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Episode #59

Super nett

07. February 202636 min

In dieser Episode sprechen Björn und Niclas über ihre neuen Aufgaben und großen Veränderungen zum Start ins Jahr 2026. Für Björn geht es einen bedeutenden Schritt nach vorne: Er ist nun Coach beim Uno-X Mobility und damit auf höchstem Niveau der WorldTour angekommen. Auch bei Niclas gibt es spannende Neuigkeiten – er unterstützt ab sofort als Coach das Team BikeAid aus dem Saarland.

Viel Spaß beim hören.

Transkript

Björn: Willkommen zum A Faster You Podcast, wo sich alles um Ausdauersport und Training dreht. Hier geben euch Sebastian Schluricke, Björn Kafka und Niklas Ranker wertvolle Tipps und Einblicke, die euch helfen, eure Performance auf das nächste Level zu bringen. So, herzlich willkommen zu einer neuen Folge A Faster You im neuen Jahr. Guten Tag Björn.

Niclas: Guten Tag Niklas. Ich fuhre mir schon mal ein Mikrofon rum, damit es gleich mal so Knacki-Knack-Geräusche gibt, wenn wir aufzeichnen.

Björn: Das freut alle direkt. Oh, geil. Ja, hallo. So, neues Jahr, neue Aufgaben und Projekte.

Niclas: Richtig, wir wissen natürlich schon lange Bescheid und haben auch schon lange drüber geredet. Oder was heißt lange? Ich weiß gar nicht, wann habe ich dir das erzählt, dass da eventuell Veränderungen gehen wird bei mir?

Björn: Schon früh, oder? Du hast mir doch schon davon erzählt, als du dich beworben hast und als die Idee dafür kam, okay, ich bewerbe mich da jetzt mal und das alles quasi anfing.

Niclas: Nee, ich glaube nach dem ersten Bewerbungsgespräch habe ich dir das gesagt. Also, lass dich die Katze aus dem Sack. Ich bin Coach bei UNOX geworden. Die haben eine Stelle ausgeschrieben gehabt und darauf habe ich mich beworben. Das war im August war die Stelle frei. Ein sehr guter Freund von mir hat mir geschrieben Bewege dich da bitte. Da passt es super rein. Und das habe ich dann gemacht. Und dann habe ich ein paar Wochen später mal eine Nachricht bekommen vom Olaf Alexander Bu, ob ich nicht mal mit denen reden möchte. Das habe ich dann gemacht. Und dann gab es ein paar Wochen später wieder eine E-Mail, ob ich nicht nochmal mit denen reden möchte. Das ist immer schon mal ein gutes Zeichen. Immer ein gutes Zeichen. Und dann gab es wieder ein bisschen Verzögerung und dann habe ich eine E-Mail bekommen, in der es hieß, wir möchten dich als Trainer haben. Das ist insofern schon eine coole Sache. Erstens ist das Team gut. Mega, ich meine, auch wenn man uns anschaut, was da auf Insta und so abgegangen ist, immer ein sehr, sehr positives Team. Die ganze Entwicklung ist super, das ist halt so ein geiles Grassroots-Team, das ist halt mega, die fing halt super klein an.

Björn: Genau, also das ist glaube ich das, was man so von Uno X irgendwie fast schon so einen kometenartigen Aufstieg, weil die in den letzten Jahren, dann waren sie Pro Conti Team und ab dem Zeitpunkt, wo sie Pro Conti waren, hat auch jeder schon gesagt, ja okay, die müssen eigentlich World Tour fahren, weil sie direkt super erfolgreich waren. Ja. super viele Punkte gesammelt haben und eigentlich jetzt ja auch mit 2026 direkt World Tour Team sind.

Niclas: Richtig, genau. Das fing aber wirklich ganz, ganz klein an. Ich habe jetzt leider vergessen, wo. Asche auf mein Haupt, aber das ist wirklich maßgeblich ein kleiner Verein gewesen und vor allen Dingen eine Schule oder ein Internat besser gesagt, die halt ihre ganzen Radsportler da ausgebildet haben und daraus ist das alles erwachsen und einige der Trainer, Lars Holm und Arne Gunnar, Die sind halt schon ewig dabei. Die haben halt wirklich da angefangen. Die Schüler, Internatsschüler, Thorstein, Trän, Abrahamsen und wie sie alle heißen, die sind halt alle auf dem Internat gewesen. Und diese Trainer sind auch immer dort Lehrer gewesen.

Björn: Das heißt, die ganzen Jungs kennen sich auch alle aus der Schulzeit.

Niclas: Seitdem die zwölf sind.

Björn: Ah, okay. Das ist natürlich super krass für das Teamgefüge.

Niclas: Ja, und das ist halt auch so ein richtig krasses Radsportinternat. Und da greifen, also das ist echt heftig, wenn man sich mal anschaut, wie viele gute norwegische Sportler es gibt, die halt alle aus diesen Internatsverbänden kommen. Und die werden halt, kommen halt UNOX oder Wismar oder INEOS, muss man sich mal anschauen, wo die jungen Norweger alle landen, die kommen halt alle von da oben.

Björn: Okay.

Niclas: Genau, aber genau, war natürlich total super happy. Das war schon ganz lässig, weil das ist immer schon so.

Björn: Eigentlich so ein bisschen der Traum, würde ich fast sagen, eines jeden Trainers, oder? Weil es ist die höchste Liga im Radsport.

Niclas: Klar, ich habe ja auch schon viel in der höchsten Liga gemacht mit sehr, sehr, sehr großen Teams. Ja, müssen wir gar nicht drüber reden. Aber bei einem Team zu sein, wo man sagt, okay, hier fangen wir mal ganz von, nicht von vorne an, aber wir sind in der World Tour und da kann man auch selber ein bisschen was bewegen. Es sind keine festgefahrenen Strukturen. Ich habe mich vorher noch nie irgendwie bei einem anderen Team beworben. Hatte ich noch nie irgendwie festgestellt. Ja, wollte ich noch nie, weil für mich war das natürlich alles super angenehm mit den World2Teams, mit denen ich zusammengearbeitet habe. Aber ich habe so ein bisschen gemerkt, letztes Jahr, okay, vielleicht muss ich da mal irgendwie einen Schritt weiter gehen. Und da kam das gerade so und das war halt spannend. Ja, und dann war ich natürlich happy, weil die brutal viele Bewerbungen hatten. Also weißt du ungefähr wie viele? Über 200, 250 Bewerbungen. Über 250.

Björn: Das ist stabil.

Niclas: Das wurde, glaube ich, auch so kommuniziert und halt auch sehr, sehr viele gute Leute. Kann ich jetzt nicht viel drüber sagen, aber das war natürlich cool, dass sie mich dann genommen haben.

Björn: Okay. Was war für dich, weil du das gerade schon so ein bisschen angesprochen hast, was war so der Hauptauslöser zu sagen, okay, ich bewerbe mich jetzt bei einem Team? War das irgendwie so das Gefühl, okay, als, ich sag jetzt mal, freiberuflicher, freier Coach, du hast so gesehen vielleicht im Mountainbike-Marathon auch alles gewonnen mit deinen Athleten, was du so gewinnen konntest. Genau. Hat das da reingespielt?

