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Episode #56

Doppelt hält besser? – Double Threshold & sinnvolle Zielsetzung im Training

17. October 202549 min

In dieser Folge sprechen Björn und Niclas über das viel diskutierte Double Threshold Prinzip – was steckt dahinter, wie lässt es sich sinnvoll in den Trainingsalltag integrieren und für wen macht es überhaupt Sinn? Außerdem geht es um das Thema Zielsetzung: Wie findet man den richtigen Fokus, setzt sich realistische, aber motivierende Ziele und behält dabei den Spaß am Prozess? Perfekt für alle, die ihr Training smarter gestalten und langfristig Fortschritte erzielen wollen. Viel Spaß mit der neuen Folge!

Transkript

Björn: Willkommen zum FASTA-U-Podcast, wo sich alles um Ausdauersport und Training dreht. Hier geben euch Sebastian Schluricke, Björn Kafka und Niklas Ranker wertvolle Tipps und Einblicke, die euch helfen, eure Performance auf das nächste Level zu bringen. So, guten Morgen Björn und herzlich willkommen zu einer neuen FASTA-U-Podcast-Folge.

Niclas: Guten Morgen.

Björn: So, wie ist es? Ach, ganz gut. Bei dir? Ja. Auch. Alles top. Alles top. Sehr schön. Mich hat am Anfang der Woche, deswegen nehmen wir jetzt erst am Donnerstag auf, ein bisschen Magen-Darm gekillt. Ah, sehr gut. Ja, es ist immer wieder klasse, so einen Tag lang dehydriert im Bett zu liegen und zu denken, okay, ich muss jetzt hier sterben.

Niclas: Ich lag auch im Bett. Oh, ich habe es noch gar nicht erzählt. Oder? Ich weiß nicht, ob es dir... Nee, ich glaube, ich habe es dir auch nicht erzählt. Ich habe ja ein neues Rad. Oder ich bin das erste Mal richtig gefahren, das Cervelo. Und am Samstag oder Sonntag, ich weiß es gar nicht mehr. Naja, zumindest, das Ding fährt halt von allein, gefühlt. Du fährst halt 35, guckst drauf und denkst, 160 Watt, alles klar, wie geht das? Naja, zumindest, das fährt sich schon ganz cool. auch, das ist wirklich dafür, das ist ein, also das ist ja super aerodynamisch, ja, es fährt sich aber total angenehm. Also es ist wirklich total ausgewogen, das Gefühl, die Belastung auf den Reifen und so, es ist einfach, es fährt sich Hammer. Ja, zumindest wenn ich da so ein bisschen auch schneller um die Kurve gefahren, hier und da, und dachte so, oh geil, das Ding, Alter, das rennt. Und Dann im letzten Kreisverkehr dachte ich, okay, den zirkel ich jetzt nochmal so richtig durch. Mal gucken, wo so die Grenze ist. Und ich habe die Grenze gefunden. Sie war dann auf dem Asphalt. Auf einmal beide Räder so, rutschen beide weg. Höchstwahrscheinlich auch ein bisschen Öl drin im Kreisverkehr. Und da hat es mich so richtig auf die Schnauze gelegt. Richtig schön rübergerutscht. Und dann Autos angehalten und alle ganz nervös. Und ich stand dann sofort auf, guckte erst mal aufs Rad. Und Schnellspanner angekratzt, aber nicht weiter wild. Krieg ich einen neuen. Und dann habe ich mich gleich wieder aufs Rad gesetzt. Das sind so diese Momente, wo du denkst, das kommt ja irgendwie total blöd. Du zickelst da so durch, bist so sportlich angezogen und packst dich voll ab auf so ein Ding. Naja, erstmal stand ich dann auf, hab kurz mal Schlüsselbein und alles gefühlt und getestet und Schulter und da dachte ich, okay, alles gut. Knie ein bisschen auf, Ellenbogen ein bisschen auf, hatte zum Glück auch lange Klamotten an und Handschuhe, was auch echt gut war, sonst wäre die Hand nämlich ziemlich böse auf. Aber ich bin voll auf den Oberschenkel geknallt und zwar so richtig, so richtig Vollgas. Und ich hab mich da vor Jahren schon mal so abgepackt, dass der Muskel hat so eine richtige Delle drin. Schon von früher. Und dann dachte ich so, oh fuck, und dann komme ich zu Hause an und da war das schon so riesig, so wirklich so Handflächen groß, angeschwollen, schon dunkel. Und dann, ja, dann habe ich gesagt, traumele oder irgendwie sowas drauf, gekühlt. Und dann lag ich den ganzen Tag und den Tag drauf im Bett und es ist alles verschwunden. Ist der Hammer. Es hat echt gut funktioniert. Einfach mal nichts tun. Und ja, im Nachhinein führt das natürlich immer zu großen Lachern. Ich hatte gestern noch lange mit Enrique Avencini gesprochen, der hat sich auf der Gravel-WM auch so mächtig abgemauelt und da haben wir uns dann unsere Sturzgeschichten erzählt. Ja, aber Magen-Darm kann auch echt toll sein.

Björn: Ja, also ich wäre lieber mit dem Fahrrad gestürzt, als mit dem Magen-Darm flach zu liegen. Kommt drauf an.

Niclas: Ein Magen-Darm kann auch echt hässlich sein. Ich habe mir mal eine Verbrennung beim Magen-Darm geholt. Weil du dir eine Wärmflasche auf den Bauch gelegt hast? Richtig. Voll geil. Ich habe so eine Narbe am Bauch von Blindern. Magen-Darm ist Endgegner oft. Da wird der Toilettengang zur sportlichen Herausforderung. Du überlegst dir wirklich, stelle ich meine Camping-Toilette ins Zimmer, weil du einfach so fertig bist. Ja, naja und ich war so fertig, konnte auch nur noch so Hörbücher so im Delirium hören und musste mich irgendwie ablenken von all dem Wahnsinn, der gerade in meinem Körper passiert. So mein Gehirn wollte eigentlich fliehen, aber mein Körper hat gesagt, scheiß drauf, du bleibst hier. Dann habe ich eine Wärmflasche auf dem Bauch gehabt, die scheinbar zu heiß war. Und das Gewebe ist halt, Narbengewebe ist halt nie richtig gut zusammengewachsen. Und dann merkte ich auf einmal, irgendwie fühlt sich das komisch an und juckt und so weiter. Und dann gucke ich nach und es ist eine Brandblase auf dem Narbengewebe. Und Narbengewebe geht halt echt super langsam. Das ist so unangenehm. Ja, und dann so in der Bauchfalte, da sitzt man immer und super nervt und dann muss ich erstmal eine Woche lang im Liegen arbeiten, damit das Ding wieder vernünftig zuheilt.

Björn: Erst von Magen-Darm-Hauser-Gefecht und dann von einer Wärmflasche.

Niclas: Ja, genau. Ganz kurz, du hast natürlich schon ein Skript gemacht, wir haben ja auch schon kurz drüber gesprochen, aber da kommt gar nicht die Grapple-WM vor, die total gaga war. Alter, krass. Die niederländischen Frauen haben sich gegenseitig zerlegt. Das war geil. Ich hatte eh einen Kommentar gelesen, da war wohl ein Umschlag im Spiel. Fand ich, sah auch so ein bisschen so aus, so nach dem Motto, fahr mal die Lücke dicht zu deiner Landsfrau und ich werde dann Weltmeisterin. Kriegst dann nochmal ein paar Tausende in die Tasche gesteckt, was ja nicht ungewöhnlich ist. Gab es ja schon einige Male. Ich weiß, bei einer deutschen Meisterschaft... jetzt kann jeder sich überlegen, ob das jetzt Straße oder Mountainbike war, Mountainbike-Marathon, gab es auch mal die Diskussion. Und auch Titel wurden gekauft. Ja, gut. Aber das ist ja alles nur Spekulation. Das war das Erste, was ich gedacht habe.

Björn: Die Form haben, um da vorne mit anzukommen.

Niclas: Ja, genau. Aber ich fand einfach krass, einfach zu sagen, ich fahre das Ding jetzt nicht. Ja. Also denke ich so, hä, die waren zusammen auf dem Zimmer bei der WM. Also entweder mögen die sich nicht, sie hat sich halt entschuldigt, die Idee hinterhergefahren ist, aber schon krass.

Björn: Ich finde, man sieht da halt, dass im Endeffekt ein Nationaltrikot da nicht unbedingt wirklich verbindet. Also es ist halt immer noch eine Einzelsportart, wo es eigentlich auch immer noch nur auf den Erfolg der einzelnen Person ankommt.

Niclas: Man kann auch Teamtrikots nicht verbinden. Bei der WUELT haben wir das mal gesehen.

Björn: Zum Beispiel, ne? Also das ist im Radsport, finde ich, immer so gerade Straßenradsport, ja, es ist ein Teamsport, ganz viel, aber man sieht ja auch immer wieder, dass einzelne Fahrer auch ohne ihr Team einfach sehr gut performen können und es dann teilweise tun und vielleicht auch gegen den Willen des Teams tun. Ja. Aber für Vermärsch eigentlich richtig geil, dass der gewonnen hat, weil der hat dieses Jahr so viel und so krass gehackert bei UAE.

Niclas: Das ist ja auch zweimal schon Silber, glaube ich. Es wurde echt mal Zeit, dass der gewinnt. Ja. Und genau, Markus Kaufmann, Vizeweltmeister, Masters. 40 bis 45, ja, hinter, hinter Steven Roach, hatte gestern noch mit ihm gesprochen.

Björn: Nicholas Roach, oder?

Niclas: Äh, Nicholas Roach, sorry, Steven ist ja der andere, der berühmtere sogar. Ähm, ähm, sagte er, ja, keine Chance im Sprint, hatte ich, war nichts, kein Kraut gewachsen, er sagte, einen Berg hat er eben im Griff, konnte auch wegfahren, aber da war das dann zum Schluss zu flach. Von daher Glückwunsch da nochmal, sehr, sehr cool. Männer rennt krass. Ich habe ja, der Nils Bruhn ist ja super stark, 18 da geworden und die Wattwerte sind halt so gaga, irgendwie für so einen Typen, der irgendwie so... was 63, 64, 65 Kilo wiegt und da ist dann irgendwie 300 noch was Schnitt. Genaue Zahlen kann ich jetzt nicht sagen, aber es war wirklich so, auch normal ist es irgendwie so 360 oder so. Boah, mit 63 Kilo. Ja. Also es war halt komplett gaga.

Björn: Das ist unsympathisch.

Niclas: Da wurde richtig Rad reingefahren. Kommen halt auch nur Maschinen. Selbst als Hundertster bist du da echt noch ein Vieh. Da konnten alle fahren.

Björn: Ecker ist doch irgendwas um die 100 reingekommen, oder?

Niclas: Ja, das ist total krass. Alberti ist ja auch irgendwie 100 noch was. Das war das härteste Rennen, das ich je gefahren bin. Der hat auch irgendwie 300 noch was Schnitt bei 68 Kilo. Und er sagte, er hat noch nie solche Wattwerte getreten. Und er sagte, das Tolle war, jeder konnte Radfahren. Jeder konnte Radfahren. Alle konnten die Kurve fahren. Es war einfach mega hart. Es ist noch nie sowas gefahren. Krass. Und vermeintlich einfacher Kurs. Es war einfach knallhart die ganze Zeit. Es wurde einfach nur schnell gefahren. Heftig.

