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Episode #21

Von Watt und Kilos: Was steckt hinter dem Compound Score?

17. December 202448 min

Compound Score – Was steckt dahinter? In der heutigen Aerotune-Folge sprechen Björn und Niclas über den Compound Score und die Fatigue Resistance – zwei spannende Konzepte im modernen Radsport. Wir beleuchten, was hinter diesen Begriffen steckt, wie sie sich auf die Leistungsanalyse auswirken und diskutieren ihre Relevanz kritisch. Ist das Ganze nur ein Trend oder ein echter Fortschritt? Hört rein, wenn wir unsere Einschätzungen dazu teilen!

Transkript

Björn: Willkommen zum Aerotune Podcast, wo sich alles um Ausdauersport und Training dreht. Hier geben euch Sebastian Schluricke, Björn Kafka und Niklas Ranker wertvolle Tipps und Einblicke, die euch helfen, eure Performance auf das nächste Level zu bringen. So, einen wunderschönen guten Morgen Björn. Willkommen zu einer neuen Folge Aerotune Podcast.

Niclas: Guten Morgen. So, nach einer Woche Abstinenz, Krankheit, meinerseits. Ja, und Trainingsstress meinerseits. Richtig.

Björn: Genau. Am Tag der Podcastaufnahme hat mein Trainer mir acht Stunden Training reingeschrieben. Das war dann halt ein bisschen viel an dem Tag, aber... Das ist Double Threshold Day bei mir.

Niclas: Ja, gut. Da müssen sich die Hörer einfach bei meinem Trainer beschweren. Das ist ein Northrisian Method. Total Overload. Make it till you break it. Sehr gut. Jetzt schieß los, du hast vorbereitet.

Björn: Also, inspiriert durch Besenwagen-Podcast und so ein bisschen mein Strava-Feed von Anton Schiffer, habe ich mich mal ein bisschen mit dem Compound-Score beschäftigt und fand das eigentlich ganz interessant und glaube auch, also es ist vor allem was für die Profis so, glaube ich, und auch auf jeden Fall für Coaches halt sehr interessant, um quasi so ein bisschen das Scouting zu machen. Also, Kommen wir gleich zu. Und mein Gedankengang war halt so, es geht ja immer in die Richtung, es wird irgendwas für die Profis entwickelt und was kann man dann wiederum für den Hobby- oder Amateurathleten, für die breite Masse daraus gewinnen. Und darüber will ich so ein bisschen sprechen. Und ich würde mal sagen, wir fangen erstmal damit an, was überhaupt der Compound Score ist. Der Gedanke dahinter war quasi von der Arbeitsgruppe um Peter Leo rum. Die haben sich halt angeschaut, okay, wie können wir dann das Scouting in den Jugendklassen vor allem verbessern. Und früher hat man halt immer, ich sag mal, einfach nur auf relative Leistung geschaut, also Watt pro Kilogramm. Kennt jeder, keine Ahnung, ihr fahrt fünf Minuten all out, nehmt diese Leistung und dividiert die dann durch euer Gewicht und dann kriegt ihr, keine Ahnung, vier Watt pro Kilogramm, sechs Watt pro Kilogramm, whatever. Und die haben sich halt angeschaut, okay, wenn wir die relative Leistung nehmen und uns dazu dann Rennleistungen anschauen und Ergebnisse anschauen, gibt es da irgendeinen Zusammenhang. Und so richtig konnte man da keinen Zusammenhang sehen. Also man konnte nicht so wirklich herausfinden, okay, weil der jetzt 6 Watt pro Kilogramm gefahren ist, gut, müsste er das Rennen eigentlich gewinnen. Hat er aber nicht. Woran liegt das? Und dann ging es halt weiter und man hat sich dann halt den Compound-Score überlegt und hat halt gesagt, ja, okay, Vielleicht ist halt Watt pro Kilogramm erst ab über 5% Steigung interessant. Und so ging es dann, dass man sich den Comfort Score überlegt hat und quasi die absolute Leistung noch mit eingenommen hat. Und zum Beispiel, ihr fahrt über 5 Minuten, sagen wir mal jetzt 500 Watt und müsst das dann wiederum multiplizieren mit eurer Watt pro Kilogramm, also 500 durch 75 Kilo und dann kriegt ihr 500 mal 500 durch 75 raus. Und dann hättet ihr den Compound-Score. Und dann hat man sich halt angeschaut, okay, wenn man das so macht, dann kriegt man halt deutlich bessere Ergebnisse. Also dann konnte man wiederum den Compound-Score in Relation setzen zu Rennergebnissen. Ganz kurz und simpel gesprochen. Genau.

Niclas: Ich fände ihn ja nicht so geil. Nee? Nee. Okay. Also es erklärt natürlich ein bisschen was, aber wir haben, wenn wir von einer 5-Minuten-Leistung sprechen, die sie ja untersucht haben mit Peter Leo, ich glaube John Wakefield war auch dabei und wir schauen uns vor allem an, in welchen Klassen und du hast es ja schon betont, alles so ab 5% ist halt spannend. Da ist es dann nicht mehr so spannend. Heißt also, absolute Leistung auf der Fläche ist halt ein Thema und der Compound-Score steigt halt an, wenn du ein bisschen schwerer bist. Schwerer und ordentlich Druck. Mal ganz platt gesagt, man kann auch mit einer 75er Sauerstoffaufnahme die Cape Epic gewinnen. Ist halt nicht so kletterintensiv. Aber Grand Raid wirst du halt nicht gewinnen. Das ist das Erste.

Björn: Es zeigt halt, ich glaube, was man halt direkt schon mal dazu sagen muss, es zeigt halt wieder einfach, es bringt eine neue Seite der Medaille so auf.

Niclas: Richtig, also es ist ja was zusammengesetzt. Genau, Compound, also es ist ja sehr beliebt, dass man sich praktisch Werte zusammensetzt und versucht, Dinge zu erklären. Es gibt ja ganz krasse Compound Scores in der World Tour, wo auch irgendwie so Fahrerleistung, Fähigkeit im Feld, wie bewegt er sich, werden halt Daten angeschaut, wie sich jemand im Feld bewegen kann. Ich finde, es ist richtig gedacht, also es ist schlau zu sagen, okay, wieso gibt es das, aber ich finde... Das ist so eine halbe Erklärung, weil als Andi Seewald zum Beispiel Zweiter bei der WM wurde in Dänemark, wo alle gesagt haben, wie kann das sein, das ist ein totaler Kletterer. Und das war noch vor dem Compound Score, glaube ich. Ich glaube, die Studie kam 2022 raus und Andi hat, genau, es war so um die Zeit. Dänemark war 21, richtig? Nee, 22, glaube ich. 21 war Italien, da ist Seewald Weltmeister geworden. Naja, stimmt. Richtig. Es gibt ja, ich finde, interessantere und da geht auch das Scouting bei der World Tour hin, den ich halt deutlich interessanter finde, den Score. Oder beziehungsweise gibt es dafür schon Namen, keine Ahnung. Ich habe mir den mal vor drei Jahren selber gebastelt. Es geht darum... dass ich die aerodynamische Leistung bestimme, also beziehungsweise den CDA-Wert oder Aeropoints bei uns und darüber dann, je nach Geschwindigkeit, kann ich ja immer durchrechnen, wie viel Drag-Power jemand praktisch hat. Und das kann man auch durch den Compound Score oder mal nehmen. Du kannst auch nur eine Wurzel rausziehen oder ins Quadrat nehmen. Das machen die Leute immer ganz gerne, wenn das irgendwie so ein bisschen wissenschaftlich ist. R-Quadrat. Nee, also du kannst den Anteil der aerodynamischen Leistung mit reinnehmen. Und dann wird da, finde ich, auch ein echter Schuh draus. Und dann haben wir eigentlich auch nur von der V2max-Leistung gesprochen. Ja. Aber wenn wir das permanent mit rausrechnen können und ich weiß, jemand hat einen CDA-Wert von, was weiß ich, oder Aeropunkten von 28 in einer aerodynamischen Position und er kann sich gut im Feld bewegen, weil ich die Daten vorher schon mal analysiert habe. dann ist es für mich ein deutlich validerer Wert, und das kann ich auch deutlich besser ausgeben, als der Compound-Score. Von daher ist für mich der Compound-Score so ein bisschen schon mal in die richtige Richtung gedacht. So ein bisschen Taschenspielertrick, weil er auch nur die VH2 Max berücksichtigt. Und dann, wenn du dann halt jedes Mal mit rausrechnest, wie viel aerodynamische Leistung, Rollwiderstand raus, pipapo, Ey Mann, jetzt kannst du eine Exit-Tabelle machen, ja. Und dann den CDA-Wert hast, den du bestimmt hast, kannst du ja auch wunderbar machen, Tests ist bei uns. Meinetwegen kannst du einfach eine Exit-Tabelle bauen und dann hast du einen wirklichen Wert. Und genau so ist Seewald Vize-Weltmeister geworden. Auf einem Kurs, wo alle gesagt haben, never ever, wie soll denn das gehen? Weil du quasi gegangen bist.

