Von der Saarschleife bis zum Ötztaler unter 6 Stunden?
In der heutigen Folge geht’s um Niclas’ Sieg beim Saarschleifen Bike Marathon, die Tour de France und die beeindruckende Dominanz von Tadej Pogačar. Außerdem spekulieren wir: Wie schnell würde Pogi wohl den Ötztaler fahren? Björn hat mal wieder ein bisschen rumgesimuliert – jetzt seid ihr gefragt: Was wollt ihr zum Ötztaler wissen? Schickt uns eure Fragen!
Transkript
Björn: Willkommen zum FasterU-Podcast, wo sich alles um Ausdauersport und Training dreht. Hier geben euch Sebastian Schluricke, Björn Kafka und Niklas Ranker wertvolle Tipps und Einblicke, die euch helfen, eure Performance auf das nächste Level zu bringen. So, willkommen zu einer neuen Folge FasterU-Podcast. Guten Morgen, Björn.
Niclas: Guten Morgen, Niklas.
Björn: Genauso fit wie ich. Wir müssen das mal besser timen. Ich wollte gerade sagen, wir waren doch letzte Woche schon beide so verklatscht. Naja, wobei ich hätte eigentlich gedacht, heute wäre es schon wieder besser, dass so ein Tag nach dem Rennen immer richtig zäh ist, das ist ja glaube ich bekannt, aber jetzt zwei Tage nach dem Rennen immer noch so zäh ist. Ist halt so, aber du hast ja auch gewonnen. Ja, das habe ich. War gut. Hat Spaß gemacht vor allem. Sehr gut. Glückwunsch. Dankeschön. Sollen wir damit dann noch kurz rein starten, quasi in die Folge? Dann haben wir das Thema abgehakt, das Unangenehme. Für mich zumindest. Also eigentlich... Es war Saar-Schleif-Marathon, mein Heimrennen so gesehen, weil es der einzige Mountainbike-Marathon im Saarland ist. 97 Kilometer, 2200 war ausgeschrieben. Gemessen hatte ich jetzt 24 an Höhenmetern.
Niclas: Bist du aber schlecht gemessen. Du musst mal Filtering drüber laufen lassen. In Wirklichkeit sind es dann höchstwahrscheinlich nur 22.
Björn: Ja, wahrscheinlich werden es nur 22 sein. Aber... Das war die Strecke, wo ich mich letztes Jahr im Training zerlegt hatte und wo letztes Jahr deutsche Meisterschaften drauf waren. Und weil ich mein Heimrennen so auch noch nicht gewinnen konnte, war das dieses Jahr, würde ich fast sagen, jetzt eigentlich mein Saison-Höhepunkt. Wir können jetzt Off-Season machen, Björn.
Niclas: Mega. Hier, sag mal, du bist... Drei Stunden, wie viel gefahren?
Björn: Also handgestoppt waren es 3,54, ich glaube in der offiziellen Zeit stehen 3,53,8 oder so. Was ist bei der DM gefahren worden? Bei der DM, Seewald hat das Ding glaube ich in knapp über 3,40 abgeschossen. Ja, unangenehm. Also mit meiner Zeit von diesem Jahr wäre ich letztes Jahr bei der DM Zwölfter geworden. Also auch nicht schlecht. Also hätte ich auch gesagt. Wenn ich letztes Jahr bei der DM Zwölfter geworden wäre, wäre ich happy gewesen. Das wäre ein Ergebnis, wo ich sage, damit kann man arbeiten. Das ist voll okay. Ich glaube, letztes Jahr waren noch einige Cross-Country-Fahrer da. Nee, Cross-Country-Fahrer waren gar nicht so viel am Start.
Niclas: Aber es war schon ein gut besetztes Rennen. Und vor allem, wenn man dann, also bis jetzt alleine mehr oder minder gefahren hat, drei Kilometer, ein bisschen weggefahren dieses Jahr. Wenn man dann so im Rennen dann noch ist, dann kann man vielleicht nochmal ein bisschen was mobilisieren.
Björn: Also genau, das sind ein paar Punkte, die ich quasi ansprechen wollte, weil ich wurde gefragt quasi auch von einem Athleten von mir, ja, was braucht man denn an Leistungswerten, um das zu gewinnen? Und wenn wir jetzt zum Beispiel, finde ich, nur auf meine Leistungswerte schauen, bin ich dieses Jahr zum Beispiel in Willingen über eine Stunde länger schon mehr Watt gefahren. Also so rein die Leistungswerte fand ich jetzt zum Beispiel gar nicht so krass. Ja. Mein Vorteil, glaube ich, war einfach, ich kannte die Strecke halt in- und auswendig und ich habe zu Matthias Frohn vorm Start gesagt, was ich machen werde. Da gibt es am Anfang so nach Kilometer 3 halt so eine Senke, du fährst eine lange Linkskurve über Schotter, dann geht es auf Asphalt, dann geht es runter und dann kommt so ein 3-Minuten-Anstieg, wenn du ihn voll fährst. Und ich wusste halt, die anderen haben kein 38er Kettenblatt drauf und dann bin ich halt diese Linkskurve perfekt gefahren, hab voll reingekeult mit 500 Watt, bin diese Senke durchgeschossen und hab einfach nur über das Kettenblatt eine Lücke gerissen und dann war ich allein. Und dann sind sie es auch nicht mehr aufgefahren und ich hab heute Morgen mal in den Zeiten geschaut. Die haben dann danach auch auf der Abfahrt, und dann ist eine Passage, wo du so, ich glaube, sechs Kilometer so flach durch den Waldweg fahren musst. Und dann habe ich halt allein auf dieser Abfahrt, auf dem Segment, schon mal eine Minute Zeit nur rausgeholt. Und dann war das ja, in Anführungszeichen, schon durch, weil danach bin ich einfach sauber durchgepaced, hab mal geschaut, ich bin die Anstiege genauso schnell gefahren wie Frohn, der quasi immer in der Verfolgergruppe war und in den Flachstücken holen sie mir halt nichts ab. Und dann war das Ding eigentlich relativ entspannt, aber ich hab schon ein Beispiel schon zu Paul Häuser gesagt, dass wenn ich einen Mitfahrer gehabt hätte, kannst du halt auf den Flachstücken in den ganzen Passagen, wo du, ich sag jetzt mal, arbeiten musst, ähm, wärst du halt schneller gefahren, weil du wechselst dich einfach ab, chillst mit Fatmax quasi im Windschatten und der andere fährt dann halt Vollgas und dann wäre da schon nochmal was gegangen. Also vielleicht bei einer DM auch mit einer guten Gruppe schneller gefahren, vielleicht aber auch geplatzt, weiß man halt nie.
Niclas: Genau, das ist das andere, wenn du da halt erstmal eine halbe Stunde am Anfang im Laktat stehst, dann kann der Schluss auch richtig nach hinten losgehen.
Björn: Ja, also das war glaube ich, ich muss auch sagen, ich fahre halt eigentlich sehr gerne solche sehr konstanten Rennen, das liegt mir, aber ich kann sehr gut über lange Zeit mich sehr gut pacen, das hat echt funktioniert, also ich bin jetzt über die 353, 343 NP gefahren, 287 Schnitt und Und hatte halt in Anführungszeichen nur einen Durchschnittspuls von 165. Also ich musste nie so richtig tief gehen. Bis auf die Attacke war ich glaube ich nie über 175 Puls großartig. Und das ist dann halt schon in Anführungszeichen entspannt, wenn du es halt einfach sauber durchpacen kannst.
Niclas: Tempotraining mit Niklas Ranker. Wie senke ich meine Laktatbildungsrate?
Björn: Es war quasi einfach nur eine harte Trainingseinheit, die wir gemacht haben. Wollten ja eh die Laktatbildungsraten noch ein bisschen runterkriegen.
Niclas: Das war der Plan.
Björn: Das war Training. Hat funktioniert. Genau. Also was man glaube ich daraus mitnehmen kann, Streckenkenntnisse sind sau wichtig. Taktik hat halt in dem Fall jetzt einfach perfekt funktioniert und ich glaube, wenn ich mir die Passagen anschaue, also gerade die Flachpassagen, ich habe nicht mehr Watt getreten wie die anderen, bin trotzdem schneller gefahren, ich habe es halt wirklich eiskalt durchgezogen, immer eng gegriffen, ich habe heute immer noch Muskelkater im Trizeps Und im Nacken, weil ich versucht habe, die ganze Zeit einfach aerodynamisch zu sitzen. Und ich glaube, auch im Mountainbike-Marathon, ich weiß, viele denken immer so, Mountainbiken ist noch nicht so mit Aerodynamik. Es macht so krass einen Unterschied. Ihr fahrt ein, zwei kmh schneller über den ganzen Marathon. Am Schluss hatte ich fünf Minuten Vorsprung. Und ich glaube, also die Anstiegszeiten waren quasi fast immer dieselben wie Matthias Frohn. Und am Schluss hatte ich trotzdem fünf Minuten. Also das ist halt... Man muss sich verinnerlichen, man muss diese Position trainieren und ich glaube, dann kannst du einfach richtig schnell Rad fahren.
Niclas: Ja, sehr cool. Ich weiß noch, ich wage mich zu erinnern, warst du nicht so ein bisschen unsicher, ob du das Ding jetzt schnell fahren kannst oder nicht? Wir haben eigentlich gar nichts gemacht, außer Grundlage, Heat und so ein bisschen Schwelle.
Björn: Ja, im Endeffekt war mein Problem eigentlich vielmehr, dass ich nach Andorra, was ja komplett in der Höhe war, mich scheiße gefühlt habe. Und vor allem Andorra selbst, finde ich, lief für mich einfach nicht gut. Weil Höhe hat mich richtig hops genommen. Und da war ich einfach krass verunsichert. Okay, hast du jetzt überhaupt die Leistungsfähigkeit, da über vier Stunden schnell zu fahren? Aber ich muss sagen, Training hat funktioniert. Sehr gut. Cool. Kann man nichts sagen. Ja, jetzt kommt leider wieder ein Rennen in der Höhe Swiss Epic. Sogar noch höher.
Niclas: Mit wem bist du nochmal unterwegs?
Björn: Wieder mit Aaron. Den macht Höhe leider nichts aus.
Niclas: Ja.
Björn: Da müssen wir einfach vorher die Wattwerte festlegen und dann muss ich halt Tempomat fahren. Darf ich halt nicht überziehen, sonst wird das wieder wie Andorra. Das wäre unangenehm. So. Jetzt aber zum eigentlichen Highlight der letzten Woche, oder?
Niclas: Tour de France. Ja. Tour de France. Ja, Tour de France war mega. Boah, war die gut. Wie geil war denn bitte schon die letzte Etappe? Ich hatte ja so einen crazy Ritt. Ich musste... nochmal nach oben in den Norden, nochmal 1000 Kilometer rauf und ich kam dann schön zur letzten halben Stunde sozusagen an oder fast schon, ja, letzte halbe, dreiviertel Stunde. Okay. Und Family hatte, die waren nämlich mit, hatte das auf dem Handy laufen und als die Gruppe ging mit Jörgensen und Pogorzsa und Baut van Aert natürlich und Trentin Und den Astana-Typen, den haben wir jetzt vergessen. Naja, als die Gruppe... Genau. Dann haben sie natürlich gleich gefragt, wer gewinnt? Und dann habe ich gesagt... Das war noch die Gruppe als Giermai und so auch noch. Genau, da war die Gruppe noch relativ groß. Dann habe ich gesagt, Giermai, wenn der rüberkommt, wird schwierig. Oder Fanart. Und wobei hier... Dings war ja auch noch drin, ne? Hier von Merida. Ah, Mohoric. Mohoric. Da dachte ich auch so, wie der da runtergeknallt ist.
