich halt, kennen wir alle, also nah an der Schwelle trainieren, Fraula, Max Senden beispielsweise, würde jetzt der Experte vielleicht noch sagen, das depends, depends. mit meinen Kohlenhydraten umgehe. Aber man kann die Schwelle, wenn ich es richtig verstanden habe, senken, wenn ich auch clever mit meiner Kohlenhydrataufnahme umgehe. Ich sehe auch, da geht die Zeit noch mal weiter runter. Und VO2 max 90% geht noch mal weiter runter. Und VO2 max, also wenn ich wirklich diesen hochintensiven Bereich mache, dann habe ich noch weniger Zeit. Jetzt, was halt total spannend an der Geschichte ist, wenn ich jetzt den Marathoner wieder versus Sprinter sehe, dann kann der Sprinter einfach viel mehr Zeit im VO2max-Bereich trainieren. Und das ist ja nochmal eine Krux. Jetzt bin ich jemand, der eine niedrige VO2max möglicherweise hat. Niedrige VO2max. Und jetzt kann ich auch noch weniger Zeit nur in einer VO2max trainieren. Das wird ja noch schwieriger für mich sozusagen, da wieder rauszukommen.

Björn: Ganz genau. Absolut richtig. Deshalb haben wir diesen 90% VO2max-Bereich kreiert. Da kann man auch kreativ werden. Unser Körper ist ja nicht so, dass wir einfach bei 360 Watt fahren, um 90% zu erreichen, wenn wir von diesen 400 Watt ausgehen. Und dann ist mein Muskel sofort da und ist sofort bei 90%. Nein, wir haben nur eine Leistungsabgabe, die jetzt bei 90% ist. Aber unser Körper braucht eine Zeit, um da reinzukommen. Man könnte jetzt auch sagen, okay, ich prime das, ich gehe vorher voll hart rein und fahre dann auf 90% weiter. Das sehen wir dann auch immer schön an der Herzfrequenz, aber wir sehen grundsätzlich, dass der Marathoner weniger Leistung bringen muss oder sollte weniger Leistung bringen. um seine Sauerstoffaufnahme zu verbessern. Das hat ein bisschen damit zu tun, dass die FTP2-Fasern unter diesen hochintensiven Belastungen, schnellen Muskelfasern unter hohen Belastungen eine bessere Anpassung der Ausdauer haben. Können wir mal irgendwie nochmal irgendwann drauf eingehen, AMPK und so weiter. Und das ist bei den Marathoners nicht ganz so gegeben, weil die einfach ein bisschen weniger von diesen schnellen Phasen haben. Die dürfen dann ein bisschen langsamer trainieren. Auf der anderen Seite darf man einzig vergessen, die Schwellenleistung Bei dem Marathoner liegt er bei 300 Watt und seine VO2 Max, was er sich dann nur bei 360 oder 340 vielleicht auch nur, der ist ja schon ganz dicht dran, wenn er seine Schwellenleistung fährt, ist er schon ganz dicht dran an der VO2 Max, da muss er ja nur ein bisschen mehr machen. Und wir sprechen in der Regel von alles, was wir so bei 90% VO2 Max haben, da haben wir eine gute Anpassung. Und der Sprinter eben, das krasse Gegenteil, der kann richtig viel Zeit in diesen Bereichen verbringen, vor allem dann so in Intervallen, so was wie 30, 30, 30 Sekunden hart, 30 Sekunden locker.

Sebastian: Also um das nochmal ganz kurz zu klassifizieren, Sprinter bin ich so fauler Max größer als 0,6 Meter. So 0,7, 0,8, dann bin ich Sprinter, da kann ich so hochintensiv trainieren und kann natürlich auch super meine VO2-Max stimulieren. Wenn ich jetzt mehr der Langdistanz-Triathlet beispielsweise bin, eine V-Max vielleicht unter 0,4 habe, dann würde ich halt eher diese VO2-Max 90% nutzen, weil ich da mehr Zeit sozusagen drin investieren kann und vielleicht auch gezielter arbeiten kann.