Björn: du hast quasi seine, ich sag jetzt mal in Anführungszeichen, seinen Compound-Score genommen und hast ihn quasi mit seiner Aerodynamik zusammen gemacht und hast geguckt, dass ihr diesen Wert quasi so gut es geht verbessert, weil der Kurs quasi, also damit die Leute das nochmal einschätzen können, Elba war ein Kurs, wir sind glaube ich 115 Kilometer gefahren mit über 5000 Höhenmeter, quasi nur Singletrack, Anstiege, super steil, richtig langes, hartes Rennen und Dänemark war jetzt nicht unbedingt genau das Gegenteil, aber Die Trails, die drin waren, waren jetzt nicht so technisch wie in Elba, waren viel verwinkelt, waren kurze Rampen drin und hauptsächlich halt viel flach. Ihr habt 1500 Höhenmeter gemacht?

Niclas: Ja, also im Vergleich zum Jahr vorher nichts. So, und letztendlich... haben wir das dann halt ein bisschen geübt und haben mal den CDA-Wert bestimmt für das Rennen. Und ich wusste halt, man kann den CDA-Wert halten, weil das Rennen technisch nicht so anspruchsvoll war, auch viele Rollphasen. Dann wusste ich, wer am Start steht. Und dann wusste ich, okay, wenn jetzt ein Sam Gaze, der hat ja relativ kurzfristig entschieden, was drückt der auf der Fläche? Wie sitzt er auf dem Rad normalerweise? CDA-Wert bestimmt, durchgerechnet. Und dann wusste ich, okay, wir müssen auf unter 0,3 kommen. Und dann haben wir eine reale Chance. Und dann haben sich ja alle gefragt, wie kann das eigentlich sein, dass jemand, der hat ja einmal attackiert, der Andi, Und hat das Loch zu Gaze zugefahren, alleine, gegen so ein Viech. Und ja, das war eigentlich die Idee dahinter, dass man sich auf das Rennen ein bisschen spezieller vorbereitet und auch diese Position halten kann. Und der Kurs hat es halt sehr gegeben. Und das, finde ich, ist halt eine deutlich spannendere Matrix oder ein deutlich spannenderer... Eine deutlich spannendere Mischung, das mit reinzunehmen. Und das dann auch, das ist ein einziges Zahlenspiel. Ich habe dafür eine Tabelle entworfen und auch ein Programm. Das heißt, jedes Mal, wenn wir fahren, haben wir den CDA-Wert, wir haben die Leistung, die da reinfließt und pro Steigung wissen wir halt auch, was reingeht. Unser AI ermittelt eh den CDA-Wert. Jetzt nicht 100% supergeil, aber immerhin. Und dann hast du ein gutes Gefühl dafür, was da eigentlich abgeht. Und der nächste Score ist, und das hatte ich ja schon besprochen, vor allem auf der Straße, wie kann sich denn jemand im Feld bewegen? Ich meine, klar, kannst du 7 Watt auf 5 Minuten fahren, das sind halt schon ziemlich gute Werte. Aber wenn du jedes Mal am Feld vorbeifährst, hast du halt ein Problem. Das auch nochmal mit berücksichtigen. Und Scouting in der World Tour, es gibt einige World Tour Teams, die schmeißen die Jungs schon mal in den Windtunnel, bevor sie überhaupt anfangen dürfen. Und dann gucken die, ob die überhaupt eine aerodynamische Position halten können. Und wenn nicht...

Björn: Also sie schauen sich an, ob die eine aerodynamische Position halten können, während sie aber auch Leistung produzieren. Richtig, ganz genau. Also die müssen quasi, ich sag jetzt mal blöd gesagt, einen 20-Minuten-Test in aerodynamischer Haltung im Windkanal fahren.

Niclas: Richtig, ganz genau. Kann man schon aerodynamisch sitzen? Ist das möglich? Oder ist da überhaupt noch Spielraum? Manche Leute sind ja leider so geformt, dass sie halt aerodynamisch ein Ikea-Regal sind und andere sind halt so ein Pinguin. Ich meine, Remco Evenepoel ist halt der lebende Pinguin auf dem Fahrrad. Der ist halt super aerodynamisch. Und dann hat er natürlich noch eine Leistung. Und ich meine, der Compound-Score, ich meine, Jonas Winnegard, ich meine, seine Karriere, vom KT-Fahrer und sich durch Belgien hangeln und Fisch zusammenschneiden in der Fischfabrik. Und das dann trotzdem zu schaffen, zeigt auch, auch ohne Compound Scout kann man verdammt gut Radfahren. Genau, und das ist so ein bisschen meine, nicht Kritik, sondern in den letzten drei Jahren sollte man, und das sieht man auch, hat sich schon weiterentwickelt. Von daher finde ich den Score so la la. Mhm. So ein bisschen gut gedacht, aber noch nicht so weiter gedacht und ein bisschen zu simpel vielleicht. Ich habe das gesehen und dachte so, oh, komm. Aber trotzdem war das schon mal ein guter Anfang und diese Ero-Geschichte, das weiß ja jeder und es gab vor vielen, vielen Jahren, da war ich ein Kind, Jetzt hole ich ein bisschen aus. Habe ich eine Dokumentation über Menschen gesehen. Ich glaube, es waren irgendwelche Wissenschaftler. Ich habe es nicht mehr ganz im Kopf. Die haben Fahrräder gehabt, die solar angetrieben waren. Zumindest haben sie die Batterien aufgeladen und so weiter. Und die fuhren super schnell. Die fuhren irgendwie 60, 70 kmh. Und irgendwo gab es Kipppunkte. Nämlich Kipppunkte, die haben natürlich immer noch selber Leistung produziert. Aber es gab dann Kipppunkte, wo die Frauen auf einmal schneller wurden als die Männer. weil die Frauen natürlich einen besseren CDA-Wert hatten. Eine Frau ist in der Regel kleiner, in der Regel schmaler, in der Regel auch aerodynamischer geformt, weil nicht so breite Schultern und, und, und. Und da musste ich die ganze Zeit dran denken, als ich mit Andi das gemacht habe, dachte so, genau, wir brauchen diese Kipppunkte und dann läuft das Ding nämlich. Und das war die Idee dahinter. Und so habe ich einige Sportler... Auf dem Straßenrad dann dahin gebracht und ich glaube, da wird es auch hinlaufen. Je besser wir messen können und wir sehen es ja auch mit den Teams, die mit uns zusammenarbeiten, dass es Trainingseinheiten gibt, wo es heißt, fahr aerodynamisch. Was ist denn eine aerodynamische Position? Ist es immer hier Bremsgriffe rein und mal gucken? Ist es halt gar nicht. Und wenn du einmal durchtestest und guckst, okay, das ist jetzt mein CDA-Wert und ich dachte, das wäre eine aerodynamische Position, ist sie ja gar nicht. Dann muss ich mal halt anders positionieren. Da können wir auch mal Sebastian einladen. Da habe ich einiges getestet, aber man muss die Fahrer dafür sensibilisieren. Und das ist eigentlich das große Problem, sage ich mal. Viele haben da gar nicht so viel Bock drauf. Die wollen halt nur trainieren. Aber, dass ich mit einigen Sportlern auch schnell mal 20, 30 Watt raushole, an der Schwellenleistung, die du dir sparst, ist halt gewaltig. Aber dann heißt es, meine Unterarme und dies und das, ich kann das nicht so lange halten. Das ist ja Training, ne? Training, halten. Und von daher, wenn man das mit einpflegt... bauen wir auch mal ein, dass man da noch so einen Score hat, beziehungsweise wir haben ja so einen Score mit drin in der CDA-Kurve. Die Evo-Punkte meinst du? Genau, vor allem bei jeder, wenn du in der Activity das auswertest, kannst du halt relativ schnell sehen, du hast ein Rennen und dann siehst du, okay, welcher dieser Fahrer, kannst du natürlich die Wartewerte anschauen, klar kannst du das machen, aber es ist natürlich viel schlauer zu sagen, Ich habe einzelne Segmente, die das System eh anzeichnen. Dann siehst du, okay, der Sportler fährt halt 50% mit einem 16er CDA-Wert durch die Gegend, weil er die ganze Zeit im Feld fährt. Und viel mehr Energie sparen kann. Und da wird es einem so richtig klar. Weil so die reine Wattleistung kannst du manchmal gar nicht so richtig in Relation setzen. Und dann siehst du, okay, der fährt halt deutlich aerodynamischer, spart deshalb auch deutlich mehr. Und selbst mit einem Compound Score, auch niedrigeren Compound Score, ist er halt viel besser, weil der deutlich aerodynamischer unterwegs ist. Und auch deutlich, oder eventuell deutlich cleverer sich im Feld bewegen kann. So.