Björn: Ey, ich wollte gerade sagen, der hat es ja bergab. Der hat sich auch gedacht, ne, letzter Tag, ich gehe volles Risiko. Einfach alles gefahren, was geht bergab.
Niclas: Im Krankenhaus oder hier ist egal, ne? Und ja, dann habe ich den Schluss nochmal... konnten wir dann schön auf dem großen Fernseher schauen und was für eine geile Etappe und ich bin ja schon oft, also ich bin ja öfters in Paris, bin jetzt auch jetzt bald wieder ein paar Tage nochmal da und kenne die Ecke da ja schon ganz gut und es ist schon geil, durch Montmartre da halt so Ja, geil, also einfach so die Stimmung mega und ich dachte so, ah fuck, wieso bin ich nicht da, klappte leider nicht und zumindest auf dem Stück da und ja, also wenn man Tour in Paris erlebt, das ist schon geil.
Björn: Ja, ich war vor zwei Jahren, waren wir auch dort und ich fand, also wir konnten zum Beispiel, weil wir viel zu spät angereist sind, wir konnten gar nicht so richtig viel nah an die Strecke richtig. Ja. dass wir wirklich die Fahrer sehr nah gesehen haben. Aber die Stimmung drumherum, das allein ist halt schon komplett crazy. Die ganze Stadt ist auf dem Bein. Alle feiern Radsport. Genial. Also es ist schon richtig geil.
Niclas: Super. Ich bin ja öfters da gewesen. War auch mal hinten im Teamauto auf dem... Champs-Élysées und das ist schon richtig geil, wenn du da durchfährst, es ist einfach super laut, also die Zuschauermengen, es ist super laut, selbst im Auto, du sitzt da und alle brölen dich an und du denkst, Alter, was ist denn jetzt los, also es ist schon richtig, richtig cool und ja, also Paris ist einfach eine geile Stadt, was Sport angeht, ja, das war auch bei den Olympischen Spielen jetzt, da war ich ja auch, Dann eine Woche da und bin ja alles mit Rad abgefahren. Wir sind dann immer runter von Seff. Ich habe ja den Vorteil, dass wir da auch ein Häuschen stehen haben, mein Schwiegervater. Und dann sind wir halt immer mit dem Rad durch Paris gefahren. Und Paris während der Olympischen Spiele war halt super cool, weil alles gesperrt war oder vieles gesperrt. Und die Polizei war auch komplett entspannt, ich habe das geliebt, ja, also du dachtest so, die sahen halt immer so fies aus, aber die waren total nett und hilfsbereit und mit Paris, ich konnte halt endlich mal so Strecken fahren, die ich sonst nicht fahren kann, das war alles so schön reingebaut, ja, die haben echt so ein... großen Sinn für Ästhetik in diese Stadt, diese Stadien reinzubasteln, ja, ähm, mega, mega, mega und mega Etappe, mega Tour, es hat einfach nur super viel Spaß gebracht, die anzuschauen.
Björn: Ich fand die Bilder, also dieses Mormatro hoch, wie die dann auf dieser großen Treppe da alle gestanden haben und Also das ist ja schon immer voll da.
Niclas: Es ist immer, immer voll. Jetzt war es halt ultra voll. Ja, also jeder, der noch nie die Tour gesehen hat, immer hingehen. Das ist so geil. Es ist einfach so, auch die Berge. Das erste Mal Tour, das war 96 oder 97, ich weiß gar nicht, hat Ulrich gewonnen in dem Jahr? War es nicht 96? Ich habe keine Ahnung. Ulrich hat 97 gewonnen, 96 Ries. Da war ich noch nicht anwesend. Genau, 98 Pantani. Und dann kam erstmal lange Zeit Armstrong. Wer kam nach Armstrong? Ich glaube ein Jahr Oscar Pereiro. Dann kommen ja so diese Jahre, wo keiner so richtig weiß, mit Floyd Landis, Rasmussen, Dann kommt irgendwann Contador und dann kommt auch Wiggins und Schleck war noch. Schleck auch noch, genau, gehört ja so, ich sag mal so, diese Zeit, wo niemand wusste, wer gewinnt. Genau, Schleck, Contador und dann... Dann kam eigentlich schon eher Sky. Dann kam Sky, wobei ein Jahr haben sie nicht gewonnen, da hat Nibali gewonnen. Stimmt. Das war das Jahr, wo sich Froome den Fuß irgendwie gebrochen hat auf dieser Kopfsteinpflaster-Etappe und sie Wiggins nicht mitgenommen haben, obwohl der echt in der Bomben-Shape war. Genau. Und dann kam Sky. Und dann kam irgendwann die anderen.
Björn: Poker-Challenge. Also, ich fand's Was ich wirklich crazy fand, Zeit wurde neutralisiert, eigentlich gab es in Anführungszeichen für Pogacar nichts mehr zu gewinnen, außer den Etappensieg natürlich. Und dass der trotzdem mit dem gelben Trikot da voll reinhält und voll keine mitfährt, obwohl wenn er stürzt und quasi in Anführungszeichen ausscheiden würde, er dann die Tour quasi doch noch verliert, obwohl es neutralisiert wurde. Ja. Da dachte ich mir auch, du bist so ein geiler Typ. Man sieht dem an, der will einfach nur schnell Rad fahren. Und wenn es irgendwie geht, Vollgas.
Niclas: Das ist ein geiles Bild, wie episch das wäre, im gelben Trikot diese Etappe zu gewinnen. Ich habe das schon richtig verstanden. Ja, natürlich. Das ist natürlich mega, ja. Und das war ja auch echt eine knappe Sache. Aber der Fun Art hat es einfach und als er den Jörgensen mit drin hatte, da war das Thema halt schon echt durch. Man muss halt jede Lücke dicht fahren. Die waren schon alle mausetot. Und als er dann Momar betritt, ich hätte ja nicht gedacht, dass er da schon den Sack zumacht, sondern dass es vielleicht noch zum Sprint kommt.
Björn: Aber ich fand es so krass. Also in welcher Art und Weise Wout van Aert dann drüber gefahren ist und wie der am Schluss dieses Anstiegs auf den letzten 400 Metern, was für eine Lücke der gerissen hat. Der muss ja alles getreten haben, was er hatte.
Niclas: Alles, alles. Und diese Strecke, ich bin ja auch schon öfters gefahren mit Rad, das ist einfach so die Hölle. Und das bei Nässe, das ist einfach so... Ich hatte letztes Jahr beim Zeitfahren, haben die sich ja so brutal auf die Schnauze gelegt. Also vor allem bei den Frauen hat es ja so fies gering. Ich glaube, die amerikanische Zeitfahrerin, ich weiß ihren Namen nicht mehr, die ist eigentlich eine Triathletin, die echt Druck hat. Ich hatte sie ja fünfmal auf die Schnauze gelegt. Und ich dachte mir so, Leute, ey, das ist da so schweineglatt überall. Und als sie dann Montmartre runtergefahren sind, da lag dann irgendwie noch so Laubzeug, so Blätterkrempel. Ja, solche Pollen, so Blüten.
Björn: Dieses Gelbe, ja. Und ich so, oh, war
Niclas: Also ich gehe davon aus, dass sie die Straße vorher nochmal richtig geschrubbt haben. So schätze ich die immer ein. Machen die ja wirklich. Und dann dachte ich so, oh, da runterballern und in der Geschwindigkeit, dass da alles... Aber dann siehst du von der Seite, wie der da über dieses Kopfsteinpflaster-Tea-Flickenteppich rüberfährt. Und diese Straße ist einfach so bom, bom. Und du siehst das Rad arbeiten. Die haben ja schon echt dicke Reifen bekommen für Rennräder. Alter, krass. Und durch diese Pfützen durch. Und er hat es gemacht. Das war mega. Das war einfach unglaublich.
Björn: Also ich muss auch sagen, einem Sportler wie Wout van Aert in dieser Situation, das kann man dem Mann auch wirklich mal gönnen. Und vor allem dann in dieser Art und Weise, wie der da einfach Pogacar, ich glaube abends auf Instagram haben Matteo Jürgensen und Kampenaz dann auch drüber gejoked, dass Wout van Aert jetzt der erste Fahrer in den letzten zwei Jahren war, der Pogacar vom Hinterrad getroppt hat. Ja. Kann gut sein, ne?
Niclas: Ja, ja, das kann schon gut sein. Also das war schon, ja. Aber du hast Pogi im Ziel gesehen und der war einfach mausetot, das Gesicht richtig aufgeschwollen, ja klar, von der Nerven und so weiter. Ich glaube, der hat jetzt auch gar keinen Bock mehr auf Radfahren. Der will jetzt eben nicht. Da geht gar nichts. Ich glaube, die machen jetzt alle die Remco-Evianepol-Diät. Und jetzt nur noch McDonalds. Alle tot, also auch Wismar.
Björn: Ich glaube halt auch wirklich, weil ja viel drüber geredet wurde, ja, warum ist Pogi in der letzten Woche nicht mehr so attackieren gegangen und sowas, wo ich mir halt gedacht habe, Leute, der ist krank.
Niclas: Und der ist auch fertig.
Björn: Der ist die letzte Woche halt einfach krank und grau gefahren und trotzdem konnte ihn niemand abschütteln. Das war halt pervers.
Niclas: Ja, also die waren, da waren alle mausetot, da hat sich niemand irgendwie schonen können. bei der Tour. Schönes Rennen. Ich freue mich auf die nächste Ausgabe. Ich bin gespannt. Ich fand die Momatra-Nummer mega. Ich würde das gerne öfter sehen. Klar, dann kann man natürlich irgendwie so, die Sprinter, die können nicht mehr und das sieht man nicht mehr. Das ist schade für die. Und klar, so ein großes Sprintfinale ist natürlich auch immer schön. Aber ich fand das jetzt einfach deutlich geiler, muss ich ehrlich sagen. Hat mir viel mehr Spaß gemacht.
Björn: Weil eigentlich ist Champs-Élysées Man weiß, okay, die Sprinter-Teams werden das so kontrollieren, dass es auf jeden Fall zum Massensprint kommt. Und dann fahren die da, fahren immer so, keine Ahnung, fünf bis zehn Fahrer mal weg, aber man weiß, okay, eigentlich kommen die safe nicht durch. Und das Finale, das war ja jetzt, du hast die letzten 40 Kilometer vorm Fernseher gesessen und wusstest nicht, okay, wer gewinnt jetzt, was geht ab, was passiert hier? Genial.
Niclas: Ja, ich meine, auch für die Moderatoren ist es doch geil, weil normalerweise, wenn du das moderierst, da einmal Champs-Élysées einfach rauf und runter moderierst, ist das super langweilig, ja. Da attackiert einer, du weißt ganz genau, pff, da wird halt gar nichts passieren. Du musst dir halt immer was aus der Nase ziehen, ne? Genau. Irgendwas, und wisst ihr noch, 1900, keine Ahnung, 94, als Laurent Jalabert da gegen den Polizisten gefahren ist, bla bla bla, ja, also so.
