Wie wird man Vize-Weltmeisterin?
Heute ist Anna zu Gast im A Faster You Podcast! Bei der vergangenen Weltmeisterschaft wurde sie Vize-Weltmeisterin – und das mit einer beeindruckenden Leistung: Sie unterbot den alten Streckenrekord gleich um 10 Minuten. Björn und Niclas sprechen mit ihr über dieses außergewöhnliche Rennen, ihr Training und die Faktoren, die zu ihrem Erfolg geführt haben. Viel Freude beim Anhören!
Transkript
Niclas: Willkommen zum A Faster You Podcast, wo sich alles um Ausdauersport und Training dreht. Hier geben euch Sebastian Schluricke, Björn Kafka und Niklas Ranker wertvolle Tipps und Einblicke, die euch helfen, eure Performance auf das nächste Level zu bringen. So, guten Morgen und willkommen zu einer neuen Folge A Faster You Podcast. Hallo Björn. Guten Morgen. Und guten Morgen Anna.
Björn: Hallo zusammen.
Niclas: Ja, wir würden Anna einmal kurz vorstellen. Wir werden heute über die Weltmeisterschaften im Mountainbike Marathon reden. Anna, willst du dich vielleicht selbst einmal kurz vorstellen?
Björn: Ja, gerne, ja. Ich bin die Anna Weinbär, genau. Bin aus der Schweiz, aus Basel, 30 Jahre alt und durfte vergangenen Samstag, nee, Samstag, Entschuldigung, Samstag war es, an den Weltmeisterschaften im Mountainbike-Marathon im Wallis in der Schweiz teilnehmen.
Niclas: Genau. Naja, Teilnehmen, erfolgreich teilnehmen, würde ich sagen. Ja.
Björn: Ja, genau, ja. Es lief ganz gut, bin zufrieden und ja, ich freue mich jetzt bei euch im Podcast zu sein und ein bisschen was darüber zu erzählen. Für alle Hörer, die es nicht wissen, Anna hat die silberne Medaille gewonnen.
Niclas: Ja, also Anna ist jetzt Vize-Weltmeisterin. Finde ich eigentlich, also ich finde es Genial, klar. Wir haben das ja zusammen quasi, also ich bin dein Trainer und habe das Ganze quasi gecoacht. Aber das Krasse daran finde ich eigentlich, dass du die einzige Mountainbike-Marathon-Fahrerin bist, die ganz vorne mitgefahren ist und gegen Kate Courtney, die gewonnen hat, Und gegen Mona Mitterwaldner, die beide Cross-Country-Fahrerinnen sind, dich behaupten konntest. Kate war auch schon Cross-Country-Weltmeisterin. Mona auch, ne? U23, glaube ich, oder? Aber nicht mit den Frauen. Mona war auf jeden Fall schon dreifache Mountainbike-Marathon-Weltmeisterin und war auch auf dem Papier auf jeden Fall die Top-Favoritin. Und du konntest dich, hast auf jeden Fall einen sehr guten Kampf geliefert. Kate hat dann am Schluss gewonnen und du konntest dich noch gegen Mona durchsetzen und bist Zweite geworden. Und warst somit auch die einzige Mountainbike-Marathon-Fahrerin, in diesem Feld, die da überhaupt mitgefahren ist und die überhaupt auf diesem Niveau von den zwei unterwegs warst. Und jetzt musst du noch mal ganz kurz was sagen. Anna, du bist ja nicht Vollprofi. Du bist ja weit weg davon. Du arbeitest, richtig?
Björn: Ja, genau. Ich habe eigentlich ganz normalen Job und arbeite von Montag bis Freitag. Im Büro, genau. Je nach Woche 80 bis 100 Prozent. Das ist krass. Ja, genau. Im Moment sind es eher 80, weil ich bis im April dieses Jahres noch studiert habe nebenbei, neben der Arbeit. Das Studium ist jetzt fertig und ja, im Moment Sport und Arbeit. Okay. Was hast du studiert? Betriebswirtschaft, BWL. Okay. Kleine Geschichte dazu. Also Anna und ich, wir hatten schon immer mal Kontakt über viele Jahre und irgendwann hat Anna gefragt, ob ich Zeit hätte und ich hatte leider keine Zeit fürs Training, aber... Ich habe ja meinen Mitcoach Padawan Niklas Ranker und da habe ich Niklas gesagt, mach mal, kriegst du hin. Wir haben ein bisschen besprochen, aber Niklas hat einen super Job gemacht. Und ich weiß, beim Weltcup in Kirchzarten, als du als Hobbyfahrerin der ganzen Frauenelite davon gefahren bist, habe ich gleich am nächsten Tag bei Niklas gesagt, Die muss jetzt eine Lizenzlösung bei der WM fahren. Da hat Niklas gesagt, ja, das haben wir auch schon besprochen, das machen wir auch so. Und so kam es, dass du von, ich weiß nicht, wann war der World Cup, Ende Mai oder Juli?
Niclas: Nein, Juli. Juli, schön. Ja, da war ich noch mit dem Geburtstag bei Pirmin Eisenbad. Und dann bist du von der Hobbyfahrerin einfach mal schnell zur Vizeweltmeisterin geworden. So schnell geht das. Das ist halt auch wirklich verrückt. Also, ja, sollen wir, also erstmal, das war auch, glaube ich, wir haben ja Fragen gestellt auf Instagram. Das waren auch quasi ein, zwei Fragen, so, wie sahen quasi so deine letzten Jahre aus, weil es kommt so... Wenn man jetzt mal die Mountainbike-Marathon-Szene in den letzten Monaten bei den Frauen verfolgt hat, dann bist du quasi durch den World Cup, sage ich mal, für die meisten so richtig in Erscheinung getreten. Wer so richtig drin ist, hat aber schon gesehen, okay, bei der Alpentour-Trophy bist du auch schon schnellere Zeiten wie zum Beispiel in der Adelheit Morath gefahren. Das ist aber, ich sage mal, in der breiten Masse nicht so hervorgekommen, weil du da mit deinem Freund zusammen Kimon im Mix gefahren bist. Aber wer schon mal drauf geguckt hat, hat schon gesehen, oh, da fährt jemand aber extrem schnell. Ja, willst du mal erzählen, was du so auch die letzten Jahre sporttechnisch gemacht hast und wie du jetzt dazu gekommen bist dieses Jahr vom Hobby Sport auf Mountainbike Marathon und dann Elite. Genau.