Björn: Jetzt habe ich geredet. Das, was du jetzt gerade am Schluss angesprochen hast, finde ich, geht genau in die Richtung, die ich mir dann auch, nachdem ich mir den Compound Score angeguckt habe und die Arbeitsgruppen sind ja quasi noch weitergegangen und haben dann Compound Score mit Fatigue Resistance zusammengesetzt, also Was passiert, also sagen wir jetzt mal, du hast einen 3500er Compound Score. Da sagt man so, ich glaube Inigo Samilan hat das so kategorisiert, dass du 3500 bis 3800er Compound Score wärst du so World Tour Niveau, 3200 bis 35 Pro Continental und ab 38 plus Monument Podium. Und dann haben sie sich angeschaut, okay, was passiert denn mit deinem Compound Score nach 1000 Kilojoule, 2000 Kilojoule, 3000 Kilojoule, 4000 Kilojoule. Aber diese Kategorisierung, das einfach nur in Kilojoule einzuordnen, ist halt, finde ich, so wie du auch vorhin sagtest, noch nicht weit genug gedacht, weil es ist ja, sieht man ja auch, es ist ja extrem unterschiedlich, wie setze ich diese 2, 3 oder 4.000 Kilojoule um. Also eigentlich dürftest du in diese Berechnung zum Beispiel nur Rennleistungen mit reinnehmen und selbst bei den Rennleistungen müsstest du ja dann schauen, sagen wir mal jetzt mal 4.000 Kilojoule, Du fährst am Ende des Rennens nochmal 5 Minuten All Out, weil die letzte Rampe hoch zum Ziel ist genau 5 Minuten lang. Und eigentlich müsstest du ja schauen, in welchen Zonen hat der Athlet diese 4000 Kilo Joule umgesetzt. Weil es macht ja einen riesen Unterschied für deinen Compound Score oder allgemein für deine 5 Minuten Leistung. nach 4000 Kilojoule, ob du die 4000 Kilojoule hinten im Feld gehangen hast, nur gerollt bist in Zone 1, Zone 2 oder ob du, keine Ahnung, Nils Pollitt warst, der vorne vom Feld vorgespannt war und von diesen 4000 Kilojoule 2000 in der Führung irgendwie auch im Schwellenbereich oder vielleicht sogar überschwellig durchgebrannt hast. Das heißt, das macht was mit deinem Kohlenhydratspeichern. Du holst die Energie ja quasi nicht aus dem aeroben System, sondern aus dem anaeroben System. Und bis dann natürlich hast du nach den 4000 kJ einen schlechteren Compound-Score, wie wenn du, ich sag mal, vorher nur Grundlage gefahren bist.

Niclas: Das nächste Thema, absolut richtig, zwei Sachen, also erstmal Fatigue Resistance, holen wir gleich nochmal, aber der Compound Score, wie schon gesagt, setzt sich aus einer 5-Minuten-Leistung zusammen und geht vor allem davon aus, dass jemand mit absolut viel Leistung natürlich auch einfach ein bisschen besser rumrollt durchs Feld. Und das nicht so schwer hat, 300 Watt zu fahren, als jemand, der 60 Kilo fährt. Also wenn ich mal mit 80 Kilo 300 Watt fahre oder mit 60 Kilo, ist halt echt eine Nummer. Zumindest... Das berücksichtigt das, aber wie sieht es denn jetzt aus, wie ist die glykolytische Leistung des Fahrers? Kann der halt einmal fünf Minuten so richtig rausbraten und ist danach platt oder ist es halt jemand, der total Diesel ist und eventuell eine höhere Fatigue Resistance hat? Ja. Dann kann man auch nochmal VO2max-Volamax anschauen, wenn man das möchte. Das würde das Modell ja auch einigermaßen erklären. Oder Laktatabbau würde das System auch erklären. Es gibt ja verschiedenste Möglichkeiten. Jetzt muss man sich da gar nicht auf die Methodik festlegen. Zumindest wenn wir vom Compound-Score sprechen, sprechen wir eigentlich von einer VO2max-Leistung. Vor allen Dingen in der VW Max-Leistung. Zumindest in dem Modell, wie sie es jetzt darstellen. Und dann, Fatigue Resistance ist halt auch wieder so ein Begriff, der sagt halt auch Zero aus. Ich hatte vor kurzem einen Podcast gehört mit David Bailey. Der David ist der... Oh, jetzt lehne ich mich weit aus dem Fenster. Und das ist jetzt mega unangenehm, weil ich mit einigen Fahrern aus Israel zusammenarbeite. Vom Team. Und David macht das Performance Management bei Israel Primary Tech. Heißen die jetzt so? Ich vergesse das immer. Ich kann es ja auch nicht genau sagen, wie die gerade heißen. Genau. Zumindest... Mich interessieren halt nur die Menschen und nicht, wie die Teams heißen. Aber ich weiß, das wissen wir jetzt, wissen wir, wie es im Bike heißt und dass die Supermarktkette nicht mehr drin ist. Auch mit mir seit einem Jahr, mit dem es dann sind, versuche ich immer so, ne, wissen wir. Ne, also zumindest, die jetzt, guck mal, jetzt habe ich schon wieder den Faden verloren, wo ich jetzt gerade hier, jetzt nehme ich nochmal kurz einen Schluck. Einspieler bitte.

Björn: Du wolltest, glaube ich, darüber reden, über Fatigue Resistance.

Niclas: Wie man so herumschlawenzelt, was das denn jetzt eigentlich ist. Es ist, wie du schon gesagt hast, wie setzt sich das zusammen. Und es gibt halt keinerlei richtige Definition. Und wenn ich dann, wenn wir dann manchmal in so Calls sitzen mit irgendwelchen World Tour Teams und denen reden die Leute von Fatigue Resistance, dann ist es für mich so, dann muss ich immer erst sagen, okay, definiert mir das jetzt mal für euer Worldtour-Team. Ist das 3x20 Minuten Sweetspot fahren mit 5 Minuten, alle 5 Minuten danach oder im Sweetspot nochmal 2 Minuten oder 90 Sekunden VO2max oder 30 Sekunden antreten und dann nochmal 30 Minuten und dann einen 20-Minuten-Test hinten drauf fahren. Das wäre so ein Classic von einem Worldtour-Team. Gibt aber auch ganz andere. Und dann ist es für mich so ein Total schwer zu greifen und da bin ich auch noch nicht so happy, wenn darüber gesprochen wird, weil wir Äpfel, Beeren, Orangen, Rosinen getrocknet und nicht getrocknet miteinander vergleichen. Von daher, wir sind ja noch weit weg. Absolut.

Björn: Also das ist auch gerade das, das fand ich super lustig. Als wir die Tage eine lange Tour gefahren sind, habe ich deinen Podcast im Innovation Science, nee, wie heißt der? Innovation... Endurance Innovation Podcast. Endurance Innovation Podcast gehört. Und da hast du davon gesprochen... dass umso mehr du weißt, so unsicherer wirst du. Und ich finde, gerade wenn man sich jetzt anfängt, mit Compound Score und Fatigue Resistance zu beschäftigen, tritt genau das ein. Man beschäftigt sich damit, denkt, okay, ja, ich mache jetzt quasi nochmal eine neue Tür auf und komme vielleicht irgendwo weiter. Aber im Endeffekt hast du, nachdem du die Tür geöffnet hast, viel mehr Fragezeichen vor deinem Kopf als vorher. Weil es ist halt einfach noch so, die Sportwissenschaften sind einfach noch so eine junge Wissenschaft, dass du noch gar nicht richtig weißt, wo geht es hin und wir haben das alles noch gar nicht richtig definiert und noch nicht... Ja, also man weiß, okay, wir können damit jetzt arbeiten in irgendeiner Form, aber es ist halt noch nicht so richtig klar, okay, was bringt uns das jetzt und wo bringt uns das hin und wie setzen wir da jetzt, ich sage mal, so Standards einfach so, dass man halt... Ja, ich sag mal, über die Worldtour-Teams alle zusammen jetzt zum Beispiel damit arbeiten könnte, da müsste man halt, wie du sagst, Fatigue-Resistance auch erstmal irgendwie festlegen. Wir können nicht einfach sagen, okay, wir messen den Compound-Score nach 4000 Kilojoule, weil es ist halt super entscheidend, wie sind diese 4000 Kilojoule zusammengekommen.