Björn: Ja gut, ich habe mir den Kurs nur auf dem Höhenprofil und so angeschaut, ein paar Sportler darauf trainiert, aber im Endeffekt... Einfach komplett Banane. Also im Profibereich ist das glaube ich schon, in der Elite ist das schon cool zu fahren. Aber ich glaube, alles danach ist schon auch immer mit diesen Stunden davor in den Startblock gehen, diesen ganzen Kram.

Niclas: Zwei Stunden teilweise.

Björn: Ich mag es nicht. Ich bin ehrlich, ich verstehe auch nicht, dann auch so viele Leute wieder starten dürfen, dann macht halt die, keine Ahnung, dann muss da halt nur ein 150-Mann-Feld am Start stehen und halt nicht tausende von Leuten. Dann müsst ihr halt krassere Qualifikationskriterien machen. Aber es kann ja nicht sein, dass man sagt, man fährt eine WM, was irgendwo einen professionellen Ansatz haben soll und dann muss ich mich zwei Stunden vorher in den Startblock stellen? Das hat doch nichts mit professionellem Sport zu tun. Das ist doch Quatsch.

Niclas: Das ist wie Transalp früher. Wobei, da stand man eine Stunde vorher. Ja, genau. Und noch ein bisschen, hast du Gossip Radsport, hast du dieses Setup gesehen von Jan-Willem Schipp?

Björn: Ja, ich habe das aber schon vorher gesehen.

Niclas: Vorher gesehen. Jetzt wurde ja, also ganz kurz.

Björn: Der ist Bahnweltmeister auch schon gewesen, oder?

Niclas: Der fährt doch richtig gut auf der Bahn, ne? Der ist richtig guter Bahnfahrer. Fährt für Parkhotel Falkenburg oder so.

Björn: Irgendein KT, niederländisches KT-Team.

Niclas: Genau. Und der hat halt ein, das Setup ist halt total gaga. Ihr müsst euch dieses Rad mal anschauen. Es tut aber auch schon ein bisschen weh, sich das anzuschauen. Es tut schon echt weh, das zu sehen. Wie lang ist der Vorbau? 20 Zentimeter? Ja. Also wirklich gaga lang, zeigt so leicht nach oben, dann hat er einen extra designten Lenker, der super schmal ist, wo er seine Unterarme drauflegen kann, ist noch UCI-konform. Dann die Sattelstütze ist halt so eine Triathlon-Sattelstütze gefühlt, der so nach vorne geht.

Björn: Und die hat ihm auch das Knick gebrochen, ne? Richtig. Also das ist so verrückt, dass... Setup vom Vorbau und Lenker. Wenn man sich das anschaut, denkt man ja schon, nein, das kann nicht legal sein. Und das ist sogar noch legal, aber die Sattelstütze, die ist es nicht.

Niclas: Das Rad, ich meine, das sieht halt so, ihr müsst euch das anschauen, das sieht halt so gaga aus. Ich meine, alle integriert, alle integrieren alles und da hängen halt die Kabel raus und rieser Vorbau und der Typ rasiert halt von vorne weg. Und sein ganzes Setup, ja, ich meine, er trägt einen Aero-Helm, diesen Abus-Aero-Helm, der über die Ohren geht. Ist ja nächstes Jahr übrigens auch verboten. Und dann trägt er halt irgendwie so eine schmandige Brille.

Björn: Und ja, die Kommentare... Er hatte ja schon bei kleineren, aber auch gut besetzten Rennen in den letzten Monaten... Genau, ist er einfach immer vorne rausgefahren und hat das dann teilweise gewonnen, auch gegen sehr starke Fahrer. Und bei dem Rennen war es halt auch so, man sieht diesen Clip, wie er einfach das Feld da langballert und er rast so raus und irgendjemand hat drunter geschrieben, ja, ich dachte, das wäre KI. Weil das sieht so verrückt aus, wie ein Profi fällt mit 45, da langballert und dann fährt jemand einfach so mit Übergas einfach da vorne so raus. Also, komplett irre. Ja.

Niclas: Die Kommentare zur Sperre, dass er nicht fahren durfte wegen der Sattelstütze, sind großartig. Die meisten regen sich über seine Brille auf. Die meisten sagen, er durfte nicht starten, weil er diese Brille auf hatte. Also, geile Geschichte. Ich liebe das ja. Also, wenn man denkt, Viktor Kampenaz sitzt schon krass aero auf dem Rad, was er definitiv tut. Und dann guckt man das dann und denkt so, Alter, was ist denn das? Also, es sieht... maximal unästhetisch aus, aber es ist effektiv. Und der Typ ist riesig. Es ist schon ganz lustig anzusehen. Also diese Vorbau-Kombi ist der Hammer.

Björn: Aber ich habe es gar nicht gesehen. Ich finde es halt so krass, dass klar, Aerodynamik macht ja jetzt auch schon wieder sehr viel aus, aber das ist halt auch schon eine krasse Maschine, der Typ. Also der wird da auch schon richtig blöd viel Watt getreten haben, um da so rauszuschießen. Und so als Bahnfahrer... Klar, wenn du irgendwie so oder sowas fährst, dann kannst du halt auch mal kurz 60 fahren.

Niclas: Also das geht dann schon mal. Absolut. Also sehr lustig anzuschauen. Der Lenker ist übrigens, ich glaube, nächstes Jahr immer noch legal, was ich abgefahren bin von den Abmessungen. Okay. Weil UCI macht ja irgendwie. Auch, dass er dieses, also das ist jetzt, weil wir sind ein Videopodcast. Aber das musst du dir auch erstmal, also genau. Er legt halt die Unterarme so drauf. Ja. Okay. Also wenn ich mich nicht täusche, ich hab's zumindest mal angeschaut, ja. Also, ja. Musst du jetzt gucken, aber... In der Alpenabfahrt kommst du aber auch nicht mehr damit runter, oder? Genau. Erstens, du musst damit fahren können. Und das ist die Kunst, ja. Also wenn du dich an diese Kiste nicht gewöhnt hast, dann hast du... Wahrscheinlich aber auch, ne?

Björn: Bahnfahrer, der hat halt super viel Erfahrung mit, ich sag jetzt mal so, sehr schmalen Lenkern, sehr aerodynamischem Setup. Der ist das... jahrelang gewohnt und hat sich das dann da hingebaut und hat das wahrscheinlich auch saulang trainiert.

Niclas: Klar, also Tim Thorntonberg fährt ja auch so einen Bleistift als Lenker. Sieht auch immer kriminell aus, aber die Jungs können es halt. Die sind halt die Meister ihres Faches. Bin mal gespannt, was da noch kommt.

Björn: Wahrscheinlich wird das in den nächsten Jahren. Ich weiß nicht, ich folge auch so einem Dänen, der so sein eigenes Rad baut und vermarktet und der fährt auch so einen komischen im Winkel einstellbaren Vorbau. weil er dann halt auch relativ, also der Niederländer jetzt, der sitzt ja auch sehr hoch im Vergleich zu, ich sage jetzt mal, einem normalen Setup. Der hat einen positiven Vorbau, deutlich positiven Vorbau. Und ich glaube, es wird sich allgemein in der Art und Weise, wie wir auf Rennrädern sitzen und wie man auch Rennradrahmengrößen aussucht, da wird wahrscheinlich jetzt ein Umschwung stattfinden.

Niclas: Also ich meine, das ist ja bei Cervelo schon. positive Vorbauten. Ey, das war undenkbar vor wenigen Jahren noch. Ist wirklich so, ey, wenn du da irgendwie mit, also ich meine, wenn du die Kiste anschaust und dann geht der Vorbau nach oben, denkst du, bist du Ghostcrank oder was? Das geht halt gar nicht. Wo kommst du denn her? Sind Kleiderbügel vorne montiert. Und das ist Standard, ja. Man hat halt irgendwann festgestellt, Aero heißt nicht immer nur Brett flachfahren und so tief wie möglich, sondern Angriffsfläche reduzieren, kann man halt auch auf andere Wege. Und Ergonomie ist halt auch ein Thema. Und das Cerelo sieht radikal aus, aber S40 nicht radikal. Ja, spannend. Ich habe auch noch so einen alten verstellbaren Vorbau von Look Ergo. Oh nein. Das ist geil, den kann man so richtig nach oben drehen. Ja, aber die Dinger sehen so scheiße aus. Ja, aber ich bin ja jetzt schon so für unser Ding hier, King of the Lake, bin ich ja auch schon so am Nachdenken jetzt. Und das ist ja Velo schön und gut, aber ich habe noch ein... Scott Foyle, ein altes Scott Foyle. Okay. Das erste Ding von Matthias Brändle damals noch, der ja auch schon Weltrekord gefahren ist. Und das Rad kann man halt wunderbar umbasteln. Vielleicht. Sorry for that. Ich greife in die Vollen. Okay. Ich komme da halt auch mit einem Vorbau an, 20 Zentimeter.

Björn: Dann kommst du mit so einem super schmalen Lenker an, wo du deine Unterarme drauflegen kannst, aber dann musst du auch so ein Aero, also der Aero muss nicht schnell sein, aber der muss halt so ein bisschen scheiße aussehen. Der muss halt scheiße aussehen.

Niclas: Ja. Vielleicht so ein Belle Javelin mit irgendeiner alten Oakley Frog oder irgendwas. Mal sehen, mal gucken. Oder den alten Helm von Miguel Indurain, den Rudi Project. Aber die darf man ja nicht mehr fahren, weil die keine Schutzfunktion hatten. Aber der sah schon cool aus, weil der hatte halt auch so integrierte Gläser, zwei große. Oder so eine alte Brico Stinger Brille, das wäre auch geil. Und dann irgendeinen Helm auf. Ich schaue mal, was ich finde. Oder einen alten DDR-Sturzhelm. Oder Sturzring grundsätzlich. Das ist auch heftig. Ich habe noch einen Kumpel, der hat noch einen alten Bahnhelm aus der DDR. So einen alten Aero-Helm, der so leicht runter geht noch. Und die Bahnsprinter. Vielleicht trage ich den. Ich teste mal, wie schnell der ist. Denkst du, der kann schnell sein? Muss halt auch ein bisschen Show sein, wenn man nicht gewinnt, muss man halt Show machen.

Björn: Ja, aber es gibt doch, es gab mal von, ich weiß gar nicht, irgendein Cycling-Magazin hat einen Test auf der Bahn gemacht und die haben zu dem Zeitpunkt aktuelle aerodynamische Straßenhelme geholt und haben so einen alten... Lima-Helm geholt. Ich glaube 19 Pfund war das, weil es waren Engländer, die das getestet haben. Und dieser 19 Pfund Helm, der einfach nur aerodynamisch war, weil er einfach aus Kostengründen weniger Lüftungslöscher hatte und halt so eine alte Form hatte, war schneller als manche zu dem Zeitpunkt 300 Euro top aerodynamischen Helme.