Björn: Ja, also man muss dazu sagen, vielleicht als Kind, da war ich, ich habe eine Schwester, die war immer die Sportliche, die ist immer im Turnverein und überall mit und ich war froh, wenn ich meine Ruhe hatte und sitzen konnte. Also ich habe eigentlich keinen sportlichen Hintergrund. Begonnen hat das alles so 2017, 2018 rum. Da war ich in meiner vorherigen Beziehung und mein damaliger Freund, der ist auch Mountainbike gefahren. Er hat dann spontan mal an einem Sonntag gesagt, komm, fahr doch jetzt mal mit, komm doch mal mit, das tut dir gut, das gefällt dir. Und dann bin ich ehrlich gesagt mehr oder weniger widerwillig damit. Ich mag mich noch gut erinnern, das war im Schwarzwald, im Südschwarzwald, sind wir nach Endenburg gefahren, dass es dabei kann dann. Es hatte Schnee, 20 Zentimeter, ich konnte gar nicht fahren, ich musste alles durch den Schnee stapfen, es war der Horror. Aber irgendwas hat das in mir ausgelöst und seit da bin ich Feuer und Flamme fürs Fahrrad. Ich bin dann die Woche drauf nach Lörrach und habe mir mein erstes Hardtail gekauft für ganz wenig Geld, weil ich wollte ja nicht viel ausgeben. Und ja, dann ist das so ein bisschen gekommen, dass ich da meine ersten Kilometer gefahren bin, aber alles ja total einfach zum Spaß und ausprobiert. Ich konnte ja nicht Rad fahren, also ich musste mir das alles beibringen. und 2020 dann bin ich das erste Mal spontan bei einem kleinen Rennen mitgefahren, das war in der Innerschweiz an der O-Tour da gab es das noch das war eine 45 Kilometer Strecke ich bin da einfach planlos rein und Ja, da habe ich das erste Mal gemerkt, ach so, irgendwie so ganz, ganz schlecht bist du gar nicht. Du kennst da schon was. Ich durfte damals schon mit der Janina Wüst fahren und so weiter. Genau. Und dann kam das so, also seit 2020 bin ich regelmässiger auf dem Rad, aber eigentlich immer unstrukturiert, habe einige Rennen bestritten, auch erfolgreich, aber alles auf Hobbyniveau. Und unregelmäßig, nach Lust und Laune, genau. Und im Dezember letztes Jahr wurde ich dann 30. Und dann kommen einem so Gedanken, was will man noch so erreichen im Leben, wo soll es hingehen und so weiter. Inzwischen eine neue Partnerschaft, ein anderer Job und es war alles so stimmig. Und dann habe ich für mich entschieden, ja, ich muss da jetzt mal schauen, wie weit ich da noch komme. Genau, und daraufhin, ich wusste, mein Studium ist schon auch noch ein limitierender Faktor, neben der Arbeit und allem. Wenn das fertig ist, dann habe ich Zeit und dann möchte ich mir die Zeit auch nehmen. Ja, und dann ist der Kontakt zustande gekommen, noch erneut mit Björn und dann mit Niklas. Und da kam dann auch der Beginn des strukturierten Trainings. Das machte ich vorher nicht so. Ja. Schlussendlich bin ich in Kirchzeiten an der Startlinie gestanden, auch als Hobby, bewusst als Hobby, weil das war so mein Plan. Ich wollte da mal schauen, wo stehe ich. Die Rennen wurden auch immer länger. Früher bin ich immer nur so 40, 50 Kilometer gefahren. Und nach Kirchzaden, da wurde der Druck zu groß, eine Lizenz zu lösen.
Niclas: Und das habe ich dann auch gemacht. Also zusammenfassend kann man sagen, erst seitdem wir zwei zusammenarbeiten, also Anfang, Mitte März, Erst seitdem trainierst du wirklich strukturiert und machst das Ganze so mit einem Plan dahinter und zielgerichtet und sagst, okay, du trainierst jetzt auf Rennen, du willst da performen. Vorher war das wirklich reiner Hobbysport-Ausgleich zu Job und Studium.
Björn: Genau, was man sagen muss, ich hatte zwischendrin eine kurze Phase mit einem anderen Trainer, wo ich das schon mal versucht habe mit dem strukturierten Training. Das ging leider nicht so lange gut, weil dann kam Corona und das hat mich auch erwischt. Da hatte ich gesundheitlich ein bisschen zu kämpfen und das Ganze wurde unterbrochen und ich habe es dann auch nicht mehr aufgenommen. Das war so eine kurze Zwischenphase. Okay. Ich habe immer mal ein bisschen was gehört, was du gemacht hast und wie viel du gemacht hast. Geht dann halt so in den Bereich rein, brutales Talent, echt, also Hammer, richtig, richtig cool. Freut mich total. Aus deiner Familie heraus, du hast gerade erzählt, dass deine Schwester die Sportliche war. Deine Eltern, haben die irgendwas gemacht? Nein, nein. Meine Eltern, die waren beide so. Mein Papa war früher mal sportlich, aber danach nicht mehr. Nee, meine Mama auch nicht. Das sind so die typischen Schweizer, die sitzen im Garten, gehen wandern, aber sonst geht da nicht viel. Genetisch gesehen hat deine Mutter ja den deutlich größeren Anteil, was deine Ausdauer angeht. Deine Mutter hat da einen guten Job gemacht. Sehr cool. Ich rieche sie aus.
Niclas: Ja. Also es kann man auf jeden Fall ganz gut, würde ich sagen, dieses Talent auch an Zahlen sehen. Also du hast innerhalb von dem Training, wo wir angefangen haben... gute 20 Prozent an Leistungsfähigkeit innerhalb der letzten sechs Monate aufgebaut. Also das ging durch strukturiertes Training schon sehr schnell sehr weit nach vorne und selbst jetzt in den, also selbst seit Kirchzarten bis zur WM haben wir wieder einen kleinen Schritt nach vorne gemacht, wo man wirklich an Daten sieht, okay, du bist da nochmal ein Stück stärker geworden. Und das ist halt schon verrückt, dass in der kurzen Zeit man so viel Leistung aufbaut durch einfach strukturiertes Training, aber das spricht dann halt einfach für ein gutes körperliches Talent und gute Gene und dass du halt in den Jahren davor auf jeden Fall auch schon was gemacht hast, also so wahrscheinlich so ganz von 0 auf 100 wäre das wahrscheinlich nicht gegangen, aber ja. Okay, willst du einmal kurz erzählen, wie das Rennen in Kirchzarten lief, weil das war ja so ein bisschen der Durchbruch, also wir haben vorher schon in den Wochen davor hatten wir einen Test gemacht, da wussten wir dann schon, okay, die Werte sind sehr gut. Und die Alpentour-Trophy lief ja auch schon gut und da haben wir schon gesehen, okay, du bist auf jeden Fall dort schon schneller gefahren als eine Adelheid Morath am Berg, die ja amtierende Europameisterin ist, was man ja auch erstmal machen muss. Ähm... Bist da vor Jura Race gefahren und den Waldhaus Bike Giro. Und beim Waldhaus Bike Giro hattest du auch schon, wenn ich mich richtig erinnere, einen Streckenrekord aufgestellt und warst schneller als die amtierende Schweizer Meisterin, die Irina, oder? Genau, ja. Willst du mal so kurz erzählen, wie so der Ultra Bike für dich lief? Weil das war ja auch eigentlich ganz witzig.