Niclas: Klar, klar. Also ich meine, wenn ich da rumdödel oder irgendwie GR2 fahre und mir dann trotzdem 120 Gramm Kohlenhydrate die ganze Zeit reinballer, Und dann auch noch eine andere, sagen wir, ich fahre das Ding mit einer 70er Trittfrequenz, benutze ja einen Großteil irgendwie Slow-Twitch-Fibers, ja, Hennemann-Schiff-Prinzip und ey, der kommt halt so super viel zusammen und die Definition ist halt echt schwierig und deshalb... Also muss man da aufpassen. Ich glaube, dass grundsätzlich das Problem ist, wir haben immer viel zu wenig Teilnehmer bei Studien, die sind meistens komplett durchmischt, dann sind die Tests, also klar, manchmal hast du Glück, dann haben sie einen VO2max-Test gemacht, dann haben sie irgendwie noch eine Schwelle bestimmt, hoffentlich nicht aus der VO2max-Leistung heraus. Und dann hat man zumindest schon mal ein Bild, was die können, was die Erobeleistung, was machen die glykolytisch und so weiter. Und dann kann man da so ein bisschen schon mal was rauslesen. Aber die Gruppen sind halt so klein und da passiert halt gar nichts. Das ist halt super schwer. Und was in den nächsten Jahren mit Sicherheit kommen wird, dass man einen Haufen Daten hat, die durch eine KI durchlaufen lässt und dann erst mal versucht... mit sehr kleinen Modellen sich Dinge versucht zu erklären. Bloß nicht anfangen mit, ey, wir gucken uns die Kadenz an und wir gucken uns noch dies an und wir gucken uns die Hitze an. Das wird erst mal zu gar nichts führen, weil wir dann mehr Fragezeichen haben als vorher, sondern wir müssen erst mal so simple Modelle aufbauen. Ich meine, fauler Max, fauler Max, ja? Ich meine, fauler Max ist ein simples Modell. Und es hat sicher nicht immer die Haltbarkeit, um Gottes Willen, gar nicht. Aber... Du kannst damit schon mal einige Sachen erklären, genauso wie eine Critical Power. Du kannst einige Sachen damit erklären. Und es ist echt... Es wird noch viel Wasser runterlaufen.

Björn: Ich glaube, das war ja auch im Endeffekt das Ziel dieser Arbeitsgruppe, dass sie gesagt haben, oder mit dieser Studie, dass sie halt schauen wollten, okay, wir machen ein Scouting und wir wollen jetzt irgendwie herausfinden, Wie können wir das quantifizieren? Also wie kriegen wir es hin, nicht nur über relative Leistung in dem Fall, zu sagen, okay, ich habe jetzt hier 20 U19-Fahrer, die haben alle diese relative Leistung und warum gewinnt jetzt der eine das Rennen? Ja. Und da hat dann halt, oder greift der Compound Score und funktioniert halt schon mal ganz gut, zumindest.

Niclas: Ja, auf der anderen Seite, jetzt bin ich mal gemein, kannst du natürlich dann auch Fahrer produzieren, die du eigentlich, du siehst dann nicht mehr den klassischen Kletterer. Du hast dann zwei, drei Freaks, ich sag mal Tadej und Jonas, dann hast du einen Remco, der definitiv vor allen Dingen über die Aerodynamik dann mega kommt, der ist natürlich schon gut, aber ist längst nicht so gut und dann produzierst du noch so ein paar Brummer. Das finde ich gut. Ja, genau. Nehmen wir 5 Kilo zu. Aber gut, der Abrahamsen ist ja auch so ein schönes Beispiel von Uno X. Also Masse ist Macht. Ich bin gespannt. Also ich glaube... Die Entwicklung ist insofern schon mal ganz gut zu sagen, man muss nicht mehr so wahnsinnig dünn sein, um Leistung zu bringen. Zumindest ist es schon mal im Kopf, kopfmäßig schon mal ganz interessant. Aber für mich sind das halt so, ja, Aspekt Aerodynamik ist für mich immer noch komplett unterrepräsentiert. Jetzt haben sie, irgendwie kommen sie jetzt mit wahnsinnig vielen Aerobikes an und ich denke so, ja... Klar, haben wir jetzt eben 15 Watt am Rahmen gespart, aber setzt euch doch mal rauf und fahrt doch mal und haltet doch mal die Position.

Björn: Also ich glaube, da wird es in den nächsten Jahren auf jeden Fall noch viel kommen. Aber wenn wir jetzt mal noch zu Fatigue Resistance gehen, um das quasi mal dem... Zuhörer näher zu bringen, weil wir haben jetzt schon viel darüber gesprochen. Fatigue Resistance ist ja im Endeffekt nichts anderes. Man schaut sich an, okay, am Ende eines Rennens, wie leistungsfähig du zum Beispiel noch bist. Die Studien, die ich dazu gesehen habe, haben sich dann auch zum Glück das Ganze schon mal angeschaut. Das war jetzt, glaube ich, nur unter 14 Profifahrern. haben sich halt angeschaut, okay, was passiert denn? Du setzt jetzt zum Beispiel 3000 Kilojoule um im Grundlagentempo, sagen wir jetzt mal Zone 2, und fährst dann einen 5-Minuten-Test, einen 20-Minuten-Test, whatever. Und dasselbe machst du, die fahren vorher einen HIIT-Workout, ich glaube, die sind 4x8 Minuten gefahren, haben dadurch quasi 3000 Kilojoule umgesetzt und mussten dann den Leistungstest wieder fahren. Und man hat halt gesehen, ja, okay, die haben zwar beide 3000 Kilojoule umgesetzt, aber die einen... hatten quasi keinen signifikanten Abfall an der Critical Power. Die anderen hatten einen Abfall an der Critical Power. Beziehungsweise war es, glaube ich, 5 Minuten Leistung, wo sie den Abfall hatten.

Niclas: Wie waren die gewichtsmäßig, die Fahrer? Waren die ungefähr gleich? Wenn ich mit 80 Kilo 3000 Proben setze und mit 60 ist es halt echt eine Welt. Aber ich hoffe, die haben es gemacht. Anders kann ich mir das gar nicht vorstellen. Definitiv der richtige Weg, sich darüber Gedanken zu machen. Dann auch vielleicht Vielleicht mal die Critical Power Curve anschauen und dann irgendwie eine W-Prime, DF, RC, Faula, Max, wie auch immer, alles was da drüben über der Schwelle rumtanzt und sich ausdefinieren lässt. Mal anschauen, wie viel Leistungsfähigkeit ist da drin und darüber dann eine Critical Power bestimmen, dann wird es halt spannend. Und klar, wenn du natürlich eine absurd hohe Sauerstoffaufnahme hast, dann kommst du auch mit einer hohen W-Prime immer ganz gut über die Runden. Das heißt, das killt dich halt nicht so, weil du schon eh immer besser bist. Ja, also wie gesagt, Fatigue-Resistance spannend, bestimmbar immer noch schwierig.

Björn: Ich bin noch nicht so richtig happy. Man muss halt klarer definieren, Also erstmal müsste man, glaube ich, hingehen und zum Beispiel nur gewisse Leistungen mit einbeziehen. Also es ist ja, blöd gesagt, egal, was du nach 3000 kJ Grundlagen fahren noch machen kannst. Klar gibt das vielleicht schon mal einen Indikator. Also jeder, der schon mal vier Stunden Grundlage fahren war und danach noch versucht hat, einen 5-Minuten-All-Out-Test zu fahren, weiß, dass sich das gar nicht mehr so geil anfühlt, wie wenn du das jetzt nach einem Warm-Up fährst. Aber... Es ist im Endeffekt auch noch machbar. Ich glaube, das ist auf jeden Fall schon mal das Erste, was vielleicht sogar auch Sportler einfach mal probieren sollten. damit sie ein Gefühl dafür kriegen und vielleicht auch einfach im Kopf das Selbstbewusstsein kriegen, cool, selbst nach vier Stunden Grundlage komme ich fast noch an meine fünf Minuten Bestleistung ran. Als nächstes ist es, glaube ich, eher interessant, gerade jetzt für den Profisport, wie sieht das Ganze denn immer unter Rennbelastung an, dass du dir quasi nur die Rennbelastung holst, dann schaust, okay, Wie war da am Schluss deine Leistung? Und dann versuchst du das irgendwie zu verbessern oder halt Rückschlüsse zu ziehen. Okay, bei dem einen Mal war es besser wie bei dem anderen Mal. Was hast du denn anders gemacht? Hast du mehr gegessen? Hast du dich anders im Feld bewegt? Das sind halt dann die Sachen, wo man sich dann halt anschauen muss, wie ist die Energie zustande gekommen und wie war die Energieversorgung währenddessen? Genau.