Niclas: Ja, definitiv. Das ist so ein bisschen, ey, wir sind nicht übertrieben, aber du hast, ich gucke so zurück und denke so, okay, so als freier Coach habe ich das, das, das. Ja. Was ging da noch viel? Also Mountainbiken, Mountainmarathon, habe ich so ziemlich alles abgegrast, was geht. Auf der Straße im Entwicklungsbereich auch ziemlich, ziemlich, ziemlich viel.

Björn: Du hast ja mit mehreren Kontinental-Teams zusammengearbeitet.

Niclas: Ja, aber ich habe auch U23-Weltmeistertitel, Zeitfahren, damals auch mit Clemens Hesse zusammen, U23, Europameisterschaft, Frauen, auch mit Clemens zusammen. Dann Kontinental-Bereich, damals, als ich mit dem Team Rinkhoff die Sachen gemacht habe, von dem wirklich kleinen Low-Level-Team zu Bundesliga-Gewinner... Mehrere Male hintereinander, Gesamtgewinn-Team und Gesamtwertung Fahrer, glaube ich auch. Dann mit den Fahrern durch Friuli gewonnen. Ich glaube, Malle Polske haben wir auch gewonnen, Scheckerland. Leute in die Worldtour gebracht von eigentlich schon aus dem... Nachwuchs-Development-Bereich raus, in die World Tour rein, mehrere Fahrer. Und das ist halt schon ganz cool, wenn du Fahrer hast, die eigentlich da aus diesem Bereich, die ja nie drin waren und da eigentlich raus aus dem Spiel sind, so hart ist es ja. die man dann trotzdem in die Worldtour gebracht hat, war das schon ganz lässig. Und dann natürlich Wisma und den anderen Worldtour-Teams, mit denen wir bei A Faster You zusammenarbeiten, da beratend arbeiten immer. In der Aerodynamik, im Training und so weiter. Ja, aber dann war ich so und dachte so, okay, was kann ich noch mehr bewegen? Und wo kann ich denn selber noch meinen Stempel eventuell aufdrücken? Oder wo sehe ich ein Team, das so viel, eventuell so viel Raum lässt, dass man sich da entwickeln kann? Und ich meine, der Olaf Alexander Bu müssen wir nicht drüber reden. Der ist halt schon ziemlich gut. Sehr gut. Der ist ja auch letztes Jahr da hingekommen.

Björn: Ja, der macht mittlerweile aber, der leitet quasi das Performance Management.

Niclas: Head of Performance. Und von daher wusste ich schon, dass da sehr viel frischer Wind ist. Und ja, dann ging es halt eigentlich darum, passt man zusammen? Und das ist wirklich, glaube ich, so der entscheidende Punkt in so einem Teamgefüge. Kommt man gut miteinander aus, kann man sechs, sieben Stunden lang jeden Tag im Trainingslager zusammen im Auto sitzen. Darauf läufst du ja irgendwann hinaus. Ja, und scheinbar habe ich da einen ganz guten Eindruck hinterlassen, wie man so auf Norddeutschland sagt.

Björn: Nee, war gut. Darf ich fragen, wie viele Trainer seid ihr? Weil ihr arbeitet ja sicherlich irgendwie in einem Team, wo jeder quasi seine Bereiche hat.

Niclas: Sehr, sehr, sehr, sehr eng zusammen. Geringer Betreuungsschlüssel sozusagen. Ich glaube, bei den Männern sind wir mittlerweile sechs, sieben. Wir sind immer so ein bisschen gemischt. Und Männer- und Frauenteams arbeiten komplett zusammen. Eine Stufe. Das heißt, bei jedem Coaching Summit, auch Trainingslager, machen die Männer und Frauen zusammen.

Björn: Ah, das heißt, die Teams werden nicht, das ist ja oft so, dass sie sich quasi nur die Sponsoren teilen, das Ganze drumherum, aber quasi.

Niclas: Alles absolut gleichberechtigt. Was mega ist. Frauen können auch genauso viel trainieren. Fertig, aus. Also muss man ehrlich sagen. Ernsthaft. Also wieso nicht? Also höchstwahrscheinlich, also Energiesätze pro Kilo Körpergewicht oder pro Muskelmasse müsste man mal berechnen. Aber es ist schon echt relativ eng. Also dass da Frauen jetzt irgendwie deutlich weniger machen müssen, ich lasse meine Frauen auch, also die Frauen, die ich trainiert habe, ja auch brutal viel trainieren lassen, das funktioniert. Verkraften das, solange der Energiehaushalt passt und genug gegessen wird. Übrigens, Jetzt mal ganz kurz, haben wir das letzte Mal schon drüber gesprochen. Bitte. Und das kam mir so, wir haben ja Gesang immer essen, essen, essen. Ich meine, das ist ja so der Elefant im Raum. Du siehst alle möglichen Studien. Das Training, V2 Max steigert sich, bla bla bla bla. Jetzt haben wir mal, Sebastian und ich, echt eine fette Untersuchung laufen lassen über all die Daten, die wir haben von den Sportlern.

Björn: Okay, also ihr habt quasi alle Daten, die ihr in der FASA-Jugend habt?

Niclas: Alle. Und das sind sehr viele. Wir haben erstmal brutal viele Tests. Ich würde mal behaupten, mehr Tests als so ziemlich jede Plattform. Und dann haben wir natürlich auch sehr viele Daten, Trainingsdaten, also auch brutal viele. Vor allem auch historische Daten. Und grundsätzlich eine VO2 Max, so wie es aussieht, Eine VO2max-Entwicklung geht immer einher mit einer entweder gleichbleibenden Laktatbildung, glykolytischen Leistung oder mit einer leicht steigenden. Was ja irgendwie auch klar ist, VO2max ist ja auch immer ein glykolytischer Anteil. Absolut. Laktatbildungsrate sinkt, heißt auch immer, dass die VO2max im besten Falle gleich bleibt, tendenziell eher sinkt. Was heißt das jetzt fürs Training? Jetzt kann man natürlich sagen, die Intervalle sind super dafür. Keine Ahnung. Man könnte ja diesen kausalen Zusammenhang darstellen. Aber wir wissen nicht, was die Leute gegessen haben. Und diese ganzen Studien sind ja alle brutal delimitiert. Wie viel Energiefluss hat der Sportler sozusagen fabriziert? Und wie viel hat er gegessen? Ist es immer noch positiv oder ist es schon negativ? Weil negativ heißt höchstwahrscheinlich Lactatbildung geht runter. Glykolytische Leistung wird effizienter. Kann man ja auch manchmal wollen. Und dieser Elefant im Raum wird halt echt wenig beachtet. haben die Jungs, Mädels eine ausgeglichene Kalorienbilanz. Und das Witzige ist, im Krafttraining, im Bodybuilding, im Bodybuilding wird niemand auf die Idee kommen. Das ist schon in Stein gemeißelt. Da heißt es, Muskelaufbau nur mit einer positiven Kalorienbilanz. Fertig.