Björn: Ja, der Ultrabike, das war ein tolles Rennen. Ich habe mich da auch schon sehr darauf vorbereitet. Ich bin den Teil der Strecke anschauen gegangen und ich habe mir da vor dem Rennen gesagt, ich will da schauen, was geht. Ich will da meine beste Leistung zeigen. Und ich wusste, da startet der ganze oder der halbe Weltcup und es sind viele Starke am Start. Durch dass ich in der Hobbykategorie gestartet bin, war ich getrennt von den anderen Mädels im Rennen. Sprich, die sind vor mir gestartet, ich habe später gestartet. Ich Ich bin da mein Rennen eigentlich gefahren. Am Start war es ein bisschen turbulent, weil die ganzen Männer noch mit waren, konnte dann aber ziemlich schnell für mich meinen Platz finden und bin dann eigentlich auch mein eigenes Rennen gefahren. Das lief sehr gut. Ich glaube auch da, die Strecke ist mir sehr gut gelegen. Es hatte einige Höhenmeter, lange Anstiege. Der erste Anstieg ist sehr lang. Ja. Genau. Und ja, ich mag mich noch gut erinnern, als ich überraschenderweise, damit habe ich ja nicht gerechnet, das Elite-Frauenfeld nach und nach eingeholt habe. Ja, und schlussendlich blieben da nur noch die vordersten vier. Und ich bin da ein kurzes Stück mitgefahren und dann hieß es aber ziemlich schnell vom Begleit, ich weiß nicht mehr, Motorrad oder Fahrrad, ja, ich müsse mich da aus dem Rennen halten, ich darf da nicht so nah sein. Und ja, habe ich gedacht, na gut, ja, was mache ich jetzt? Entweder ich fahre halt jetzt einfach mein Ding, hauptsächlich komme ich weg von denen oder ich lasse mich zurückfallen. Und ich habe mich dann dazu entschieden, einfach mein Rennen zu fahren und bin gefahren. Und dann stand ich auf einmal alleine da. Wieso auch immer, ich möchte da gar nicht zu viel reininterpretieren. Schlussendlich bin ich als Erste durchs Ziel, obwohl ich später gestartet bin und Ja, für mich war das schon. Ich habe mich natürlich riesig gefreut und es war schon auch eine Bestätigung, dass die Form passt, dass wir eine gute Arbeit gemacht haben die Monate davor. Ja, so war ein bisschen das Rennen. Dann ging es los.
Niclas: Ja, man muss dazu sagen, das war ein Rennen, was, also du hast zumindest in Training Peaks die Zeit, ist fünf Stunden sechs, 27. Und ich glaube aber, deine Rennzeit war sogar unter fünf Stunden. So, oder? War das nicht so? Ich weiß es gerade gar nicht mehr. Aber du bist auf jeden Fall acht Minuten schneller gefahren als die Frauen-Elite quasi. Was halt schon absurd ist, wenn man sich überlegt, dass die in der Keschzarten eine schnelle Strecke ist, wo auf jeden Fall Windschattenfahren Sinn macht, wo auf jeden Fall Gruppefahren schneller ist, wie wenn du eigentlich alleine bist. Und die ja auch in der Gruppe aktiv Rennen gefahren sind. Und ich weiß noch, ich hatte einen Athleten im Rennen, der auch um diese Frauenspitze herum die ganze Zeit gefahren ist. Und der meinte auch so, ja, die Anna ist halt irgendwann an mir vorbeigeflogen gekommen. Und da konnte auch niemand irgendwie mitfahren, weil du halt so schnell warst. Das ist halt schon wirklich crazy. Also du bist da ein 23er-Schnitt gefahren auf 117 Kilometer und 3.160 Höhenmeter. Also das ist auch... Ja, richtig schnell.
Björn: Ja, jetzt im Nachhinein muss ich sagen, gerade auch jetzt nach der WM, inzwischen schätze ich die Leistung auch anders ein und kann ich, ja, stehe ich hin und sage, ja, ich habe das geleistet und das ist gut. Kurz nach Kierzaden kamen da auch andere Stimmen auf und da überlegst du dir natürlich schon auch, ja, kann das sein, wie auch immer. Aber inzwischen, ja... gehe ich dazu und bin auch stolz auf meine Leistung.
Niclas: Ja, also um die Leistung einzuschätzen, wo man halt einfach ehrlich sagen muss, die Leistungswerte, die du fährst und was du kannst, das können andere Frauen, hat man ja an Kate und Mona gesehen, auf der Welt auf jeden Fall auch. Das ist halt einfach Worldtour-Niveau und es sind halt Top-Werte, so muss man halt einfach ehrlich dazu sagen. Deswegen, also das ist nichts, was... Andere nicht auch können. Du bist halt aber damit einfach im Mountainbike-Marathon auf jeden Fall die Beste, wenn man es jetzt nur auf den Mountainbike-Marathon-Worldcup, sage ich jetzt mal, beziehen würde. Genau. Ja, also richtig gut. Ich kenne dir, ey. Viele Werte von anderen Frauen. Ich weiß noch, als du Kirchzarten dann gewonnen hast und die Vera war auch da, Vera Lohse, war krank an dem Tag allerdings, ist auch ausgestiegen dann gleich. Sie sagte, ja, die fuhr vorbei und halt, sie sagte so, gar keine Chance, sie hat auch nicht mal drüber nach, hatte ich ehrlich gesagt, hast auch gar nicht richtig kapiert, wer da eigentlich da auf einmal lang fuhr. Ja, echt beeindruckend, ja. Schon cool. So, danach Kirschzarten. Dann haben wir eigentlich telefoniert und relativ schnell gesagt, okay, lass mal eine Lizenz ziehen. Das ging auch beim Schweizer Verband ziemlich schnell, oder?
Björn: Ja, genau. Ja, da sind sie unkompliziert. Das ist administrativ, Formular, bezahlen und los geht's.
Niclas: Okay, perfekt. Weil danach bist du dann den M3, also Montafon M3 gefahren, hast somit dort dein erstes Elite-Rennen ziemlich souverän dann auch gewonnen. Dann kamen mit Lumnezia und Eigerbike zwei Rennen, die du quasi fahren musstest, damit du vom Schweizer Verband aus eine Wildcard für die WM bekommst. Weil offiziell warst du halt nicht durch den, obwohl du den World Cup quasi gewonnen hast, da du dort aber nicht in der Elite gestartet bist, warst du halt nicht offiziell für die WM qualifiziert. Genau, genau.
Björn: Ich wusste, also Swiss Cycling hat mir gesagt, wenn ich mich bewerben will für eine Wildcard, dann muss ich mindestens noch die beiden Qualifikationsrennen fahren.
