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Episode #45

Wie wird man EuropaMeister?

03. July 202541 min

In der heutigen Folge sprechen Björn und Niclas darüber, wie man Europameister wird, berichten von ihren Eindrücken auf der Eurobike und verraten, wen sie beim Andorra Epic als Favoriten sehen. Aufgrund technischer Probleme mit der Internetverbindung mussten wir leider einen kleinen, etwas abrupten Schnitt vornehmen – wir bitten um euer Verständnis!

Transkript

Björn: Willkommen zum FASTER U Podcast, wo sich alles um Ausdauersport und Training dreht. Hier geben euch Sebastian Schluricke, Björn Kafka und Niklas Ranker wertvolle Tipps und Einblicke, die euch helfen, eure Performance auf das nächste Level zu bringen. So, herzlich willkommen zu einer neuen Folge FASTER U Podcast. Hallo Björn! Moin! Ist jetzt schon ein bisschen her, dass wir aufgenommen haben. Ich hatte ja leider etwas, oder was heißt leider? Ich hatte zum Glück für mich Umzugsstress und dann teilweise lange kein Internet richtiges, also nur so mit Handy-Hotspot und deswegen war Podcast-Aufnehmen ein bisschen schwer. Du hast ja einmal mit Raoul noch aufgenommen. Mhm. Und ja, jetzt wieder in den... Ich versuche, meine Verfügbarkeiten wieder so hinzukriegen, dass wir wieder einen normalen Rhythmus finden können.

Niclas: Richtig so. Dabei bin ich auch derjenige, der nie Zeit hat.

Björn: Also ich sage jetzt mal, in letzter Zeit warst du nicht das Problem, sondern ich.

Niclas: Ja, ja, alles gut. So, worüber reden wir denn?

Björn: Wir wollten ein bisschen über deine Erfolge als Trainer reden. Du hast ja gerade wieder gute Arbeit gemacht.

Niclas: Geht so, würde ich sagen. Warum nur geht so? Letztes Wochenende war ja gerade Deutsche Straßen-DM. Aber das war halt so ein knaller Bergkurs. Da hatte ich ja nicht das Fahrerprofil am Start. Von daher, ja, alles gut.

Björn: Aber dann lass doch mal bei den schönen Dingen anfangen.

Niclas: Ich muss unbedingt nochmal eine Geschichte loswerden. Du warst ja auf der Eurobike, ich war auf der Eurobike. Ja. Wir haben uns aber nicht gesehen. Leider. Ja, genau. Und ich habe dir die Geschichte schon erzählt, aber ich muss sie unbedingt nochmal erzählen, weil die einfach so herrlich ist. Also ich fahre zur Eurobike. Ich fahre zur Eurobike mit der Deutschen Bahn. Erster Fehler. Also ich dachte so, jetzt irgendwie vier Stunden Auto fahren ist auch scheiße. Und vor allem, ich musste auch noch arbeiten. Und dann dachte ich, Bahn ist die super Alternative. Ich setze mich da rein und arbeite. Das war so halb gut, weil der Zug fiel dann irgendwie dann zwischendrin aus und dann musste ich umsteigen und so weiter. Habe es dann aber noch on time gemacht. Aber mit viel Stress. Dann kommt man in Frankfurt an. Ich vergesse immer, wie scheiße Frankfurt Hauptbahnhof ist. Also ich meine, das ist schon eher so kriminelle Ecke, würde ich sagen. Also es ist schon, es läuft so nicht so... Krass, was ist hier los? Ja, ist schon heftig. Das war tagsüber. Ja, genau. Und dann komme ich da an und dann bin ich irgendwie auch nicht in den richtigen Eingang erstmal, sondern irgendwo sonst wo hinten. Und dann, Leute, dann ist es ja riesig. Also ich meine, diese Messe ist ja, also dieses Messegelände ist ja gigantisch groß. Und das war einfach leer erstmal. Und dann sind da so zwei Typen vor mir. Einer mit so schlecht rasiertem Bein, aber hast schon gesehen, die sind relativ fit und beide so Ordensschuhe an und da dachte ich so, okay. Und dann mit so einem Gefolge an Leuten, okay, was ist denn das für ein Typ, war noch nicht so groß. Und dann hatten die, pass auf, hatten die beide hier so eine Colaflasche, einen Liter Cola in der Hand und haben irgendwie so ein schmandiges Brötchen gegessen, irgendwie so vom Bäcker gezogen, so mit... Keine Ahnung, fies belegt und so weiter.

Björn: Wahrscheinlich so richtig geil Dekremolade und Salami.

Niclas: Vollgas, Vollgas. Und ich laufe da lang. Dann ziehen die sich so die Cola rein und denken, okay. Und dann stelle ich mir fest, Gustav, du kriegst ja ein Blumenfeld, die es auf Eurobike gehen, weil ja am Wochenende auch noch der Ironman war, den Blumenfeld gewonnen hat. Also Stichwort Karol Lodi.

Björn: Ja, vor allem auch in der bösen Zeit. 7,25. Hoppa he. Ich sage einfach nur Cola.

Niclas: Die haben halt hardcore geloaded mit fiesen Brötchen und Cola. Ja, fand ich ganz eindrucksvoll.

Björn: Das ist schon nicht schlecht.

Niclas: Und dann liefen die so vor mir und haben dann sich ihre Cola reingedrückt. Kurz bevor sie zum... Auch schön war dann dieses Gefolge hinter ihnen. Die hatten keine Eintrittskarte. Das war auch so herrlich. Und die...

Björn: Christian, wir brauchen eine Eintrittskarte.

Niclas: Und dann haben sie sich noch irgendwie eine besorgt. Und er so, ja, mach mal, ich gehe jetzt einfach mal weiter. Die haben sie einfach stehen lassen, hat sie also null interessiert, sind einfach weitergegangen. Fand ich auch sehr cool, sehr entspannt. Und ja, dann war ich auf der Eurobike. Und ich kenne ja noch die Eurobike von ganz früher, also fast ganz früher, ist ja noch nicht lange her, Friedrichshafen. Da war das halt immer, das war halt krass, Friedrichshafen war halt Terror. Also du bist da erstmal, Parkplatzsituation, Hölle. Anreisesituation, Hölle. Das ist in Frankfurt schon deutlich besser. Aber du hast so das Gefühl gehabt, in... In Friedrichshafen war halt so, da hat so der Radsport so gelebt, das war so richtig krass, weil es einfach so voll war und du hast irgendwie alle zwei Minuten jemanden getroffen, es war einfach voll, voll, voll. Und in Frankfurt hast du irgendwie drei, vier Hallen, die alle riesig sind, aber komplett unübersichtlich, weil diese Stockwerke und dann weißt du nicht, wie kommst du von 11.1 jetzt auf 11 sowieso und dann musst du irgendwie Treppe links, rechts und alles maximal verwirrend und... Und dann ist es, es verläuft sich so. Es war so ein bisschen, man hat so das Gefühl, so ein bisschen der Abgesang, der Abgesang der Radsportbranche, weil sich das so verlief. Und es liefen auch wenig... so Zuschauer durch die Gegend oder Publikumstage, wie man das so schön nennt. Ich hatte das Gefühl, es ist nur so, ja, das ist so, man trifft sich halt so. Ich habe ganz viele Freunde wieder getroffen und Bekannte. Die alte Bike-Redaktion sozusagen hat sich da noch mal wiedergefunden, die alle nicht mehr bei der Bike sind. Und ja, genau, das war meine Eurobike. So mit so einem wachenden und so einem weinenden Auge, weil man irgendwie so das Gefühl hat, so früher war das irgendwie cooler.

