← Afasteryou Podcast
Episode #66

Wenn der Kopf entscheidet – Daniel Steinhausers Weltrekord

22. June 2026113 min—

In dieser Folge sprechen Björn und Niclas mit Daniel Steinhauser, der vor kurzem einen außergewöhnlichen Weltrekord aufgestellt hat: die größte Distanz, die jemals innerhalb von sieben Tagen auf einem Rennrad zurückgelegt wurde. Daniel nimmt uns mit auf eine Reise voller Höhen und Tiefen. Er erzählt von schlaflosen Nächten, körperlichen Schmerzen, emotionalen Momenten und davon, wie er sich immer wieder motivieren konnte, weiterzufahren, wenn eigentlich nichts mehr ging. Was braucht es, um sieben Tage lang an die eigenen Grenzen zu gehen? Welche Rolle spielen Ernährung, Regeneration und Renntaktik – und warum entscheidet am Ende vor allem der Kopf darüber, ob man einen Weltrekord schafft oder scheitert? Eine unglaublich inspirierende Folge über mentale Stärke, Durchhaltevermögen und die Frage, wie viel der Mensch wirklich leisten kann, wenn Aufgeben keine Option ist.

Transkript

Episode 66 — Transkript (DE)

Niclas [00:00:00] Willkommen zum A Faster You Podcast, wo sich alles um Ausdauersport und Training dreht. Hier geben euch Sebastian Schluricke, Björn Kafka und Niclas Ranker wertvolle Tipps und Einblicke, die euch helfen, eure Performance auf das nächste Level zu bringen. So, guten Tag zu einer neuen Folge A Faster You Podcast, heute mit Björn und Daniel. Guten Morgen.

Björn [00:00:23] Guten Morgen, Daniel Steinhauser. Guten Morgen, Niclas. Und wieso haben wir Daniel eingeladen, Niclas, bitte?

Niclas [00:00:33] Weil Daniel innerhalb von sieben Tagen ziemlich schnell und ziemlich viel Rad gefahren ist.

Björn [00:00:38] Und ist jetzt, glaube ich, jetzt auch offiziell im Guinness Buch der Rekorder eingetragen, richtig?

Daniel [00:00:45] Ja. Sehr gut. War ein harter Stück Arbeit bis dahin.

Björn [00:00:49] Ja, also um es mal zu klarifizieren, Daniel ist in sieben Tagen 3864, ich weiß es gerade gar nicht mehr.

Daniel [00:01:00] 57,99 wurde offiziell von Günther anerkannt, ja. Okay. Ist er gefahren?

Niclas [00:01:05] Zwei Kilometer wurden dir abgesprochen?

Daniel [00:01:08] Ja, das GPS war irgendwann dann, irgendwann musste man ja ein bisschen schlafen und dann sprang das GPS so ein bisschen hin und her und Ich finde, es kontrolliert es schon sehr genau. Okay.

Björn [00:01:20] Sehr gut. Der Rekord vorher lag wo?

Daniel [00:01:25] Ich glaube, 37 Kilometer weniger. Der wurde tatsächlich eben auch erst zwei, drei Wochen davor noch deutlich verbessert.

Niclas [00:01:34] Genau. Der Versuch davor war von dem Canyon-Athleten, der das irgendwie auch bei absolutem Pisswetter... da an der Mosel einfach. Der ist doch die ganze Zeit die Mosel hoch und runter gefahren, oder?

Daniel [00:01:49] Ja, genau. Der hatte eine ideale Strecke und dafür beschissene Temperaturen.

Björn [00:01:55] Daniel hatte keine ideale Strecke, dafür aber okaye Temperaturen, würde ich mal sagen, weil es war natürlich auch richtig, richtig kalt. Aber rollen wir das ganze Ding nochmal von Anfang an auf. Ähm, Erstmal wollen die Leute wissen, wer ist Daniel Steinhauser? Daniel Steinhauser ist nämlich kein Profisportler sozusagen. Und wieso diese Idee gewachsen ist, das ist ja, ich würde mal sagen, ein Projekt, das schon so seit ein paar Jahren gärt. Also vielleicht nicht so ganz akut, sondern ich glaube, dieser Prozess, dass man das mal macht, wurde schon ein paar Jahre vorher angelegt. Aber Daniel, erzähl mal ganz kurz, wer bist du und wie das alles so zustande kam?

Daniel [00:02:40] Ja, ich bin Daniel Steinhauser, bin Familienvater. Wir haben zwei coole, tolle Jungs, die sind zehn und zwölf. Ich fahre leidenschaftlich gerne Fahrrad und ja, das hat sich im Prinzip vor zehn Jahren hat das angefangen, dass ich Fahrradfahren cool fand oder vor zwölf Jahren und habe dann die ersten Jahre ganz ambitioniert, aber völlig nur mit Spaß und Hobby bin ich halt Fahrrad gefahren, ohne irgendwie jetzt aber auch Ziele gehabt zu haben, die ich erreichen möchte. Und irgendwann bin ich auf Markus Kaufmann, den ja Niclas auch ganz gut kennt, getroffen und der hat gesagt, hey Daniel, nimm dir mal einen Trainer. Und ja, dann habe ich Björn angerufen und Dann haben wir das Ganze als Spaßprojekt gestartet. Björn nannte mich immer sein Spaßprojekt. Ich hoffe, das ist bis heute noch so, Björn. Es pendelt, ne? Manchmal dann noch weniger spaßig. Genau, Sonntagabend, wenn der Trainingsplan kommen sollte. Genau, und letztlich bin ich schon die ganzen letzten Jahre eben auch Ultra-Cycling-Rennen gefahren. Und mit großem Fokus und auch großer Frustrationstoleranz, weil eben von Beginn an nicht immer alles klappen muss oder kann. Und das ganze Projekt mit diesen sieben Tagen, das ist eigentlich letztes Jahr ganz konkret in meinem Kopf entstanden. Eigentlich ist dieser Weltrekord, für mich hat der gar keinen so einen Riesenwert, weil ich es einschätzen kann und ihr ja sowieso, dass wenn man das Ganze eben optimiert auf einer idealen Strecke, zu idealen Bedingungen, dann kann man ganz, ganz sicher auch deutlich mehr Kilometer fahren. Für mich war das, ich hatte drei Ziele in diesen Tagen. Das erste Ziel war, ein grandioses Erlebnis am Limit oder mein Limit zu kennen und dann eben ein grandioses Erlebnis zusammen mit meinen Freunden. Also das Setup war ja, ich fuhr ja natürlich allein auf dem Fahrrad, aber hinter mir fuhr sieben Tage, 24 Stunden, fuhr ein Begleitbus mit meinen Freunden, die sich darauf Wochen und Monate lang auch vorbereitet haben. Also wir hatten, das ist völlig verrückt, eigentlich ist sowas gar nicht umsetzbar. Das sind alles Leute, die verantwortungsvolle Jobs haben, die Familien haben. Eigentlich gibt es diese Zeit gar nicht. Und die haben sich seit Oktober Woche für Woche digital am Anfang zusammen und irgendwann dann auch alleine ohne mich getroffen und haben das Projekt vorbereitet. Da wurden dann Hygienekonzepte erstellt, einfach medizinische Leitlinien, Abläufe geplant und das halt über wirklich viele, viele Monate. Und Das war auch ganz wichtig, denn die Wertigkeit gerade auch fürs Team wurde dadurch immer höher, weil ja echt auch ein hoher Zeiteinsatz dann drin war. Und das dritte Ziel des Ganzen war natürlich, das mit einem guten sozialen Projekt zu verbinden. Wir haben Spenden für das Kinderhospiz in Bad Grünbach gesammelt. Das waren so die drei Ziele, die es bei diesem Projekt gab. Und das Limit haben wir erreicht.

Björn [00:06:17] Ganz kurz, die ersten beiden Ziele sind ja auch Ziele, die man auch so haben kann, irgendwie eine Woche lang besoffen mit Freunden auf dem Festival abhängen.

Niclas [00:06:26] Die hättest du deutlich leichter haben können, sagen wir es auch mal so. Es gibt Leute, die besaufen sich eine Woche lang bei Rock am Ring und finden da auch irgendwo ihr Limit.

Daniel [00:06:36] Ja, das ist richtig. Und die ernähren sich ja größtenteils auch flüssig, so wie ich eben auch. Ja. Und übergeben sich auch. Ja, übergeben sich auch, genau. Und machen danach auch weiter, ja. Also das waren eigentlich die drei Ziele und es war eine fantastisch harte Woche, die ich jetzt aber aktuell auch nicht nochmal direkt brauche.

Niclas [00:07:05] Das kann ich mir vorstellen. Aber Jetzt mal, um die Leute vielleicht da noch ein bisschen mehr abzuholen. Also du bist vorher schon einige Ultra-Rennen gefahren. Du hast auch schon Race Around Austria gewonnen, oder?

Daniel [00:07:20] Nee, das Race Across Italy habe ich gewonnen. Dann letztes Jahr bin ich das Utrecht Ultra XL gefahren. Das ist 1700 Kilometer. Da kam ich auch als erster ins Ziel. Also es war jetzt keine... kein Himmelsfahrtkommando, dass irgendein Verrückter anfängt zu sagen, ich möchte jetzt lang und weit fahren, ohne Erfahrung, sondern es hat, ich glaube, schon eine ganz gute Basis.

Björn [00:07:46] Ja, und um das nochmal so einzuordnen, als ich mit Daniel anfing und statt Bassprojekt, ich meine ja so irre lange Radfahren, ich dachte überhaupt, schauen wir mal, wird sicher lustig. Und dann haben wir darauf trainiert. Ich glaube, das Erste, was wir gemacht haben zusammen bei Race Across Italy, viel spannender bei solchen Projekten ist, körperliche Leistungsfähigkeit ist wichtig. Das ist das Erste. Aber am Ende des Tages, ich sage mal so, die geringste Sorge. Das ganze Setup drumherum, was Daniel schon erwähnt hat, dass du Leute hast, die wirklich A, dafür brennen. Das nicht so, ich mache es mal nebenbei. Aha, ich soll jetzt nur Auto fahren und so weiter. Sondern es muss Ablaufpläne geben und bei so einem Sieben-Tage-Ding halt noch viel mehr. Und die mentale Einstellung des Sportlers, der das halt auch abreißt, die muss natürlich auch 100% sein. Und ich sehe immer all diese Rennen, die wir vorher gemacht haben, als Testfahrten für dieses Projekt. Alles, was davor stattgefunden hat. All die Der Mist, der auch passiert ist ja mit irgendwie, was weiß ich, Flaschen irgendwie verwechselt mit Nahrungs- oder mit Kohlenhydratmischungen oder irgendwie Unfälle mit dem Auto und dies und das. All diese Sachen. Es ist halt eine extrem hohe Lernkurve gewesen, so aus den Federn lernen. Und als mir Daniel dann gesagt hat, er will dieses Sieben-Tage-Projekt machen, da habe ich gesagt, körperlich mache ich mir da keine Sorgen. Wir brauchen halt, wir brauchen wirklich eine Struktur und wir brauchen ein Team, das halt tiptop funktioniert. Und das haben die halt so unglaublich gut auf die Beine gestellt. Daniel hatte da auch den 100% richtigen Riecher dafür, die Leute auszusuchen, die das in so eine Klarsichtfolie gegossen haben, dass das halt auch funktioniert. Die waren einfach top organisiert und ich würde mal behaupten, das sind jetzt nicht alles Radsportfreaks, sondern, oder teilweise auch gar nicht so dicht im Radsport verwoben, sondern einfach, die haben einfach strukturierte Prozesse hingekriegt. Ich habe das Ähnliches schon mal erlebt beim Race Across America, da gibt es so ein Viererteam oder Achterteam, ich weiß gar nicht, mit dem haben wir auch was gemacht. Die sind gar nicht so die Killer auf dem Rad, Aber das sind halt so Excel-Junkies, sage ich mal. Die haben halt so Abläufpläne so unglaublich präzise und gut erarbeitet, dass sie das Ding halt einfach voll durchgerockt haben. Und richtig schnell. Ich glaube, die haben auch Bestzeit und was weiß ich alles. Einfach nur, weil sie eine Struktur... gegossen haben und das ist halt, System schlägt dann am Ende des Tages immer irgendwie auch Potenzial, ja, beziehungsweise Talent und das war ein unglaublicher Beweis dafür, dass ein Einzelner muss es dann natürlich ableisten, ja, der muss halt fahren, aber das, was drumherum gebaut wurde, war halt einfach Muss man einfach mal sagen, Weltklasse. Fand ich schon echt beeindruckend. Ich bin ja auch einen Tag hochgefahren, beziehungsweise runtergefahren und habe mir das dann mal angeschaut in der Nacht. Und das war schon cool, wie das gemacht wurde.

Niclas [00:10:53] Über wie viele Leute reden wir denn jetzt mal, abgesehen von dir, Daniel? Also wie viele Leute würdest du sagen, waren wirklich aktiv oder auch müssen ja gar nicht aktiv dabei gewesen sein, sondern auch vorher einfach in der Planung? Reden wir jetzt über 10, 15, 20?

Daniel [00:11:10] 14 Leute waren aktiv im Bus beteiligt. Dazu kamen Plus natürlich Arzt, plus Apotheker, die temporär kamen. Björn war ja auch sowohl remote als dann eben auch vor Ort dabei. Und dann gab es ja auch ganz viel Hintergrundarbeit. Also letztlich habe ich echt ganz viele Radhosen und Trikots und Einteiler. Die musst du ja aber alle zwölf Stunden wechseln. Also einfach aus Hygienegründen. Das heißt, da muss irgendjemand... Das schmutzige Zeug nehmen, muss es waschen und am nächsten Tag muss es wieder da sein. Und auch diese Hintergrundarbeit eben auch mit Nahrungssupport, technische Geschichten, also da standen sicherlich nochmal fünf Leute zusätzlich im Hintergrund, die auch immer abrufbereit waren. Und dazu gab es noch ein Filmteam. Gerade gestern Abend gab es den letzten Drehtag. Es wird ein bundesweiter Kinofilm geben. Und es gibt auch einen Kinoverleiher, der das schon so, genau, also das Ding kommt. im Oktober auf Filmfestspielen und wird dann im Februar, März nächsten Jahres bundesweit in die Kinos kommen. Dazu natürlich auf irgendwelchen Festivals und Open-Air-Veranstaltungen. Und ich glaube, das hochinteressante ist, gar nicht, also ich meine, nichts ist langweiliger als ein Radfilm. Also du siehst einen Typ fahren, dann findest du das als Fahrradliebhaber findest du das fünf Minuten geil. Und wenn es dann vielleicht noch optisch schöner ist, dann fährt er noch zwei Minuten Küstenstraße, das akzeptierst du auch noch. Aber da muss ja eine Geschichte kommen. Und das Ziel dieses Films ist natürlich einfach, das ist ein Dokumentationsfilm, ungefiltert. Also wie ich da zu sehen sein werde, wird schon auch sehr spannend sein. Aber es geht auch gar nicht darum... Einen Typ zu sehen wie am ersten Tag und dann natürlich am fünften, sechsten, siebten Tag bist du ja total zerstört. Du machst dir am Anfang Gedanken über Eitelkeiten, wie sitzt du ideal, Aeroposition, wie sieht es geil aus. Am fünften, sechsten Tag siehst du halt aus wie der Tod schlechthin. Darum geht es aber auch gar nicht, sondern es geht darum, dass die Leute verstehen oder die Menschen verstehen, auch die gar nichts mit Radsport zu tun haben. was kann passieren und welche Situationen können entstehen, wenn Menschen zusammen ein Ziel haben und sich für etwas einsetzen. Sei es der sportliche Erfolg, sei es Spenden zu sammeln, sei es ein gemeinschaftliches Erlebnis zu haben. Und dieser Film wird es eben aus ganz unterschiedlichen Perspektiven zeigen. Das heißt, die Menschen werden erleben, was passierte in diesem Team-Boss. Die Menschen werden erleben, was passierte im Hintergrund im Basecamp. Was wurde da auch logistisch gesehen? Welche Probleme gab es? Und das ganz Besondere ist, und ich glaube, das gibt es doch gar nie, überhaupt nicht. Wir hatten halt, ich hatte ja durchgängig, immer wenn ich fuhr, also einfach die kompletten sieben Tage, hatte ich ein Mikro, Knopf im Ohr und jeder meiner Begleiter auch. Es gibt einen Dokumentarfilm. Üblicherweise ist es so, dass der Protagonist oder die Menschen, die daran beteiligt waren, die sitzen anschließend auf dem Stühlchen und erklären die Situation. Der Rohschnitt ist inzwischen fertig. Den werde ich nächste Woche sehen. Aber alles, was ich bislang von Michael gehört habe, Michael ist der Dokumentarfilmer, er sagt, das brauchen wir nicht. Weil wir haben die O-Töne Sieben Tage, 24 Stunden im Kasten. Und da muss ich nicht erklären, wie es dir geht, sondern man hört halt, dass du in der zweiten Nacht erbrichst. Oder man hört halt, dass du sagst, fuck, was ist das für eine scheiß Kälte.