Björn: Da wird gar nicht drüber geredet. Und im Endeffekt Muskelaufbau kann man im Radsport in Anführungszeichen jetzt nicht zu 100 Prozent, aber mit Leistungsaufbau. Genau, Leistungsaufbau. Reicht jetzt einfach. Genau. Willst du besser werden, brauchst du mehr Energie.

Niclas: Willst du besser werden, brauchst du die Energie, dass dein Körper sich anpasst. Fertig aus. Und da ist halt dieses Dogma, dieser Anachronismus von Radsportler müssen halt so Spaghetti-Menschen sein. Also so dünn zumindest. Barilla Number One oder Three oder wie auch immer es die Schmalzen sind. Und jetzt sagen auf einmal, oh krass, die fahren alle so super schnell und und und. Na klar, die essen jetzt auch mal. Wir können halt jetzt auch mal die Energie nutzen und gehen nicht mit Schlaftabletten ins Bett, damit wir vor Hunger nicht aufwachen. Was für ein perverses Verhalten. Ich glaube, das ist auch. Ich meine, wir beide ja auch. Man hat immer noch Sportler, die du siehst und denkst, das kann gar nicht angehen. Dann fährst du irgendwie mal eine längere, härtere Einheit und dann irgendwie so ein nächster Tag, geht gar nichts und so weiter. Was hast du denn gegessen?

Björn: Ja, es ist eigentlich sehr, sehr hart gegenüber allen Sportlern. Aber ich bin ja selbst aktiv und ich mache das Ganze selbst und ich würde behaupten, wahrscheinlich trainiere ich härter als mindestens mal 90 oder 95 Prozent meiner Sportler. Und ich weiß, dass wenn man es hinkriegt, acht Stunden zu schlafen und wenn man es hinkriegt, seinen Energiehaushalt zu decken, dann kannst du 30 Stunden die Woche trainieren und dann kannst du 30 Stunden die Woche trainieren mit Intervallen und du bist danach nicht grau. Du kannst den ganzen Monat Girona 120 Stunden trainieren, wenn du es hinkriegst, deinen Energiehaushalt zu decken. Klar bist du danach irgendwo gestresst und müde, aber du bist nicht so grau. Und hast keine, oh, meine Beine brennen bei jedem Treppensteigen. Ja, das ist, weil du dich totgefahren hast, Kollege. Das ist, weil du viel zu wenig isst.

Niclas: Bisschen Kaviar dazu, also mit Vorsicht zu genießen. Wenn du die nötige Sauerstoffaufnahme hast, dann geht es.

Björn: Ja, natürlich. Das war jetzt sehr überspitzt und provokant gesagt.

Niclas: Die Konsynthese muss schon so ein bisschen dahinterstehen. Ähm. Aber viele Leute erreichen das gar nicht erst, weil sie sich schon vorher den Hahn zudrehen. Weil es immer heißt, ich bin zu schwer. Aber ganz einfache Rechnung. Baust du den Motor auf, hast du irgendwie 45 PS oder hast du einen V8 Motor drin? Und wenn der V8 Motor erstmal läuft, dann zieht er halt auch 19 Liter durch. Und dann wird das ganze Thema mit ich muss mal abnehmen auch eine ganz andere Nummer, wenn ich mit 300 Watt Grundlage fahre oder mit 150 Watt.

Björn: Ganz einfach. Dann hat sich das Thema Abnehmen auch ganz schnell geklärt, weil du nimmst sehr schnell ab. Richtig, ganz genau.

Niclas: Man nimmt halt auch sehr schnell ab. Von daher, ich hoffe jetzt und das ist halt, die Hörer sind vielleicht schon genervt, aber man kann es echt nicht oft genug sagen.

Björn: Ich muss aber ehrlich sagen, Also wir predigen es hier echt viel und ich habe so langsam das Gefühl, auch durch Sportler, ich glaube der prägnanteste ist Jonas Abrahamsen, einfach auch durch Sportler, die jetzt immer mehr zeigen, okay, ey, was wir überhaupt essen. Also gerade, es wird glaube ich gerade irgendwo auf Social Media auch ein Interview von Mats Pedersen der halt auch gesagt hat, ey, was wir mittlerweile essen, es ist teilweise auch, ja, es ist teilweise anstrengend, sich jeden Tag 6.000, 7.000 Kalorien reinzudrücken, definitiv, gerade wenn du es vor allem gesund machen willst. Aber es ist halt der Weg, der zu Leistungsfähigkeit führt und der dazu führt, dass ich die ganze Zeit 300 Watt fahre und dabei grinse und 130 Puls habe, so überspitzt.

Niclas: Ich weiß, als Andi seinen ersten WM-Titel hatte,

Björn: Ja, über Andi sagt man doch immer, also zumindest im Fahrerfeld so, ja, gibt keinen, der mehr Reis essen kann wie Andi.

Niclas: Ja, auf dem Weltmeister-Trikot steht auch drauf, vielen Dank für, keine Ahnung, acht Jahre Arbeit oder acht Jahre Training. Und immer essen, essen, essen. Das ist so dieser Standardspruch, den ich halt seit Ewigkeiten predige. Und seitdem ich Trainer bin, seitdem wir angefangen haben mit dem ganzen Krempel, und das ist ja auch schon deutlich über zehn Jahre her, wir haben gesehen, wie viel Energiefluss stattfindet. Wir haben halt die ganzen Sachen nachsimuliert und ich habe immer gesagt, ey, essen, essen, essen, essen, sonst wird das nichts. Und das ist echt ohne Scherz. Und die Erfolge, die ich hatte, bis dato kann man ja sagen, sind ja schon ganz gut und mit Sicherheit hat... der Tank, der befüllte Tank da auch einen sehr großen Anteil dran.

Björn: Ja, definitiv. Ja, aber dazu noch, jeder Sportler, man braucht keine fancy Apps, man braucht keinen Foodcoach, man braucht kein Hexes, Fuelin, wie sie alle heißen. Ladet euch mal MyFitnessPaul runter. MyFitnessPaul kann sich mit TrainingPeaks verbinden, ist kostenlos. Und ihr ladet euch mal runter, stellt ganz normal laut denen ihren Formeln das Standardzeug ein, was ihr an Energie umsetzt. Dann fahrt ihr euer Training, guckt am Ende, wenn ihr mit Powermedia gefahren seid, was steht da an Kilojoule und holt einfach nur mal die Kilojoule, die ihr eins zu eins umgesetzt habt im Training und rechnet die mal auf euren Tagesumsatz drauf und guckt mal, ob ihr überhaupt plus minus 5% schafft, das zu essen, was da dann draufsteht und das jeden Tag. Und das auch an Tagen wie Samstag, Sonntag, wenn der normale Hobbyathlet mal seine fünf Stunden fährt. Und das müsst ihr decken. Wenn ihr das hinkriegt, Samstag fünf Stunden zu fahren, Sonntag fünf Stunden zu fahren und an beiden Tagen eure Energie sauber deckt erstmal, dann werdet ihr sehen, ah, mir geht es montags ja gar nicht so schlecht.