Björn: Ja. Ja, das musst du mir jetzt mal berichten, weil für mich war es das erste Mal Eurobike. Ich war noch nie auf einer großen Radsportmesse. Das Einzige, was ich an einer Radsportmesse kannte, war Rock d'Azur, das Bike Festival drumherum. Und Rock d'Azur zum Beispiel ist ja wirklich jeder große Radhersteller ist da. Jeder große Radhersteller steht da mit einem dicken Truck, stellt so seine Räder aus. Und Eurobike, jetzt von den großen Radherstellern, war China und Orbea.

Niclas: Ist keiner mehr da. Das war's. Meine allererste Eurobike, das ist schon ewig her, da sind wir runtergezuckelt mit Auto nach Friedrichshafen in einem Rutsch von Husum, Nordsee, und haben im Auto gepennt. Und zwar nicht irgendwie so mit Matratzen, sondern wirklich im Fahrersitz, im Beifahrersitz. Und dann haben wir da morgens so eine Butterbrezen gegessen und sind dann auf die Eurobank und die war halt brutal. Und da war halt jeder, war Specialized Canyon, bla bla bla. Alles voll. Es war einfach nur voll. Du hast dich durch diese Gänge geschoben. Es war einfach unglaublich eng und riesig. Und alle waren da. Und vor allem waren auch alle möglichen Leute da. Radprofis und und und. Das war schon krass. Und du hast halt alle Nase lang jemanden getroffen, den du dann irgendwie kanntest. Vorher, nachher in der Zeit, als ich bei der Bike dann gearbeitet habe, kanntest du halt irgendwie jeden. Und das hat sich halt deutlich ausgedünnt. Also die Radbranche, klar, dann kam ja irgendwann die große Medienkrise, 2007, 2008, ich habe es gar nicht mehr so im Blick, sind die ganzen Anzeigenkunden weggebrochen. Und im Zuge von Social Media und Co. haben halt Hersteller irgendwann festgestellt, warte mal, wir machen unseren Content selber, wer braucht denn Magazine? Also ich meine so Tests, klar, kann man immer nochmal gebrauchen, aber machen Online-Medien heutzutage auch, wenn sie denn einigermaßen frei sind, auch echt gut. Von daher ist das Magazin, also ich sehe Magazine, ich bin ja... Eigentlich Schreiber, ja. Ich sehe Magazine eigentlich nur noch in einem Punkt und zwar sind es Lesegeschichten. Ich glaube, dass geile Lesegeschichten, coole Reportagen immer noch ihren Platz haben, meinetwegen auch auf Papier, vielleicht sogar so in Fusion mit lustiger Videoreportage und geschrieben. Aber ich meine, wer braucht denn Radtests in einem Magazin? Das ist doch vollkommen egal. Also da gibt es geile Seiten, da schaue ich mir die Räder an, da kann ich sie mir auch nochmal ganz genau anschauen. Und wenn du jetzt in so einem Magazin, da hast du irgendwie eine Seite von einem Rad, da sind halt irgendwie 3000 Zeichen drauf, da kannst du halt nichts sagen. Also von daher kann man das alles... getrost wegmachen und ich würde nur noch so geile Reisegeschichten machen oder geile Interviews geschrieben. Das ist halt viel spannender als irgendwie das X-Rad. Und die Räder unterscheiden sich auch nicht mehr groß. Das ist ja auch, ja.

Björn: Das ist halt auch wirklich krass, ne?

Niclas: Also das ist so krass. Das ist egal.

Björn: Das ist super marginal. Die Geometrien sind mittlerweile fast alle gleich. Das Carbon, also kann mir keiner erzählen, dass es da noch krasse Unterschiede gibt. Ähm...

Niclas: Klar, es gibt immer mal wieder hier und da. Du siehst hier im Hintergrund mein neues Rad. Ja, ich habe es schon bewundert. Das ist ein schönes Cervelo S5. Das ist toll. Das ist auch schneller als andere tolle Räder in diesem Segment. Ja, also ich plädiere dafür, dass es geile Magazine gibt, wo Geschichten drinstehen und nicht irgendwie Kacktests.

Björn: Die ja wahrscheinlich auch ein bisschen gekauft sind, hier und da.

Niclas: Ne, also ich kann eins sagen, das war... Zumindest als ich bei der Bike war, war das echt mit Anzeigenkunden hin und her, weil es gab ja auch mal schlechte Tests, da hat es richtig geknatscht und von der Bike kann ich zumindest sagen, dass da alles echt mit sehr rechten Dingen zuging, also wenn Räder schlecht waren, dann waren sie halt schlecht, fertig aus. Aber es gab echt wenig schlechte Räder. Aber dann gab es so Kleinigkeiten. Also du musst natürlich auch irgendwie Unterschiede rausfinden. Und dann ist irgendwie, keine Ahnung, beim Specialized XY sind halt, weil Specialized immer teuer, haben die dann vielleicht in den günstigeren Modellen vielleicht nicht die geilsten Komponenten reingebastelt. War immer noch teuer. Und dann wurde das halt reingeschrieben, dass halt, keine Ahnung, Cube ist halt ein bisschen besser gewesen, weil geilere Komponenten. Und da gab es dann immer irgendwie auch mal Stress. Da wurde angerufen, kann doch gar nicht sein, wieso hat unser Rad nur 78 Punkte und das Cube 79? So nach dem Motto, du hast jetzt alles frei erfunden. Aber das war so ein bisschen Haarspalterei. Du musstest halt irgendwie Unterschiede rauskristallisieren und das war teilweise schwierig. Jetzt muss ich dazu sagen, Ich erzähle das jetzt auch aus einer Perspektive, die vielleicht nicht ganz richtig ist, weil ich habe ja nie Radtests groß gemacht. Das wäre ja die Hölle für mich gewesen, irgendwie Fahrräder auseinandernehmen und dann irgendwie die testen und Fahrtests und so weiter. Da wäre ich nicht der richtige Mensch für gewesen. Ich habe ja viel lieber Reportagen geschrieben, war ja auch viel geiler, kannst ja durch die Welt reisen. So ein Monat Neuseeland war schon mal ganz nett. Und... Genau, von daher, bei der Bike war das echt cool. Also das fand ich schon, bis zu dem Zeitpunkt, wo ich gegangen bin, war das eigentlich echt immer eine ganz coole Sache und ich bin gegangen, glaube ich, 2011 oder 2012 bin ich weg gewesen. Okay.