Niclas: Es gab ja irgendwann, ich war nur aus 2003, 2004, ich weiß es nicht mehr, mussten Aero-Helme ja auch eine Sturzfunktion haben. Davor war das egal. Da hast du halt dir so ein Wellblech an den Kopf getackert. Die sahen ja auch, es gab Helme, das Rabobank hatte glaube ich mal einen Helm, die gingen wirklich bis zur Mitte des Rückens.

Björn: Ich kann mich noch an diesen... Diesen komischen Giro von Lance Armstrong erinnern? Genau. In so einem dunkelblau mit so roten, irgendwie so flammenmäßig, der einfach so super eng am Kopf anlag und dann so wie so eine Spitze vom Kopf hinten weg ging. Richtig, genau.

Niclas: Und der hatte da oben so eine Heizhacke drauf, fast schon. Ja, der sah mega aus. Das sind doch schöne Helme gewesen. Nein, definitiv nicht.

Björn: Doch, wirklich.

Niclas: Ich habe mir damals selber auch einen Helm gebaut mit meinem Kumpel. In der Werkstatt haben wir aus Glasfaser die Dinger geklebt. Und das ging, ja. Da haben wir halt die ausgeschnitten und so weiter und irgendwas reingeklebt, damit man sie aufsetzen konnte. Damals war das sehr lustig. Aber jetzt müssen die halt Sturzfunktionen haben. Ich meine, die ersten Helme mit Sturzfunktionen, die sahen halt gruselig aus. Die waren halt riesig und bulky. Das ist ja jetzt schon... Wobei jetzt mit diesen neuen Helmen von Giro oder... wie etwas Uno X mit Sweet Protection oder Bachrein, die sehen ja jetzt auch schon ziemlich spacig langsam aus.

Björn: Ja, der neue Abus sieht auch krass aus. Ja, also der sieht 80s aus. Also ich finde dieses Visier, was so nach unten weg geht... Übrigens, so waren die Helme früher auch schon ähnlich. Boah... Ich denke mir halt immer so, kommt Leute, also ja, es muss schnell sein, aber so ein bisschen schön kann man es doch machen.

Niclas: Ja, ich finde, der hat so ein bisschen was von so einem alten 70er Jahre Star Wars Remake, so Spaceballs mäßig.

Björn: Ich muss immer an die Leute denken, die in so Heizöfen arbeiten und so komplette Silberanzüge anhaben. Du kommst halt aus dem Pott, ne? Nee, aus dem Saarland. Du hast ja im Pott gelebt. Ist Köln Pott? Ich glaube, wenn du sagst, dass Köln Pott ist, dann werden die Kölner böse. Aber ich finde das gut. Ich bin jetzt der größte Kölner Fan.

Niclas: Du hast ja gezwungenermaßen gelebt. Aber Essen ist Pott.

Björn: Essen ist Pott, ja.

Niclas: Genau. Ähm, wir haben auch ein Thema vorbereitet.

Björn: Wir hätten sogar eigentlich, ich finde, wir hätten zwei ganz interessante Themen. Ähm, wir fangen aber mal, wir fangen mal mit dem, mit dem sportlichen Thema, also dem rein sportlichen Thema und zwar Double Threshold Days oder vor allem auch erstmal zwei Trainingseinheiten am Tag, also an, so. Warum sollte man das vielleicht machen? Was ist der Hintergrund? Was ist die Idee dahinter? Ähm, Genau, damit würde ich jetzt erstmal anfangen und dann vielleicht das zweite Thema noch so zum Abschluss hinten draufsetzen, was ich gestern Abend quasi erst entdeckt habe nochmal. Mir war dieses Konzept schon bewusst, aber ja.

Niclas: Also Niklas monologisiert jetzt, ich steig mal aus.

Björn: Nein, nein, nein. Eigentlich gar nicht schwer, also Double Threshold Day ist ja so ein bisschen ein Prinzip, was gerade die Norweger wieder aufgebracht haben. Das ist jetzt schon auch wieder ein bisschen länger her. Und die haben eigentlich angefangen, ich glaube, so richtig bekannt wurde es durch die Norboys im Triathlon, dass die halt gesagt haben... Darf ich ganz kurz was dazu sagen?

Niclas: Wenn wir über Norweger und so reden. Alle reden ja auch über die Norwegian Method und so weiter.

Björn: Ja, weil sie sich selbst auch so genannt haben.

Niclas: Richtig. es gab am Wochenende ein Seminar, oder nee, letzte Woche war das, ich weiß es gar nicht mehr, zumindest, gab es ein Seminar, AeroCoach-Seminar, und da waren echt ein paar ziemliche High-Roller am Start, also Wismar, UNOX und so weiter, und die haben dann ein Seminar gegeben, ein Freund von mir war da, und hat ein bisschen erzählt, erstmal das Publikum war krass, weil das Publikum war schon ziemlich High-Level, also waren auch Trainer einfach als Gäste, ja, oder relativ viele. Und so, jeder hat ja so seine Vorstellung von, was ist denn jetzt die norwegische Methode, ja, und dort wurde was präsentiert, was ich ganz cool fand, ja, also es ist so eine Pyramide und die baut natürlich von unten auf und was da so drin steht, ist so, die Basis der norwegischen, mit Norwegian Method ist Endurance Loving Culture in Society. Das ist die Basis. Also wir haben halt Bock auf Ausdauersport, was in Norwegen ja, wir haben das das letzte Mal ja ausgeweidet sozusagen, das ganze Thema, wie viele Medaillen die auch da abgerissen haben. die sind halt einfach auch so aus Sport begeistert und diese Kultur wird halt gelebt. Dann der nächste Step wäre halt ein holistic approach to athlete development. Also es wird halt relativ in die Breite geschaut und nicht gesagt, hier zwölf Jahre, hier ist dein Rad, hier ist halt dein Leben lang Rad oder du gehst in die Schule rein und scannst die Leute raus und guckst nach, okay, hier, der hat Handwurzelknochen so lang, der kriegt halt eine dicke Pranke, du wirst jetzt Schwimmer, ja, so nach dem Motto. Das findet da gar nicht statt. Fand ich auch einen spannenden Kommentar von dem Arvild, mein Gott, der vorher das norwegische Triathlon-Programm geleitet hat, hatte zu dem Sieg jetzt bei auch Ironman gerade, ja, bei den Frauen, hat wieder jemand gewonnen aus Norwegen und der hatte einen ganz schönen Kommentar dazu abgelassen, Nämlich, dass diese ganzen Leute, die wir gerade in Norwegen sehen, die da alles abreißen im Triathlon, die werden bei Talent-Screenings, Scouting nicht aufgefallen. Die werden einfach durchs Raster durchgefallen. Und das finde ich ist ein total spannender Punkt. Ich hatte was ähnliches schon mal vor Jahren gesehen in der Dokumentation von... Wer hieß er? Werner Gröbler? Ach mein Gott, Niklas darf gleich mal nachschauen. Gröbler hieß er, glaube ich. Das war der Coach des Achters Rudern in England. DDR-Trainer. Und hat halt, ich weiß nicht, wie viele Medaillen gewonnen. Also irre, irre, irre. Werner Gröbler hieß er, glaube ich. Und in dieser Dokumentation spricht er dann über die Sportler. Und dann sagt er, in der DDR hätten wir viele dieser Sportler gar nicht genommen, weil sie einfach durchs Raster gefallen sind. Da gab es halt, einer war zu groß, einer war zu klein, der andere hatte ein bisschen Rücken hier, ein bisschen da. Also es geht dann, dieses Scouting ist vielleicht manchmal gar nicht so das Entscheidende. Ich greife mir jetzt aus dem Devo, suche hier irgendwie die besten Radfahrer raus und schmeiße ihn in mein Devo-Team und alle, die 14 Jahre alt sind und schon mal irgendwie, keine Ahnung, wie schnell fahren, die haue ich da rein und ah, der sitzt schon aerodynamisch, das sind so die besten Fahrer. Vielleicht ist ja viel entscheidender, wie viel Bock hat jemand, Rad zu fahren? Mit wie viel Hingabe kann es jemand schaffen, diesen Sport auszuüben? Und das finde ich ist eine absolut richtige und wichtige Message, zu sagen, du bist nicht unbedingt limitiert durch deine Genetik, sondern einfach, du bist limitiert durch... das, was du willst. Es sind immer die Fleißigen. Gerade im Ausdauersport. Aber nicht nur im Ausdauersport. Tom Brady, der Quarterback. Ich meine, das war der absolute, der war einer der Schlechtesten, als die anfingen. Der war halt so ein großer, langer Lulatsch. Der hat die schlechtesten Laufzeiten hingelegt. Der konnte so la la passen. Was hat der gemacht? Der hat sich halt wahnsinnig engagiert und trainiert und wurde dann einer der besten Quarterbacks der Welt.

Björn: Im Endeffekt, Cristiano Ronaldo, LeBron, das sind ja alles solche Leute, die einfach... Dirk Nowitzki.

Niclas: Einfach unglaublich viel Arbeit reinstecken. Ja, und zumindest diese Ideas der Norwegian Method, das geht dann natürlich noch weiter, ja, Ideas and Knowledge Sharing Across Sports, ja, was auch ein schöner Punkt ist natürlich, ja, also es gibt immer, ja. Du findest immer was in anderen Sportarten, was spannend ist. Ich sehe das ja selbst in diesem kleinen Zirkel, in dem ich mich bewege, wenn ich irgendwie Mountainbike, Straßensport oder ich mache mit einem sehr erfolgreichen Snowboarder auch ein bisschen was. Weißt du gar nicht, ne? Auch Olympiasieger. Und da kriege ich dann im Krafttraining ein bisschen was mit und so, weil auch ich mache andere Sportarten, ja, habe auch schon Eisschnellläufer und Ruderer gemacht. Das ist halt das Spannende, woraus man dann zehren kann und man guckt sich die Bewegungsabläufe an und denkt so, ey, oder redet dann noch mit dem Trainer und denkt so, ey, das ist eigentlich eine spannende Idee, ja. Ähm, genau, und genau, diese Spitze läuft dann am Ende zu, da sind natürlich noch ein paar Punkte dazwischen, und dann gibt's noch als letzten Punkt Intelligent Failures, und das finde ich ganz, ist ein ganz guter Punkt. Fehlerkultur, alle schreiben sich ja auf die Fahne, wir haben eine Fehlerkultur, ja, ähm, ich hatte auch mal bei einem Vortrag gehört, Fehler machen ist okay, aber wir sollten die nicht zweimal machen, klar, ähm, Wenn ich so zurückschaue, jeder kennt diesen Spruch, aus Fehlern lernt man, aber ernsthaft, die größten Ideen und Erfolge habe ich daraus gezogen, dass es vorher überhaupt nicht lief. Und all die Erfolge, die zumindest ich als Trainer hatte, und da gibt es ja schon ein paar ganz gute. Kann man so sagen. Dem gegenüber stehen 90% Misserfolge. Das sieht nur niemand. Und genau, das fand ich jetzt mal so, um dieses norwegische Thema nochmal da ein bisschen rauszuziehen. Ganz spannend, als mir das geschickt wurde, dass da echt ein ganz spannender Ansatz in ja, du bist nicht limitiert. Und ich finde, das zeigt dieses Land ja auch ganz gut mit, das haben wir ja in dem Podcast gehabt, dass sie halt limitiert sind durch ihre reine Menschenmenge, aber daraus halt das Maximum rausholen und das halt sehr, sehr gut. Mit viel Hingabe.