Niclas: Und dann gibt es auch den Montag nicht den 4000 Kilo Kalorien Fressflash, ja.

Björn: Genau, und dann liegt man nicht abends im Bett und denkt, ah scheiße, ich habe so Hunger, ich habe so Hunger. Oder muss nachts aufstehen, ein Stück Schokolade essen gehen oder was weiß ich, was ich schon alles für Storys gehört habe, wo ich mir denke, ja, ihr müsst halt auch mal anfangen, ordentlich zu essen. Und halt nicht in irgendwelchen alten... klassischen Dogmas drin hängen, sondern halt auch mal gute Sachen essen.

Niclas: Ja, es ist super simpel eigentlich, aber es muss immer wieder, es ist ja auch ein emotionales Thema, von daher. Schauen wir mal, ob sich da langsam ein bisschen, oder es ändert sich ja schon sehr viel von daher.

Björn: Ich habe auch immer mehr Sportler und das freut mich super, die auf mich zukommen. Hey Niklas, du hast doch mit Ernährung erzählt, können wir da mal was machen? Ich so, ja, jeder der Bock hat und das angehen will, dem helfe ich gerne. Man muss halt, ich sag mal, zumindest zum gewissen Grad die Disziplin mitbringen, das halt mal über mindestens mal eine Woche, zwei ordentlich zu tracken, dass man eine Grundlage hat, mit der man arbeiten kann. Die Bereitschaft muss halt da sein. Genau.

Niclas: So, aber Uno X. Ja, genau. Das hieß natürlich auch für mich, dass sich da mächtig was ändert, was meine Sportler betrifft. Das war so das Hauptding. Ja, ich hatte ja doch mit vielen Sportlern ein sehr gutes Verhältnis oder eigentlich mit allen Sportlern und musste dann mit den Sportlern, mit denen ich halt sehr viel, sehr regelmäßig arbeite, musste ich natürlich erst mal telefonieren und das klären.

Björn: Relativ viele, relativ unangenehme Telefonate, würde ich behaupten, oder?

Niclas: Ja, wobei sich echt jeder gefreut hat. Das war super. Da gab es niemanden, der irgendwie so, ich bin jetzt scheiße und so weiter. Nee, die haben sich wirklich alle gefreut. Ich habe mich auch bei den Sportlern bemüht, neue Trainer zu finden. Niklas hat ja einige übernommen und Peter Schermann auch. Und dann musste ich, da hatte ich natürlich auch noch einige Sportler, Bahn oder was weiß ich, die musste ich halt woanders unterbringen. Und das hat dann teilweise echt lang gedauert, bis ich die versorgt hatte. Das war mir wichtig. Und ja, genau. Das waren, ich sage mal, so ein guter Monat Telefonate und hin und her. Und es war echt krass. Ich habe es so ein bisschen unterschätzt. Und hatte dann eine Liste, die ich dann abgearbeitet habe. Und dann musste ich nochmal ein bisschen Trainingsblende weiterschreiben. Und passt das jetzt? Und mit dem neuen Trainer reden und all diese Sachen. Es war dann schon ziemlich... Aufwand, genau.

Björn: Man muss auch ehrlich sagen, als Trainer, der quasi die andere Seite gesehen hat, ist es halt auch einfach immer schwierig, du übernimmst quasi einen Sportler, der ja happy war mit seinem Trainer, der ja vielleicht gar nicht wechseln wollte.

Niclas: Also ich glaube, ich hatte keinen Sportler, der wechseln wollte, gab es nicht. Gar keine, das waren die alle. Das in dem Sinne nicht geil. Ich meine, du hast ja mit den Leuten gesprochen und die waren, glaube ich, zum Großteil alle ziemlich happy.

Björn: Ja. Da ist auf jeden Fall, ich sage mal, immer eine relativ schwierige Situation für den neuen Trainer. Normalerweise wird man ja der neue Trainer von jemandem, weil irgendwie vorher die Person unzufrieden war und in dem Fall war die Person halt zufrieden und musste trotzdem den Trainer wechseln.

Niclas: Ja, genau. Aber ich bin ja nicht aus der Welt. Ja, das darf nicht vergessen. Ich bin ja immer noch da und von daher passt das auch alles. Und ich, klar, jemand wie Andi und die Großen, die wissen selber, was sie tun. Ich bin da immer noch in Kontakt, also so ein bisschen Mentoring unterwegs. Das ist auch vertraglich geregelt. Von daher alles gut. Ja. Und jetzt bin ich da. Habe dann offiziell zum 1.1. da angefangen. Habe natürlich vorher schon einiges gemacht, damit ich da nicht so einen ruppigen Einstieg habe, weil jetzt fängt ja gleich schon Tour Down Under an. Wann ist da Start? Die fliegen jetzt in zwei Tagen da runter. Aber du fliegst nicht? Nee. Ich bin woanders. Das sieht man dann auch bald auf Instagram, wo ich bin.

Björn: Okay, das heißt aber für dich, du wirst jetzt auch sehr viel reisen, also Großteil Trainingslager muss man quasi mit und bei Rennen, wie viel bist du da so eingebunden?

Niclas: Weiß ich noch nicht. Aber vor allen Dingen, Fokus ist Zeit mit Sportlern verbringen. Und die Zeit habe ich jetzt ja auch, weil ich sehr viele Sportler abgegeben habe.

Björn: Ja, das heißt einfach im Trainingslager dabei sein, im Auto hinten dran sitzen, gucken, was machen die Jungs und so gut es geht Input geben.

Niclas: Ja, letztendlich ist es ja auch das, was ich immer sage, ich trainiere ja keine Roboter, sondern Menschen und du musst halt ein Gefühl dafür entwickeln, wie dieser Mensch tickt. Ja. Und das kannst du am besten, wenn du mit den Menschen zusammen bist. Vor allen Dingen auf dem Level muss es ruckizucki gehen. Das ist nicht wie bei anderen Sportlern, wo man, ich der viele Sportler teilweise gar nicht gesehen habe und wo sich so ein Verhältnis halt über Jahre hinweg langsam aufbaut, was auch super funktioniert. Aber hier muss es jetzt so ein bisschen schneller alles gehen. Ich muss sie halt richtig kennenlernen. Und ja, gucken wir mal.

Björn: Jetzt so, wenn ich was frage, was du nicht beantworten kannst, einfach sagen. Dann sage ich keine Ahnung. Gut. Was ist so, ich sage mal, wahrscheinlich das Hauptziel des Teams ist Tour de France gewinnen, oder?

Niclas: Ja, ich glaube, das haben sie schon mal kommuniziert, ja.