Niclas: Und dann könnte man auch noch Sachen wie Gross Efficiency mit reinnehmen. Wenn man sie denn mal gemessen hat, unter Laborbedingungen, wobei da ist auch schwierig. Ich erinnere mich immer noch an die Studie, die ich begleitet habe mit Bikefitting. Und die Leute dann anders raufgesetzt worden sind auf die Räder, also besser gefittet. Und wir dann erstmal sich alle natürlich einen Keks gefreut haben. Und dann ging die Sauerstoffaufnahme hoch und dann stellte man fest, ah warte, die Gross Efficiency ist aber schlechter geworden. Ähm, ähm, ähm. Genauso wie sie auf dem Triathlon-Rad schlechter ist. Und das ist auch immer so ein Wert, ich finde ihn super spannend, aber der muss halt so eng getrackt werden, dass du... Ja, eigentlich brauchst du ein Rad, eine Saison und du musst über die Saison dich an dieses Rad gewöhnen und permanent deine Gross Efficiency messen, weil die wird sich auch permanent irgendwie anpassen und ändern. Horror ist immer ein neues Rad, längerer Vorbau oder sowas. Genau, also das sind so Faktoren, die man berücksichtigen sollte.

Björn: Punkt, den ganz viele vergessen, so, dass, also du gehst jetzt zum Beispiel ins Labor und machst aber deine Labordiagnostik auf deinem Trainingsrennrad, weil du bist, du machst die Diagnostik zum Beispiel im Januar bis zwei Monate davor die ganze Zeit auf der Rolle in Zwift auf deinem Trainingsrennrad gefahren, machst die Diagnostik auf deinem Trainingsrennrad dann auch. So, und jetzt gehst du aber im Februar raus, weil im März steht vielleicht das erste Rennen an und gehst auf deinem Mountainbike. Dann wird das, wirst du vielleicht auch selbst merken, wird das teilweise mit den Werten schon wieder echt schwierig. Und dann ist es wiederum ein Punkt, fahr die Werte mal im Gelände. Weil das ist das, was dann wiederum im Rennen das Ding ist. Und dann wundern sich halt manche Fahrer, hä, ich hatte doch in der Leistungsdiagnostik im Januar so geile Werte. Ich habe über den Winter so geil trainiert. Ja, aber nicht auf dem Wettkampfrad und nicht unter Bedingungen, die du im Wettkampf abrufen musst. Und ich glaube, das ist immer das... Problem so ein bisschen, wenn ich mir Fahrer anschaue, die supergeile Werte auf dem Papier haben, aber zum Beispiel im Rennen wirklich nichts abliefern, weil sie weder auf dem Wettkampfrad gut trainiert haben, noch unter Wettkampfbedingungen trainiert haben. Und dann sowas wie eine Effizienz, sie setzen sich aufs Wettkampfrad, gehen ins Gelände und dann verbrennen sie halt deutlich mehr Kohlenhydrate, weil die Effizienz einfach deutlich schlechter ist und sind nach zwei Stunden Rennen fahren tot. Ja.

Niclas: Ja, definitiv. Also wie viele Wattmonster haben wir schon gesehen und Sauerstoff-V2-Max-Monster. Und sie sind trotzdem irgendwie nichts geworden. Also es gehört deutlich mehr dazu. So, jetzt haben wir aber viel erklärt, sicher einige Fragezeichen hinterlassen. Ich hoffe es. Viel spannender ist ja, was meine ich mit dem ganzen Krempel? Weil bis jetzt würde ich einfach mal ganz platt sagen, wie das so Leute gerne tun, die sich über sowas unterhalten oder in der Wissenschaft. Wir haben uns bis jetzt die Haare selber geschnitten und noch kein Geld verdient. Das ist geil. Das Buch kenne ich schon nicht. Ja, mega, ne? Aber im Endeffekt stimmt es. Ja, ja. Ähm, Was machen wir denn jetzt? Erstens, mal ganz platt, ich weiß jetzt nicht meine Fatigue Resistance, weiß jetzt nicht, ob ich die testen will, aber kann ich meine Fatigue Resistance höchstwahrscheinlich besser machen? Kann ich das? Geht das? Gibt es da eine Möglichkeit? Klar gibt es das. Nämlich mal zum Beispiel zu sagen, ganz platt, wie so ein Fatigue Resistance Test, ich habe, was weiß ich, 4x8 40 20er und fahre die halt erst nach 3 Stunden. statt nach einer Stunde. Zum Beispiel, wäre jetzt nur der simpelste Schritt. Richtig. Also einfach mal Intervalle nach hinten setzen. Oder zu sagen, ich fahre eins vorne, dann bin ich schon so ein bisschen angenockt und dann fühlt sich die Grundlage auch schon echt scheiße an. Und dann die letzten drei nach drei Stunden. Ganz klassisch. Uraltes. Ich meine, da musst du gar nicht drüber nachdenken. Ich habe so viele ältere Rennfahrer, die sagen, also ich fahre jetzt irgendwie zwei davor und drei zum Ende. Dann ist es so rennenähnlicher. Und genau so läuft ja auch ein Rennen. Am Anfang wird halt rumgeballert, dann kehrt halt eventuell mal ein bisschen Ruhe ein und dann wird halt zum Schluss wieder rumgeballert. Also simuliere ich das und dadurch kann ich meine Fatigue Resistance trainieren. Oder ich mache das ganze Ding mal lang. Ich fahre mal acht Stunden Fahrrad. Why not? Hat definitiv Auswirkungen auf deine Fatigue Resistance. Zu 100 Prozent. Das wären so die Sachen. Intervalle mal dahin setzen, wo sie auch eigentlich unangenehm sind. Man fährt ja immer gerne so, ah, da habe ich die durch und dann fahre ich nur noch Grundlage. Mach es doch mal anders. Verteile sie.

Björn: Also ich finde, das, was du gerade angesprochen hast, ist genau der Punkt, dass auch mal vielleicht unangenehme Sachen machen. Also klar, es ist super easy, du fährst immer nur deine 90-Minuten-Einheiten, dein V2-Max-Training. Aber im Endeffekt, wenn es dann halt wirklich... Das ist jetzt auch schon wieder sehr speziell. Nur die Leute, die, ich sag mal, überhaupt die Leistungsfähigkeit haben oder die Grundleistungsfähigkeit schon mal haben, Rennen gut abzuschneiden, so, mit denen kannst du dann halt anfangen und sagen, okay, wir fahren jetzt am Anfang zum Beispiel Intervalle oder wir fahren am Anfang fünfmal eine Minute, so, haust schon mal richtig drauf, fährst dann drei Stunden und dann musst du nochmal Sweetspot-Intervalle hinten rausfahren, so, zum Beispiel. Das sind halt Sachen, die du da sehr gut machen kannst. Und ich glaube, es wird den Sportlern vor allem, oder was ich immer erfahren habe, ist, es geht, es tut einfach nur mehr weh. Und du bist halt vom Kopf her ermüdet und lernst dann aber, okay, ich kann das so. Und was ich, und das war ein großer Punkt, als wir zusammen angefangen haben zu arbeiten, war, dass ich gelernt habe, ja, das fühlt sich scheiße an, es geht aber vom Kopf, wenn du bereit bist, das auch umzusetzen. Also du musst da mit einem, du darfst nicht in so eine Trainingseinheit reingehen und sagen, ja, okay, das wird nichts so. Was hat er sich dabei gedacht? Wie soll ich das umsetzen? Und das gibt es ja genug, das sehe ich bei ganz vielen Sportlern, dass sie das immer wieder machen, die schauen sich die Trainingseinheit an und fragen sich, was soll denn der Quatsch jetzt? Aber wenn du mit dem Mindset rangehst, okay, ich will damit vielleicht meine Fatigue-Resistance so trainierend, da sind wir wieder beim mündigen Sportler, dann kannst du halt vom Kopf her schon ganz anders da rangehen und dann fühlt sich das nach drei Stunden, keine Ahnung, da musst du halt mit einem Grinsen an die letzte Einheit rangehen, weil du dir denkst, so und jetzt mache ich quasi für die kommende Saison den Unterschied, damit ich nicht abgehangen werde.