Niclas: Ja, da kann man vielleicht so ein bisschen Insight in das Training und Rennplanung geben. Nach Ultrabike hatten wir schon gesagt, okay, Ziel, ja, wäre schon cool, wenn wir es jetzt noch schaffen, zur WM zu kommen. Hatten dann auch so ein bisschen den Plan mit... Du hattest ursprünglich doch eigentlich einfach nur einen Urlaub in Livigno geplant. Den haben wir dann natürlich als Höhentrainingslager genutzt, aber so richtig... Ein klassisches Höhentrainingslager haben wir auch nicht gemacht, weil du an beiden Wochenenden dann einmal Marathon Lumnezia fahren musstest und dann einmal den Eigerbike, um die Wildcard zu bekommen. Und dann habt ihr, Kimon und du, einen Startplatz beim Swiss Epic auch noch gewonnen. Genau. Und bist dann quasi nach dem zwei Wochen Höhentrainingslager in Livigno einfach auch noch so im Mix das Swiss Epic gefahren, wo ich dann halt aber auch schon gesagt habe, boah, Es sind gerade viele Rennen. Fahrt mal entspannt, bitte. Ja, weil wir natürlich in dem Zeitpunkt dann auch die, ja, es halt nicht überziehen wollten, weil das dann... Vier Wochen am Stück waren, wo du jede Woche mindestens ein Rennen gefahren bist, plus auch noch ganz gut trainiert hast. Bis danach auch leider, wie fast, ja außer ein paar Athleten von Björn, die haben es geschafft, nach dem Swiss Epic krank geworden. Bei mir war es, glaube ich, wirklich jeder Athlet und ich selbst, der am Start war und jeden, den ich kannte, der am Start war, war nach dem Swiss Epic krank. Dein Partner Kimon war auch so richtig krank. Also der hat es komplett umgehauen mit zwei Wochen ganz raus. Ja, da haben wir dann sogar den Recon vom Grand Raid, hast du sogar auf dem E-Bike erstmal nur gemacht. weil wir halt gesagt haben, okay, es sind jetzt nur noch zweieinhalb Wochen quasi nach dem Swiss Epic, wir wollen den Recon aber machen, gut, dann fahr halt E-Bike, dass die Belastung so niedrig, wie es irgendwie geht, ist. Hast dich dann davon ziemlich schnell erholt und dann sind wir, ja, noch ein bisschen in eine spezifische Vorbereitung für die WM gegangen, haben aber tatsächlich nur, ja, ich würde sagen, richtig drei Trainings gemacht, die wirklich spezifisch für die WM waren. Ähm, Ja, und was ich auch noch krass fand, deine Laufperformance am Padelona, also zum Rennen können wir gleich noch genauer kommen, aber du hast eigentlich kein Lauftraining mehr machen können, weil du dir eine Schienbeinentzündung geholt hast, oder?
Björn: Ja, genau. Eigentlich bin ich ja die letzten Monate immer so regelmäßig gelaufen, weil ich das als Ausgleich ganz gerne mag. Und das ist mir dann eigentlich, dachte ich, auch entgegengekommen für die WM, als ich wusste, was der Kurs wieder aussieht. Wir haben ja dann in Livigno so die ersten bisschen Bergläufe, machen wollen. Aber nach einem war Schluss, weil mein Schienbein sich entzündet hat. Ja, es war auch noch so ein kleiner Dämpfer in der Vorbereitung und ja, das Lauftraining kam anders als geplant.
Niclas: Ja, also es gab kein Lauftraining mehr. Es gab keines mehr, ja. Also da war, da war, ich war auf Also ich war auch mit Radfahren hier und da ein bisschen skeptisch. Du meintest aber, hey, du bist schmerzfrei, alles gut, wir können weiter trainieren. Das war halt das Glück, dass das wirklich nur das Laufen beeinträchtigt hat und du auf dem Rad eigentlich gar keine Probleme hattest. Ja.
Björn: Definitiv. Also teilweise konnte ich, ich weiß noch in Livigno, da war ich an den Krücken, weil ich nicht mehr normal gehen konnte. Aber auf dem Rad, da ging es zum Glück.
Niclas: Ja. Wie ist es jetzt?
Björn: Im Moment ist alles gut. Ich bin dann bis zur WM regelmäßig in die Physio gegangen, zum Physiotherapeuten meines Vertrauens, zweimal, dreimal die Woche. Und im Moment ist alles tiptop. Okay. Ja, zum Glück. Auch bei der WM selber habe ich nichts gespürt. Es hat wirklich auf den Tag gepasst.
Niclas: Wie vieles, ja. Genau, das einmal so zur Vorbereitung. Vielleicht noch einmal zur Radwahl. Hatten wir ja auch überlegt, okay, fahren wir Hardtail, fahren wir Fully. Ja. haben ja im Endeffekt, glaube ich, die meisten Profis, ich weiß nicht, wie war es bei Seewald, Björn, oder bei Marc, die meisten haben eigentlich gesagt, sie fahren Fully, gerade wegen der technischen Passage oben auf dem Mandelonpass und wegen den Abfahrten, weil man ein paar Körner sparen kann. Der Sieger hat ja dann im Endeffekt das Ganze auf einem Hardtail gewonnen, also ohne eine Dropperpost, also wirklich das leichteste Setup, was man irgendwie fahren konnte, ist Kiegen gefahren. war dann auch schon verrückt zu sehen, dass das dann in dem Tempo bergab doch geht. Und ich meine jemand wie, ich glaube Tim ist auch Hardtail gefahren, oder? Wer? Tim Smenke? Tim ist doch Volley gefahren. Hans Uli ist Hardtail gefahren. Und Valero Serrano ist auch Hardtail gefahren. Wout Allemann. Ja, du hast das. Das sind natürlich vor allem die anderen, die Keegan und Valero sind natürlich Cross-Country-Hintergrund vielleicht hin. Das ist natürlich schon, die trauen sich das einfach zu. Also, die können es auch einfach. Die Jungs, die den Kurs sehr gut kannten, die haben gesagt, ah, vielleicht doch lieber Fully. Rennen kam ja nicht ganz so, wie ich es mir erhofft hatte. Ich meine, deutlich unter ihren Möglichkeiten, aber das Schöne ist, es ist dann am Ende des Tages immer alles erklärbar gewesen, sehr erklärbar. Also ich sage mal so, so viel Pech im Rennen muss man erstmal haben, wie die Jungs alle hatten. Das war schon erstaunlich. Ich sage es ja gerne, nee, ungern. Na klar, habe ich natürlich damit gerechnet, dass ich zumindest irgendeine Medaille hole, mit der ich da am Start hatte, muss ich ehrlich sagen. Und ich wusste ja, was sie alle können und auch schon im Vorfeld alles konnten. Und dann passiert halt echt einer nach dem anderen, aber das will ich jetzt nicht ausführen, also irgendwie von Sturz, Felgenbruch, leicht krank und also wirklich nur so und du denkst, das kann doch nicht angehen, ja. Aber positive Überraschung war natürlich der Tim. Das war crazy. Also ich meine wirklich, der fuhr ja teilweise da vorne