Niclas [00:15:28] Also jetzt bin ich sehr gehypt, weil ich glaube, das wird ultra lustig auch. Also ich glaube, das ist manchen gar nicht so bewusst, weil wenn du das dann quasi auch in Worte fasst, was du da gerade fühlst, weil du kommunizierst ja normalerweise, glaube ich, normaler Radfahrer, keine Ahnung, wenn die sowas machen... also wenn du jetzt Race Across Italy fährst, dann kommunizierst du meistens mit dir selbst im Kopf. Du hast diese Stimme und du redest irgendwie mit dir selbst. Das kriegt ja aber von außen niemand mit. Aber wenn du dann quasi während des Rennens mit jemandem kommunizierst und ihm quasi sagst, Alter, ich habe gerade gar keinen Bock mehr. Oder mir tut jetzt seit einer Stunde der Schritt weh und ich halte es nicht mehr aus. Das sind ja so Sachen, da wird erstmal einem bewusst, Alter, wie... Bekloppt ist das eigentlich gerade. Wie lange kämpft er jetzt gerade schon gegen diese Stimme in seinem Kopf an, die ihm eigentlich wahrscheinlich seit nach zwei sagt, Junge, hör auf.

Björn [00:16:33] Und eins nochmal, was anderes dazu. Ich hatte ja gesagt, der hat ein super System gebaut. Ich sage mal so, das ist das Rahmengerüst, in dem man sich bewegt. Aber es ist jetzt nicht so, dass es ein Walk im Park war, sondern das war auch hart am Limit, dass das ganze Ding komplett einen Bach runter geht. Und vielleicht können wir da mal ganz kurz einsteigen.

Daniel [00:16:54] Ich würde ganz kurz, bevor wir tatsächlich das Ganze systematisch vielleicht auch angehen... Ich glaube, ganz wichtig ist zu sagen, zu 90 Prozent hatte ich ja echt Spaß. Also es war, ich habe mir... Er ist bekloppt. Ich habe mir alle möglichen Podcasts aufgespart. Ich habe Musik, die ich mag, zusammengestellt, um mich während dieser kompletten Woche zu unterhalten. Weil ich ja wusste, okay, du fährst jetzt irgendwie sieben Tage, ich weiß nicht, wie viele Stunden. Du musst ja irgendwie was haben. Ich habe am ersten Tag 20 Minuten Musik gehört. Das war's. Und ansonsten habe ich sieben Tage am Stück ausschließlich über dieses Duplex-Funkgerät im Prinzip wie Funkgerät ist ja normalerweise das Thema. Du sprichst und musst warten, bis der gegenseitig kommt. Und das ist halt ein Duplex-Funkgerät. Das heißt, du kannst in der Gruppe kommunizieren. Jeder kann es stillstellen, wann auch immer ich es möchte oder wir es möchten. Es gibt unterschiedliche Kanäle. Also total high-tech, geiles Zeug. Das war apropos, nur aufgrund von Sponsoring umsetzen konnten, weil das Zeug ist halt zündhaft teuer. Und ich hatte das halt durchgängig am Ohr. Und ich habe durchgängig in diesen 7 Tagen mit 14 meiner besten Freunde telefoniert. Und das war die Erfahrung, was ich für Dinge über diese Menschen zusätzlich erfahren habe, obwohl ich die teilweise schon 30, 35 Jahre kenne. Das ist völlig krass

Niclas [00:18:36] Das hört sich eigentlich super interessant an, weil, also, wenn man sich mal überlegt, du telefonierst sieben Tage am Stück irgendwie mit Leuten, Allein das ist ja schon anstrengend. Aber wenn du natürlich in so einer Extremsituation bist, ist das natürlich ablenkend und wahrscheinlich ziemlich geil. Also wenn ich überlege, wie oft so 90 Minuten Radfahren verfliegen können, wenn du währenddessen, keine Ahnung, rufst am Anfang vom Radfahren irgendjemanden an und kommst nach 90 Minuten heim und merkst so, krass, du bist jetzt dieselbe Runde gefahren wie immer und hast währenddessen aber komplett mit einem Kumpel telefoniert, wo du dich vielleicht vier Wochen nicht gehört hast und ihr habt über alles Mögliche gesprochen. Wenn man das mit 15 Leuten macht, geht die Zeit gut rum.

Daniel [00:19:19] Ja, genau. Und das Schöne war, die wechselten sich ja immer ab. Die hatten ja Freude und denen war auch klar, das ist ihr Job, mich zu unterhalten. Also letztlich, aber jetzt können wir dann vielleicht auch inhaltlich reingehen, ich hatte ja schon auch mit Müdigkeit zu kämpfen. Ich meine, wenn du halt eine Stunde am Tag schläfst und das auch nicht gut oder in der Nacht, dann bist du halt schon irgendwann müde, ne?

Niclas [00:19:43] Kann man sich vorstellen, glaube ich.

Björn [00:19:45] Ja, ich weiß noch, ich war immer praktisch remote und dann habe die Daten dann gesehen und bekommen und war dann in der WhatsApp-Gruppe oder ab und zu wurde ich angerufen und erster Tag war halt Daniel Steinhauser, komplettes Uhrwerk, 700 plus Kilometer abgeschrubbt. Und ich schon so, uiuiui, wenn das mal nicht nach hinten losgeht.

Daniel [00:20:09] Ich sage ja da, ich hatte eine andere Pacing-Strategie, aber das ist auch... Ja, ich weiß, ich bin trotzdem von meiner überzeugt und ich glaube auch gar nicht, dass... Ich würde es heute genau wieder so machen. Ja.

Niclas [00:20:22] Aber dann lass doch mal, bevor wir dazu kommen, da jetzt erstmal reingehen. Also, welche Strecke bist du gefahren? Warum diese Strecke? Und dann auch so ein bisschen, ich vermute mal, Rad-Setup, normales, in Anführungszeichen, komfortabel gebautes TT-Setup. Aber lass mal da so ein bisschen in diese Material- und auch Streckenwahl-Sachen reingehen, bevor wir jetzt ans Fahren kommen. Weil ich glaube, das interessiert die Leute auch schon, weil man kann sich das, glaube ich, gar nicht so... Also wenn Leute so normal mal, keine Ahnung, so ein normales Race Across Germany machen, die machen das auf ihrem normalen Straßenfahrrad und steigen danach ja schon ab und sind komplett zerstört. Und das ist ja quasi nur ein Bruchteil von dem, was du da gefahren bist.

Daniel [00:21:03] Ja, das ist so das erste Sechstel, ja. Genau. Also ich hatte... Genau, ein Zeitfahrrad. Bin da auch mit Scheibe und hohem Vorderrad gefahren. Hatte mehrere Spezialanbauten, die auch eben Freunde von mir 3D gedruckt haben. Da gab es eine spezial angefertigte Toolbox. Es gab so eine Haifischflosse hinten drauf. Also schon echt gut und ich habe das im Vorfeld getestet. Es war schon auch echt schnell. Ich habe ein geschlossenes Cockpit vorne gehabt, das eben auch 3D gedruckt wurde und das Rad war halt extrem schnell. Das hat auch Spaß gemacht, das zu fahren. Diese 700 irgendwas Kilometer, ich glaube 740 oder so am ersten Tag oder 730, ich bin da ja zu fast keiner Zeit, also ich bin ja zu keiner Zeit in diesen sieben Tagen Fatmax gefahren. Nie. Sondern Ich bin eigentlich ja nicht mal G1 gefahren. Also darum glaube ich, ist das Pacing tatsächlich eigentlich entspannt gewesen. Also ich bin einen Tag lang halt gefahren, aber eigentlich niemals im G1-Bereich. Sondern für mich war klar oder für uns war klar, Aero schlägt was immer. Wenn du gut auf dem Zeitfahrrad liegst und du trittst nur, ich glaube, was habe ich, 180 Watt oder so im Schnitt, das ist ja nichts. Also ich meine, wenn halt irgendwie, keine Ahnung, Fatmax 200, weiß ich nicht, 60, 70, 80 oder so was ist, eine Aero-Position, dann sind 180 Watt ja überschaubar. Und sobald du halt gut drauf liegst, bist du halt schnell. Also fährst halt irgendwie 35 oder 37 kmh, Und wenn du 10 Watt mehr trittst, dann fährst du halt ein kmh schneller. Wenn du aber schlecht auf dem Fahrrad sitzt und nicht aerodynamisch, dann brauchst du halt Unmengen an zusätzlicher Energie. Genau, und am ersten Tag war mein Körper erholt, die Speiche gefüllt. Und eigentlich bin ich total entspannt gefahren. Das Thema war, tagsüber war es super, super Temperaturen. Nachts, ich bin erfroren. Also die Temperatur war auch anders gemeldet in der ersten Nacht, also auch kurzfristig. Und es hatte einfach nur ein Grad. Es war ja, Ende April war es ja. Also das heißt, die Nächte waren auch extrem lang. Wir hatten einfach zwölf Stunden Nachtzeit. Und es hat halt zwölf Stunden einen Grad gehabt und 90 Prozent Luftfeuchtigkeit. Und anstatt, dann bin ich planmäßig gefahren. Es war halt echt kalt und irgendwann war ich halt dann auch kältemäßig durch. Dann sind wir ins Basecamp gefahren. Das ist beim Fußballverein hier. Die haben ihre, mega geil, das ist auch so eine Geschichte. Die haben einfach meine Woche lang ihre Kabine für mich geräumt. Duschen, ich hatte alles und bin dann aber halt nachts um drei Uhr dort hingekommen. Es gab einen vorgefertigten Prozess, den wir eben im Ablauf planen und dann freute ich mich auf eine warme Dusche und es kam halt kalt Wasser. Und dann hast du halt schon fünf Stunden oder acht Stunden auf diesem Fahrrad gefroren und da kam halt kalt Wasser.

Niclas [00:24:43] Das ist die absolute Hölle.

Daniel [00:24:45] Ja, genau. Und dann bin ich tatsächlich drunter gegangen. Und das war im Nachhinein, es gibt ja immer ein Learning. Das ist so total schön und auch cool, dass man bei jedem Rennen was mitnimmt. Und selbst jetzt irgendwie nach dem 10. oder 15. Ultra nehme ich halt was mit. Und ich bin halt unter diese kalte Dusche gegangen und anstatt eine Stunde Tiefschlaf, das ist so ein Zyklus bei mir, einfach einen kompletten Schlafzyklus, lag ich halt da eine Stunde Schüttelfrost.

Niclas [00:25:16] Ja okay, das wirft den ganzen Plan, also eigentlich hast du mit der Aktion theoretisch dann schon den Plan an die Wand geworfen kurz.

Daniel [00:25:23] Ja genau, so und dann eine Stunde Schüttelfrost und natürlich war das ein Fehler und natürlich wäre ich heute nicht unter diese Dusche gestanden, sondern hätte gesagt, hey, äh. Betreuer 1, 2, 3, zieht euch aus, legt euch zu mir in den Schlafsack rein und wärmt mich jetzt bitte. Und wo sind die drei Bettflaschen? Also das wäre das Richtige gewesen. Und vielleicht auch zu sagen, komm, diese Einschlafzeit, bis du aufgetaucht bist, die macht man dazu und dann schlaf halt eine Stunde 15 oder leg halt eine Stunde 15. Aber nach einer Stunde hat es einmal auf die Schulter geknopft, Daniel, und in dem Moment bin ich halt aufgestanden, die haben mich angezogen Das war halt auch so ein Thema, weil es ja draußen, es hat ja immer noch 1 Grad. Also ich meine, von 3 auf 4 Uhr Nacht hat es halt keine Temperaturveränderung. Und du musst halt alles anziehen. Also du musst halt vom Aufstehen, vom Schlottern, musst du halt die ganzen Wintersachen anziehen. Und das kostet natürlich Zeit. Und dann ist die Party natürlich groß, wenn du irgendwie um 4.15 Uhr startest und draußen ist halt dunkel und du bist wieder... wird es immer noch kalt und du startest halt wieder und du weißt, okay, Sonnenaufgang ist vielleicht 7.30 Uhr, die nächsten drei Stunden werden eklig, dann sagen alle, ja geil, guck mal diesen Sonnenaufgang und du denkst, fuck, es ist mir scheißegal, es ist einfach gerade nur kalt.

Niclas [00:26:51] Genau. Ich glaube, da kann sich jeder mal, ich weiß nicht, also bei mir ist das, wenn ich morgens aufstehe, immer krass, wenn ich dann direkt aufs Rad muss, habe ich, egal was ich anhabe, kalt. Und wenn ich dann überlege, du hast nur eine Stunde geschlafen, dein Körper ist komplett runtergefahren, du musst dich dann anziehen und da bei einem Grad raus, ey, das ist doch, da tut dir doch einfach nur Hände, Füße, wahrscheinlich Gesicht, es brennt alles nur und du zitterst wie Sau, oder? Ja.

Daniel [00:27:21] Ja, auf dem Rad ging es dann schon, ja, aber es ist halt unangenehm, also du hast halt einfach kalte Flossen, du hast, äh, deine Zehen merkst du irgendwann halt nicht mehr, ähm, natürlich hat man Überschuhe und so an, aber, ähm, genau, aber, also, irgendwann vergisst man es auch, es hat Spaß, obwohl es kalt ist, aber das waren halt diese 10% dieser Zeit, die ich halt jetzt anders genossen habe, ja.

Niclas [00:27:49] Anders genossen hört sich gut an.

