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Episode #55

Pogacar, Power & Pasta

12. October 202551 min

Björn und Niclas analysieren die WM und EM im Straßenradsport, sprechen über Pogacars außergewöhnliche Form und werfen einen Blick auf die Bedeutung von Ernährung und Tracking im Leistungsaufbau. Dabei diskutieren sie, wie Ernährung strategisch genutzt werden kann – ob für gezielte Gewichtszunahme oder zur optimalen Regeneration – und weshalb Monitoring ein entscheidender Faktor im modernen Radsport ist.

Transkript

Niclas: Willkommen zum FASTER U Podcast, wo sich alles um Ausdauersport und Training dreht. Hier geben euch Sebastian Schluricke, Björn Kafka und Niklas Ranker wertvolle Tipps und Einblicke, die euch helfen, eure Performance auf das nächste Level zu bringen. Guten Morgen Björn und herzlich willkommen zu einer neuen Folge FASTER U Podcast. Guten Morgen Niklas. Wie geht's dir? Gut. Sehr schön. Off-Season. Off-Season, yes. Wir haben ja zwei Wochen Pause gemacht. Genau. Ich hatte Off-Season, habe jetzt am Montag, also es wird Mittwoch, am Montag wieder angefangen zu trainieren.

Björn: Und heute den ersten Ruhetag. Ich bin geistig mental jetzt auch ready für Off-Season.

Niclas: Mental ready für Aufsehen. Das heißt, die letzten zwei Wochen viel gearbeitet?

Björn: Ja, war ja so WM, EM und solche Sachen oder andere Sachen.

Niclas: Ja. Alright. Das heißt, wir reden jetzt auch über WM, EM, oder?

Björn: Können wir kurz machen.

Niclas: Können wir kurz machen. Wenn du jetzt nur so kurz über die zwei Wochen nachdenkst, welcher Moment ist dir so am meisten im Kopf geblieben? Boah.

Björn: Also, WM war krass, ja. Also, Wander war krass. Die Mengen an Menschen. Dieser Mount Kigali, wie sie da hochge... Das war einfach krass, wie die da hochgefahren sind. Und als Pogi da raus war mit seinen zwei Teamkameraden, da habe ich gesagt, das kann ich jetzt nicht angehen, die ziehen das jetzt nicht durch. Haben sie zum Glück auch nicht getan. Poki ist einfach krass, ja, kann man sagen, was man will. Frauenrennen war cool, weil es war halt keine Favoritin geworden. Fand ich ganz spannend. Auch mal gut, ohne Funk zu fahren. Beim U23-Frauenrennen fand ich auch spannend, dass die Holmgren da so, also ich fand es spannend, ja, und ich fand, man hatte schon bei Rennen Hälfte gesehen. Das wird heute nix. Die fuhr halt so eine richtig dicke Mühle. Die sind immer wieder hoch. Und die ist ja so unfassbar dünn. Und als ob irgendwie die glykolytische Leistung auch irgendwie verschwunden ist jetzt im Laufe der Saison. Und die ist immer super stark gefahren. Aber es war so ein Monster-Tempo die ganze Zeit. Und fand ich... Im Vorhinein hätte ich es überraschend gefunden im Rennen. Als man sie gesehen hat, habe ich gesagt, ich würde sagen, ready for off-season. Und zwar ganz dringend. Erst mal Benson Jerrys Kur und dann mal gucken, dass man wieder auf die Beine kommt. Ja, ähm... Evenepoel ist, ich finde den, der hat es clever gemacht, der hat halt gleich reißen lassen, aber dann irgendwie so im Nachhinein immer so, der Pogi war halt einfach besser. Fertig, aus.

Niclas: Also, das, warte, also erst mal, Bevor wir jetzt zu Remco kommen, weil ich muss sagen, das Remco-Thema, wie der Typ das Rennen gefahren ist, hat mich richtig abgefuckt und richtig genervt. Also es war wie ein kleines, zickiges Kind. Aber erstmal, ich finde es saugeil, dass bei den Frauen irgendwie so alle Favoritinnen es verpennt haben, loszufahren. Und dann diese Spitzengruppe halt durchkommt und die Kanadierin gewinnt. Klar, die Kanadierin... Die ist auch schon richtig gut, das darf man nicht vergessen. Natürlich, die ist schon richtig gut, sonst hätte die jetzt auch die Fischer Black nicht abgestellt, weil Fischer Black ist ja auch richtig gut. Die war definitiv top vorbereitet und so, aber es ist halt Also ich glaube, niemand hat vorher Geld auf sie gewettet, blöd gesagt. Und das ist halt super cool. Und das ist natürlich fast das spannendere Rennen gewesen. Dann finde ich es super krass, dass der Lorenzo Finn das U23-Rennen gewonnen hat als 18-Jähriger, der gerade letztes Jahr U19-Weltmeister wurde, dieses Jahr hochkommt und direkt U23 gewinnt. What the fuck? Der hat ja jetzt auch schon wieder ein 1.2 Rennen gewonnen, auch gestern. Also der ist auf jeden Fall sehr gut unterwegs.

Björn: Warte, aber ich habe vor kurzem mal nachgeschaut, so U23 Weltmeister. Ja. Das ist jetzt nicht der Indikator dafür, dass du Weltklasse wirst.

Niclas: Nein, nein, nein, auf gar keinen Fall. Ja, ja, also das möchte ich auch gar nicht sagen. Aber ich finde es halt trotzdem, er hat auf jeden Fall in den letzten zwei Jahren eine echt gute Form. Und es ist natürlich schon eine sportliche Leistung, die du vom Kopf auch erstmal bringen musst als 17-, 18-, 19-Jähriger. Ja. über zwei Jahre diese Konstanz schon zu zeigen und zu bringen und dann auch auf so zwei unterschiedlichen Rennen, so Innsbruck quasi als Italiener, ich sag jetzt mal fast vor der Haustür, fast quasi daheim so von der räumlichen Distanz und dann einfach Kigali, Ruanda, wo du am anderen Ende der Welt jeder weiß, oder das hat man auch bei den Männerrennen gesehen, so Afrika bringt immer seine Tücken mit, was Rennen erfahren angeht, also viele hatten ja Probleme mit Magen-Darm Dann als quasi U23-Fahrer im ersten Jahr das so abzuliefern, ist halt schon auch krass. Und, finde ich, spricht auch irgendwo für die gute Nachwuchsarbeit von Bora, was sie auf jeden Fall mit ihrem Rookie-Team machen und Auto Eder früher ja auch schon echt gut waren immer.

Björn: Wie gesagt, ich bin gespannt, weil das ist super, solche Leute... Oder die Fittiche zu nehmen und sich da richtig geile Leute einzukaufen. Die Frage ist, wie nachhaltig ist das? So früh, so gut zu sein? Ja, und vor allen Dingen, ich sag mal so, bis jetzt haben sie es noch nicht geschafft. Einen guten Nachwuchsfahrer zu einem Weltklasse-Männer-Straßenfahrer zu machen, haben sie nicht gepackt, oder?

Niclas: Ja, also ist halt die Frage, ob Florian Lippowitz zählt oder nicht. Der war bei Tirol. Ja, aber der ist ja zu Tirol gekommen, weil DENK ihn da reingebracht hat.

Björn: Ja, ich sag mal so, der war ja auch mal krank und ich glaube, das war nicht immer Happy Hippo Stimmung, Barbora.

Niclas: Happy Hippo.

Björn: Also ich glaube, da hat es auch mal einen Knatsch gegeben. Ich glaube, das ist, ich würde sagen, es ist nicht 100% die Arbeit von Bora bei Lipowitz. Okay. Zumindest so, was ich so mitkriege.

Niclas: Also würdest du jetzt, Hot Take, du würdest dann jetzt behaupten, wenn zum Beispiel Lipowitz bei UAE fahren würde, wäre besser? Ja. Ja.

Björn: Wobei, der hätte eine Helferrolle.

Niclas: Ja gut, aber ich meine, wenn du dir jetzt die letzten Jahre anguckst, also ein gutes Beispiel für die gute, nachhaltige Arbeit von URI, finde ich, ist Jan Christen, der klar in der U19 sehr stark war und gut war. In der U23 jetzt nicht so, also immer noch ein Weltklasse-Fahrer, aber jetzt nicht so durchgestochen ist, wie man es in der U19 vielleicht gedacht hat. Aber jetzt in den ersten Jahren Männer-Elite, dieses Jahr auch... echt starke Saison gefahren ist. Der hat sich überall immer im Finale gezeigt, war oft der letzte Helfer für Poggi. Geniale Arbeit.

Björn: War auch bei der EM vorne mit dabei, bis er dann irgendwann abgestellt wurde und dann halt gesagt, okay, geht nicht mehr. Ja, ich bin bei U23 immer Immer schwierig, ja, also ich habe gerade mal die Liste auf und klar, da poppen dann so Namen aus wie Mark Hirschi, aber dann wird es echt schon Mohoric, ja, 2013.