um Platz 3 noch mit Ruben, ist ja mit Keegan und Valero dann nochmal rausgefahren. Er ist auf Platz 4 über Padelona drüber. Also direkt hinter Pejes. Der hatte nachher in der letzten Abfahrt natürlich so seine Probleme, weil er sollte ja die Swiss Epic fahren, ist gestürzt. Vor der Swiss Epic im Training hat sich die Schulter ziemlich ramponiert. Und dann konnten wir halt gar nicht mehr Mountainbike fahren. Wir konnten nicht mehr in der Straße, wir saßen auf der Rolle. Okay, jetzt nicht so optimal. Und der war in Holland. Wir waren in Holland. Klar, der hat dann noch eine Woche da ein bisschen trainiert in der Höhe. Aber wir waren in Holland und haben in Holland trainiert. Und das hat dann halt trotzdem megamäßig gepasst. Und war dann so der kleine Wehmutstropfen, sage ich mal, dass es dann doch irgendwie irgendjemand noch ganz gut gekackt hat. Du doch nicht alles verkehrt gemacht hast, oder? Nee, also ich kann mir nichts vorwerfen, ja. Am Ende des Tages würde ich mir sagen, die sind alle super schnell gefahren, waren alle eine Woche vorher top in shape und, und, und. Und dann sehe ich dann, ich war im Auto unterwegs, Niklas, ich habe dann mit dir getelefoniert und dann so, ja, jeweils 16. Mark, irgendwie 10. 11. Hans Uli, irgendwie gar nicht angekommen. Tim, der ist aber, der ist irgendwie 6. 7. Und ich so, was? Und dann habe ich erstmal ausgemacht und dachte, ey, was soll der Scheiß? Das kann doch nicht sein, ey, wie kann das sein? Also man muss dazu sagen, das Frauenrennen lief gerade noch. Also ich glaube, die Mädels, ihr seid gerade über Parallona drüber. Die Männer sind gerade alle ins Ziel gelaufen. Ich war auf dem Weg zu einer Hochzeit, habe mich ins Auto gesetzt, ruft mich Björn an. Und dann fragt mich Björn so, und? Und ich so, ja, weißt du irgendwas? Und er so, nee, nee, ich weiß gar nichts. Das Handy war aus. Und dann habe ich ihm halt einmal kurz die Männerergebnisse durchgegeben und habe gesagt, wie es im Frauenrennen aussieht. Und dann war kurz Stille und dann meinte Björn so, das ist ja richtig scheiße gelaufen. Ja, dann muss man vielleicht auch mal selber von seinem... Hohen Ross kommen, dass man sich da manchmal aufbaut. Aber ich habe ja schon im Podcast davor gesagt, uiuiui, wenn man so ein Ding glaubt, das ist so im Sack und das passt alles und man kann da definitiv eine gute Performance abliefern, da muss man immer aufpassen. Es kommt dann doch immer anders, als man glaubt. Und da spielen natürlich auch die Nerven der Fahrer mit rein, weil alle wissen, ich bin in Top-Shape und ich weiß, dass es läuft. Und dann kommen halt die anderen an So nach dem Motto, ich habe hier nichts zu verlieren, ich fahre jetzt einfach mal. Und da performt man dann in der Regel echt besser. Ich erinnere mich an Andis ersten WM-Titel. Das war auch so, wir fahren da hin, keiner hat mit ihm gerechnet. Schurter mit Scott komplett am Start. Die haben versucht, alles auseinanderzunehmen und Andi ist einfach mitgefahren. Auf einmal war der Weltmeister. Und bei der WM darauf war es ja ähnlich. Keiner hat geglaubt, dass auf so einem flachen Kurs jemand noch schnell fahren kann. Also jemand, der Berg fahren kann. Und... Und dann kommt so ein Rennen, wo man denkt, das ist die Steilvorlage. Kursrekord, super schnell alles. Und wird dann nichts. Aber that's life. Es gibt Schlimmeres. Kommen ja noch ein paar Rennen. EM-Titel haben wir. Aber was mich interessieren würde, weil mich die Frage eigentlich die ganze Zeit beschäftigt. Zum Rennen, da können wir noch ein bisschen eingehen. Oder erste Frage zum Rennen. Hättest du am Berg schneller fahren können als Kate? Oder hattest du das Gefühl, du kannst hier wegfahren?
Björn: Nein, da bin ich ganz ehrlich. Die Kate, die ist super fit am Berg. Ich würde mal sagen, wir waren da eben. Wir haben super zusammengearbeitet. Wir waren vorne eigentlich immer zu dritt, manchmal zu viert. Eine Italienerin ist noch gekommen. Auch super stark gefahren am Berg. Und ich muss sagen, ich würde, ja, die Kate und ich, wir haben die Arbeit da vorne gemacht. Super fair zusammen.
Niclas: Ich glaube, wir sind da eben. Sollen wir einmal kurz das Rennen von vorne quasi durchsprechen und einmal jedem noch sagen, was ist überhaupt das Grand Raid? Warum ist das so besonders? Im Schnelldurchlauf. Im Schnelldurchlauf, okay. 125 Kilometer, 5000 Höhenmeter. Die Anstiege an sich sind vergleichsweise zu anderen Mountainbike-Marathons, würde ich sagen, relativ einfach zu fahren. Was das Ganze besonders macht, sind halt 5000 Höhenmeter in einem Rennen. Und am zweiten richtig langen Anstieg oben drüber, über den Mandelonpass, gibt es einen sehr technischen Trail. der auch dieses Jahr durch Regen und Nässe auf jeden Fall noch technischer war. Viele große Steine, immer wieder so kleine natürliche Rock Gardens, durch ein Flussbett teilweise durchfahren und sowas. Das war auch die Passage, weswegen wir zum Beispiel gesagt haben, okay, oder du vor allem dann auch, nachdem du die Passage gesehen hast, gesagt hast, ja, okay, wir fahren fully. Und dann den letzten Anstieg hoch ist von 2500 Höhenmeter auf 2800 Höhenmeter eine Laufpassage der Padelona, der im Endeffekt ein sehr, sehr steiler Single-Trail bis Schiebe, Trage, Passage berghoch ist, wo wirklich Fahren auf jeden Fall unmöglich ist und auch wirklich Schieben und Tragen echt anstrengend und schwer ist. Und dann nochmal eine sehr lange Abfahrt, die unten raus auch nochmal technisch wird, ist, glaube ich, einer der ältesten Mountainbike-Marathons. Und auf jeden Fall, glaube ich, so fand ich bisher mit einer der geilsten WM-Strecken, die wir jetzt so in den letzten Jahren hatten. Genau. Die Rekordzeit der Frauen lag vor der WM bei 7 Stunden 24. Aufgrund dieser Zeit hatte ich zum Beispiel auch mal die Nutrition für dich durchgeplant. Ähm, kann man auch, glaube ich, ja, grob sagen, wir haben so mit um die 100 Gramm pro Stunde, äh, das Ganze aufgestellt und, ähm, genau, ich zumindestens mal berechnet, dass das, dass das soweit passt. Ähm, ja, wie, wie lief das Rennen so aus deiner Sicht, also so von Anstieg zu Anstieg, genau?
