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Episode #46

Was wird beim Zeitfahren der TourDeFrance getreten?

14. July 202557 min

In der heutigen Folge tauchen Björn und Niclas tief in das spektakuläre Bergzeitfahren der Tour de France ein. Welche Leistungswerte sind nötig, um dieses brutale Einzelzeitfahren zu gewinnen? Wir analysieren das Streckenprofil, spekulieren über mögliche Wattwerte und werfen einen Blick auf die Favoriten für diesen besonderen Abschnitt der Grand Tour.

Außerdem sprechen wir über ein echtes Highlight aus der MTB-Szene: die starken Leistungen von Björns Athleten beim Andorra Epic. Was lief besonders gut? Welche Herausforderungen brachte das hochalpine Gelände mit sich?

Eine spannende Folge zwischen WorldTour-Analyse und MTB-Erfolgen – viel Spaß beim Hören!

Transkript

Björn: Willkommen zum Aerotune Podcast, wo sich alles um Ausdauersport und Training dreht. Hier geben euch Sebastian Schluricke, Björn Kafka und Niklas Ranker wertvolle Tipps und Einblicke, die euch helfen, eure Performance auf das nächste Level zu bringen. So, herzlich willkommen zu einer neuen Folge Faster You Podcast. Guten Morgen Björn. Guten Morgen. Wie hast du die erste Tourwoche verkraftet?

Niclas: Ist ja noch gar keine Woche. Ja, fünf Tage. Ja, ist gut. Für mich ist es ja alles entspannt. Ich sitze ja nur daneben und schaue mir das an. Ich habe ja nicht so viele Aktien drin, sagen wir mal so. Wir stellen ja Software zur Verfügung und geben hier und da mal Ratschläge. Von daher bin ich da relativ entspannt bei solchen Sachen.

Björn: Trainierst du aktiv einen Sportler, der mitfährt? Oh, darf ich dir gar nicht sagen. Damit hätten wir das auch beantwortet. Okay, okay. Sollen wir erstmal mit Tour anfangen oder sollen wir erst ein bisschen Andorra machen? Dann machen wir erst ein bisschen Tour.

Niclas: Tour ist doch super, das ist doch spannend. Die Tour ist halt geil. Also man muss ehrlich sagen, seitdem Pogacar und auch Vinegard da sind, ist es halt so viel besser geworden. Das ist halt einfach nicht mehr dieses... Von vorne durch Gemöhre am Berg und Sky fährt halt alles irgendwie platt und es ist halt ein extrem langweiliges Rennen. Obwohl ich fand die Innovation natürlich immer nett, die sie da reingebracht haben. Aber das ist halt schon geiler Sport, weil es so ein bisschen, also es ist nicht unberechenbar geworden. Es ist wie so eine Differenzialgleichung, wo halt noch ein paar Variablen mit reingeballert wurden. Und das macht es halt super spannend. Ich meine, heute die Etappe ist wieder Killer. Guck dir das mal an. Mehrere Berge, dritte Kategorie. Und dann haben sich gestern einige Leute geschont, auch bei den großen Teams. Das wird so Hölle werden. Da wird so rumgeballert werden. Absolut. Ich bin gespannt.

Björn: Ich muss sagen, ich finde es zum einen ultra geil, wie Winnegard und Pogacar fahren, aber auch sehr schön zu sehen, dass Mathieu dieses Jahr Form hat. Und ich habe sogar das Gefühl, ich fand in der Vergangenheit ist Remco immer so ein bisschen gefahren wie so ein kleines Kind, was auch einfach Bock hat mitzuspielen. Ja. Und ich habe das Gefühl, die haben einen Plan dahinter, wie er fährt. Also er fährt etwas verhalten. Aber weil gestern im Zeitplan hat man gesehen, er hat die Form. Er ist topfit.

Niclas: Ja, also ich habe es ja ein paar Tage vorher mal durchsimuliert. Und habe die Werte von der Dauphiné. Also ich hatte natürlich nicht die Werte von Remco Evenepoel. Aber du kannst es halt selber zusammenreimen. Fertig, aus. Und ich bin auf eine 36... Was habe ich denn simuliert? Gib mir eine Sekunde, dann schaue ich mal nach. 36,53. Damit lag ich schon ziemlich dicht.

Björn: Wie war die Finishzeit?

Niclas: Er ist gefahren 36, 47 oder 41. Nicht schlecht. Nicht schlecht. Und das Problem ist halt, das ist der Schlussteil da, verlierst du halt super viel Zeit. Und da hatte ich so ein bisschen Probleme. Ich hatte erst ein bisschen zu sportlich simuliert auf 36,10. Aber da, nachdem ich den Kurs dann einmal dann gesehen hatte, also wirklich live, wie sie da gefahren sind, habe ich nochmal durchgerechnet.

Björn: Die letzten Kurven waren tricky, ne?

Niclas: Ja, da konntest du halt nicht mehr mit 55 durchballern und dann habe ich nochmal ein bisschen resimuliert und dann kommst du halt auf die Zeit und das ist schon ganz cool, weil ich habe jetzt ein ganz gutes Gefühl für den CDA-Wert für Evenepoel, wo der steht, der ist halt schon niedrig und von der Leistung her ist er nicht besser, er ist halt einfach... echt aerodynamisch und da machen halt so Kleinigkeiten schon viel aus. Er ist ein Pinguin. Er ist ein Pinguin, ja. Wobei Wout van Aert auch ein Pinguin ist. Von der Körperstatur. Und jo, also da war ich schon mal ganz happy. Und das Schöne ist, man kann jetzt, wenn man das so ein bisschen verifiziert hat, ich war schon bei der Dauphiné, konnte ich das sehr gut nachbauen und jetzt kann ich den weiß man halt so, der beste Fahrer der Welt, wenn der in der Shape ist, mit dem CDA-Wert, dann fährt der so und so schnell. Das ist schon mal ganz geil, zu wissen, welche Referenz man aktuell nutzen kann.

Björn: Das heißt, du kannst davon auch eigentlich ziemlich gut zurückschlüsselnd nehmen, wo Pogacar gerade steht? Die haben nochmal viel an ihrer Aerodynamik gemacht. Die fahren einen neuen Helm. Er hat ein bisschen veränderte Positionen nochmal zu vorher. Hat wahrscheinlich nochmal auf den neuen Helm einfach angepasst.

Niclas: Ja, die haben da schon intensiv Arbeit reingesteckt. Aber Pogacar kommt auch echt über die Power.

Björn: Was war so gestern für dich im Zeitfahren die Überraschung?

Niclas: Also die Überraschung ist definitiv, dass Jürgensen und Windegard nicht so schnell gefahren sind.

Björn: Ja, das hätte ich anders vermutet. Wingegard hat knapp über eine Minute auf Pogacar verloren. Das ist viel.

Niclas: Das ist schlimm. Eine Minute auf so einem schnellen Ding ist halt echt viel. Es ist den Leuten ja manchmal gar nicht so bewusst, wie viel das ausmacht. Also ich werde mal nebenbei kurz mal durchrechnen. Ja.