Björn: Okay, aber das heißt früher auf der, das Grundthema war ja gerade so die Hersteller auf der Eurobike, das heißt früher die ganzen großen Radhersteller waren da. Alle da. Und ich fand es jetzt auch krass so, SRAM, DT Swiss, obwohl DT Swiss gerade neue Laufräder vorgestellt hat, sie waren nicht da.

Niclas: Camper war, glaube ich, auch nicht da. Hat auch eine neue Gruppe vorgestellt.

Björn: Camper war nicht da, Ram war nicht da, DT Swiss war nicht da.

Niclas: Kleiner Hinweis, waren doch alle da, nur ohne Stand.

Björn: Das war teilweise auch wiederum gut gemacht von manchen Herstellern. Ich glaube, die ganzen neuen DT Swiss-Laufräder waren auf den Megamo-Bikes zum Beispiel verbaut. Somit konnte man, wenn man es gewusst hat und wollte, konnte man sich das Material schon anschauen.

Niclas: Ja, und es sind natürlich auch viele Leute von diesen Firmen da gewesen. Also ich meine, DT war Jan Oellerich zum Beispiel da, den ich ja nun, auch ein sehr, sehr guter Freund von mir. Der kommt ja auch aus der gleichen Stadt wie ich, was so lustig ist. Das war auch der erste Sportler, den ich trainiert habe. Der ist bei DT und Julian Biefang von Canyon war da, beziehungsweise ein paar Leute mehr von Canyon. Also es waren eigentlich alle da. Die ganze Industrie ist schon da, die rennt halt über die Eurobike. Aber keiner hat mehr einen Stand, weil keine Ahnung, was ein Stand kostet. Und will sich auch niemand antun, da stundenlang zu stehen. Auf der anderen Seite macht das wieder so ein bisschen Platz für kleinere Stände, die halt total spannend sind. Du entdeckst dann immer mal wieder Sachen, die ich vorher nicht so auf dem Schirm hatte. Ich habe mir vor allem so Software-Sachen mal angeschaut, die ich ganz spannend fand. Und da gab es ein paar interessante Ideen und auch mal wieder Laufräder in der Hand zu haben oder irgendwelche Narben. Ja, genau. Das war schon ganz nett. Was war denn dein Highlight, bevor wir jetzt zu irgendwelchen Erfolgen kommen und ich mich hier irgendwie lobpreisen darf? Ich mache die Lobpreisung ja über dich.

Björn: Das ist schon okay. Oh, ich muss echt sagen, schwierig. Ich muss ja zur Transparenz dazu sagen, ich war als Vertreter für Bike Discounter und wir waren natürlich hauptsächlich bei den Vertriebspartnern von Bike Discount. Und wenn wir da hingekommen sind, dann wussten die natürlich auch immer, ja, okay, das sind jetzt die Jungs von Bike Discount. Und dann hatten wir eigentlich immer direkt irgendwie einen Produktmanager oder einen Sales Manager beiseite stehen, der uns natürlich ganz viele tolle Sachen über die neuen Produkte erzählt haben. Ähm, Was ich echt sagen musste, ich war bisher ehrlicherweise nicht so ein großer Fan der Marke Abus und der Helme. Aber als mir jetzt quasi die Entstehungsgeschichte hinter dem neuen Airbreaker 2.0 und quasi das Know-how und die ganzen Ideen, die die hatten, was da alles so reingeflossen ist, wenn das einem mal so erzählt wird und gezeigt wird. und auch mit Daten belegt wird, dann muss ich sagen, fand ich schon cool. Das hat mir schon gut gefallen. Ja, ansonsten muss ich sagen, ich fand irgendwie dieses neue, aber das hat sich halt jeder angeguckt und fand es geil, dieses neue Factor Bike. Das ja bald wieder verboten wird. Ne, angeblich ist es doch in den Richtlinien mit drin, also es passt gerade, die Gabel ist an der Grenze, also sie würde gehen.

Niclas: Es wird ja schon gefahren und ich trainiere, also ich bin ja mit Israel ein bisschen, arbeite da ja. Bei IPT oder hat er auch Fahrer. Und das Rad ist halt echt schnell. Das ist schon geil. Vor allem hohe Geschwindigkeiten sind halt interessant. Und da sieht man auch, ich weiß gar nicht, wer das gewesen ist. Ich weiß es nicht mehr.

Björn: Doch, beim Giro hatten sie doch... Nee, beim Dauphiné hat der Sprinter einen Sieg da drauf geholt. Oder Australier.

Niclas: Ja, keine Ahnung. Spricht Englisch. Genau. Der Nadav ist auch mitgefahren und er sagt auch, das Rad ist halt unglaublich schnell. Also vor allem bei hohen Geschwindigkeiten. Das siehst du auch im Video, dass der einfach irgendwie so nach vorne fährt. Und so nach dem Motto, Namen noch nie gehört und gewinnt einfach. Und... Ja, schon, aber das Hope hat das ja auch gemacht.

Björn: Genau, das ist ja, finde ich so, es sieht so ein bisschen vom Hope inspiriert aus, auf jeden Fall.

Niclas: Ich muss sagen, die Verbindung, die Engländer mit ihrem Bahnführer und denen haben ja halt schon ein paar Jahre das Ding und dann hat es halt Factor, hat halt auch viel englische Wurzeln.

Björn: Ich muss sagen, es ist kein ästhetisch schönes Fahrrad, wo ich sage, wow, das sieht einfach schön aus. Es begeistert mich aber einfach aufgrund von, okay, die machen halt mal ein bisschen was neu. Lenkhofflager sieht neu aus. Okay, sie trauen sich das mit der Gabel und sowas finde ich halt immer geil, wenn es Marken gibt. die quasi einen neuen Schritt gehen, was komplett Neues machen, was halt nochmal so ein bisschen polarisiert. Ob sie es nachher durchsetzt oder nicht, ist erstmal egal. Sie versuchen halt, was Neues zu machen und irgendwie eine neue Richtung so ein bisschen einzuschlagen, wo ja zum Beispiel der große Gegenpol specialized, die sagen, ja okay, die Zeit der reinen Aerobikes ist rum. Wir machen nur noch ein Rad, was beides irgendwie können soll. Und dann finde ich es halt geil, wenn so ein reiner Aerobomber halt auch wieder kommt. Genauso, ich fand auch dieses Ribble so geil. Das war vor ein paar Jahren kam das raus und die hatten auch so ein krasses Cockpit und die haben das Ding auch ohne Lenkerband verkauft, weil sie sagen, Lenkerband ist langsam. Bei uns gibt es kein Lenkerband. So Sachen finde ich halt irgendwie geil, weil es halt nochmal... so von Fortschritt, rein Fortschritt und dieses, okay, ich mach was Neues getrieben ist. Jetzt mal völlig hingestellt, ob das ein ästhetisch schönes Fahrrad ist, wo man sagt, oh ja, das würde ich mir auch an die Wand hängen. Aber wenn es schnell ist, hat es eine Berechtigung. Wenn es Rennen gewinnt, funktioniert es ja.