Niclas: Und das sehe ich auch oft, wenn ich mir Studien oder Ähnliches anschaue oder Leute so, aus Studien heraus immer das dann ins Training übertragen. Die Studie ist die Basis für dein Training, für die Gestaltung des Trainings. Aber es wird dann praktisch ein Studienprotokoll simuliert. Das ist ja nur, ey, das ist so halb gedacht. Das ist so gut gemacht, aber noch nicht weiter gedacht. Weil, ähm, Wir brauchen, erstmal musst du sehen, passt diese Form des Trainings erstmal zu dem Zeitpunkt rein, den ich jetzt habe. Macht das jetzt Sinn, V2 Max Block reinzuballern, nur mal so als Beispiel. Kann ich den vielleicht integrieren in andere Sachen? Was wird denn da vor allen Dingen trainiert? Mache ich die Sauerstoffaufnahme, wie mache ich sie fest? Kann ich sie vielleicht sogar direkt messen? Wie wurde sie in der Studie gemessen? Und dann noch weiter zu denken, okay, wie erweitere ich eventuell diese... Intervalle oder wie mache ich sie nochmal ein bisschen schlauer, dass sie individuell auf mich passen und auf das Rennen, das ich fahren möchte und das ist so, das sehe ich immer bei sehr guten Trainern, die holen sich natürlich Input aus Studien, sind aber in der Lage, zu kombinieren. Sie sehen gleich, was da eigentlich passiert, wieso dieser Reiz funktioniert. Sie schauen sich vor allen Dingen an, wie die Studienteilnehmer waren. Wieso haben die Studienteilnehmer so reagiert? Wie war die VO2max? Wie war die Schwelle? Ah, Wahnsinn, die hatten also wahnsinnig hohe W-Prime-Werte durch die Bank weg. Deshalb hat das so gut angeschlagen. Ist das andersrum etwa auch so? Leute mit hohen Schwellenwerten und nicht so hohen Sauerstoffaufnahmen? Und da bin ich immer so real world und die Studie, mein Gott, dass du das aus meinem Mund hörst, ist schon eher selten, weil ich ja ein großer Freund vieler Studien bin und mir das alles anschaue. Aber Es muss halt weiter gedacht werden. Wir müssen aus dem Labor, aus der Modellentwicklung raus und das ins echte Leben anpassen können. Und dann wird es halt auch spannend. Und deshalb kommt man auch manchmal, erstaunlicherweise, sehe ich das bei manchen Trainern, vor allen Dingen älteren vielleicht sogar eher, die haben gefühlt eigentlich eine kleine Toolbox, aber sie können aus diesen Ideen des Trainings, die sie haben, so unglaublich variablenreich arbeiten und beziehungsweise so eine so grandiose Mischung gestalten, dass es halt genügt. Es ist die Kombination aus den Reizen. Und da muss man jetzt nicht sagen, hey, 3x15 Minuten oder 3x12 Minuten und 30x15. Und dann sehe ich diese ganzen vorgebauten Training-Peaks-Dinger, so alle runter. Sieht halt total schön aus. Aber dann denke ich so, jetzt hast du so gebaute Workouts schon, hast dir irgendwie so eine Bibliothek mit 100 Workouts angelegt, aber ist das nicht, dann verliert man nicht so ein bisschen das Gehirn, wenn man so reinzieht und sich nicht drüber nachdenkt. Du hast mit Sicherheit ganz viele gebaut, das tut mir jetzt leid, Niklas, aber ich weiß, dass du nachdenkst.

Björn: Ja, und vor allem, ich habe ganz viele gebaut, aber ich glaube, meine Athleten, ich hoffe, sie sehen es und merken es auch, dass ich die immer für die Athleten anpasse. Also es ist ja, naja, guck mal, man muss ja das Ganze immer so sehen. Du musst das Training, und das hat auch zum Beispiel gerade Peter Leon im Podcast gesagt, den ich gehört habe, du kannst das Training nicht mehr neu erfinden. Es ist relativ common sense, was funktioniert und was nicht funktioniert. Also du... Wenn du viel Grundlage trainierst, dann machst du ein bisschen Hit. Also die Periodisierung und sowas, das weiß man ja alles. Das heißt, du kannst, also warum sollte man sich jetzt damit anfangen, quasi Workouts komplett neu zu bauen. Du hast deine 4x4 Minuten. Was soll man da dann noch groß erfinden? Jetzt musst du natürlich die 4x4 Minuten in der Leistung und in der Pausenzeit für deinen Athleten anpassen. Das heißt, da macht man dann halt die Anpassung. Das Wichtige, was es aber zu beachten gilt, ist, dass du halt die Trainings zum richtigen Zeitpunkt und passend auf deinen Athleten anpasst. Kann dein Athlet gerade diese Menge an Stress zum Beispiel verarbeiten überhaupt so? Hat der diese Woche super viel Stress daheim? Also ich trainiere auf jeden Fall noch mehr Hobby- und Amateursportler als Profisportler, aber da muss man halt immer schauen, okay... passt das zu dem Athleten, passt das zu seinem Stressniveau und das sind halt die Anpassungen und das ist das Individuelle, weswegen man da noch Unterschiede mit seinen Athleten hinkriegt. Und das ist dann wiederum der Punkt, weswegen Athleten kommunizieren müssen. Sie müssen dem Trainer sagen, ey, ich habe gerade so viel Stress daheim, es geht nicht. Oder ich fühle mich die Woche nicht geil, weil mir geht das Wetter auf. Und sag, ja, dann musst du das deinem Coach kommunizieren, dass es dir gerade, ich sage jetzt einfach mal, nicht so gut geht. Und dann müssen wir halt das Training so anpassen, dass wir aus deiner aktuellen Situation das Maximum an Reiz rauskriegen. Und im Endeffekt ist es dann egal, ob du... 4x4 Minuten fährst, die müssen halt zum richtigen Zeitpunkt ordentlich angepasst kommen. Und das ist auch das, was ich, da möchte ich eigentlich nicht drüber reden, weil ich möchte niemand aus meiner Vergangenheit auf die Füße treten, aber was oft einfach nicht gemacht wird, weil es werden halt Einheiten in den Kalender reingezogen, nach Schema, ja, das wurde in der Studie gezeigt und dann wird es jetzt so gemacht. Aber da wird sich dann weniger Gedanken um andere Punkte gemacht.

Niclas: Ja, definitiv. Aber jetzt nochmal, Oma, jetzt haben wir ein bisschen erklärt, was ich zum Beispiel machen würde, wenn es so um Fatigue Resistance geht, wie man mit Dingen umgeht, wie mit Studien und so weiter.

Björn: Was wir eigentlich jetzt mal noch ansprechen sollten ist, Wie können wir, also was kann jetzt der Hobby, Amateur oder auch der Profi mit dem Compound Score anfangen für sich selbst? Was kann er vielleicht mit der Fatigue Resistance anfangen? Und ich glaube, was sich jeder oder wozu der Compound Score geil ist und mal zu schauen, okay, ist es denn vielleicht jetzt sinnvoll, mein Gewicht noch zwei Kilo zu verringern, um eine bessere Leistung rauszukriegen? Oder sollte ich vielleicht mein Gewicht halten und versuchen, an meiner absoluten Leistungsfähigkeit zu arbeiten? Oder wo steht denn mein Compound Score überhaupt, damit ich das jetzt mal ungefähr einschätzen kann, wo meine Leistungsfähigkeit ist? Ich glaube, dafür ist das ganz schön, weil der Compound Score zeigt halt, dass es nicht nur auf die relative Leistung ankommt, also gerade für leichtere Fahrer, bin ich ein großer Verfechter davon. Wenn du jetzt 62 Kilo wiegst, dein Ziel sollte es nicht sein, deine Watt pro Kilogramm noch zu steigern, weil noch leichter wird dir weniger bringen, außer du fährst nur Bergzeitfahren oder von mir aus, du fährst jedes Rennen nur wie das Grand Raid. Dann sollte man einfach schon mal schauen, okay, wo hakt es denn so, also was ist einfach mein Limiter, da habe ich mir letztens auch wieder Gedanken zu gemacht, wenn man sich die, in WKO kriegst du das ganz schön angezeigt so, ich nenne es jetzt mal einfach Limiter so, wie ist deine 20 Sekunden Bestleistung, wie ist deine 5 Minuten Bestleistung, deine 30 Minuten Bestleistung so. Und dann sieht man in dieser wunderschönen Kurve, ja okay, 20 Sekunden kommt nicht so viel, ja gut. Vielleicht, um deine insgesamte Leistung zu verbessern, solltest du vielleicht an deinen Limitern arbeiten, weil du dann darüber wiederum neue Leistungspotenziale freischalten kannst. Also damit finde ich, kann man auf jeden Fall schon mal, sollte sich jeder Hobbyathlet vielleicht den Comborn-Score einmal ausrechnen und vielleicht aus den letzten Jahren auch mal ausrechnen. Und dann sieht er vielleicht, okay, ich stagniere über die letzten Jahre, ich bin besser geworden. So dafür kann man den, finde ich, eigentlich schon mal ganz gut nutzen.