Björn: Ja, okay. Das heißt, die Entwicklung geht quasi dahin, einen norwegischen, im Optimalfall einen norwegischen Fahrer so zu entwickeln, dass er die Tour gewinnen kann und auch das Team quasi in der Lage ist, diesen Fahrer dann in den Bergen so zu unterstützen. Weil bisher war, zumindest in meiner Wahrnehmung, UNO X vor allem ein Team von, okay, das sind alles irgendwie... 1,90 Hünen, die unfassbar hohe V2 Max haben und die ganze Zeit bei Klassikern mitstrahlen. So in den Bergen, wobei ein Fahrrad dieses Jahr bei der Tour auch schon richtig gut war. Sechster. Genau. So, also aber ich sag jetzt mal, das Rundfahrteam waren sie bisher zumindest in der großen Wahrnehmung noch nicht. Die haben ja ein bisschen aufgestockt.

Niclas: Ähm, haben wir ja gesehen, der Thorstein Tränen ist jetzt dabei. Okay. Der schon letztes Jahr, wo älter, das rote Trikot getragen hat. Ich glaube, Gesamtneunter, dann wurde es leider krank geworden in der letzten Woche.

Björn: Als ich den Wechsel gesehen habe, ich glaube, war es Abrahamsen. Abrahamsen hat ein Bild gepostet, wo er irgendwie mal schon mit jungen Jahren, weil die kommen quasi auch gleiche Ecke. Das sind schon Buddies. Ja, ja. Und die sind auch beide schon in dem Team gefahren? Also Torstein kommt quasi, ich sag mal, einfach zurück? Der kommt zurück. Ah, okay.

Niclas: Und der Anton Czami auch, der ja bei Astana war, auch richtig guter Kletterer, starker Fahrer, Tour von Mann, Stagewinner, Mountainstage, vor richtig guten Jungs. Also die haben da ein bisschen aufgestockt, dass sie in den Rundfahrten auch gleiterstarke Fahrer haben. Okay, okay.

Björn: Jetzt die, für mich zumindest die offensichtlichste Frage, also ich kenne die Antwort, wir haben ja schon mal drüber gesprochen, aber für die Zuhörer, stimmt es, Norwegian Method, machen sie was anders? Ist es anders oder ist es im Endeffekt einfach nur, ich sag jetzt mal, Kommunikation und Marketing oder wie siehst du das?

Niclas: Ah, ich kann das noch. Also, Da kann sich jetzt jeder was zusammenspinnen. Aber was ich sagen kann, ist das Erste, was mir aufgefallen ist, als ich zusammen mit den ganzen Trainern saß und mit dem Direktor Sportiv. Ich saß in einem Raum, wo ich das Gefühl hatte, wow, das sind alles Menschen, die so ticken wie ich. Alle sehr unterschiedlich auf ihre Art und Weise, aber alle extrem respektvoller Umgang. Alle ein hohes Verständnis dafür, dass man irgendwie mal einer rausgeht. Alles sehr flexibel. Man lässt sich sehr viel Raum. Es entsteht der Performance-Druck ist das falsche Wort. Die Bereitschaft, die Lust, miteinander, füreinander was zu tun, ist krass. Das habe ich so noch nicht erlebt in Teams. Und auch in der freien Wirtschaft nicht. Oder in der Arbeitswelt. Klar, ich habe jetzt schon irgendwie in verschiedenen Unternehmen gearbeitet. Vielleicht, das stimmt nicht, als Clemens und ich zusammengearbeitet haben, da war das auch so. Am Anfang war da wirklich so ein extremer Teamgeist hinterher, dass wir da gesagt haben, ey, wir machen das Ding zusammen und, und, und. Und das hat halt so eine Strahlkraft, a nach außen und nach innen, dass da jeder dran zieht und alles sehr, sehr ruhig. Das ist vielleicht typisch skandinavisch. Ich meine, ich bin ja an der Grenze aufgewachsen zu Dänemark, Dänisch in der Schule gelernt, habe auf Skandinavistik studiert, also auf die Sprachen, die natürlich ziemlich eingerostet sind, aber das wird sich jetzt vielleicht ändern. Da gibt es halt keine Angeber, fäll ich aus. Alles sehr ruhig.

Björn: Das heißt auch im Endeffekt, wenn jemand was zu sagen hat, er nimmt sich vielleicht erst mal zurück und versucht das dann aber möglichst sachlich und geordnet rüberzubringen, ohne jetzt irgendjemandem auf die Füße zu treten oder so.

Niclas: Da gibt es superflache Hierarchien. Es gibt kein Regelbuch. Es gibt irgendwie so musst du dies, so musst du das. Das sind die Verhaltensregeln. Gesunder Menschenverstand. Exakt. Es gibt mit Sicherheit... ich sag mal so, so ein wertegeleitetes Agieren. Und zwischen diesen Werten oszillierst du dann halt eben und bewegst dich in deinem Spektrum. Und das ist natürlich super, weil A, Entscheidungsprozesse super schnell gehen. Was darfst du, was darfst du nicht? Es gibt ja jetzt kein Regelbuch so auf Seite 583, Paragraf 1, Strich, bla bla bla. Sondern du weißt, okay, das ist scheiße und im Zweifel fragst du halt.

Björn: Also ich glaube, man muss das dazu sagen, es gibt Teams in der World Tour, wo es, zumindest was ich gehört habe, ein sehr strenges Regelbuch und Regelwerk gibt für Mitarbeiter und auch Fahrer.

Niclas: Naja, das kann mit Sicherheit gut sein. Aber zumindest das, was ich so mitbekommen habe, ist, es wird immer miteinander gesprochen und nicht übereinander, was ich echt cool finde. Also wenn jemand nicht im Raum ist, dann findet er halt... Es ist einfach... ein Team, wie man sich das vorstellt. Also es ist einfach mega, muss ich jetzt einfach mal so sagen. Es ist einfach, gehst da rein und denkst, okay, alles klar. Danke, dass ihr auf mich gewartet habt.

Björn: Das heißt im Endeffekt, es ist quasi ein Team, aber du würdest jetzt nicht sagen, vom Training her, von der Performance-Seite her, sie machen wirklich was grundlegend anders.

Niclas: Sie machen was anderes. Natürlich machen sie Sachen anders, wie auch Wismar Sachen anders macht. Aber jedes Team hat seine Handschrift. Brutal. Egal welches Worldtour-Team du nimmst, jeder macht was anderes und was erfolgreich ist oder wie auch nicht, entscheidet am Ende des Tages die Resultate. Ich glaube, das ist natürlich ein netter Marketing-Schrei, wenn man sagt, hier die Methode oder das oder und ich sage mal so, es gibt das Zusammenfügen aller Stränge, die so rumliegen und das Überdenken und das auch nicht verkomplizieren von Abläufen führt am Ende des Tages zu positiven Resultaten und vor allen Dingen, so wie ich es bis jetzt mitbekommen habe, dass Fahrer nicht als, wie soll ich sagen, Vieh benutzt werden, so fahr mal die und die rennen und uns scheißegal, ob du halb tot bist. Und übrigens hier mal Flugticket, nächsten Morgen bist du am Flughafen XY. Das gibt es halt nicht, sondern der Fahrer hat da einen extrem hohen Stellwert. Das ganze Team hat einen extrem hohen Stellwert. Das heißt, die Jungs, die die Tour fahren, die können halt nur die Tour deshalb fahren, weil es halt 20 andere Fahrer gibt, die sich die Saison über schinden, damit die anderen Zeit haben. sich vorzubereiten für die Tour de France. Und das ist nicht selbstverständlich, so wie ich es mitbekommen habe. Und von daher ist da dieses Gut, dass man die Fahrer wie Rennpferde vernünftig behandelt und ihnen auch Gutes tut, hat einen sehr, sehr hohen Wert. Und auch untereinander, ja, das ist wirklich so ein extrem hoher, respektvoller Umgang. Fertig, aus.