Daniel [00:27:50] Genau. Und am zweiten Tag ging halt die... Das war ja dann natürlich schon auch ein Kilometer-Einbruch, weil dieses Dilemma, in Anführungszeichen, eben nicht diesen guten, tiefen Schlaf gehabt zu haben, der hat sich schon einen Tag auch gezogen. Also da habe ich dann mittags zum Beispiel auch nochmal 15 oder 20 Minuten Nepp gemacht. Und was ich halt kann, ist... Wenn du mir hier sagst, leg dich jetzt auf den Boden und schlaf, das ist mir völlig egal, egal wo, ich kann immer schlafen. Und das ist halt ein großer Vorteil in dieser Situation. Du bist halt extrem müde dann irgendwie, das war Mittagszeit, 14 Uhr, und dann lege ich mich halt kurz in den Bus, schlafe halt eine Viertelstunde und dann geht es weiter. Und die Schlafphasen, die merkt man dann schon, dass die wieder Energie bringen, ja.

Niclas [00:28:42] Wie war das Ganze ursprünglich geplant? Also ihr habt quasi immer geplant, eine Stunde nachts schlafen und dann, wenn du es brauchst, eine Viertelstunde nappen im Bus? Oder waren diese Naps quasi auch gesagt, okay, tagsüber, du fährst nach der Stunde nachts, fährst du sechs Stunden, naps eine Viertelstunde, fährst sechs Stunden, naps eine Viertelstunde?

Daniel [00:29:02] Ja, die Erfahrung bei Ultras... Du kannst ganz viel planen. Die Realität wird dich immer einholen. Geplant war diese eine Stunde nachts, also kontinuierlich auch genau als fix und dann Powernaps bei Bedarf. Also du kannst auch nicht sagen, sechs Stunden und dann die Frage ist ja, wann du müde bist. Und dann schon auch wenn man echt müde ist, dann geht es halt auch schnell, aber auch nicht diesen Punkt drüber, dass man zu müde ist, um zu schlafen. Genau. Aber dieses Desaster hatte ich dann natürlich schon drin. Das war jetzt kein idealer Start für die sieben Tage. An dem zweiten Tag bin ich dann, glaube ich, 540 Kilometer gefahren, also schon deutlich weniger. Das... Ja... Und trotzdem war es halt einfach dieser Tag, der war nicht mehr im großen Flow, sondern es war schon sehr geprägt von Müdigkeit. Und irgendwann hat sich dann eben in dieser ersten auf die zweite Nacht, da wurde es halt wieder so kalt, dann war so dieses Thema, okay, der Magen sucht sich das schwächste Glied aus und das ist definitiv, Der Körper sucht sich das schwächste Glied aus. Und das ist halt bei mir dann der Magen gewesen in dieser Nacht. In der zweiten Nacht habe ich dann fünfmal gekotzt. Irgendwie so drei Stunden.

Niclas [00:30:31] Und diese 90 Prozent... Bist du dabei gefahren?

Daniel [00:30:36] Ja, beim ersten Mal schon. Die anderen Male musst du dich dann tatsächlich anhalten, ja, genau.

Niclas [00:30:44] Ja, also ich finde, das ist eine berechtigte Frage, weil ich würde dir zutrauen, dass du währenddessen irgendwie, keine Ahnung, 100 Watt fährst, halb im Auflieger hängst und dich halt trotzdem übergibst.

Daniel [00:30:58] Das hatte ich schon mal gemacht beim Race Across Italy, ja, genau, da haben wir das auch unterwegs gemacht, aber das Zeitfahren ist ja auch nicht so bequem dafür. Ne, das war dann schon auch echtes Krisenmanagement. Die 90 Prozent, die kann man genießen und die 10 Prozent, und ich denke, da gehört die Situation eben auch dazu, die würde ich keinem anderen Menschen gönnen. Da muss man ein gutes Mindset haben und auch sehr davon überzeugt sein, es wird alles wieder gut werden.

Niclas [00:31:31] Hast du dir für so eine Situation, weil ich meine, also im Endeffekt, du bist so viele Ultras gefahren, du wirst, sag ich jetzt mal, gewusst haben, okay, ich werde in eine Situation kommen, wo ich mich irgendwie wieder überzeugen muss, ich steige jetzt wieder auf dieses Fahrrad und fahre weiter, wo jeder normale, also wahrscheinlich, wenn dich jemand von außen sieht und du übergibst dich fünfmal, wird ein Außenstehender sagen, ja gut, Daniel, hör auf, lang dann hier.

Daniel [00:31:58] Das war total geil. Das war... Das Profil war ja schon, also auch die Strecke war ja schon auch klar. Ich möchte gar nicht die sterile Strecke. Keine Ahnung, du kannst ja irgendwie in die USA oder Dubai fahren. Keine Ahnung, USA vielleicht noch ein bisschen in die Höhe, um den Widerstand zu verringern. Aber ich wollte es eher in der Heimat machen. Also hier in Bad Walze und auch die Region, weil ich auch beweisen möchte... man kann krasse Dinge machen und muss dafür aber auch gar nicht um die Welt fahren und gleichzeitig war das auch die Eintrittskarte, um es überhaupt mit meinen Freunden realisieren zu können, weil es ist ja klar, also die haben teilweise, je nachdem wie viele Schichten die hatten, hatten die halt eine Woche freigenommen, wenn ich meine, du hast eine leitende Position, hast eine Familie und das ist schon auch krass und Ich glaube, eine viel größere Wertschätzung kann man eigentlich gar nicht kriegen, wenn ein Kumpel, der eine Familie hat, eine Woche Urlaub nimmt für dich, dass er hier mit dir fünfmal zwölf Stunden im Auto sitzt. Also da müssen ja die Familie und die Frauen auch mitmachen und auch verstehen, was da passiert.

Niclas [00:33:03] Die opfern ja ihren Familienurlaub.

Daniel [00:33:05] Ja, genau. Und die Strecke, die ging ja schon so ein bisschen wellig auf und ab. Wir haben die flachste Strecke hier in der Region ausgesucht, aber es gibt halt keine Top-Ebene-Strecke. Das ist einfach nicht das Profil. Und dieses Erpressen, das war auf so einer Anhöhe. Und schon am zweiten Tag oder in der zweiten Nacht standen echt viele Menschen am Streckenrand. Das war verrückt. Und da stand auch eine sehr gute Bekannte von mir. Die ist immer wieder gekommen, hat dann irgendwann später auch Kaffee fürs Team gebracht und so. Und die stand da motiviert und hatte ihren Riesen-Lautsprecher da. Und immer wenn ich vorbeigekommen bin, voll Gas. Und sie stand teilweise dann auch nachts allein. Und ich habe da oben halt gekotzt. Mein Magen hat wehgetan. Es ging mir echt übel. Und das war so 300 Meter weiter, so eine Rechtskurve. Das heißt, die hat das nicht gesehen. Ich bin draufgestiegen, ich bin an der vorbeigefahren. Sie jubelt, yeah! Und ich denke, wenn du wüsstest, was gerade da oben passiert ist. Wie geil! Trotzdem war das natürlich auch ein Motivationsschub für mich. Also, In meinem Verständnis gab es diese Option, so wie du es ja auch beschrieben hast, jetzt nicht weiterfahren. Also mein Job ist weiterzufahren und mein Job ist halt in dieser Woche ja auch gewesen, eben Dinge auszuhalten und das bestmöglich umzusetzen.

Niclas [00:34:40] Das heißt, du hast dir auch im Vorfeld schon ganz klar gesagt, diese Möglichkeit, okay, ich höre hier auf, ich mache jetzt nicht weiter, die gibt es nicht. Das heißt, du hast dir im Kopf quasi vorher klar zurechtgelegt, okay, egal was ist, ich fahre immer weiter.

Daniel [00:34:56] Ja, also sonst brauche ich ja gar nicht anfangen und antreten. Also ich glaube schon, dass es ganz wichtig ist für Menschen, das ist auch gar kein Ultra-Cycling-Ding, sondern das kann ja auch einfach sein, jemand möchte einen Radmarathon, jemand möchte mal die ersten 100 Kilometer fahren oder jemand möchte für sich im Beruf erfolgreich sein oder kann irgendwelche Prüfungen machen oder Zusatzausbildung. Man sollte sich im Klaren sein, warum möchte ich das? Und wenn man sich dafür entscheidet, dann macht es ja schon Sinn, auch mit Vernunft und einer entsprechenden Vorbereitung, auch einer Strategie dahin zu gehen, dass die Motive halt klar sind, dass es halt klar ist, warum mache ich das? Und gleichzeitig gab es eben diese das war jetzt meine fünfte oder sechste Spendenaktion, haben wir im Team auch abgestimmt, ganz demokratisch, für wen wir Spenden sammeln. Das war das Kinderhospiz in Bad Krönenbach. Und ich kenne die Einrichtung. Also wir sind da seit vielen Jahren auch Fördermitglied, meine Frau und ich. Und das sind halt Kinder, die dort zeitlich, also einfach für eine gewisse Zeit hingehen können. oder in Familien, die Kinder haben mit lebensverkürzenden Diagnose. Also es ist halt klar, die Kinder werden sterben, in welchem Zeitraum auch immer. Die haben aber auch nicht die Möglichkeit zu sagen, hey, jetzt wird es gerade schwer, ich höre jetzt auf. Und das habe ich mir schon im Vorfeld auch als zusätzliche mentale Stütze gebaut, dass es halt echt fucking harte Zeiten geben wird, Und Daniel wird nicht aufhören. Es ist nicht die Frage, ob ich den Rekord schaffe. Das war natürlich das Ziel. Sondern die Frage ist, also die sieben Tage hätte ich in jedem Fall zu Ende gefahren. Auch wenn klar gewesen wäre, und es wäre gänzlich auch unromantisch geworden, dass der Rekord nicht möglich ist und du halt irgendwie nur bei 2000 Kilometer rauskommst. Aber ich glaube, das ist auch das, was Ja, Schulde gar nicht, sondern mein Team hat sich vorbereitet und trotzdem habe ich mit meinem Team eine klare Absprache gehabt, ich schulde euch nichts, sondern ihr seid da, weil ihr ein eigenes Erlebnis wolltet. Das war so die ganze Absprache, als auch nicht, ich muss es tun, um andere zu befriedigen. Das habe ich wirklich auf die Seite gelegt, sondern es ging darum, für mich ein Limit, gemeinsam mit meinen Freunden für einen guten Zweck. Und meine Freunde waren auch dabei, weil die auch ein Erlebnis haben wollten, sich auch für einen guten Zweck einsetzen. Ich glaube, das ist ganz wichtig, dass wir Rad fahren müssen. ist das Schönste der Welt, wenn man es darf. Wenn man es muss, wird es aber die härteste Nummer, vor allem im Ultracycling.

Niclas [00:38:01] Ja, das stimmt wohl.

Björn [00:38:03] Ja, und ich muss auch sagen, das Team, wie ich das mitbekommen habe, ähm, Da hatte halt jeder Lust. Also das war einfach das große Ganze, das da getragen wurde. Und es hat einfach irre viel Spaß gebracht und es hat auch irre viel Spaß gebracht, Da gemeinsam durch diese harten Momente zu gehen und auch in den WhatsApp-Gruppen oder Telefonate, also alles das, was Daniel dann so gar nicht mitbekommen hat, was da dann passiert ist, da ist jeder so ein bisschen über sich hinausgewachsen. Das fand ich schon spannend. Und ja, da hat jeder in seinem Rahmen alles gegeben, damit das ganze Ding auch läuft. Ich fand es einfach echt beeindruckend. Und ich meine, ich arbeite ja auch in anderen Bereichen, wo es um Höchstleistungen geht. Und ich muss da sagen, dass jeder von uns fähig dazu ist, wie Daniel das so schön gesagt hat, und ich finde das Kinderhospiz ja mit dem, ich habe ein Kind, das definitiv nicht alt wird, ich kann mir da jetzt keine Auszeit nehmen. Ich kann jetzt einfach nicht einfach sagen, vergesse ich jetzt mal, ja. Das ist echt ein gutes Bild, ein starkes Bild, hat mich gerade stark beeindruckt. Und das Team, das hat diesen Geist irgendwie mitgetragen, dass da jeder gemerkt hat, ich habe da die Verantwortung in meinem Bereich und kann mich aber auf die anderen verlassen. Das war schon echt cool. Auch wenn Sachen dann, also ich meine, es sind ja einige Sachen, Nicht so gelaufen, wie man sich das wünscht, aber es hat immer irgendwie funktioniert, weil alle flexibel genug waren und sich auch aufeinander verlassen konnten, dass es dann wieder lief, ja, und da macht man dann einfach wahnsinnig viel, um das ganze Ding am Laufen zu halten, ja, sei es irgendwie nachts der Vorort, die Leute... sich überlegen, es fehlen Handschuhe, dann wurde was in Instagram gestellt, dann wurden Handschuhe gesucht in der Region und, und, und. Es hat einfach irre viel Spaß gemacht, wie in so kurzer Zeit so viel erstens durch gute Planung und b dann durch ein hohes Grad an Einsatz und Flexibilität erreicht werden konnte.

Niclas [00:40:38] Wenn wir jetzt mal auf die Woche schauen, weil du hast vorhin selbst schon gesagt, von den Wattzahlen her war das jetzt nichts Verrücktes. Wahrscheinlich natürlich in der Summe, das über sieben Tage durchzuziehen, auf jeden Fall, aber um den Leuten so ein bisschen trotzdem diese Leistung, so in Zahlen mal widerspiegeln zu können. Habt ihr sowas wie, wie viele Kalorien hast du am Tag im Schnitt verbraucht? Wie viel hast du gegessen? Was hast du überhaupt gegessen? Du hast vorhin gesagt, hauptsächlich flüssig. Also ich kenne das jetzt, ich bin noch nie sowas krasses gefahren, aber ich kenne es von, sagen wir mal, 10, 10,5 Stunden Rennen fahren. Da kannst du noch mit nur Flüssignahrung gut auskommen. Da habe ich mir aber auch schon die letzten zwei Stunden, habe ich schon angefangen von Pizza und Pommes zu träumen. Ich will mir das gar nicht ausmalen. Das kannst du ja nicht essen. Das wird deinen Magen da komplett crashen, wenn du eh schon am Kotzen bist. Also was war da so die Strategie über die sieben Tage? Weil ich meine, über sieben Tage jetzt, keine Ahnung, sich nur flüssig zu ernähren, Das stelle ich mir auch unfassbar hart vor. Also irgendwann irgendwas Kleines zu essen oder so. Wie sah das aus?

Daniel [00:41:48] Also zunächst mal sollte man nichts tun, was man nicht schon mal ausprobiert hat. Das heißt, im Training davor, also es war ja nicht sieben Tage flüssig, sondern es war zehn Tage flüssig, weil ich ja schon drei Tage davor angefangen habe.

Björn [00:42:09] Das hatten wir davor aber auch ausprobiert.

Niclas [00:42:11] Ja, genau. Habt ihr vorher schon mal zehn Tage flüssig gemacht?