Björn: Ich muss halt sagen, wenn du halt schaust, ich glaube Lipovic war nur ein paar Sekunden langsamer als Pogacar und Roklic auch, also die zwei sind echt gut gefahren und man hat ja schon gesehen, dass Roklic anscheinend nicht in der Form ist, um vorne mitzufahren und Lipovic hier und da ist noch ein bisschen fehlt, scheint schon fit zu sein, aber vielleicht ein bisschen schlecht positioniert oder hier und da mal. An der vierten Etappe die Form nicht ganz gehabt, aber grundsätzlich sind die schon gut und die fahren halt schneller. Und Winnegard hat jetzt dadurch einfach 1,13 im GC schon auf Pogacar verloren und die krassen Etappen kommen halt erst.

Niclas: Also grundsätzlich ist ja immer das Problem... Leichte Fahrer haben auf so einem Kurs natürlich echt scheiß Karten. Also jetzt muss man mal ehrlich sein, ein Winnegard ist für, das ist ein absolutes Leichtgewicht der Typ. Früher so Pantani, Escatin und wie sie alle hießen, die haben halt so richtig kassiert auf solchen Etappen. Gingen auch mal so zwei Minuten durch. Also von daher, das ist jetzt schon nicht so, also es ist schon nicht gut, aber es ist jetzt auch nicht so Vollkatastrophe. Also der hat da irgendwie vielleicht nicht den geilsten Tag der Welt. Also nur mal so als Beispiel. Bei einem vier... Warte mal, wie lang war das? 33 Kilometer. Ja. Okay. Dann haben wir 36... Ja, 36 und hohe 36. 36,7 Minuten. So, und jetzt hat er... Anderthalb Minuten hat er verloren auf... 1,26. 1,26. Krass.

Björn: Ja, das tut weh. Also auf Remco 1,26 verloren. Pogacar war ja glaube ich 17 Sekunden oder 16 Sekunden langsamer als Remco.

Niclas: Also nur mal so, dass man mal die Relation, mal ein Gefühl dafür hat, ja. Mal jetzt nicht auf die Gewichte groß berechnet, ja. Das sind halt... 25, CRR passt, ja, 35 Watt weniger. Das ist heftig. 35 Watt weniger. Also wenn Ewenepol 35 Watt weniger fährt, fährt er so schnell wie Winnegard. Das ist halt eine Ansage.

Björn: Ja, das ist über 33 Minuten oder über 36 Minuten irgendwas, was es hält.

Niclas: Genau, das ist halt die Zeit, die man verliert. Und dann gehe ich mal davon aus, dass erstens ist der Evopol schwerer, was auf dem Kurs definitiv gut ist, weil insgesamt hat er halt einen höheren Compound-Score sozusagen und einen besseren CDA-Wert. Höchstwahrscheinlich den besseren CDA-Wert.

Björn: Ja, man muss aber auch sagen, die haben auch nochmal, also was ich gesehen habe, Castelli, die haben nochmal einen neuen Anzug gemacht, sieht jetzt sehr aus wie der Fusion-Zeitfahranzug von vor ein paar Jahren. Ich weiß, die haben fast quasi genau diesen Anzug, hat Fusion schon vor drei Jahren, hatte ich den schon mal bei einem Athleten im Bikefitting sogar gehabt, mit diesen Rillen über dem Rücken drüber. Mhm. Da hat Fusion, glaube ich, damals schon gesagt, das ist irgendwie der schnellste Anzug. Und den hat Castelli jetzt anscheinend nachgebaut und scheint ja zu funktionieren.

Niclas: Ja, also ich meine, gut, Remco Evenepoel hat ja alles gewonnen. Er ist halt ein Mega-Zeitfahrer, das darf man nicht vergessen. Der Körper macht halt super viel aus. Aber ein guter Punkt, Anzug. Das ist immer die Frage, also mal ein Gedankenspiel. Ich habe das gesehen und hatte dann mit Sebastian auch diskutiert und das Erste, was ich gesagt habe, der Affini fuhr den gleichen Anzug wie sonst auch, den Europameisteranzug. Matteo und Winnegard fuhren beide einen neuen Anzug. Den haben sie höchstwahrscheinlich natürlich getestet. Gehe ich stark von aus. Hoffen wir mal. Ich gehe nicht in deren Daten rein. Der ist ja höchstwahrscheinlich auch nur anders gefärbt. Aber hey, you never know. Das sind manchmal so irre Sachen. Ich habe einen Freund, der arbeitet in der Bekleidungsindustrie. Sehr intensiv. Und das ist wirklich so... Da wird vielleicht vom Hersteller, das Ding wird irgendwo gefertigt, keine Ahnung wo, China oder sonst wo, vielleicht auch in Europa, keine Ahnung. Und jetzt will der Hersteller ein bisschen Geld sparen, also die Produktionsfirma. Und wird halt beim Vernähen irgendwie einen Faden anders nehmen oder den Stoff irgendwie ein bisschen anders machen. Und dann hast du auf einmal, und das ist ja auch ein Anzug, der bei 40 kmh schnell ist, ist vielleicht nicht bei 55 schnell. Das darfst du auch nicht vergessen. Das sind ja unterschiedliche Anzüge. Und dann hast du auf einmal eventuell von Herstellerseite, von Produktionsseite sozusagen, irgendwas bekommen, was vor allem total langsam ist. Es entstehen auch mal so irre Sachen. Wir haben mal... Zeit für Anzüge selber gebaut. Zum Spaß. Also einfach nur mal so Muster gemacht. Und der Stoff, den wir hatten, das war ein Bikini-Stoff. Wir haben ein Bikini-Stoff gebaut, weil wir einfach ein Dummy gebaut haben. Einfach so, ob der Schnitt passt. Das war der schnellste Anzug. Crazy. Das ist ein Bikini-Stoff gewesen. Das war mit Abstand der schnellste Anzug. Wir konnten es gar nicht glauben. Von daher... Also die Aussage von Jürgen waren ja nach dem Zeitfahren, da kann man ja überall lesen, eigentlich ist er geile Zahlen gefahren, hat sich gut gefühlt, ist gute Zahlen gefahren. Wieso verliert er so viel?

Björn: dann hat es irgendwo dran gelegen.

Niclas: Und alle anderen kann man nicht vergleichen, weil alle anderen sind langsam gefahren. Also Wout van Aert, Tisbeno, Kampenaerts und wie sie alle heißen, sind natürlich für heute eine superschwere Etappe, sind langsam gefahren. Affini war sozusagen der Testvogel, um zu sehen, wie schnell kann man da rumballern. Und er ist sehr gut gefahren, ja, Mega-Zeit. Ist ja auch ein Top-Zeitfahrer, sonst wäre er kein Europameister. Aber er fuhr das Europameister-Ding. Ja, vielleicht werden die auch besser ihren... Wilde Theorie, ich kann nichts dazu sagen. Klar, wir machen natürlich was mit Wismar, aber ich weiß nicht, wie genau was, wie, wann, wo getestet wurde. Von daher war das überraschend, sagen wir es mal so.