Niclas: Der nächste U-Weltmeister, der mir einfällt, der sich durchsetzt, ist Quinn Simmons. Also Quinn Simmons war ja U19-Weltmeister, ist dann direkt verpflichtet worden. Und muss man dann auch sagen, hat auch dann erstmal lange Jahre, ich sag mal wenig, gezeigt. Und dieses Jahr, finde ich, ist so das erste Jahr, wo man sagt, im Männersport, also im Erwachsenen-Elitesport, dass sich Quinn Simmons auch wirklich durchsetzt. Ich weiß nicht, wie viel er gewinnt, aber das müssen wir jetzt mal gerade nachschauen. Aber er fährt auf jeden Fall die ganze Zeit stark.

Björn: Interessant ist ja, sind so die Leute, die Zweite geworden sind. Da hast du dann nämlich Leute wie Girmay, Leonard Chemner, Ackermann, Caleb Ewan, John Degenkolb, Thomas Decker und drei... Tyler Finney. Hast du auch wieder einige. Also wie gesagt, ich bin da immer ein bisschen vorsichtig, weil... Ich finde, das ist nicht so der super Indikator. Hat ein Pogi irgendwas gewonnen bei einer U23?

Niclas: Nee, das muss man sich mal angucken. Pogi hat wirklich, der ist quasi mit dem Eintritt in die Männerklasse, ist der durch die Decke geschossen.

Björn: Hat Winnegard irgendwas gewonnen? Nein. Remco. Remco, Remco, Inspo. Eindrucksvoll, ja.

Niclas: Und Remco hat U19 wirklich durchrasiert. Also der ist ja, der hat mit denen ja gemacht, was er wollte. Der hat mit der U19 das gemacht, was Poggi jetzt miteinander macht.

Björn: Richtig, genau. Das war ja so dieses Phänomen, da gibt es einen Fahrer, der fährt einfach raus und 50 Kilometer und keiner kann ihn holen. Gut, aber ja, also Poggi nicht, Winnegard nicht und es gibt viele, viele andere Beispiele, die nicht so durchgestartet sind. Ja.

Niclas: Okay, das heißt, wir drücken jetzt trotzdem Lorenzo Fin die Daumen, weil er ist anscheinend schon ein ganz guter Rennfahrer. Okay, aber dann Männerrennen würde ich ja mal sagen, bis auf die zwei Aliens vorne hatten wir ja recht mit Ben Healy und Matthias Gelmöse. Ja, wir waren richtig gut, ne? Also, besser geht gar nicht, finde ich. Ja, Remco, also Pogi hat halt Pogi-Sachen gemacht, ist halt einfach in Anführungszeichen losgefahren, hat das Ding halt selbst in die Hand genommen, Und bei Remco, ich finde, da hat... Ich glaube, wenn du jetzt einfach nur die zwei in Labor setzt und Leistungswerte holst, sind die sehr, sehr, sehr nah beieinander. Und ich glaube, der Unterschied zwischen den zwei ist einfach die Psyche, dass Pogi einfach sehr, sehr solide ist, das Ganze aus einem Spaß heraus macht, das Ganze aus einer Lockerheit heraus macht und Remco halt, wie man sieht, krass verbissen und... ja irgendwie viel zu unlocker ist. Und wenn dann auch nur eine, er das Gefühl hat, es geht nur ein bisschen was schief. er direkt quasi crackt und dann es schwer ist, wieder zurückzukommen.

Björn: Ja, das haben wir auch bei der Tour gesehen. Er ist mit Sicherheit auch nicht so explosiv, hat da seine Probleme. Genau, es war ja diese Diskussion mit seinem Fahrrad, er musste ja einen Fahrradwechsel machen und angeblich passte das nicht und der Sattel hin und her, obwohl das ja eigentlich identisch war.

Niclas: Also die Mechaniker von Belgien haben gesagt, sie haben alle Räder geprüft, alle Räder waren gleich eingestellt.

Björn: Ja.

Niclas: Sie waren alle gleich eingestellt.

Björn: Klar ist das der Kopf, das spielt da natürlich mit rein.

Niclas: Ich bin ja jetzt gespannt, wie das bei Bora so läuft. Ob der das Bora-Team auseinandernimmt.

Björn: Ich bin ganz gespannt, was insgesamt da jetzt passieren wird mit ihm und den Leuten, die dorthin gehen. Gibt es wohl noch ein bisschen anderen Personalwechsel? Nicht bei den Fahrern, sondern auch an oberer Stelle. Schauen wir mal. Ich bin gespannt. Ich bin wirklich gespannt.

Niclas: Ich habe mir mal in dem Zug gestern mal angeschaut, wenn Pogi jetzt... Also es gibt ja bei Pro Cycling Stats eine All-Time-Rangliste. Auf dieser ist Pogi jetzt... Ich glaube, vor diesem Jahr war er auf Platz 17. Dieses Jahr ist er auf Platz 9. Der Old... Ne, Platz... Platz 8 der All-Time-Liste. Also es ist nur noch Jacques Anquetil vor ihm, Alejandro Valverde, Roger de Flaming, Bernard Hinault, Francesco Mosa, Sean Kelly und Eddie Merckx. Die sind noch vor ihm. Wenn er jetzt, er hat dieses Jahr in dieser Rangliste Punkte 390 Punkte gemacht. Er steht bei 1790. Wenn der jetzt nächstes Jahr einfach dasselbe wieder macht, dann ist er schon auf Platz 2. Dann überholt er schon alle Fahrer. Dann ist nur noch Eddy Merckx vor ihm. Und Eddy Merckx hat Stand jetzt noch ein bisschen mehr, wie 2000 Punkte mehr. Also Pogi müsste jetzt noch 5,3 Jahre lang so weitermachen. Macht er nicht. Und dann hätte er Eddie Merckx eingeholt. Macht er nicht. Aber was war denn Eddie Merckx für ein Typ?

Björn: Was geht denn bei dem ab? Kannibale halt. Eddie Merckx war ja noch so ein bisschen vor bei der Zeit sogar. Der war halt, egal welchen Radfahrer du fragst, das war halt der krasseste Fahrer, den es gab. Der hat halt alles gewonnen. Also ähnlich wie Pogi. Der konnte auch nur noch sprinten. Eddie Merckx war einfach krass.

Niclas: Ja, aber das, also alle reden ja jetzt immer, klar, weil es natürlich jetzt gerade stattfindet, wir erleben diese Era Pogacar und er ist ultra gut, aber wenn man jetzt nur zum Beispiel diese Punkte anschaut, dann muss Eddie Merckx, Eddie Merckx ist Stand jetzt quasi immer noch von den Punkten her doppelt so gut. am Ende seiner Karriere wie ein Pogacar. Das muss man sich mal vor Augen führen. Eddie Merckx war der beste Radfahrer der Welt. Dem es irgendwie je gab. Das ist völlig Banane. Gut, jetzt kann man auch argumentieren, der Sport war damals definitiv in der Breite nicht so professionell und krass wie jetzt. Aber das sind halt immer noch krasse Fahrer.

Björn: Auch alle, die du da genannt hast, die sind ja auch zum Teil echt mit Merckx gefahren. Ja. Das ist krass. Es gibt auch diesen schönen Film, Sunday in Hell von Jürgen Laethe. Da geht es ja um Paris Roubaix. Und das Eddie Merckx auch. Vor allen Dingen viel zu sehen. Von Jürgen Laethe. Der ist übrigens gerade gestorben. Dänischer Regisseur. Lohnt sich das mal anzuschauen. Sunday in Hell. Okay.

Niclas: So heißt der, genau. Krasser Film. Classic. Ich muss aber, also, ja. Und dann, was sagst du noch zur Aerobullet? Also wie Remco jetzt auch... Ich finde auch, das sieht aerodynamisch wieder auf, also wir reden jetzt kurz nochmal über das Zeitfahren. Er hat ja beide Zeitfahren gewonnen, Europameisterschaften und Weltmeisterschaften. Also wenn du dir den Typen anguckst, wie der auf dem TT-Bike sitzt, es sieht halt auch einfach, es sieht quasi perfekt aus. Also wenn jemand sagt, okay, ich hätte gerne die perfekte Aero-Position, dann musst du dir den Typ angucken. Du hast immer so eine Ära von Zeitfahrern.

Björn: Ulrich, Toni Martin, Cancellara, es gab immer so Typen, Garner war ja auch eine Zeit lang so. Die setzen halt nochmal irgendwie einen drauf. Ich finde, Ghana ist immer noch so, aber Remco ist halt besser. Der ist halt so unfassbar aerodynamisch, der Typ. Das ist halt krass. Und der kann halt in dieser Position unglaublich Worts produzieren. Das ist halt auch nochmal eine echte Nummer, ja.