Björn: Ja, genau. Ich wusste ja, was auf mich zukommt. Eigentlich liegt mir das, es geht hoch, es geht runter und das fünfmal mehr oder weniger. Für mich war wichtig beim Start, du startest und dann geht es gleich in den ersten Anstieg. Das heißt, da wusste ich mal, ich darf nicht überpacen, weil das büße ich sofort. Ich bin den ersten Anstieg mit der Gruppe mitgefahren, konnte mich von Anfang gut platzieren, war vorne am Feld. Der erste Anstieg war, ich würde mal sagen, drei Viertel ganz locker und easy. Es war ein Abtasten, ein Beobachten, ein Schauen, wer kommt mit, wer nicht. Und da war das Feld ziemlich lange, ziemlich groß. Und wie wir besprochen haben, Niklas, das Ziel war, möglichst früh oben in den ersten Trail zu gehen. einfach um Stürzen, Stau und so weiter aus dem Weg zu gehen. Und das Ziel hatte ich den ganzen Aufstieg vor Augen und wusste ich auch dann, dass ich das umsetzen kann. Wir haben dann, oder ja, doch, ich kann sagen, wir, die Kate und ich, vor dem Berg, also vor der Ankunft oben, das Tempo erhöht und das Feld ist dann ziemlich schnell auseinandergerissen. waren da noch deutlich gute Fahrerinnen dabei, die zumindest die ich gesehen habe, da war noch die Rosa van Doorn und so weiter und die haben alle gut ausgesehen, da war ich mir unsicher, wie viel wir da loskriegen. Ganz oben bei der Bergstation waren wir dann aber nur noch zu zweit und dann kommt, bevor man in den Trail geht, ein langer so eine so einen Weg am Hang entlang, eher eben, schnell auf Stotter und ja, da haben wir uns angeschaut und die Kate hat gefragt, ob wir zusammen arbeiten wollen. Ja, ich war da irgendwie, keine Ahnung, wenn die Kate einem sowas fragt, logisch, machen wir das. Genau. Und ja, wir sind da ziemlich schnell gefahren bis zum Traileinstieg und waren da alleine. Genau, wir sind gefahren, Bergab am Trail habe ich dann schon gemerkt, wo liegen ihre Stärken. Klar, die kommt aus dem Cross-Country, die ist in der Trail, die ist geflogen, sage ich euch. Richtig stark, super, aber es war toll, es war motivierend, sie hat mich gepusht, ich versuchte so lange wie möglich dran zu bleiben. Genau. Und beim zweiten Anstieg sind wir unsere Pace gefahren, nicht Limit, einfach verwaltend. Und dann kam von hinten die Mona angeflogen. Ja, das war sehr überraschend. Ich glaube, die musste da viel investieren, um wieder an uns ranzukommen. Und dann waren wir zu dritt eigentlich fast das ganze Rennen über bis zum Anstieg auf ein Mandelon. Zwischendrin kam immer wieder die Italienerin, die Peretti, muss man sagen, berghoch, super stark auch, also echt war ich überrascht. Wir haben schnell gemerkt, sobald es technisch oder bergab geht, haben wir einen Vorteil gegenüber ihr. Und dann waren wir eigentlich die ganze Zeit zu dritt. So sind wir dann den Anstieg hoch und da kam dann auch die Attacke von der Kate, muss man sagen, ganz klar. Ich habe mich dann bei dem Anstieg dazu entschieden, bei der Mona zu bleiben. Bin mit der Mona mitgefahren. Schlussendlich war das, ja, da ging die Lücke auf. Und die Kate konnte die Lücke bestimmt auch noch größer machen oben auf der Trail-Passage, die du, Niklas, vorhin angesprochen hast. Das war nass, das war technisch. Für mich war klar schon vor dem Rennen, das wird meine Knacknuss da oben. Ich hatte vor nichts Respekt, aber die Stelle, die hat es in sich. Es ging besser als erwartet und trotzdem, als ich dann hinten runter in Evelyn ankam und den Vorsprung der Kate gehört habe, war für mich klar, okay, Das wird hart, das wird schwierig. Ich war da noch mit der Mona zusammen, die ist dann in der Abfahrt wieder an mich herangekommen, da sieht man auch wieder bergab super stark, echt Hut ab von den beiden. Wir sind zusammen, der Anstieg von Evolen zur Laufpassage ist in zwei Teilen, zwischendrin kommt eine kleine Abfahrt. Den ersten Teil bin ich mit der Mona gefahren, das ging gut und beim zweiten Teil habe ich zu ihr gesagt, Mona, wir müssen das Tempo hochhalten, die kommen sonst von hinten. Und dann hat sie gesagt, ja, ja, machen wir. Und ja, wir haben es beide gemacht bzw. beide versucht. Ja, bei der Mona hat es nicht ganz geklappt und so konnte ich mich absetzen von ihr. Und eigentlich ja, ab dem, ab da war ich dann auf Platz zwei und wusste Anna, das Ding musste jetzt einfach irgendwie durchkriegen. Genau. Ja, also ein bisschen jetzt mal andere Perspektive. Die Vera Loser ist ja auch gefahren. Siebte, glaube ich, geworden oder achte? Achte. Achte, genau. Und da war von vornherein, wir haben viel investiert ins Training, wirklich, wirklich viel. Aber es war klar, dass es Eventuell nicht ihr Kurs. Hier ist halt echt eine Punchy-Fahrerin, Cape-Epic-Siegerin, Cape-Epic-Zweite und, und, und, und jetzt nicht berühmt, berüchtigt dafür, die beste Bergfahrerin der Welt zu sein. Und da war das wirklich so Tempomat. Wir haben gesagt, hier, die Watt werden gefahren und jeder Berg und dann schauen wir nach hinten raus. Auch die Strategie hat natürlich mega funktioniert. Für ihren Körpertyp fand ich echt cool. Aber klar, wenn dann nachher Wenn du schon Bergfahrer bist, Bergfahrerin, dann kommt einem das Rennen natürlich total entgegen. Und da wird natürlich auch anders gefahren. Da fühlt sich der erste Berg dann noch entspannt an. Übrigens bei den Männern ähnlich. Da haben sie gesagt, den ersten Berg haben wir uns echt angeschaut. Und dann hörst du ein paar Positionen weiter hinten, die platzen dann halt schon alle weg. Und ja, das ist halt einfach so der Unterschied. Manche haben das Talent, haben das Körpergewicht dafür und sind dann auch so zügig am Berg. Aber das ist ja auch das Schöne an diesem Sport, dass da verschiedenste Fähigkeiten abgefragt werden.
Niclas: Genau. Eine Frage habe ich jetzt. Bitte. Nach so einem WM-Titel. Wie geht es denn jetzt weiter? Ich meine, du fährst da teamlos. Du bist einfach so mit deinem eigenen, du bist selber das Team. Was machst du jetzt? Gab es irgendjemanden, der gesagt hat, wir wollen dich jetzt haben? Hast du dich schon vorher beworben? Kannst du schon darüber sprechen? Also du musst nichts Konkretes sagen, aber wärt Anna Weinberg nicht mehr im schwarzen Trikot oder Einteiler durch die Gegend fahren?