Daniel [00:42:15] Nein, fünf Tage. Und das war tatsächlich hart. Ist das geil? Wenn du... also du hast halt keinen Genuss, es ist völlig, also das Zeug schmeckt dir nicht, also zunächst mal ist es halt Vollnahrung, also da gibt es Fresobin, Entschuhe und so weiter und das hat halt unterschiedliche Geschmäcker, so, aber du nimmst das Ding halt im Training davor, austesten und das ist halt so ein bisschen so sinnlos, klar, du weißt, okay, du musst es austesten, aber es hat jetzt nicht so Sinn, da muss man schon, man muss schon sehr motiviert sein, irgendwann dann die sieben Tage zu fahren, dass man das im Training macht. Das ist so geil. Geil ist natürlich, wenn du Single bist, dann kann ich hier im Büro, nehme ich das Ding und schütte es kurz runter und so setze ich mich halt zu meiner Familie am Esstisch, da ist alles mögliche platziert und das Problem ist ja, die Kaloriendichte ist so hoch, du hast so ein Fläschchen, das sind 200 Milliliter, das kannst du in einer Sekunde runter trinken und kannst aufstehen und kannst weitermachen. Das war das Abendessen. Oh, ist das geil. Das ist tatsächlich, also genau, und dann schmeckt es von mir nach Cappuccino und nach Schokolade, das schmeckt nicht schlecht, aber das hat halt so eine Kaloriendichte. Du kannst es einfach nehmen und der Genuss ist vorbei. Anstatt du dir halt irgendwie ein geiles Porridge mit irgendwie frischen, so wie jetzt gerade irgendwie Himbeeren und Erdbeeren und wie auch immer und du freust dich irgendwie am Genuss und hast was zu kauen, du hast irgendwie was zu tun. Und so war das eben die fünf Tage in der Vorbereitung. Und da tat ich mir echt zunächst mal schwer, aber es war ja irgendwie klar, man muss es machen, also mache ich es halt. Und dann aber die drei Tage vor diesen sieben Tagen, das war für mich total okay, weil ich zum einen mal wusste, was war und ich auch den direkten Sinn gesehen habe. Das war dann einfach vielleicht auch schon so eine mentale Vorbereitung auf das, was kommt. Und eigentlich war ja der Plan, also im Prinzip eine gewisse Menge Fresubin, wir haben uns für Fresubin entschieden, Fresubin pro Stunde, also im Prinzip so 100 Milliliter und dazu halt Malto. In Summe waren das dann 80 Gramm Kohlenhydrate plus Eiweiß und Fett, was halt in diesem Fresubin drin ist, ein bisschen Natrium, also Salz als Ergänzung, mehr war es nicht. Und dann das wahre Leben zeigt halt, man muss immer ein Backup haben. Und das Backup war schon immer bei jedem Ultrarennen, bei dem irgendwann der Magen rebelliert, weil du halt maximal einfüllst, wenn du halt ein Begleitfahrzeug hast, dann kannst du einfach Reis, weißen Reis dazu. Und das war dann auch über die sieben Tage. Zu 95 Prozent habe ich mich flüssig ernährt. Und dazu gab es eben Reisbällchen. Also einfach gekochter Reis, das hat man dann in Kugeln gemacht und dann hat man mir die gegeben und ich habe die Kugel. Und dann war das auch immer eine Kombi irgendwann, weißen Reisbällchen und Cola.

Niclas [00:45:39] Boah, nee. War der Reis aber dann vielleicht irgendwann mal zu einem Zeitpunkt auch mit, keine Ahnung, Gemüsebrühe aufgekocht, damit das irgendwie vielleicht ein bisschen anders schmeckt? Nein, nein, nein.

Daniel [00:45:53] und die Dosis jetzt auch des Maltos war tatsächlich also man musste relativ viel Salz in das Malto machen zumal nachts war es echt kalt das heißt du konntest nicht viel Flüssigkeit drin sondern es war schon ein dickes Konzentrat und das Malto und das Salz und so natürlich haben wir auch ein bisschen Geschmack reingemacht aber das war schon eher boah, echt derb, dann auch zu trinken. Und da habe ich eher das Fresovil dann genommen, um nachzukippen, dass es irgendwie besser schmeckt. Ja, genau.

Niclas [00:46:23] Ich finde das ohne Scheiß, das ist, glaube ich, für mich, wenn ich jetzt so dran denke, mit Abstand das Beeindruckendste. Weil ich weiß nicht... ich weiß gar nicht, ob ihr das so in eurem in Anführungszeichen Alter, sorry, mitbekommen habt, aber es gibt ja auf YouTube diese Ultralauf-Szene, ist ja aktuell komplett durch die Decke am Gehen und wenn man sich mit Last Man, Last Soul Ultra und dem ganzen Kram Da habe ich mir schon ein paar Mal gedacht, wenn ich mir angucke, was die Jungs da essen und wie die sich dann beschweren über Magenprobleme und was sie für Probleme haben, denke ich mir, ja, wenn ihr das mal professionell aufziehen würdet, hättet ihr 50 Prozent eurer Probleme nicht. Weil wenn man sich halt die besten Ultraathleten der Welt anschaut, die machen es halt einfach, die haben eine klare Strategie. Wie zum Beispiel, ich meine, das ist ja jetzt auch schon länger bekannt, Christoph Sauser hat das ja, oder nee, Strasser heißt er, oder? Strasser, ja. Ja, sorry. Sousa war der Cross-Country-Fahrer. Genau. Der hat ja schon öfter solche 24-Stunden-Sachen und so gemacht und hat halt auch gesagt, jo, er macht es halt komplett flüssig, Frisurin und Abfahrt. Und ich finde das halt ein Maß an mentaler Stärke, Im Endeffekt sich zehn Tage quasi nur flüssig zu ernähren, das so durchzuziehen, das ist halt ein anderes Level wie das, was man bisher vielleicht so in dieser Ultraszene im Laufen zumindest auf YouTube dann von diesen, in Anführungszeichen, Influenz-Sportlern dann sieht, weil das ist ja... Ja, komplett Banane. Also die essen ja dann irgendwie Pizza zwischendurch und all so ein Quatsch. Und du einfach, ja, Reis, Cola, Frisuppi.

Björn [00:48:01] Das war super. Malte. Und wir haben uns auch ganz klar dagegen entschieden, dass wir so krasse, hohe Kohlenhydratmengen aufnehmen. Da haben wir gesagt, okay, die Menge reicht. Dann haben wir vermeintlich nicht den Stress mit dem Magen. Ich glaube, wir haben ein oder zwei Bananen gegessen, als mal das Kalium ein bisschen runtergerauscht ist. Wir haben immer Blutsamples genommen. Und dann war auch so ein bisschen, ja, nehmen wir jetzt Tabletten oder Brausetabletten oder was auch immer. Und da habe ich gesagt, vielleicht haben wir auch irgendwo eine sehr reife Banane liegen. Und dann haben wir das gemacht und interessanterweise hat das total gut funktioniert. Dann im nächsten Mal war alles wieder super. Also das hat echt hervorragend geklappt. Und keep it as simple as possible, ja.

Niclas [00:48:41] Das heißt, ihr habt in den sieben Tagen, du hast ja schon gesagt, es waren Arzt und Apotheker dabei, wurde dir dann quasi in den Pausen Blut abgenommen, die haben das direkt ins Labor geschickt und gesagt, hier, das und das bitte checken, da drauf gucken?

Daniel [00:48:55] Also, es gab den, also es gibt den Tobi, unser, ich sag jetzt mal, Display. war unser Mannschaftsarzt total engagiert. Das war einfach mega wertvoll. Und ihm war es halt auch wichtig, das ärztlich begleiten zu können. Dafür braucht er gewisse Grundlagen. Und auch für die Wissenschaft.

Björn [00:49:16] Wir wollen auch draus was machen, Tobi und ich. Wir haben schon kräftig Daten gesammelt und angeschaut.

Daniel [00:49:23] Weil es natürlich auch in diesem Content kaum... wirkliche Blutproben gibt, weil wer fährt irgendwie am Limit über ganz viele Tage mit wenig Schlaf und lässt sich Blut abnehmen? Die Rekordversuche sind ja relativ rar und wir hatten eben eine Absprache hier im Labor, das eben überwiegend das Krankenhaus und über das Krankenhaus-Notfall-Labor hatten wir halt innerhalb von einer Stunde die Blutwerte. Was halt total interessant war, also Keine Ahnung, im TK-Wert, der dann halt irgendwie am ersten Tag irgendwie, oder der Fahrer ist ja, keine Ahnung, bei 100, irgendwann war er bei 1.100 und am dritten Tag, ach zu, am dritten Tag oder am vierten Tag war der bei 11.000.

Björn [00:50:16] Einige Herzinfarkte später.

Daniel [00:50:20] Und um das ganze Projekt eben auch, also letztendlich geht es ja auch darum zu sagen, man kann krasse Dinge machen und man kann ans Limit suchen, aber trotzdem gibt es halt die Verantwortung für einen selber, für die Familie, für die Freunde. Nichts ist schlimmer, als wenn bei so einem Projekt tatsächlich nachhaltige Schäden entstehen. Letztlich jeder Betreuer verlässt sich ja irgendwie drauf oder will ja auch, also will ja niemand, dass irgendwas passiert. Und das ist ganz wichtig, dass man, wenn man so krasse Dinge macht, dass man es aber trotzdem auf vernünftige Beine stellt.

Niclas [00:50:55] Und so hatten wir halt... Hätte er die Chance gehabt zu sagen, okay, wir müssen jetzt aufhören?

Daniel [00:51:02] Ja, das war die... Ja, vielleicht müssen wir nachher kurz inhaltlich noch einmal kurz die Tage durchgehen, dass die Menschen verstehen, was da ablief. Lass uns die Frage vielleicht ganz kurz zurückstellen. Letztendlich konnten wir halt reagieren. Wir wussten ja auch dann, also eine Nacht gab es, da waren wir einfach ganz kurz vor dem Abbruch. Aber nicht, weil ich es entschied. Ich hätte es nie entschieden. Björn kennt mich schon viel zu lange, dass er weiß, dass ich in diesem... Es war klar, wenn der Arzt und das Team gemeinsam entscheidet, Daniel, kann ich weiterfahren, dann hören wir auf. Für mich war im Umkehrschluss auch klar, ich muss halt ein bisschen Härte und Schmerz ertragen. Manchmal ein bisschen kürzer, manchmal ein bisschen länger. Aber... würde ich ja nie die Entscheidung treffen, aufzuhören. Aber weil ich halt wusste, ich kann die Verantwortung abgeben. Weil wir im Vorfeld uns aber auch so ausgetauscht haben, ich nenne es immer Vertrauen durch Vorbereitung, so ausgetauscht haben, dass halt klar war, wo ist unsere rote Linie. Und wir bewegten uns während dieser sieben Tage immer mal wieder ganz knapp an dieser roten Linie. Also vielleicht, den ersten Tag haben wir ja besprochen, der zweite Tag war dann eben wirklich hart, weil Schlafmangel und dann war die Nacht aber planmäßig gut, also ich habe einfach die eineinhalb Stunden geschlafen dann, in der zweiten auf die dritte Nacht, ja und zwar, also das heißt, die Magenwischwerden, das Erbrechen haben wir dann im Prinzip durch Schlaf gelöst und dann wurde der Magen wieder stabil und der war dann auch die ganzen sieben Tage nie mehr ein Thema, was halt total krass ist, weil die erste Nacht hast du eine Stunde Schittelfrost anstatt eine Stunde schlafen und in der zweiten Nacht kotzt du halt fünfmal. Und das ist Bei sieben Tagen können das schon echt lang werden. Ich würde es mir nicht vorstellen. Dann haben wir es aber geschafft, es umzukehren.

Björn [00:53:12] Ich erinnere mich noch daran, ihr sagt, zwei, drei Tage hat der Körper rebelliert und hat Gebrauch. Jetzt hat er sich eingegroovt. Er kann weiterfahren.

Niclas [00:53:22] Das ist so Banane. Überlegt euch mal, man würde das jetzt auf ein normales Rennen runterbrechen. Die meisten können sich was vorstellen, wenn sie ein 4-5 Stunden Rennen fahren. Überlegt euch mal, In einem 4-5-Stunden-Rennen ist die erste halbe Stunde bis die erste Stunde. Ihr startet, die ersten 10 Minuten sind gut und danach passiert in den nächsten 20 bis 60 Minuten die komplette Scheiße, die einem passieren kann. Keine Ahnung, euch fliegt das Schaltwerk um die Ohren, ihr habt einen Platten, ihr legt euch aufs Maul und man macht trotzdem weiter. Das ist so und man macht dann ja nicht nur noch irgendwie... einen Tag weiter oder du musstest ja nicht nur zwei Stunden weiter, du musstest noch fünf Tage weitermachen. Das ist sehr beeindruckend.

Daniel [00:54:07] Ja, nee, das ist nicht muss, sondern du möchtest. Ich glaube, das ist der Unterschied. Manche Menschen haben zu mir gesagt, hey, du musst jetzt irgendwie noch drei Tage fahren. Nein, das ist ja nicht müssen. Ich kann ja jederzeit aufhören. Wenn ich etwas muss, dann ist es scheiße. Wenn ich es darf und kann und das ist... Ich glaube, ein ganz wichtiger Unterschied, um auch durchzuhalten, zum Beispiel würde ich nie aussteigen beim Fünf-Stunden-Rennen, wenn ich jetzt halt die erste Stunde verkacke und halt irgendwas blöd läuft. Dann komme ich halt als Letzter ins Team, aber ich fahre das Ding zu Ende. So ist mein persönliches Mindset.

Niclas [00:54:42] Das muss ich ehrlich gestehen, das ist sehr schön zu hören, weil... Ich kann aus vielen Profisportlern, aus der Sicht kann ich verstehen, warum sie in Wettkämpfen aussteigen, weil sie sagen, okay, ich spare mich für den nächsten Wettkampf aus. Ich finde aber immer von außen stehend, und deswegen fand ich zum Beispiel Jan Frodeno damals bei seinen, als er hier in Hawaii mit seinen Rückenproblemen kämpfen musste und das Ding trotzdem irgendwie heimgebracht hat, das finde ich sind eigentlich die Momente, die dann zählen, weil man halt zeigt, okay, wir sind Profisportler, wir können das unfassbar schnell, aber uns geht es genauso auch mal scheiße und wir ziehen dann trotzdem auch durch, weil man hört das ja von, also ich höre das von ganz vielen Athleten, denen geht es im Wettkampf teilweise unfassbar scheiße, aber weil die halt sagen, okay, meine Frau opfert hier den Familienurlaub, ich muss hier ins Ziel kommen, weil ich will denen das ja auch quasi zurückgeben und ich will jetzt nicht derjenige sein, der hier sagt, okay, wir sind jetzt eine Woche hier angereist und ah ne, jetzt geht es mir gerade nicht gut und ich breche jetzt ab. Das ist, finde ich, dann wirklich eigentlich das Allergeilste an dieser ganzen Sache, dass man sagt, okay, egal was passiert, du ziehst das durch und du hast das durchgezogen und hast trotzdem den Weltrekord geholt. Das ist ja komplett Banane.