Niclas: Ja, und da fand ich auf jeden Fall sehr amüsant, wie alle vor dem Zeitfahren oder nach dem Zeitfahren und dann über die WM so gesagt haben, boah, mal gucken mit Pogi. Und Pogi dann trotzdem einfach Karten auf den Tisch legt, losfährt, tschüss. Genau, einfach mal 70 Kilometer vor dem Ziel, alle abgestellt hat. Das ist schon geil.

Björn: Ja, Enrique war ja auch da, der ist ja in dieser... Es waren ja dann noch 40 Mann in diesen Berg reingefahren und ich sagte halt, dann flog halt alles auseinander. Und dann fuhr er da mit 30 oder so unterwegs und sagte, es war einfach abartig, wie schnell das auf einmal wurde. Es war auch einfach warm. Das Wetter war auch komisch. Es war so eine komische Höhe, so eine komische Hitze. Ist dann auch ziemlich eingegangen, weil er nicht genug gekühlt hat. Aber war halt schon krass. Verrückt. Ja.

Niclas: Okay. Europameisterschaften muss man ja eigentlich nicht viel drüber reden. Remco rasiert das Zeitfahren und Bogi rasiert das Männerrennen. Ich fand aber die EM geiler.

Björn: Ja, das Rennen war auch besser zu gucken. Richtig, genau. Ich fand das Rennen cooler. Der Kurs war halt brutal. Es war halt so ein Killer-Kurs. Was ich ein bisschen ungeschickt fand, ist, dass die ja nur 17 Leute haben durchfahren lassen. Also sorry, das muss ja jetzt nicht sein. Wenn die Gruppe dahinter 10 Minuten hat... und das war jetzt Platz 18 bis, keine Ahnung, 30 oder so, ja, dann lässt man die auch noch durchfahren. Mein Gott, da muss man das Rennen doch jetzt nicht beenden, das habe ich jetzt echt nicht verstanden, ja. Adamitz war ja auch noch da in dieser Gruppe mit drin, ja, das war noch Top 20, ja. Wieso nimmt man die raus?

Niclas: Das ist doch total... Ja, vor allem jetzt für einen Fahrer wie Adam, jetzt wäre halt ein Top-20-Ergebnis bei einer EM halt krass.

Björn: Guck dir mal an, was da für Leute baden gegangen sind vor ihm, ja. Das habe ich nicht ganz verstanden, aber es war... Ja, es war, Winnegard war halt krass, ja, dass der da abgewunken hat, aber auch... Wie früh er vor allem abgewunken hat?

Niclas: Irgendwie Kilometer 100?

Björn: Also nach 100 Kilometern? Ja, und auch mit dem Almeida und dann sagt er, ey, auf einmal steigt der Winnegard aus vor mir und denkst, ey, was ist denn jetzt los? Und der Almeida, sagt er, der kämpfte ja die ganze Zeit hinten dran rum und ich fuhr da mit und dachte, was ist denn los hier, der Almeida? Das sind doch so die krassen Typen und die haben halt alle zu kämpfen. Die sind natürlich höchstwahrscheinlich ein bisschen grau noch von der Vuelta gewesen. Und dann fährt dann so ein Olli Matthäus und denkt so, okay, ich stelle hier gerade diese Megatypen ab. Zeigt auch schön, dass es Menschen sind. Das ist schon sehr angenehm.

Niclas: Absolut. Und das ist, glaube ich, das, was Pogacar dann wiederum ausmacht. Er ist kein Mensch. Krass.

Björn: Ich weiß nicht mehr, welcher Franzose das war. Der hat ja in einem Interview gesagt, es gibt halt zwei Aliens da vorne und der Rest muss da gucken, wo er bleibt.

Niclas: Ich fand eigentlich gar nicht, hier bei Radio RTW, in dem anderen Radsport-Podcast hier mit Waldscheid und so, die haben es, glaube ich, eigentlich ganz gut auf den Punkt gebracht, dass Winnegard halt ein Fahrer ist, der quasi, ich sag jetzt mal, alles ausreizen muss, um bei der Tour wirklich in dieser Form zu sein, um mit Pogi mitfahren zu können. Und Pogi... Wird da auch schon alles ausreizen, gar keine Frage. Ich glaube wirklich, dass es nur die psychische Komponente, wie Pogacar halt vom Kopf gestrickt ist, wie er mit diesem Sport umgeht, dass er das einfach viel besser wegsteckt und einfach, blöd gesagt, von seinem Kopf her, glaube ich, einfach für Radsport gemacht ist. Der mag es ja auch, also den stresst das nicht, Interviews zu geben, den stresst das nicht, im Höhentrainingslager zu sein. Der enjoyt das, der findet das geil, der ist da gerne unterwegs. Der ist wahrscheinlich auch, ich sag jetzt mal, der hat da mit Höhentraining wahrscheinlich nicht so ein Problem, weil er ist da nicht von der Familie getrennt so. Das kommt so rüber, als wäre UAE, wäre seine Familie und er hat ja auch immer Urska irgendwie mit dabei, weil die macht dann halt auch Höhentraining, passt ja. Ist auch Radprofi, passt ganz gut. Genau, und ich glaube, das ist halt so ein Punkt, den man bei Pogacar nicht vergessen darf, wo viele Profis mit strugglen, dieses Mönchleben, sag ich jetzt mal, was du heutzutage an den Tag legen musst, um dort wirklich auf dem Niveau zu sein. Und Pogacar macht das halt einfach, den juckt das nicht. Und das ist, glaube ich, der allergrößte Punkt, dass der Typ das alles mit so einer Gelassenheit macht, immer entspannt ist und dann halt auch noch zwei Tage nach einer EM noch so ein topbesetztes italienisches Rennen abschießt und jetzt wahrscheinlich am Wochenende auch Lombardei-Rundfahrt zum fünften Mal hintereinander gewinnt.

Björn: Gucken wir.

Niclas: Wäre irgendwie auch mal schön, wenn ihn jetzt jemand schlägt. Ich würde es irgendwie Isaac Del Toro gönnen. Ich fände das geil, wenn, keine Ahnung, die zwei, also, keine Ahnung, Pogi will losfahren, Isaac Del Toro fährt einfach mit und dann geht Pogi vielleicht, vielleicht zeigt er so ein bisschen eine Schwäche hinten raus. Hat er ja schon mal in Lombardei. Da musste er Gurkenwasser trinken. Da hatte er Krämpfe. Und wenn dann Toro einfach keine Schwäche hat und das Ding gewinnt, das fände ich saugeil.

Björn: Ja.

Niclas: Ich bin gespannt. Ja. Wenn wir schon noch gerade bei Talenten sind und EM, Paul C. Sachs. Geil. Also wie der sich diesen letzten Anstieg bei der EM da hochgequält hat, um diesen Italiener Francesco noch loszuwerden. Das sah... Also wenn du das Rennen gesehen hast und die zwei sahst, dann habe ich mir nur so gedacht... oh mein Gott, muss das gerade wehtun. Also die geben ja so 100% diesen letzten Anstieg hoch und ich weiß nicht, wenn jemand schon mal so einen 5-6 Minuten Anstieg so Vollgas, Vollgas hochfährt, dieses Gefühl, wenn du über die Kuppe fährst, dass die dann auch noch so weiter treten, das ist ja einfach nur die Hölle.

Björn: Das ist ja der ganze Trick an der Sache, du musst halt immer noch so viel im Köcher haben, dass du halt auf der Fläche oder oben auf der Kuppe halt nochmal richtig Gas geben kannst. Ne, war spannend zu sehen, auch U19, Männer, war ja auch ein guter Erfolg. Frauen, auch, ich sag mal so, das war ja so ein bisschen Payback-Time für die versaute WM der Frauen, ja, also Böring hat das Ding... Also da waren ja wirklich dann die Favoritinnen unter sich. Wollering, dahinter ja Van der Breggen und Kassia in der Verfolgung. Ich hätte ja nicht gedacht, dass Wollering das so durchdrückt. Sie hatte natürlich den Vorteil, dass Van der Breggen dann mit Sicherheit nicht mehr so die absolute Durchführung gefahren ist mit Kassia. Aber war eindrucksvoll, war schon cool.

Niclas: Ja. Yes, so. Das heißt, jetzt haben wir noch Lombardei, wird wahrscheinlich Pogi gewinnen. Und dann ist eigentlich im Radsport auch so, kommt nach Lombardei noch irgendwas Großes?

Björn: Es gibt ja unendlich viele Rennen, ja. Ja, aber dann... Tour of Japan oder es gibt ja auch immer irgendwas dann in Ostasien, wenn man möchte. Aber nach Lombardei haben wir eigentlich das Große durch, oder? Ja, genau. Ich glaube, in Brasilien gibt es noch was und dann, ja, Fernost gibt es viele und dann geht es eigentlich erst richtig wieder los in Australien.