Björn: Ich glaube, ich muss zu zwei Sachen dazu noch was sagen. Vor allem, wir haben jetzt eine halbe Stunde rum und wir haben quasi noch nichts, noch keinen Mehrwert geboten, aber okay. Ähm... Was ich dazu noch auf jeden Fall sagen will, ich glaube, was viele Sportler vor allem, und da geht es als Sportler, finde ich, gar nicht oft darum, Fehler zu machen. Weil als Sportler, finde ich, versuchst du immer ja irgendwie, du willst das Beste geben. Dein Ziel ist es, okay, du willst an einen Wettkampf gehen und willst beim Wettkampf deine beste Leistung abliefern. Und vielleicht langt deine beste Leistung an dem Tag sogar, um das Ding zu gewinnen. Natürlich, best case. Ja. Aber jeder erfolgreiche Sportler wird viel, viel öfter zweiter, dritter, vierter, fünfter, zehnter, fünfzehnter, letzter, whatever, steigt aus, als zu gewinnen. Und ich glaube, das Wichtige, was Sportler oder erfolgreiche Sportler ausmacht, ist, dass sie sich jedes Mal dann angucken, okay, warum bin ich an dem Tag vielleicht ausgestiegen und kann ich das in irgendeiner Weise vielleicht auch beeinflussen, dass ich an diesem Tag nicht aussteigen muss. Und ich glaube, da zählt zum Beispiel sowas dazu, auch mal zu reflektieren, okay, ich habe vielleicht, also keine Ahnung, ich habe zehn Rennen und acht davon habe ich jedes Mal einen Defekt, jedes Mal einen Reifendefekt. Das kann ab einem gewissen Punkt kein Pech mehr sein. Wenn du Reifen fährst, die andere vielleicht auch fahren und die haben keine Defekte, du kannst nicht so viele schlechte Chargen haben und du kannst nicht so viel Pech haben. Dann liegt es vielleicht an deinem Fahrkönnen oder an der Art und Weise, jetzt mal gar nicht, ob du schnell oder langsam fahren kannst, aber wie sauber fährst du denn? Welche Entscheidungen triffst du vielleicht im Rennen? Bist du vielleicht hier und da zu hektisch? Fährst du dann vielleicht eine Linie, die man vielleicht nicht fahren würde, wenn du dich vielleicht einen Ticken zurücknimmst, das ein bisschen ruhiger angehst, deine Kräfte besser einteilst, machst du dann vielleicht weniger Fehler. Das sind halt Sachen, was ich auch aus meiner Sportler-Sicht einfach gelernt habe, ist, wenn ein Rennen nicht läuft, versuch drauf zu gucken und möglichst klar anzusehen, zu analysieren, okay, was hat denn an dem Tag nicht funktioniert. Man sollte sich auch immer angucken, was funktioniert hat, um natürlich nicht den Mut zu verlieren und auch nicht seine Energie da irgendwie zu krass zu verlieren, weil das kann auch sehr deprimierend sein. Aber ich glaube, das Wichtige ist immer zu gucken, okay, was kann ich an dem Tag vielleicht besser machen, wo hätte ich noch Wo habe ich vielleicht Körner verschenkt? Das sind so viele Kleinigkeiten und man unterschätzt das, glaube ich, manchmal allein durch Entscheidungen, die du im Rennen wählst, welche Linie du fährst, vielleicht hier und da mal ein Stück zurücknehmen, vielleicht aber auch mal mehr investieren, weil scheiße, wäre ich über die Gruppe mit drüber gegangen, dann wäre ich in der Gruppe drin geblieben und hätte in dem Flachstück danach super viel Energie gespart. Und ich glaube, das sieht man an ganz vielen Fahrern, die super talentiert sind, die Energie haben wie Sau. aber dies auf anderen Punkten einfach liegen lassen und es dann abtun mit, ja, ich hatte Pech. Ich finde, im Sport, es gibt sehr, sehr wenig Pech. Manchmal hast du Pech, ja, also keine Ahnung, der Vordermann fährt über einen Ast, der Ast fliegt dir ins Vorderrad und zerlegt dir dein Vorderrad. Okay, das ist Pech, da hattest du wirklich keinen Einfluss drauf. Wobei man da auch sagen könnte, ja, vielleicht... falsch positioniert. Also es sind ganz viele Sachen, wo ich... Und ich glaube, ich weiß gar nicht, von wem ich... Ich habe mir das auch bei jemandem abgeschaut. Und ich glaube, Schurter hat in irgendeinem Interview mal darüber geredet, dass er der Meinung ist, es gibt kein Pech. Du hast das immer irgendwie im... Irgendwie hast du immer einen Einfluss drauf. Und alle Handlungen, die du triffst, haben eine Konsequenz. Und dann musst du halt einfach nur reflektiert genug sein, um deine Handlungen zu reflektieren und zu schauen... wie bin ich an diesen Punkt denn gekommen und was könnte ich auf diesem Weg anders machen, damit ich nächstes Mal quasi über den Punkt hinauskomme oder zu einem anderen Ergebnis komme.

Niclas: Ja, definitiv. Und schön ist sowas, also erst mal, wenn man das selber kann, ist es super. Wenn man jemanden hat, der das auch für einen kann, ist es noch viel schöner, weil dann kriegt man es meistens ein bisschen anders präsentiert. Aber grundsätzlich, wenn man Erstens darf man sich selber nicht zerfleischen und zweitens, wenn man Trainer ist, dann muss man Kritik immer im Sandwich verpacken. Im berühmten Scheiße-Sandwich. Eine geile Nachricht. Das lief super, dann kommt der unangenehme Teil und dann kommt halt wieder was Positives und dann wird das halt auch ganz anders aufgenommen und auch verarbeitet und dann kann damit auch umgegangen werden.

Björn: Ich finde der Begriff Scheiße-Sandwich ist genial.

Niclas: Großartig, ne? Ja. Kritik gibt es bei mir immer nur um scheiße Sandwich. Und ja, das ist entscheidend.

Björn: Also ich finde es bei uns im Sport, man sollte mit seinem Trainer vielleicht darüber sprechen, aber ich finde es halt, und deswegen muss man sich diese Eigenschaft, oder deswegen haben, glaube ich, erfolgreiche Sportler haben meistens diese Eigenschaft, weil selbst wenn du jetzt auf ein Rennen von mir drauf schaust, wenn du jetzt, du weißt vielleicht grob ungefähr den Kurs. Aber du warst ja nie im Rennen mit dabei, du warst nie in der Situation mit dabei und ich glaube, bei sowas hilft es auch sehr und das habe ich viel gemacht. Ich habe dann auch meine Rennfahrkollegen einfach gefragt, ey, was mache ich denn vielleicht falsch? Und zum Beispiel mein guter Freund Paul hat ganz oft gesagt, ey Niklas, werd mal ruhiger. Ich war bei Brennen viel zu oft, viel zu hektisch, viel zu aufgeregt davor und der hat dann gesagt, ja, du musst ruhiger werden, dann passiert auch weniger Scheiße. Und das, da hilft halt mal mit anderen reden, vielleicht auch mal auf die Meinung von Fahrern hören, die das vielleicht schon länger machen, die dich vielleicht aber auch einfach nur von außen sehen, weil du siehst viele Sachen nicht. Gerade wenn du im Wettkampf bist, bist du im Film. Und da braucht man, finde ich, Leute, die vielleicht mit einem in der Situation mit dabei sind.

Niclas: Ja, das ist, wenn du mit Straßenteams zusammenarbeitest, holst du dir immer viele Wahrheiten. Was ganz interessant ist, da gibt es diesen Spruch von Karl Popper irgendwie, wir suchen nicht nach Certainty, sondern nach Truth und der Weg über die Wahrheit sozusagen führt da so sinnbildlich darüber, dass wir halt Fehler machen, ja. Und wenn du mit Straßenteams zusammenarbeitest und herausfinden willst, wie hat denn jemand performt? Hast du erstmal Leistungsdaten natürlich, dann kannst du eventuell noch aerodynamische Daten ableiten, wenn du siehst, wie viel ist der im Feld gefahren, wie viel nicht. Dann hast du den Eindruck der anderen Fahrer. Und dann hast du noch den Eindruck des Direktorsportifs. Und daraus musst du dir irgendwie ein Bild zusammensetzen aus all diesen Sachen. Weil jeder hat seine eigene Wahrheit. Und es ist manchmal total spannend, weil komplett konträre Bilder rauskommen. Und du musst am Ende des Tages der Kaffeefilter sein und sagen, okay, so wie es aussieht, ist das und das passiert. Und das ist dann deine Wahrheit, wie du sie gerade wahrnimmst und dich dann in deiner Coaching-Entscheidung beeinflusst oder die weitere Richtung vorgibt. Das ist immer so das, was ich im Kopf habe. Ich suche mir die verschiedenen Wahrheiten, filter da möglichst das raus, was eventuell stimmig ist, für mich stimmig wirkt, damit ich eine gute Coaching-Entscheidung geben kann und dann geht es weiter. Und der Sportler selber, du wirst natürlich diesen ganzen Wust an Infos, den du kriegst, die ganzen Daten, die ganzen Herzfrequenzen, Die Interviews, die du sozusagen führst mit DS, anderen Fahrern, wie war das eigentlich, erzähl doch mal. Das darf erstens nicht so, wie ist der gefahren, sondern einfach mal fragen, wie lief das Rennen, wie lief es, wer hat Flaschen geholt, in welchen Situationen war, hast du ein Gefühl gehabt, wie die fahren und so weiter. Das darf natürlich nicht so offensichtlich alles wirken. Und das nimmst du auf, filterst das durch und dann sprichst du halt mit dem Fahrer, Sportler und da ist auch immer weniger ist mehr. Ja, also du filterst wirklich nur das Essentielle raus und wenn es Kritik gibt, dann verpackst du sie. In der Regel gibt da ja jeder, der sich an den Start stellt, will da natürlich auch irgendwie ein vernünftiges Rad reinfahren, meistens zumindest. Und wenn du dir jemanden sagst, der sich da jetzt schon die halbe Lunge rausgefahren hat und dann auch noch eventuell gecrasht und haste nicht, Dann brauchst du nicht ankommen mit, du bist einfach scheiße gefahren. Kannst du es halt nicht. Kannst du auch gar nicht, wenn Berufsbefehl.

Björn: Ich glaube, da ist auch immer wichtig, den richtigen Zeitpunkt abzupassen. Ganz genau.

Niclas: Nach dem Rennen ist es manchmal schwierig, ein Tag später ist besser.