Daniel [00:55:58] Ja, und Tag 3 und 4 haben wir dann eigentlich ganz gut im Griff gehabt. Im Prinzip war es auch immer so ein Wechsel. Die Nächte waren natürlich eher die Herausforderung. Und 3, 4 und lief und dann gab es nochmal, also beziehungsweise ab Tag 3 gab es dann einen Effekt, den wir gar nicht auf dem Schirm hatten. Und zwar war das ja tiefste Idylle. Oberschwaben, verkehrsfrei. Und wir sind halt an blühenden Rapsfeldern entlang gefahren. Es hatte jetzt zehn Tage nicht geregnet, was ja eigentlich total gefeiert wird, weil du musst nicht im Regen fahren. Also du musst nicht im Regen fahren. Es war halt so viel Pollen- und Sahara-Staub in der Luft. Ich bin nicht Allergiker. In keinster Weise, kein bisschen. Aber wir hatten quasi stündlich ein halber Zentimeter Pollen-Staub und Sahara-Staub. auf der Windschutzscheibe. Und das ist halt das, was ich dann den ganzen Tag ja direkt an diesen Feldern entlang, die Heubänder liefen und haben eben das nochmal alles aufgewirbelt. Und das war halt, ab dem dritten Tag war meine Nase komplett zu. Die war wie zugespachtet. Das kannst du dir nicht vorstellen. Die war einfach komplett zu. Und das hat dann auch zugenommen, dass es eben immer mehr auf die Lunge zog. Und in der, ich glaube, vierten auf die fünfte Nacht war das dann echt der kritische Moment, in dem ich gedacht habe, das war's jetzt. Irgendwann haben wir, das ist total geil, wir haben die Strecke, es gab so drei Strecken, die wir so ein bisschen situativ auch eben mit Wind und Abwechslung gewechselt haben und sind dann auf eine Strecke gegangen. bei der das Büro meines Hauptsponsors ist. Und dann war das halt so, wir haben dann nicht mehr ins Basecamp nach Heisterkirch gewechselt, sondern ich habe mich dann halt einfach in das Büro meines Sponsors geleckt. Nachts. Und die standen, das war faszinierend, das war so geil. Das sind 15 Leute dort in der Hauptgeschäftsstelle bei DC Cargo in Reutte. Und die kamen dann teilweise, jede 30 Minuten kam ich vorbei und die sind dann von der Arbeit, sind sie einmal, ey, er kommt, rausgerannt an die Strecke, haben gejubelt, ich bin vorbeigefahren, sind sie wieder zur Arbeit gegangen. Die haben quasi so Intervallfeiern gemacht. Dann lag ich dort und in dem Moment war die kippligste Situation. Also ich hatte 38,9 Grad Temperatur. Nachts um zwei. Ich war total übermüdet. Zu dieser Zeit war es dann auch so, dass mein Nacken, mein Kopf nur schwer halten konnte. Das heißt, irgendwann war ich halt nicht mehr aerodynamisch, sondern war halt wie ein aufrechtes Zelt auf meinem bis zum Ende perfektionierten Zeitfahrrad. Dann, ja, ich, also meine Nase war zu, die Lunge war belegt, also ich röchelte extremst. Genau, aber sonst ging es mir ganz gut. Meine Hände waren auch so ein bisschen taub inzwischen.

Niclas [00:59:29] Das hört sich so verrückt an.

Daniel [00:59:31] Ich war halt komplett müde, komplett k.o., komplett fertig und ich lag da und dachte, okay, Temperatur 37,9, okay, Nase zu, okay und dann hatte ich quasi Schleim gespuckt, dunklem Schleim, wo du halt siehst, okay, genau dieser Pollenrotz, den du halt die ganzen, die letzten Tage reinziehst und Wir haben das dann quasi auf Mikroskop und quasi Handy vergrößert. Da war halt Blutauswurf drin. So, und dann dachte ich, Tobi kam dann rein, unser Arzt, und der hat das angeguckt und ich dachte, scheiße, ich glaube, jetzt ist es passiert, die lassen mich nicht mehr aufs Fahrrad. Und dann haben wir ja eben zum Glück auch aktuelle Blutergäbnisse gehabt, die wir halt eine Stunde davor oder zwei Stunden davor abgenommen haben. Und dann guckt er das an und sagt, komisch. Also er kann ausschließen, dass es ein viralen und bakteriellen Infekt ist. Das muss vom Pollenstaub kommen. Er kann sich das nicht anders ärztlich erklären. Aus seiner Sicht spricht nichts dagegen. Und das war ihm bis zum Ende, bis eine Woche nach der Zieleinfahrt nicht bewusst, was das für eine Entscheidung von ihm war, wie mutig das war. als Arzt hinzustehen und sagen, okay, der Typ, der hat zwar nicht geschlafen, sein Nacken ist am Arsch, er hat erhöhte Temperatur, die Nase ist zu und er röchelt und spuckt quasi dunklen Schleim aus, ich lasse ihn weiterfahren. da gehört so viel Mut dazu, da war Björn natürlich dann auch involviert. Ja, wir hatten, Tobi und ich hatten viele Telefonate.

Björn [01:01:10] Das war wirklich heiß und dann haben wir gesagt, da ist nichts und so weiter und dann haben wir halt gesagt, das kann wirklich von den Pollen und Ähnlichem kommen. Und dann haben wir entschieden, okay, let's go for it. Wir haben dann nochmal die Pacing-Strategie nochmal komplett umgebastelt, dass du vor allen Dingen dann erstmal, wir haben immer gemerkt, klar, wenn du schläfst, geht es dir besser, dann haben wir ein bisschen mehr Schlafphasen eingebaut erstmal eine Zeit lang. Und dann wieder, dann nachher gar nicht mehr, dann hast du einfach durchgezogen. Und diese Pläne wurden auch wieder überworfen, wie das dann so ist. Aber dass man zumindest eben eine Struktur reingebt, gibt halt auch Sicherheit. Aber definitiv, Tobi hat dann gesagt, da ist nichts, go for it.

Daniel [01:01:58] Ja, und ja auch du. Und ich glaube, da gehört so viel Mut dazu. Und das war ja dann trotzdem ärztlich überwacht. Und ich bin da halt da gelegen und er sagt halt in dem Moment, ja, aus ärztlicher Sicht spricht nichts dagegen und ich bin da gelegen und bin dann wohl, das weiß ich ganz sicher, weil ich jetzt mehrere Leute gefragt habe, wie die Situation war. Also mein Vater war einer der Betreuer. Den habe ich im Nachhinein gefragt, wie war denn die Situation für dich? Also ich habe ja auch zwei Jungs. Also ich hätte keinen Bock, dass mein Sohn da so liegt. Und in dem Moment, als er gesagt hat, aus ärztlicher Sicht spricht nichts dagegen, bin ich aufgestanden und habe gesagt, hey Leute, was macht ihr? Zieht mich an, es geht weiter. Und das war halt nachts um drei. Und ich glaube, so, und dann haben sie mich angezogen und dann sind wir weitergefahren. Und dann, das war dann halt Tag fünf und sechs, da hat es halt immer noch so Sahara-Staub gehabt und Pollenstaub. Das war halt einfach ein ständiger Begleiter des Ganzen. Ich bin mir auch sicher, das war mit, ja gut, Schlaf und Kälte, halt der größte Endgegner, so haben wir es immer genannt. Und dann kam halt noch Sturm auf. Also dann hat es halt irgendwie fünf bis sechs windstarken Sturm gehabt. Und es ist halt geil, wenn du Probleme hast mit dem Nacken und du bist sowieso nicht mehr frisch und du fährst halt ein TT-Bike und musst halt den Lenker festgreifen, dass er dir bei jedem seitlichen Sturm dir nicht das Ding aus der Nase zieht.

Niclas [01:03:33] Habt ihr dann immerhin die Scheibe ausgebaut und vielleicht auf niedrigere Laufräder gewechselt?

Daniel [01:03:38] Nö. Hätte man machen können, habe ich mich aber bewusst dagegen entschieden. Es ist ja trotzdem schneller.

Björn [01:03:44] Die Runde haben wir dann noch ein bisschen, zum Schluss haben wir dann eine andere Runde gewählt, die nicht ganz so windanfällig waren. Und nochmal um zur ärztlichen Situation, wir haben auch immer die Leistungsdaten und Herzfrequenzdaten und so weiter gehabt. Da war jetzt auch nicht irgendwie zu sehen, dass es da irgendwas Blödes, ja, irgendwie, keine Ahnung, Vorhofflimmern passiert bei solchen Sachen ja auch gerne mal. Aber es war alles, urweltmäßig lief das alles gut. Klar, Leistungseinbruch, aber alles erklärbar. Von daher konnte man dann einfach durchziehen.

Daniel [01:04:17] Ja, und dann hieß es halt, ja genau, dann haben wir einen Plan aufgestellt. Da habe ich auch gesagt, ja, wir brauchen einen Plan. Und dann hat Fabian gesagt, einer meiner Begleiter, Björn, gesagt, okay, jetzt brauchen wir einen Plan und er rechnet es einmal durch. Und dann hieß es, alles, was Luxus ist, kommt jetzt weg. Also verstehst du, du kannst deinen Kopf nicht mehr halten, Niclas. Und es kam ja quasi einmal am Tag der Physio, der dich am Leben hielt. Und jetzt hast du ja nur noch zweieinhalb, drei Tage zu fahren. Jetzt wird Luxus gestrichen, weil... Sonst geht es halt vom Rekord von diesen Zahlen nicht. Also, da haben wir sogar telefoniert, gell? Unterwegs hast du mir gesagt, ja, ab sofort halt kein Luxus mehr. Dann habe ich gefragt, Julian, der Physio, ja, der ist Luxus.

Björn [01:05:06] Ah, okay. Das Ding war halt, irgendwann, ich hatte es durchgedacht und dachte so, uiuiui, jetzt haben wir noch ein bisschen mehr Leistungsabfall. Das Ding wird, zu dem Zeitpunkt hätte ich gesagt so, boah, das wird, ist glaube ich nicht mehr zu schaffen. Jetzt müssen wir halt alles rausschleichen, was geht. Und wir hatten noch eine Diskussion, ob wir noch einmal Blut abnehmen. Dann habe ich gesagt, das ist notwendig, das müssen wir machen. Und dann wurde halt alles zusammengestrichen, was Luxus ist.

Niclas [01:05:35] Aber gerade dieses Kopf festhalten und den Nacken halten. Ich glaube, das haben... Also ich habe es bei dieser Doku von dem Fahrer, der das kurz vor dir quasi gemacht hat, auch gesehen. Der musste seinen Kopf... dann quasi mit Expandern quasi halten. Also der hatte einen TT-Helm an, da wurde dann quasi ein Expander hinten an den TT-Helm gemacht und nochmal unten an die Bib oder Trikotasche oder whatever fest, damit er seinen Kopf quasi auf der TT-Position halten kann. Nimm doch mal die Leute kurz in diesen Prozess, weil das wird doch wahrscheinlich so ein über die sieben Tage leichter, stetiger Verfall gewesen sein. Und wie machst du das dann? wenn Björn dir, der Knecht da, dir die letzten zwei Tage auch noch den Physio streicht. Also, weil der Physio hält das wahrscheinlich halbwegs die Muskulatur dann offen noch, oder?

Daniel [01:06:26] Ja, das war aber auch nur ganz kurzfristig dann ein bisschen besser. Sieben Tage sind lang. So die ersten Tage, da fährt man ja auch gar nicht so eigentlich am Limit. Also außer man hat eben gewisse... zeitliche Probleme oder Probleme, die halt zeitlich irgendwie befristet sind, aber man geht ja nie so ans Limit, dass man sagt, ich könnte jetzt morgen nicht mehr fahren und die Wertzahlen sind ja dann auch nicht mehr so hoch. Das heißt, grundsätzlich spart man ja auch in gewisser Weise etwas auf. Ähm, um halt die sieben Tage dann auch zu überleben. Und das war halt dann auch dieser Moment, wo es halt klar ist, okay, jetzt wird nichts mehr aufgespart, jetzt gehen wir ans Limit und im Endeffekt, wie ich nach sieben Tagen ins Ziel komme, ist völlig egal. Hauptsache, du kommst ins Ziel. Hauptsache, du kommst ins Ziel, aber da spielt es ja auch nicht mehr eine Rolle, Wenn du noch einen Tag fahren musst, dann musst du noch Reserven behalten. In allem Möglichen. Aber das Ziel ist ja, nach sieben Tagen halt das Limit zu suchen und da sind die Reserven aufgebraucht. Und das haben wir dann auch gemacht. Also in der letzten Nacht oder vor der letzten Nacht, die letzten zweieinhalb Tage, bin ich noch viel mehr Zeit gefahren als die zwei Tage davor. Da gab es halt einfach kurze Schlafzeiten und die letzte Nacht oder die letzten 36 Stunden, da hatte ich noch, ich kam morgens um 8 Uhr zum Ziel, da hatte ich quasi einen Nachtschlaf von einer Stunde, habe dann ein Powernap gehabt, eine Viertelstunde und dann bin ich den ganzen Tag gefahren und abends um 20 Uhr wurde ich halt echt so müde, da haben wir gesagt, jetzt schläfst du noch eine Stunde, also ich hatte ja einen dann nur noch 13 Stunden zu fahren. Jetzt schläfst du noch eine Stunde, weil es halt gerade gar nicht mehr ging. Und das war auch geil. Wir wollten dann halt immer auf dieser Strecke bleiben, die halt dann gut war. Und die Übernachtung im Basecamp, das war halt so ein bisschen immer so, du musst noch 6 Kilometer hin, 6 Kilometer zurück mit noch ein bisschen mehr Wellen und so. Und dann sind wir da gefahren und da standen halt 1000 Leute an dieser Strecke entlang, also auf diesen 15 Kilometer. Die haben dann Party gemacht, da kam eine Musikkapelle, alles mögliche. Es war völlig verrückt. Und dann haben wir halt irgendwie gefragt, ey, wir bräuchten irgendwie Heißwasser. Hier, wer hat Heißwasser? In der nächsten Runde standen halt drei Teekannen mit Heißwasser da. Und dann haben wir gesagt, hey, Daniel müsste jetzt irgendwie schlafen. Wo kann er schlafen? Es müsste aber echt heiß sein, weil es kalt ist und so weiter. Und ja, wir machen den Kachelofen an. Und dann habe ich halt nur im Haus an der Strecke geschlafen. Die Menschen kannte ich nicht. Da bin ich jetzt im Laufen natürlich auch hin und habe mich bedankt. Und die waren aber halt die ganze Nacht bis um vier Uhr standen, waren da, hatten irgendwie ein offenes Feuer, haben sich einen eingeschenkt. Das war mega, das war da. Ja, genau. Und da bin ich dann halt rein, bin geschlafen. Und eine Stunde später war ich wieder auf dem Rad, bin weitergefahren und dann war das tatsächlich die letzte Nacht, das war echt unkomfortabel, weil es ja klar ist, okay, ich habe so eine Stunde Puffer auf dem Rekord, so ungefähr. Wenn das Pacing weiter und du hast keine Pannen, du hast keinen Einbruch, du darfst nichts haben. Also es war echt knapp. So und dann um 2 Uhr, ja, um 2 Uhr irgendwann, ich wurde so müde und Dann sage ich irgendwann, hey Leute, seht ihr das rote Licht auch? Und die so, äh, ne. Sag ich, ja doch, da vorne, guckt doch mal, das rote Licht. Und die so, äh, ne, Daniel. Sag ich, da vorne brennt doch ein rotes Licht. Die so, äh, Daniel. Ah, jetzt sehen wir es auch. Und da standen halt Typen irgendwo auf der grünen Wiese und haben halt Bengalos angezündet. Alter, wie geil. Ich bin vorbeigefahren und ich dachte nicht, oh, geil, die Bengalos. Und ich dachte, zum Glück standen die da. Aber ich dachte, ich habe mir das nur eingeschaut.