Niclas: Ja, ja, ja.

Björn: Ja, und ansonsten muss ich echt sagen, fand ich, war es ein bisschen enttäuschend, weil irgendwie alles, in Anführungszeichen, oder vieles, was man da so gesehen hat, kannte man irgendwoher auch schon. Also wenn man in der Szene drin ist und so ein bisschen Insights hat, hat mich jetzt nichts vom Hocker gehauen. Die ganzen Sachen von Shimano, die da neu waren, kannte ich schon, habe ich schon gesehen. Ja, ansonsten war es ein cooles Erlebnis. So, jetzt kommen wir zu deinen Lobpreisungen.

Niclas: Wer das Lob kriegen muss, ist vor allen Dingen Andi Seewald.

Björn: Genau, also das muss man erstmal sagen. Geil abgerissen.

Niclas: Der Typ ist einfach krass. Der fährt einfach mal in den Europameistertitel rein und zwar souverän, auch wenn da zwei Italiener waren, von denen ich noch nie vorher was gehört habe, die da irgendwie rumgerissen haben. Wie immer Rennen in Italien und irgendjemand ist da ganz schnell. Übrigens jetzt auch bei der italienischen Straße, weißt du, hast du das gesehen? Richtig geil. Da hat ja irgendein Amateurfahrer gewonnen. Vom SWAT-Team. Und die haben halt die ganzen UAE-Jungs und so weiter stehen lassen. Fand ich schon ganz lässig.

Björn: Nicht schlecht. Aber kannst du, also was ja die meisten Leute jetzt wahrscheinlich interessiert, ihr habt, oder Andi ist Europameister geworden. Habt ihr irgendwas anders dieses Jahr gemacht? Irgendwie irgendwas Neues gemacht, irgendwie speziell nochmal drauf vorbereitet, weil letztes Jahr, also man muss halt sagen, Andi hatte halt dieses Bombenjahr, wo er Europameister und Weltmeister wurde, wo er auch beim Cap Epic um Sieg mitgefahren ist, was einfach so nach außen hin einfach so überragend rüberkam. Er hat ja, wenn er an der Startlinie stand, hat er gewonnen. Und Und das Jahr danach war, würde ich sagen, auch noch sehr gut, aber natürlich, wenn man aus so einem Jahr kommt, wo man alles gewonnen hat, dann ist es natürlich danach schwer, außer du gewinnst weiterhin alles, das aufrecht zu erhalten. Es würde ich sagen, aber im Sport, selbst unter allen Profisportlern passiert das ja vielleicht nur in einem Nino Schurter, sonst ist das ja bei keinem passiert. Also so Ups und Downs gibt es immer. Aber dann gefühlt würde ich sagen, so von außen betrachtet zumindest zwar letztes Jahr, aber er hatte ja auch eine längere Krankheit nochmal.

Niclas: Klar, wir hatten echt Probleme, ja.

Björn: Wir hatten einen Epstein-Barr. Genau, so. Das hat uns halt immer so richtig rausgekegelt. Aber habt ihr danach nochmal... Was neu gemacht, was gesehen, okay, wir müssen daran arbeiten, weil das ist ja immer das, was die Leute interessiert.

Niclas: Also klar, also Epstein-Barr hatten wir vorletztes Jahr und das war halt eine Saison zum Abhaken, das war echt ein Scheißjahr. Dann haben wir das Jahr drauf, ist ja immerhin Vierter geworden bei der WM auf einem echt nicht so geilen Kurs und hat dann trotzdem wieder echt viel gewonnen. Ja, darf man nicht vergessen, es ist einfach ein krasser Fahrer. Auch Hero gewonnen und hier Grand Raid und hast du nicht gesehen. Und dann haben wir im Winter Heat gewonnen. gemacht, viel. Höhe. Darf ich fragen, schläft er im Höhenzelt? Ja, ja, schon. Ist uns aber der Generator zwischendurch ruhig mal abgerauscht.

Björn: Generator-Probleme kenne ich, ja.

Niclas: Ja, genau. Und ich glaube, der große Vorteil ist, Es passierte halt nichts zwischendrin. Das ist so nicht krank gewesen. Es lief alles echt einigermaßen solide. Neues Team, alles ziemlich gut durchstrukturiert. Solche Sachen, ja. Vielleicht ein besseres Bike sogar. Bessere Abstimmung des Rades und, und, und. Haben wir auch nochmal Zeit investiert. Und das sind so die Sachen, ja. Und dann halt ganz klassisch, wir hatten einfach ein super Timing und es passt halt. Also bei Andi ist es halt, da kannst du halt die Uhr danach stellen, okay, wir machen dann ein Höhentrainingslager, dann machen wir das und dann kommen die Events und dann wissen wir, wir haben jetzt ein 3-4-Wochen-Window, wo halt alles geht. Und so bereiten wir uns halt jedes Mal vor. Und dann fährt er einfach den Europameistertitel, gewinnt da drauf den Hero.

Björn: Und fährt am nächsten Tag einfach Raid Evolunat, wo ich mir auch gedacht habe, ihr seid so irre. Am Tag nach dem Hero, jeder liegt wahrscheinlich im Bett, ist komplett fritte, hat gar keinen Bock, irgendwas zu machen. Was macht Andi? Fährt Raid Evolunat und rasiert durch. Und da war ja auch, der Franzose war ja auch stark. Franz Claes, auch einfach ein starker Bergfahrer, war ja auch da. Simon Schneller war ja auch da, oder? War es Simon?

Niclas: Hans Uli.

Björn: Ja, Hans-Uli, genau. Also da waren ja auch wieder Top-Fahrer am Start und er gewinnt einfach wieder. Wo ich mir auch dachte so, alter Schwede, ey.

Niclas: Also Hans-Uli sagte nur... es ist unglaublich gewesen. Ich meine, Hans-Juli, auch echt in Shape, sagt, es ist unglaublich gewesen. Das ist ein Phänomen, sagt er. Da kommt jemand an, der hat einfach irgendwie den Hero in dem Knochen, fährt da rüber und fährt am nächsten Tag und gewinnt ab. Aber Andi sagte schon, dass das Rennen Evola dann härter war als der Hero. Ja, wow. Ja. Ja, wirklich. Hast du eine leichte Belastung vor dir. Surprise. Und ich hatte ihm noch gesagt, also ich habe das gesehen, er hat es eingetragen im Kalender. Ich so, why? Andi, bist du sicher? Er so, ja, ich nehme es nur mit. Ist um die Ecke. Geil. Und dann habe ich gesagt, aber echt safe bitte. Also jetzt irgendwie keinen Scheiß bauen, nicht auf die Schnauze legen, in der Abfahrt nichts riskieren. Und dann hat er gesagt, okay, alles klar. Dann sagt er, es war mega hart, aber sagt er, den Sieg wollte er dem Claes jetzt nicht schenken. Also er wollte ihm schon, er sagte schon, er wollte es ihm schon eine harte Nuss geben, aber die war dann wohl zu hart zu knacken. Und dann basiert er einfach durch. Und jetzt, dann hat er ja eine Woche frei gemacht sozusagen. ist dann so klettern gewesen. Da hast du dir die Bilder mal angeschaut, da hängt er irgendwo so an so einer Kletterwanderung. Das ist auch schon so mit seiner Freundin irgendwo im Hochgebirge, kraxeln die da durch die Gegend. Und dann hat er sich nochmal WM-Strecke angeschaut und dann ist er ja jetzt noch ein Gravel-Rennen gefahren jetzt.