Björn: Ich glaube halt, so wie du das jetzt bisher erzählt hast, es ist halt auch ein massiver Unterschied, ob Fahrer, ich sag jetzt mal provokant auch wieder, einfach zusammengekauft werden oder ob die Jungs quasi zusammen aufwachsen und irgendwo... Viele Fahrer, die jetzt quasi noch aktiv in dem Team sind, haben ja diesen Prozess von... Conti-Team, Pro-Conti-Team zur Worldtour quasi mit durchlebt und sind quasi mit dem Team gewachsen. Und das ist natürlich ein Riesending, wo natürlich, die haben alle zusammen an einem Strang gezogen und ziehen im Optimalfall weiter an einem Strang und im besten Fall sind ja quasi die Fahrer, die in den nächsten Jahren danach kommen, ich sag mal aus derselben Schule und haben dasselbe Ziel, okay, ich will für Uno X fahren und ich will da... quasi das Team voranbringen.

Niclas: Ja, genau. Sehr, sehr hoher Teamgeist. Extrem hoch.

Björn: Okay, okay. Wie war dein Eindruck? Du hast vorhin schon gesagt, er wäre sehr gut von Olaf Alexander Buu, weil ich meine, wenn man so, er gibt ja mittlerweile viele Interviews so und ich muss sagen, teilweise finde ich seine Interviews sehr gut, aber teilweise sitzt man auch so und hört sich das an und denkt sich so, Herr Von was redet er? Weil er jetzt teilweise, er kriegt eine Frage und dann schweift er ultra ab in eine Richtung und wird super speziell. Und ich habe mir in einem Interview so gedacht, das war jetzt nicht das, wonach du gefragt wurdest. Es war super interessant, was du erzählt hast, aber das war jetzt eigentlich viel zu tief in einer anderen Sache drin. Also ich glaube, der wirkt nach außen hin schon wie ein sehr krasses Brain, was so diese... diese ganzen kleinen Feinheiten auch einfach angeht.

Niclas: Ja, er ist mit Ja, also das, was man aus den Interviews hört, definitiv. Aber du lernst ihn ja natürlich auch auf einer anderen Seite kennen. Aber ich finde so insgesamt, er ist der richtige Mann dort an dem Platz, an dem er jetzt ist. Definitiv. Er hat ja keine Sportler, sondern überwacht das. Er bringt Prozesse voran. Sehr, sehr elegant, würde ich sagen. So wie ich das bis jetzt mitbekommen habe, also es kommt ja jetzt nicht an in der Zeit, in der er jetzt da ist und haut da mit dem Hammer auf den Tisch und jetzt machen wir es anders, sondern transformativ, langsam, nicht disruptiv. Auch die guten Sachen und davon muss man ehrlich sagen, gab es halt sehr, sehr viele, sonst hätten sie es ja nicht so weit gebracht. Sich anzuschauen, zu übernehmen, seine eigene Richtung. Also es gibt nie, nie, nie, nie, also das, was ich bis jetzt gesehen habe, dieser Entscheidungsprozess von oben findet nicht statt. Völlig.

Björn: So, man setzt sich zusammen an den Tisch, guckt sich die Sachen an und sagt, okay, machen wir das, machen wir das nicht.

Niclas: Genau. Und da haben halt viele Trainer haben halt so ihr Spezialgebiet. Und danach werden die auch gefragt und genutzt und so weiter. Und diese Expertise ist halt mega. Du hast einen Len Parker, der von der Bahn kommt, der mit dem Bahnführer der Frauen viel gemacht hat. Ja, der hat einen mega Krafttrainingshintergrund. Niele de Jong, der bei DSM früher war. Supertyp Olaf, Alexander, Boo natürlich, dann hast du Jesper Winkel, ehemaliger Straßenfahrer, sehr gut, Torquil, ehemaliger Straßenfahrer, auch Supertyp, Arne Gunnar, Lars Holm, die vor allem diese Nachwuchsarbeit so grundsätzlich so richtig, richtig gut gemacht haben. Kaspar von Holstach, der Bahn beziehungsweise aero-mäßig richtig, richtig gut ist, mit den Dänen total viel gemacht hat. Da findet sich halt eine ganz breite, große Masse an super viel Expertise zusammen. Und das zu fördern, ja, das ist vielleicht auch das, was der Olaf da sieht, dass okay, wir haben jetzt hier ein Trainergefüge, das super viel Spezialwissen in den einzelnen Sachen hat und das nutzen wir halt für alle maximal aus. Ja, das ist schon ganz cool.

Björn: Okay. Wer ist der Trainer von Jonas, wo dieses Video gerade die Tage kam? Ah, Lars Wolff. Das war Lars Wolff, okay. Der so ausgeflippt ist bei dem Sieg von Jonas bei der Tour. Lars Wolff ist super. Das war so geil zu sehen, wie der Typ dann Boxershorts auf seinem Sessel sitzt und völlig ausflippt. Lars ist super.

Niclas: Super nett. Die sind alle super nett. Es klingt jetzt ein bisschen so, aber es ist wirklich, wie gesagt, als mir mein Freund das schon sagte, den kann man ja auch mal namentlich erwähnen, das ist Jan Oellerich. Er ist bei DT Swiss und Jan Oellerich war der erste Sportler, den ich trainiert habe. Damals beim Team Stölting. Team Stölting, oder der ist dann da hingekommen zu dem Team. Und das war ja noch vor Jahrtausendländer, als ich mit ihm gearbeitet habe. Und Team Stölting war damals der Shit. Das war das Nachwuchsteam. Silvio Herklotz, Nils Pollitt, Lennart Chemner und wie sie alle hießen. Also die waren halt alle in diesem Team. Und Jan auch. Und Jan kennt halt UNOX schon relativ gut und relativ lang, weil DT hat natürlich auch einen Sponsoring-Vertrag mit denen. Und hatte mir dann diesen Link geschickt und gesagt, ja, Das ist dein Team, ich kenne dich so gut, du passt da zumindest laut seiner Aussage oder Denke super rein und scheinbar war da was dran. Okay, geil. Ja, genau. Jetzt schauen wir mal, was heißt es natürlich jetzt hier für uns, für den Podcast. Ich bin natürlich immer noch bei Faster You. Da habe ich meine Anteile und so weiter. Von daher, da wird sich nichts dran ändern. Ich werde eventuell nicht mehr so oft im Podcast sein. Das wird mit Sicherheit so sein. Weil du einfach mehr unterwegs bist. Ja, genau. Eventuell unterwegs. Eventuell holen wir uns nochmal jemand anderen rein, auch mehr Gäste. Das heißt, Niklas wird ein bisschen mehr machen. Sebastian wird auch mal reinkommen. Mehr. Aber das findet sich. Und ich werde natürlich nicht mehr so detailliert sicher über andere Fahrer sprechen. Das heißt, auf der Straße und so weiter, da werde ich mich natürlich ein bisschen zurückhalten, was ja auch klar ist.