Björn: Es fällt auf. Ich mag Schwarzen. Möglichst unauffällig. Gute Frage. Wie geht es weiter? Ehrlich gesagt, eigentlich ging es nach Kirchzarten los mit Anfragen und Angeboten. Auch ich habe mir Gedanken gemacht. Jetzt habe ich mir zum 30. vorgenommen, zu schauen, wohin es geht. Ich kann jetzt nicht einfach aufhören. Ich bin nach wie vor so motiviert, umso motivierter jetzt natürlich. Ich möchte schauen, wie weit ich es bringe und ich möchte das jetzt nutzen, dass es mir so gut läuft, dass es mir so gut geht. dass einfach auch mein ganzes Umfeld so optimal passt für das alles. Ich bin aktuell tatsächlich in Gesprächen mit verschiedenen Teams, mit verschiedenen Sponsoren. Ich möchte mich verändern auf das nächste Jahr, auf die nächste Saison. Habe aber ganz klar gesagt, ich fahre die WM zuerst und danach wird entschieden. Das heißt, aktuell Gespräche. Ich muss mir überlegen, wie geht es beruflich für mich weiter. Ja. Aber konkret fixiert ist noch nichts. Cool, aber schön, dass es da vorangeht. Ja, genau. Ich bin einfach mega dankbar für all die Angebote, die ich erhalten habe und so viele Möglichkeiten, die sich einfach ergeben und geöffnet haben. Das ist schön und ich bin zuversichtlich, dass ich da ein passendes Setup für die kommende Saison finden werde. Cool, schön, super zu hören. Danke.
Niclas: Auf jeden Fall gut zu hören, dass das im Marathon-Bereich aktuell auf jeden Fall auch noch möglich ist, dass es noch Angebote gibt und auch Interesse besteht, Fahrer, die dann auch Leistung bringen und performen, auch noch zu sponsern. Gut, ja einmal zusammenfassend, im Endeffekt, was ich auch noch krass finde, die alte Rekordzeit quasi hast du ja allein schon um 10 Minuten unterboten, Kate ist nochmal 3 Minuten 44 schneller gefahren. Und hat die Zeit um 14 Minuten unterboten. Und insgesamt waren die Top 5 alle unter der Rekordzeit. Krass. Das ist halt schon verrückt. Bei den Männern hat dann Keegan gewonnen mit 6.01. Keine Rekordzeit. Das war sechs Minuten langsamer als der Rekord. Mhm. Da wurde dann gesagt, ich habe nur einen Beitrag von Pinkbike darüber gesehen, dass quasi die Kiegen gesagt hätte, die Streckenbedingungen wären halt zu hart gewesen, um einen Rekord zu fahren. Wie es jetzt von den Leistungswerten her aussieht, keine Ahnung, ob er mit der Leistung in trockeneren Bedingungen, also in einem schnelleren Mandelonpass oder auch anderen Stellen, die vielleicht schneller gewesen wären, wenn es trockener wäre, einen Rekord gefahren wäre. Weiß man nicht. Bei den Männern hat auch nach einem Sechs-Stunden-Rennen Samuel Porro nur 25 Sekunden hinter Keegan gefahren. War vielleicht sogar der beste Samuel Porro, den wir bisher gesehen haben. Also das ist schon eine krasse Leistung. Der war ja, als er bei der EM Zweiter wurde, vor, wann war es, 2021, da war der auch schon richtig gut drauf. Der kann sowas raushauen. Und wie alt ist Samuel jetzt? 37, glaube ich. Boah, 88er-Jahrgang. Ja, ja, also genau. Alter Hase. Ja, also richtig, richtig cool. Ich meine, Payez auch, keine Frage. Das ist eigentlich doch viel krasser. Payez einfach 82er-Jahrgang auf Platz 3. 43. Du musst dir mal überlegen, wie lange Payez in der Spitze dieses Sportschats schon steht. Ewig. Also wie viele WM-Medaillen hat der Typ? So viele hat er, was hat er? Zwei, glaube ich, ne? Er hat zwei Titel. Genau. Und er hat also WM-Medaillen. Ja, ja, ja. Hat er einige. Schon richtig viele. Wahnsinn. Ja, es ist echt total krass. Und das vor allen Dingen, das darf man einzig vergessen, das Niveau ist halt ein anderes als vor zehn Jahren. Ja. Da wird die Spitze halt viel, viel dichter, wenn ich mir alte Leistungswerte anschaue, wie, keine Ahnung, 2014 die Epic gefahren wurde oder wie eine WM gefahren wurde. Und dann guckst du dir das jetzt an und denkst, ja, pff. die fahren halt echt 5,5, 6 Watt über Stunden auf schwerstem Gelände und früher bist du irgendwie WM, Livigno oder was du siehst, fahren die da Ja, dass man irgendwie den ersten Pass mit 500 Watt, das würde gar nicht mehr gehen. Also es ist halt ein anderes Level. Das ist spannend zu sehen und vor allem, dass der PS dieses Niveau so unglaublich lange hochhält. Ja, und im Endeffekt, er muss ja über die Jahre hinweg immer noch und immer weiter besser geworden sein. Vielleicht ist er sogar jetzt gerade auf seinem All-Time-Peak, weil... Also die Leistungswerte müssen ja krass gewesen sein, um eine Zeit von, was hat er gebraucht, sechs Stunden fünf zu fahren. Und ich habe mal gerade geguckt, ein MTB-Data ist, glaube ich, sein älteste WM-Medaille ist von 2013. Seit zwölf Jahren. 2013? 2013 ist er Dritter in Österreich Kirschberg geworden. Dann ist er Dritter in Auranso di Cattore geworden, wo Henrique das erste Mal gewonnen hat. Dann war er... Geismeyer Zweiter. Genau, da war Geismeyer Zweiter. Der muss doch aber auch mal beim Hero als Lakata-Weltmeister wurde. Da muss er doch auch... War er da nicht Zweiter? Ich weiß es gar nicht. Ich glaube, war Sousa nicht Zweiter? War Sousa Zweiter und Hector war Dritter? Ich weiß es nicht mehr. Ich weiß noch, seine erste WM-Medaille war 2020, glaube ich. Nee, 2013. Nee, nee, sein erster Titel. Ah, sein erster. War es 2019 oder 2020? 