Björn: Und jetzt halt Vollgas-Finale wie ein geiles Eintagesrennen. Also das war richtig gut.
Niclas: Ja, ich finde ja, ich bin jetzt gemein, ich finde ja auch den Sprint in Paris immer ein Stück weit langweilig. Auch wenn es immer so gesagt wird, es ist das Größte und hier als Sprinter ist es geil und dann gewinnst du da Mark Cavendish und André Greipel hat ja auch ein paar Mal gewonnen. Einmal erinnere ich mich zumindest. Einmal auf jeden Fall. Ich finde das aber trotzdem irgendwie so... Also ich finde, es ist nicht so der geilste Sprint der Welt. Es ist so... Also es gibt coolere Sprintankünfte. Es ist auch breit, es ist irgendwie nicht so hektisch und es ist Ja, nee.
Björn: Ich muss ehrlich sagen, ich finde diese sehr kontrollierten Sprints nie so spannend, wie wenn ein bisschen mehr Chaos herrscht oder eine schwerere Anfahrt ist, wo du vorher schon siehst, okay, da ist schon eine gewisse Selektion drin. Das finde ich meistens irgendwie attraktiver. Ja, definitiv. Aber... Wie stehst du zum Trittplatzierten, Florian Lippowitz? Ja, das ist mega.
Niclas: Das ist geil. Hammer. Hammer, Hammer. Ja, also ich freue mich da total. Also für die Person natürlich grundsätzlich. Für Radsport Deutschland freue ich mich auch mega. Das ist super. Und da hat das Team... Was heißt das Team? Das Team hat den glücklichen... Griff gemacht, dieses Talent damals mitzunehmen. Und ich muss mal sagen, der hat ja auch nicht so geile Jahre gehabt.
Björn: Der war doch die letzten Jahre vor allem auch, obwohl die Leistungswerte gut waren, er war aber auch viel krank, und so richtig große Ergebnisse abgeliefert, dass man eigentlich sagt, okay, Worldtour-Vertrag und hier, du kriegst auf jeden Fall einen Platz und wir holen dich auch auf die ganzen Rundfahrten mit, da ist schon viel Vertrauen und Vorschusslorbeeren in ihn geflossen.
Niclas: Also im Hintergrund war das glaube ich auch nicht immer alles so reibungslos, so nach dem Motto, du bleibst jetzt hier im Team und kriegst einen Vertrag, bla bla bla. Nee, ich sage mal so, er hat vielen Unkenrufen zum Trotz, sicher auch von Teamseite, hat er standgehalten und das Ding da durchgezogen. Weil eins darf man nicht vergessen, Team ist immer wichtig, aber am Ende des Tages ist es immer eine individuelle Leistung. Dann doch. Und der hat es einfach durchgezogen, völlig aus. Und wir können nicht reinblicken, wie viel Team dahinter steht. Ich kann das nur bei einem Team deutlich sagen und das ist bei Wismar, wie viel Team dahinter steht. Und da steht sehr viel Team dahinter. Und ja, also so wie ich das manchmal aus der Ferne mitbekommen habe, habe ich das Gefühl, dass es vor allem bei ihm eine extrem individuelle Leistung gewesen ist. Über die Jahre, über die Jahre, ne? Wie es jetzt bei der Tour war, kann ich nicht genau sagen.
Björn: Ja, aber ich fand auch bei der Tour, also wie er dann, wie er insgesamt gefahren ist, man hat halt auch gesehen, der hat zu keinem Zeitpunkt den Kopf hängelassen. Man hätte ja sagen können, an dem Tag, wo er auf Oscar Only so viel Zeit verloren hat, wo der auf 20 Sekunden im GC wieder rangekommen ist, also ich könnte mir vorstellen, da hätte es einige Fahrer gegeben, die vom Kopf einfach gecracked wären und dachten, okay, das Ding ist jetzt durch, der hat mir heute so gegeben, Das schaffe ich jetzt den nächsten Tag nicht mehr. Es gibt ja auch einige, die mehr zum McDonald's. Zum Beispiel? Und der ist einfach drauf geblieben. Jetzt Evenepoel geht jetzt zu Bora, Red Bull. Sieht so aus, ne? Wird neuer Teamkollege. Keine Ahnung. Also, ich finde ja grundsätzlich... für einen Evenepoel schon viel Respekt. Also krass geiler Zeitfahrer, fährt an sich auch gut Rennen. Ich mag aber so ein bisschen diese Einstellung nicht und dieses, ja, ich steig jetzt hier aus, weil wir haben noch so viele andere Ziele im Jahr. Ja, kann man so ein bisschen nachvollziehen, aber irgendwie finde ich es auch geiler, wenn ein Fahrer sich durchbeißt und kämpft, weil Es gibt so viele andere Fahrer, die für diesen Platz bei Natur töten würden, um da überhaupt am Start zu stehen. Und wenn dann ein Fahrer, ich sag mal, obwohl er hätte fertig fahren können, nicht fertig fährt und aussteigt, ist es halt so ein bisschen schade.
Niclas: Ja, also ich bin gespannt, wie das funktioniert. Ich finde es ja immer schwierig, wenn man sich dann so mehrere Leader reinholt und vor allem auch so zwei so richtig junge Typen, die halt beide total Ambitionen haben. Und ich gehe davon aus, dass der E-Win der Pol hat halt deutlich mehr auf dem Papier gerade zu bieten. Natürlich. Tour ist jetzt noch mein Ding. Klar, das kann man so machen. Und da wird dann irgendwie ein paar Jahre gefahren. Und ich kann mir auch gut vorstellen, dass der Lipowitz dann sagt, okay, ich fahre jetzt auch für dich und möchte es dann aber so wieder ein bisschen zurückgezahlt bekommen. So wie bei Wiggins und Froome, Ulrich und Ries und wie sie alle hießen. Oder auch hier... Winnegard und Roglic. Ob das so bei den beiden funktioniert? Also ich kann mir schon vorstellen, dass es vom Lipowitz, kann ich mir das schon vorstellen, aber ob der Ewinepol sich da auch reinknien würde, wenn der so nach dem Motto gemäß des Falls Lipowitz ist stärker als Ewinepol bei der Tour, wenn sie überhaupt zusammenfahren. Würde Ewinepol sich in den Dienst von Lipowitz stellen? Hm.
Björn: Ich glaube nicht.
Niclas: Ich glaube, der stellt sich in keinen Dienst von irgendjemandem. Ist egal, müssen wir gar nicht drüber reden. Aber das ist spannend. So eine Team-Konstellation ist spannend. Evenepoel ist ja schon immer in Diskussion gewesen, Mabora, beziehungsweise Red Bull.
Björn: Im Endeffekt, da steht ziemlich sicher auch Specialized dahinter. Die sagen, den geben wir nicht aus der Hand. Der muss in einem Team fahren, wo Specialized-Räder gefahren werden. Und dann steht auf der anderen Seite wahrscheinlich auch bei Bora ganz klar Red Bull, die sagen, wir wollen für die nächsten Jahre einen absoluten Top-Fahrer, der das Potenzial bringt, Weltmeistertitel zu holen, große Klassiker zu gewinnen. Große Rundfahrten zu gewinnen und auf dem Papier, jetzt sagen wir mal, wir schauen mal vor die Tour, vor der Tour gab es auf dem Papier, finde ich, für die nächsten Jahre, sagen wir mal die nächsten fünf bis nächsten zehn Jahre, eigentlich drei Fahrer, die das mitbringen und das ist Pogacar, Winnegard und Evenepoel. Mhm. So, die drei. Klar, jetzt kann man nach der Tour sagen, okay, Oskar Unli, Florian Lippowitz sind auch Fahrer, die in den nächsten Jahren kommen und offensichtlich das Potenzial haben. Aber grundsätzlich musste da wahrscheinlich von der Teamführung einfach was passieren, damit du halt einen Fahrer hast, der in den nächsten Jahren dieses Projekt Red Bull im Radsport halt auch liefert.
Niclas: Ja, definitiv. Und es wird auch Zeit für das Team. Das Interessante ist ja, mein Gott, wie lange gibt es das schon, ja? Also wie lange gibt es diese Konstellation mit Denk und Raubling und so weiter? Aber ich weiß nicht, ob dir das auch so geht. Ich finde, dieses Team hat ja relativ wenig Identität, so bekloppt es klingt, ja? Auch, natürlich kann man jetzt sagen, hier, UAE hat auch keine Identität, aber dadurch, dass Pogacar da schon halt ewig fährt, hat man so das Gefühl, das URE ist Pokerjar und die haben halt so, das sind so alles so, du kannst die ganzen, hast die ganzen Fahrer. Das fällt mir bei Red Bull echt schwer. Also ich weiß noch, selbst Sagan ist für mich so irgendwie so weg in diesem Team. Sagan ist für mich Cannondale.
Björn: Sagan ist für mich zum Beispiel Saxo-Bank.
Niclas: oder Saxo Bank, ja, also, aber für mich ist das der Sagan immer irgendwie so, äh, Cannondale, ja, also Liquigas und so weiter, und, ähm, Barbora fällt mir das echt schwer, ja, also die haben gute Fahrer, klar, ich meine, die gewinnen irgendwie Vuelta, gewinnen Giro, aber das ist so, das ist so, das ist so verwässert, ja, das ist ganz schwer, äh,
Björn: Ich fand halt, bei Bora war es eigentlich diese deutsche Identität, dieser deutsche Faden, alle topdeutschen Fahrer fahren bei uns. Das fand ich war eigentlich Bora. Klar musst du das natürlich mit, wenn du international willst und wenn du die Siege willst und die Ziele willst, natürlich brauchst du dann vielleicht einen Fahrer wie einen Roglic, der das, sagen wir mal, zu dem Zeitpunkt, wo sie ihn verpflichtet haben, vielleicht noch im Tank gehabt hätte. Oder vielleicht auch immer noch hat. Er hat ja letztes Jahr immer noch die Vuelta gewonnen. Also ist immer noch ein Topfahrer. Aber das, fand ich, war eigentlich die Identität hinter Bora. Und die ist jetzt so ein bisschen... Also ich weiß nicht, wo da die Identität so richtig ist. Ich habe das Gefühl, da wird einfach von Denk alles irgendwie nur gemacht, um die Tour zu gewinnen. Und egal auf welchem Weg.
Niclas: Ja, also ich finde es, mir ist so die Identität bei diesem Team nie so richtig greifbar gewesen. Auch wenn es ein deutsches Team ist und dieses Band of Brothers, irgendwie nimmt man das Ding nicht so ab. Dann haben die wahnsinnig viele Wechsel immer. Es ist immer so... Du hast, das ist nie so die Konstanz hin. Ich meine, selbst die Leute, die nicht mehr da waren, sind irgendwie auch irgendwie weg. Und ich finde, das ist ein Team, das ist schwer greifbar. Und das ist bei vielen anderen Teams, die sind für mich greifbar. Ich meine... Quickstep, Mappai, das waren immer so Teams, denen nimmst du so diese Identität ab. Oder Lefebvre, den denkst du ja auch nie. Klar siehst du den, aber so eloquent wie andere Teammanager ist der halt einfach gar nicht. Der kommt nicht so cool rüber. Und ja, ich meine, wie krass, wie Sky oder Ineos, die haben halt so eine krasse Identität. Selbst wenn die scheiße fahren, haben die einfach so... Dieses Jahr haben sie ja...