Björn: Ich muss dann die Analysen der Tour de France machen. Du darfst es machen. Gerne. Und Björn sitzt dann einfach da, nickt oder schüttelt mit dem Kopf, sodass ihr das nicht seht und mitbekommt.

Niclas: Du darfst dir das dann selber ausmalen. Und ja, aber da findet sich eine gute Lösung. Aber ich bin nicht aus der Welt und das glaube ich schon mal ganz gut.

Björn: Eine Frage noch. Denkst du, wir kriegen Olaf Alexander Wu einmal als Gast in den Podcast? Boah, das war Das wäre schon cool.

Niclas: Aber da sind auch alle anderen, also da kann man, alle toll. Das ist wirklich mega. Ich würde auch mal einen guten DS in den Podcasts haben, ist glaube ich auch mal super spannend.

Björn: Wir nehmen jeden. Jeder, der gerne redet und was erzählen will, ist herzlich eingeladen.

Niclas: Raoul Seldran ist jetzt bei Bora Hansgrohe. Okay. Just saying. Und vielleicht kann man ja in den Shownotes dann auch diesen Link mal reinbauen. Wir hatten den Raoul vor dreiviertel Jahr im Podcast.

Björn: Da warst du allein an dem Tag. Ach, da war ich allein.

Niclas: Guck mal.

Björn: Ich habe die Folge nur hochgeladen. Du warst allein und hast die Folge mit ihm über Ernährung gemacht. Der Trainer von Cararual und Klimatisa.

Niclas: Er war Ernährungsberater bei Cararual und er ist jetzt bei Boahans geworden. Geil. Ja, genau. Das nur mal so erwähnt. Ja, aber hier, so jetzt haben wir jetzt voll viel über mich gesprochen. Jetzt Niklas, auch bei dir gibt es Änderungen. Niklas tritt in meine Schuhstapfen, aber ungewollt. Das war nicht abgemacht.

Björn: Naja, also erst mal. Genau, ich werde, oder seit dem 01.01. arbeite ich für, mit, erstmal als externer Berater für das BikeAid-KT-Team. Ja, irgendwie einen richtigen Namen haben wir dem Ganzen nicht gegeben. Ist einfach zustande gekommen, weil ich Matthias Schnappke, den Teamchef, halt... Ja, jetzt schon länger kenne, so von den ganzen Events hier im Saarland und so ist man sich halt jetzt schon öfter über den Weg gelaufen und im Endeffekt über so ein paar Events im letzten Jahr, wo ich dann halt im Saarland auch mal auf Rennen war. haben wir uns halt immer wieder unterhalten und einfach, ich glaube, der Hauptpunkt ist die Nähe, dass ich halt quasi, ich bin mit dem Fahrrad in 25 Minuten quasi in Plieskastel, wo das Team sitzt, mit dem Auto 15 Minuten und kann einfach, also habe quasi einen sehr direkten Bezug zu dem Team. Wir haben ja auch Da wir ein saarländisches Team sind, sind ein paar Fahrer hier. Das heißt, zu den Fahrern habe ich jetzt auch ein bisschen direkteren Bezug. Wir versuchen, so eine kleine Trainingsgruppe zu etablieren, wo wir halt regelmäßig mit den ganzen jungen Fahrern trainieren gehen. Hauptziel ist eigentlich, dass ich für die Fahrer erstmal zur Verfügung stehe, wenn die Fahrer irgendwelche Fragen haben zu Training, Ernährung, Material. So etwas, dass erstmal da quasi ein Ansprechpartner vom Team gibt. wenn es beim Fahrer mal nicht läuft, erst mal unterstützend, was, ich sage jetzt mal, die Fahrer angeht. Und dann quasi der nächste Schritt, wo wir dann jetzt einfach gucken müssen, wie viel Spielraum gibt es da von Team und wie viel können wir da machen, ist halt zu versuchen, das Team besser zu machen, sprich sich das Material mal anzugucken, Können wir denn grundsätzlich an dem Material, was die Fahrer im Rennen, um Wettkämpfe herum nutzen, haben wir da irgendwelche Einflüsse drauf? Also was ist von Sponsoren festgegeben? Wo haben wir keine Einflüsse drauf? Und worauf haben wir vielleicht Einflüsse, was wir verbessern können? Genau, und dann einfach gucken, gibt es irgendwelche Abläufe, wie wir es den Fahrern leichter machen können? Wie ist die Nutrition? Erster Plan ist ja zumindest mal, dass ich ins erste Trainingslager mitkomme, dort den Fahrern ein bisschen was erzähle über Ernährung wie trainiert man vielleicht hier und da noch richtig, weil wir teilweise auch 18-jährige Athletenfahrer haben. Und erstmal einfach versuchen, das Team zu unterstützen, dass es jeder Fahrer sich so gut es geht entwickeln kann. Und dann gucken.

Niclas: Fun Fact, Niklas. Weißt du gar nicht. BikeAid war das erste Straßenteam, mit dem ich zusammengearbeitet habe. Okay. Und das war, glaube ich, 2018. Das ist schon lang. Und da habe ich einen ähnlichen Job gehabt wie du. Nachher hat sich das ein bisschen ausdifferenziert, dass ich dann nur noch einzelne Fahrer genommen habe. Olli Matthais und Peermin Vincent und wie sie alle hießen. Jasper Palke. Einige, ich habe mit Sicherheit jetzt auf welche vergessen. Und Ja, das hat mit den Fahrern immer sehr, sehr viel Spaß gebracht. Und Matthias Schnapka, der Teamchef, der ist auch, wenn man mal bei ihm war im Blieskastel, Der lebt das Thema halt, ja. Das ist echt der Hammer. Matthias lebt für dieses Team. Der lebt für dieses Team. Ich muss jetzt echt mal sagen, das ist nicht, der melkt das Team nicht aus und versucht ja irgendwie die Kohle sich irgendwie irgendwo in sein Kopfkissen einzunehmen, sondern... 0,0. Nicht nur er, seine Frau auch. Die ganze Familie. Die ganze Familie ist der Hammer. Der hat dieses riesige alte... Ein Stadthaus mit so einem Anbau dran. Da leben die Fahrer, die aus Afrika kommen oder beziehungsweise dann auch übernachten die anderen Fahrer, wenn es halt weitergeht zu den Rennen nach Frankreich oder sonst wie. Er hatte so ein kleines, ja, da sind etwa 16 Betten, da schlafen dann die Sportler drin. Und das ist der Hammer. Also ich meine, dieser Mann lebt dieses Team.