Björn: Bisschen überschwellig.

Sebastian: Ein bisschen überschwellig. Und derjenige, der eher der Sprinter ist, hohe Faula Max, der kann auch die vollen 100% VO2 Max machen, die ja so, so nochmal viel höher ist, der kann da einen ganz krassen Reiz setzen und hat auch die Chance, auch weiter seine VO2 Max vielleicht besser und schneller zu entwickeln als der Langdistanz.

Björn: Ja, definitiv. Und da sehen wir auch schon wieder die reine Verhältnismäßigkeit. 300 Watt Schwelle, sagen wir beim Sprinter, aber vielleicht 400 Watt VO2max. Da sehen wir schon, das ist ein 100 Watt Unterschied. Wenn der kurz überschwellig trainiert, dann passiert gar nicht viel in der VO2max, weil der Stimulus gar nicht gegeben ist. Nur diese Verhältnismäßigkeiten zeigen eigentlich schon, der Marathoner braucht ein bisschen mehr als Schwelle, um Stimulus auf die VO2max zu haben. Der Sprinter braucht deutlich mehr, um einen guten Stimulus zu haben.

Sebastian: Hat aber auch insgesamt einen größeren Reiz dann an der VO2 Max und kann die auch schneller ausbinden.

Björn: Und es tut denen auch nicht weh. Also die können richtig, richtig viele... harte Intervalle fahren.

Sebastian: Okay, wir haben jetzt noch nicht das Mysterium gelöst, wie man sozusagen seine Trainingswochen gestalten sollte vor seinem Wettkampf. Wir haben so ein paar Hinweise gegeben und grundsätzlich verstehe ich jetzt aber so dieses Diagramm so, das ist das Min-Max, was ich trainieren darf in den verschiedenen Bereichen. Wenn ich das Minimum jetzt da trainiere, was da drin ist, werde ich dann besser oder schlechter? Oder reicht das? Oder konserviere ich meinen Zustand?

Björn: Das kommt ein bisschen von der Ausgangslage des Sportlers an. Also wenn ich ein hochtrainierter Sportler bin, konserviere ich das. Wenn ich Grundlage Minimum mache, konserviere ich das. Oder halte es einigermaßen. Wenn ich eh nicht so gut bin, dann passiert auch schon was. Dann habe ich definitiv schon eine Adaption.

Sebastian: Okay, das heißt... Grundsätzlich habe ich jetzt eine Vorstellung darüber, was ich pro Woche trainieren darf. Min-Max-Bereiche. Du hast gerade gesagt, im Min-Bereich Konservierung, im Hochleistungsbereich, Amateurbereich kriege ich schon eine Adaption. Wenn ich jetzt das Maximum mache, was da an Zeit ist, dann bekomme ich wahrscheinlich mit Sicherheit eine Leistungssteigerung. Laufe ich denn Gefahr, damit in ein Übertraining zu kommen?

Björn: Wenn ich genug esse, nein. Und wenn der grundsätzliche Stress in meinem Leben... absolut im normalen Bereich ist, dann ja. Dann auch nicht. Dann passt es. Es ist immer wirklich so angelegt, dass ich das gut verkrafte. Das ist viel, aber wenn alle anderen Stressoren im Griff sind, schreiende Kinder, Stress im Job und so weiter, dann... Wenn ich jetzt Triathlet bin, dann ist das ja jetzt eine Auswertung, die sozusagen fürs Fahrradfahren gilt.

Sebastian: Kann ich diese Stunden auch für mein Laufen mitbenutzen? Kann ich diese Umfänge sagen, das passt ungefähr? Oder kann ich dann mehr trainieren oder weniger trainieren?

Björn: Weniger. Weniger trainieren. Allein durch den Impact auf den ganzen Bewegungsapparat kann ich nicht 21 Stunden laufen.