Björn: Ja, hat das auch mal souverän geworden. Und da waren ja auch richtig viele Tudor-Profis am Start.

Niclas: Das weiß ich gar nicht. Da waren schon Top-Leute dabei. Er hatte mir geschrieben, da war niemand am Start. Das war nicht stark besetzt. Das war seine Aussage. Er sagte, er ist einfach locker gefahren. Mit 5,5 Minuten Vorsprung ins Ziel gefahren.

Björn: So geil. Okay.

Niclas: Schön. Aber der Kurs kam mir auch voll entgegen. Also der ging halt nur auf. Und ja, ich glaube, der mag halt auch Gravel. Das bringt ihm halt Spaß. Da müssen wir noch mal ein bisschen durchoptimieren.

Björn: Also können wir eigentlich unterm Strich sagen, wenn du jetzt auch, das muss ich mir ja meistens aus Athletensicht von dir auch immer anhören, konstant bleiben. Also eigentlich alles drumherum so optimieren, ich sag jetzt mal so den Alltag, den Lifestyle, so optimieren, dass man sein Training im Optimalfall möglichst konstant, ohne Stress, sauber durchkriegt, dass man auf die Ernährung achten kann, dass der Schlaf stimmt. Ist nirgendwo übertreiben, keine crazy Sachen machen, sondern einfach ruhig, konstant, sauber durchtrainieren, um einfach nicht krank zu werden. Und dann wird man Europameister.

Niclas: Ja, das ist wirklich nicht krank werden, gut essen, Gewicht im Blick haben, zum richtigen Zeitpunkt Intervalle reinschieben, vielleicht ein bisschen Heat-Training hier und da und dann wird das auch. Und ich finde es, wenn ich mir jetzt die Straßen-DM anschaue, so die Top 50, die da reinfahren, die sind halt so von der Leistungsfähigkeit, sind die echt nicht weit auseinander.

Björn: Haben überhaupt 50 gefinisht? Ich glaube, 40 haben gefinisht, glaube ich. Ich wollte gerade sagen, ich habe vorhin geschaut, es waren 48. Ich habe die Liste extra noch offen.

Niclas: Also es waren nicht viele, die gefinisht haben. 41. 41, genau. Und die sind halt echt gut. Die sind halt alle gut. Und da sind halt so Kleinigkeiten. Der eine ist zu weit hinten reingefahren in den Berg, kann die Lücke nicht mehr zufahren, war nicht aufmerksam genug und, und, und. Aber dann fehlen einem vielleicht drei, vier Wochen Training, weil er krank war und hast ihn nicht gesehen. Und in diesen Nuancen bewegen wir uns. Und wenn dann halt viele so durchziehen, gut essen, sich vernünftig verpflegen und, und, und, auf alles achten, dann hast du auf einmal super viele Fahrer, die super stark sind und ein kleiner Ausrutscher, ein kleiner Fehler macht es halt in der Spitze dann schon mal aus. Außer da heißt es irgendwie Windegard oder Pogorzsa, die sich halt auch mal die Hand brechen können oder die Lunge zusammenfallen. Die werden trotzdem noch Erster oder Zweiter der Tour. Das sind halt Phänomene. Wobei Seewald da ja auch ein bisschen zuzählt. Er hat irgendwie Epstein-Bar-Virus, kann nicht trainieren.

Björn: Ich wollte gerade sagen, der ist doch Achter in dem Jahr bei der WM in Schottland noch geworden? Ja, ich glaube ja. Da hat Avanzini gewonnen und er wird einfach Achter und hat da eigentlich nur zwei Monate trainiert oder so, war das nicht irgendwie?

Niclas: Ja, das war vollkommen irre. Also wir haben davor noch irgendwie ein Rennen gehabt und der kommt da hin und liefert einfach ab, wird einfach bester Deutscher, wird einfach so...

Björn: Man muss halt auch ehrlich sagen, im Mountainbike-Marathon ist er die Weltspitze seit Jahren. Ist er so mit, sage ich mal, gerade was Alpenrennen angeht, mit Pace eigentlich klar der Beste. Und in Deutschland ist er halt einfach auch die Spitze. Also wir haben, je nach Terrain vielleicht noch, klar, Baum ist unfassbar stark, wenn es so Richtung Cross-Country eher spritzigere, flachere Kurse, so Drückersachen geht, da ist Baum auch unfassbar stark. Wenn Egger in Form ist, einfach Maschinen. Die drücken halt alles weg. Zählen da auf jeden Fall, je nach Kurs, auch zur Weltspitze.

Niclas: Ja, oder hier... Letztes Jahr Simon Schneller hat gewonnen in den USA, ne? Ja. Also auch da, ne? Du hast da auch immer, auch Martin Frey ist auch Vierter der WM mal gewesen in Dänemark. Stibi auch immer gut.

Björn: Auch einen World Cup gewonnen in den USA.

Niclas: Richtig. Also das muss man immer mal im Blick haben, dass wir in Deutschland schon echt viele gute Fahrer haben. Und dann dieses Jahr hatten sie alle so ein bisschen... Ja, ich sag mal so, nach der Epic, die haben sich da alle was eingefangen. Ich meine, der Jakob Hartmann ist ja richtig raus gerade. Leider, ja. Also die haben sich da irgendeinen fiesen Virus oder wie auch immer zugezogen, der die halt über Monate beschäftigt hat. Und den Jakob hat es halt so richtig zerlegt. Die Saison ist erstmal durch. Und trotz ärztlichem Abchecken und hast du nicht gesehen und Belastungs-EKG und Spiro und und und, da sind halt ein paar Sachen dann, ich sag mal, nicht gesehen worden, was schade ist, auch von ärztlicher Seite. Und den hat es halt jetzt erst mal aufgestellt. Aber fit, schon wieder ganz locker Fahrrad. Aber wir haben jetzt gesagt, Schlussstrich, weil ich hätte jetzt, also eigentlich wäre es so das Jahr gewesen jetzt für den Hartmann, weil der ist halt für den Leistungswerten halt auch.

Björn: Ich kann mich noch daran erinnern. Ultrafiech. Ich war, ich bin glaube ich gerade aus dem zweiten Trainingslager aus Girona heimgekommen und dann waren glaube ich Seewald und Jacki gerade dort. Und du hast gemeint so, Alter, brutal. Ja, ja.

Niclas: Naja, die sind dann ja Andalusia oder? Ne, nicht Andalusia.