Niclas: Okay, okay.

Björn: Ja, sehr schön. Genau. Jetzt wollten wir noch über Off-Season reden. Ich bitte drum. Wir haben da schon mal einen Podcast drüber gemacht. Das war unser erster Podcast. Genau. Können sich alle nochmal anhören. Wie viel man verliert. Das geht dann doch schon relativ rapide. Aber wir machen jetzt mal so einen kurzen Recap sozusagen. Ich würde die Off-Season nicht zu lange machen. Das ist so das Erste.

Niclas: Also, wenn wir halt jetzt von Off-Season reden, finde ich, gibt es immer zwei Punkte. Es gibt ja einmal, finde ich, die Phase, wo du wirklich gar nichts machst. Oder, was heißt gar nichts? Wo du wirklich mal aus deinem Schema, okay, ich habe einen Trainingsplan, ich habe feste Einheiten, die ich machen will, dass du da mal rausgehst. Und diese Phase, hast du ja gerade gesagt, wo man wirklich auch mal vielleicht wirklich gar keinen Sport macht, die nicht zu lange machen. Ja. Da hätte ich so gesagt, 10, 14 Tage kannst du machen. Und dann, finde ich, gibt es immer so den zweiten Teil der Off-Season, wo man dann halt... wieder anfängt zu trainieren mit einem strukturierten Plan, aber das Ganze, ich sage jetzt mal, bei Weitem noch nicht so durchzieht oder auch noch nicht das Volumen fährt, wie man es jetzt während der Rennphase macht oder in der direkten Vorbereitung die letzten zwölf Wochen zum Beispiel vor einem Rennen. Und das ist, finde ich, danach eigentlich die spannendere Phase, weil klar, wir wissen alle, 10 bis 14 Tage, wenn du es viel länger machst, wo du wirklich mal gar nichts machst, baust du schon echt krass ab, dann brauchst du schon wieder deutlich länger Zeit. Aber auch da sage ich zu Athleten, den Fall gibt es ja auch immer, keine Ahnung, die machen zehn Tage Pause und dann werden sie am elften Tag krank und dann müssen sie wieder zwei Wochen machen. Also blöd gesagt, selbst das...

Björn: Aber vor allen Dingen mach da mal Sportarten, die du sonst nicht machst. Krafttraining, Laufen, Inlinern, Skilanglauf. Rudern! Rudern, richtig. Dann guckt man sich natürlich nochmal seinen Trainingsplan an. Oder die Saison besser gesagt. Was war gut, was war nicht gut? Wieso war es gut, wieso war es nicht gut? Was lerne ich daraus? Und ja, das ist für mich immer das Wichtigste. Nachdem man dieses... Ja, dieses Suchen nach der Wahrheit und das Suchen nach der Wahrheit findet in der Regel immer nur dann statt, wenn man sich auf die Suche nach Fehlern macht. Und wenn man die dann findet, dann versucht man halt daraus zu lernen und das zu verbessern. Das ist so der klassische Vorgang. Und das Erste ist, der erste Fehler, was heißt Fehler, ja, das Erste, was man verbessern kann, ist Trainingsvolumen. Wo kann ich mehr machen? Wieso konnte ich nicht so viel machen? Wo habe ich vor allen Dingen Fehlzeiten? Und da muss ich nachschauen, wieso habe ich da nicht trainieren können? Beruflich, Kinder, was weiß ich, das gibt es immer. Das ist auch schwierig. Oder wurde ich krank? Wieso bin ich krank?

Niclas: So, und jetzt, pass auf, weil damit erwische ich dich jetzt vielleicht auf dem kalten Fuß, aber ich habe mir jetzt genau diese Gedanken zum Beispiel auch zu mir selbst gemacht. So, weil das ist für mich jetzt gerade zumindest für den Podcast das leichteste Beispiel, weil ich da auch wirklich im Detail drüber sprechen kann mit Krankheit, whatever. Wenn ich jetzt auf meine letzten 365 Tage gucke, passt gerade ganz gut, weil ich habe vor ziemlich genau einem Jahr nach meiner Verletzung letzten Jahr mit den Wirbelbrüchen und den Rippenbrüchen quasi wieder so richtig mit dem Rad fahren, zumindest Anfang Oktober wieder angefangen. Und war ja, danach fand ich, sehr schnell wieder extrem, also nicht extrem extrem rennfit, aber schon, was die Wattzahlen angeht, sind wir, glaube ich, nach gerade mal sechs oder sieben Wochen, bin ich einen echt guten 20-Minuten-Wett gefahren. Da hatte ich nach, ich glaube, sechs oder sieben Wochen wieder 456 Watt über 20 Minuten gefahren. Wo man eigentlich sagt, okay, krass, dass nach einer Verletzung, wo man neun Wochen quasi nicht Rad gefahren ist, so schnell wieder da war. Da war halt der Vorteil, okay, ich bin sehr viel spaziert, du hast mich relativ früh auf einen Stairmaster geschickt und wir haben halt so ein bisschen das System im Laufen gehalten, sage ich mal. Da ist nicht der völlige Abbau passiert. Aber was ich dann spannend fand, dann haben wir Girona-Trainingslager gemacht. Und ich glaube, wenn ich mir meine Saison komplett angucke, haben wir im Dezember und Anfang November ziemlich dumm abgerissen, was Volumen angeht. Und dann war ich aber quasi den kompletten Januar mehr oder weniger krank. Ich habe es im Januar nicht wirklich geschafft. Dann bin ich Ende Januar das Etappenrennen gefahren und war danach wieder direkt krank. Und danach lief es dann wieder. Dann quasi nochmal Girona Trainingslager gemacht und dann war ich quasi, ich sag jetzt mal, drin. Und das ist zum Beispiel für mich jetzt ein Learning, dass ich glaube ich aus der Phase letzten Jahr zu schnell zu viel gemacht habe. Was grundsätzlich kurzzeitig hat, das funktioniert. Und könnte man sagen, ey, hat doch alles geklappt. Also ich glaube, ich war noch nie im Dezember so fit. Aber langfristig, um dann quasi in die Saison gut reinzukommen und auch diesen Effekt aus dem Trainingslager gut mitnehmen zu können, war das wahrscheinlich ein bisschen viel. Jetzt würde ich da tatsächlich meinem Trainer gar keinen Vorwurf machen, weil ich glaube, das war auch absolut... Mein Ding, weil ich halt nach dieser Verletzung, nach neun Wochen, ich habe die ganze Saison quasi im Bett verpasst, halt absolut Vollgas geben wollte, weil ich halt super heiß war, einfach überhaupt wieder Radfahren zu gehen.

Björn: Absolut richtig. Ich bin ein großer Freund von Volu. Und in der Regel klappt das auch. Sag mal, du hast halt einfach Pech gehabt. Fähr dich aus. Wenn du nicht krank geworden wärst, dann wäre halt alles mega gewesen. Also... Interessanter sind dann solche Sachen wie... passiert das permanent, werde ich permanent krank. Und dann ist das Training definitiv ein Faktor, weil das natürlich schwächt. Aber ich finde dann spannend, so die Lebensumstände sich dann anzuschauen. Gab es irgendwas, was eventuell dazu geführt hat, dass der Sportler, die Sportlerin auch anderweitig angegriffen war durch Sport? Keine Ahnung, veränderte Lebenssituation, Kind gekriegt, neuer Job, Umzüge, Partner, Partnerin krank, all solche Sachen, die ich finde meistens sogar den deutlich größeren Einfluss haben als hohes Trainingsvolumen. Und das sind so die Sachen, auch wenn man so sagt, ich bin im Übertraining und dies und das, wenn mir dann mal so Dateien oder von anderen Sportlern an Sachen gezeigt werden, guck doch mal, ich glaube, ich bin im Übertraining. Nicht unbedingt, sage ich mal, jetzt nicht von meinen Sportlern, aber wenn ich von anderen Leuten höre, dann sage ich so, also erstens glaube ich, dein Trainer hat sich da schon Gedanken gemacht. Und zweitens, klar, das kann man sich mal anschauen und durchrechnen, aber da ist immer so die Frage, was passiert denn sonst in deinem Leben? Und vor allen Dingen, wie viel isst du eigentlich? Die Leute unterschätzen so massiv, wie viel zu essen ist und vor allem, wie viel Proteine man sich reinwerfen muss. Und da kann man auch mal ein Blutbild machen und mal gucken, wie sieht das so alles aus? Wie sind die Werte? Wie viele Proteine sind denn so in mir vorhanden? Wie sieht mein Eisen aus? Und ja, da würde ich immer fragen, weil wenn man sich mal anschaut, wie viel Volumen eigentlich wirklich möglich ist. Das ist unglaublich, wie viel man trainieren kann. Die Frage ist immer nur, wie gut kann ich es versorgen? Und die Leute unterschätzen massiv, wie viel sie essen müssen.