Björn: Ahrens Mann hat den so krass den Karren aus dem Dreck gezogen.
Niclas: Mega gut und die haben natürlich mit ihrer, ich würde nicht sagen Affäre, aber nach der Doku da und ihrem jahrelangen Helfer, der ja scheinbar irgendwas mit Doping und so zu tun hatte und sie sich nicht zu geäußert haben, was natürlich schwierig ist. Ist natürlich alles ein bisschen nicht so geil gerade. Und jetzt muss man mal gucken, was da überhaupt rauskommt, wenn überhaupt was rauskommt. Aber die haben halt eine krasse Identität. Und das haben die halt einfach super gemacht. Und diese ganzen Fahrer so lange Zeit gebunden. Ich meine, selbst Wiggles ist ja nicht im Guten aus dem Team gegangen. Und Froome, nachdem er sich da auf die Nase gelegt hatte und schwer verletzt hatte und dann zu Israel gegangen ist, Aber trotzdem verbindest du diese Sportler total mit diesem Team. Und das schwingt auch immer noch so nach. Und das ist so ein richtig englisches Team. Das schwingt total nach. Das habe ich bei dem Team halt gar nicht. Und bei den französischen Teams müssen wir gar nicht drüber reden. Da schwingt das immer mit. Das siehst du auch in den In den ganzen Aufstellungen, die haben halt wahnsinnig viele Franzosen, immerhin französischen Teams, klar. Jetzt könnte man natürlich auch sagen, bei Wismar, da ist glaube ich kein einziger Niederländer am Start gewesen bei der Tour, aber durch Fun Art, Campenards und Co. hast du halt immer noch das Gefühl, da hast du eine Identität. Jetzt haben sie Rabobank wieder aufgebaut. Und der Staff dahinter ist halt auch, das ist halt auch so ein Staff, den du, also die Mitarbeiter dort, die du, die kennst du halt, die sind halt auch lange da, Mathieu Heierbohr und wie sie alle heißen, da hast du das Gefühl, da ist echt Identität hinter. Barbora habe ich so meine Themen und nicht, weil es irgendwie... Es ist schwierig, ne? Weil die Deutschen immer ihre Sachen schlecht reden. Nee, ich komme da irgendwie nicht so richtig drauf klar. Und jetzt, wie viele deutsche Fahrer gibt es noch bei Barbora? Äh, bei Red Bull? Weiß ich gar nicht.
Björn: Vipowitz, Ben Zwiehoff. Das sind schon die einzigen zwei, die ich noch weiß. Schachmann weg, Pollitt weg, äh... Schwarzmann weg. Chemner weg.
Niclas: Chemner weg.
Björn: Ackermann weg.
Niclas: Aber auf dem Bus geht immer noch German Cycling. Naja. Egal. Ich hoffe, dass das Ding halt steil geht. Und ich sehe auch die Nachwuchsarbeit, die da gemacht wird. Jetzt muss man mal gucken, dass dieses Thema... Wir produzieren einen eigenen Tour-Sieger. Das wäre natürlich mega. Noch mehr würde einen das nicht freuen. Das wäre crazy. Das ist natürlich auch irgendwie Ansage. Das ist mit Sicherheit die Ansage von Red Bull, dass sie sagen, wir ziehen uns aus unserem Nachwuchsteam und da wird halt so unglaublich viel investiert. Und du siehst ja, wie gut die auch fahren. Die haben sich halt echt richtig gute Leute geholt. Wir wollen jetzt unseren eigenen Tour-Sieger kreieren. Ja.
Björn: Wäre halt geil, wenn sie es mit Lipovic schon hinkriegen. Wird auf jeden Fall schwierig, muss man halt sagen. Da müssen davor erstmal zwei Jungs in Anführungszeichen ausfallen und strugglen.
Niclas: Pogacar hört halt in drei Jahren auf. Der gewinnt jetzt siebenmal die Tour oder achtmal am besten. Dann hat er halt mehr als Armstrong.
Björn: Ja, aber guck mal, er hat jetzt erst vier. Das heißt, er müsste noch vier machen. Er hat doch, hat er nicht irgendwann, Ben Healy hat ihn doch mal, gab es doch so ein Video, wie Ben Healy nach irgendeinem Rennen ins Zelt kommt und fragt, ey Tadej, wann hörst du auf? Wann haben wir denn jetzt mal eine Chance, Rennen zu gewinnen? Und er so, ja, ich habe einen Vertrag bis 2030. Das heißt Lipowus über 2030 hinaus.
Niclas: Dieses Jahr ist dem Pogacar aber so ein bisschen, klar hat er Bock, der will auch Rennen fahren, das bringt ihm Spaß, da kriegt er natürlich auch noch einen Haufen Kohle dafür. Aber ich glaube, nach so einer Tour, da denkst du auch so, Alter, echt, eigentlich, ich habe so viel Geld schon, ich kann auch,
Björn: aufhören. Weißt du, was ich heute gefunden habe zum Thema Tadej Pogacar und wie dominant der eigentlich ist? Es gibt das UCI World Ranking. Und ich sage dir jetzt, wie viele Punkte Platz 3 und Platz 2 haben. Klar, Pogacar steht auf Platz 1. Dann kannst du mal raten, wie viele Punkte Tadej Pogacar hat. Also Platz 3 ist aktuell heute Mathieu van der Poel mit 4.366 Punkten. Platz 2 ist Mats Pedersen mit 4.555 Punkten. Wie viele Punkte hat Tadej Pogacar? Keine Ahnung, 7.000? 11.465 Punkte. Krass. Gut, der steht aber brutal viele Rennen. Ja, und er gewinnt halt alle. Und das sind halt alles die höchsten und die besten Rennen, die es gibt. Das ist völlig Banane. Der Typ ist 26 und hat jetzt schon 104 Profisiege.
Niclas: Stabil.
Björn: Das ist so krass.
Niclas: Ja.
Björn: Also aber auch die Art und Weise, wie der fährt, wie der sich, finde ich, verhält. Also er ist halt, er ist einfach so lieb. Guck mal, egal was in dieser Tour passiert ist, sei es, er hat Johansen in Schutz genommen, weil er sagt, hey, das war mein eigener Fehler. Wie viele Fahrer es da gegeben hätte, die gesagt haben, ja, der Penner hat mich geschnitten und mir das Vorderrad weggezogen. Also er ist immer so lieb, immer so korrekt. Ich weiß nicht. Der kommt, als wäre er vom anderen Stern.
Niclas: Ich kenne ihn nicht persönlich, muss man dazu sagen. Ich kenne halt nur seinen Trainer ganz gut und der kommt ganz gut mit ihm klar. Und der Fabio ist auch ein super Typ. Also von daher gehe ich mal davon aus, dass der, ja, da stimmt schon die Chemie. Jo, aber Tour, jetzt können wir noch, ich könnte auch stundenlang noch über die Tour reden. Auch über vergangene Touren. Ich glaube, das interessiert die Leute dann irgendwann nicht mehr. Jetzt können sie es ja alle nachschauen.
Björn: Aber jetzt mal noch eine Frage. Was war deine Überraschung der Tour? Also bei welchem Moment hast du wirklich gedacht, ja krass, das da hätte ich nicht für möglich gehalten?
Niclas: Erstens, dass Windegard so schlecht im Zeitfall ist. Das hätte ich nicht für möglich gefallen.
Björn: Vor allem, weil sie unsere Software haben.
Niclas: Ich weiß ja, ich bin ja ein bisschen tiefer drin. Das war, und das sagt er selber, müssen wir gar nicht drüber reden, der ist einfach nicht die Werte getreten, fertig, aus. Aerodynamik passt, die ist super. Der ist einfach nicht die Werte gefahren. Otakam hat mir auch, das war auch eine Überraschung für mich, dass erstens die Attacke da rein war, fand ich krass. Dann mehrere Überraschungen. Positiv, und das hast du auch, haben wir beim letzten Mal auch schon gesagt, Das Team Wismar hat halt bis zum vorletzten Tag echt sich da komplett auseinandergenommen. Das fand ich super. Das ist so einfach, wie dominant dieses Team ist. Ich meine, selbst UAE Klar, mit Nils Pollet, der halt die ganze Zeit da im Wind fuhr, oder Tim Wellens, der halt so richtig, und Navarez, klar, die haben auch viel gemacht. Aber UAE, immer vorne rausgefahren, Relaisstation, richtig Gas gegeben. Mein Gott, haben die da ihren Stempel drauf gedrückt. Fand ich mega. Also die haben einfach eine gute Show geboten. Und das macht das ja auch so interessant. Egal, jetzt kann man natürlich sagen, das war irgendwie hier ein Fehler und da ein Fehler und die haben sich aufgeraucht und dann... Hörst du Wiggins und Armstrong und dann wird halt gesagt, wie schlecht die fahren oder Ries äußert sich dann auch dazu? Das finde ich, also ich finde gar nicht.
Björn: Mein Gott, ey, versuch das mal zu entscheiden, das ist halt super schwer, ja. Ich finde, die sind zu keinem Zeitpunkt schlecht gefahren. Ich fand von den Teamleistungen her, von den taktischen Teamleistungen her, war Wismar eigentlich immer das Team, wo du am ehesten auch als, in Anführungszeichen, Laie, nicht Rennradsportler sehen konntest, okay, die haben da gerade einen Plan, die haben da was vor, die haben immer die Gruppen besetzt, die haben immer Relaisstationen gebildet, für den Fall, dass Winnegard in der Leistung ist oder das Pogi irgendwie abschütteln kann. Also ich glaube, wenn es eine Schwäche von Pogacar gegeben hätte... dann wäre Wismar da gewesen, hätte es ausgenutzt und hätte das Ding geholt.
Niclas: Und es ist auch immer im Nachhinein natürlich immer total einfach zu sagen, hier, da war ein Fehler. Ich meine, es gab so viele, und das fand ich so spannend an dieser Tour dieses Jahr, dass es so viele Situationen gab, die so nicht vorhersehbar waren. Also wir kennen es ja aus den ganzen Jahren mit Sky zum Beispiel, die fahren halt ein Tempo hoch, Und es wird komplett durchkontrolliert fertig. Und dieses Mal war das halt gar nicht so. Das war halt, was war das? Die Etappe... War das Madeleine? Ja, aber ich weiß nicht mehr, welche. Also zum, oder Trump, ich weiß keine Ahnung. Also da, als, ähm, Oscar Oli so viel Zeit verloren hatte, ja? Ja. Auf der einen Etappe und dann wieder rankam. Das war eine ganz coole Etappe, weil, bis man nimmt alles auseinander, am ersten, am, ja, sozusagen am Berg vor dem großen Berg und alle so, wow, krass, jetzt geht's ab und... Aber dann auf einmal wendet sich das komplett wieder alles, ja. Hinten kommt Oskar Ohnli wieder ran, Jürgen sind dann doch nicht mehr so in der Shape, lässt abreißen vorne in der Gruppe und du siehst, auf einmal ist irgendwie so alles für die Katz gewesen gefühlt, ja. Also so, puh, was war das jetzt, ja. Ihr habt irgendwie alles durcheinander geschüttelt und jetzt kommt eh, läuft alles wieder zusammen. Aber das ist das Geile am Radsport, ja.