Björn: Ich hätte gedacht, ein bisschen verliert er, aber... Ja, vor allem nach dem, was Winnegard bei der Dauphiné gezeigt hat. Das ist ja das, was mich eigentlich so überrascht hat. Also an der Position kann es nicht gelegen haben, am Material des Rades zumindestens kann es eigentlich auch nicht gelegen haben. Das Einzige, was hier reinfällt, entweder hat er einen scheiß Haken, ist schlechte Werte gefahren, schließt ja Jürgensen aber so ein bisschen aus, weil Jürgensen hat ähnlich viel Zeit verloren wie Winnegard und dann bleibt ja eigentlich nur noch der Anzug übrig. der anscheinend ein bisschen anders war und deswegen sie vielleicht Zeit gelassen haben.

Niclas: Und da muss man mal, wenn ich mich an die erste Etappe erinnere vom letzten Jahr, ich glaube, die hat Badee gewonnen damals, sie sind ja zu zweit ausgefahren, da hat Pogacar attackiert und der Einzige, der mitfahren konnte, war Winnegrad. Und dann denke ich so, das haben wir doch letztes Jahr auch schon gehabt. Wieso sagt denn auf einmal jeder, der ist auf einmal so ganz anders, das stimmt doch gar nicht. Der ist doch letztes Jahr genau so gefahren.

Björn: Nein, ich finde es dahingehend anders, dass er jetzt die Tage auch schon mal selbst eher war derjenige, der attackiert hat.

Niclas: Gut, ja, und jetzt kommt wieder das nächste ins Spiel, ja, wie hoch ist die glykolytische Rate gegangen? Das kann natürlich so ein bisschen so ein Bumerang werden, kennen wir ja alle, ne, hohe glykolytische Rate, kannst du halt richtig ballern mal kurzzeitig, senkt dir eventuell deine Schwellenleistung, jetzt kann man darauf so ein bisschen spielen. dass sie natürlich runtergeht, aber so in den ersten Tagen ist halt echt ein bisschen zäh. Höchstwahrscheinlich werden wir einen Winnegard sehen, der in der, also was heißt höchstwahrscheinlich? Keine Ahnung, blanke Theorie. Wenn dem so sein sollte, wird er... In der letzten, beziehungsweise nach der Hälfte der Zeit wird er höchstwahrscheinlich ziemlich einen raushauen können. Wenn die Sauerstoffaufnahme höher ist, höchstwahrscheinlich, Glykolyse auch ein bisschen höher, dann wird er spätestens da die Berge brutal hochballern. Ich meine, jetzt ist er eine Minute hinter Pogacar, who knows, da wird noch so viel Wasser runterlaufen. Also ich meine... Ja, das ist kein Beinbruch, um Gottes Willen.

Björn: Etappe 12 geht es ja eigentlich richtig los. Am Schluss haut der Kamm hoch, HC, 13 Kilometer, 8 Prozent. Das wird dann halt richtig spannend und direkt der Tag danach einen 11 Kilometer Bergzeit fahren. Das wird halt dann richtig interessant. Auch da, glaube ich, wird es spannend, was das Material angeht. Also fahren die dann mit dem TT-Bike hoch, fahren die dann mit dem normalen Bike hoch? Was ist das? Sollen wir das doch, können wir doch mal durchsimulieren. Wir reden von 8,1 Kilometer Anstieg mit 7,6 Prozent und der Anstieg hat, glaube ich, am Schluss Rampen von 16 Prozent. Waren die alle mit Zeit verwandt? Denkst du, die fahren das Ding komplett mit Zeitfahrrad hoch?

Niclas: Das Fahrrad wiegt doch irgendwie sieben Kilo.

Björn: Wieso sollte da jemand auf dem Straßenwagen... Ja, das neue von Wismar ist ultraleicht geworden.

Niclas: Das alte von Wismar war auch schon ultraleicht. Die Frage ist, welchen Helm tragen sie? Denkst du, die werden einen Unterschied im Helm machen? Ja, also wenn man sich das mal überlegt. Also pass auf, ich brauche jetzt mal das GPX-File. Oder warte, vielleicht habe ich das eh schon drin. Schauen wir doch mal nach.

Björn: Tour de France. Gucken wir doch einfach mal in die Daten von Jamie rein, was er gemacht hat. Kann ich leider nicht machen. Das darf ich nicht machen.

Niclas: Kann ich auch gar nicht. Ich weiß. Stage... 21, nee, das war letztes Jahr. Ich habe das GPX noch gar nicht. Gibt es das GPX irgendwo? Boah, da fragst du mich jetzt Sachen, keine Ahnung. Warte, hier habe ich noch ein Time Trial. Warte, ich muss mal gucken, was das für ein Time Trial ist. Sekunde mal.

Björn: Es ist Ludon Will nach Peragüt.

Niclas: 18.07. Ja, also ich kann ja mal, wir können ja nebenbei quatschen zum Thema Multitasking. Das geht ja in der Regel ganz gut hin. Ja, warte, hier, pass auf. So, Time Trial Test, was ist das denn hier? Ach nee, das hat irgendjemand hochgeladen. Wer auch immer das war. Spannend. Okay, ähm...

Björn: Also du würdest jetzt einfach mal nur von den 8,1 Kilometern und 7,6 Prozent im Schnitt Steigung ausgehen. Es wird Zeitfahrrad gefahren, vielleicht nicht so tiefes Laufrad wie jetzt auf einer Flachetappe, vielleicht vorne hin, vielleicht keine Scheibe, oder? Weil Scheibe macht doch erst so richtig Sinn bei den ganz hohen Geschwindigkeiten. Die wirst du da wahrscheinlich nicht fahren.

Niclas: Ja, genau. Und wenn du irgendwie Wind hast, ne? Ja. So, guck mal, hier habe ich jetzt, ich habe jetzt glaube ich gefunden, Ludumbil hier, da ITT GPX, 11 Kilometer. Genau. Das sieht doch gut aus. Keine Ahnung, wie gut die Datei jetzt ist. Ich hoffe mal. So, also, ich lege das jetzt mal an. Time Trial, TDF, 18 Stage.

Björn: Da sind die Leute jetzt mal live dabei, wenn Björn Kafka zaubert.

Niclas: Ja, ich zauber nicht. Das System ist zaubert. Das aber in Handarbeit von mir und vor allen Dingen Sebastian Schluricke gemacht wurde. Das ist... Ah, guck mal hier, das ist doch schön. Ja, es geht ja gute 640 Meter hoch. Ja, ausgeschrieben ist es mit 645, genau. Ja, so, es ruft hier Belgien an, da muss ich wegdrücken. So, okay. Haben wir drin. Jetzt simulieren wir mal. Neue Simulation. Time trial is ähm, TDF Stage 18 here. Wann ist das? Wir haben noch nicht so die geilsten Wetterdaten. 18.7. ist das. Stage 13. Local Times, Startzeit, die starten dann bei 16 Uhr.

Björn: Dann nehmen wir das. Das finde ich ja so angenehm für die Jungs. Die können einfach nachmittags fahren, die können morgens ausschlafen, entspannt frühstücken. Ja. Das ist so viel angenehmer, wie wenn du so saufrüh immer starten musst.