Niclas: Ja, ja. Den zweiten Punkt, den du quasi gerade angesprochen hast mit der, ich sag mal, der psychischen Situation. Fand ich zum Beispiel auch krass, dass diese, man darf das glaube ich wirklich nicht unterschätzen, wenn du eine Situation daheim hast, die nicht oder die dich belastet. Also ich finde, es gibt da immer zwei, es gibt Leute, die kommen mit sowas halt sehr gut zurecht oder die haben sich über eine Zeit an sowas gewöhnt. Und wenn dann eine neue Situation aufkommt, die sich stresst, tun die das immer so ein bisschen ab nach dem Motto, ja, okay, ich habe ja schon viel Stress, ich kann das schon abhaben. Wo ich mir dann manchmal denke, ja, du bist aber, diese Art Stress, die du jetzt gerade erlebt hast, die bist du gar nicht gewohnt, sondern du bist den normalen Family Stress gewohnt. Und wenn dann zum Beispiel noch Jetzt, keine Ahnung, du bist den Stress von deinen zwei Kindern gewohnt und hast dir da ein Workaround geschaffen, dass du dein Training gut durchkriegst und dass du deinen Schlaf irgendwie hinhältst. Aber dann kommt zum Beispiel jetzt ein Umzug noch dazu oder, keine Ahnung, plötzlich ist die Mutter noch krank und da kommt wieder was zu. Ich glaube, das sind Sachen, wo man dann einfach so ein bisschen aufpassen muss und dann auch im Optimalfall der Sportler selbst schon sagt, okay... ich schaffe jetzt vielleicht die 15 Stunden nicht jede Woche, aber dann mache ich halt 10. Und diese 10 bringen dir viel mehr, wie weiter 15 draufzuhauen. Aber dann quasi jedes Mal gestresst vom Rad zu steigen, Schlaf abzuzwacken und dann vielleicht die Zeit, die man auch mal auf der Couch braucht, um das zu verarbeiten, dass vielleicht der krank ist, die ist krank ist, ich einen Umzug hatte. Die darf man da halt nicht unterschätzen.

Björn: Ja, und da kann man Sport super nutzen. Sport ist in solchen Fällen regulierend. Das heißt, wenn ich merke, ich kriege mein Training nicht durch und das wird alles zu matsch, dann nutze ich den Sport, um aus dieser stressigen Phase ganz gut durchzukommen. Das heißt, ich muss halt nicht 15 Stunden trainieren, weil das zu viel wäre, sondern vielleicht nur die Hälfte oder vielleicht 10 Stunden trainieren. Und dann fahre ich halt ohne Powermeter vielleicht Herzfrequenz an und sage, okay, ich fahre jetzt einfach, ich bewege mich halt einfach, einfach um diesen Stress abzubauen, weil Stress, ja, Cortisol schießt hoch, dir geht es nicht gut, die probate Reaktion des Körpers wäre immer, sich zu bewegen, hast du Stress, heißt der Säbelzahntiger kommt um die Ecke oder Hungersnot oder ähnliches, ich muss aktiv werden und da ist halt Bewegung immer ein probates Mittel, um damit umzugehen. aber Bewegung im Sinne von, ich gehe jetzt, ja, ich versuche dieser Situation so ein bisschen, auch ein bisschen Abstand da reinzukriegen, reflektierend, ich meine, das kennen wir alle, man hat irgendwie Stress, man setzt sich aufs Rad und dann kommen die Lösungen so ein bisschen von alleine, beziehungsweise es wird alles so ein bisschen relativiert und ich fahre jetzt nicht mit dem Gedanken Fahrrad, ich gucke auf mein Training und sehe, okay, ich muss jetzt irgendwie zehnmal fünf Minuten Schwelle fahren, Gottes Willen, das lässt man natürlich sein. Also da muss man auch so erwachsen oder ein so gutes Körpergefühl entwickeln, dass man sagt, okay, es geht nicht. Und dann hat man in der Regel auch einen Trainer, mit dem man darüber spricht und sagt, ey, gerade echt alles heavy, ich muss da ein bisschen rausnehmen. Und dann ist ganz klar, wenn du dann einen Trainer hast, der sagt, ey, du musst aber durchziehen, sonst wird das nichts, dann kleiner Tipp, Trainer wechseln.

Niclas: Ja, ich glaube, aber das, also, ich kenne keinen Trainer. Nein. Doch, tatsächlich, ich werde den Namen nicht nennen, aber ich hatte tatsächlich mal einen Trainer, als ich eine Verletzung hatte, die mich jetzt, ich sage mal, indirekt beim Radfahren eingeschränkt hat, habe ich mal einen Spruch gehört, ja, wenn du im Liegen nicht schlafen kannst, dann setz dich halt in einen Sessel, du musst aber weiter trainieren.

Björn: Großartig.

Niclas: Also ich hatte damals Rippen, also zwei Rippen gebrochen und konnte einfach in meiner gewohnten Haltung nicht schlafen. Habe halt gesagt, okay, ich schlafe gerade super schlecht. Ich kann das Training so nicht umsetzen. Habe ich dann halt diesen Spruch gehört, wo ich mir dachte, cool. Zu dem Zeitpunkt war ich persönlich zu jung und bei weitem noch nicht reflektiert genug, um zu wissen, okay, schönen Tag noch, Herr Träder.

Björn: Ja, in der Regel ist es so. Sagt man dann, fuck you, keine Ahnung, oder? Sind vielleicht auch Menschen, die gerne in den Keller gehen und sich auspeitschen lassen, die das... Ja. Echt, gibt es so Menschen, ja. Klar, also... Ich glaube aber, was wir sagen können... Ist man verletzt oder hat man Schmerzen, ja? Das sind immer so, also wenn man halt Schmerzen hat, das geht halt gar nichts. dann muss halt echt die Handbremse reingeworfen werden, bin ich verletzt, aber habe einen guten Workaround, kennen wir alle, dann macht man das. Aber wenn die Schlafqualität massiv leidet und es einfach gerade nicht geht, mein Gott, dafür ist ja ein Coach da, dass der das auch reguliert und dir sagt, pass mal auf, ist schon richtig, dass du jetzt weniger machst. Sonst kann man sich auch irgendeinen PDF aus dem Internet laden und sagen, ich trainiere das mal ab.

Niclas: Ich muss sagen, ich hatte da gerade genau dazu ein passendes Beispiel. Ich hatte gerade einen Athleten, der ist jetzt nochmal Köln-Marathon gelaufen. Und der hat sich, der spielt auch immer noch ein bisschen Tennis, und der hat sich tatsächlich vier Wochen vor dem Köln-Marathon beim Tennisspielen mit einem Kollegen, sind die so ineinander gerempelt, eine Prellung bei den Rippen zugezogen. Und der konnte ganz gut noch schlafen, aber hat halt gesagt, boah, also... intensive Intervalle gehen echt nicht. Locker laufen ist okay, auch ein bisschen zügiger laufen ist auch noch okay, aber alles andere tut zu sehr weh. Und dann habe ich einfach gesagt, gut, dann du bestimmst quasi, wie viel wir noch trainieren. Du musst gucken, ob es von den Schmerzen her geht, ob du auch schlafen kannst. Ansonsten, dann trainier halt einfach nur ganz locker Grundlage und er ist trotzdem, obwohl er keine Intervalle mehr gemacht hat, noch seine neue PB auf dem Marathon gelaufen. Also es geht auch, Auch wenn Leute immer, ich sag mal, sehr unruhig werden, ah, ich konnte jetzt die Intervalle nicht mehr machen, ja, im Endeffekt ist immer erstmal das Wichtigste, in Bewegung zu bleiben. Und dann kann, natürlich, umso höher das Niveau wird, umso schwieriger wird das dann, aber grundsätzlich kann es noch möglich sein, trotzdem dann noch Leistung zu bringen.

Björn: Klar, auf alle Fälle. Also ich habe eine Bekannte, mit der ich schon seit Ewigkeiten, der helfe ich immer ein bisschen beim Training, die läuft auch Marathon, die hat ein Kind, hat einen krassen Job. Die trainiert halt, also acht Stunden ist viel. Die ist auch gerade Marathon gelaufen und zwar in 3.14. Fand ich jetzt schon ziemlich beeindruckend.

Niclas: Das ist schon echt zügig.

Björn: So für Anfang 40, Kind, krassen Job. Acht Stunden ist schon echt viel. Läuft gar nicht so viel, sondern sitzt auch viel auf dem Rad. Ja, fand ich schon cool. Aber bleibt auch echt cool. Klar wird die dann mal krank, weil das Kind krank ist. Aber die ist halt in sich ruhig und das macht dann schon viel aus.