Björn: Genau, ich habe auch einen... einen anderen Trainer, der ihm quasi mal beigebracht hat und meinte so, an dem Tag vom Wettkampf werden nie Entscheidungen, also nach dem Wettkampf quasi, werden nie Entscheidungen für die Zukunft getroffen. Weil du bist noch viel zu nah an der Situation dran. Und er führt zum Beispiel aus Prinzip Gespräche über einen Wettkampf, im Optimalfall sogar erst zwei Tage nach dem Wettkampf, Weil er sagt natürlich an dem Tag, kannst du sagen, hey, gut gelaufen, schlecht gelaufen, so, okay, ah, scheiße, okay, schade, dass es blöd gelaufen ist. Aber so richtig darüber mal zu sprechen, sich das anzuschauen und zu reflektieren, das ist meistens mit Sportlern besser, wenn sie mal zwei Nächte oder eine Nacht drüber geschlafen haben und nochmal einen klareren Blick auf die Sache haben, weil es dann die Emotionen direkt nach dem Wettkampf schon mal weg ist.

Niclas: Ja.

Björn: Genau. Gut, Moment, nein, ich muss noch was sagen, sorry, zu gerade Blumenfeld und Iden. Blumenfeld war nämlich in Norwegen erst Schwimmer und ist dann überhaupt erst Triathlet geworden und der war... lange ein guter Schwimmer und war sogar, glaube ich, ich glaube, der hat das mal gesagt, dass er auf Schwimmen gar keinen Bock mehr hatte, weil er war nicht erfolgreich genug und er hat zu viel investiert und dann ist nichts bei rumgekommen und war quasi frustriert und hat deswegen dann mit Triathlon angefangen. Und genial eigentlich. Und das finde ich immer so krass, wenn du jungen Athleten sagst, wenn du einem 17-Jährigen sagst oder einem 19-Jährigen auch noch sagst, es ist jetzt zu spät, die Sportart zu wechseln oder so, wo ich mir denke... Was für ein Quatsch, also die sind in der Prime, bei denen ist erstmal wichtig, dass sie in jungen Jahren irgendwie Sport machen, ja, aber es ist vollkommen egal, welche Richtung, ob du Schwimmer, Läufer oder Radfahrer bist, du kannst immer noch mit 19 in jeder anderen Sportart mit genug Arbeit auch noch arbeiten. Und dasselbe galt auch zum Beispiel für Gustav Iden. Gustav Iden war, glaube ich, Radfahrer, weil der auch aus einer Familie kam, wo sehr viel Rad gefahren wurde und auch Radfahrer auch Profis waren, glaube ich. Und er war da halt auch nicht gut genug, quasi, um richtig top zu werden. Oder wurde ihm zumindest gesagt zu dem Zeitpunkt. Und dann ist er jetzt halt auch Triathlet geworden. Und beide wurden Weltmeister schon. Und dann finde ich zum Beispiel ja auch geil, die zwei standen ja die ganze Zeit im Rampenlicht. Und wer wird dieses Jahr Weltmeister? Kaspar Stornes, der quasi die ganzen letzten... sechs, sieben, acht Jahre, seitdem die Norweger so bekannt sind, immer quasi das dritte Rad war, der immer hinter den zwei war, immer nicht so richtig, dann hat er mit Verletzungen, mit Krankheit zu kämpfen, aber der hat halt immer konstant einfach dran geglaubt und weitergemacht und wird jetzt vor den zwei Weltmeister. Ist halt auch so eine saugeile Story und ich finde es... Krasses Podium auch, ja. Alter. Alle drei, ja. Das ist heftig. Aber das ist halt einfach wichtig, Man muss da im Ausdauersport einfach dranbleiben und man muss da auch mal über Jahre hinweg dranbleiben und über Jahre hinweg kann es auch mal nicht laufen und dann kannst du trotzdem gewinnen. Ja, ganz genau. So, jetzt habe ich zu deinem Monolog nichts mehr zu sagen. Wo waren wir? Double Threshold. Genau, Double Threshold. Double Days. Also, ganz kurz. Die Idee dahinter ist quasi gewesen, okay, wir holen den Workload aus einer Einheit. Also sagen wir mal, wir machen sechs mal zehn Minuten Subthreshold, also Workload. irgendwo zwischen 2,5 bis 4 Millimol, whatever, und teilen das auf in zwei Einheiten und machen 3x10 am Vormittag oder morgens und machen 3x10 am Nachmittag oder abends, je nachdem, wie es halt passt. Was man jetzt erstmal herausgefunden hat, dass im Endeffekt, solange man hingeht und das Gesamtvolumen quasi und der Gesamtenergieumsatz und Zeit in Zone das Gleiche ist, haben wir dieselben Anpassungen auf der reinen körperlichen Seite. Das heißt im Endeffekt Ist es, sage ich jetzt mal, nicht egal, aber ist es auf jeden Fall für den Sportler erstmal nicht so wichtig, okay, kriege ich das jetzt an einem Tag oder kriege ich das jetzt alles in einer Einheit an dem Tag hin oder in zwei Einheiten.

Niclas: Und das ist ja ganz kurz eine super Nachricht für Leute, die ein normales Leben haben. Die sagen, hey, ich kann halt nicht drei Stunden Rad fahren. Ich muss halt anderthalb morgens und anderthalb abends. Also das geht.

Björn: Genau. Und erstens, das geht. Und zweitens, es hat erst mal denselben Einfluss. Wo jetzt aber der Unterschied quasi liegt, ist zum einen, wenn wir die Einheiten zum Beispiel aufteilen, sind die Ergebnisse, dass die Probanden am nächsten Tag zum Beispiel weniger Ermüdung gespürt haben. Das heißt, wenn du zwei Einheiten hast, hast du weniger Ermüdung. Und sie haben sich vor allem... ist es Ihnen auch leichter gefallen, diese zwei Einheiten umzusetzen. Das heißt, klar, wenn ich morgens in einer 90-Minuten-Einheit 3x10 Minuten fahre, habe dann irgendwie 6-7 Stunden Pause zum Beispiel, kann was essen, arbeite vielleicht mit dem Kopf nochmal woanders und fahre dasselbe dann nochmal, kann das durchaus entspannter sein, als wenn ich jetzt eine 3-Stunden-Einheit mache, und 6 mal 10 durchwürgen muss, weiß glaube ich jeder, der das schon mal gemacht hat, der fünfte und der sechste Satz können durchaus eklig werden. Somit ist das auf jeden Fall ein probates Mittel, um ich sag jetzt mal, je nach Tageskonzept nenne ich es jetzt mal, diese Einheiten zum Beispiel unterzubringen. Die Norweger haben das, soweit ich weiß, vor allem angefangen, um halt einfach in einen eh schon vollen Plan und ein hohes Volumen die Einheiten einfach mehr Volumen in der Zone quasi noch reinzubekommen. Also die haben das teilweise, glaube ich, sogar dreimal die Woche so eine Double Threshold Day gemacht, wo sie morgens zum Beispiel 3x10 Minuten Rad gefahren sind und abends oder nachmittags dann das Ganze nochmal im Laufen gemacht haben. Die Inge Brixen haben das dann auch nur im Laufen gemacht, morgens gelaufen, nachmittags Intervalle gelaufen. Und das hat da halt sehr gut funktioniert und man hat gedacht, okay, die Norweger sind auf jeden Fall deswegen so erfolgreich. Im Endeffekt war es bestimmt ein Schlüssel dazu, weil sie halt durch ein hohes Trainingsvolumen einfach dadurch vielleicht nochmal ein bisschen mehr Zeit in die Zone reinbekommen haben, weil sie natürlich dazwischen Erholung haben. Was man jetzt dabei aufpassen musste... ist auf jeden Fall, man muss die Möglichkeit haben, die Pause dazwischen gut zu gestalten und auch lang genug zu gestalten. Also ich glaube, in der Studie waren es mindestens fünf Stunden Pause dazwischen. Wenn man zum Beispiel nur zwei Stunden Pause dazwischen gemacht hat, waren die Effekte auf jeden Fall schlechter. Und ich sage jetzt mal, wahrscheinlich ist es halt, die meisten Modelle sind, dass die Leute dann irgendwie morgens trainieren, also der normale Sportler zwischen 9 oder 10 Uhr angefangen hat, 90 Minuten trainiert hat, dann irgendwie 6, 7, 8 Stunden Pause sogar und dann ganze Abends, Nachmittags nochmal. So, der Nachteil an Double Threshold ist eigentlich nur Fatigue Resistance. Heißt, man hat gesehen, dass wenn Athleten aber regelmäßiger sechs mal zehn Minuten fahren, sie auf jeden Fall in der Fatigue Resistance, was Rennen angeht und was halt die Performance, ich sag jetzt mal am fünften und sechsten Satz angeht, sich das natürlich dort ausbaut und man dort halt vom Kopf vor allem halt das Ganze auch besser hinbekommt und auch vom Körper.

Niclas: Es ist auch so ein bisschen Faserrekrutierung. Also wenn du zwei Einheiten am Tag machst, dann ist das super, aber du hast irgendwie sechs, sieben Stunden oder acht Stunden dazwischen, dann erholen sich halt Fasern wieder. Dann fährst du ein Rennen und die Rekrutierung der Fasern bei bestimmten Zeiträumen mit Ermüdung funktioniert. hast du vorher nicht gehabt, nicht stattgefunden. Deshalb ist natürlich so das beste Modell, okay, ich trainiere halt zweimal am Tag, aber am Wochenende, je nachdem, was ich natürlich vorhabe, sollte ich vielleicht doch mal länger fahren. Und jeder kennt das, also wenn ich so zwei Stunden fahre, ist alles tutti, aber wenn ich das erste Mal drei oder vier Stunden fahre, dann merke ich so, wow, fuck, also das war jetzt schon irgendwie doch ganz anders. Und dann fährt man wieder drei oder vier Stunden und merkt so, hey, das Körper hat sich angepasst. Es geht halt viel über Rekrutierung hinaus. Und die ist halt nicht immer gleich. Es ist halt kein Elektromotor, sondern Fahrer werden müde und andere werden dazugeschaltet.