Niclas: So, jetzt nehmen wir doch mal jemanden, der schnell ist, aerodynamisch. Was wiegt denn der Ebene-Pol?

Björn: Weißt du das? Angeblich nochmal zwei bis drei Kilo weniger wie vorher. Und ich glaube, der war immer was um die 65 rum, oder? Ja, 62 mit Material nehmen wir den mal auf. 70? 71.

Niclas: So, da können wir ja... Ich glaube, da brauchen wir auch gar nicht groß bremsen.

Björn: 61 Kilo, ja? Auf 1,71. Angeblich jetzt.

Niclas: Dann sagen wir mit Klamotten und allem Drum und Dran 71, ja? Dann nehmen wir das als Schwelle. Nehmen wir das so und das so. Was hast du ihm jetzt als Schwelle gegeben? Das kann jeder nachlesen. Ich glaube, was hat er? 410? Ja, wahrscheinlich.

Björn: Es ist so unangenehm viel auf 61 Kilo. Ja, also ist schon gut. Ja, natürlich ist das gut. Der ist Olympiasieger.

Niclas: Also, ich glaube... Ey, das wird schnell werden. Ähm... 22, 40. Ne, 22, 40? Mhm.

Björn: Also quasi ein 20-Minuten-Test.

Niclas: Durchschnittliche Geschwindigkeit 28, also 29 kmh.

Björn: Das heißt, in Velnopul wird er wahrscheinlich eine 4,30 bis 4,40 hochfahren.

Niclas: So, jetzt pass auf, jetzt werde ich noch mal ganz kurz was nachschauen. Ich habe nämlich noch etwas vergessen. Nehmen, ah, ha, ha, ha, ha, hier, das stimmt doch gar nicht. So, hier, so, zack. Wir müssen ja noch mal die Aerodynamikkurse ein bisschen anfassen. Und zwar wird er natürlich am Berg, werde ich ihm die Aerodynamik genauso lassen. Und bergab meinetwegen auch. Wobei wir ja kein Bergab haben. So, und dann Make Speed for Climbing. Das passt, das passt, das passt. Jetzt werde ich das nochmal ein bisschen ändern. 22. Ja. 22 Minuten, also ein bisschen über 22 Minuten und eigentlich durchweg mit 414 und nachher wird er ein bisschen steigern auf 420, 430 Watt. Der ist natürlich da frisch, ne? Da läuft ja noch viel Wasser den Berg runter.

Björn: Ja, vor allem wie frisch bist du nach einem Tag, wo du 180 Kilometer und 3.800 Höhenmeter gefahren bist. Also der Tag vorher geht es halt über eine vierte Kategorie, erste Kategorie, zweite Kategorie und dann Hotakam HC hoch, ne? Richtig. Und da wird es ja richtig knallen.

Niclas: Ja. Höchstwahrscheinlich wirst du negativ Split Race machen. Ich glaube, sogar die Kurven kann man noch ein bisschen schneller fahren. Da müsste man mal gucken. Warte mal kurz, das werde ich noch mal anschauen. Oder Balanced, Moderat Breaking, da würde ich mal Sporty Breaking machen. Das ist immer das Problem, immer wie sind die Kurven. Da muss man den Kurs echt mal abgefahren haben, richtig live.

Björn: Wie viel Unterschied macht es jetzt zum Beispiel, welche Reifen er fährt? Ist das für die Simulation interessant? Denkst du, die Unterschiede der Reifen sind so groß? Also zum Beispiel hat jetzt Conti für die Tour extra nochmal einen neuen Reifen rausgebracht, der nochmal, meinten sie, irgendwie drei bis fünf Prozent schneller sein soll als ihr voriger TT-Reifen. Er ist auf jeden Fall nochmal leichter geworden. Ja. Sagen sie selbst, ist halt immer die Frage, wie sie messen. Aber denkst du, es macht da wirklich auch einen Unterschied? Fährst du jetzt den Specialized TT-Reifen, fährst du jetzt den Conti, fährst du Vittoria?

Niclas: Ja, vor allem am Berg macht das natürlich einen Unterschied, wie schnell der Reifen ist. Also wenn ich jetzt nochmal den Rollwiderstand ein bisschen anpasse, also sagen wir mal, so einen richtig, richtig schnellen Reifen. So ein 1.0. So, jetzt habe ich nochmal den Rollwiderstand ein bisschen geändert. Mal gucken, was da... Ja, das macht nochmal... Rollwiderstand macht nochmal 12 Sekunden aus.

Björn: Ja, das ist natürlich krass.

Niclas: Ja, fast 30er Schnitt. Also total frisch. Ich weiß nicht, wie gut die Straße ist. Die macht ja auch noch was aus. Und der CDA-Wert ändert sich eigentlich kaum. Ja, und letztendlich... Würde man es mit so einem negativen Split fahren, das heißt man fährt 410, 415, dann steigert man auf 420 und zum Schluss bei Kilometer 87, 88 muss man halt alles rausholen, was geht. Da hat man dann nochmal, ähm, habe ich hier die Zeit? Genau, da ist man bei 17, also muss man halb 5 Minuten nochmal laut fahren. So 90% V2-Max, wenn es irgendwie möglich ist.

Björn: Das ist, also, ich weiß nicht, wenn Leute sich jetzt vorstellen so, ne? Ihr geht raus und fahrt vier Minuten mal einen All-Out-Test.

Niclas: Ist ein 20-Minuten-Test, ganz simpel.

Björn: Genau, aber die fahren halt noch einen 20-Minuten-Test, weil wahrscheinlich werden die schon ungefähr in die Richtung ihrer Bestwerte kommen und das schaffen die einfach an Tag 13. nach schon zwölf Tagen, wo halt wirklich auch krasse Belastungen am Tag vorher sind.

Niclas: Also ich gehe davon aus, dass sie da, also höchstwahrscheinlich werden die nicht so super schnell hoch, also nicht so schnell wie jetzt simuliert, ja, das wäre jetzt so die beste Nummer, aber vielleicht, who knows, auch das passiert. Aber die haben sich halt davor so richtig einen eingeschenkt, ja. Also es ist schon, in 20 Minuten werden da schnell mal 130 Gramm Carbs durchgeschoben.

Björn: Das ist schon verrückt. Also was die Jungs einfach imstande sind zu leisten. Ich finde das immer wieder crazy zu sehen, Was dann wirklich bei denen machbar ist und vor allem jeder, der mal ein Etappenrennen gefahren ist und merkt, okay, wie fühlst du dich nach so ein paar Tagen Etappenrennen, die machen das halt 21 Mal und teilweise, die werden nicht viel schlechter, weil die Jungs halt so gut sind, weil das halt einfach die Besten der Welt sind. Das sind die, die sich am besten über so eine Zeit, beziehungsweise am wenigsten schlecht werden, sagen wir es so rum.