Niclas: Zum Thema Ernährung. Hast du ja auch gerade schon angesprochen, die Leute unterschätzen quasi massiv, wie viel sie essen. Und jetzt habe ich ja gerade selbst für mich und meine Athleten das erste Mal sowas.

Björn: Du hast so ein mega PDF gemacht. Ich habe das noch gar nicht kommentiert.

Niclas: Findest du, es ist mega? Ich finde es gut. Also ich hätte es besser gemacht, aber... Ich hätte aber auch erwartet, dass du es besser machst. Aber als ich das geschrieben habe, muss ich ehrlich sagen, ich finde es sehr, sehr schwer, Athleten das Ganze näher zu bringen, ohne... dass man es mal trackt.

Björn: Ja, das ist fast unmöglich. Oder? Der gibt es ja super viele Studien zu. Also in der Regel reguliert unser Körper das gut, ja. Sonst würden wir alle super fett werden, ja. Wobei, das Problem haben wir ja teilweise in unseren westlichen Gesellschaften. Auf jeden Fall. Ja. Es gibt ja Studien dazu, also wie gut können Leute einschätzen, was sie essen. Und selbst die Besten, so Ernährungswissenschaftler, die haben immer noch 20% Fehlerquote, ja. Und in der Regel, so normalos liegen halt irgendwie bei 40%. Also richtig so, boah, krass, ja. Ähm... mal ein Gefühl dafür zu kriegen, vor allen Dingen, wir leben ja in einer Welt, wo das Essen so verarbeitet ist und du das nicht checkst. Wie viel Energie steckt da jetzt eigentlich drin? Ist es mal nicht schlecht zu sagen, okay, ich gucke da hinten mal drauf, zeichne das mal auf und stelle dann irgendwann fest, oh, warte mal, die drei Schoko-Gilet-Bananen, die haben ja schon wieder 150 Kalorien. Oder Olivenöl, ein Esslöffel hat ja auch irgendwie 120 Kalorien oder was weiß ich. Dass die Leute so ein Feeling dafür kriegen, hey, das ist ja doch relativ viel, was ich mir hier gerade reinpfeife. Ich finde das nicht schlecht, um das mal einfach... Ja, ein Gefühl dafür zu kriegen. Auf der anderen Seite ist es natürlich, das darf nicht obsessiv sein. Ja, es gibt immer das Argument, dass Essentracken so der erste Einstieg für Essstörung ist. Ich glaube, Leute, die grundsätzlich Probleme haben mit dem Essen, da kann das schon sein, dass das problematisch ist. Auf der anderen Seite... hatte ich jetzt den Fall, dass ein sehr guter Sportler festgestellt hat, dass er immer deutlich zu wenig isst. Der hat es wirklich aufgezeichnet, getrackt und festgestellt, A, Proteinhaushalt viel zu gering, nimmt viel zu wenig auf und zweitens auch immer kalorisch viel zu wenig, weil der isst total gerne Salat, ist super gesund, also eigentlich alles das, wo man sagt, okay, das ist jetzt mega gut, wie der isst, Aber insgesamt, keine Ahnung, trainiert 20 Stunden und nimmt halt am Tag irgendwie 2.500 Kalorien auf, was viel zu wenig ist.

Niclas: Bei 20 Stunden müssen ja mindestens eigentlich 4, 4.500. Jetzt kommt es natürlich auf die Leistung an, die ihr drückt.

Björn: Und dann haben wir halt im Test gesehen, Laktatbildung ist runtergegangen. Da habe ich gesagt, ey, pass mal auf, irgendwas passt jetzt gar nicht. Blutbild gemacht, Proteinhaushalt angeschaut, Eisenwerte, alles so Indikatoren. Da habe ich gesagt, isst du genug? Klar, ich esse total viel. Ich habe nie Hunger, ich bin immer satt und, und, und. Und dann mal getrackt und festgestellt, ui, Björn, ich esse total wenig. Ich so, genau. Und es gibt einige, die dann sagen, ich muss jetzt immer viel mehr essen, aber mir geht es viel besser. Ja.

Niclas: Also ich glaube, es gibt eigentlich, das gibt halt, das ist jetzt sehr grob, grundsätzlich ist jeder erstmal sehr individuell, was gerade Ernährung und seinen Stoffwechsel und seinen Körper angeht. Aber grundsätzlich würde ich sagen, gibt es ganz grob gesagt zwei Typen. Die einen, die zu viel essen und somit eher, ich sag mal, immer in diesem Bereich sind, okay, ich muss quasi Gewicht abnehmen, jetzt auf den Spitzensport bezogen und dann die anderen, die quasi sagen, okay, ich esse zu wenig, ich muss quasi immer mehr essen und muss quasi in diese Richtung gehen. Jetzt finde ich es halt sehr interessant, weil Wenn du dir jetzt die Top-Top-Profi-Teams in der World Tour anschaust, die tracken eigentlich alle. Die tracken eigentlich gerade in diesen, jetzt in dieser Tour de France-Vorbereitung, whatever, die sind alle komplett ihre ganze Ernährung an durchtracken. Mit Apps, die ihnen quasi sagen, okay, pass auf, Kollege, du hast jetzt hier deinen Trainingsplan, also die Apps ziehen sich zum Beispiel ihren Trainingsplan, Und sagen dann, okay, hier an dem Tag wirst du ziemlich sicher, sagen wir mal jetzt, 4.500 Kalorien verbrennen. Isst bitte, plus Grundumsatz, 6.500 Kalorien nach. Und wenn man sich dann mal anschaut, ich glaube, die allerwenigsten Sportler würden es wirklich schaffen, 6.500 Kalorien ordentlich und sauber nachzuessen. Und... Ich finde, da sieht man jetzt zum Beispiel sehr gut bei einem Fahrer wie Jonas Abrahamsen. Das finde ich halt immer geil. Der teilt das ja wirklich. Der teilt ja seine 8500 Kalorientage. Und da sieht man dann auch, das ist auch nicht mehr alles sauber. Der schiebt sich auch zum Nachmittag vier Toast mit dick Marmelade rein, weil der sagt, ja, anders kriege ich die Kohlenhydrate halt gar nicht rein. Wie willst du sonst 8500?

Björn: Ich habe es gerade vergessen.

Niclas: Boah, das weiß ich nicht. Ich habe mich jetzt mit Foodcoach, FuelIn, EatMyRide und Hexes beschäftigt und ich werde jetzt wahrscheinlich mit Athleten mit Hexes anfangen zu arbeiten. Da habe ich tatsächlich heute Mittag auch noch einen Call mit der Firma. Weil das glaube ich bisher zumindest für einen kleinen Trainer wie mich noch finanziell darstellbar ist und auch für die Athleten finanziell darstellbar ist. Also Foodcoach hat mir irgendwie eine geile Antwort geschrieben, wie teuer sie wären. Also um überhaupt was anpassen zu können. FuelIn bietet es gar nicht an. EatMyRide hat mir die App nicht gefallen. Und Hex, das ist glaube ich jetzt so die App, wo ich rausgekommen bin, die Sinn macht. Ich bin gerade bei UNOX auf der Seite, ich checke gerade mal, wen die haben. Ich glaube, es ist halt wirklich ein Punkt, man muss es nicht immer machen, aber wahrscheinlich werden die allermeisten Athleten, in welche Richtung auch immer... ähm, sehr gute Ergebnisse damit haben, wenn sie das Ganze mal tracken. Also ich habe einen Athleten, der hat jetzt, seitdem ich mit ihm zusammenarbeite, über 15 Kilo Gewicht verloren und hat währenddessen eine FDP aufgebaut, äh, der kam bei, von 267 Watt und ist jetzt fast bei 400 Watt FDP. Mhm. Und das ist immer noch bei ihm jetzt kein überragender Watt pro Kilogramm Wert, aber ein echt guter Watt pro Kilogramm Wert. Einfach, weil der halt Leistung aufgebaut hat und halt 15 Kilo verloren hat. Und das sage ich ganz klar, das hat der nur hingekriegt, weil der getrackt hat. Und der macht das schon sehr diszipliniert. Aber auch der, habe ich auch gesagt, wenn du mit deiner Family essen bist oder wenn du bei den Schwiegereltern eingeladen bist zum Essen, dann... trackt nicht so. Das muss auch irgendwo alles noch einen normalen Rahmen haben. Und ich glaube, das ist eigentlich der beste Weg, dass Athleten es hinkriegen. Im Optimalfall vielleicht mit jemandem zusammenarbeiten, der ein bisschen Ahnung von Ernährung hat, nochmal über die Ernährung mit drüber schaut, weil ich finde, da gibt es schon immer Sachen, die man berücksichtigen kann. Also welche Kohlenhydrate esse ich wann, wie viel Fett esse ich, was esse ich an Ruhetagen, dass man da einfach einen guten Fahrplan hat. Aber dass man dann halt trotzdem neben dem ganzen Tracken und der Ernährung nochmal anschaut, dass man dann es halt trotzdem hinkriegt, auch noch mit der Familie, ich sag mal normal am Sonntagabend zum Beispiel, zusammen zu essen. Der soziale Aspekt darf da halt schon, gerade bei Nicht-Profisportlern, nicht hinten runterfallen.