Björn: Doch, Andalusien sind sie im Team gefahren. Zweite geworden.

Niclas: Genau, davor sind sie ja noch was anderes gefahren.

Björn: Welches Rennen ist denn immer noch davor? Mad Epic.

Niclas: Mad Epic, genau. Und da sind die halt auch schon so rumrasiert, ja. Und da waren die ja noch gar nicht so richtig in Top-Shape. Und in Andalusien war der Hartmann schon krank. Und Seewald übrigens auch. Da waren sie schon so ein bisschen, noch nicht so 100 Prozent. Und werden halt Zweite. Werden halt Zweite. Da habe ich gesagt, hier, easy machen. Und dann fahren sie zur Epic und dann hat es ja den Martin Frey komplett aufgestellt. Dann haben sie es nach und nach alle angesteckt, außer Andi. Der hat es irgendwie nicht gekriegt. Der hat halt so ein krasses Immunsystem. Keine Ahnung, was der da hat. Und da waren sie auch durch. Und Simon Schneller übrigens auch. Denen hing echt über Monate irgendwas. Sehr gut. Genau, also

Björn: Ja, also das Niveau ist einfach so hoch, man muss einfach alles auf dem Schirm haben, wenn man zumindest, wenn man vorne mitfahren möchte.

Niclas: Ja, ja, absolut. Und da gibt es ja noch ein paar andere Sachen dazu. Also Heat Training, kurze Empfehlung. Wir haben ja mal einen schönen Podcast mit Michael Liebersen dazu gemacht. Gerne anhören. Und der Podcast von Raul Seldran mit mir, der ist auch richtig cool, was Ernährung angeht. Unbedingt anhören. Superspannend, auch was so... Anpassungen an hohe Energiemengen, wie das so dauert, wie lange das dauert, Stichwort train the gut, auf alle Fälle anhören. Ja, genau.

Björn: Sollen wir gerade einmal so einen kurzen Abriss geben, weil es ist ja jetzt auch gerade, Deutschland ist so ein bisschen in einer Hitzewelle, hier in Andorra ist es auch heiß. Was sind so deine Hauptpunkte, wenn du sagst, okay, Sportler fängt entweder mit Hitze an oder struggelt mit Hitze, was sind so deine Hauptpunkte, die du empfiehlst? Ja, ja.

Niclas: Also wenn es schon heiß ist, dann ist es ja schon durch. Zu spät. Schade. Pech gehabt. Also Hitze. Erstmal dauert das ein bisschen. Du kannst ungefähr sagen, 10, 14 Tage brauchst du, um dich an die Hitze anzupassen. Die Zeit muss man sich geben. Das Training während der Hitzephase... Beziehungsweise während der heißen Tage würde ich grundsätzlich erstmal ein bisschen reduzieren, damit du dich nicht so komplett an die Wand fährst. Also eher mal auf die Herzfrequenz schauen. Und es ist auch normal, dass es einen Heart Rate Drift gibt bei Hitze. Wie wir alle wissen, es muss sich kühlen. Blut wird an die Haut gepumpt oder Richtung Haut. Und wir versuchen da irgendwie uns durchzukühlen. Wenn man dann auch noch was isst, dann... Weißt du nicht, wo das Blut hin soll? Ja, soll es in den Muskeln, soll es sich kühlen, soll es in den Magen. Und auf einmal hast du irgendwie 20 Schläge mehr und denkst, du bist nicht in Shape. Auch immer schön, wenn dann so irgendwie die Garmin-Uhren dann anzeigen, dass deine VO2 Max gerade mächtig sinkt, obwohl es heiß wird. Übrigens, sie sinkt ja auch. Darf man nicht vergessen. Aber unter normalen Bedingungen wird es dann wieder normal. Also das auf alle Fälle. Erstmal muss man sich Zeit geben. Wenn man davor Zeit hat, sich an die Hitze anzupassen, dann gerne so Indoor, klassische Heat-Protokolle. Also richtig bei warmen Temperaturen war eine Stunde Indoor sitzen, schön dick eingepackt. Vielleicht nicht so wie Bradley Wiggins, als er in dem Jahr, bevor er die Tour gewonnen hat, ist er bei der Boelta richtig gut gewesen. Und war in der Sauna, hat dann in der Sauna trainiert, was ich schon echt gaga finde. Das ist heftig. Das ist schon heftig. Aber klar, und da ist man auch relativ schnell durch mit so einer Hitzeanpassung. Kannst du auch in zwei Wochen lang, setz dich halt hin und dann machst du das. Dazu haben wir ja einen Podcast gemacht mit Michael Lieberson, beziehungsweise Michael hat auch einen super Podcast dazu gemacht. Richtige Folgen. Innovation, Endurance Innovation Podcast. Genau. Anhören. Gibt ja sehr schöne. Und dann natürlich so klassische Sachen. Genug Flüssigkeit. Bitte mitnehmen. Genug Elektrolyte mitnehmen. Und nicht unbedingt, wenn man noch nicht angepasst ist, in der allergrößten Hitze fahren, sondern vielleicht mal morgens losfahren, damit das Training noch einigermaßen funktioniert. Auf der anderen Seite, wenn du weißt, du fährst dann nachher ein Rennen in riesiger Hitze, dann auch mal wirklich sich dem aussetzen. Also immer wieder gucken, wenn ich mich angepasst habe, das ist wie jedes Training, du fängst erstmal an, isoliert zu arbeiten und dann setzt du das Stück für Stück zusammen. Und wenn du sagst, okay, ich fahre ein Rennen in der Hitze, dann heißt es nachher, ich muss auch in der Hitze performen können und dann fährst du natürlich nachher in der Hitze Intervalle. Also Leute, die aktuell die Salzkammer gut Trophy fahren, Dieses crazy Rennen, was ja auch ein paar Stunden dauert, die lässt du halt acht Stunden fahren. Und dann fahren sie halt die letzten zwei Stunden Sweetspot. Zum Beispiel. Das wäre so ein klassisches Protokoll. Aber da muss man erstmal hinkommen. Und der Weg heißt nicht, ich fahre acht Stunden und fahre zwei Stunden Sweetspot von Anfang an, sondern das baut sich halt über vier, fünf Wochen auf, bis man das dann kann.