Niclas [01:10:42] Du hast gedacht, du halluzinierst.

Daniel [01:10:44] Ja, genau. Nachdem die drei hinten geschockt haben, also wir sind nix und ich war so froh. Genau. Und das hat mich dann halt wieder eine Stunde am Leben gehalten. Das war so ein Wow-Effekt. Krass, da stehen Typen irgendwie, die ich nicht kenne mit Bengalos. So. Und dann wurde ich halt irgendwann echt nochmal so müde, dass es halt nicht ging. Und dann war das die Abwachung. Maximale Wärme im Bus. Alle Fenstertüren zu. 10 Minuten Zeit brauchen wir, um aus diesem Bus eine Sauna zu machen. Und dann nach 10 Minuten hielten die an, die fuhren kurz vor. Ich wurde im Prinzip vom CT-Bike runtergezogen, direkt hinten Kofferraum auf, reingeworfen, mit Helm, mit Brille, mit Schuhe, mit allem. Wir haben eine 11 Minuten Pausenstopp gemacht und ich habe über 10 Minuten geschlafen. in der letzten Nacht. Du bist rein, eingeschlafen, raus. Genau. Und Michael Scheier, der Dokumentarfilmer, der sagt, der hat das ja die ganzen Nächte auch, oder die ganzen Tage beobachtet, der hat ja die ganzen O-Töne, der sagt auch, es war total faszinierend, auch wenn du eben Power-Naps und wie auch immer gemacht hast, du bist rein, und dann hörte man einmal tiefes Atmen, und dann war Ruhe. Und dann klopft jemand gegen deine Brust, like Daniel, und in dem Moment bist du nicht so, was ist, sondern du bist aufgestanden, bist auf das Fahrrad und bist weitergefahren. Und der sagte, das konnte ich mir nie vorstellen. Also genau, und das war auch so diese Motivation, die, ich glaube, man nennt es auch intrinsische Motivation. Du wirst nicht von außen aufs Fahrrad geprügelt. Das war ja so der Horror oder die Herausforderung im Fahrfeld, meiner Helfer, dass die halt sagen, keine Ahnung, wie kriegen wir dich wach? Das gab es eigentlich nie.

Björn [01:12:45] Genau, und dann... Die Leute am Streckenrand, die haben gesagt, der hat geschlafen, dann stand er auf, kam wieder raus, eine Stunde später, Peace-Zeichen gemacht, moin moin, weiter geht's, so nach dem Motto. Aber wie geht denn das jetzt? Wie macht der denn das jetzt? Der hat halt gute Laune. Das kommt halt aus ihm selber raus. Jetzt hat er so ein Kernkraftwerk da drin.

Daniel [01:13:08] Das ist so geil.

Björn [01:13:08] Das war echt cool.

Daniel [01:13:10] Ja, dann irgendwann am Morgen hatten wir den Rekord, also knapp zwei Stunden davor. Und dann war es tatsächlich so, dann habe ich das erste Mal rascheln gehört im Bus hinten. Und dann habe ich gesagt, sag mal, was habt ihr eigentlich zu essen da hinten? Ich meine, den Rekord hatte ich ja jetzt.

Niclas [01:13:37] War ab dem Moment in deinem Kopf quasi dieses Verlangen nach, okay, ich will jetzt was Richtiges essen?

Daniel [01:13:42] Dann habe ich gesagt, ja, Gummibärchen oder Schokolade. Ich habe gesagt, ihr habt Schokolade, geil, was habt ihr für eine? Und dann der Beifahrer, der mir ja immer alles gereicht hat, der hat mir dann so eine riesen Schokoladenverpackung und der gab mir halt zwei Rippchen. Und dann habe ich gesagt, nee, nee, die andere Seite. Und dann habe ich halt quasi einfach mal kurz eine Tafel Schokolade gegessen. Eine ganze? Ja, klar, ja, klar. Ja, genau, das war mal kurz inhaliert, ja und 10 Minuten später, also ich meine, du hast halt so einen Kalorienumsatz, das ist ja einfach, keine Ahnung, du verbrauchst in dieser Woche 100.000 Kalorien oder mehr und du bist gewohnt zu essen. Ja, und ich gebe dir mal eine Tafel Schokolade und zehn Minuten später, was habt ihr noch? Und so ging das dann bis ins Ziel. Wie geil! Und dann, das war echt verrückt. Und ich glaube, ich weiß nicht, wie viele Sportler das erleben dürfen oder erleben können. Es war ja schon während dieser sieben Tage völlig verrückt, auch am Streckenrand. Und das war ja auch gar nicht geplant. Wir wussten ja gar nicht... Wie komme ich nach diesen sieben Tagen an? Was passiert da? Und dann war halt in der Innenstadt in Bad Waldsee, haben sie den Start und Ziehbogen, ich veranstalt zwei eigene Events, den Ziehbogen des Bad Waldsee Radmarathons von mir genommen und haben den halt in der Innenstadt aufgebaut. Und dann fuhr ich da halt in die Innenstadt und da standen halt keine tausend Leute. Da war dann hier DC Cargo, hat ihren Lastwagen hingestellt und das war dann unsere Bühne und dann hat man Mikrofone und Lautsprecher besorgt und dann fuhr ich da halt hin und da standen halt tausend Leute, um mich zu begrüßen. Und das war halt völlig verrückt und was halt total schön war, ist, die Leute haben alle kapiert, dass ich halt der Typ auf dem Fahrrad bin, aber dass ich auch nur ein Puzzleteil dieses ganzen Systems bin. jeder Helfer, der wurde da genauso abgefeiert, wie ich eben auch. Und das ist so dieses Sinnbild, das ich oder wir ja auch vermitteln wollten. Es geht gar nicht darum, oder ich brauche keine Bühne. Ich meine, so ein Tiererlauf, den genießt man natürlich schon. Das Jeder, der sagt, ich glaube, du kannst keinen Spitzen- oder Leistungssport betreiben, ohne ein bisschen eitel zu sein. Aber ich versuche, das auf ein Mindestmaß herunterzusetzen und das natürlich in Energie umzuwandeln und in Freude eben auch Dinge zu tun. Aber was meine Freunde da eben auch erlebt haben, einfach wie die Stimmung im Ziel war, da ging es gar nicht darum, natürlich hat man irgendwie eine Rekord gefeiert, aber ich weiß nicht, ich glaube, es wäre auch so gewesen, zumindest so ähnlich, wenn es halt vom Rekord nicht ganz so geklappt hätte. Weil der Rekord ist eigentlich nur eine Zahl, die irgendwann ohnehin verbessert wird. Und es ist schön, das irgendwie zu haben und du hast irgendwie Guinness World Record, hast eine Urkunde und freust dich. Aber es geht ja auch um das Erlebnis. Und dann standen wir halt da und eben auch vom Kinderhospiz war jemand da, der eben auch noch zu Wort kam und keine Ahnung, SWR war da, also das war schon irgendwie völlig verrückt, ja, genau. Das sind die Erlebnisse, die ich tatsächlich eben gespeichert habe, so dieses, die harten Momente sind total schön im Nachhinein überstanden zu haben und ich weiß genau, wie meine Freunde mir da geholfen haben. Also ich meine, ich weiß halt, wie ich mich gefühlt habe, als ich halt gekotzt habe oder als es mir so kalt war und als ich halt gesagt habe, hey Leute, ihr müsst mich jetzt unterhalten, ich bin so müde. Es ist halt so ein ständiger Kampf dann auch immer mehr geworden gegen irgendwelche Herausforderungen und ich stelle mir das ja so vor, wenn ich in 30 Jahren mit meinen Freunden irgendwo einen Ausflug ins Allgäu mache und wir da da sitzen auf irgendeiner Hütte und wir sagen, hey, weißt du, damals 2026, als wir da losgezogen sind. Ich glaube, das sind schon die Geschichten, die uns halt ein- und uns eben auch für immer verbinden und wahrscheinlich auch noch mehr verbinden, als es ohnehin bislang so war.

Niclas [01:18:27] Das ist schon sehr inspirierend, muss ich ehrlich sagen. Du hast jetzt gesagt, du hast diese letzte Stunde auf dem Fahrrad schon angefangen zu essen. Aber wie ging es dir jetzt erstmal körperlich nach der Woche? Wie lange hast du gebraucht, um wieder halbwegs unter den Lebenden zu weilen? Wie lange hast du geschlafen? Wie waren die Tage danach? Was hast du gegessen?

Daniel [01:18:51] Wie viel? Vielleicht ganz kurz... Die haben mich ja dann irgendwann gefragt, so nebenher, ja, was hättest du denn gerne im Ziel zu essen? Da sage ich, ja, ja, Pizza und Kässpätzle. Ja, halt klassisch. Also Kässpätzle ist halt schon richtig geil. Und Pizza. Und ich kam da ins Ziel und da war halt die Pizzaschachtel. Da gibt es auch ein Foto von mir, in dem ich dann die Pizzaschachtel nach oben hiefe. Das war halt meine Trophäe, verstehst du? Und dann habe ich halt irgendwie die Pizza noch inhaliert und ich habe die Kässpätzle-Portion noch inhaliert, während ich quasi da auf der Bühne war. Also das ist genau. So und dann... bin ich halt direkt einmal zum Physio gegangen, nachdem das Prozedere und die Interviews beendet waren, weil der halt einfach 200 Meter weiter seine Praxis hat, Herr Julian. Und danach bin ich quasi zurückgelaufen, dann hieß es ja zum Auto und dann habe ich halt alle meine Freunde in der Kneipe gesehen. War ja geiles Wetter draußen und dann habe ich mich da halt dazugesetzt. Du bist nicht direkt eingeschlafen? Nein, nein, ich ich saß da noch zwei Stunden mit denen. Also ich habe jetzt kein Alkohol getrunken, das hätte ich nicht gepackt, aber die haben halt ein Bier getrunken und so. Ich meine, da sitzen meine Freunde, da gehe ich ja nicht heim. Und dann wurde es echt wild. Also im Nachhinein, die ersten ein, zwei Tage, ein, zwei Nächte, boah, Horror will ich nicht sagen, aber die waren echt schwer und ich war echt froh, als die Nächte vorbei waren. Das war jetzt nicht so, das haben mich ganz viele gefragt, wie viele Stunden hast du nachgeschlafen? Das war schon eher so, ich bin alle 30 Minuten oder zwei Stunden spätestens aufgewacht nachts. Mein Gehirn musste sich erst verknüpfen und das alles verarbeiten. Ich hatte ja eine Woche lang nicht wirklich geschlafen, sodass mein Hirn das verarbeiten konnte. Also es war schon so, ich lag da und gefühlt, ich kann das nur so ein bisschen schildern, war das schon so, Ich hatte so Blitze und immer wieder hatte ich Erinnerungen und mein Gehirn musste sich da halt einfach vernetzen und zunächst mal checken, was in dieser Woche passierte. Und das waren die ersten zwei Nächte. Und zusätzlich wurde ich halt alle zwei, zweieinhalb Stunden wach, weil ich halt einfach Hunger hatte. Also letztlich danach... Ein bisschen spooky, ehrlich gesagt.

Björn [01:21:19] Das klingt schon... Was ist, wenn das so bleibt? Ja. Also mit dem Hunger würde ich umgehen, aber nicht mit diesen Blitzen.

Daniel [01:21:27] Ja, Blitz ist vielleicht das Falsche, aber das war einfach so die Erinnerung. Ich glaube tatsächlich, mein Gehirn hat Zeit gebraucht, das zu verarbeiten. Und in der dritten Nacht bin ich dann wirklich ins Schlafen gekommen, dann war es ein bisschen besser. Aber selbst in der neunten Nacht habe ich nachts noch elf Stunden geschlafen und tagsüber dreimal zwei Stunden.

Niclas [01:21:51] Das heißt aber, die ersten Tage hast du quasi 24-7 im Bett gelegen und hast erstmal... Nö, nö, nö, nö, nö.

Daniel [01:21:58] Ich war halt im Bett und dann... Warst auch nochmal trainieren. Das kannst du gar nicht... Also, wir haben ja zwei Jungs, die sind 10 und 12. So, und... Morgens war ich dann halt wach und dann machen wir das traditionell so, dass bevor die in die Schule gehen, wir sitzen da zusammen am Tisch und wir bereiten irgendwie das Frühstück vor, meine Frau und ich, und frühstücken dann irgendwie gemeinsam. Und das habe ich irgendwie mitgemacht und danach war ich halt hier irgendwie im Haus und bin ab und zu spazieren gelaufen. Aber ich weiß nicht, wie oft ich im Zimmer war und ich wusste gar nicht mehr, was ich wollte. Also es war völlig benebelt. Ich konnte nichts. mein Gehirn nicht ansteuern. Es war nicht nutzbar. Ich war lost im Leben. Ich glaube, so diese Vorwürfe an die Generation Z, die bestimmt überhaupt gar nicht, ich kenne so viele junge Menschen, die richtige Rocker und Macher sind, aber die Vorwürfe sind ja, die kriegen nichts auf die Reihe. Ich musste zum Beispiel noch einen Artikel oder einen Bericht für Günnes schreiben.

Niclas [01:23:01] Direkt in den Tagen danach?

Daniel [01:23:02] Ja, halt irgendwann. Und ich wusste ja, ich habe ja irgendwie die ganze Woche Zeit. Ich konnte es nicht. Ich wusste, ich konnte es quasi nicht umsetzen. Ich hatte ein Konzentrationslevel die Woche danach von 10 Minuten pro Tag. Ich saß dann irgendwie hier auch am Laptop. um irgendwie Events irgendwie vorzubereiten. Ich saß da halt da, aber ich habe nichts geschafft. Es war völlig krass. Und dann habe ich die Strategie irgendwann gewechselt und gedacht, kriegst sowieso nichts hin. Endlich kamen die Jungs irgendwie von der Schule, dann haben wir Mittag gegessen und dann habe ich gesagt, hey Jungs, komm, lass uns in die Stadt gehen und Eis essen. Und dann sind wir da hin und haben Eis gegessen und haben uns halt mitten in die Stadt gesetzt Ist schon geil. Bad Walser ist eine althistorische Altstadt und da ist halt auch nicht so viel los. Und dann habe ich mir hier einen Jungen links, einen Jungen rechts, Eis in der Hand. Und dann haben wir das Eis gegessen und danach, wir saßen da ein, zwei Stunden, haben ein bisschen gedratscht und gesprochen. Und wir haben den Leuten zugeguckt, wie die vorbeiliefen. Also es war völlig... krass, wir hatten irgendwie eine geile Zeit. Also wir haben Zeit miteinander verbracht, wir haben gesprochen, aber wie effizient mein Leben ansonsten abläuft, ich meine, das kennst du ja, als Sportler, als Leistungssportler, als Mensch, der ja auch irgendwie Dinge zu tun hat, kannst du es dir eigentlich nicht leisten, an drei, vier Tagen die Woche zwei Stunden in die Stadt zu sitzen, ein Eis zu essen und irgendwie unnütze Leuten zuzugucken. Das machst du vielleicht, wenn es gut läuft, einmal die Woche. Und selbst dann musst du dir die Zeit nehmen, genau. Und wir hatten eine gute Zeit, auch eine gute Familienzeit, aber ich habe halt nichts zustande gebracht. Und dann irgendwann war es tatsächlich so, am Tag 12 war es so, Ich musste mich bis dahin immer anstrengen, also wirklich so ganz akribisch anstrengend zu denken, aber jetzt nicht mal komplexe mathematische Vorgehen, sondern die einfachsten Dinge im Leben. Wie machst du dir das Müsli oder du willst jetzt den Briefkasten öffnen, dafür brauchst du einen Schlüssel. Also

Niclas [01:25:20] Umgangssprachlich würde ich sagen, du hast ein neues Level an Grauheit erreicht.