Niclas: Ja, ganz genau. also ich hab mal, der PCR-Speicher ist auch lustig, ja, also die werden halt so richtig, die werden so richtig blau sein, wenn sie da oben ankommen. Aber anders geht das auch nicht, ja. Also du musst am Anfang, ähm, der fängt ja relativ flach an. Ja. Und geht dann erst bei Kilometer, boah, kurz nach drei geht's los und bei vier geht's dann halt richtig los. Und, äh, ja, da wird dann halt richtig, da wird's richtig übel, ja. Ich bin gespannt. Ich bin gespannt, wie es sein wird. Naja, aber jetzt kann man ja mal sagen, pass auf, das wäre jetzt so das Beste, Thema Aerodynamik. Das ist jetzt so die optimale Aerodynamik eines Fahrers. Was wäre jetzt, wenn wir jemanden wie, sagen wir mal, Toni Martin da hochschicken würden? Oder nee, falsch, den CDA-Wert von Toni Martin haben. den man ja so ein bisschen nachrechnen kann.

Björn: Weißt du, was sein bester CDA-Wert mal war? Wahrscheinlich am Schluss bei Wismar oder die letzten Jahre dann noch bei Jumbo, hieß es ja damals noch.

Niclas: Es wird gemunkelt so um die 20. Vielleicht auch 19, keine Ahnung. Aber jetzt nehmen wir doch mal 20, was schon gut ist. Früher war das richtig gut.

Björn: Der ist ja aber auch eigentlich immer noch mit dieser alten Griffposition gefahren, wo man relativ flach war.

Niclas: Ja, genau. interessant, macht halt gar nicht so einen Riesenunterschied. Das macht einen Unterschied von 25 Sekunden. Das ist heftig. Naja, was heißt heftig? Das ist halt ein riesiger CDA-Sprung. Wenn du dir das mal überlegst, mit dem CDA-Wert verlierst du So, ja, 25 Sekunden und wenn ich jetzt aber diesen CDA-Wert auf den anderen Kurs von gestern mal rauflegen würde,

Björn: 0,2. Natürlich, dann macht das Ganze nochmal einen deutlich größeren Unterschied, weil die Geschwindigkeiten ja deutlich höher sind.

Niclas: Ja, ich meine wattmäßig, also nur so, damit du mal eine Vorstellung hast, müsste Evenepol mit dem CDA-Wert halt 483 Watt drücken, statt 410. Hohe Geschwindigkeit heißt immer wichtiger guter CDA-Wert. Also ich gehe da stark davon aus, dass... Vindegard da schon ziemlich einen rausschrauben wird. Und Pogacar natürlich auch. Und da ist wirklich die Frage, wie gut haben die Jungs das verkraftet die Tage davor?

Björn: Würdest du sagen, Etappe 12, 13 und dann halt auch 14? wird die Tour entscheiden, weil 13 fahren wir Hotakam hoch, ist ein HC-Berg-Finish. Nee, 12. 13 ist dann das Bergzeitfahren und 14 ist dann nochmal ein HC-Finish Luchon-Super-Barnier. Also das wird halt wahrscheinlich, wenn die drei Tage die Tour entscheiden.

Niclas: Da wird die Tour entschieden und zementiert, je nachdem. Ganz sicher, ja. Also bis dahin, also ich meine, wenn die jetzt so weiterfahren, wie sie weiterfahren oder wie sie fahren, dann werden die sich alle schon ziemlich einen rausschrauben. Und da ist die Frage, wie fit die Leute da sind.

Björn: Das ist schon ziemlich verrückt, die drei Tage hintereinander. Und dann kommt ja eigentlich erst die letzte Woche mit dann nochmal Mont Ventoux, mit nochmal Col de la Loz und dann nochmal mit La Blanger. Da kommen halt noch drei krasse Bergankünfte hinten raus. Obwohl es quasi schon diese drei krassen Etappen gab. Also insgesamt sechs, die wirklich entscheidend sein können, wenn es überhaupt so weit kommt. Wenn nicht das ganze Feuer schon durch ist.

Niclas: Jetzt mache ich nochmal so einen Spaß. Hier CDA-Position, Straßenrad, gute CDA-Position auf dem Straßenrad. was das ausmachen würde, zeitlich gesehen.

Björn: Würdest du jetzt, bevor du es eintippst, was sagt dein Bauchgefühl? Denkst du, es macht überhaupt Sinn?

Niclas: Ich würde sagen, nein, es macht keinen Sinn. 22,45, du verlierst eine Minute.

Björn: Krass. Das ist schon... Da sieht man dann halt aber auch mal nochmal, selbst beim 8 oder 7,6 Prozent Anstieg.

Niclas: Das ist jetzt mit 25 Aeropunkten gerechnet. Also das mit 0,25 CDA, was schon eine Killer-Position auf dem Straßenrad wäre. Also die wäre schon richtig gut. Selbst mit einem 27er bist du ja schon ganz gut.

Björn: Das zeigt aber, finde ich, nochmal, dass dieses Gewichtsding, was viele immer haben... ab einem gewissen Punkt halt auch immer kippt. Also Aerodynamik ist halt meistens dann doch noch mehr Killer wie dieses krasse, ich habe so ein super leichtes irgendwie 5-Kilo-Fahrrad oder sowas. Wenn du dir bei Ötzi oder so anguckst, würden da wahrscheinlich noch schnellere Zeiten gefahren werden, wenn die halt so ein Mix fahren aus leicht und doch aber noch Aerodynamik und da ein bisschen mehr auf Aerodynamik gucken würden im Vergleich zu, okay, ich fahre dann 5-Kilo-Fahrrad.

Niclas: Ja, aber wenn du willst, können wir das ja auch nochmal durchspielen, weil, okay, bei 20 Minuten, also man verliert mit einem schlechten CDA-Wert nicht ganz eine Minute, ja, aber definitiv 50 Sekunden. Jetzt machen wir das ganze System nochmal 2 Kilo schwerer, mit dem gleichen CDA-Wert. Ne, 2 Kilo, so, zack. So, 21,54, gucken wir mal, wie viel Zeit dafür flöten geht. Ja, zwei Kilo, 25 Sekunden. Das ist krass. Also wenn dein Zeitverrat schwer ist, also da fängt jetzt so die, also gut, also ich glaube da... Ja, da muss man gucken. Also der beste Zeitfahrer auf dem Straßenrad hat, glaube ich, eine sehr tiefe 20, 21. Wenn der leicht wäre, da könnte man sich das überlegen. Also ein Kilo schwereres Zeitfahrrad oder anderthalb Kilo schweres Zeitfahrrad ist halt ein Problem.

Björn: Das ist schon verrückt.

Niclas: Das macht halt bei dem Ding halt schon echt dann doch relativ viel aus. Ja, kann man da rumspielen, wie man will. Aber leicht... Wird wahrscheinlich auf dem Zeitfahrrad durchgefahren werden. Ich gehe davon aus, dass wenn du ein richtig leichtes Zeitfahrrad hast, wirst du das machen, ja.

Björn: Okay.

Niclas: So, jetzt haben wir viel über ein solches Thema gesprochen. Ich hoffe, das war nicht zu langweilig.