Björn: Und ich glaube, man muss da halt immer auch dazu sagen, die gehen halt davon aus, also da... Die Jungs fahren alle quasi am Anschlag und die hoffen halt, okay, vielleicht geht Pogacar heute einen Berg früher cracken. Vielleicht hat er irgendeine Schwäche, vielleicht ist die Erkältung zu stark. Und das ist halt das, sie müssen es halt probieren. Aber ich finde, so im Nachhinein betrachtet, sieht man, okay, sie haben alles probiert, aber im Rennen war es halt immer der Fall, okay, Pogacar ist halt nicht gecrackt, Pogacar ist halt immer mitgefahren. Und was sollen sie halt machen? Die Fahrer sind ja auch nur Menschen, die können ja nicht unendlich viel treten und Pogacar ist halt immer da geblieben. Er ist halt dran gewesen und dann... Ja, was sollen sie machen?
Niclas: Ja, also das war so für mich, ja, das waren so die Momente, die ich spannend fand. Es war insgesamt eine super spannende Tour, aber das liegt vor allen Dingen an Pogacar und Bindegard. Und die Überraschung natürlich Lipowitz, dass der das drei Wochen so super durchzieht, total positiv, fand ich mega gut. Ich fand auch von der Übertragung her, Die Bilder, es wird halt immer geiler. Ich fand die Moderation mit Vogt und Carsten Miegels und wie heißt der dritte? Ich habe oder die vierte ist ja auch noch eine Frau noch dabei. Die Namen habe ich leider nicht mehr im Kasten. Fand ich super, hat mir total gut gefallen. Es war nie langweilig. Es waren gute Anekdoten. Es war mal seit langem mal wieder eine Tour, die ich total genossen habe, wobei die letzten Jahre auch. Eigentlich seitdem Roglic aus dem Trikot gefahren wurde, ist die Tour so viel besser geworden. Ich muss sagen, die Sky-Tours, obwohl ich den Wiggins natürlich irgendwie einen coolen Typen finde, ich fand die immer brutal langweilig. Ich konnte die nicht anschauen, die waren einfach nur so, es war einfach ein destruktives Fahren. Da gab es immer ein Highlight, irgendwie als Chris Froome sich aufs Oberrohr setzt und weiter pedaliert, Highlight 1 oder Chris Froome, das Rad geht kaputt und er joggt den Berg hoch, auch ein geiles Highlight. Die Tour, ja mega, aber die Tour, als Egan Bernal gewonnen hat oder Jared Thomas, fand ich super langweilig. furchtbar langweilige Tour de France. Jetzt konntest du gar nicht schauen. Also sie sind so komplett an mir vorbeigegangen.
Björn: Ja. Ja, also ich muss sagen, Tour dieses Jahr war schon wirklich genial. Also hat schon echt richtig Bock gemacht. Ja. Gut. Gut. Letztes Thema, Rausschmeißer-Thema.
Niclas: Rausschmeißer-Thema, das wichtigste Thema für die Hörer. Aber das gehen wir dann nochmal richtig tief an. Da können wir beim nächsten Mal nochmal ein bisschen tiefer reingehen. Vielleicht können die Leute uns ja lustige Fragen stellen dazu, worauf wir achten müssen. Aber wir reden über Ötztaler.
Björn: Ja, letzte Woche King of the Lake Zeitfahren, jetzt Ötztaler. Mhm. 226,2 Kilometer, 5500 Höhenmeter mit der aktuellen Streckenführung Rekordzeit 6 Stunden 49,14. Wer ist die Gefahr? Na ja, mit der aktuellen Streckenführung ist es Jack Burke. Ah, Jack Burke. Ja, ja, genau. Man muss halt dazu sagen, es gab 2009, der Overall-Rekord war halt 2019 Matthias Nodeker. Da war die Strecke ja sogar noch 11 Kilometer länger. Da waren es 238 Kilometer mit 5500 Höhenmeter. Und er ist das in 647 gefahren. Krass. Das heißt, das ist ja eigentlich fast nochmal höher zu werten. Aber deswegen habe ich ja extra gesagt, mit der aktuellen Streckenführung, so wie die Strecke jetzt quasi gerade ist, ist der Rekord bei Jack Burke. Er ist auf jeden Fall schon, wenn man sich mal überlegt, 227 Kilometer, 5500 Höhenmeter in unter sieben Stunden, ist schon ziemlich Banane.
Niclas: Ja, ich würde den Seewald ja gerne mal so eine richtige Maschine da fahren lassen. Das wäre halt schon mal geil zu sehen, wie viel schneller die fahren können.
Björn: Wenn du jetzt ein Tour de France-Profi auf die Strecke setzt, also sagen wir jetzt mal Pogacar oder Winnegard, steht da dann eine 6,30? Nein, oder? Da steht dann vielleicht was niedrige 6,40.
Niclas: Die verlieren ja kaum Leistung. Das ist ja das Erstaunliche, auch in der Höhe. Das werde ich fürs nächste Mal durchsimulieren.
Björn: Okay, das stimmt. Das wäre dann eine gute Idee.
Niclas: Und man kann auch ein Team am Start haben, dann wird die Welt halt noch besser.
Björn: Ja gut, das ist halt, das finde ich, muss man halt auch immer dazu sagen. Also diese Zeiten, da wird dir dann irgendjemand, führt den Brennerpass schon hoch, aber wenn du halt, keine Ahnung, einen Nils Pollet hast, der dich einen Brenner hochzieht und da halt Vollgas fährt und das Feld hinter sich her zieht, ist das halt was anderes, wie wenn... in Anführungszeichen mit Konkurrent da hoch fährt und halt auch vor hat, die anderen Pässe danach auch noch zügig zu fahren. Das heißt, ich glaube, wenn man dann wirklich ein ganzes Team drauf ansetzt, geht da schon nochmal eine andere Zeit.
Niclas: Ja.
Björn: Ich schaue gerade mal, ob ich den Ötztaler überhaupt drin habe. Ja, den haben wir. Natürlich ist der drin, ziemlich sicher.
Niclas: Oh, ja, von diesem Jahr war schon jemand fleißig, schon reingeladen worden.
Björn: Naja, es sind jetzt nur noch vier Wochen, fünf Wochen. Ich weiß es gar nicht so genau. Lass mich mal gerade schauen. Ja, vier Wochen sind es jetzt noch bis zum Ötzi. Jetzt diese Woche ist ja Alberg-Giro am Sonntag und dann haben wir nochmal, ich sag mal, nach dieser Woche sind es nochmal so drei richtige Trainingswochen und dann ist quasi Tapering für den Ötzi. Wird auf jeden Fall, ich muss halt sagen, in den letzten Jahren, was ich an dem Rennen halt immer so spannend finde, es ist halt irgendwie so eine Mischung. Manchmal hast du Ultrascheißwetter und manchmal hast du die brutale Hitze, wo die Leute alle am Timmelsjoch sterben.
Niclas: Richtig geil ist es nie da, egal wie.
Björn: Ja, du hast nicht mal so einen entspannten Tag, so 20 Grad, so easy peasy, du kannst jetzt einfach ruhig durchfahren. Das ist halt schon ein Rennen und das finde ich auch irgendwie immer geil an den Alpen. Du musst eigentlich auf alles vorbereitet sein und du wirst immer irgendeinen Extrem eigentlich haben.
Niclas: Ja, auf alle Fälle. Die Höhe macht es dann nachher aus und die Länge. Und wenn du gut mit der Höhe zurechtkommst, dann bringt dich das Timmels nicht komplett um. Ja. Das ist halt der Trick an der Sache, ja. Also eigentlich muss da jeder sich irgendwie gut vorbereiten, weil da entscheidet sich das Rennen. Ja, am Anfang, was fällt man hoch? Güter, glaube ich, und dann geht's ja da. Brenner. Brenner, bis dahin hängen ja auch alle irgendwie mit in der Gruppe drin in der Regel. Ja. Und dann zerfliegt das halt, ja. Und, ja, ja.
Björn: Ja, Jaufenpass ist dann nochmal mit 15 Kilometern ein Ding. Und dann halt aber Timmelsee auch einfach 29 Kilometer.
Niclas: Nach unserem Attersee-Ding, das wir ja nächstes Jahr durchziehen, machen wir das Jahr drauf, dann Ötztaler.
Björn: Ja, ich wollte jetzt eigentlich gerade vorschlagen, ob ich nicht nächstes Jahr einfach schon mal so Ötztaler fahre. Ich würde den gerne einmal in Anführungszeichen entspannt fahren und dann einmal daraus lernen und versuchen, ihn schnell zu fahren. Ja. Ja. Auch so lange Rad zu fahren, echt so, sorry. Nee, damit hätte ich ja gar kein Problem. Ich habe halt keinen Bock auf die Höhe.
Niclas: Die Höhe wäre okay, aber ich meine so dieses, ey, nee, da habe ich so gar keinen Bock drauf. Und dann weißt du, du weißt ja ganz genau, bei so einem Ding, weißt du, bei so einem Zeitfahren, Da weißt du, es ist halt von Anfang bis Ende irgendwie, das fängt eklig an und endet ekliger. Und beim Ötztaler weißt du, okay, das fängt so an und dann ist es eklig und dann ist es wieder okay und dann ist es ganz eklig und dann, das ist halt so in so einer Welle, mit Wellen sozusagen, damit musst du irgendwie zurechtkommen. Da hast du, boah, da musst du dich halt mental jedes Mal irgendwie so zusammenreißen. Das geht schon, aber...
Björn: Ich muss halt sagen, ich finde bei diesen sehr, sehr langen Rennen, ich finde irgendwie so bis zur Hälfte ist es meistens, wenn du dich jetzt nicht am ersten Anstieg abschießt, ist es meistens gut aushaltbar. So, das ist gut machbar. Und dann fängt es halt an, eklig zu werden und dann musst du irgendwie im Kopf damit zurechtkommen, okay, du fährst jetzt zum Beispiel, keine Ahnung, im Jaufenpass fangen die Beine an weh zu tun und du weißt, okay, du musst jetzt aber im Jaufenpass mit dieser Leistung noch hoch, ist egal, ob die Beine wehtun oder nicht. Und dann musst du das Timmelsjoch ja auch noch hoch und im Optimalfall wieder mit derselben Leistung. Das sind halt bei diesen Ultrarennen schon immer Sachen, du musst... Oder ich mache es meistens so, ich weiß, okay, das wird einfach wehtun und ich versuche mir das irgendwie schön zu reden, dass die Schmerzen gar nicht so schlimm sind oder so. Also so ein bisschen sich auf diese Schmerzen einstellen und wissen, okay, was kommt da, wie sehr wird das wehtun und sich dann eine Strategie oder so Gespräche im Kopf überlegen, wie rede ich mir das jetzt schön, dass ich halt diese Schmerzen, keine Ahnung, nochmal zwei Stunden durchhalte oder so.