Sebastian: Okay, also das heißt, wenn ihr diesen Test sozusagen auf dem Rad jetzt sozusagen macht, dann ist es halt so und ihr sagt, ich will jetzt hier beispielsweise 15 Stunden Wettmax ausgegeben, dann würde das nur fürs Radfahren gelten. Ihr müsst schon ein bisschen was abziehen, wenn ihr einen Teil dieser Trainingszeit auch beim Laufen umsetzt.

Björn: Das ist ja unser Projekt, das wir auch bald angehen, dass wir einen neuen Test entwickeln, der auch fürs Laufen funktioniert. Und dort werden wir dann auch die Zeiten angeben, die gelaufen werden können. Genau, super. Ja, das wäre eine gute Sache. Ich freue mich drauf. Grundsätzlich, um die Sportler nochmal zu sensibilisieren, das finde ich ganz wichtig, wir sprechen hier die ganze Zeit von Watt. Ich bin ein großer Watt-Fan, aber das ist ja immer nur der Input, den wir geben auf die Pedale. Und der Output, also was passiert mit unserem Körper, das einzige Messinstrument, das wir dafür haben, ist aktuell die Herzfrequenz. Deshalb da auch immer drauf schauen. Wenn ich nämlich mal, das hatte ich ja eben gerade angesprochen, wenn ich sehr hart in einen Intervall reingehe, und danach vielleicht runterfalle auf meine Schwellenleistung, dann ist meine Herzfrequenz trotzdem stark erhöht. Das heißt auch, dass ich immer noch einen hohen Stimulus auf die VO2max habe. Das immer im Hinterkopf haben. Guckt auf eure Herzfrequenz, wenn ihr seht, die ist super hoch in manchen Bereichen, dann haben wir definitiv auch irgendeinen Stimulus auf die VO2max.

Sebastian: Das sind diese Intervalle, die wir auch im VO2max-Bereich angeben, 30-30 und 60-60. Das ist ja diese hohe Intensität für eine Minute, eine Minute locker bleiben. Die Herzfrequenz fällt gar nicht in der Zeit Ab auf das Ausgesuch, das heißt, ich habe, da hat ja Tabata beispielsweise auch so die Untersuchung gemacht, dass das schon noch einen Effekt hat. Aber da gehen wir ja schon so ein bisschen rein, auch noch tiefer sozusagen.

Björn: Aber was ich sagen möchte, das ist immer auch gucken, was sagt mein Körper, ganz wichtig. Und wenn ich sehe, die Herzfrequenz geht durch die Decke, dann habe ich definitiv schon irgendeine Anpassung an der VZMAX.

Sebastian: Da wollen wir auch perspektivisch helfen und werden auch Zusammenhänge noch besser analysieren und euch darstellen und auch da könnt ihr gespannt sein.

Björn: Welche Intervalle sind für meinen Fahrertyp ideal? Wie lange sollte die Pause sein? Wie lange sollte das Einzelintervall sein? Das wird alles kommen. Okay, haben wir schon.

Sebastian: Und das gibt es jetzt auf der Webseite und es gibt es das als PDF-Dokument und dann habe ich sozusagen eine Darstellung von meinem Ist-Zustand und mit den Power-Tests habe ich dann, wenn ich das jetzt so richtig verstanden habe, ich habe wirklich die Chance, mein metabolisches Profil, mein Stempel sozusagen zu bekommen. Wie setze ich meine Leistungsfähigkeit zusammen? wie sollte ich beispielsweise, wie sind meine Trainingszonen, wie viel Zeit darf ich in diesen Trainingszonen verbringen und habe damit eine echte Chance, mein Training zu verbessern, meine Leistungsfähigkeit zu verbessern, Übertraining zu verhindern, zu verstehen, wie viel Kohlenhydrate ich verbrauche und meine Leistung dauerhaft zu steuern und wirklich zu sehen, dass ich mich langfristig weiterentwickele. Häufig wäre das ja so ein bisschen, unterschätzt, was auch so in drei, vier, fünf Jahren möglich ist. Und manchmal geht es einem aber das, was man dann innerhalb eines Jahres sieht, ist einem zu wenig. Und das, was innerhalb so von fünf Jahren möglich ist, ist dann deutlich mehr, als man denkt.