Björn: Was sagst du bisher ansonsten jetzt so zu den ersten fünf Tagen? Wie hat dir das bisher das Spektakel gefallen? Ich liebe das und das Niveau ist halt so crazy, oder? Es ist komplett Banane wie dieses Rennen. Also eigentlich, wenn man so, ich sag jetzt mal als Laie oder Hobby, auf diese erste Woche drauf geguckt hat, dachte man so, ja okay, wird jetzt nicht so spannend. Wenn man dann aber mal sich die, ich sag mal, immer so die letzten 20, 30 Kilometer angeschaut hat, dann sieht man halt schon, okay, da wird es halt hinten raus immer echt schwer.

Niclas: Ja, also was ich ja spannend finde ist folgendes, wie viel eine gute Mannschaft ausmacht. Wenn man sich jetzt die DM zum Beispiel anschaut, Straßendm, die auch wirklich, das war ja ein... Das war ja wirklich ein Einzelwettbewerb. Da war ja teamtechnisch wenig auszurichten. Also ich meine, das, was wir früher erlebt haben mit Bora zum Beispiel, dass da halt acht Mann von Bora am Start standen, die das Rennen durchkontrolliert haben und jeder durfte mal attackieren, dann wurde hinten dicht gemacht. Das fand halt gar nicht mehr statt. Also da war wirklich jeder gegen jeden. Offener Schlagabtausch, ne? Offener Schlagabtausch, offenes Visier und bla bla bla. Da... Und jetzt zu sehen, ja, wie so ein Georg Zimmermann oder ein Emu Buchmann und wie die jetzt so fahren, da denkt man so, kann doch gar nicht sein, wieso sind die denn nicht so richtig gut, wie zum Beispiel jetzt bei der DM, da haben die doch auch richtig was gezeichnet, der Kurs war auch schwer und so weiter. Hey, die haben halt auch nicht die Mannschaften, ja. Also das ist einfach krass. Der Franzose fährt ja mega gut, der Junge, das ist schon krass, wie gut der fährt, auch wie gut der sich durchsetzen kann.

Björn: Kevin Fouclon meinst du?

Niclas: Ja, genau. Höchstwahrscheinlich kennt der die Strecke auch in- und auswendig, hat sich damit intensiv auseinandergesetzt, aber das ist halt auch nochmal so ein Ding. Geile Mannschaft am Start. Macht halt super viel aus bei so einem Rennen. Deshalb wirken da manchmal so Leistungen von jetzt so die letzten Tage so komplett krass. Wie kann das sein, dass sie so viel besser sind? Naja, die haben halt so einen richtigen Zug, der sie nach vorne schiebt. Also ich meine, die ganzen Fahrer um diese Top-Fahrer herum, das sind halt alles so Weltklasse-Mega-Fahrer. Guck dir mal Almeida.

Björn: Der hat so einen geilen Job gemacht.

Niclas: Ja, Almeda, wie heißt der noch? Navaris, den sie da von Ineos aufgekauft haben. Ist halt auch so eine absolute Killermaschine, der Österreich da, Österreich Rundfahrt gewonnen hat. Also auch so ein super vielseitiger Fahrer. Pollitt, ja ich meine, ein gutes Zeitraum gefahren, by the way. Sozusagen der Testballon. Und ist halt auch so ein richtiges Viech. Und Tim Wellens ist, glaube ich, auch bei UAE, richtig? Ja, ja. Also das sind halt alles so Maschinen und dann hast du bei Bisma halt auch nur so Affini, Kampenaz, Wout van Aert, Tisperno, alles so Typen, die halt alles schon Strade Bianchi gewonnen haben, Touretappen und, und, und. Ja, das ist einfach so.

Björn: Und ich fand's halt so krass bezeichnend. Du hast, finde ich, auf der Windkantenetappe, hast du halt gesehen, was die Pose und das Team halt ausmacht und Da habe ich mir dann auch gedacht, Remco und Bora haben halt echt Zeit, 30 Sekunden einfach hergeschenkt, weil sie nicht gut platziert und nicht gut positioniert waren.

Niclas: Das musst du erst mal machen. Versuch dich mal in so einem Peloton, wo du zwei Mannschaften hast, die halt so sechs Killer am Start haben. Oder wie auch immer, dann hast du halt, bei Bora hast du vielleicht nicht so ganz so die Firepower und bei Quick-Stake noch viel weniger. Aber dann, anderes Teil, Alpecin, da hast du halt so Typen, die das genau können. Hast ja so eine ganze Klassikermannschaft am Start. die halt mega sprinten können, die sich halt super gut im Feld durchsetzen können. Da hast du so einen Chef wie Van der Poel, wo halt auch jeder mal Platz macht, wo jeder sagt, okay, pass mal auf, den lassen wir mal los. Ja, ich meine, beim Lipowitz wirst du es nicht machen. Es ist den Leuten halt scheißegal. Ja, also noch scheißegal. Ja, also Mannschaft ist da schon immer A und O. Ja.

Björn: Was du bisher gesehen hast, würdest du sagen, Pogacar gewinnt das Ding am Schluss?

Niclas: Boah, da mag ich mich nicht festlegen. Boah, gar nicht. Also ich würde sagen, das Pendel schwingt. Ich würde nach gestern, würde ich sagen, das war schon echt eine solide Vorstellung. Das kann er schon abschießen. Nach vorgestern würde ich sagen, oh. da hat er schon ganz schön echt catchen müssen, damit er erstens die Etappe gewinnt und war, glaube ich, selber erstaunt. Ich meine, der hat angetreten, Winnegard fährt mit, lässt eine kleine Lücke und dann fährt Winnegard das wieder dicht, ja? Also das war schon richtig so, puh.

Björn: Ja, aber ich fand, ich glaube, man hat das nicht so gesehen, aber ich glaube, Pogacar ist oben raus auch ein bisschen die Luft ausgegangen. Das kann auch sein, ja. Ich fand es sah im Fernsehen so aus, als wäre Winnegard einfach seinen Stiefel weitergefahren und Pogacar hätte oben raus quasi ein bisschen rausgenommen und konnte seine eigene Pace einfach nicht 100% durchziehen.

Niclas: Also bei Winnegard war, ich fand es ja erstaunlich, das musste er erstmal hinkriegen, der fährt da schon einen Anschlag hoch und guckt sich dann um. Also so richtig so, ich nehme jetzt mal raus, gucke mich mal um und dann macht er das Moped-mäßig wieder dicht, das Loch. Also, boah, also ganz schwer. Ich kann da gar nichts sagen. Also das ist, ich glaube, müssen wir noch mal eine Folge drüber machen. Das wird halt nochmal richtig spannend werden.

Björn: Ja, auf jeden Fall. Gut, sollen wir mal noch kurz über das vergangene Andorra Epic reden? Du hast ja wieder aus Coach-Sicht gut abgeliefert, würde ich sagen.

Niclas: Ja, es war toll, es hat Spaß gebracht. Vera Lohse hatte mit ihrer Partnerin ein bisschen, die war halt nicht ganz so stark am Werk, aber das war okay, hat sie halt so ein bisschen durchgeschoben. Immerhin Zweite geworden.