Niclas: Ich habe es mal nebenbei durchsimuliert. Sorry, ich konnte es nicht sein lassen. Aber nur für mich. Das stimmt natürlich nicht. Also eigentlich, das ist total interessant. Das System würde jetzt aktuell sagen, du fährst erstmal runter. Den fährst du noch so relativ entspannt hoch. Ja, den würde ich irgendwie so mit 260 Watt hochfahren. Und das ist gar nicht schwer. Den bin ich nämlich schon, den bin ich schon mal bei irgendeiner Tour Transall vor vielen Jahren
Björn: Hast du das jetzt mit deiner Leistungsfähigkeit oder mit welchem Wert? Ja, mit meiner Leistungsfähigkeit.
Niclas: Den bin ich schon mal genau so hoch gefahren. Das war easy. Beim damaligen Teampartner, der nicht so gut war, bin ich sogar Kreise gefahren. So, dann kommt Brenner. Das ist auch nicht wild. Und bei Kilometer 140 fängt, glaube ich, Jaufen an. Interessanterweise sagt das System, da musst du voll hochballern, da kannst du den Unterschied machen, zack und dann kommt Jaufen voll hochballern und dann kommt Timmelsjoch und Timmelsjoch musst du eigentlich so dein Ding hochfahren, das wäre die optimale Energieverteilung und da fährst du halt nur noch 240 Watt hoch. Fängst unten an mit 250, 260, würde ich jetzt fahren in dem Falle. Und dann ab 2000 würde ich die Leistung reduzieren auf 240. Und Insgesamtzeit wären 7 Stunden 48. Okay. Ein Kilo Kohlenhydrate verbrannt. Sympathisch. Durchschnittliche Wattleistung 192.
Björn: Das wäre aber gut. Ja, das wäre auch gut. Und die Zeit, also unter 8, als sie zu fahren, wäre schon geil.
Niclas: Ja, du musst halt brutal Energie sparen. Das ist eigentlich der ganze Trick. Du darfst sie halt am Anfang nicht... Klar, du musst die Gruppe erwischen, das ist klar. Aber die meiste Energie schraubst du halt... Ja, auf und raus. Was würde denn passieren, wenn wir jetzt mal so eine krasse Schwelle nehmen?
Björn: Hol mal so einen Pokerjar. Also sagen wir mal 64 Kilo mit, keine Ahnung, 430 Watt Schwelle.
Niclas: So, und der hat ja auch eine krasse W-Prime. Aero 7.2. Das ist schon ein sportlicher Aero. Also ich habe jetzt aerodynamisch natürlich schon einiges aus der Trickkiste geholt. Das darf man nicht vergessen.
Björn: Du bist das quasi in TT-Position gefahren mit deinen 192 Watt im Schnitt.
Niclas: Ja, schon ziemlich. Wenn man sich das halt mal...
Björn: Wenn man mal lange in einer aerodynamischen Position fährt, dann weiß man unwahrscheinlich, dass das solche Anstiege hoch funktioniert.
Niclas: So, jetzt habe ich immer noch eine ziemlich aerodynamische Position gewählt. Okay. Pogacar kann das ja auch. Ja, der kann das auch, ja. 27er CDA-Wert ist schon aerodynamisch. Jetzt dauert es erstmal ewig, bis das Ding durchgerechnet ist, weil es sind ja doch relativ viele Kilometer. Wir hatten mal jemanden, der wollte das, nee, nicht jemanden, sondern ein Sportler von mir, der Daniel Steinhauser, der hat das Race Across Italy durchgerechnet. Das sind ja irgendwie 700 noch was Kilometer. Ja, da war das System dann auch schon... Gut am Limit, aber hat wunderbar funktioniert.
Björn: Aber ich glaube, was man auf jeden Fall schon mal den Leuten mitgeben kann, ist nutzt quasi immer, wenn ihr über die Kuppe oben drüber fahrt, nutzt diese Zeit zum Verpflegen. Esst, was geht, weil wenn ihr dann den Berg abrollt, könnt ihr euch viel besser verpflegen, wie wenn ihr unter Belastung irgendwie den Berg hochfahrt. Natürlich in den Anstiegen müsst ihr auch trinken und so, aber zum Beispiel große Mengen an Gels reinschieben oder so. Das habe ich jetzt am Wochenende auch wieder gemerkt. sich einen guten Plan machen, wann man wie viele Kohlenhydrate zu sich nimmt und diese Kohlenhydrate dann auch zu nehmen, wenn vielleicht eure Atmung und euer Magen-Darm-System nicht so am Anschlag ist, wie wenn ihr halt gerade, keine Ahnung, Vollgas oder mit Tempo den Berg hochfahren müsst, macht halt einen Unterschied, Und das macht es halt einfach leichter. Das heißt, drückt euch, keine Ahnung, ihr fahrt über die Kuppe und dann drückt ihr euch zwei Gels rein und sauft 500 Milliliter Wasser. Das fühlt sich im ersten Moment scheiße an. Aber ihr fahrt dann halt eine Viertelstunde bergab, rollt dann ein bisschen flach durchs Tal und wenn ihr den nächsten Anstieg reinfahrt, seid ihr schon wieder frisch und habt halt die Energie im System.
Niclas: Und Aero macht dann doch echt eine Menge aus. Also so viel wie möglich in der Gruppe bleiben. Das wäre super, super wichtig. Und auch klamottentechnisch macht das halt Sinn. Wenn du dann nämlich mal alleine unterwegs bist, fährst du über 16 kmh, macht halt Aerodynamik irgendwann Sinn.
Björn: Ja, also ich glaube... Also diese ganz einfachen Sachen. Einteiler, wenn es jetzt nicht brutal heiß ist, ein halbwegs aerodynamischer Helm, arme Beine rasieren, Aero-Handschuhe, Aero-Socken. Das sind Sachen, das ist jetzt kein ultra großer Aufwand, aber allein wenn ihr das macht... spart ihr euch schon echt Zeit am Ende von so einem Ötzi. Und ich sage jetzt mal im Vergleich, wenn ihr dann noch eine gute Kohlenhydratverpflegung habt, euch einen Plan hinterlegt, ich finde es auch immer spannend, viele Sportler sagen dann, ja, ich habe keine Verpfleger, die sich irgendwie an die Straße stellen und mir eine Flasche geben. Hier, mein Etappenrennpartner Aaron, der hat sich einfach einen Holzpfahl gemacht, an den er quasi Flaschen positionieren kann. Und er fährt einfach vorher an die Strecke, kloppt diesen Holzpfahl oder zwei Holzpfahle an zwei Positionen hin, hat dann schon mal vier Flaschen an der Strecke. Ja, ist doch super easy. Dann hast du deine Verpflegung mehr oder weniger schon mal parat und brauchst gar keinen Verpfleger. Klar, wenn das jetzt beim Ötzi 5000 Leute machen, sieht die Strecke schon wieder ganz lustig aus. Aber einfach die Idee. Ich habe auch schon mal zu einem Athleten gesagt, der wohnt zum Beispiel in der Nähe von einem Rennen, dann fährst du halt an die Strecke. Dann platzierst du dir hinter Baum X eine Trinkblase oder einen Trinkrucksack, fährst vorbei. Was kostet dich das? Du fährst im Anstieg vorbei, hältst kurz an, steigst vom Rad ab, holst dir deinen Trinkrucksack, steigst wieder aufs Rad. Also wenn es hochkommt, 30 Sekunden. Hast dann aber eine gute Kohlenhydratverpflegung. Und wenn du krachen gehst und keine Kohlenhydratverpflegung mehr hast, dann reden wir nicht mehr über einen Zeitverlust von 30 Sekunden.
Niclas: Andi Seewald hat ja genauso schon World Cups oder World Series gewonnen, war das, glaube ich, in Forestier. Da war er noch nicht bei Canyon damals. Fuhr mit seinem alten Ford Galaxy oder S-Max oder was weiß ich.
Björn: Ist Forestier das Rennen, wo er auch im Auto gepennt hat und im Autoreiskocher hat laufen lassen?
Niclas: Genau. Und dann hat er die Flaschen noch versteckt und dann ist er einfach rausgefahren vorne, wo es Huber und Co. hinter ihm. Und dann hat er halt mal schnell die Flasche zwischendrin eingesammelt. Ich glaube, so war das. Ja.
Björn: Also man braucht nicht immer das ganze Team, wenn man sich ein bisschen Gedanken macht und ich sage jetzt mal, klar beim Ötzi bei so einer großen Schleife ist das jetzt auch nicht so easy, da Flaschen zu deponieren. Da muss man ja schon ein bisschen Ortskenntnis haben und dann vielleicht den Tag vorher ein bisschen im Auto sitzen. Aber grundsätzlich ist es schon möglich. sich da eine gute Vorbereitung zu machen, wenn man es denn wirklich drauf anlegen will. Ich meine, wenn du das Ding fährst und du willst das finishen, dann kannst du auch über die normalen VPs vor Ort gehen. Aber ich sage jetzt mal, wenn du schon eine passable Zeit fahren willst, der Bogen Media hat deine Kohlenhydrate.
Niclas: Bist du am Tag vorher irgendwie 200 noch was Kilometer im Auto abhängen und Flaschen verstecken?
Björn: Ja, den musst du ja aber nicht. Du kannst ja jetzt, keine Ahnung, dann legst du halt vor dem Jaufenpass einen Trinkrucksack irgendwo hin. Aber den klaut dann ja irgendjemand. Naja, du musst den halt hinterm Baum verstecken oder so. Also ich habe das auch schon gemacht.
Niclas: Also ganz oft, wenn ich zum Beispiel... Du versteckst die Camouflage-Rucksäcke. Trinkrucksäcke.
Björn: Nee, ich habe das schon für, im Training habe ich das auch schon mal gemacht. Bin mit vier Flaschen losgefahren, habe irgendwo dann zwei Flaschen deponiert, bin dann weitergefahren und habe irgendwann meine zwei vollen Flaschen wieder eingesammelt.
Niclas: Also ich habe es mir jetzt, ich habe es übrigens, ich habe es durchgerechnet, es ist total krass. Mit einem CDA-Wert von 29, ist schon nicht so, ne? Und Climbing-CDA-Wert wird steigen, ja, auf über 30. CDA-Wert bergab, 24. kaum Leistungsverluste. Wobei ich in der Höhe immer noch einen Leistungsverlust rechnen würde. Das heißt, wir gehen dann auf 3,80 irgendwann. Der würde ebenfalls wieder am Jaufenpass Gas geben. Und zwar eigentlich nur am Jaufenpass. Den Rest dödelt man so rum.
Björn: Ja, okay, aber wenn wir jetzt über Rumdödeln reden... Und wir haben die ungefähr grob jetzt 430 Watt Schwelle eingegeben. Bei wie viel Watt wird denn rumgedödelt?