Björn: Und ich glaube, da sind wir jetzt genau an dem Punkt, wo man als Trainer bzw. auch als Athlet, der sich vielleicht selbst trainiert, sich überlegen muss, okay, wann nutze ich denn welche Einheiten? Also zum einen muss man sich natürlich überlegen, okay, habe ich überhaupt in meinem Tageszeitplan die Möglichkeit, zwei Einheiten zu fahren? Also ist es mir vielleicht überhaupt, weil ich immer von 7 bis 15 Uhr oder bis 16 Uhr auf Arbeit bin, Okay, noch früher aufstehen und vor der Arbeit eine Einheit reinpacken wird schwierig, das heißt, da fällt es vielleicht sogar nur aufs Wochenende, ist dann vielleicht aber auch, je nachdem, welche Familienaktivitäten es gibt, schwierig umzusetzen. Also man muss sich überhaupt erstmal überlegen, kann ich das in meinen Zeitplan einbauen. Wenn es aber einbaubar ist, glaube ich, ist es auf jeden Fall zum Beispiel zum Starten ganz gut, um überhaupt sich mal an ein höheres Trainingsvolumen vielleicht zu gewöhnen, um sich an eine höhere Workload, also was jetzt Intervalle angeht, ranzutasten. Da kann das auf jeden Fall ein probates Mittel sein. Und dann muss man sich halt anschauen, okay, auf welchen Wettkampf trainiere ich denn jetzt? Trainiere ich auf einen Ötztaler, wo Fatigue Resistance eine sehr große Rolle spielt? Dann sollte ich vielleicht, kann man damit seinen Sub-Threshold-Block, ich sag jetzt mal, starten, um sich erst mal an das größere Intervallvolumen zu gewöhnen. Sollte dann aber auf jeden Fall am Wochenende zumindestens Und definitiv auch mal Einheiten einbauen, die klar einen Fokus auf Fatigue Resistance abzielen. Und ich glaube, dann kann man damit sehr, sehr gut arbeiten. Sind aber vielleicht meine Wettkämpfe nur Halbmarathons und ich fahre immer nur zwei bis zweieinhalb Stunden, ja gut, dann ist vielleicht einfach auch der Weg zu Ende. Der Double Day ist auf jeden Fall der passende, weil du einfach konstant über einen langen Zeitraum ein höheres Trainingsvolumen fahren kannst, was dich vielleicht in die Form deines Lebens bringt. Also das sind so Punkte, wo man einfach... Und ich glaube, das wurde am Anfang, als Double Threshold so bekannt wurde, ich glaube, das war so, das erste Mal habe ich da vor vier Jahren gehört, da war das halt viel so, ja, okay, die Norweger machen das, wir machen das jetzt alle mal. So kam es mir so ein bisschen, zumindest in der Triathlon-Szene damals so vor. Und ich glaube, jetzt weiß man so ein bisschen besser, okay, es hat seine Relevanz, man kann das sehr gut nutzen, man muss halt wissen, wann und wie ich es nutze und was ist vor allem das Ziel wiederum und wo will ich am Endeffekt eigentlich hin?

Niclas: Ja, also ich nutze Double Days ja beim Laufen. Ja. Weil wenn ich eine Stunde oder länger jogge, bin ich schon ziemlich, also vor allem wenn ich anfange, bin ich durch danach. Also dann geht es mir auch einfach, natürlich geht es mir gut, aber ich merke schon, das hat schon einen körperlichen Impact. Aber wenn man morgens ganz locker eine halbe Stunde läuft und abends ganz locker, dann kann es halt auf einmal rucki zucki richtig gutes Volumen hochziehen. Und dann ist das Ganze mechanisch, orthopädisch nicht ganz so, bringt dich halt nicht ins Grab. Von daher. Ich finde, dass bei Sportarten, die man nicht so oft macht, beziehungsweise man fängt jetzt gerade wieder erst an, will eigentlich ein höheres Volumen fahren, aber du bist auch noch nicht so richtig in Shape. Wetter ist vielleicht auch so ein Thema. Vielleicht fahre ich morgens eine Stunde zur Arbeit und setze mich abends noch mal auf die Rolle. Also auch solche Sachen. Diese Modelle sich zu überlegen, wie kann ich Volumen integrieren, wenn ich es aufsplitte. Und ich finde, das ist so... es ist so der größte Benefit für normale Menschen. Und für Sportler haben wir es natürlich auch immer gemacht. Cross-Country zum Beispiel, da haben wir halt zwei Einheiten gefahren, eine knüppelhart und dann am Nachmittag irgendwie nochmal Volumen weggeballert. Oder je nachdem, ja, erst Volumen, wenn das Laktat halt dann auch mal in der Regel nochmal ein bisschen, morgens nochmal ein bisschen anders reagiert und dann am Nachmittag dann nochmal hart trainiert oder so. Also Double Days, ja, keine neue Erfindung, Aber gut gelebt, sagen wir es mal so. In Norwegen wurde es mal wieder schön gezeigt. Absolut. Drei Mal am Tag geht auch.

Björn: Ja. Genau. So, das war ja jetzt eigentlich relativ kurz und knackig einmal unsere Meinung zu Double Days. Und jetzt hatte ich ja schon gesagt, dass ich mir das Buch von Florian... Ich muss mir jetzt schnell machen.

Niclas: Ich habe nicht mehr so viel Zeit.

Björn: Hast du nicht mehr so viel Zeit? Wie lange hast du noch?

Niclas: Acht Minuten.

Björn: Okay, pass auf. Geht auch, glaube ich, recht schnell. Ich habe das Buch von Florian Vogel angefangen zu lesen.

Niclas: Florian Vogel, ganz kurz, Mountainbike-Weltcup-Fahrer, ehemalig, richtig gut, war auch Europameister, glaube ich. Ja, war er. Bei Focus. Und Hat ein Buch geschrieben, wir haben lange Zeit gebraucht, um es zu kriegen. Wie hast du es jetzt gekriegt?

Björn: Ein Athlet von mir, der in der Schweiz jetzt wohnt, hat es sich bestellt und mir jetzt zugeschickt. Also ich habe Florian auf Instagram einfach mal auf eine Story von ihm geschrieben, hey, kann man das Buch auch irgendwie in Deutschland bekommen? Keine Antwort bekommen.

Niclas: Ich antworte auch nie.

Björn: Ja, auf jeden Fall. Direkt am Anfang des Buches, weil ich habe es erst gestern bekommen und angefangen zu lesen, geht es direkt halt um Zielsetzung. Und was mir sehr gut gefällt, er spricht da von dem SMART-Prinzip, was von George T. Doran ist, aus 1981. Und das SMART-Prinzip geht darum, über Zielsetzung, wie ich quasi meine Ziele für das Jahr setze. Oder grundsätzlich nicht nur für das Jahr, sondern meine sportlichen Ziele vielleicht über mehrere Jahre setze. Und das S in SMART steht für spezifisch, das M für messbar, das A für attraktiv, das R für realistisch und das T für terminiert. Also das Ziel muss spezifisch sein, sprich Ziel ist konkret, unmissverständlich und detailliert beschrieben. M, messbar, das Ziel kann qualitativ und quantitativ beurteilt werden. Das ist, glaube ich, immer gut, einfach nur zu sagen, okay, ich will Platz so und so viel in einem Wettkampf werden. Liegt nicht in deiner Hand, die anderen können auch alle schnell Rad fahren, muss da schon irgendwie, keine Ahnung, eine messbare Zeit, wenn du das Rennen vielleicht schon mal gefahren bist, einen Wattwert. Ich bin auch ein großer Freund davon, mir vor meinen Saisonzielen einfach, keine Ahnung, meine letzten Leistungstests anzuschauen und zu sagen, okay, ich will in den Bereichen vielleicht nochmal besser performen, will... eine bessere Fatigue-Resistance haben, weil ich nach 3000 Kilojoule noch besser fahren kann, whatever. Also da aber halt irgendwas Messbares, dann attraktiv. Das Ziel ist angemessen und attraktiv für alle Beteiligten, gerade wenn es darum geht, okay, ich habe auch noch eine Family, die ich mit unter den Hut bekommen muss, dass man das vielleicht irgendwie noch berücksichtigt und dass man selbst das Ziel einfach attraktiv findet und auch Bock drauf hat. Realistisch. Das Ziel kann mit den vorhandenen Ressourcen realistisch erreicht werden. Ist, glaube ich, schwierig, wenn ich dir jetzt als Ziel sagen würde, ja, okay, ich möchte nächstes Jahr 65 Kilo wiegen. Ist vielleicht nicht ganz realistisch. Und terminiert zum Beispiel, das Ziel ist zu einem bestimmten Zeitpunkt umsetzbar. Aber ich glaube, das ist auch immer wichtig. Man muss halt auch wirklich sagen, okay, ich möchte... Wert X über 20 Minuten am 28.10. fahren und dann hat man halt, okay, ich muss bis da und dahin die und die Sachen machen, ich muss so und so trainieren, dass man da auch eine Deadline hat und daraufhin einen Plan bauen kann, der auch zu Tag X dann auch abliefert.

Niclas: Ich finde das ganz spannend, aber wenn ich so auf mich schaue oder auch auf andere, also ich würde niemals so, ich könnte das gar nicht, natürlich hat man irgendwie Ziele, aber das klingt jetzt so... Für mich ist es ein sehr rationales, wenig emotionales Modell. Was ist die Motivation? Ich meine, Motivation und Sinnhaftigkeit bei Sportlern ändert sich ja ganz stark. Das ist eine Umfrage bei Profi-Triathleten. Oder, nee, Agegrouper waren das. Da wurde gefragt, wieso hast du angefangen? Grund Nummer eins war körperliche Ästhetik. Ich will abnehmen. Und nachher kam halt dieser Leistungsgedanke dazu. Also Ziele ändern sich auch. Und natürlich ist dieses Smart-Thema Dieses Prinzip ganz gut, aber ich glaube, ich kann mir vorstellen, dass es kurzfristig schon ganz cool ist, aber die Sinnhaftigkeit dahinter muss halt übergeordnet stattfinden.

Björn: Ich glaube, das könnte man in den Punkt attraktiv quasi mit reinbringen. Das Ziel ist angemessen und attraktiv für alle Beteiligten. Ja.

Niclas: Dann, also klar, man kann sich natürlich, man setzt sich ein Ziel, irgendeine Zeit laufen und so weiter. Da kommen aber meistens noch ganz andere Prozesse dazu. Also lassen diese Prozesse sich auch in Zahlen oder Deadlines irgendwie einfangen, anpassen und so weiter. Dann natürlich kurzfristiger Fokus. Also wenn ich zum Beispiel, Mal ganz platt. Ich habe natürlich so Ideen in meinem Leben gehabt, die formuliere ich nie aus. Die habe ich aber so im Kopf. Und ich würde auch nicht sagen, dass ich mich jeden Tag vorm Spiegel stehe und sage, du schaffst es. Du machst es, ja. Die Instagram-Löwen-Mentalität. Sorry, jetzt müssen wir sprechen. Höchstwahrscheinlich doch die Minuten. Muss ich mal kurz ein bisschen die Zeit anschieben. Weißt du, was ganz schlimm ist? Diese Goat Days oder sowas. Alles ist nur noch Goat. Ich meine, wieso sind auf einmal alle Goat? Wieso sind alle Greatest of All Time?

Björn: Wir wissen alle, es gibt nur ein Greatest of All Time und das ist Pogacar.

Niclas: Selbst da gibt es einen Eddie Merckx. Halt dich mal dagegen. Aber ich meine, der Pogi, der kann halt schnell Rad fahren, aber der kann halt viele Sachen auch gar nicht. Also mit Sicherheit schlage ich den Pogi im Pasta kochen oder Bolognese bereiten oder Pizzateig. Keine Ahnung. Oder in Mathe. Whatever. Oder, nee, Windeln wechseln. Kann ich auch noch. Auch wenn es schon lange her ist.

Björn: Also ich hätte mein Geld jetzt auf jeden Fall bei Mathe draufgesetzt.