Björn: Vor allem auch erste Etappe gewonnen. Also erste Etappe waren 43 Kilometer, 1600 Höhenmeter. Wir sind erstmal relativ lang Straße und breite Schotterwege berghoch gefahren. Oben raus dann Bikepark und nochmal Schotter hoch. Dann kam eine halbwegs technische Abfahrt. Da hat es ja leider den Reifen von Georg Egger zerlegt. Dann eine sehr amüsante Laufpassage, wo du wirklich klettern musstest und dein Rad wurde dir von Leuten abgeholt, weil du so eine kleine zwei Meter Steinwand hochklettern musstest. Ach, die sind wohl das Rad nicht hoch. Ja, sowas bauen auch nur Südländer in Rennen ein. In Deutschland hättest du das nicht durchgekriegt, weil du hättest auch abrutschen können und fällst halt runter. Keine Ahnung. Und dann am Schluss noch mal richtig schön eine geile Bikeparkabfahrt runter. Die hat echt Bock gemacht. Aber da haben sich echt an dem Tag schon so viele Leute die Reifen kaputt gefahren. Bier eingeschlossen. Aber da hat Vera Luisa auf jeden Fall, die haben das Ding relativ souverän am ersten Tag gewonnen.

Niclas: Ich glaube, sie konnte da auf dem Anstieg auch noch richtig gut schieben. Ja. Das war halt der Riesenvorteil. Bei den Männern war es ja so, der Frey, dem hat es ja das Laufrad zerlegt auf der ersten Etappe. Sonst wäre es halt nochmal deutlich spannender geworden, schätze ich mal.

Björn: Dann hätten sie es wahrscheinlich sogar gewonnen. Ich glaube, im Ziel waren es jetzt drei Sekunden oder vier Sekunden nur im GC, was Stutzmann und Gesche gerettet haben. Nein, mehr. Nein, nein, deutlich mehr.

Niclas: Sicher? Ja, schau bitte nach. Deutlich mehr.

Björn: Okay, sorry. Ich schau nach.

Niclas: Ja, so, Niklas korrigiert jetzt mal seine Falschaussage.

Björn: Ja, okay. Ja, es waren zwei Minuten zwölf im GC.

Niclas: Aber es wäre sicher spannend geworden, wenn Frey und Stibi nicht diesen Materialschaden gehabt hätten. Dann wäre das sicher nochmal eine ganz enge Kiste geworden. Was mich total freut, ist, dass Martin Frey erstmal letztendlich die ganze Krankheitsmisere so hinter sich hat und ein sehr stabiles Rennen gefahren ist. Und vor allem, ich glaube, es war dritte Etappe, wo es dann nochmal so richtig lange hochging. Auch der hochging. Da hat er sich, glaube ich, letztes Jahr ist er richtig explodiert, hat er sieben Minuten kassiert. Und diesmal habe ich ihm gesagt, pass auf, du fährst Watt X den Berg hoch und wirst auch nicht drüber gehen, sondern fährst einfach nur das. Und er hat genau das gemacht und das war halt genau das Richtige. Wir sind ja super geworden, super gefahren. Und Marc, der Gesche ist halt bergauf schon richtig stark. Der lebt ja, glaube ich, jetzt seit... Sechs oder acht Wochen in der Sierra Nevada, also da kommst du halt mit Höhe gut zurecht. Soweit ich weiß, ist der sogar fest hingezogen jetzt, ne? Das kann sein, ja. Also weiß ich nicht, aber er ist zumindest schon sehr lange jetzt oben. Und der ist halt bergauf schon echt gut. Bergab natürlich nicht ganz so gut. Da hat er aber natürlich den Vorteil, dass er jemanden wie Marc hat, der ihn da halt so durchpatrouilliert. Und der Marc wurde halt auch jeden Tag, also erstens musst du da mitfahren und zweitens wurde der Marc dann von Tag zu Tag besser und ist dann auch am Berg besser. Konnte der halt auch richtig, richtig schnell fahren.

Björn: Also was man halt echt zu den Abfahrten sagen muss, die Trails in Andorra machen ultra Spaß, sind teilweise aber schon echt technisch und knackig. Ich glaube, da hat vor allem ein Singer, also Stevie Frey, Ey, die haben bergab Zeiten rausgehauen, da fällt dir die Kinnlade runter. Die sind am ersten Tag mit Cross-Country-Fullys im Bikepark auf diesem Commercial-Trail eine Top-10-Straberzeit gefahren. Ich glaube, nur 20 Sekunden hinter, also auf eine, ich glaube, das Segment hat 6,45 hat Stibi gebraucht und die Com liegt bei 6,20 mit einem Downhill-Rad. Also das muss man sich mal vorstellen, wie blöd schnell die Jungs auf Cross-Country-Fullys da runtergeflogen sind, ne? Ja. Das war jetzt natürlich hauptsächlich so Murmelbahn darunter, aber trotzdem, da sind Bremswellen drin, du hast mit einem Downhill-Bike ganz andere Möglichkeiten, ganz anderen Grip. Also das war schon ultra beeindruckend.

Niclas: Das ist halt Hammer, wie gut die beiden fahren. Das ist das perfekte Team für sowas. Wenn man sich die Videos auch anschaut, wie die da runterfahren, also... Die anderen, die setzen halt super schnell um die Räder. Und zack geht es weiter. Und du denkst, krass, das machst du jetzt einfach mal so. Das ist schon abgefahren.

Björn: Ja, wir hatten ein paar Tage, wo Speed Company, die haben ja hier und da mal einen Durchsacker gehabt. Und dann waren wir im Rennen vor denen. Und dann sind die aber einfach auf den letzten Abfahrten, weil es ins Ziel eigentlich immer noch mal bergab ging, sind die an uns teilweise vorbeigeflogen, auch an der Bikepark-Etappe da. Wo dann ein Baum plötzlich in den Sprüngen einfach neben mir vorbeigesprungen kommt, wo ich mir denke, okay Bruder, gar kein Thema, fährt so gefühlt die doppelte Geschwindigkeit, also wir sind hinter Lasse und Michi da runtergefahren, Aaron hatte da schon einen Hinterradplatten und ist auf dem Insert gefahren. Und plötzlich fliegt einfach so ein Lukas Baumann uns vorbei und wir haben so gedacht, okay, was geht denn bei dir ab?

Niclas: Und dann Georg noch so mit leicht angekrachter Brustwirbelsäule. So nach dem Motto, fahr bitte das Rennen locker.

Björn: Ja, auf Etappe 3 kommen die auch, da mussten wir gerade so eine Gegenwelle hochdrücken und Georg und Lukas fahren uns vorbei, Georg guckt mich an und sagt so, brauchst du was zu essen? Und ich so, nee, nee, ich bin grau, wir fahren ja nur hoch bergab, passt schon, hatte mir vorher noch ein Gel reingedrückt und dann lassen die plötzlich wieder laufen und links und rechts fliegen nur die Steine, wo ich mir gedacht habe, Georg, das ist nicht locker, aber okay.

Niclas: Ja, aber Georg hat eigentlich eine ganz gute Shape. Ey, brutal.

Björn: Also für nach einem Brustwirbelbruch.

Niclas: Junge.

Björn: Überdruck.

Niclas: Ja, bin mal gespannt. Jetzt ist ja Kirchzahn. Ja. World Cup. Gucken wir mal. Vielleicht werde ich vorbeischauen können, nachdem ich bei dem Ex-Rennfahrer Piermin Eisenbad Geburtstag feiere. Sehr schön. Motto-Party. Ich bin gespannt.