2019, Krächen gegen hier das Rennen, wo zum Beispiel auch Flückiger groß versucht hat, das Ding zu gewinnen. Christian wurde Zweiter, Christian Hinnig. Hat noch Albträume, glaube ich, jetzt noch davon. Dieses Rennen wird mich ewig verfolgen. Ich sehe diese Medaille und ich habe geglaubt, ich gewinne. Er sagt, es war halt unglaublich. Und Dritter wurde, glaube ich... Wie hieß der denn noch? Medvedev. Der Russe. Genau. Medvedev wurde aber dann rausgezogen, glaube ich, wegen verbotener Mittel. Andi wurde, glaube ich, Sechster in dem Jahr oder Siebter. Stibi übrigens auch. Die waren ganz dicht zusammen im Jahr. Und dann kam ja auch Seewald bald mit seinen ganzen... Dann war nochmal eine in der Türkei, glaube ich, aber da ist irgendwie kaum jemand am Start gewesen. Das war Corona. Ja. Er hat auch gewonnen. Das war sein zweiter Titel. Und da sind ganz viele einfach gar nicht hingefahren, weil sie gesagt haben, kein Bock. Ja, gut. Verständlich. Aber jetzt, wie gesagt, die letzten Jahre, ich kenne die meisten Daten und ich sehe es, das wird halt immer, immer, immer schneller und vor allen Dingen, die Spitze wird halt immer, immer breiter, ja, das ist nicht mehr so, dass früher so, ähm, ja, also früher war es einfacher, weil es einfach viel weniger Leute am Start gab, ja, die das auf dem Niveau betrieben haben. Absolut. Ähm, Björn, noch eine Frage an dich. Also kannst ja schauen, ob du es jetzt beantworten möchtest, aber ich wurde echt oft in der letzten Woche gefragt, was war mit Andi los? Kannst du so kurz sagen, was bei ihm los war? Weil Andi war auf jeden Fall auf dem Papier. Der hat ja alles wegrasiert, die Werte sprachen für sich und und und. Ja, was soll ich dazu sagen? Ich glaube auch der beste Fahrer der Welt hat mal einen scheiß Tag und eine scheiß Zeit und da kam halt alles zusammen. Also mehr kann ich dazu nicht sagen. Wir haben dann gleich gesprochen und er sagt, es lag nicht am Training, es lag nicht am Material. Und da war mir schon klar, okay, das ist irgendwas anderes und ja, ist halt Pech. Und wir haben da viel gesprochen, arbeiten da jetzt auch noch weiter dran und in den nächsten Wochen sieht das auch wieder alles anders aus. Von daher, nee. Er fährt ja jetzt auch am Wochenende wieder Rennen. Genau, der ist jetzt natürlich frustriert, aber auch dennoch motiviert und hat, ja, ich gehe davon aus, dass wir jetzt die nächsten Wochen nochmal ein bisschen Feuerwerk sehen. Jetzt am Wochenende ist quasi das WM-Rennen von nächstem Jahr. Das heißt, ihr schaut euch da den Kurs schon an. Genau, ja. Marc ist da. Der natürlich, ja, auch so ein Drama. Der träumt, glaube ich, auch nicht mehr gut. Ich hatte so viel Schiss vor dem Rennen und dann fährt er irgendwie von Platz 30 auf Platz 11 nochmal vor, ja. Und ja, das ist halt... Also da gibt es ja einige, Hans-Urli auch, der jetzt nochmal Forestier und was er sich überall eingreifen will, weil der natürlich auch, der war auch vorne mit, da ist rumgefahren und hat einfach, die waren ja alle zusammen, die waren ja alle nach vier Stunden, waren die ja noch alle zusammen, außer Stutzmann, der war halt zu weit hinten, aber da war noch ein Plimber sogar irgendwie noch da mit drin, Hans-Urli, Andi, Tim, also da habe ich mir das angeschaut. Die Gruppe war richtig groß. Ja, das war echt groß, ja. Also die ersten zehn, Andi war, glaube ich, mit 30 Sekunden ein bisschen weiter hinten. Aber dann dachte ich so, cool, okay, das ist solide, ja. Aber steck's nicht drin, ja. Das ist ja auch das Spannende an diesem Job. Für mich, dass wir keine Roboter trainieren und dass wir keine... Siege irgendwie buchen können und von daher ist das auch immer dann die Herausforderung für alle, fürs Team, für den Trainer, für den Sportler, das auf den Punkt hinzukriegen und diesmal hat es halt nicht gepasst und das ist halt so, ja, kommen halt immer wieder äußere Umstände dazu und that's life, nächstes Mal versuchen wir es besser. Das Einzige, was man eigentlich da auch, finde ich, immer nur sagen kann, ist, geht an den Start und versucht einfach, eure beste Leistung abzurufen. Weil ob du gewinnst oder nicht gewinnst, das hast du nicht in der Hand. Es kann halt immer jemand Schnelleres noch um die Ecke kommen. Ja, natürlich. Am Ende des Tages muss man sagen, ich bin jetzt zufrieden oder ich erkenne, was ich besser machen kann oder was ich nicht besser machen kann. Klar, wenn ich so ein Ergebnis sehe, dann saß ich erst mal an der Raststätte. Ja. Ich habe erst mal laut Fuck gerufen, natürlich. Auch ich bin ein Mensch und bin da natürlich frustriert und wütend. Und dann kriegst du die Fahrer nicht zu fassen. Und ich denke so, das Erste, was man natürlich denkt, ich habe irgendwie Mist gebaut, habe irgendwie Scheiße gemacht, es hat alles nicht gepasst. Und dann nach und nach kriegst du dann mit, was denn wirklich passiert ist, mit den ganzen, wie schon gesagt, Stürze, bla bla bla und so weiter. Und stellst dann fest, okay, jetzt dröselt sich dieses Bild auf und du siehst, man hat ja schon die Wochen vorher gesehen, dass die alle in einer sehr guten Verfassung waren. Wir sind die Rennen sogar teilweise so gefahren, dass ich gesagt habe, das letzte Rennen, dass Hans-Uli und Andi zusammengefahren sind, die haben ja Platz 1 und 2, haben die ja dauernd hingelegt. Ich habe gesagt, hey, ihr fahrt da jetzt entspannt, ihr fahrt Sweetspot, ihr überreist nicht, zieht euch dick und warm an. Ich meine, das letzte Rennen, da sind die irgendwie in Eskimo-Klamotten durch die Gegend gefahren. Das war Nationalpark. Nationalpark. Ja, genau. Also die sind wirklich von oben bis unten dick eingegangen. Und Andi sagt mir, war zu heiß. Das war der leistungslimitierende Faktor. Mir war zu heiß in dem Rennen. Und da denkst du so, okay, die werden bei der WM alles total zerstören. Und dann kriegst du das Ergebnis und denkst so, what? Wie kann man denn in einer Woche 15% Leistung verlieren? Geht auch gar nicht. Doch, geht. Geht. Ist so. Steckt man nicht drin. Nicht immer. Gut. Sehr schön. Björn, hast du noch Fragen an Anna? Nee, ich finde es cool. Echt cool. Danke. Top. Dann haben wir es. Vielen Dank für deine Zeit, Anna und Niklas auch. Vielen Dank. Gerne. Immer. Wir hören uns eh wieder. Ja. Schönes Wochenende, euch beiden. Danke, gleichfalls. Wir hören uns.
Björn: Vielen Dank auch von meiner Seite, dass ich dabei sein durfte fürs Gespräch und ja, danke für eure Unterstützung.
Niclas: Gerne.
Björn: Sehr gerne. allen ein schönes Wochenende.
Niclas: Danke. Dankeschön. Ciao, ciao.
Björn: Danke. Tschüss.