Niclas: Ja. Scheinbild ist ja noch da. Nee, aber ich meine, immer wenn ich das sehe, dann stellen sich bei mir so die Nackenhaare auf. Und wenn man dann diese Menschen sieht, die dann auch Goats auf einmal sind, zu allen möglichen Themen. Und alle werden beweihräuchert, weil sie irgendwas, das ist total toll. Aber ich denke da immer an Richard Feynman. an den Physiker, der ja einen Nobelpreis gekriegt hat. Und dann wurde er mal gefragt, Herr Feynman, wie war das denn jetzt so? Jetzt haben Sie den Physik-Nobelpreis und wow, fühlen Sie sich jetzt wie ein besserer Mensch? Und er sagte so, ist mir halt so ganz platt, ist mir halt wurscht. Aber als ich das entdeckt habe, wofür ich den Nobelpreis gekriegt habe, das war's, ja, das war das wirklich, wirklich, wirklich Tollste und das geht mir und ich glaube, es geht auch vielen anderen so, dass klar ist es nett, wenn Leute irgendwie da, ne, sich, wenn irgendwas kriegst oder so, aber viel schöner ist es A, eine Entdeckung zu haben, so dieser heurige Moment, so wow, ey, cool, das kann funktionieren, das dann irgendwie teilen mit seinen Freunden, Bekannten und die irgendwie, die sich für einen freuen, das ist irgendwie so das Größte und, ähm, Wenn jetzt auf einmal so Goat Days oder Goat hier, Goat da, da denke ich immer so, krass, wofür man alles Goat werden kann. Also für, keine Ahnung, Hallenhalmer, Mikado-Sticks aufsammeln. Es ist inflationär. Es wird einfach ein komplettes Scheinbild erstellt von, auf einmal sind alle Big Achiever und ich denke immer so, ey, macht doch euren Kram.

Björn: Aber das ist halt Social Media. Das ist Social Media, das ist einfach eine Plattform, wo jeder sich einfach nur noch verkaufen kann oder möchte. Und es geht, glaube ich, leider gar nicht mehr darum, einfach zu teilen, was man halt macht, sondern es muss halt immer irgendwie was Besonderes sein. Und es geht nicht einfach nur darum, okay, ich teile ja einfach.

Niclas: Jetzt nochmal, um wieder auf Smart und Werte und Fokus und Goat und so weiter zu kommen. Wenn ich etwas tue, und das hatte ich am Anfang schon, der Wert oder der Sinn dieser Sache, wieso tue ich das? Ich will ja nicht 20 Kilometer oder einen Halbmarathon in 1,30 laufen, weil ich 1,30 laufen will. Warum ist mir das wichtig? Ganz einfache Frage. Wieso will ich dieses Ziel erreichen? Und das ist so die Grundvoraussetzung, wenn ich auch mit Sportlern zusammenarbeite, mit jungen Sportlern, die dann sagen, ich will der Beste der Welt werden. Wieso eigentlich? Wo kommt dieses innere Bedürfnis oder irgendjemand, der 40 ist und eigentlich alles schon erreicht hat im Leben und wieso willst du 18 Stunden in der Woche deine Zeit maximal rationieren, eventuell fehlende Zeit mit deinen Kindern haben und, und, und. Wieso ist dir das wichtig? Was ist dein Antrieb dahinter? Und da sind so diese, das ist super, vielleicht um sich kurz zu fokussieren, aber so dieses, mir fehlt halt so dieses holistische Weltbild. Und dann ist auch immer so die Frage, sind so Prinzipien auch anpassungsfähig.

Björn: Das ist ein statisches Bild. Es kommt jetzt wahrscheinlich sehr darauf an, wie tief eine Person darin reingeht. Aber ich glaube, wenn du richtig tief in dieses Thema reingehst, wieso, dann kann es relativ schwer werden, sich noch wirklich für Profisport und diesen 1 zu 1 Wettkampf zu 100% zu motivieren. Oder ich glaube, dann musst du schon... Weil... Du kannst ja nie beeinflussen, was jemand anderes tut. Das Einzige, was du machen kannst, ist, dich an dein Maximum zu bringen. Und ich glaube, oder zumindest bin ich der Meinung, dass viele Sportler... zwar immer sagen, sie wollen gewinnen, sie wollen gewinnen, sie wollen der Beste der Welt werden. Im Endeffekt, ihr habt es nicht in eurer Hand, ob ihr der Beste der Welt werdet. Guck mal, in diesem Welttour-Peloton gibt es, ich weiß nicht, wie viele Worldtour-Lizenzen gibt es, Fahrer, ich sage jetzt einfach mal 300. Und es gibt 300 Worldtour-Fahrer. Und definitiv hat sich jeder von denen in seiner Kindheit wahrscheinlich gedacht, ich will der Beste der Welt werden. Und die kommen alle irgendwann an einen Punkt, wo sie wahrscheinlich alles machen können, Zu 100% ihren Tag darauf ausrichten und sie werden nur bis Punkt X kommen, weil das ihr körperliches eigenes Limit ist.

Niclas: Richtig. Also Ausdauersport, Radsport vor allen Dingen, wo die Leistungsdichte so hoch ist im Straßensport. Das ist ein Stück weit gelebter, oder du musst es als gelebten Stoizismus betrachten. Wenn du nicht bereit bist, Dinge einfach zu akzeptieren, die du nicht mehr beeinflussen kannst, dann kannst du vor die Hunde gehen. Aber ich meine, das ist jetzt leider existenziell, ja. Kannst ja auch genauso gut fragen, okay, wieso leben wir?

Björn: Ja eben, und das ist zum Beispiel das Problem, wenn du diesen Punkt, finde ich, und deswegen finde ich das Smart-Modell eigentlich wieder ganz interessant für die meisten Leute zumindest. Weil wenn du jetzt deinen Punkt anfängst zu weit zu denken oder einfach immer weiter zu denken, dann kommst du ja irgendwann an den Punkt, dass du sagst, ja okay, warum soll ich mich dann überhaupt an einen Wettkampf stellen? Weil wenn ich wirklich wissen will, was mein körperliches Limit ist, kann ich auch einfach immer einen 20-Minuten-Test so lange weiter pushen, Weil eigentlich kommst du, wenn du immer einen 20-Minuten-Test bis zu deinem persönlichen Limit einfach voll durchfährst, sollte das ja von dem Grundgedanken eigentlich langen. Den Wettkampf brauche ich ja dann vielleicht nur... weil ich selbst mich nicht an mein körperliches Limit vielleicht pushen kann. Vielleicht komme ich ja erst dorthin, wenn der Typ vor mir anfängt, noch schneller zu fahren.

Niclas: Absolut richtig. Die Sinnhaftigkeit wird vielleicht auch manchmal durch solche Tests einfach erreicht. Aber was ich damit sagen möchte, ist, Ausdauersport, einen Ausdauersport willentlich zu betreiben, ist für den Menschen ungewöhnlich. Natürlich. Das ist Quatsch eigentlich. Genau, oder auch grundsätzlich sich körperlich ans Limit zu bringen, weil unser Modell, unser System ist eigentlich darauf aus, okay, jetzt hier Scharaffenland, mir fliegen die gebratenen Händel oder was auch immer in den Mund. Ich will halt Energie, ich will Ressourcen schonen. Das geht ja gegen uns zur Biologie. Ja, sozusagen, ja, also wir müssen uns dazu so ein bisschen zwingen, das zu tun, aber wir merken natürlich die Benefits, es fühlt sich natürlich irgendwie toll an, ja, unser Körper belohnt uns ja, wenn wir irgendwas geschafft haben, getan haben, ja, Endorphine, alles rausch rein, es fühlt sich gut an, wir wissen dann auch, wir können ja in die Zukunft denken, was ja total faszinierend ist, ja, als wenn man sich das überlegt, ein biologisches System denkt in die Zukunft und ich weiß, wenn ich jetzt investiere, dann geht es mir... Auch nur höchstwahrscheinlich oder eventuell besser. Also wenn ich, keine Ahnung, eine Schachtel Kippen am Tag rauche, dann ist es erstmal egal. Oder eine Lein-Koks-Schnupfe, dann fühlt sich das vielleicht noch ganz so gut an. Aber ich kann halt in die Zukunft denken. Und das finde ich ganz faszinierend. Von daher, wenn man etwas tut, vor allen Dingen Außeraussport, Würde ich trotzdem immer mich selber fragen, wieso tue ich das, was mache ich damit? Und es gibt nicht wenige Menschen, die Ausdauersport betreiben, weil sie damit irgendwas verarbeiten. Und vielleicht sollte man auch diesen Gründen mal so ein bisschen nachgehen. Sorry, ich bin nicht mit eingenommen. Ja, guck dir die letzten, oder viele Tour de France-Sieger, vor allem in den 90ern an, ey, geschieden, Vater hat geprügelt, gesoffen, bla bla bla, wirklich, Lebenswege von Leistungssportlern und Austauschsportlern sind meistens dadurch geprägt, dass sie sich durch eine relativ harte Zeit gekämpft haben, Midlife-Crisis, ja, klassisches Beispiel, Leute fangen auf einmal an, wie blöde, was zu machen. welcher psychologischer Prozess ist. Und das ist ja überhaupt nicht schlimm. Es ist ja super, dass man das macht, weil man sich damit irgendwie auseinanderfällt.

Björn: Jetzt stürzen wir viele Sportler in eine Winterdepression.

Niclas: Wenn die jetzt anfangen, darüber nachzudenken. Nein, aber hey, also ich bin ja auch ein großer Freund von Journaling. Oder was ist Journaling? Das ist ja jetzt auch wieder so, also bloß nicht so ein Sieben-Minuten-Tagebuch oder was ist ich, sondern schreib doch mal deine Gedanken auf. Das muss ja jetzt auch nicht irgendwie im Marketing. Worum es mir geht, ist eigentlich... Es geht mehr um Reflexion als um Konsumieren. Und das fällt uns extrem schwer. Die Menschen sind sehr stark darauf aus und vor allem mit Social Media zu konsumieren, aufzusaugen oder sich selber darzustellen. Anstatt zu sagen, ich gehe jetzt mal in mich oder was ist in mich? Ich schreibe einfach mal auf, was sich so gedanklich so gerade in mir ist. Und ich finde, beim Radsport funktioniert das super. Vor allem dann, wenn du irgendwie vielleicht mal keine Musik, sondern einfach so durch die Gegend fährst. Und dann fängst du an, so deine Sachen zu verarbeiten. Deshalb ist Radsport natürlich auch so ein bisschen gelebte Reflexion manchmal. Und ja, genau, so die Sinnhaftigkeit sollte man sich, auch wenn man natürlich Wettkämpfe macht, tief innen drin ist da was drin und da soll man sich jetzt nicht in eine Depression stürzen, sondern ich glaube, ehrlich gesagt, das hilft.