Björn: Also ich glaube, das Wichtigste erstmal für Sportler, du musst verstehen, nur weil es jetzt, also wenn es heiß draußen ist und du fahren gehst, egal was dein Puls und was deine Werte da anzeigen, du bist nicht schlechter. Also ich hatte in den letzten Wochen so ein paar WhatsApp-Nachrichten von Athleten bekommen, die dann sagen, oh Gott, Was ist los? Es geht gar nichts mehr. Und dann gucke ich halt nur auf die Aufzeichnung von zum Beispiel ihrem Garmin oder ihrem Wahoo und schaue mir die Temperatur an. Ja gut, du bist die ganze Zeit bei 32 bis 34 Grad gefahren. So, was erwartest du von deinem Körper? Also völlig normal, dass da gerade nichts geht. Dann mach halt easy. Schreib mir, passen wir einen Plan an. Ist ja gar kein Stress. So erstmal, Hitze ist erstmal super herausfordernd für den Körper und man kann nicht von seinem Körper erwarten, dass der von 0 auf 100 einfach da performt. Egal wie gut man ist, jeder, der nicht an die Hitze angepasst ist, in der Hitze fährt, wird da in irgendeiner Form Abstriche machen müssen. Und dann glaube ich einfach erstmal die Verpflegung drumherum, also wirklich genug trinken, sich schauen, okay, genug salzen, also du brauchst genug Elektrolyte insgesamt. Und dann halt schauen, dass man das so ein bisschen mit Köpfchen macht. Klar, wenn wir jetzt eine Woche haben, wo wir sagen, okay, wir müssen die Intervalle unbedingt durchkriegen, ja, dann guck halt, dass du die Intervalle irgendwann fährst, wenn es vielleicht kühler ist. Und wenn wir dann zum Beispiel sagen, okay, wir wollen aber eine Hitzeanpassung machen, wir machen eh gerade hauptsächlich Grundlagentraining, dann fahr halt in der Hitze und dann steuer das Ganze halt ein bisschen nach Puls. Zehn Schläge mehr, 15 Schläge mehr ist meistens noch okay, wenn du dich nicht komplett scheiße dabei fühlst. Und dann fahr und trink und trink und trink. Und dann wirst du dich anpassen und dann wirst du auch sehen nach einer Woche, nach zwei Wochen, je nachdem, kann man das vielleicht noch mit Rolleneinheiten und Hitze verbinden. Dann wirst du die Anpassung sehen, dann wirst du mehr sehen.

Niclas: Oh, Niklas, du bist weg.

Björn: Und ich war wieder weg, aber jetzt geht's wieder. Jetzt bist du wieder da. Okay, das WLAN im Hotel macht gerade ein bisschen Huddel, glaube ich. Okay, genau. Also das ist, glaube ich, erstmal die Sportler müssen verstehen, dass Hitze, glaube ich, einfach ein Riesenfaktor für den Körper ist. Und das ist... Nicht bedeutet, die Form ist weg, man ist schlecht drauf oder so, sondern das ist halt die Hitze, der Körper geht damit um und dann wird halt die Leistung ein bisschen reduziert und sobald es wieder kühler ist, werdet ihr auch wieder eure alte Leistung haben oder sogar besser sein, weil ihr darauf angepasst seid und dann auch in den Intervallen euer Körper mit der entstehenden Hitze besser umgehen kann und dann werden die Intervalle sogar angenehmer oder eure Leistung wird sogar besser.

Niclas: Und du hast natürlich mehr Plasma-Volumen zugelegt, das ist wie Heat-Train. Ja, absolut. Jörn, haben wir noch was? Wir sind so unvorbereitet da reingestürzt.

Björn: Ja, wir sind jetzt leider unvorbereitet hier reingestürzt, weil ich fahre jetzt die Tage Andorra Epic.

Niclas: Richtig.

Björn: Wen hast du alles am Start?

Niclas: Frei fährt, glaube ich, mit Stibi. Ja. Und Georg fährt mit Baum. Baum. Fährt Georg?

Björn: Ich habe die Tage mit Lukas geschrieben, weil ich was über die Strecke wusste. Und Lukas meinte sich schon an.

Niclas: Dann fahren sie. Wir glauben auch, dass sie jetzt fahren. Georg hatte ja einen schweren Sturz. Er hatte sich übelst verletzt an der Wirbelsäule. Deshalb war erst mal lange Zeit Rollentraining. Und er fährt schon. Und wir wollten, mussten jetzt erst mal antesten, letzte Woche so ein bisschen im Gelände, ob das sich gut anfühlt. Und jetzt fahren wir mal Andorra und schauen, wie es ist. Mit wem fährt Baut eigentlich?

Björn: Wenn ich das richtig gesehen habe, auf der Startliste ist Team 1, Buff Megamo 1 ist raus. Also da Hans nicht fährt, fährt Wout glaube ich auch nicht. Es fährt glaube ich nur Jose Diaz mit dem Spanier zusammen. Sein Name ist mir entfallen. Also es ist glaube ich nur ein Buff Megamo Team da. Ansonsten Herrnsteiner fährt mit seinem Tschechin. Die sind glaube ich, die könnten stark sein. Ja, auch, aber bergab.

Niclas: Gucken wir mal. Also die haben ja ziemlich rumrasiert jetzt bei der Alpentour. Ja. Nee, mein Perni war halt schon mal, der hat halt, als er das eine krasse Jahr da hingelegt hat, im Marathon ist er ja gleich auf die Straße gegangen. Ja. Und war lange Zeit bei Merida bei Rhein, ne? Also war echt ein richtig guter Worldtour-Profi, ist glaube ich auch. Was ist er geworden? Elfter, Zwölfter in der Buelta, das musst du auch erst mal hinkriegen.

Björn: Absolut. Also schon ultra stark.

Niclas: Schon richtig gut. Und wenn es berghoch geht, ist es halt eine Macht. Die beiden sind da richtig stark. Kamen gerade aus dem Höhentrainingslager Kütay. Sind schon richtig gut vorbereitet. Die kommen schon gut hoch. Die Frage ist, wie gut kommen sie bergab?

Björn: Also Etappe eins ist, glaube ich, nicht so das Problem. Wir fahren den ersten Anstieg hoch, dann kommt ein Singletrail. Der jetzt, der hat ein, zwei engere, kniffligere Stellen über Steine und Wurzeln drüber. Solange du nicht links in den Abhang runter guckst und da rein fährst, sollte das, glaube ich, machbar sein. Dann ist die Abfahrt danach eigentlich gut machbar. Ganz lustig, es kommt nach, dann fährt man runter in den zweiten Anstieg rein, da kommt eine Lauf- und Tragepassage und da musst du richtig ein Stück klettern. Wir haben uns gestern das angeschaut. Man kommt da auch hochgeklettert, das geht. Wenn du frisch bist. Also wenn ich da jetzt mit Puls ankomme und denke, okay, ich bin den Teil davor dann gejoggt, dann denke ich mir so, oh, da jetzt einhändig an der Wand langkraxeln mit Bike in der anderen Hand, könnte lustig werden. Ich bin mal gespannt, ob da Leute stehen, die uns die Räder abholen. Aber wenn wir da mit einer Gruppe ankommen, wie viele Leute sollen da stehen? Also bin ich mal gespannt. Ansonsten sind die Anstiege jetzt nicht super anspruchsvoll, hauptsächlich breite Wege. Und die letzte Abfahrt ist halt so eine Murmelbahn-Bikepark runter. Das macht schon Bock, aber halt viele Bremswellen und so mit einem XC-Bike ist schon cool, aber jetzt nicht so wild. Wir gehen jetzt heute mal noch Queenstage abfahren. Da soll eine Abfahrt drin sein, die knackig ist. Bin ich mal gespannt. Und dann schauen wir mal.

Niclas: Und wie steil sind die Anstiege?