Björn: Kontinuität ist der Schlüssel. Wir lernen ja auch nicht gleich Stochastik in der ersten Klasse, sondern das hat sich zwölf Jahre lang aufgebaut.

Sebastian: Ja, also wir hoffen, dass wir euch mit diesem doch etwas längeren Podcast, aber es sind halt viele spannende Themen, die wir selber ja auch total spannend finden und wo wir viel Zeit und viel Mühe rein investiert haben, um diese Algorithmen und Modelle aufzubauen, haben die Wissenschaft genutzt, um das da umzubauen. Björn hat da ganz viel Erfahrung, auch in diversen Bereichen. Leistungsdiagnostiklabors gesammelt und viel aufgebaut. Also da ist wirklich was viel los, viele Möglichkeiten, die ihr damit habt. Wir hoffen, dass wir euch damit das ganze Thema näher bringen konnten, den Mehrwert erklären konnten. Und auch für uns hat sich ja aus dem Gespräch halt ergeben, dass viele Themen auch noch angesprochen werden müssen, die wir sicherlich in einem Podcast erklären können. Aber hauptsächlich wollen wir natürlich die Kernwerte auf der Plattform darstellen, damit ihr mit möglichst wenig Werten, mit möglichst wenig Parametern euer Training steuern könnt. Und für Low Budget Trainings, High-End-Training habt, ja, das ist unser Ziel und das haben wir schon beim Aerotest und das haben wir beim Powertest genauso und wir werden sicherlich mal einen Podcast machen, den finde ich persönlich jetzt auch gerade total spannend, also wie nutze ich die Trainingszone und die Zeiten, um mich auf meinen Wettkampf oder auf meine Saison vorzubereiten, was sollte ich tun, wie komme ich da weiter?

Björn: Ja, das machen wir auf alle Fälle. Wir haben es natürlich jetzt Und es sind schon wieder fast anderthalb Stunden, sehe ich gerade. Echt ganz, ganz basic gehalten, sind da einmal durchgeritten. Wenn wir noch Hintergründe zu den Studien und den einzelnen Berechnungen, wo echt noch sehr, sehr viel drinsteckt, dann würde es den Rahmen komplett sprengen. Machen wir vielleicht nochmal so eine richtige Geek-Sendung. Dazu laden wir uns sicher noch mal auch Gäste ein, die da noch mehr zu sagen haben. Aber letztendlich haben wir hier ein wissenschaftliche oder wissenschaftliche Modelle auf eine Plattform gehoben, die euch die Möglichkeit geben, diese Sachen zu berechnen. Da stecken viele Forschungsarbeiten hinter, die wir uns genommen haben und zusammengeführt haben. Und damit kann man aber ein Weltklasse-Training gestalten, bei manchen zumindest.

Sebastian: Und vielleicht kann man abschließend sagen, für Fragen, die sich vielleicht auch aus diesem Podcast ergeben haben oder wo ihr detaillierte Erklärungen haben wollt oder da einen Podcast haben wollt, für Anregungen und Kritik immer gerne hören damit. Wir leben davon. Wir versuchen, das besser zu machen. Und das ist jetzt unser dritter Podcast.

Björn: Nee, vierter.

Sebastian: Vierter Podcast. Ja, wir versuchen das besser zu machen. Also sagt uns, was wir besser machen können und wir üben uns da drin. Also. Super. Cool. Danke Björn.

Björn: Danke Sebastian.

Sebastian: Hat euch Spaß gebracht.

Björn: Und dann überlegen wir uns mal, was wir das nächste Mal machen.

Sebastian: So machen wir das. Und in diesem Sinne auf Wiederhören. Ich hoffe, es hat euch Spaß gebracht. Tschüss. Bis dann. Ciao, ciao.

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