Niclas: Ja, ich mache es ein bisschen anders. Dachte ich mir. Ich schaue mir den halt nicht an. Das zeigt für mich halt wieder eine Zahl mehr. Ich weiß noch gar nicht, wird es noch bei UAE benutzt? Ich glaube, ich muss mal nachfragen. Du hast die Einblicke. Ich frage mal den Javier, ob sie den überhaupt noch nutzen. John Wakefield ist ja auch Barbora, ich weiß gar nicht, ob sie den Barbora benutzen. Naja, zumindest, nein, total simpel. Wenn ich einen leichten Fahrer habe, der 60 Kilo wiegt, Da wird er immer Probleme auf der Fläche haben. Mein Gott, wieso fährt Matteo Jürgensen Jonas Winnegardt durchs Peloton und versucht ihn da irgendwie durchzuschleifen während der Tour. Der hat halt jemanden, der das für ihn macht. Nein, ich gucke mir an, wo ist die V2 Max, wo ist die Fowler Max oder nenne es die W-Prime. ohne Phosphate und dann schaust du halt, okay, woran muss ich schrauben? Ist die, meinetwegen auch Watt pro Kilo kannst du ja auch nehmen, 5 Minuten, 4 Minuten Watt pro Kilo und dann irgendwie 20 Minuten und dann sehe ich, hey, da ist das Limit, da müssen wir dran arbeiten und an deiner Morphologie werde ich jetzt, ich kann dich jetzt nicht einen Kopf größer machen und ich kann dir auch kein Bein abschneiden, Also muss ich das irgendwie angehen und gut zwei Kilo mehr, zwei Kilo weniger, das kann manchmal entscheidend sein, bei Frauen definitiv nochmal deutlich entscheidender als bei Männern. Und dann mache ich mir vor allen Dingen verdammt nochmal Gedanken über meine Aerodynamik. Fertig. Und dann kann ich es machen. Wenn meine VO2max niedrig ist und ich kaum glykolytische Leistung habe, bin ich weiter der Ultradiesel und kann ganz gute Bergrennen nach drei Stunden fahren. Aber da muss ich die halt hochziehen. Da muss ich erstmal meine glykolytische Leistung hochziehen. Und wie mache ich denn das? Und da sagt der Compound-Score dir halt gar nicht. Der sagt halt nur, baller fünf Minuten. Aber wie komme ich auf diese fünf Minuten, wenn meine Ausgangslage XY ist? Wenn ich eine hohe W-Prime habe, fällt mir es halt deutlich einfacher, eine Steigerung der VO2max zu erreichen, als wenn ich da unten irgendwie rumkrieche. Und deshalb ist es so ein bisschen diffus, es zeigt ein bisschen was an. Und ich schaue halt immer auf, ich habe jetzt gerade einen Profi gekriegt, der unglaubliche VO2-Max-Werte hat, einen Killer-Compound-Score, ist aber aus seinem Team rausgeflogen. Schade. Genau. Weil, ähm, hat halt auch eine Killer W-Prime. Das heißt, der ist halt nach drei Stunden platt. Tod. Also wirklich so geht gar nichts mehr. Fauler Max, äh, zu hoch. Und, ähm, Da wurde halt wahnsinnig viel darauf geschaut und wahnsinnig viel auf 5-Minuten-Leistung und so weiter trainiert. Funktioniert halt bei vielen, aber halt nicht bei allen. Nämlich, wenn du halt dir das Laktat aus den Ohren schießt, dann musst du da vielleicht so ein bisschen Effizienz reinbringen und dann vielleicht auch mal sagen, hey, statt immer nur 4 Stunden oder 5 Stunden zu ballern, lass doch mal 7 Stunden fahren. Oder 8. Ja, genau. Habe ich Angst vor. Machen wir jetzt. wird dich weiterbringen. Und das ist auch der nächste Gedanke. Unser Körper passt sich permanent an. Und deshalb muss man auch immer mal Dinge tun, die man sonst nicht tut. Also guck mal, ich lag jetzt eine Woche lang praktisch im Bett. Und mein Körper hat sich angepasst. Das war ein Trainingsreiz, der halt nicht so funktioniert, der ist halt nach unten gegangen, ich will ihn halt nach oben kriegen, aber er ist nach unten gegangen. Es ist halt alles, was ich tue, hat einen Reiz, bis zu einem bestimmten Punkt, weil dann ist Reizende, Reiz nimmt halt ab und von daher muss ich mir immer wieder überlegen, Wann setze ich einen Reiz? Wie lange ist der Reiz? Auch dazu gibt es tolle Studien. Wie lange hält so ein Reiz? Ich meine, da fing schon, Saltin hat das schon aufgezeigt. Wie lange halten Reize an? In den 70ern. Anschauen. Und dann kann man sich ganz klar überlegen, okay, so zwei, drei Wochen, da ballert schon so ein Reiz ganz gut rein. So maximal sechs Wochen kann ich den halten. Dann muss ich mal wieder ein bisschen umbasteln. Dann so ein bisschen Recovery rein. Dann kann ich das polarisierend machen, wenn ich will, aber was heißt denn polarisieren? Was heißt denn polarisieren, wenn ich jemanden habe, der eine wahnsinnig niedrige glykolytische Leistung hat, dann ist es ja schon fast schon wieder an der Schwelle mehr dran oder kurz über der Schwelle, dann macht es vielleicht Sinn, das nochmal mit einer Sauerstoffmessung zu kontrollieren, anstatt an reinen Zahlenwerten oder du hast jemanden, der Bescheid weiß, ja. Und du siehst, es ist ein großes Feld, was flexibel gestaltbar ist. Genau, also was ich sagen möchte ist, sich auf einen Wert zu verlassen ist immer kritisch und sich selber nicht versuchen in eine Form zu zwingen und Angst zu haben, dass der Compound Score zu niedrig ist. Dann nämlich zu sagen, okay, wie ist denn meine aerodynamische Leistung, kann ich daran noch was verbessern, dann werde ich nämlich konkurrenzfähig. Oder meine grundsätzliche Renngestaltung. Oder, wenn ich einen geilen Compound-Score habe und sage, ich kack trotzdem ab. Woran liegt denn das? Weil meine 20 Minuten Leistung scheiße ist.

Björn: Unter dem Strich können wir auf jeden Fall einfach die Leute dazu einladen, im Optimalfall sich einfach ihre gesamte Leistung anzuschauen und da rede ich nicht nur von Watt, sondern auch Wie viel Leistung kann ich treten? Wie ist mein Gewicht dabei? Wie ist meine aerodynamische Leistung dabei? Wie ist vielleicht auch mein Material dabei? Da haben wir jetzt nochmal drüber gesprochen, weil das fließt dann auch wieder mit rein. Habe ich einen sauberen Antrieb? Habe ich ein sauberes Rad? Habe ich gute Reifen? Was für Laufräder? Whatever. Also das sind alles so Punkte, die man im Endeffekt dann, wenn es um reine Ergebnisse geht, berücksichtigen muss. Und dann komme ich wieder auf den... auf den Gedanken von hier Olaf Alexander Buth, der im Endeffekt sagt, es ist nur Velocity. Also es kommt nur auf Geschwindigkeit an, wer kommt zuerst über die Ziellinie. Das ist alles, was zählt. Es ist vollkommen egal, wie viel Watt du fahren kannst, wenn du der Schnellste bist, weil du ultra aerodynamisch bist, schau dir Remco an, gewinnst du halt.

Niclas: Genau, und jetzt fällt mir gerade ein, ich habe das damals den Speed Factor genannt bei Andi und habe mir daraus dann eine Formelei zusammengeschnitzt und dann habe ich geguckt, okay, wie schnell ist denn die Person oder kann sie sein mit der und der Leistungsfähigkeit und zwar über verschiedene Leistungsszenarien in der Aerodynamik und habe auch verschiedene Positionen dann mal generiert und ja, am Ende des Tages ist es Wer kommt als Erster über die Ziellinie? Und das muss lange nicht der Beste sein, überhaupt nicht. Der Beste von den Werten her, sondern auch, und da ist ja die Fatigue Resistance so ein Schritt da rein. Andi Seewald ist so ein schönes Beispiel dafür. Der kann halt nach vier Stunden auf einmal unfassbar schnell fahren. Und das können viele halt nicht. Der wird teilweise sogar schneller. Was da metabolisch abgeht, haben wir noch nicht durchgemessen. Aber es gibt Sportler, die halt nach einer gewissen Zeit warm gelaufen sind. Und wenn sie dann noch mit einer relativ hohen Sauerstoffaufnahme grundsätzlich ausgestattet sind, dann tut denen das vielleicht am Anfang so ein bisschen weh. Ich meine, Andi, als er die WM gewonnen hat, ich meine, Nino Schurter kam da halt mit versammelter Mannschaft an. Und die haben halt drei Stunden lang das Rennen gespielt. sehr lang gemacht, das Feld war sehr lang und haben sich einen nach dem anderen aufgeraucht. Ich meine, wer war da? Forster, Frischknecht, Schurter und Schurter ist halt hingeflogen mit Hubschrauber, glaube ich, und hat gesagt, ich will jetzt Weltmeister hier werden. Er ist nach dreieinhalb Stunden ausgestiegen, weil Seewald einfach das Gas hat einfach stehen lassen. Fertig. Ja. Schön. Was wünschst du dir zu Weihnachten?