Daniel [01:25:27] Lost im Leben, ja, genau.

Niclas [01:25:29] Zu richtig schwarz gefahren.

Daniel [01:25:32] Das war schon mehr als schwarz. Like hole training. Ich hatte ja danach dann eben auch, wir haben noch Blutkontrolle und so weiter gemacht und das war auch spannend, dass diese Blutwerte jetzt auch TK-Werte Der war ja brutal hoch und kardiologische Untersuchungen haben wir gemacht und die haben sich alle ganz, ganz schnell wieder normalisiert.

Björn [01:26:01] Du hast mir zwölf Tage später eine Nachricht geschickt, Wir hatten da noch gar, also wir hatten glaube ich zehn, zwölf Tage gar keinen Kontakt mehr. Ja. Ich habe gesagt, also wollte ich eh nicht. Dann hast du geschrieben, ich war kognitiv so neben der Spur wie noch nie. Und wer Daniel kennt, der weiß halt, dass Daniel ist halt doch ein sehr aufgeräumter Mensch. Es war doch eher ungewöhnlich. Und ja, da wusste ich schon, das war jetzt mal ein Einschlag. Den hatte er vorher noch nie so in seinem Leben. Er weiß jetzt, wie ich mich fühle, jeden Tag.

Daniel [01:26:38] Ja, ja, ja. Ja, du bist schon noch im Leben, ja. Genau.

Niclas [01:26:46] Krass. Krasse Nummer. Also insgesamt wirklich verrückt. Also erst mal diese, ich glaube, diese Woche davor, also diese Woche selbst und dann noch diese Regeneration davon, das ist ja, das waren wahrscheinlich mit die intensivsten, keine Ahnung, 14 Tage deines Lebens bisher, so, also...

Björn [01:27:04] im Monat war das schon heavy, mit Vorbereitung und allem drum und dran.

Daniel [01:27:10] Ja, und wenn man ja auch guckt, ich glaube, die Vorbereitung an dich, also ich hatte halt, ich habe so einen Trainer und der Typ, der hat mir dann halt irgendwann auch mal so 40 Stunden die Woche Training aufgeschrieben und so im Vorfeld. Also da brauchst du natürlich dann auch nicht mehr wirklich arbeiten, sondern da trainierst halt und isst und ja, das war schon intensiv und war gut und Ich habe auch gestern von dem bisherigen Rekordhalter, von Alex McCormick, einen Insta-Post gelesen, dass seine Rennsaison für dieses Jahr durch ist, weil er einfach jetzt nochmal so tief gegangen ist und einfach Wetters nicht mehr packt. Und ich glaube, das ist die große Herausforderung von Trainern, von allgemeinen Menschen, sich selber so zu steuern, dass sie vielleicht auch an Grenzen gehen, sich danach aber wirklich auch wieder so erholen, dass sie Lust haben. Und jetzt, ich fahre jetzt seit einigen Wochen, also keine Ahnung, die erste ein, zwei Wochen. Ich meine, wenn du nicht weißt, wie dein Briefkasten aufgeht, dann brauchst du auch nicht vielleicht einen Straßenzug zu sehen.

Björn [01:28:20] Welcher Seite seht man jetzt?

Daniel [01:28:22] Genau, darum war ich da tatsächlich dann ein, zwei Wochen unterwegs. Ich glaube, nach einer Woche war ich mal kurz, so eine Stunde oder so. An die Eisdiele bin ich mal gefahren vielleicht so. Aber habe da eben auch nicht trainiert und da verlierst du das. Das ist halt unglaublich. Du hast keine VO2 Max mehr. Du hast keine Leistungsfähigkeit mehr. Und dann ist ja unsere Verbindung auch so geil, dass du halt auch weißt, okay, der Typ braucht aktuell halt einfach keinen Plan, sondern lass mal irgendwie, der soll mal machen, was er will und das passt ja auch bei mir. Und genau, ich habe jetzt wieder so Lust und Freude am Fahren und es kommt schon alles wieder. Also die Leistungswerte, die sind natürlich noch längst nicht so da, wie sie irgendwann waren, aber was ich auch mit diesem Post von Alex sagen wollte, das Größte, was man erhalten kann oder sollte, ist die Lust daran. Und gerade wenn man auch ganz viel fährt oder an einer Grenze, dann ist es schon auch nach meiner Überzeugung gut und wichtig, diese Grenze auszutesten. Aber ich glaube, es gibt so ein Bonusheft im Leben. Und man kann da ab und zu was abstreichen, aber man darf nicht zu viel auf einmal nehmen, sonst verbrennt man. Und ich kenne wirklich auch viele Menschen, die ganz viel trainieren oder trainiert haben. Auch ein paar Triathleten, die halt sagen, das wäre jetzt der Horror, jetzt irgendwie nochmal ein Triathlon zu machen, irgendwie später. Einfach die komplett die Lust verloren haben. Und das ist was, genau, also ich habe jetzt aktuell wieder Bock und ja, ich musste jetzt mal in Kürze anrufen werden. Ich habe Weitere Vorhaben.

Björn [01:30:20] Ich dachte, ich würde Daniels loswerden nach dem Rekord. Und dann rutscht er mich wieder an. Aber noch mal ganz kurz was zum Training und das ist ein schöner Punkt, den du da erwähnst. Wir haben, natürlich trainiert Daniel immer, aber wir haben das immer auf so einer Sparflamme gehalten, dass wir ein gutes Level halten, was familienverträglich und gesellschaftlich tipptopp funktioniert. Wir sprechen jetzt nicht von 25 Stunden die Woche, sondern eher so von 15. Ja, und dann haben wir, und Daniel hat eine mega Basis, ja, der hat halt schon echt viel gemacht die Jahre davor, wir wussten, worauf wir uns einlassen und dann haben wir ganz gezielt konzentrierte Wochen gehabt, wo wir gesagt haben, okay, jetzt ballern wir mal 40 Stunden durch auf Mallorca. zwölf Stunden im Auflieger sitzen und solche Sachen. Und um einfach die Lust zu erhalten, und das ist halt der springende Punkt bei so einem Weltrekordversuch, wenn du da schon mental ausgelobt ankommst, weil du dir schon sonst wie viele Stunden durch die Beine gezogen hast, dann wird es halt gar nichts, ja. Und so haben wir das gemacht, dass wir so sehr hochkonzentrierte Wochen gehabt haben und den Rest so ein bisschen auf Sparflamme dann, was der Sparflamme-Wärmehalte Platte gehabt haben, dass wir gesagt haben, okay, Form passt, vor allen Dingen Bock haben, das ist das Entscheidende, ja.

Niclas [01:31:37] Ich glaube, das ist aber was ganz, ganz, ganz viele Sportler extrem unterschätzen. Dieses, ich muss, wenn ich am Start stehe von einem Wettkampf, ich muss maximalen Bock haben, alles aus mir rauszuholen. Und das, was du auch gesagt hast, dieses Limit finden, du kannst ja nur dein Limit finden, wenn du es vom Kopf zu 100% willst und wenn du 100% bereit bist und auch frisch genug bist, das zu machen. Und ich glaube, das ist vor allem was für junge Sportler und auch Sportler, die noch nicht diese vielleicht so große Erfolge oder sowas gefeiert haben, das zu lernen und das hinzukriegen, die richtige Balance zu haben zwischen, okay, wie viel Training brauche ich, um in meine bestmögliche körperliche Form zu kommen, weil ich glaube, heutzutage im Profisport musst du extremst fit sein. Aber trotzdem die Balance zu haben, wenn ich am Wettkampftag da stehe, da muss ich bereit sein und Bock haben, maximal Gas zu geben. Und ich glaube, viele Sportler verrauchen sich schon im Training zu sehr und ich glaube, Björn kennt das noch viel besser als ich, weil er den Job viel länger macht. ganz oft ist es als Coach einfach die Aufgabe, Leute einfach nur extrem einzubremsen, weil Profisportler, Leistungssportler, die solche Ziele haben, wie jetzt auch du, Daniel, die sind ja gewollt, immer zu pushen und die wollen ja, ich will besser werden, ich muss jetzt mehr machen und da musst du als Coach eigentlich ganz oft sagen, nee, jetzt Wenn du deine 15 Stunden machst, du musst ja auch noch den ganzen Rest hinkriegen. Wie Björns, das ist glaube ich meine Lieblingsanekdote, dieses Haus bauen. Du musst ja immer gucken, dass du dein Haus langsam aufbaust und dass das Haus stehen bleibt. Weil wenn dein Haus irgendwo, keine Ahnung, wenn dir eine Wand wegbricht, ja, dann hast du kein Haus mehr. Und das bringt halt nichts.

Daniel [01:33:37] Ich würde sogar noch einen Schritt weiter gehen, aufgrund meiner eigenen Erfahrung und auch in Gesprächen mit vielen anderen Sportlern. Das Training ist ja nur die Aktivität, die ich mache. Aber da gehört ja noch ganz viel darum rum. Also das ist ja vielschichtiger. Ich meine, wenn du nicht trainierst, dann kannst du dich theoretisch in Ernährungsdinge einlesen und dich verrückt machen. Oder du kannst überlegen, wie kriege ich jetzt das Material noch besser. Das kann man natürlich alles machen. Und das sollte man ja auch machen, um ein gewisses Level zu bekommen. Aber der Kopf muss frisch sein. Und wenn ich zu jeder Zeit immer nur mich um Radsport kümmere, oder um die Optimierung des Ganzen, dann mache ich mich ja auch verrückt. Und ich glaube, die Gelassenheit, die hilft auch ganz vielen Menschen, zum einen mal wieder mehr Spaß zu haben, Leistungsfähiger und eben dadurch auch leistungsfähiger zu sein.

Björn [01:34:36] Deshalb hat Daniel sich auch einen Trainer gesucht, der so ist wie ich.

Daniel [01:34:40] Ja, genau. Es war ja die Jahre vor dir schon auch so, dass ich tendenziell mehr gefahren bin. Also das ist auch das, was du wahrscheinlich auch sagst. Eigentlich mit Björn habe ich angefangen, weniger zu trainieren. Dafür härter, spezifischer und saisonaler auch. Also im Winter trainieren wir, also ich, ja deutlich weniger, als dann, wenn es spezifischer wird.

Björn [01:35:07] Und so kann man ja... Und auch mal Dinge abseits des Radsports. Also ich liebe es ja auch, über ganz andere Dinge zu reden. Und die einfach auch... Raum einnehmen müssen. Ich glaube, das gehört dazu, um auch mental Abstand zu gewinnen von den ganzen Sachen. Das muss man als Sportler definitiv können. Das muss man als Trainer genauso gut können, weil auch wir stehen ja unter Druck, unter Leistungsdruck. Und da muss man sich halt mal mit ganz anderen Dingen beschäftigen, die einen dann mal wieder so ein bisschen erben. Ja, definitiv. Geil. So, aber zwei Sachen habe ich noch.

Niclas [01:35:46] Du hast noch, okay.

Björn [01:35:47] Daniel hat das gerade, eigentlich könnt ihr auch noch viele andere Sachen machen, aber das wird es ausufern. Daniel hat das gerade mal so am Rande erwähnt und zwar, und das finde ich wichtig, Daniel hat von dem Zielbogen gesprochen, von seinem eigenen Rennen, die er veranstaltet und das würde ich eigentlich ganz gern mal erwähnen, weil das ist wieder eine coole Sache. Erzähl mal ganz kurz, was hast du da vor in Bad Waldsee?

Daniel [01:36:12] Es wird zwei Rennen geben. oder zwei Events, nenne ich jetzt mal. Einmal den Bad Waldsee Radmarathon, da sollen 1000 Teilnehmer an den Start gehen. Das ist aber eher ein Event und ein Jedermann, also weniger ein Rennen. Und ein Ultra-Cycling-Event namens Allgäu und Spätzle. Interessanterweise, Peter, müsst ihr das eigentlich wissen, der ja im letzten Podcast, gestern bin ich aus Versehen, bin ich gefahren und habe mal geguckt, was gibt es eigentlich für Podcasts, die ja alle irgendwie fahren vom Rekord. Und dann habe ich die Folge, die neuliche Folge von euch mit Peter gehört und dachte, ah, interessant, genau, über was ihr da gesprochen habt. Ähm, Und Peter folgt Allgäu und Spätzle ja schon lang. Und genau für solche Menschen ist das eigentlich gedacht. Also ich wollte ein Ultra-Cycling-Event in unserer Region haben, weil die eigentlich alles hat. Also du kannst halt an einem Tag fährst du von hier an Bodensee, du fährst auf der Langstrecke über die schönsten Pässe Vorarlbergs, fährst dann ins Allgäu, fährst dann ins Tarnheimer Tal, also nach Tirol, Und fährst dann wieder zurück in Bad Waldsee. Ich mache alles, was ich tue, hinter dem stehe ich zu 100%. Ich bin nicht irgendwie von externen Leuten so getrieben, sondern ich will es so umsetzen, wie ich es mir selber wünschen würde. Einfach wie meine Vision ist. Und meine Vision ist, ein Ultra Cycling Event zu machen mit wirklich wenigen Teilnehmern. Also 150 Teilnehmer sollen da starten. Ist aber fast schon ausgebucht. Also ich glaube, 20 Startplätze gibt es noch. Und es gibt auch eine Gravel-Strecke und dann schicke ich die Leute halt rum und die Leute sollen eine Mischung haben aus dem, was ich liebe. Und zwar diese ganz akkurate Planung, die österreichische Veranstaltungen haben. Das sind einfach die Meister von Planungen und das finde ich faszinierend. Da ist wirklich alles tipptopp geplant und gleichzeitig diese Liebe wie italienische Ultra-Cycling-Rennen ablaufen. Ich meine, du kommst an und du wirst halt einfach vom Organisator, Organisatorin geknutscht und hey Daniel, wie schön, dass du da bist. Einfach so diese unendliche Liebe und das hätte ich auch gerne versucht, das in Bad Waldsee so umzusetzen. Das mit Knutschen muss man ja auch nicht immer sinnbildlich nehmen, sondern einfach zu Herzen die Aufmerksamkeit zu nehmen. Aber wenn du nach 750 Kilometern verschwitzt rankommst, dann genau, wirst du von mir umarmt und gelobt und genau. So und dann dachte ich, okay, voll geil, ist geplant und dachte ich, eigentlich ist es scheiße, weil die Menschen vor Ort, die Jedermänner, die Breitensportler hier, die haben nichts davon. Ich meine, niemand fährt, die Kurzstrecke ist 350, die Langstrecke ist 750 auf der Straße und Gravel sind halt 450. Aber das ist tatsächlich auch ein echt geiles Monster. Mit wie vielen Höhenmeter? Die Gravel hat, also die Langstrecke hat 11.500 Höhenmeter. Ja, also... Sympathisch. Manche nehmen das als Rennen und manche nehmen das wirklich als Abenteuer. Und die Abenteurer sind bestimmt 80, 85 Prozent, die halt sagen, ich habe... zwei Tage Zeit, das Ding zu fahren. Ich mache unterschiedliche Stop-Slots, weil ich möchte alle am Samstag ein Ziel haben. So. Und das war mein Plan. Und dann dachte ich, ah, ist blöd eigentlich, weil die Menschen hier in der Ecke dann eigentlich nur Zuschauer sind und nicht teilnehmen können. Also mache ich irgendwie noch eine 100-Kilometer-Strecke. Und dann dachte ich, also irgendwie auch... blöd, weil das ja ganz unterschiedliche Regularien dann sein müssen, weil irgendwie 100 Kilometer Strecke und Ultrasecken passt irgendwie nicht zusammen, dann mache ich, einfach nenne ich das anders und nenne es Bad Waldsee Radmarathon. So, und jetzt ist es halt so, das Ultrasecken-Event mit 150 Leuten war der Ursprung und der Gedanke und jetzt habe ich halt zusätzlich, also das Ding hat vor 16 Monaten angefangen zu planen und jetzt gibt es halt zusätzlich den Bad Waldsee Radmarathon Aus dieser 100-Kilometer-Strecke wurden dann 80 Kilometer Genuss, 125 Kilometer Straße, Radmarathon mit 207 und eine Gravel-Strecke mit 100 Kilometer. Und da starten halt 1.000 Leute. Und ich organisiere das alles. Und bin Initiator. Und habe mich halt die letzten 16 Monate mit Straßenverkehrsbehörde, mit Ordnungsamt, mit Sicherheitskonzept, mit... Ich meine, das ist... Also... wenn du halt 1000 Starter hast, hast du halt 2000 Leute im Ziel. Die musst du ja auch verpflegen. Und das alles soll so sein, wie ich es mir idealerweise wünschen würde. Was das natürlich auch nicht ganz leicht macht, weil meine Wünsche und Ansprüche sind ja hoch. Genau, und jetzt habe ich halt zwei Events im positiven Sinne an der Backe und koordiniere halt weit über 100 Helfer. Genau, und Die feiert im September Previere.