Björn: Und ich finde das einfach... Matthias Schnapka ist das Bygate-Team. Also der macht alles dafür, lebt dafür, versucht wirklich aus, ich sag mal, Da muss man ja jetzt auch nicht... Das hat teilweise mit einem Worldtour-Team oder so wirklich gar nichts zu tun. Also das Budget ist im Vergleich zu einem Worldtour-Team verschwindend gering. Das Budget von einem Karte-Team langt vielleicht nicht mehr für einen Monat Worldtour-Team. Und da muss man halt einfach sagen, der Mann kriegt es hin, dass dieses Team... aus wenig Budget echt viele UCI-Rennsiege holt und auch auf der ganzen Welt Rennsiege holt.

Niclas: Und er hat einfach Näschen für Fahrer. Kannst du sagen, was du willst? Er ist da echt, also nicht nur zahlenmäßig, sondern einfach so, der sieht einfach, wer was kann. Ich meine, nicht umsonst sind da, ich meine, Anton Schiffer geht jetzt zu Wismar, ja, den hat er reingeholt, da hat den irgendwie niemand gedacht, so, na gut, extra Athlet, hat vielleicht ganz gute Zahlen, interessiert uns irgendwie nicht. Jetzt holt er den, hat er den geholt und zack, zack, ist der bei Wismar, also richtig guter Job, sowohl von Matthias als auch von Anton. Dann hat er den Vincent Dorn als Mountainbiker da reingeholt, hat einen Olli Matthijs, der irgendwie eigentlich schon aussortiert war, weil Karriere beendet, hat dann seine Lehre gemacht. Ich glaube, sein Meister auch noch als Automechaniker, Mechatroniker und rast da rum und wird bei Ruanda Dritter und fährt sonst wie irgendwie crazy rum, ja. Der hat da ein unglaubliches Gespür für Fahrer, die was können. Das ist der Hammer. Ich kann das nicht nachvollziehen, wie gut der das macht.

Björn: Ich muss aber auch sagen, und das hat mich selbst beeindruckt, und da habe ich mir gedacht, geil, ich hätte da echt Bock drauf. Der hat auch von Training und auch von vielen anderen Sachen echt schon eine gute Ahnung. Also der hat wirklich von diesem ganzen Kosmos Radsport, Straßenradsport, hat Matthias richtig Ahnung.

Niclas: Also nicht umsonst, das darf man ja auch mal erwähnen, Matthias ist auch Experte bei der Tour de France für die ARD. Das heißt, wenn Tour ist, dann ist der halt in Frankreich unterwegs oder beziehungsweise dann im Sendezentrum. Und holt halt die ganzen Insights raus. Da gibt es ja diese lustigen Sachen, dass er mich dann gefragt hat, wie schnell fährt denn der Powerjar jetzt dieses Zeitfahren und dass ich da relativ gut lag. Haben wir, glaube ich, auch mal gehabt. Ja. Und nee, also das ist echt, ich ziehe da echt meinen Hut, ja, weil ich glaube, mit den Fähigkeiten, die er hat und der Lust, die er hat auf dieses Team, wenn er in der freien Wirtschaft wäre, würde er mit Sicherheit deutlich mehr Geld verdienen. Aber dann hat er mit Sicherheit auch nicht, da brennt er halt nicht für. Und ich finde das super. Und dieses Team muss einfach brutal unterstützt werden. Ähm... Ja, weil es einfach eine geile Nummer ist. Er holt erstmal Bike-Eye dieser Gedanke, dieser Verein dahinter. Das ist klasse. Und die Förderung von Talenten aus Afrika. Und das andere ist auch die Förderung von deutschen Fahrern, die man nicht auf dem Bildschirm hat. Ja. Finde ich schon beachtlich und gut. Guter Mann.

Björn: Was mir halt gut gefällt, ist so ein bisschen der der Ansatz, dass man halt klar sagt Okay, wir sind quasi. kein richtiges klassisches KT-Development-Team, wo man versucht, einfach U19-Fahrer hochzuziehen und in die Worldtour zu bringen, sondern der Hauptfokus des Teams ist UCI-Rennen gewinnen. Das ist quasi das Ziel. Du siehst die Fahrer ja eigentlich nicht großartig Rundstrecke fahren oder Bundesliga fahren oder sonst was, sondern es geht im Endeffekt darum, UCI-klassifizierte Rennen und im Bestfall halt 1.1 oder 1.2 UCI-kategorisierte Rennen halt zu gewinnen. Nicht mal die, wo auch noch Amateur-Teams am Start stehen, sondern wirklich die möglichst großen. BikeAd ist auch das einzige deutsche Team, was das überhaupt hinkriegt, regelmäßig UCI-Rennen zu gewinnen. Da gibt es nicht... Ja, es gibt keine großartig anderen. Wobei, das einzige, aber ich würde das nicht als klassisches KT-Team zählen, ist halt das Red Bull Rookies Team, was quasi von Bora Hansgrohe, die haben auch echt viele Punkte zumindest in der Rangliste. Aber das ist halt ein Development-Team von Bora, wo halt die ganzen Nachwuchsfahrer sind. Klar.

Niclas: Und dann hast du halt noch Rembe, die eigentlich das Nationalteam darstellen.

Björn: Quasi, ja. Ja, also da bin ich auf jeden Fall mal gespannt, wie ich dem Team helfen kann oder einfach da meinen Job machen kann. Ich habe da halt irgendwie auch als Saarländer halt extrem Lust drauf, weil es halt so, keine Ahnung, seit ich Rad fahre, gucke ich so ein bisschen auf Team Bikehead und denke mir, ja geil, saarländisches Profi-Team. Und jetzt halt die Möglichkeit zu haben, da zu unterstützen, das Team im Optimalfall irgendwie besser zu machen, macht mir auf jeden Fall Spaß. Definitiv. Genau.

Niclas: So. Björn. Ich finde die Folge lassen wir jetzt so. Ich würde jetzt nicht noch irgendwie anfangen mit, seh doch mal Björn, was macht man da und da im Training.

Björn: Okay, das heißt, wir schauen jetzt mal, wann es die nächste Folge gibt, wie du Zeit hast. Ja. Du kannst ja auch mal jemanden einladen. Ich kann auch mal jemanden einladen. Und dann im klassischen Stil würde ich für die nächste Folge mit uns was vorbereiten. Ein paar Ideen hätte ich. Und dann schauen wir mal, dass ich noch ein paar Gäste ranhole. Und wir hier im Optimalfall ein bisschen regelmäßiger nochmal den Podcast machen. Genau. Sehr gut. Dann... Schön. Wünsche ich allen Zuhörern einen guten, ja, ein bisschen verspäteten Start noch ins neue Jahr. Wie wir gerade gesagt haben, fleißig essen, fleißig trainieren.

Niclas: Ja.

Björn: Und dann viel Erfolg. Bis dann. Ciao, ciao.

Niclas: Ciao.

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