Björn: Oh, gar nichts. Ich habe, schwierig, was wünsche ich mir zu Weihnachten? Ich habe eigentlich, in den letzten Wochen hat sich alles ergeben, was ich für das nächste Jahr haben will. Echt? Ja, es gibt ein neues Fahrrad, da bin ich happy.

Niclas: Was hast du? Darfst du es schon verraten?

Björn: Ja, also ich glaube, was es für ein Fahrrad wird, darf ich verraten. Es wird ein Scott.

Niclas: Ah, nice.

Björn: Das ist ein richtiges Upgrade. Brutal. Cool. Da freue ich mich schon sehr drüber. Der Rest, was sonst so auf dem Trikot steht, ist noch nicht alles final, aber das Fahrrad ist soweit final und das klappt auch schon. Also ich glaube, wenn ich aus Girona heimkomme, ist das auch schon ready. Da muss ich es noch fitten. Und dann wird ab Ende Januar hoffentlich wieder spaßig Rennen gefahren. Also genau, das wünsche ich mir für Weihnachten. Ich wünsche mir für Weihnachten, dass ich nächstes Jahr einfach gut durchkomme.

Niclas: Das ist doch eher so ein Weihnachtswunsch.

Björn: So ein Silvesterwunsch.

Niclas: Ist das ein Silvesterwunsch? Ja, aber Weihnachtswunsch... Hast du nicht eben sowas wie Pokémon-Karten oder... Eine Meta-Quest 3?

Björn: Ja, du hast mich letztens hier irgendwas zur Meta-Quest gefragt.

Niclas: Was wolltest du damit eigentlich? Kaufen würde ich mir das niemals. Du weißt ja, ein Haushalt ohne Technologie. Ihr habt ja keinen Fernseher. Zumindest in meiner Fantasie. Ja, in deiner Fantasie. Hier wird auch noch in Kaijo-Schrift geschrieben. Gedruckt. Ne, ähm... Ja, ich hätte da mal Bock drauf, das irgendwie so monatelang auszuprobieren, dann setze ich mich hier in mein Geheimlabor, in meinen Geheimteil und schaue hier halt die ganze Zeit Filme oder spiele irgendwelche geilen Games durch, während meine Kinder da zu Hause da, ich zocke ja gar nicht, aber es würde mich, hätte ich schon mal Bock drauf, ja, also so ein paar Filme schauen, hätte ich schon mal Bock drauf, das würde mich nochmal reizen. Und die Apple-Brille ist halt viel zu teuer. Und mich würde mal interessieren, wie die MetaQuest so abschneidet, so von der Qualität. Aber ich will mir das Ding halt nicht kaufen und ich will es mir auch nicht irgendwie leihen. Also nicht irgendwie so sechs Monate leihen. Oder klar kannst du dir das jetzt einen Monat leihen, aber ich dachte so, der Niklas hat immer so einen Gaming-Stuhl. Das sind alle Zocker. Der muss so ein Ding, der hat so ein Ding hier in der Schublade liegen und dann können wir da in der Runde, kann ich das mal ausleihen, so über die Weihnachtsferien. Totaler Zocker.

Björn: Ich spiele ab und zu, also wenn ich daheim bin, spiele ich schon relativ regelmäßig mit einem alten Schulfreund zusammen. Was spielt man denn? Also, ich habe dieses Jahr, während ich acht Wochen lang im Bett gelegen habe, habe ich Elden Ring komplett durchgespielt. Sagt dir das was? Das ist so ein Open-World-Spiel. Du musst Monster kloppen. Und dann jetzt ganz klassisch Ego-Shooter mit einem Kumpel COD. Das ist so. Haben wir früher in der Schule immer gespielt, spielen wir immer noch. Ist lustig, abends zwei, drei Stunden ein bisschen spielen.

Niclas: Also früher, bei uns war das ja noch so, da wurden ja die Rechner irgendwo hingeschleppt und dann saß man zu fünft oder sechst in so einer runtergerockten WG. Und hat eine Lahnparty gefeiert. Mit vielen Kitzelkakons und noch mehr Cola. Aber das habe ich echt nur ein paar Mal gemacht. Das ist dann eher verschwendete Zeit. Also, okay.

Björn: Naja, ansonsten, ich habe echt nicht so einen klassischen Weihnachtswunsch. Ich bin, was sowas angeht, jemand, wenn ich was haben will, dann kaufe ich es mir meistens relativ direkt und ich schenke mir auch, also meine Freundin und ich, wir schenken uns auch nie irgendwas, also zu Geburtstagen oder zu Anlässen so. Meistens, also wenn wir zum Beispiel in die Stadt gehen und sie sagt, oh, ich will dieses Buch haben aus der Reihe und ich habe gerade die Möglichkeiten dazu, dann kaufe ich ihr halt das Buch. So läuft das dann mehr ab. Also ich laufe mit ihr durch die Stadt und sehe, keine Ahnung, einen neuen Pinsel für die Siebträger, um meinen Siebträger sauber zu machen. Zwei Tage später kauft sie mir diesen Pinsel. Also wir versuchen uns eher so zwischendrin einfach Geschenke zu machen. Deswegen stresst mich Weihnachten auch immer. Ich habe zum Beispiel auch noch gar keine Geschenke so. Meine Family ist da eher noch klassisch, wir schenken uns noch alle was und ich muss jetzt am letzten Ruhetag hier in Girona, weil am 23. fliegen wir heim, 24. ist Weihnachten, das heißt am Donnerstag muss ich noch irgendwie Geschenke besorgen gehen und das stresst mich mehr als dein Trainingsplan.

Niclas: Geht auch nach Girona. Das ist jetzt hart. In Girona gibt es diesen kleinen Laden, wo man so Steine kaufen kann. Der ist ganz cool. Was für Steine? Ja, so bunte Steine. Meine Kinder gehen da immer rein und wollen unbedingt so bunte Steine kaufen. Dann kannst du da irgendwie Ketten draus bauen und was weiß ich. Dann gibt meine Familie dieses Jahr bunte Steine zu Weihnachten. Ja, bunte Steine. Also ich wünsche mir ein Kochmesser. Okay. Und ja, ich glaube, das war's.

Björn: Geil. Ja, gute Messer daheim. Macht schon auch immer Spaß.

Niclas: Ich habe mir drei neue Kochbücher gekauft. Gruß nochmal an Martin Kühn, der von Protenz, von den Laufrädern, der vor allen Dingen ein verdammt guter Koch war, auch in der Sterneküche gearbeitet hat und mit dem ich mich immer austausche. Unser aktueller Plan ist, wir beide fahren zusammen nach Mallorca oder sonst wo hin und mieten uns, am liebsten würde ich eine Finca mieten und wir fahren so ein bisschen Fahrrad und kochen. Geil. Ride and cook. Also wer mit dabei sein will, kann gerne mitkommen. Im Februar vielleicht. Schön, Malle, eine Woche oder zwei Wochen vielleicht in der Finca. Schön, kochen, von einem Tipp vom Koch lernen, ab und zu ein paar Rundchen drehen, aber dass jeder frei in der Gestaltung, das stelle ich mir halt mega geil vor.

Björn: Ja, kochen ist hier so ein bisschen ein Thema. Es wird sich immer drum geboxt, wer jetzt abends kochen muss. Und meistens wird der Reiskocher angemacht, oben Gemüse reingekloppt, weil wir alle grau sind und keiner hat Bock zu kochen.

Niclas: Wieso esst ihr nicht permanent Churros oder so weiter?

Björn: Macht, glaube ich, nicht so schnell.

Niclas: Oh, weiß nicht. Spanier fahren so schnell. Hier wird schon ein bisschen drauf geachtet, also... Ja, ist doch gut. Muss ich das nicht mehr tun. Gut. Sehr schön. Alles gut. Weihnachtsfilme gucken wir dann auch alle. Stirb langsam und so weiter. Ist der Beste.

Björn: Ja, absolut. Sehr gut. Björn, dann wünsche ich dir eine schöne Woche. Wir hören uns nächste Woche wieder. Genau. Und dann allen anderen Zuhörern auch noch eine schöne Vorweihnachtszeit. Bis bald. Ciao, ciao.

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