Björn [01:41:38] Sehr gut. Wann genau im September?

Daniel [01:41:40] Weißt du, wenn du selber starten möchtest, Björn? Ja, ich bin mir noch nicht sicher, ob du den Radmarathon fährst oder ob du so cool bist und sagst, hey, also die sieben Tage in Oberschwaben, die haben mich so angelacht. Ich fahre jetzt auch mal eine Ultra-Cycling-Strecke.

Björn [01:41:58] Die längste Strecke, die ich je gefahren bin, waren 660 Kilometer. Boah! Auch nur aus Versehen.

Niclas [01:42:06] Aber sowas passiert ja einfach mal.

Björn [01:42:08] Das passiert. Und die Geschichte dahinter ist folgende. Ich sollte, oder es sind 600 Kilometer, ich weiß es nicht mehr, also es war viel. Ich sollte für das Tourmagazin eine Geschichte schreiben über einen Radmarathon Fichtkona. Mhm. Daniel kennt das, glaube ich.

Niclas [01:42:26] Hast du das nicht schon mal erzählt?

Björn [01:42:28] Fichtelgebirge kommt mir jetzt irgendwie bekannt vor. Einmal durch Ostdeutschland, Fichtelgebirge dann rüber auf die Insel. Und genau, ich hatte einen Fotografen dabei, aber das Wetter war scheiße, es gab auch noch Elbeflut und er musste irgendwie anders fahren und am Ende des Tages lief es dann so, dass wir uns irgendwie x-mal verpasst hatten und ich irgendwann dann irgendwie, keine Ahnung, 400 auf der Uhr hatte und dann habe ich gesagt, fuck off, ich fahre das Ding halt jetzt einfach durch. Die letzte Strecke davor war, glaube ich, 400 oder so, oder 370, aber auch nur aus Wut und Frust heraus bin ich Radrennen gefahren und wurde nach 150 Kilometern abgeräumt, vorne in der Spitzengruppe, und da habe ich gesagt, das ist ja scheiße hier, und dann bin ich einfach nach Hause gefahren.

Daniel [01:43:10] Mit zwei Äpfel. Maximal. 35er Schnitt, glaube ich, oder 37 am Ende.

Björn [01:43:14] Wann genau wäre das Gravel-Event?

Daniel [01:43:22] Also das Ganze ist an dem letzten September-Wochenende. Der Radmarathon startet am 26. September. Das ist ein Samstag. Und das Ultra-Cycling ist von 24. bis 26. Also das heißt... Schade. Genau, die starten... Ja, es sind sowieso kaum mehr Startplätze da. Also deshalb... Ja, Niclas, zu spät. Ganz 2027. Ähm... das Faszinierende ist, ich müsste da meine Zeit laufen lassen, wie viel ich da investiert habe. Das ist unfassbar. Also mit welchen Dingen ich mich beschäftige und das ist so dieses ganze Radleben, das ich irgendwie inzwischen führe. Also im Prinzip ist mein berufliches Leben inzwischen überwiegend irgendwas mit Radfahren. Das ist total spannend, dass das auch, keine Ahnung, einfach Dimensionen einnimmt, weil ich eben aber auch Lust drauf habe und ich sehe so ganz viele unterschiedliche Perspektiven und meine, das ist so, glaube ich, auch mein Antrieb, meine Lernkurve ist halt maximal. Also wenn du Dinge neu machst, neu kreierst, also ich habe vor fünf Jahren irgendwie ein Schulprojekt initiiert und habe da halt jetzt irgendwie 3000 Schüler, ich besuche da jedes Jahr, keine Ahnung, 10, 15 Vormittage im Jahr schulen und am Anfang war das halt besuche die, weil ich glaube, halt damit was bewirken zu können, erzähle denen einfach, wie ultra-psychisch ist, was ich da irgendwie an Spendenprojekten mache, zeige denen dann irgendwie ein paar Tricks auf dem Fahrrad, jetzt irgendwie nichts Besonderes, irgendwie Sicherheitstraining, geil Kurven machen, auf dem Rampe fahren und so weiter. Und das Strahlen dieser Gesichter, das ist halt irgendwie der Lohn der Arbeit. Und irgendwann kamen halt irgendwelche lokalen Unternehmen und sagten, hey geil, kannst du in diese Schule auch gehen, wir bezahlen dir das. Und dass ich jetzt halt irgendwie auf irgendwelchen Manager-Seminaren rumstehe auf der Bühne und den Leuten halt irgendwie erzähle, dass Ultra-Cycling, das ist ja das total spannende, Ultra-Cycling und Management-Fähigkeiten, Umgang mit Menschen, mit Mitarbeitern, das sind ja genau dieselben Eigenschaften. Ja. Also wie führe ich Mitarbeiter um? Wie bin ich zu Menschen? Wir hatten während der sieben Tage, das finde ich auch ganz interessant, habe ich drei oder vier Mal jemand das Mikro ausgemacht. Das finde ich eine total gute Quote, aber das war nicht, das war einfach, ich konnte diese Stimme nicht mehr hören. Dann sage ich, es tut mir von Herzen leid, ich brauche einfach eine Pause von dir. Es gab keinen Streit. Und das ist so dieses Wertschätzende, das innerhalb dieses ganzen Teams einfach möglich ist. Ich glaube, dieser Umgang mit Menschen ist extrem wichtig. Und das ist eben auch das, was ich mit diesen Events zeigen möchte. Wenn du halt irgendwie 100 bis 150 Helfer, die das ja überwiegend ehrenamtlich machen, die werden schon ein bisschen vergütet, aber überwiegend ehrenamtlich, dann werden die das nur machen im nächsten Jahr wieder, wenn sie Spaß daran hatten und merken, sie werden wertgeschätzt. Und wenn es solche breiten Events nicht mehr gibt und die Herausforderung jetzt eben auch behördlich gesehen, Sponsoren, ohne Sponsoren ist das Ding defizitär. Also das ist völlig krass. Also rechnest du irgendwie Startgelder und denkst, hey, der Typ muss reich sein. Der Typ zahlt halt drauf, weil das Sicherheitskonzept und das ist alles so teuer. Wenn du keine Sponsoren hast, dann kannst du das Ding nicht umsetzen. Und das ist eigentlich das, was die Leute auch kapieren müssen, dass nichts ist selbstverständlich. Einfach liebe Leute, egal wo ihr seid, nutzt diese Events vor Ort, unterstützt die, weil sonst gibt es die halt morgen nicht mehr. Ich glaube, das ist auch ganz wichtig, wenn ich jetzt gucke, vor 10, 15 Jahren, als ich angefangen habe, Rad zu fahren, wie viele Radmarathons es teilweise damals gab, die es heute nicht mehr gibt. Trotz Boom, die Anzahl ist schon relativ hoch. Ja.

Björn [01:47:41] Definitiv sehen wir auch im Mountainbikesport. Im Mountainbike-Marathonsport ist ja auch mächtig eingedampft worden. Von daher... Ja, mega, dass du da was machst. Finde ich wie immer spannend. Und ich weiß, wenn du das machst, wird es in der Regel auch sehr gut. Genau. Wir verlinken das auf alle Fälle, damit die Leute einen Eindruck haben. Und wenn sie noch die letzten Plätze ergattern wollen, können sie da... Ja, beim Radmarathon gibt es so viele Ultra-Cycling, da musst du schnell sein.

Daniel [01:48:09] Aber für die 200 Kilometer Radmarathon, da hast du noch länger eine Chance.

Björn [01:48:14] Okay, gut. Also, falls ich es mir noch überlege, komme ich vorbei.

Daniel [01:48:18] Ja, ich kündige dich morgen groß auf der Bühne an.

Niclas [01:48:21] Also deshalb... Ja, im Endeffekt, Björn, jetzt kommst du eh schon immer aus der Sache raus. Ja, so sieht es aus.

Björn [01:48:27] Aber ich habe auch noch was von meiner Seite, was ich ankündigen möchte. Und zwar, das ist jetzt aktuell noch ein bloßer Gedanke, der dann gären darf. Und zwar mit meiner... guten bekannten Freundin, Annine Hell, die ja auch Trainerin ist und auch eine sehr gute Trainerin, vor allen Dingen im Triathlon unterwegs, aber auch ein bisschen auf der Straße. Mit der treffe ich mich ja regelmäßig hier in München und wir sitzen zusammen und reden über Gott und die Welt. Und sie hatte die Idee, du Björn, was wir hier so die ganze Zeit reden, ich glaube, das interessiert total viele Menschen, auch was Training und so weiter angeht. Und wir haben uns überlegt, wir werden Ende September beziehungsweise Anfang Oktober eine Art Ausdauerstammtisch machen. Nähere Infos folgen, in München natürlich, wo wir beide sitzen und uns unterhalten und jeder darf dazukommen und Fragen stellen. Erstmal ganz, ganz low light, ganz kleines Level.

Niclas [01:49:27] Also in Anführungszeichen wie ein Live-Podcast, den ihr dann auch aufnehmt und veröffentlicht, oder?

Björn [01:49:31] Ja, das wäre natürlich so der nächste Schritt, aber wir wollen es jetzt erstmal so ein bisschen, um Gottes Willen, ja, da sollen jetzt noch nicht irre viele Leute kommen, sondern sie dürfen sich einfach dazusetzen erstmal. Wir sind an irgendeiner Lokalität, wo auch immer und das wollen wir schon mal ein bisschen ankündigen, dass es sowas geben wird, wo man uns zuhören darf und Fragen einwerfen darf und so weiter. That's the plan.

Niclas [01:49:55] Wenn München nicht so weit wäre, würde ich vorbeikommen.

Daniel [01:49:58] Wenn München in Bad Waldsee wäre, dann würde ich dich da einfach auf die Bühne setzen und dann hast du von Beginn an bestimmt ganz viele Zuschauer und Ratinteressierte.

Björn [01:50:08] Vielleicht machen wir die erste Folge bald Waldsee. Das ist doch eine Idee gerade.

Niclas [01:50:13] Guter Punkt. Eigentlich müsste man, wenn das... Ich meine, eine Kamera hinzustellen und ein Mikro anzuschließen, ist ja nicht schwer. Eigentlich müsste man sowas hingehen und dann livestreamen. Weil dann hättest du auf jeden Fall die Plattform, wo ganz viele Leute ganz einfach Fragen stellen. Ich meine, so einen Twitch-Stream anzuwerfen, ist ja heutzutage... Oder auch YouTube-Stream, ganz leicht.

Björn [01:50:35] Ich liebe es ja, also ein bisschen kleiner, ja. Und grundsätzlich ist ja auch die Frage, ist Interesse der Rad-Community in München vorhanden? Ich hatte schon mal so ein bisschen gefragt, ja. Und als leichte Ankündigung, die nächsten Wochen, Monate wird es sich dann konkretisieren. Aber es schon mal auszusprechen, erhöht natürlich den Druck. Und schauen wir.

Niclas [01:50:58] Schauen wir mal, was wird. Genau.

Björn [01:51:02] das auch.

Niclas [01:51:05] Ja, gib mir einen Termin und dann komme ich rum. Guter Plan. Okay. Okay. Ich hab nichts mehr. Also, ich muss erst mal sagen, weil ich bin gerade sehr inspiriert. Vielen Dank, Daniel. Auf jeden Fall eine geile Story. Ich bin jetzt auch, sobald der Film ready ist, gerne mal irgendwie Bescheid sagen, weil den muss ich auf jeden Fall sehen. Und vielen Dank fürs Teilen deiner Geschichte, weil das ist, glaube ich, können sich sehr viele... Hobby-Amateursportler durch inspirieren lassen und ich denke sogar viele Profisportler vielleicht eine Scheibe von abschneiden einfach auch vom Mindset her ein bisschen anders vielleicht an ihre eigenen Wettkämpfe ranzugehen. Weil, wie du auch schon angesprochen hast, viele machen das aus Eitelkeit vielleicht heraus, aus einem reinen Ego heraus, aber das vielleicht aus einer größeren Perspektive mal zu sehen, ist, glaube ich, etwas sehr Inspirierendes und schön, dass es sowas gibt. Ja.

Daniel [01:52:12] Lieben Dank für die Einladung. War schön mit euch. Sehr gut.

Niclas [01:52:18] Ist, glaube ich, unser zweitlängster Podcast, Björn, oder?

Björn [01:52:21] Welcher war der längste? Enrique im Monologe?

Niclas [01:52:23] Ich wollte es gerade sagen. Ich glaube, Enrique, das ist 2.20. Jetzt sind wir bei 1.52. Aber wir haben auch eine halbe Stunde Anlaufzeit gebraucht, bis das hier überhaupt mal technisch schließt.

Björn [01:52:36] mit Hotspot bei Daniel bei dir Daniel Mikrofon Terror nochmal Aufnahmeportal switchen ich war nicht der Fehler ich musste gerade schmunzeln als Niclas gesagt hat Mikro anzuschließen ist ja jetzt nicht die große Herausforderung

Niclas [01:52:58] Ja, okay, fair enough. Es hat geklappt, super. Es hat geklappt, wir haben es problemlos jetzt aufgenommen. Ja, vielen Dank und auf ein hoffentlich baldiges Wiedersehen.

Daniel [01:53:10] Ja, gut.

Niclas [01:53:11] Wir hören uns.

Daniel [01:53:12] Ciao, ciao.

Jetzt anmelden