Niclas: Pass auf, also man fährt los mit 330. Das ist Zone 2, das Fatmax. Ja. So hart das ist, das ist bei ihm so. Der würde bis Kilometer 29, 30 fährt er Fatmax. Oder sogar teilweise drunter. 330, 320, dann fahren die ran mit 300, dann fährt er den Berg hoch mit 380. Kühtai. Tempobereich. Tempo, ja. Dann geht es irgendwie runter. Dann fährt er wieder 320, 320, 320. Brenner nur 320. Ja, Brenner kommt dann jetzt. Und da fährt er dann mal 360. 370, 380, dann fährt er 360, 360, 360, 360, dann geht's wieder bergab, fährst wieder 300, dann geht's einmal richtig steil, ja, das heißt, da fährt er mit 440 hoch, da entleert er sich komplett, ja, da würde er 440... Jaufen auch, okay. Also, jaufen fährst du mit 440, fährst du Schwelle hoch, komplett. Dann kommt er oben an. Ist er leer. Aber dann kommt ja nur noch die Abfahrt. Die Abfahrt kannst du halt gar nichts tun. Da trittst du halt gar nicht. Fährst du komplett runter. Da fährst du immer nur so 240 oder sowas. Ist halt. Genau. Dann kommt Timmelsjoch. 380. Dann ab 2000 gehst du runter auf 350, 360. Dann rollst du runter und dann fährst du das Ding in 6 Stunden, ich schätze mal 6 Stunden 4, 6 Stunden 10. Und ich glaube mit Team, mit Team kannst du es vielleicht sogar mit einem vollkommen aerodynamisch durchoptimierten Krempel und die geben richtig Gas, halten dich die ganze Zeit aus dem Wind unter 6 Stunden.
Björn: Willst du mir erzählen, dass wenn wir, angenommen wir hätten ein Acht-Mann-UAE-Team in Top-Besetzung und die würden das für Pogacar durchfahren, könntet ihr das unter sechs Stunden fahren? Ja, ich glaube schon. Das muss man sich mal überlegen. Wenn man sich jetzt schon anguckt, was ein Jack Burke da abreißt mit 6,49, was ja schon wirklich, also Jack Burke hat ja wirklich schon sehr gute Wattzahlen. Der ist ja wirklich ein sehr guter Kletterer und ich sag immer, auf diesen Alpen-Marathons ist das ein Top-Fahrer. So, also der hat jetzt auch keine krassen Leistungsverluste in der Höhe. Der hat hinten raus keine krassen Leistungsverluste. Der ist da schon, was diese Rennen angeht, schon sehr durchoptimiert. Ähm... dass da einfach nochmal 50 Minuten auf der Straße liegen. Ich glaube schon.
Niclas: Und ich glaube, es ist alles Aerodynamik. Und wo investierst du Energie?
Björn: Alter Schwede, das ist irre.
Niclas: Also wenn du vor allem am Kühltal darfst du halt, ich verstehe schon die Idee, zu sagen, hey, wir machen am Kühltal schon so ein bisschen Bambule, damit wir ein paar Leute loswerden. Aber idealerweise ist das Ding, fährst du halt nicht Vollgas hoch. Ich meine, das sind bei 63 Kilo fährt der, also ich meine, der fährt halt immer noch 6 Watt da hoch.
Björn: Das ist so dumm. Das ist so dumm. Wenn man sich überlegt, der fährt den ersten Anstieg auf 6 Watt pro Kilogramm, das ist eine Schwelle, die quasi außerhalb der Worldtour fast niemand erreicht. Also das erreicht ja außerhalb der Worldtour wirklich nur die Top-Profis. die das überhaupt erreichen. Und ich sag jetzt mal, normalerweise bist du ja schon mit einer Schwelle von 5,4 bis 5,5, 5,6 Watt pro Kilogramm, bist du ja schon ein wirklich, wirklich guter Fahrer, wo du ja auch Mountainbike-Marathon-Rennen zum Beispiel schon wirklich gut gewinnen kannst, womit du normalerweise alle Straßenrennen so als Elite-Fahrer normalerweise auch gewinnst. Ähm, Das ist schon dumm.
Niclas: Aber ich habe da auch Irodonat schon ein bisschen durchoptimiert. Der sitzt da jetzt nicht irgendwie so mit Flatter-Trikot, sondern es ist schon... Nicht so wie Remco. Also das ist schon, das ist schon gut. Das ist schon gut. Ah, ich muss das jetzt nochmal, sorry, jetzt alle, die jetzt keinen Bock mehr haben, können aufhören, können auflegen, ja.
Björn: Naja, ich glaube, nachdem wir jetzt gesagt haben, dass es möglich ist, den Ötzi unter sechs Stunden zu fahren, da haben wahrscheinlich schon ein paar gesagt, ja komm, lass die zwei reden. Haben aufgelegt. Jeder, der das Ding schon mal gefahren ist und sich das hier jetzt anhört, sagt so, ja komm, ihr zwei sitzt hier vorm Rechner und labert einen ab.
Niclas: Flicki-Clacki, ne? By the way, ich lag mit meinen Zahlen ganz gut, ne? Jetzt habe ich alles richtig vorausgesagt.
Björn: Das ist halt auch wiederum das Ding, weil man weiß, dass du einfach das Zeitfahren der Tour de France dieses Jahr am Berg quasi auf die Sekunde vorausgesagt hast.
Niclas: Und das andere Zeitfahren war ich auch richtig gut. Und andere Geschichte jetzt auch. Marc Stutzmann ist ja in Spanien dieses Etappenrennen gefahren, Colina Trieste. Und der hatte gesagt, du Björn, ich brauche ein Pacing und so weiter. Ich kenne die Strecke nicht und ich überziehe immer so und und und und. Da sagt er ja so, ja, wir sind jetzt abgefahren, zwei Stunden, Renndauer sicher so anderthalb Stunden. Dann habe ich das durchsimuliert und habe dann, der ist schwer, der Mountainbike ist halt super schwer, weil du nie den Untergrund kennst du nicht und dann kam ich auf 1,16 raus und habe ihm das Pacing so gegeben. Er ist gefahren, 1,17. Ach du Scheiße. Und er sagt, er konnte es gar nicht glauben. Er sagt, er hat auf Dias hat das Ding dann gesamt gewonnen. Er sagt, er hat vor allen Dingen in den Abfahrten verloren.
Björn: Ja, Dias ist halt aber auch jemand, der auf Trailrennen unfassbar gut ist. Also wenn man sich Dias Ergebnisse anschaut, auf Drückerstrecken in Anführungszeichen ein guter Profi, auf Trailstrecken, guck mal, auf Elba damals fast eine reine Trailstrecke, wird er einfach Dritter. Oder zweiter sogar? Dritter GGM. Wo man sich so denkt, hä?
Niclas: Ja, total. Und der kannte, kennt halt die Strecke in- und auswendig, weil seine Freundin dort lebt. Von daher lagen wir da ziemlich dicht dran. was mich natürlich total happy gemacht hat. Und Marc so sagte, das kann doch gar nicht angehen. Wieso fahre ich denn jetzt genau die Zeit, die prognostiziert wurde? Ja, das geht halt. So, jetzt machen wir doch mal, Niklas, ich mache dich mal mit Schwelle 400 Watt, 300, 300, 300.
Björn: Guck mal, wenn wir jetzt uns meine Daten letzte Woche anzeigen, letzte Woche, sage ich, über eine Stunde wäre ich dir 420 gefahren.
Niclas: Nehmen wir mal 400, einfach so.
Björn: Ja, man muss halt dazu sagen, auf 300 Höhenmetern. Sobald bei mir irgendwie Höhe ins Spiel kommt, bin ich halt richtig Arsch. Tut mir leid, Aaron. Du wirst leider wieder in der Schweiz auf mich warten müssen.
Niclas: Ja, also dich will ich noch einmal durchrechnen.
Björn: Mit Niklas kann ich auch in der Höhe fahren, wobei erst ab 200... Wenn wir sagen, ich würde Ötzi machen, dann gucke ich schon, dass wir, keine Ahnung, fünf Wochen vorher drei Wochen in Livigno chillen. Das kriege ich ja dann irgendwie umgesetzt.
Niclas: Müssen wir halt sehen, dass das Herz-Minuten-Volumen nicht zu stark abgeht oder runter geht. Dann müssen wir halt in Bormio ab und zu ein paar Intervalle kloppen. Nach, keine Ahnung, zehn Tagen. Bormio ist schön. Können wir machen. Ja, genau. Muss man immer runterfahren. Also das rechne ich jetzt noch mal lustigerweise durch. Schauen wir mal, was dabei rauskommt.
Björn: Muss man dazu sagen, Bike-Discount Radon hat auf jeden Fall schon mal ein passendes Rad jetzt dafür gebracht. Die haben jetzt so ein neues Kletterrad. Ich glaube, Ero ist sogar wichtiger. Sagst du, würdest du den Ötzi eher mit einem, sagen wir mal jetzt 7 oder 7,5 Kilo schweren Rad, was dafür aber aerodynamischer ist, fahren, als mit einem super Lightweight 6,5 oder, ich meine beim Ötzi darfst du ja alles machen, du kannst beim Ötzi ja eigentlich auch ein 5,5, ein 6 Kilo Rad fahren.
Niclas: Ja. Das wäre eine spannende Sache, rechne ich beim nächsten Mal durch, weil das würde jetzt den Rahmen deutlich springen. Die Tour macht das, das Tour-Magazin hat das ja immer gemacht, solche Sachen mal durchgerechnet. Wir rechnen jetzt mal verschiedene Szenarien durch, kann ich mal machen, was so ein richtig leichtes Rad bringt, aber aerodynamisch nicht ganz so durchoptimiert. Schauen wir mal, was dabei rauskommt. Wobei, da ist ja vor allem entscheidend dann der Rahmen. Und die Posi, ich überlege mir da mal was, wie viel dabei rauskommt.
Björn: Aber das muss man halt, wenn man sich jetzt zum Beispiel Wismar bei der Tour angeschaut hat, ganz oft relativ bis sehr niedrige Laufräder, aber eigentlich immer auf dem S5 unterwegs und immer in der aerodynamischen Position.
Niclas: Klar, also wann ist Campenaz mal nicht den Aero-Helm gefahren?
Björn: Ja, aber das ist auch, sorry, das ist unangenehm. Riesenrespekt, was für ein Rennfahrer Campenaz dieses Jahr bei der Tour war. Ultra geil. Wenn man sich, vor allem wenn man so die letzten Jahre gesehen hat, ja gut, letztes Jahr auch eine Touretappe gewonnen, aber... Was für eine Entwicklung der nochmal bei Wismar gemacht hat. Und ich finde, man sieht so ein bisschen, der Fahrer geht in diesem Team voll auf, weil der halt so nerdig aerodynamisch ist. Und die ihn halt voll dabei unterstützen. Der hat halt, glaube ich, auch die Zeit seines Lebens in diesem Team. Das macht dem so viel Spaß. So kommt es zumindest nach außen rüber. Aber dieser Helm, also es sieht wirklich so scheiße aus. Tut mir leid. Ich habe schon überlegt, mir den zu besorgen. Nein, Björn, nein, nein, nein, nein, nein, nein. Also, wenn wir King of the Lake Zeitfahren machen, dann können wir den tragen, okay. Oder so ein Aero-Helm, whatever, ne? Für so ein Zeitfahren okay, aber außerhalb vom Zeitfahren so einen Aero-Helm zu tragen, ey, das geht nicht. Das sieht so scheiße aus.
Niclas: Das ist so unangenehm. Dürfen wir beim, da müssen wir nochmal die Regeln checken, dürfen wir beim King of the Lake jeden Aero-Helm tragen? Auch auf dem Rennrad? Ich glaube schon, ne?
Björn: Ich glaube, King of the Lake hat keine, dahingehend keine Regularien. Ich glaube, wenn du auch zum Beispiel ein Straßenrad nimmst, in dieser Straßenradwertung, ich glaube, wir dürften da auch einen Auflieger drauf bauen.