Björn: Ja, definitiv. Ich finde Track, ich mache das ab und zu mit, oder ich mache es auch relativ oft mit den Sportlern, damit sie ein Gefühl dafür entwickeln. Und ich finde, man kann das relativ simpel runterbrechen. Grundbedarf und Verbrauchsbedarf plus Kohlenhydrate und Proteine dann nochmal nachschieben. Ich finde so, Ich finde die Apps auch teilweise gut, aber ich habe oft Sportler, die dann sagen, noch ein Ding mehr.

Niclas: Ich glaube, es fällt vor allem den Sportlern schwer, die eh schon ihr Training in einen vergleichsweise vollen Alltag reindrücken. Da wird es auf jeden Fall tricky. Ich sage eigentlich bei allen, die ein professionelles Niveau anstreben. Das Niveau ist so hoch geworden, du musst halt deine Ernährung, jetzt mal unabhängig vom Gewicht, du musst deine Ernährung in den Griff kriegen, einfach nur, damit die Trainingsanpassung eine bessere ist.

Björn: Also was mir nicht gefallen hat, ist teilweise, dass ich fand, ich weiß nicht mehr, welche zwei Apps ich hatte, ich fand das, was rausgeschmissen wurde, nicht gut. Es war nicht bedarfsgerecht und es war entweder zu wenig, es war auch von den Makros war es okay meistens, aber es war dann teilweise echt zu wenig und das hat mir nicht gefallen, muss ich ehrlich sagen.

Niclas: Also ich habe mir jetzt, wie gesagt, ich habe mir die vier Apps angeguckt. Ja. Bin bei Hexes gelandet, weil zum Beispiel Fuelin und Eat My Right meiner Meinung nach deutlich zu wenig Kalorien angezeigt haben. Die Makros bei Fuelin zum Beispiel waren die Fette extrem hoch. Der wollte teilweise am Tag 120 Gramm Fett essen.

Björn: Fuelin hat auch immer synchronisiert mit Training Peaks, richtig? Ja.

Niclas: Ja, ja, ja, genau. Das ist das, was du bei mir dann auch gesehen hast, wo das dann so drin stand.

Björn: Da konnte ich dann echt nicht d'accord gehen. Also die Sachen waren so, passt jetzt irgendwie nicht.

Niclas: Genau. Foodcoach, finde ich, ist gut. Was mir bei Foodcoach nicht so gut gefällt, ist die Datenbank und die... Die Synchronisation, also du kannst zum Beispiel, wenn ich das als Trainer benutzen würde, kann ich nicht die ganze Woche des Trainingsplans des Athleten quasi in Foodcode schon reinladen und mich quasi hinsetzen, wenn ich seinen Trainingsplan schreibe, ihm auch noch Notizen reinschreiben, okay, hier an dem Tag isst bitte abends mehr Kohlenhydrate, weil du hast am nächsten Tag harte Intervalle, die würde ich gerne vorverpflegen. Sowas geht da zum Beispiel nicht. Und das ist das, warum ich jetzt mit Hexes arbeiten werde, weil ich da zum Beispiel die Möglichkeit habe, über zum Beispiel, okay, der Athlet fährt Donnerstagsintervalle, ich kann dann mittwochs schon sagen, okay, verpfleg das mal ein bisschen vor, mach mal hier am Tag, am Ruhetag, mach mal die und die Makros und so. Das ist halt da ganz cool. Und ich habe da ein bisschen mehr Eingriff drauf, wie du das verpflegen kannst.

Björn: Und auch da immer der Hinweis, Das sind alles Modelle und Modelle sind alle Fehler behaftet. Manche sind gut und manche sind halt nicht gut. Während eines Trainings verändert sich der Stoffwechsel. Ja, also verändert sich die Leistungsfähigkeit. Das weiß ja jeder. Diese Modelle berechnen immer auf einem Status. Manche haben mit Sicherheit auch irgendwelche Regressionen mit drin oder was weiß ich. Aber habt das im Kopf, wenn ihr Hunger habt, dann esst einfach. Ganz einfach. Man muss sich nicht sklavisch an diese Dinge halten. Wenn man Gewicht verlieren will, dann tut das immer ein bisschen weh. Das gehört so ein bisschen dazu. Da kann man aber wunderbar mit einem höheren Proteinanteil und einem höheren Ballaststoffanteil entgegenwirken. Dann hat man so dieses Sättigungsgefühl. Aber grundsätzlich immer im Auge behalten, die Maschine sieht nicht in euren Körper rein. Die hat nur Wattdaten und dann irgendein Profil hinterlegt. Wie gut das ist, weiß man nicht.

Niclas: Genau, das ist glaube ich auch bei den meisten Apps und so der größte Punkt und gerade wenn Athleten noch gar kein Gefühl dafür haben, auch echt schwierig, weil je nachdem wie dein Alltag ist, je nachdem wie gestresst du in deinem Alltag bist, gibt es Tage, wenn du viel gestresster bist, wirst du wahrscheinlich mehr Kohlenhydrate verbrennen und wirst du deswegen auch vielleicht mehr Hunger auf Kohlenhydrate haben. Wenn du weniger gestresst bist, sehr entspannt bist, du bist vielleicht im Urlaub, kannst jeden Tag entspannt trainieren, klar funktioniert da deine Ernährung super und wenn du wieder heimkommst und dein Chef dir aber den ganzen Tag auf den Sack geht, du dann heimkommst, gestresst bist, dein Training aber irgendwie noch durchziehen willst, aber scheiße, du musst die Wäsche noch aus der Waschmaschine holen. dann wird die Ernährung vielleicht, wie du sie im Urlaub gemacht hast, schon gar nicht mehr so funktionieren. Also das immer so ein bisschen im Kopf zu haben, zu versuchen, zu reflektieren, das macht auf jeden Fall Sinn. Aber was ich noch gerade, weil du das gesagt hast, was du vielleicht noch kurz erklären solltest, Ich denke nicht, dass das jeder weiß.

Björn: Die Leistungsfähigkeit verändert sich über ein Training, aber welchen Einfluss... Leistungsfähigkeit ist morgens auch anders als abends.

Niclas: Genau, aber wie hat das vielleicht einen Einfluss auf deinen Energieverbrauch und deine Energie oder auch deine Kohlenhydrate, die du zufüllen musst? Das musst du, glaube ich, einmal kurz erklären.

Björn: Sagen wir mal, du machst morgens Sport. Mhm. ist mit Sicherheit deine Sauerstoffaufnahme nicht da, wo sie eventuell nachmittags ist. Das heißt, du hast tendenziell bei gleicher Wattzahl einen höheren Verbrauch an Kohlenhydraten. Wenn du lange Rad fährst, werden irgendwann deine Fasern müde und andere Fasern übernehmen den Job. Das heißt, auch langsame Fasern werden müde, schnelle Fasern übernehmen, du brauchst mehr Kohlenhydrate, je länger die Fahrt wird. Ja, sowas sollte man immer im Blick haben. Ich habe schlecht geschlafen, auch ein klassisches Beispiel. Ich habe dann eventuell einen höheren Bedarf an Kohlenhydraten. Das ist einfach... immer im Blick haben, dass auch tagsüber, dass man jeden Tag die gleiche Leistung hat und bringt. Das sind alles nur Annäherungsversuche. Ich meine, wir haben das ja auch bei uns. ist ja jede Trainingseinheit, nach jeder Trainingseinheit wird dir ausgespuckt, wie viel Kohlenhydrate du verbrauchst. Das funktioniert schon ganz gut, aber ist halt ein Modell. Bin ich in Höhe, verbrauche ich mehr Kohlenhydrate. Auch ist es heißer, verbrauche ich mehr Kohlenhydrate. Sinkt meine Leistungsfähigkeit. All das. Ist es kalt, verbrauche ich mehr Energie. Muss ich mehr essen. Von daher, das immer im Blick haben mit vernünftigem Menschenverstand. Wenn ich morgens um sieben Sport mache. Ich meine ganz ehrlich, da ist, klar gibt es Menschen, die sind da schon super fit und wach und wie auch immer. Wenn ich aber morgens um sieben eine Stunde laufen gehe oder ich mache das nachmittags, das sind halt zwei verschiedene Personen, die Sport machen. Der Puls sieht auch echt anders aus. Das ist früher immer, wenn ich zur Arbeit gefahren bin. Gleiche Wattleistung, Puls aufgezeichnet. Ich war morgens halt immer 15 Schläge höher. Bei gleicher Leistung. Das fiel mir alles viel schwerer. Und zurück dachte ich so, Alter, ich fliege hier, was geht denn ab?