Björn: Aber auf jeden Fall aus deiner Sicht, deine Athleten, also Stutzmann, Frey und Egger waren alle topfit im Rennen. Die haben auf jeden Fall abgeliefert und Wera ja auch, also es hat ja nicht an ihr gelegen.

Niclas: Guck mal, hat sich doch gelohnt, dass ihr Geld in den Rachen werdet. Ja genau, war doch noch, dann waren wir, also Andorra Epic mega, ja, das hat mich total gefreut, für einen Marc erstens im neuen Team das Ding erstmal abzuschießen. Das hat mir schon richtig gut gefallen. Dann für den Simon Gesche, der der Ja, auch noch nie so ein Ding abgeschossen hat. Der war richtig emotional aufgelöst. Mich hat das vor allem auch für seinen Trainer gefreut, für den Raúl Celdrán, mit dem ich auch viel mache und ich da so ein bisschen helfe. Es hat mich total gefreut, dass es auch so angenommen wurde, dass ich da ein paar Hinweise gegeben habe. Und von daher schon richtig gut. Vera natürlich zweiter Platz, auch nicht richtig, richtig gut. Ich zeige nochmal, was für eine Form sie hat und Qualität. Dann war noch Singen, ne? Singen hier. Ah, Gravel World Series. Ja. Das war Simon Schneller, der ist solide gefahren. Was ist es da geworden? Siebenter? Ich glaube Achter.

Björn: Irgendwas zwischen sieben und neun.

Niclas: Also es war eher so eine spontane Entscheidung. Mit diesen engen Lenkern, das musste sie erstmal und das hat sie alles sehr, sehr seltsam angefühlt. Fährt er erstmal stabil mit und das war ja wohl echt ein schweres und schnelles Rennen. Von daher war ich da happy. Und bei den Frauen ein großes Lob erstmal an Jill Brügger, die als Ärztin da erste Hilfe geleistet hat, nachdem sich da jemand sehr schwer verletzt hat. Und sie da erstmal ihr eigenes Rennen und ihre eigene WM-Quali sozusagen hat sausen lassen, um da erste Hilfe zu leisten. Fand ich sehr cool. Und Dr. Martin Volz, den ich schon seit Ewigkeiten kenne von Zenturium VD noch, der hatte mich kurz vor dem Ding, so acht Wochen vorher, angeschrieben, Björn, ich will ja jetzt deutscher Ärzte-Meister werden, kannst du mir helfen? Das ist auch eine schöne Frage. Also wenn ich in seinem Alter bin und so eine Maschine bin, habe ich alles richtig gemacht. Ist dann auch nochmal Deutscher Meister der Ärzte geworden. Hat mich auch nochmal richtig gefreut. Also oder zumindest in seiner Alterskategorie. Er wurde dann Zweiter insgesamt bei allen Ärzten. Was aber nur dazu stattekam, dass das Rennen unterbrochen wurde, sonst hätte er das auch gewonnen. Nee, also war auch spannend anzugucken oder die Leistung zu sehen, ja.

Björn: Absolut. Du hast es schon angesprochen, jetzt am Wochenende ist erstmal World Cup in Kirchzarten, 115 Kilometer, 3.600, 3.500 Höhenmeter, richtig? Sehr schneller Kurs. Was ist dein Tipp?

Niclas: Seh bald.

Björn: Ist auch schwierig, was anderes zu sagen, oder?

Niclas: Das ist wie Pokerjar auswählen bei irgendwelchen Rennen. Nee, also Marc Stutzmann ist nicht da. Die Schweizer sind nicht da, aber die haben Schweizer Meisterschaften.

Björn: Ich wollte gerade sagen, die haben noch Schweizer Meisterschaften.

Niclas: Richtig. Klar, ein Stibi hat auch einen Top Shape. Der hat das Ding auch schon gewonnen. Dem traue ich auch viel zu. Egger ist mit Sicherheit auch gut drauf. Muss mal gucken, wie gut er da hochklettern kann. Fährt Egger? Egger fährt.

Björn: Ohne Scheiß, Egger klettert gerade brutal gut.

Niclas: Wie lustig war denn dieses Video von diesem Hund und dann wird der Egger reingeschnitten.

Björn: Das war schon geil, ja. Ja, weil ich muss sagen, Georg hat einen echt guten Eindruck gemacht. Ich muss auch, also ich finde das bei diesen Events immer sehr interessant zu sehen, wie so diese verschiedenen Typen so mit der Konkurrenz umgehen. Also viele... reden nicht viel und ich muss sagen, großes Lob an Speed Company und vor allem Georg, der ist halt sehr offen, also der redet auch mit vielen Leuten drumherum so und das ist einfach, ich sag jetzt mal als Nicht-Fahrer, der da ganz vorne mitfährt, aber schon auch immer ganz angenehm. Klar, super Typ.

Niclas: Also ich mag alle, die ich trainiere. Ich mag alle Menschen. Ja,

Björn: Schön. Dann drücke ich mal an alle 50 Minuten. Ich drücke mal an alle Kafka-trainierten Athleten und auch an alle meine Athleten die Daumen. Ich hoffe, ich bin mal gespannt. Ich habe auch ein paar Athleten beim Ultrabiker am Start. Ich hoffe, das funktioniert bei denen allen sehr gut. Aber ich denke, es ist ja eigentlich ein ganz dankbares Rennen.

Niclas: Es ist toll. Es ist auch orgamäßig und so weiter. Ich meine, es ist ein uraltes, etabliertes, tolles Rennen. Jetzt auch mit World Cup-Status. Ich finde das super. Also es freut mich total. Ja, vor allem, dass wir in Deutschland auch ein Rennen haben mit World Cup-Status. Ja, das ist super. Und es ist auch, es ist schon immer so ewig. Ich meine, ich weiß selbst in der Zeit, als ich in... Freiburg studiert habe, das ist ja auch schon lange, lange her. Da gab es das Rennen schon, ja, und das war schon cool.

Björn: Ja. Ich hoffe nur, dass vielleicht in Deutschland immer noch, was Strecken angeht, ein bisschen mehr passiert. Also man muss schon immer sagen, wenn man in Spanien, Andorra, Frankreich oder auch Italien Rennen fährt, die Strecken machen schon viel mehr Spaß als die deutschen Strecken. Schauen wir doch jetzt mal, wie der Brocken wird, DDM. Die soll ja gut werden. GPX-Fall habe ich dir ja geschickt.

Niclas: Ja.

Björn: Gut. Gut. Dann viel Spaß beim Tour de France schauen. Ja. Und mal schauen, ob du mit deiner Prognose für das Bergzeitfahren richtig liegst.

Niclas: Das muss man nochmal revidieren, wenn die sich da jetzt die nächsten Tage das Messer an die Kehle liefern, werden die langsamer hochfahren. Das war jetzt so optimal fallberechnet. Ich glaube, sie fahren langsamer.

Björn: Okay. Gut. Björn, schöne Woche dir.

Niclas: Wir hören uns. Ciao.

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