Björn: Den, sagen wir mal so, das krasseste, was wir jetzt gestern im Rennen hatten, waren vielleicht mal so 14 Prozent oder so. Also wir sind alles mit dem 36er gefahren und war gut machbar. Also ich habe mir jetzt nirgendwo die Beine verbiegen müssen. Das war schon gut machbar. Ich glaube eher... dass man so ein bisschen schauen muss, dass du halt in der Höhe nicht überziehst. Je nachdem, obwohl die Temperaturen nicht so hoch gemeldet sind. Oben auf dem Berg ist es schon in der kleinen Sonne und gut warm. Aber die Etappen sind jetzt auch nicht so super lang. Also Ich glaube, du musst einfach gut zurechtkommen, schnell zu fahren. Also weil erster Tag, ich glaube, Lukas hatte letztes Jahr eine Finisherzeit von um die zwei Stunden rum. Die Teams waren super knapp beieinander. Also ich glaube, das wird schon ein richtiges Gehacke auch einfach. Du musst zweimal richtig schnell berghoch fahren können. Das wird, glaube ich, eher das Eklige. Und ansonsten, wenn du defektfrei durchkommst, geht das, glaube ich, gut. Ja, ich bin mal gespannt. Ich habe heute mit Aaron drüber gewitzelt, weil wir auch über Tandem geredet hatten, haben wir drüber gewitzelt, ob wir mal das Epic mit Tandem fahren sollen. Das wäre bestimmt lustig.

Niclas: Ja, habe ich dir von meiner Tandem Tour erzählt mit meiner Frau? Ja, ich glaube schon. Womit die Hinterradnarbe weggeraucht ist.

Björn: Nee, das hat es... Hattest du das erzählt? Dass dir die Hinterradnarbe weggeraucht ist, hast du, glaube ich, nicht erzählt.

Niclas: Also wir, super lange Tandem-Tour. Ich war oben im Norden und dann sind wir irgendwie so 100 Kilometer mit bösem Gegenwind. Und zum Schluss hatten wir Rückenwind und dann lief es auch wieder richtig gut. Und dann knallen wir so... Es hat schon immer irgendwie geknarrt. Und ich habe das ganze Rad schon so auseinandergefummelt. Ich denke, das kann doch gar nicht sein. Was ist denn da los? alles gefettet und hast du nicht gesehen. Zumindest, ich komme nicht drauf, was es ist. Kurz vor Ziel, kurz vor dem Haus bei meiner Mutter, rasen wir über so ein Kopfsteinpflasterstück und ich will weiter treten und irgendwie so, hä, Kette runter, was ist jetzt los? Leerlauf sozusagen. Und ich so, hä, okay, guck nach unten, Kette liegt drauf. Und dann trete ich nach vorne, nach hinten und ich so, oh fuck, irgendwas mit dem Freilauf. Naja. Und Dann gucke ich mir das an und denke, die Sperrklinken greifen gerade nicht in den Freilauf oder der Freilauf greift nicht. Und dann stehst du da erstmal und denkst so, fuck, das ist jetzt so richtige Worst Situation. Da dachte ich, okay, vielleicht sind die irgendwie verklemmt. Passiert ja manchmal vielleicht nicht genug Fett drin, wobei, dachte ich eigentlich schon. Und dann habe ich so ein bisschen versucht zu klopfen. Ich hatte das Problem schon mal früher mit anderen Laufrädern, ne? Dann passierte nichts und ich so, okay, super. Dann habe ich das Rad, habe ich das auseinandergenommen. Das Geile ist, du kannst es mit der Hand machen, schraubst auseinander, ziehst den Freilaufkörper ab. Also wie bei DT einfach, relativ. Genau, wie bei DT. Guckst mir an und denkst so, oh fuck, die Feder von den Sperrklinken gebrochen. Sprich, die Sperrklinken gehen nicht mehr auseinander. Ich so, oh fuck. Ich so, okay, wir müssen jetzt laufen. Irgendwie so fünf Kilometer. Und meine Frau dann, nee, das machst du jetzt. Und ich so, ja, okay, und wie? Kann jetzt nicht irgendwie zaubern. Du, Björn, dir fällt schon was ein. So, okay. Top, super. So, was mache ich? Ich gucke so ein bisschen in meiner Radtasche nach und finde ein Stück Papier. Zerreiße das Stück Papier und stecke das in die Sperrklinken rein, dass sie so ein bisschen rausstehen. Und dann sage ich, okay, jetzt probieren wir es mal aus. Dann standen die Sperrklingen, habe ich so reingefummelt und damit sind wir dann nach Hause gefahren.

Björn: Alles Stück Papier quasi einfach, also du hattest dann keinen Freilauf mehr, weil die Sperrklinken waren dann einfach zu, du konntest quasi treten und sie sind nicht mehr aufgegangen. Richtig, ganz genau. Ja, genau. Trittst halt weiter.

Niclas: Wie ein Bahnrad. Mit einem Stück Papier sind wir dann da durch die Gegend gefahren. Geil, dass es ja so richtig MacGyver. Er war voll, oder? Ich dachte so, wow. Nee, Björn, was machst du jetzt? Da fällt schon irgendwas ein. Okay, was mache ich jetzt? Das ist aber schon richtig cool, oder? Das war schon gut. Dann dachte ich, oh scheiße, aus diesem Laufrad brauche ich jetzt irgendwie neue Federn. Und ich so, oh fuck. Habe ich dann bei Amazon gekauft. 5 Euro, 5 Federn. Gab es irgendwie total billig. Habe ich reingesetzt, alles funktioniert wieder. Tipptopp. Mega geil. Und jetzt lasse ich mir aber ein neues Hinterrad bauen. Wollte ich eh schon ewig machen. Kleiner Zusatz noch, Eurobike. Ich habe bei White Industries eine richtig geile Narbe angeschaut. Also ein uraltes Ding eigentlich schon. Bauen die schon seit Jahren, aber die sind halt richtig geil. Und da hole ich mir jetzt so eine schöne 40-Loch-Tandem-Nabe. Und dann baut mir der Laufradbauer meines Vertrauens, Martin Kühn von Potenz, ein schönes Hinterrad für meinen Tandem.

Björn: Perfekt. Geil. Cool. Dann würde ich sagen, ich, genau, viel Erfolg. Dein Sportlern viel Erfolg. Und ich werde mal schauen, ob ich Aaron vielleicht dazu kriege, dass wir so ein bisschen, vielleicht einen kleinen Race Recap Podcast über das Andorra Epic machen. Wenn der da Lust zu hat. Mal gucken, ob ich den vor das Mikro zählen kann, weil es ist bestimmt ganz lustig. Gut. Dann, Björn, wir hören uns im Optimalfall nächste Woche wieder. Und ich schaue mal, dass ich diesen Podcast mit Internetproblemen zusammengebastelt bekomme.

Niclas: Kriegst du hin.

Björn: Bestimmt. So machen wir das. Schöne Woche dir.

Niclas: Ciao, ciao.

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