Niclas: Ja, absolut. Ich glaube, das beste Beispiel, das jetzt natürlich Overkill für die Allermeisten ist aber, und da kannst du es halt am besten dran zeigen, ist einfach mal, wenn du morgens, fahr mal morgens 30 Minuten bei deiner niedrigen Grundlagenleistung und nimm mal Laktat. Und dann machst du das mittags genau wieder, wo du vielleicht morgens nüchtern bist. Mittags hast du vielleicht ein bisschen was gegessen. Du wirst andere Laktatwerte haben. Und das zeigt schon, dein Stoffwechsel läuft anders. Und somit ist das immer so... natürlich, im Optimalfall hältst du dich so gut es geht an deinen Trainingsplan, aber je nachdem, wie du dich auch fühlst, die Athleten müssen halt so ein bisschen lernen, Situationen so gut es geht einzuschätzen, um sich dann auch gut daraus zu verpflegen und Im Optimalfall sich halt überhaupt erstmal gut zu verpflegen und dann ist im Optimalfall erstmal gerade in intensiven Trainingsphasen verpflegt euch lieber ein bisschen höher wie niedriger. Klar, wenn dann das Gewicht hochgeht, muss man dann mit dem Trainer nochmal Rücksprache halten oder hat im Optimalfall einen Trainer, mit dem man Rücksprache halten kann. Aber ich bin auch immer, und das habe ich auch in meinem, ich nenne es jetzt mal Handbuch, dann auch geschrieben, es ist immer wichtiger, sich gut zu verpflegen und Leistung zu bringen, als sich unterzuverpflegen und keine Leistung zu bringen.

Björn: Es ist kein kosmetischer Sport, den wir betreiben. Ja, sonst mach mal Bodybuilding oder irgendwie Fitness.

Niclas: Und die Jungs sehen zwar leistungsfähig aus, aber so ein Bodybuilder, der mit keiner und keinem Körperfett auf der Bühne steht, der ist alles, aber nicht leistungsfähig. Die Leute, die sind psychisch und körperlich ein Frack eigentlich in dem Moment.

Björn: In der Regel sind diese Menschen dann, wenn sie in Peak-Shape sind auf der Bühne, ziemlich durch, ja. Genau, also... Es geht immer um Leistungsaufbau und wenn man da vielleicht mal ein, zwei Kilo zu viel drauf hat, dann ist es erstmal wurscht, weil das kann man ja auch immer mal zwischendurch dann irgendwie loswerden. Wenn man 10 Kilo zunimmt, dann sollte man vorher die Handbremse anwerfen. Aber das Gute ist, ich meine, solange der Motor läuft und man ein bisschen vielleicht zunimmt, vor allem im Winter, ist doch mega. Du kannst halt die mega Shape aufbauen. Wenn es dann so Sportler gibt, die schon mit 6% Körperfett im Dezember durch die Gegend heizen und wirklich die Körner abwiegen, das endet in der Regel nicht gut. Erstens sind sie krank und zweitens bauen sie keine Leistungsfähigkeit aus, sondern dümpeln so rum und haben dann Dann ihre 70er Sauerstoffaufnahme und 0,35er Laktatbildung. Es wird nicht besser werden. Die trainieren wahnsinnig viel und es wird nicht besser werden. Im Krebsgang wird die Form dann hin und her geschoben. Sorry, habe ich so oft gesehen. Trainieren 20 plus Stunden. Zählen die Körner ab und wundern sich, wieso sie nicht besser werden und ich habe ein Kilo zugenommen und haben schon Schweißperlen auf der Stirn.

Niclas: Ohne Scheiß, das ist immer noch mein Go-To-Beispiel. Ich habe einen Athleten, den... den trainiere ich jetzt schon echt lange, ich glaube jetzt seit drei Jahren und wir haben sauviele Faster-U-Tests und ab dem Zeitpunkt, wo ich ihm gesagt habe, nimm mal zwei bis drei Kilo zu, da haben wir das über ein paar Monate sehr konstant gemacht. Wir haben jetzt nicht gesagt, okay, der hat sich jetzt nicht auf die Couch gesetzt und innerhalb von einer Woche sich zehn Becher Ben & Jerry's reingezogen, sondern wir haben das sehr kontrolliert gemacht, 500 Kalorien jeden Tag mehr, wie er verbraucht hat. Er hat über zwei bis drei Monate zwei bis drei Kilo aufzugenommen, jetzt nicht unbedingt, also das war jetzt bestimmt auch Muskelmasse dabei, aber auch bestimmt auch ein bisschen Fett. Aber seitdem, der hat jetzt eine deutlich höhere VO2-Marx, als er vorher hatte. Der hatte vorher eine 62, glaube ich, und jetzt hat er eine 70. Und das ist halt einfach, sein Körper schafft es, mit mehr Energie einfach eine viel bessere Anpassung zu machen. Und da habe ich auch zu ihm gesagt, wir machen das so lange, hältst du dieses höhere Gewicht, bis die Leistung nicht mehr nach oben geht, und dann können wir uns überlegen, gehen wir die drei Kilo vielleicht wieder runter, um dann ein besseres Watt-pro-Kilogramm-Verhältnis da zu haben. Aber bisher ist eine Watt pro Kilogramm durch das Mehrgewicht einfach besser geworden. Und das müssen halt viele Athleten, die gerade zu dünn sind, auch erstmal checken. Und das haben wir im Ausdauersport. Wir haben beide Sachen. Wir haben Leute, die auf jeden Fall zu schwer sind und wir haben Leute, die auf jeden Fall zu leicht sind. Und ich glaube, die müssen sich alle einfach in der Mitte treffen.

Björn: Wobei das zu leicht, ja, das findet man deutlich öfters. Im Profisport.

Niclas: Im Profisport, ja. Ja, weil zu schwer ist halt.

Björn: Wir sind weniger essen fertig.

Niclas: Ja. Gut.

Björn: Super.

Niclas: Punktlandung, eine Stunde.

Björn: Sehr gut. Ich gehe jetzt auch Sport machen.

Niclas: Ich nicht.

Björn: Und genau, sonst, ich habe mir ein neues Buch gekauft.

Niclas: Ich kriege jetzt über einen Athleten, der in der Schweiz wohnt, bekomme ich jetzt doch das Buch von Florian Vogel. Oh, cool. Weil der hat das jetzt in der Schweiz bestellt und wird es mir dann wiederum nach Deutschland schicken. Weil leider hat Florian Vogel auf meiner Anfrage, ich habe ihn angeschrieben und gefragt, hey, kann man das Buch auch bitte nach Deutschland bestellen? Hat er mir nie geantwortet. Florian. Frechheit.

Björn: Wenn du das hörst. Wir wollen das Buch.

Niclas: Wenn ich das Buch habe und gelesen habe, dann kann ich dir sagen, ob es gut war und dann kann ich es dir auch zuschicken.

Björn: Ja, ich habe gerade mir aus Spaß, ich bin ja kein Design-Typ, aber Dieter Rahms habe ich mir gerade Complete Work bestellt, weil ich diese Person einfach immer spannend fand oder finde. Ja. Und zwar der Typ, der früher das Design bei Braun gemacht hat. Maßgeblich, ein sehr reduziertes Design. Auch so Apple hat sich da ja sehr, sehr stark dran bedient, also wirklich extrem dann bedient. Und wie der so Design versteht und auch so im Alltag. Und allein das Vorwort ist schon richtig, richtig gut. Und das habe ich mir so genüsslich reingezogen die letzten Tage. Es sind natürlich viele Bilder, aber es ist ganz schön, wie viele Gedanken man sich machen kann und wie viel Liebe man da reinstecken kann und wie philosophisch das auch ist. Und das finde ich schon ganz, ganz spannend. Ist auch schön anzuschauen. Ja, definitiv.

Niclas: Alright, damit haben wir dann quasi auch die Buchempfehlung abgehakt.

Björn: Haben wir das jetzt auch abgehakt? Nächste Woche bist du dran. Wie heißt das Buch von Florian Vogel?

Niclas: Keine Ahnung, das ist halt das Buch von Florian Vogel. Geht um Radsport. Es sind nicht so viele Seiten, es sind 200. Und es ist quasi alles, er schneidet jedes Thema mal an. Mal gucken, wie die Tiefe in die Tiefe geht.

Björn: Wenn das coole Sachen sind, dann go for it. Gut.

Niclas: Sehr schön. Dann vielen Dank fürs Zuhören und bis nächste Woche.

Björn: Genau.

Niclas: Bis dann. Ciao, ciao.

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