Niclas: Ne, das dürfen wir nicht. Das glaube ich nicht. Ne? Ne.
Björn: Okay, ich sehe schon, wir müssen uns damit mal beschäftigen.
Niclas: Wenn wir jeden Aero-Helm fahren, dann fahren wir natürlich, also ich fahre den Aero-Helm von Zero. Oder den POG.
Björn: Also ich würde, glaube ich, eher den aerodynamischen POG-Straßenhelm fahren, den jetzt auch Healy viel gefahren ist. Ja. Den ist auch mein Athlet bei Rock am Ring, hat ja auch die 24 Stunden die Rekordzeit geholt, der ist den auch komplett da gefahren. Ich finde, der geht noch am ehesten, aber am liebsten würde ich, keine Ahnung, einfach nur einen Game Changer oder Mad Manta, Specialized Evade, irgendwie sowas fahren, aber... Wahrscheinlich, wenn wir das Ding durchoptimieren wollen, müssen wir schon einen richtigen Zeitverhältnis tragen.
Niclas: Damit wir uns so richtig bis auf die Knochen blamieren, wenn wir dann irgendwie eine Stunde 15 brauchen.
Björn: Ja, aber das kriegen wir. Das kriegen wir hin.
Niclas: So, Niklas, wir rechnen noch.
Björn: Das dauert noch ein bisschen. Ja, das ist, weil ich schwerer bin. Deswegen braucht das System länger. Das System denkt sich so, nee, mit dem Gewicht fährst du keinen Ötzi, lass es.
Niclas: Body Mass Index sprengt alles. Body Mass Index 33.
Björn: Kommt jetzt Errors, die sind zu schwer. Bitte abnehmen.
Niclas: Ja, bitte abnehmen. Bringt halt irgendwann doch mal was. Tour de France der Frauen haben wir gar nicht drüber geredet. Mein Gott.
Björn: Tut mir leid, aber erster Tag, unfassbar geil, wie Pauline das Ding angefahren ist. Und ich habe mir eigentlich gedacht, also ich fand, das sah so aus, zieht sie jetzt bewusst nicht durch oder sind ihr die Beine zugegangen? Das fand ich war so, war das wirklich geplant, dass Marianne das dann holen soll und sie fährt diese Attacke, um die anderen unter Druck zu setzen? Aber ich fand eigentlich, es sah so aus, als ihre Beine waren einfach tot.
Niclas: Die war einfach zu. Keine Ahnung. Und ja, ja, ja, ja. Gucken wir mal, ja. Die schweren Stages kommen ja erst noch. Ich bin gespannt auf Demi Wohlering, die sich ja so ein bisschen auf die Nase gelegt hat.
Björn: Ja, das war ja gestern, ne?
Niclas: Ja. Weiß man schon irgendwas? Also ich habe jetzt gelesen, dass sie, ich konnte leider die letzten zwei Tage eigentlich fast gar nichts schauen, sie hat definitiv Gehirnerschütterungsprotokoll pipapo gemacht und heute Morgen sollte es nochmal angeschaut werden. Also ich gehe mal davon aus, dass sie fährt, aber wieso ist sie eigentlich gestürzt? Ich habe das gar nicht mitbekommen.
Björn: Es war ein großer Massensturz in der Rechtskurve, glaube ich. Ja, da ist sie halt mit gestürzt und sie musste halt die ersten Meter auf jeden Fall dann erstmal geschoben werden, hat keine Zeit verloren, weil es in diesen letzten fünf Kilometern war, aber trotzdem ist glaube ich schwierig, wenn du so einen richtig harten Sturz hattest jetzt die nächsten Tage.
Niclas: da wirklich zu performen. Ja, Marleen Reuser ist schon raus. Ja, die war aber auch krank vorher, hat einen Magen-Darm gehabt, hat sich dann nochmal auf die Nase gelegt und ja, schade eigentlich. Aber das ist halt immer so, wenn du schon so geschwächter hingehst, dann wird es in der Regel nix.
Björn: Also für die Story fände ich es schon ultra geil, wenn Pauline das jetzt gewinnt, dann hat diese Frau wirklich alles gewonnen, was du irgendwie im Frauenradsport gewinnen kannst.
Niclas: Ja, Bahn könnte sie noch machen.
Björn: Und sie könnte auch noch Olympiasiegerin im Straßenrennen werden.
Niclas: Aber dann hat die so ziemlich alles gewonnen, was man gewinnen kann. Die wird das gewinnen. Denkst du? Ja. die ist halt so fokussiert da dran und du siehst auch diese Metamorphose ihres Körpers, die ist komplett darauf ausgerichtet, das Ding zu gewinnen.
Björn: Ja, das ist schon wirklich krass, ne? Ja. Das ist schon wirklich, hat auch wahrscheinlich das beste Team hinten dran stehen. Wenn das so durchläuft, wird spannend. Ja.
Niclas: Niklas, ich habe einen Fehler gemacht. Ich glaube, wir müssen es sein lassen. Wir nehmen es beim nächsten Mal mit.
Björn: Okay. Das heißt, nächstes Mal die Simulation, die wir machen müssen, ist Bergfahrrad gegen aerodynamisches Setter.
Niclas: Ja.
Björn: Dann mal mich noch durchsimulieren, in Anführungszeichen einen schwereren Fahrer.
Niclas: Ja, so ein normaler Fahrer.
Björn: Dann einfach mal eine Pacing-Strategie für, ich sag jetzt mal, den Durchschnittsfahrer. Sagen wir mal 75 Kilo und 300 Watt Schwelle.
Niclas: jeder kann ja diese Pacing-Strategie auch selber nachrechnen, wenn er bei uns auf der Webseite ist, bei FasterU. Aber ich werde es mal verschiedenen Szenarien durchsimulieren, vor allen Dingen das Szenario, macht leichter Sinn oder macht Ero dann ab irgendeinem gewissen Punkt dann Sinn? Investiere ich 2000 Euro in ein Laufrad oder setze ich mich vielleicht ein bisschen anders aufs Rad? Ja. Ja.
Björn: Jetzt abschließend, weil es sind noch vier Wochen. Was ist dein letzter Trainingstipp für die letzten vier Wochen?
Niclas: Achtung, jetzt wird es komplett, wie soll ich sagen, uncool. Ich würde Tempotraining fahren. Du fährst ja eigentlich nie Schwelle oder selten. Einmal vielleicht. Aber eigentlich fährst du manchmal Sweet Spot.
Björn: Als Hobby- und Amateurathlet fährst du im Optimalfall eigentlich maximal Sweetspot.
Niclas: Ja, ich würde die ganze Zeit in diesem unpopulären Trainingsbereich Tempo fahren. Und zwar viel, lang, ich würde super viel fahren, ich würde lang fahren, ich würde auch ein paar mal hops gehen im Training, so ein bisschen zu wenig gegessen und so weiter. Das bringt es. So hart das ist, das bringt es halt richtig, weil das ist ja das, was den meisten Sportlern fehlt, ist die Länge. Ein Radprofi, da haben wir es halt einfach, ja, das ist wie Leute, die aus dem Kontinental-Team kommen, fahren die ersten 150 Kilometer mit den Straßen, mit den richtigen Worldtour-Profis dann mit und dann sagen sie, hey, bis Kilometer 150 alles easy und dann geht nicht mehr. Klar, weil die meisten KT-Fahrer halt auch nicht Rennen mit 200 plus Kilometern fahren, die fahren halt auch nur 150 und so weiter. Und die Länge macht es dann aus, lange fahren, Fatmax, Zone 2, Tempotraining, da auch gerne mal irgendwie, das ist auch ein Training, das ich mit einigen Sportlern mache, ich hatte vor kurzem, naja, vor kurzem nicht, da hat mich jemand gefragt, ein Worldtour-Trainer, du, wie machst du das eigentlich, der kommt aus dem Mountainbike, ist da schon richtig gut gefahren, im Worldcup, richtig, richtig gut, wie kriegen wir das hin, dass der jetzt über die Länge gut fährt? Und dann habe ich gesagt, ja, nach dem Weltcup lässt ihn halt am nächsten Tag 200 Kilometer fahren. Haben die gemacht, ist schon ein bisschen länger her. Und dann fährt er halt auch richtig stabil über der Tour oder so. Und ganz einfach, Laktatbildung runterprügeln. Und das ist die beste Art und Weise. Das ist nicht ganz so destruktiv. Kann man ganz gut nachessen, aber der Energiedurchsatz ist immer noch so hoch, dass du das nicht alles nachessen kannst und einfach echt langfahren. Jedes Wochenende wirklich, wirklich langfahren. Material testen, nochmal gutes Feeling, klar, Bremse wirklich checken, bevor man das Ding fährt, wirklich Bremse, neue Reifen, neue Kette, das Ganze dann schon mal eine Woche gefahren. Bitte nicht am Tag vorher tauschen, tauscht das alles eine Woche vorher. Damit der Reifen schon mal sitzt auf der Felge, die Kette schon mal, das Kettenschloss richtig dicht ist, die Bremsbeläge schon mal ein bisschen eingebremst sind.
Björn: Aber nur ein bisschen, weil ihr braucht viele Bremsbeläge.
Niclas: Ja, genau. Nicht so wie damals Jens Schwedler, mit dem ich vor vielen hundert Jahren norddeutsche Meisterschaften gefahren bin. Und der einfach mit komplett runtergebremster, also wirklich, da waren die Bremsen komplett runter. Du hast, und das war noch Felgenbremsenzeit, und du hast einfach dieses Metall-Plastik-Zeug. Und so kam mein Ziel. Es war auch ein feines Wetter an dem Tag. Das war krass. Aber das konnte Jens Schwedler halt. Der war halt auch mal Deutscher Meister im Cross. Auf einem Trekkingrad sozusagen. Weil ich glaube, Stevens hatte zu der Zeit, als er Deutscher Crossmeister wurde, noch gar kein Crossrad im Programm. Das muss man sich mal vorstellen. Das war wirklich... Ich wage mich zu erinnern, dass es wirklich nur praktisch eine Art Trekkingrad war. Ja. Genau. Genau.
Björn: Gut, dann machen wir nächste Woche nochmal Ötzi und sprechen mal ein paar Simulationen durch.
Niclas: Und die Leute sollen, wenn sie es hören, so ein bisschen Fragen stellen, was wir noch beantworten können.
Björn: Am besten. Am besten eigentlich entweder dir oder mir per DM auf Instagram schreiben, dann sehen wir es am besten.
Niclas: Genau, oder meinetwegen auch mit FasterU, da sehe ich das auch. Und dann kriegen wir das hin. Ich hoffe, wir sind nicht zu nerd. Ich habe den letzten Podcast gehört. Ich höre meinen Podcast selten, aber den habe ich dann mal gehört mit der Family im Auto. Und dann dachte ich irgendwann so, wie viele Menschen kommen jetzt noch mit? Und das ist ja jetzt noch nicht mal hochtechnisch gewesen, weit weg, ja. Aber das Thema ist schon sehr orchideig, würde ich sagen. Aber meiner Frau hat es gefallen. Meine Söhne sind eingeschlafen.
Björn: Naja, ist doch auch okay. Hattet ihr eine ruhigere Autofahrt. Richtig. Sehr schön. Björn, dann bis nächste Woche. Wir hören uns. Ciao, ciao.