Björn: Also, muss ich jetzt kurz noch dazu sagen, ich habe zum Beispiel, ich habe vor Wettkämpfen extreme Probleme gehabt, überhaupt zu schlafen. Ich war so aufgeregt und ich habe mich irgendwann gefragt, warum? Und dann habe ich genau das, was du quasi gerade gesagt hast, habe ich angefangen mit einem Freund, angefangen zu reflektieren und zu überlegen, okay, warum mache ich das denn alles überhaupt? Und was ist denn überhaupt mein Problem? Und im Endeffekt bin ich dann irgendwann an den Punkt gekommen und das bin ich tatsächlich durch ein Buch des Dalai Lamas der gesagt hat, dass im Westen geht es ja quasi immer nur darum, zu gewinnen und in allem, du musst der Beste sein, du musst gewinnen und der Zweite ist eigentlich der Verlierer. In der... In seiner Welt ist es aber eher so, dass ein Wettkampf halt, wie ich vorhin schon gesagt habe, darum geht, sich selbst an sein Limit zu bringen und sich selbst zu schauen, was kann ich und wie gut bin ich und was kann ich vielleicht besser machen und es geht mehr um diesen Prozess des vielleicht sich selbst pushen und sich selbst besser zu machen und zu versuchen, besser zu werden. Und es geht somit in einem Wettkampf nicht darum, zu gewinnen oder zu verlieren, weil dann wird es immer nur einen Gewinner geben von 150, die vielleicht an der Startlinie stehen, sondern es geht darum, durch den anderen dich an dein Limit zu bringen und zu schauen, wie gut bist du und wie gut kannst du vielleicht noch werden und was ist überhaupt dein Limit, wo liegt das vielleicht. Und deswegen... Da habe ich dann einfach für mich den Gedanken an Wettkämpfen verändert. Ich habe halt versucht, das zu switchen und quasi zu sagen, okay, weil Paul jetzt da vorne schneller fährt, ja, da muss ich jetzt auch hinterher und ich muss jetzt hier nochmal was geben, damit ich auch über diesen Berg schneller drüber komme, weil ich vielleicht durch ihn an mein körperliches Limit rankomme. Und das ist, finde ich, damit habe ich es hinbekommen, auch vor Wettkämpfen einfach schlafen zu können und halt die Sicht auf Wettkämpfe verändert.

Niclas: Ja, also grundsätzlich sich mit Buddhismus mal zu beschäftigen, finde ich das immer eine ganz, oder ganz grundsätzlich mit solchen Dingen, ja, meinetwegen auch Stoizismus oder wie auch immer, was man da so findet, kann immer ganz spannend sein, ja, also das nächste Mal machen wir einen Exkurs, ja, reden wir über die vier edlen Wahrheiten und dass das Leben halt Leiden ist und die Ursache des Leidens natürlich, ne, Begehren, Konsum, Und das mögliche Ende im Nirvana sich dann findet und dann der Weg dann irgendwie, die achte Pfad und wie auch immer. Das sind total spannende Sachen und Winterzeit ist immer gute Zeit, ist auch Lesezeit.

Björn: Ich habe mir gerade ein Buch bestellt und dachte, okay, das ist jetzt so. Von dem Autor, den du mir auch schon mal empfohlen hast, Bas Kast. Das ist jetzt irgendwie so 300, 400 Seiten Buch, perfekt. Zwei Wochen Urlaub, holt mal mit. Der Seelenkompass. Nee, das habe ich ja schon gelesen. Achso, dann hast du das Ernährungsbuch. Das habe ich auch schon gelesen. Der hat jetzt gerade eins rausgebracht. Ich habe eine E-Mail bekommen von seinem Newsletter. Lobt es unbequem. Und jetzt habe ich... Ich habe dieses Buch gar nicht groß geguckt. Ich dachte mir, hört sich okay an, bestelle ich mir. Und dann ist das Buch gestern angekommen. Das langt nicht für zwei Wochen. Das langt für zwei Stunden. Das langt vielleicht für einen Abend vorm Kamin. Und dann hast du dieses Buch gelesen. Das hat 78 Seiten. Und ich habe gestern das Buch ausgepackt und habe gesagt, ja, nee, ist jetzt Verarsche, oder? Naja, ich werde es lesen und schauen.

Niclas: Ja, MacBooks werden jetzt auch ohne Netzteil geliefert, ne? Boah, das ist frech. Nö, ich finde es in Ordnung. Sorry, das ist USB. Jeder hat so ein Ding noch rumliegen. Ich kann damit handeln. Ja, aber du kaufst dir für 2000 Euro ein Laptop. Aber das Netzteil habe ich liegen. Ich habe davon drei, vier Stück liegen. Na gut, ich kaufe alle zwei Jahre ein neues MacBook.

Björn: Gut. Du wolltest eigentlich schon vor, ich glaube, 20 Minuten los.

Niclas: Ja, jetzt bin ich abgekommen. Eigentlich wollte ich auch noch über Tron reden, den neuen Film, den ich gerade geschaut habe mit meinem Sohn, mit meinen Söhnen, um sie komplett zu überfordern. Der war echt geil. Okay. Lohnt sich. Und wir haben ihn nicht in 3D geschaut. Ich glaube, in 3D hätte ich gekotzt, weil er einfach visuell einfach krass war. Im Kino? Im Kino, ja. Die Story ist super dünn. Und die Story ist dünn. Aber visuell ist es halt wie 300, wie der Film. Es ist halt jedes Bild einfach ein Highlight. Der Soundtrack ist der Killer von Nine Inch Nails. Also es ist wirklich ein Erlebnis, wenn man mal einfach sich berieseln... Was heißt berieseln? Also du wärst einfach so mitgerissen. Kann man sich mal geben. Muss man nicht in 3D sehen. Wenn man es in 3D macht, dann geht es halt, glaube ich, echt richtig ab. Oder mit so Sesseln, die noch so ein bisschen rumwackeln. Da wäre ich seekrank geworden. Aber...

Björn: War schon cool. Jetzt aber zum Abschluss. Du musst noch ein Buch. Was sollen die Leute noch lesen? Hast du noch irgendeine Empfehlung? Björn guckt jetzt in seinem Zimmer rum.

Niclas: Das Einzige, was ich sehe, ist Reisepass.

Björn: Ich brauche einen neuen. Shit, ich brauche auch einen neuen. Meiner ist dieses Jahr abgelaufen.

Niclas: Welcome to my world.

Björn: Das muss ich mir mal aufschreiben.

Niclas: Ja. Ach, ich weiß es nicht. Okay. Weißt du, was wir jetzt machen? Aufruf, die sollen mal bitte hier Buchideen schicken. Ich habe gerade dieses Buch, da, warte, weißt du, welches Buch ich gelesen habe? Und das finde ich ganz interessant, weil es eine gute Autorin ist. sie heißt Julia, die hat dieses Buch geschrieben, Darm mit Scham, vor vielen Jahren, was ein Bestseller war, Darm mit Scham, das ist ein Ernährungsbuch gewesen, das war gar nicht schlecht, das ist echt gut gewesen, das ist aber schon lange her, das ist sicher 10 Jahre her, und die hat ein neues Buch rausgebracht, dessen Titel ich natürlich jetzt vergessen habe, ich mache mal ganz kurz Research, Julia, so, So, genau, organisch heißt das Buch und die Autorin heißt Julia Enders, genau. Und zwar, da geht es grundsätzlich darum, wie unser Körper funktioniert. Was aber toll ist, und ich komme ja nun mal aus diesem Bereich ursprünglich, die kann auch richtig schreiben. Und zwar, es gibt viele Autoren, die gut schreiben können. Aber die schreibt so ein bisschen um die Ecke gedacht. Und das mag ich ganz gerne. Sie webt das immer schön ein. Da sind Gedanken drin, wo du denkst, ey, das ist jetzt schon manchmal, man muss dem irgendwie folgen. Ich finde das nett aufbereitet für ein Sachbuch. Kann man sich anschauen. Man lernt da sehr viel, wie unser Körper funktioniert. Lunge und so weiter. Ganz spannend, wenn man sich mal mit Physiologie beschäftigen will und nicht durch so ein trockenes Sachbuch sich kämpft, weil davon habe ich auch viele. Da muss man ein hohes Maß an Motivation reinbringen, die dann so langsam leer gesaugt wird und auf Seite 10 dann endet und dann tankt man wieder auf. Das ist ja bei Sachbüchern meistens so. Und genau, also das kann man sich anschauen. Das ist echt ein ganz nett zu lesendes Buch. Ich fand es gut. Okay. Haben wir auch noch eine Buchempfehlung. Top! Und dann reden wir über Flo, wenn du jetzt mal weitergelesen hast und ich suche nochmal ein schönes Ausdauerbuch raus, was mich begeistert hat oder was ich damals gut fand. Glaube ich lese ich dann auch nochmal schnell drüber, ob das immer noch so ist und dann stelle ich da nächste Woche noch mal eins vor.

Björn: Wenn wir jetzt gerade über Bücher reden, ich habe jetzt auch, ich muss dem noch das Geld schicken, aber dann kriege ich jetzt auch das Marder-Buch. Ah, finally.

Niclas: Das ist spannend zu lesen.

Björn: Habe ich eine Winterlektüre.

Niclas: Ja, das liest man mehrere Male. Also ich habe es sicher fünf, sechs Mal gelesen. Boah. meistens auf Flügen, weil ich dachte, man muss, der Flug ist halt so langweilig und Filme schauen, das finde ich jetzt nicht so geil und das Essen ist halt auch deprimierend, meistens in so einem Ding und da lese ich das immer und außerdem habe ich auch immer so eine leichte Flugangst gehabt oder auch vielleicht immer noch, ich weiß es gar nicht, zumindest Mada hat mich immer sehr gut abgelenkt, weil es halt, da kannst du gar nicht, du darfst nicht in deinen Gedanken abweichen. Mada ist gelebte Meditation, wenn du das liest.

Björn: Okay, ich bin gespannt. Habe ich jetzt die ganze Zeit vergessen, aber das mache ich jetzt. Ich muss jetzt einmal das Geld schicken und dann kriege ich das Buch. Perfekt. Wie viel hast du bezahlt? Ich kaufe es für 60 Euro.

Niclas: Alter, krass. Es ist teuer geworden.

Björn: Wenn du das am Schluss... Also, es gibt es ja nicht mehr.

Niclas: Nein.

Björn: Wenn du es, glaube ich, bei Thalia oder so kaufen würdest, das steht überall im Internet für 120. Ja. 39,90 hat das Original gekostet.

Niclas: Hier, ich habe es dir gerade in der Hand.

Björn: Okay.

Niclas: Buchwerkstatt Berlin. Ich würde den Verlag mal anschreiben. Wobei, das lesen halt zehn Menschen. Hat halt keiner Bock drauf.

Björn: Ist mir egal. Sie können es mir auch einfach zuschicken. Aber ich habe ja jetzt... Ich muss das jetzt machen.

Niclas: Also am geilsten finde ich ja das Titelbild.

Björn: Ja. Das Titelbild ist der Hammer.

Niclas: Hat er selber gemalt. Das ist, das sagt glaube ich schon sehr viel aus. Ja genau, also über, der Rudi Dutschke ist auch drauf. Das ist ein Marder da am Telefon. Ist geil, oder? Kann man sich, großer Spaß, kann man sich auch nochmal anschauen im Internet. Das Buch von Alois Mahler, nur das Titelbild, sagt schon was, vielleicht so ein bisschen was über den Charakter aus. Ja, spannend. Gut. Gut, wir hören uns. Ciao, ciao.

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